31.12.25

Das sind die Schriftlesungen: Jes 32,15-18 ‑ Mt 22,15-21

Einführung:
Was hat sich für Sie in diesem Jahr geändert?
Jeder hat da seine ganz eigene Bilanz: Die Geburt eines Kindes, der Beginn einer Krankheit, eine neue Liebespartnerschaft oder der Verlust des Ehepartners verändern das Leben enorm.

Vieles können wir gar nicht lenken und planen. Wir können nur damit umgehen: Es annehmen oder uns innerlich und äußerlich dagegen wehren.

Für Gutes und Schlechtes brauchen wir viel Kraft und beides kann große Kräfte in uns wecken. Wir glauben, dass Jesus immer bei uns bleibt. Dass er jetzt in unserer Mitte ist. Deshlab grüßen wir ihn:

Vergebungsbitte Der Blick zurück zeigt uns Gutes und Böses, Freude und Trauer und so bitten wir: Gott unser Vater schenke uns sein Erbarmen. Er vergebe uns und führe uns zur ewigen Freude!

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Es klingt sehr utopisch, was der Propheten Jesaj verspricht: Die Wüste wird zum Garten. Aber es ist gar nicht so utopisch:

Der Urwald im Amazonasgebiet zum Beispiel steht nicht auf fruchtbarem Boden. Die Erde ist bei weitem weniger fruchtbar als im Donautal. Deswe­gen ist es nicht besonders klug, diesen Wald abzuholzen und die Fläche für den Ackerbau zu gebrauchen. Die Erträge wären nicht hoch und es entstünde dort eine trockene Steppe. Erstaunlich ist außerdem: Der Urwald ist eine Kulturlandschaft: Wie das Alpenvorland ist er auch durch menschliche Einwirkung so geworden.

In der Lesung heißt es: „Wenn der Geist aus der Höhe ausgegossen wird, dann wird die Wüste zum Garten und der Garten wird zu einem Wald. In der Wüste wohnt das Recht und die Gerechtigkeit weilt in den Gärten.“

Die Menschen im Amazonasgebiet haben sich so mit der natürlichen Vegetation verbunden dass auf schlechtem Boden dieser Urwald gewachsen ist. Obwohl sie keine Christen waren – müssen sie den Geist aus der Höhe in vollen Zügen aufgesaugt haben.

Diese Beobachtung lässt mich Hoffnung schöpfen für die Zukunft unseres Kontinents und für unsere Erde, die uns trägt und ernährt.

Im Augenblick wird ja das Recht nur mühsam erhalten. Viel zu viele Men­schen handeln und denken nach dem Grundsatz: Zuerst komme ich!
Ich komme mir vor wie am Pausenstand in der Schulzeit, wo es unter den Mitschülern oft ein übles Gedränge gab, weil jeder ganz vorne sein wollte.

Am Jahreswechsel wird gerne daran erinnert, was im vergangenen Jahr alles passiert ist. Interessant wäre weiter zu fragen: Warum ist es passiert? Oder noch wichtiger: Wozu ist es passiert? Wer verspricht sich was davon?

Wenden wir die Frage gleich auf die Zukunft hin: Was wird im neuen Jahr passieren? Wer wird was tun und warum und wozu?

Das Jesajabuch ermutigt uns: Was wir tun, soll dem Recht und der Gerechtigkeit dienen. Die Gerechtigkeit wirkt den Frieden und herauskommen Ruhe und Sicherheit.

Vielleicht denken sie: das habe ich nicht in der Hand – ja das stimmt.
Aber nur, wenn Sie an das denken, was sie nicht unmittelbar beeinflussen können.

Für den Weltfrieden sind wir nicht zuständig. Darauf haben wir nur sehr geringen Einfluss, denn wir sind in dem ganzen Organismus nur kleine Zellen, die mithelfen, dass es dem Ganzen gut geht. Aber wenn die Leberzellen das Blut nicht reinigen – dann geht es dem ganzen Körper schlecht. Und wenn die Schilddrüsen zu wenig oder zu viel Hormone produzieren fühlt sich der Mensch gar nicht mehr wohl. Da geraten die Gefühle und vieles mehr völlig durcheinander.

Liebe Schwestern und Brüder;
merken sie schon, wo diese Gedanken hinführen:

Wir schauen auf das alte Jahr zurückschauen und vor allem auf das neue voraus. Warum tu ich etwas und wozu? Das sollten wir uns überlegen. Denn das bestimmt unser Handeln und Denken. Oder ganz fromm gefragt:
Was will der Geist aus der Höhe durch mich wirken?

Je älter wir werden, desto mehr sind wir damit gefordert, am Leben zu bleiben. Automatisch kümmern wir uns mehr um uns und unsere Gesundheit als früher: Wie gehe ich um mit den zunehmenden Einschränkungen und der nachlassen Vitalität?
Was will der Geist aus der Höhe in mir wirken?

Je jünger und vitaler wir sind, desto größer ist unser Aktionsradius auf den wir Einfluss nehmen: was will der Geist aus der Höhe durch mich wirken?

Am Ende des Jahres kann ich zwar bedauern, wenn Kriege andauern und der Klimawandel wieder nicht eingedämmt wurde. Es kann mir leid tun.

Aber ist es nicht eine gute Aussicht, am Ende des Jahres sagen zu können:
Ich habe mich um die oder den gekümmert. Ich habe jemand helfen können. Ich konnte Verständnis wecken.

Das wünsche ich uns allen für das neue Jahr, dass wir den Geist aus der  Höhe aufsaugen, wie die Menschen, die so mit der Natur leben, dass auf schlechtem Boden ein Urwald wachsen kann.

28.12.2025: Fest der hl. Familie

Hier geht es zu den texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Der Sonntag nach dem Weihnachtsfest wird Fest der hl. Familie genannt – obwohl wir über diese Familie nichts wissen. Das Lk.ev. und das Mt.ev. erzählen zwar Geschichten von der Kindheit Jesu. Aber diese haben keinen biographischen Wert, sondern sie verkündigen Jesus als den schon immer erwarteten Messias – größer noch als Abraham, Jakob, Josef, Moses und David, die Urväter des Volkes Israel.

Familie: irgendwie ist jeder in einer Familie aufgewachsen: bei der Großmutter, bei der Tante, bei den eigenen Eltern, mit dem neuen Partner der Mutter, mit und ohne Geschwister. Was ist entscheidend dafür, dass es eine glückliche Kindheit ist? – Hatte ich eine glückliche Kindheit?

Gottes Geist ist in uns. Wenn wir auf ihn hören, leitet er uns auf den guten Weg. In diesem Geist preisen wir unseren Gott durch Jesus, unseren Messias und Heiland.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Benedikt der XV. hat 1920 das Fest der hl. Familie für die ganze röm.kath. Kirche eingeführt. Die hl. Familie sollte als Vorbild dienen für die Familien. Man sah diese nämlich durch die Änderungen in der damaligen Gesellschaft gefährdet.

Auch heute werben die Bischöfe werben für ein Ideal der christlichen Familie, das sich an Rollenbildern vergangener Zeiten orientiert.
Lassen sie mich einige Idealvorstellungen herausgreifen:

Grundlage für die Familie ist die lebenslange Verbindung eines Mannes und einer Frau im Ehesakrament. Die Eheleute schenken Kindern das Leben. Dabei sollen sie bewusst über die Zahl der Kinder und den Abstand in dem sie geboren werden entscheiden. Selbstverständlich sollen die Eltern ihre Kinder in das christliche Leben einführen und sie mit dem christlichen Glauben vertraut machen.

Dass die Mehrzahl der Familien heute nicht diesem Bild entsprechen, ist offensichtlich.

Ist es angemessen, dass die Kirche den Menschen sagt, welche Ideale sie anstreben sollen? Ist es nicht völlig daneben, dass das Lehramt in der Kirche bestimmte Lebensentscheidungen als Sünde verurteilt? – Zum Beispiel wenn sich jemand nach einer zerbrochenen Ehe wieder für eine neue Partnerschaft entscheidet.

Auch in meinen Augen ist das Ehesakrament ein erstrebens­wertes Ideal: Dass eine Frau und ein Mann einen lebenslangen Liebesbund eingehen und sich aufeinander verlassen können; dass sie Kinder bekommen; dass die Kinder von ihnen lernen, wie christliches Leben geht – das ist sicher ein guter Weg zu einem erfüllten Leben.

Es sind das aber relativ wenige junge Leute in unserer Weltregion, die sich für dieses Ideal entscheiden können. Es ist nicht angebracht, darüber ein moralisches Urteil zu fällen.

Es ist – nach meiner Meinung unsäglich – wenn Menschen, wegen der Lebensform, die sie wählen, als Sünder abgewertet werden.

Die Kirche ist nicht dafür da, Bedingungen zu stellen, wer ihr genehm ist und wer nicht.

Vielmehr ist sie gesandt, zu heilen, was verwundet ist,
und zu helfen, wo Menschen Hilfe suchen.

Die Kirche soll nicht, ihre eigene Sicht anderen überstülpen.
Und es war noch nie hilfreich, Ideale die schon in der Vergangenheit oft nicht verwirklicht wurden, zum Naturgesetz zu erklären, das direkt von Gott geoffenbart worden sei.

Wer allen vorschreiben möchte, was sie sollen und nicht dürfen, muss damit rechnen, dass er links liegen gelassen wird.

Wenn die Kirche überhaupt etwas zu dem Thema Ehe und Familie sagt, dann sollte sie überlegen, wie sie Mütter und Väter und Kinder stärken kann. Die Kirche sollte sich an ihre Seite stellen und mit ihnen für gute Bedingungen für die Familien eintreten. Dazu drei Beispiele:

Wer Kinder hat und erzieht, sollte besser unterstützt werden: die steuerlichen Erleichterungen sind nicht ausreichend.

Das Kindergeld ist für die meisten viel zu gering, während es manche mit sehr gutem Einkommen gar nicht bräuchten.

Kinderlose sollten mehr als Familien mit Kindern bei der Finanzierung der Sozialversicherungen herangezogen werden.

Und wer Einkommen aus Mieten und Dividenden erzielt, sollte dafür entsprechende Sozialbeiträge entrichten.

Liebe Schwestern und Brüder, ob nun verheiratet oder nicht, ob geschie­den oder alleinerziehend: Die Kirche sollte nicht über die Menschen urteilen.

Sie sollte an der Seite aller stehen, die als Familie leben und einander einen Schutzraum geben, in dem sie sich aufeinander verlassen können und einander unterstützen und wo die die Talente und Fähigkei­ten der Kinder sich entfalten können.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, du hast Maria erwählt Mutter Jesu zu sein und Josef, um ihm Vater zu sein. Du bist unser Vater im Himmel. Wir beten zu Dir:

Vater im Himmel    L/A: Wir beten zu dir.

  • Wir beten für alle, die sich in der Politik für die Familien einsetzen: dass sie keine unnötigen Belastungen tragen müssen.
  • Wir beten für die Frauen und Männer, die einander und ihren Kindern in ihren Familien so viel Gutes tun.
  • Wir beten besonders für die Mütter, die für die Erziehung der Kinder im Beruf pausieren: dass ihre Leistung auch finanziell anerkannt wird.
  • Wir beten für die Väter, die ihre Arbeitszeit verringern, und die Last der Hausarbeit und der Erziehungsarbeit teilen.
  • Wir beten für die Alleinerziehenden und ihre Kinder: dass sie nicht allein gelassen werden, sondern auf alle mögliche und nötige Weise Unterstützung finden.
  • Wir beten für die Großeltern und für alle Verwandte, die oft bei der Erziehung und Betreuung der Kinder eine große Hilfe sind.

Lektor/in: Vater im Himmel, du weckst in uns den Geist der Liebe und Hilfsbereitschaft und die Liebe zu den Kindern. Du bist der Vater des Lebens und liebst und wie eine Mutter.
Wir loben Dich und preisen dich in Ewigkeit. Amen.

25.12.2025: Hochfest Weihnachten

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Christus ist geboren unser Retter und Erlöser. Er befreit uns von der Angst, unser Leben könnte vergeblich sein. Er rettet uns aus der Gefahr, an der Bosheit in der Welt zu verzweifeln.
Er schenkt uns Vertrauen und weckt in uns die Liebe zum himmlischen Vater.

Ihn preisen wir als unseren Heiland und Messias.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Warum bin ich auf der Welt? Also gerade ich? Und Sie? Und Jesus, dessen Geburt wir heute feiern? Zufall oder Gottes Wille und Liebe? Wenn wir nur 8 Generationen zurückrechnen: 2 Eltern – 4 Großeltern – 8 Urgroßeltern usw. Dann mussten 256 Menschen aufeinandertreffen, ein Kind zeugen – damit vor 65 Jahre ich auf die Welt kommen konnte. Genau diese 256 Menschen! Und meine Eltern mussten in einer gewissen Stunde mich zeugen -sonst wäre ein anderer an meiner Stelle. Zufall oder Gottes Wille und Liebe?

Genau dieselbe Frage stellt sich für die Erde als Planet, für die Milchstraße und für das ganze Universum: Warum sind wir da: Zufall oder Gottes Wille und Liebe?

Der Prolog des Johannesevangeliums gibt die Antwort, die damals alle Menschen teilten: Im Anfang war Gott und das „Wort“: Der Logos, das ist das Urprinzip der Schöpfung. Das Prinzip des Schöpfers. Alles wurde durch den Logos. Im Logos ist das Leben.

Alles was existiert und lebt, lebt durch den Logos, der von Gott kommt.
Die Sterne und die Erde und die Pflanzen; die Fische, die Vögel und die Tiere am Land – so wie wir Menschen.

Liebe Schwestern und Brüder, das ist mehr als der Mechanismus von Ursache und Wirkung. Der Logos Gottes ist nicht irgendwo – es ist in allem, was es gibt. Gott ist nicht über oder unter oder um das Weltall herum. Gott hat sich niemals von seiner Schöpfung getrennt. Gott lebt in und mit und durch seine Schöpfung.

Der Mensch aber kann zum Logos, zu seinem Schöpfer in Beziehung treten: Der Mensch kann sich bewusst werden, dass er durch den Logos Gottes lebt.

Das Joh.ev. schaut auf Jesus und erkennt:
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt!

Liebe Schwestern und Brüder, Jesus ist einzig unter den Menschen: Es gibt keinen anderen wie ihn. Er hat uns die Liebe des Vaters offenbart – nicht durch einen Aufsatz und eine gelehrte Rede im Gotteshaus.

Er hat es uns gelehrt durch sein Leben:
Er hat an die Liebe des Vaters geglaubt und niemals daran gezweifelt, dass er durch Gottes Wille und Liebe lebt.
Und er hat uns gelehrt, dass auch wir durch Gottes Wille und Liebe leben.

„Der Vater ist in mir und ich bin in euch!“ sagt er beim Abschied von den Jüngern.

Er hat immer danach gehandelt, dass jeder Mensch ein von Gott geliebtes Menschenkind ist, das durch den Logos Gottes lebt.

Durch ihn haben wir gelernt, das Licht der göttlichen Liebe zu sehen und es zu ergreifen und Kinder Gottes zu sein.

Deshalb feiern wir heute seine Geburt, über die wir kaum etwas wissen.
Deshalb feiern wir heute unsere Erlösung durch ihn.

Denn wir sind erlöst von dem Zweifel. Wir haben eine Antwort auf die Frage, warum wir auf der Welt sind: Aus Gottes Wille und Liebe leben wir. Der göttliche Logos hat die 256 Menschen über 8 Generationen bewegt, dass sie zusammenkommen.

In diesem wunderbaren Universum erkennen wir Gottes Herrlichkeit uns seinen Logos.

Jesus nimmt uns hinein, in das Geheimnis seines Lebens und seines Wesens: Der göttliche Logos ist Fleisch geworden – und wird es solange Menschen Gott loben und preisen, in dessen Kraft sie leben, Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott durch Jesus haben wir Anteil an Dir und dürfen uns Deine Erben nennen. Voller Vertrauen beten wir:

  • Wir beten für die Menschen, die am Sinn ihres Lebens zweifeln: dass sie deine Kraft in sich spüren.
  • Viele Bekannte, Nachbarn, Verwandte und Freunde können nicht mehr an Dich glauben. Wir beten, dass Sie den Glauben an das Gute nicht verlieren.
  • Wir beten für alle Getauften – gleich welcher Kirche sie angehören: dass sie ihre Berufung zum Frieden und zur Gewaltlosigkeit erkennen.
  • Wir beten für die christlichen Theologen und Bischöfe: dass sie das Evangelium so verkünden, dass sie in den Menschen den Glauben an Dich, guter Gott, stärken.
  • Wir beten für alle, die sich heute vor dem Kind in der Krippe verbeugen: dass sie mit Freude erfüllt werden und dich, den Vater loben.
  • Wir beten für all die Menschen, die uns vorausgegangen sind: Dass sie die vollkommene Freude des Himmels genießen.

Lektor/in: Vater Jeus und unser aller Vater, wir preisen dich und danken dir für Jesus, deinen Sohn, in Ewigkeit. Amen.

24.12.2025: Christmette

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Jetzt ist es also wieder soweit. Christmette. Jede und jeder kommt mit seiner Geschichte hierher: mit Sorgen, Hoffnungen, Trauer und Freude und – sehnt sich nach Weihnachtsfreude – wenigstens ein bisschen. Glänzende Kugeln am leuchtenden Christbaum, Weihnachtslieder, die uns allen bekannte Geschichte – es soll Weihnachten werden: Wärme, Frieden, Geborgenheit – weil wir die Geburt eines Kindes feiern.
Da schwinden die Sorgen des Lebens dahin! Wenigstens für die Zeit, in der wir uns um das Kind versammeln.

Lobpreisen wir Jesus von Nazaret, geboren wie jeder Mensch geboren wird freudig begrüßt – wie wir es für jedes neugeborene Menschenkind erhoffen.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Besser als das Lukasevangelium kann man die Geburt Jesu nicht inszenieren:

Da ist der große Rahmen: Kaiser Augustus und der Statthalter Quirinius.

Eine dramatische Handlung: Kurz vor der Entbindung muss Maria ihren Mann nach Betlehem begleiten – wegen einer Volkszählung zur Steuererhebung.

Dazu die 2. Schwierigkeit: Weil keine Herberge gefunden werden konnte, passiert die Geburt auf freiem Feld. Das Kind muss in einer Krippe gelegt werden.

Diese Armseligkeit wird sodann mit himmlischem Glanz umstrahlt:
Die Hirten, erfahren von der Geburt eines Kindes. Engel verkünden ihnen die Geburt ihres Retters auf dem freien Feld.

Kein Wunder, dass dies in unzähligen Krippenspielen aller Art wie ein Theater aufgeführt wird. Wie bei jedem Theater bringt die Handlung den Zuschauer dazu, sich darüber Gedanken zu machen.

Den Kaiser und seinen Statthalter empfinde ich als rücksichtslos. Ihnen ist ein einzelner Mensch gleichgültig. In Wirklichkeit geht es um Ausbeutung und Macht.

Maria und Josef – und besonders das Kind!  – Das sind die Hauptfiguren. Wir fühlen mit ihnen und nehmen Anteil an ihrem Drama.

Mit den Hirten hören wir die Botschaft, dass dieses Kind der Retter des Volkes Israel ist: Direkt vom Himmel – durch den Engel wird es ihnen verkündet.

Außerdem sind da noch die Requisiten: die Krippe und die Windeln, die Schafherde und das freie Feld.

Und nun, Schwestern und Brüder, sie haben die Wahl: Suchen sie sich ihren Platz in der Geschichte: Wer sind sie: Kaiser, Statthalter, Bewohner von Bethlehem, Maria Josef, das Kind, die Hirten, ein Tier aus der Herde oder gar das freie Feld oder die Krippe in die das Kind gelegt wird?

Den Kaiser und den Statthalter scheide ich aus. Wir liefern keine Menschen solcher Peinlichkeit aus -wenigstens nicht absichtlich und wenn überhaupt, dann nur ganz ausnahmsweise. So sind wir nicht.

Den Hirten fühlen wir uns nah: Wir hören die Botschaft und staunen und geraten ein wenig in Furcht. Wir schauen und staunen und erzählen und danken Gott.

Mit Maria und Josef können wir uns nicht so leicht identifizieren: wir fiebern mit ihnen mit – aber das sind wir nicht. Erst recht nicht das Kind.

„Stoopp“: geht es uns nicht manchmal so, dass wir ohne eigenes Verschulden in eine missliche Lage gekommen sind? Müssen wir nicht auch manchmal improvisieren und versuchen das Beste daraus zu machen? Haben wir nicht schon oft andere retten können? Sagt man nicht manchmal zu uns: Gott sei Dank, dass du da bist! Du bist mein Retter in der Not!“ Ja, Gott möchte durch uns sein Licht in der Welt zum Leuchten bringen!

Da sind noch die Engel, die die Botschaft über Jesus verkünden. Die Botschaft, dass die Welt von Gott stammt, dass Gott in der Welt ist und dass die Welt gut ist. Liebe Mitchristen: Auch das ist unser aller Aufgabe!
Botschafter des Guten und des guten Gottes zu sein. Den Glauben zu verkünden und zu stärken.

Besonders aber möchte ich heute die Krippe ins Licht stellen.
Wenn sie reden könnte. Wenn sie fühlen könnte. Was für ein Glück, den Erlöser der Welt aufzunehmen.

Liebe Schwestern und Brüder, wir haben Jesus, den lieben Jesus, in uns aufgenommen. Er wohnt in unseren Herzen. Er erleuchtet uns und strahlt aus uns und sein Friede ist in uns. Mögen wir auch knarzen, wie eine alte Krippe, mögen wir auch ein wenig müffeln von dem dürftigen Stroh. –

Das ändert nichts daran: Wir haben Jesus Christus aufgenommen und tragen ihn in uns und er erfüllt uns mit seinem Frieden, mit seinem Vertrauen, seiner Hoffnung und seiner Freude. Niemand und nichts, kann uns dies wegnehmen. Es ist das göttliche Licht in uns. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektorin: Wir haben Jesus aufgenommen und er erfüllt uns mit seinem Licht. Erfüllt von seiner Liebe beten wir zu Gott dem Vater:

Pfarrer stimmt Liedruf an

  • Für die Menschen, die unter Herrschern und Diktatoren leiden.
  • Für die Christenheit, die in diesen Tagen die Geburt Jesu feiert, der denen Frieden bringt, die an ihn glauben.
  • Für die Frauen und Männer, die sich auf die Geburt ihres Kindes vorbereiten.
  • Für die Menschen, für die wir heute in der Aktion Adveniat spenden.
  • Für die Menschen, die heute darunter leiden, dass sie  alleine sind.
  • Für alle, die anderen Gutes tun und nicht aufhören, an das Gute zu glauben, das stärker ist als Feindschaft und Neid.

Lektorin: Himmlischer Vater, wir danken dir für Jesus deinen Sohn und preisen dich in Ewigkeit. Amen.

14.12.2025: 3. Adventsonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Haben sie Sünden begangen in den letzten Wochen und Monaten? Gibt es etwas, für das sie Gott um Verzeihung bitten möchten – so wie die Leute, die sich von Johannes im Jordan taufen ließen?
Haben sie gelogen, um sich der Verantwortung zu entziehen?
Haben sie stur auf ihrem Recht bestanden?
Haben sie die Geduld der Mitmenschen überstrapaziert?
Pflegen sie Hilfsbereitschaft gegenüber den Notleidenden bei uns und in der ganzen Welt? ….

Bekennen wir gemeinsam, dass wir Liebe schuldig bleiben und bitten wir um Vergebung.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
gar nicht selten wird in Gesprächen darüber nachgedacht, ob Gott auch Kriegsver­brechern verzeihen wird – oder ob sie für ihre Menschen verachtenden Taten ewige Strafe erhalten.

Ganz ähnlich ist die Frage, warum Gott all das Verbrechen und die Gewalt in der Welt zulässt – statt mit göttlicher Macht und Gewalt für ein Ende der Kriege und Verbrechen zu sorgen.

Wo ist Gottes Macht und Gerechtigkeit und Liebe?

Johannes der Täufer hegte gemäß dem Evangelium ähnliche Zweifel:

Er hatte den Messias angekündigt und mit ihm das Gericht Gottes:
„Der Messias wird die Bäume, die keine Frucht bringen, umhauen.
Er wird die Spreu vom Weizen trennen und die Spreu verbrennen.“
So hatte er zu den Leuten gesprochen.

Er hatte Jesus getauft und ihn als den Messias Gottes erkannt.
Er hatte gedacht, dass nun das Gericht kommt – über alle, die sich Gottes Willen widersetzen und Unrecht tun:

Die Römer, die die Leute misshandeln;
Die Führer des jüdischen Volkes, die mit den Römern gemeinsame Sache machen und die Menschen mit ihren vielen Regeln klein halten.

Nun sitzt er im Gefängnis, weil er dem König Herodes sein Unrecht, den Ehebruch, vorgehalten hat und im Land ändert sich nicht. Die Römer drangsalieren die Leute und die Priester und Schriftgelehrten kolaborieren.

Er fragt sich: Ist Jesus wirklich der Messias? Sollen wir lieber auf einen anderen warten? Johannes hat sich das Auftreten des Messias offenbar ganz anders vorgestellt.

Seine Zweifel sind die gleichen, die wir heute haben und die wir verständlicher Weise haben.

Ist Jesus wirklich der Messias, durch den Gottes Reich kommt?
Wirkt Gott überhaupt in dieser Welt? Oder ist er gar nicht da?

Mitten im Matthäusevangelium steht dieser Zweifel des Johannes und die Antwort, die Jesus gibt – ja! Er gibt Johannes eine Antwort – und damit allen, die die gleichen Zweifel haben:

Blinde sehen! Lahme gehen! Aussätzige werden rein. Taube hören. Tote stehen auf und den Armen wird die frohe Botschaft verkündet!

Das sind die Zeichen des Himmelreiches!

Schauen wir in unsere heutige Welt:
Krankheiten und Leiden werden geheilt – selbst solche, für die es bis vor kurzem gar keine Heilungschancen gab.
Menschen aus Palästina und Menschen aus Israel pflegen bewusst Freundschaften und treten gemeinsam für die Versöhnung ein.

Christen haben unzählige Schulen, Krankenstationen, Krankenhäuser aufgebaut. Christliche Einrichtungen unterstützen die Menschen in den Trockengebieten und finden Methoden, wie sie mit wenig Wasser eine ausreichende Ernte erzielen. Straßenkinder und missbrauchte Mädchen finden Aufnahme in christlichen Schutzhäusern überall auf der Welt. Diese Aufzählung lässt sich schier unbegrenzt weiterführen.

Die Zeichen für das Reich Gottes, das in dieser Welt angebrochen ist, sind unübersehbar und vielfältig. Gottes Gericht vernichtet nicht die Bösen, sondern heilt die Kranken und Verwundeten!

Dass diese Welt trotz aller Gewalt und der Bosheit weiterbesteht, danken wir Gott, der seinen Geist in die Menschen legt, damit sie heilen und verzeihen, damit sie trösten und stärken.

Und wir, liebe Schwestern und Brüder Jesu, wir dürfen daran mitwirken, dass Gottes Reich sich ausbreitet und immer mehr Menschen dazu kommen und darin die Lebensfreude finden. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, alles Leben hat in dir seinen Ursprung und du behütest deine Schöpfung erfüllst sie dauernd mit deiner Kraft. Wir beten:

Gott, Vater des Lebens    L/A: Schenke uns dein Heil.

  • Wir beten für die Menschen, die wie Johannes der Täufer die Ungerechtigkeit anprangern und zur Gerechtigkeit mahnen.
  • Wir beten für die Kinder und Frauen und Männer, die von anderen unterdrückt werden, dass sie Frieden finden.
  • Wir beten für unsere Kirche, dass sie weiterhin den Mut hat, den sexuellen Missbrauch durch Priester und kirchliche Mitarbeiter aufzuklären und so das Vertrauen zurückgewinnt.
  • Wir beten für die freien Staaten Europas, dass sie lernen, wie sie sich Autokraten und Kriegstreibern widersetzen – und den Krieg vermeiden.
  • Wir beten für die Menschen, die anderen helfen: in der Medizin, in der Landwirtschaft, in der Bildung, in der Sorge um das nötige Einkommen:
    dass ihre Arbeit Frucht bringt.

Lektor/in: Gott, in der Taufe haben wir deinen Geist empfangen, damit wir deinem Reich des Friedens dienen. Verherrliche durch uns deinen Namen. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn.

A: Amen.

07.12.25: 2. Adventsonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Das Wort Advent beschreibt nicht nur die letzten Wochen vor Weihnachten. Als Christen leben wir auch in den anderen 11 Monaten im Advent. Denn wir erwarten Christus, der kommen wird. Er wird sein Reich aufrichten, in dem es nicht mehr Arme und Reiche gibt. Denn in seinem Reich teilt er seine Fülle mit jedem einzelnen. Es wird keine Gräben mehr geben zwischen Oben und Unten, zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften …
Wir leben im Advent: das heißt, wir ebnen dem Reich Christi die Bahn und füllen die Gräben auf und wir bauen Brücken, um die Gräben zu überwinden.
Rufen wir zu Christus: Er ist die Brücke, die Erde und Himmel, Gott und Menschen verbindet.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder
„Er wird den Weizen in seine Scheune Sammeln, die Spreu wird er im nie erlöschenden Feuer verbrennen!“ – Da ist es wieder einmal: das furchteinflößende Motiv der Feuerhölle, die allen droht – jedenfalls solange wir auf dieser Erde leben!

Aber: wir müssen das nicht unbedingt so verstehen, dass die Menschen, die gar zu böse gehandelt haben, in die Hölle kommen. Wenn wir die Botschaft der ganzen Bibel im Blick haben, können wir das ganz anders deuten und verstehen:

Mit Bedacht wurden die Lesungen ausgewählt und auf das Evangelium bezogen:

Jesaja der Prophet Gottes kündet an, dass ein Messias kommen wird – voll des Geistes Gottes. Er wird denen, die geringes Ansehen haben, zur Gerechtigkeit verhelfen. Papst Franziskus hätte gesagt: denen am Rand. Er entscheidet für die Armen, damit sie ihr Recht bekommen!

Seine Machtwerkzeuge sind nicht Schwerter und Speere; vielmehr seine Botschaft und der Geist, der aus ihm spricht. Seine Eigenschaften sind Gerechtigkeit und Treue.

Wenn dieser Messias kommt, dann wird Friede sein: der paradiesische Friede, wo niemand sein will wie Gott – sondern die Geschöpfe leben im Einklang mit ihrem Schöpfer und hören auf ihn.
Dafür steht der Satz: „Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen!“

Liebe Schwestern und Brüder,
im nie erlöschenden Feuer verbrennen nicht die Menschen, sondern das Böse und das Verbrechen. Dafür ist in Gottes Ewigkeit kein Platz.

Und darum ist es uns, die wir an Jesus glauben, ein Anliegen, dass wir „Frucht hervorbringen“ – mit den Worten des Evangeliums.

Mit unseren Worten gesprochen: dass wir uns dafür einsetzen,
dass die zu ihrem Recht kommen, die nichts gelten
und dass wir uns für die Armen einsetzen, damit sie ein würdiges Leben führen können.

Mit den Worten des Paulus gesprochen, die das Adventslied zitiert:
Wir nehmen uns eins um das andere an.

Doch das umeinander Annehmen sollen wir nicht begrenzen:
nicht auf die sympathischen Freunde und geliebten Familienangehörigen.

Jesus meint: niemanden sollen wir ausschließen – selbst den nicht, der uns schlecht behandelt.

Ich fasse es ganz kurz in biblischen Begriffen zusammen:

Wir sollen gute Früchte hervorbringen, denn sie werden im Himmel leuchten und strahlen in nie verblassendem Glanz.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Ewiger Gott und Vater, du rufst uns durch Johannes zur Umkehr. Wir bitten dich:

  • Für alle, die deine frohe Botschaft verkünden und die Menschen zur Umkehr rufen: dass sie deine Liebe ausstrahlen. ‑
    Christus Höre uns  A: Christus erhöre uns!
  • Für alle Getauften: dass sie dich und den himmlischen Vater lieben und sich der Armen und gering geachteten annehmen.
    Christus Höre uns  A: Christus erhöre uns!
  • Wir beten für alle Menschen dieser Erde: nimm sie um Jesu willen in deine ewige Freude auf.
    Christus Höre uns  A: Christus erhöre uns!
  • Wir beten für uns, dass wir die Gräben bei uns überwinden:
    zwischen verfeindeten Nachbarn, zwischen Ausländern und Einheimischen, zwischen Armen und Reichen.
    Christus Höre uns  A: Christus erhöre uns!
  • Wir beten für alle Menschen: dass der Frieden in der Welt mehr wird und der Unfrieden weniger; dass die Gerechtigkeit wächst und die Ungerechtigkeit schwindet. ‑ Christus Höre uns A: Christus erhöre uns!

Lektor/in: Gott, unser Vater, dein Sohn Jesus Christus hat uns die frohe Botschaft gebracht, dass du uns nahe bist. Erhalte in uns die Freude und Dankbarkeit. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Lehrer und Herrn.

30.11.25: 1. Adventsonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Die Kirche – also wir – beginnt das neue Kirchen­jahr mit der Vorbereitungszeit auf das Fest der Geburt Jesu in Betlehem. Der Adventkranz zählt nicht nur die Sonntage und Wochen – der Adventkranz versetzt uns auch in die besondere Stimmung des Weihnachtsfestes.
Das Licht wird immer heller. Bis schließlich das Licht der Welt selbst in die Welt kommt.

Grüßen wir Christus, das Licht der Welt

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
der Torwart muss sehr aufmerksam sein. In jedem Augenblick kann sein eigenes Tor angegriffen werden und der Ball darin landen. Wenn er nicht wachsam ist, ist ein Spiel leicht verloren.

Ihnen fallen sicher noch viele andere Beispiele ein, wo es wichtig ist, ständig wachsam zu sein: Fahrt auf der Autobahn, Wanderung im Gebirge. Ja selbst beim Karpfenessen muss man dauernd aufpassen, dass man keine Gräte verschluckt.

Vom Evangelium werden wir heute ebenfalls aufgerufen wachsam zu sein!

Wir sollen bereit sein für den entscheidenden Augenblick. Das Evangelium erzählt von Menschen, die genau das Gleiche tun – gemeinsam sogar – und doch werden sie getrennt: Der eine wird mitgenommen, der andere dagelassen – aber keiner von beiden weiß im Voraus, ob er dabei ist – oder der andere.

Das ist unsere Lebenserfahrung:
Einer gewinnt beim Lotto – der andere nicht.
Der eine bekommt Krebs – der andere nicht.
Bei einem hilft die Therapie – beim anderen nicht.
Warum?? – das kann niemand beantworten.

Gerade deshalb sollen wir bereit sein. Weil wir es ja nicht wissen, wann und ob etwas eintrifft oder nicht – wann und wie wir in die Ewigkeit Gottes gerufen werden. Fest steht nur: Es wird einmal sein.

Wenn es soweit ist, sollen wir bereit sein. Wann sind wir bereit?: Wenn unsere Gesinnung, unsere ganze Lebenshaltung, unser Tun und Streben, von Jesus geprägt und ihm ähnlich ist.

Wenn wir anfangen, es nicht mehr so genau zu nehmen, und uns damit beruhigen, dass Gott ja verzeiht. Wenn wir uns so in falscher Sicherheit wiegen und dem Neid, dem Geiz und dem Streit Raum geben, dann sind wir nicht wachsam, sondern sind schläfrig geworden, dann sind wir nicht mehr bereit.

Ich verbinde diesen Gedanken von der Wachsamkeit mit dem Abschnitt aus dem Buch Jesaja. Was für ein wunderbarer Text:

Wenn der Gott Jakobs, also der Vater Jesu und unser aller Vater,
Recht schafft und Menschen überall auf der Welt seine Weisung annehmen – 

dann werden die Menschen Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern!

In diesen Monaten und Jahren wird uns gepredigt, das Umgekehrte sei nötig:
Statt Pflugscharen sollen wir Schwerter schmieden,
statt umweltfreundliche Energie zu erzeugen, sollen wir Panzer kaufen;
statt für die Bildung der Jugend zu sorgen, sollen wir Raketen und Kampfjets finanzieren.

Man muss sich natürlich überlegen, was man tut, um sich zu schützen.
Aber geben wir darauf acht, dass wir über all dem nicht schläfrig werden und vergessen, was Jesu Botschaft ist:

Betet für die, die euch verfolgen. Tut Gutes denen, die euch hassen.

Wenn wir überlegen, was der richtige Weg ist, sollten wir daran denken, was das Ziel ist: Frieden und Gerechtigkeit.

Wie können wir den Frieden in Europa und der Welt mehren?
Wie können wir die Welt und unser Land gerechter machen?

Angst, Neid, Geiz, Hass und Feindseligkeit führen nicht dahin!

Durch Zuversicht, Vertrauen, Nachsicht und Geduld und die Bereitschaft zum Teilen gewinnen wir das Herz des anderen und den Frieden.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Himmlischer Vater, durch deinen Sohn mahnst du uns, wachsam zu bleiben und auf dem Weg zu bleiben, den er uns zeigt. Wir sind immer in Gefahr, von diesem Weg abzuweichen. Deshalb beten wir:

König des Himmels            L/A: Bleibe bei uns und stärke uns.

  • Wir beten für die vielen Menschen, die sich täglich darum bemühen, gute Menschen zu sein und das Rechte zu tun.
  • Wir beten für die Menschen, die von Ängsten gequält werden.
  • Wir beten für die Menschen, die gerne mit anderen teilen und für Menschen in Not spenden.
  • Wir beten für die Menschen, die durch die Klimaveränderun­gen großen Schaden leiden.
  • Wir beten für uns und alle Christen, die sich wieder auf das Fest der Geburt Jesu einstimmen und sich bereit machen, das Licht der Welt aufzunehmen.
  • Wir beten für die Menschen, die gleichgültig dahinleben und sich nur um sich selbst Sorgen machen.

Lektor/in: Vater im Himmel, wir danken dir für das Licht des Glaubens, in dem wir die Welt und das Leben betrachten. Lass uns die Wiege finden, diese Welt immer besser zu machen. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, der bei uns ist und bleibt in Ewigkeit. Amen.

16.11.25: 33. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Ein Patron ist oft ein Vorbild und Leitbild für die, die sich seinen Namen geben. Es ist das Vertrauen: Wenn wir uns an ihm orientieren, werden wir den Weg in eine gute Zukunft finden.

Albertus Magnus hatte den Mut, den Glauben an Jesus ganz neu und für seine Zeit ungewohnt auszulegen – mit der Logik und den Vorstellungen der alten griechischen Philosophen. Das war in seiner Zeit eine unglaubliche Entwicklung und äußerst zeitgemäß.

Dieser Mut, den Glauben an Jesus neu zu denken und unserer Zeit gemäß auszulegen und fruchtbar zu machen, können wir uns in der Kirche zum Vorbild nehmen. Danken wir Gott, dass er auch heute in den Menschen wirkt.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Der Heilige Albertus Magnus hat diese Endzeitrede im Lukasevangelium genauso gelesen wie wir. Ihm war genauso klar wie uns:

Das Ende ist noch nicht da und es ist noch nicht absehbar.

Die Nationen führen Kriege gegeneinander – welche Dummheit. Denn es gibt keinen Nutzen. Nur Zerstörung, Elend und Tod von Tier und Mensch.
Doch das gehört zum Lauf der Zeit. Das ist nicht das Ende.

Bergstürze, Stürme Überschwemmungen, Vulkanausbrüche und Erdbeben jagen uns Angst und Schrecken ein. Aber auch das ist nicht das Ende.

Es wird immer welche geben, die daraus Profit für sich ziehen wollen und als Retter der Welt auftreten. Auch das gehört zum Lauf Geschichte dieser Welt.

Und ebenso gehört es zur Geschichte, dass die Jünger Jesu wegen ihres Glaubens vor Gerichte gezerrt und eingesperrt und gefoltert werden,

Das Evangelium sagt: Dann sollen wir nicht überlegen, wie wir uns herausreden und unsere Haut retten können. Vielmehr sollen wir genau dann Zeugnis für Christus geben, wenn wir dafür vielleicht lächerlich gemacht werden.

Wenn aber der Lauf der Geschichte wirklich einmal zu Ende geht, wenn die Sonne verglüht und die Erde erkaltet, wenn das Universum in sich zusammenstürzt, wirklich und unübersehbar für alle ‑

dann können die Menschen, die auf Gott warten, sich aufrichten
und den Kopf gerade richten: denn dann beginnt etwas neues.

Dann wird Gottes Herrlichkeit offenbar. Dann hat das Morden und Sterben ein Ende. Unglück und Krankheit plagen nicht länger die Menschen. Niemand braucht sich mehr zu fürchten und Angst vor Verfolgung haben.

Liebe Schwestern und Brüder,
Nach allem, was die Naturwissenschaft weiß, steht die Katastrophe des Weltalls lange nicht bevor. In menschlichen Dimensionen können wir sagen: Nicht in Ewigkeiten.

Wir müssen etwas anderes lernen:

Wir sollen Zeugnis für unseren Glauben ablegen:
Zeugnis für das Vertrauen, dass Gottes Geist in der Schöpfung wirkt und dass sie sich in seinem Geist entwickelt und entfaltet.
In der Entstehung der Meere und Gebirge,
in der Entwicklung der Pflanzen und Tieren und Menschen,
ist Gottes Geist die darin wirkende Energie und die Weisheit.

Gottes Geist hat sich nie aus der Schöpfung zurückgezogen, sondern ist im ganzen Universum auf dem entferntesten Meteoriten gegenwärtig.
Deshalb ist unsere Zuversicht, dass Gottes Geist alles zum Guten lenken wird. Die Schöpfung wird nicht untergehn, sondern ist in Ewigkeit geborgen und aufgehoben und durchwaltet von Gottes Geisteskraft.

Unser Teil ist, dass wir auf diesen Geist hören und uns dadurch denen entgegenstellen, die sich Gottes Geist widersetzen.

Mögen sie morden und die Schöpfung missachten
wir pflegen die Kranken, wir lehren den Kindern die Kraft der Liebe und wir bebauen sorgsam die Erde, so sich auch die zukünftigen Generationen an ihrer Schönheit erfreuen können.

Albertus Magnus hat Pflanzen und Tiere und die Gesetze der Natur erforscht und war glücklich über die Schönheit und Weisheit darin.

Wir sind in diese Vielfalt hineingewoben sind und mit allem verbunden.

Wenn wir das Wasser vergiften, vergiften wir uns selbst.
Wenn wir die Luft zum Brennen bringen, verbrennen wir mit.
Wenn wir die Erde zur Müllhalde machen, ersticken wir in unserem Müll.

Wenn wir diese Schöpfung behüten, behüten wir uns selbst.
Das wirkt Gottes Geist in uns. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Ewiger Gott, deine Kraft wirkt in uns, dein Heiliger Geist treibt uns an, Gutes zu tun. Wir beten zu dir:

Gott, du Quelle des Lebens         L/A: Schenk uns deinen Geist

  • Immer neue Entdeckungen lassen uns über die Schöpfung und ihre Geheimnisse staunen. Wir beten dass wir Ehrfurcht vor der Schöpfung haben und in ihr möglichst wenig Schaden anrichten.
  • Viele Menschen haben Angst vor dem, was kommen könnte. Wir beten um die Weisheit, dass wir die richtigen Wege wählen und um den Mut, dass wir uns für Verständigung, für den Dialog, für den Frieden einsetzen.
  • Manche Bischöfe wehren sich dagegen neue Erkenntnisse über die menschliche Natur anzunehmen. Gott, wir beten, dass die Kirche, mit der Welt von Heute in Verbindung bleibt und das Evangelium für die Menschen von heute verkündet.
  • Es gibt immer mehr Menschen, die zu wenig Einkommen haben und auf Almosen angewiesen sind. Wir beten für unsere Gesellschaft: dass der Sinn für Gerechtigkeit erwacht und Arbeit gerecht entlohnt wird. Wir beten auch, dass die Menschen Freude daran haben, in der beruflichen und ehrenamtlichen Arbeit die Zukunft zu gestalten.

Lektor/in: Guter und barmherziger Gott, wir preisen Dich für Deine Weisheit, die wir überall in der Schöpfung erkennen und danken dir, dass dein Geist in uns wirkt. Amen.

09.11.2025: Weihetag der Lateranbasilika

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Lateranbasilika geht auf Kaiser Konstantin zurück.
Mutter aller Kirchen.
Kirche der Päpste.
Es wird uns bewusst. Wir sind verbunden mit allen Menschen, die heute wie wir Eucharistie feiern.
Die Kirche ist katholisch. Sie umspannt die ganze Welt, damit überall die Botschaft des Lebens verkündet wird in Wort und Tat.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Was ist der Unterschied zwischen dem Verkauf von fair gehandelten Waren im Kirchenraum und den Ständen der Geldwechsler und den Verkäufern von Schafen und Rindern und Tauben für die Opfertiere?

Es gibt einen sehr wesentlichen:
Das Treiben im Tempel in Jerusalem diente dem Einkommen des Tempel­personals. Die Opfer, die eigentlich Gott ehren sollten, wurden zum Mittel, um die Einkünfte derer zu sichern, die die Opfer darbrachten.

Der Verkauf der fairen Waren im Kirchenraum ist davon ganz und gar verschieden. Es gibt keine materiellen Verbindungen zu dem, was wir im Gottesdienst tun. Weder die Kirche, noch der Pfarrer, noch die Frei­willigen, die die Waren verkaufen haben davon einen Gewinn.

Der Auftritt Jesu im Tempel beeindruckt mich und ich bin froh, dass alle vier Evangelien darüber berichten: Jesus war kein sanfter, harmloser, schwächlicher und unrealistischer Idealist. Jesus war ein mutiger, entschlossener, tatkräftiger und ganz und gar realistischer Idealist.

Wir glauben an ihn und nehmen ihn uns zum Vorbild: Seine Überzeugung, seinen Mut, seine Klarheit und Entschlossenheit.

Ich frage mich außerdem: Was würde Jesus heute in unserer Kirche in Rage bringen. Was würde er anprangern? Wogegen würde er einschreiten?

Fällt ihnen etwas dazu ein?

Vielleicht würde er in die kirchlichen Büros gehen und die Grundbuchauszüge und die Kontoauszüge zerreißen und uns vorhalten, dass wir das Reich Gottes mit dem Eigentum an Geldanlagen und Immobilien verwechseln.

Vielleicht würde er die goldenen Kelche auf den Boden werfen, weil sie nicht Bescheidenheit und Demut ausdrücken, sondern Prunk und Angeberei.

Vielleicht würde er sich über unsere liturgischen Gewänder ereifern, weil sie anzeigen, dass die, die sie tragen, meinen, etwas Besseres zu sein – hochwürdig sagt man zu diesen Männern!

Wir sind immer in Gefahr, das Äußere wichtiger zu nehmen als das Innere.
Wir wollen das Innere schützen und ehren – aber es ist nur ein kleiner Schritt dahin, dass dies als Vorwand dient, die Hülle immer wichtiger zu nehmen – wichtiger als das Innere!

So entstehen Heuchelei, Selbstbeweihräucherung, Stolz und Einbildung – all das gibt es leider in unserer Kirche – mehr bei den Oberen als bei den einfachen Christen.

Die Aufgabe der Kirche ist genau das Gegenteil:
Die Kirche – und ganz besonders die Oberen – sollen den Menschen zeigen, dass sie das Beste und das Wichtigste sind: Die Menschen sind Gottes Heiligtum. Es mag sein, dass unsere Gotteshäuser einmal zerfallen oder einem anderen Zweck dienen werden:

Der Mensch bleibt Gottes Kind und er wird Gott immer heilig sein.
Gott überlässt den Menschen nicht dem Untergang –
erst recht nicht die Menschen, die ihm und seinem Sohn glauben.

Wenn wir an Jesus glauben, machen wir es wie er selbst: wir stellen den Menschen, den ganz konkreten Menschen, der uns jeweils begegnet in den Mittelpunkt: Er ist wichtig und er ist das Ziel unseres Handelns – niemals das Mittel, um einen Zweck zu erreichen.

Unser Handeln ist darauf ausgerichtet, dass es ihm gut tut und gut geht.

Paulus nennt in seiner besonderen Sprache den Grund dafür:

Der Geist Gottes wohnt in Euch. Ihr seid der Tempel Gottes. Und Gottes Tempel ist heilig und der seid ihr.

Da wir Gott heilig sind, so sollen uns erst recht unsere Mitmenschen heilig sein! – Ziehen wir daraus die Konsequenzen!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Himmlischer Vater, du hast uns deinen Heiligen Geist geschenkt. In diesem beten wir zu dir:

Vater im Himmel        L/A: Schenke Licht und Leben

  • Wir beten für Leo, den Bischof von Rom: dass er die Kraft hat, die Kirche zu leiten und ihre ständige Erneuerung zu fördern.
  • Wir beten für alle Getauften: dass sie dem Heiligen Geist in ihrer Seele Raum geben und sich von ihm leiten lassen.
  • Wir beten für die Kirchenarchitekten. dass sie Räume gestalten, die dem Volk Gottes helfen, darin Gott zu loben und zu danken.
  • Wir beten für die Teilnehmer der Weltklimakonferenz, dass sie sich auf wirkungsvolle Maßnahmen für den Schutz des Klimas einigen, so dass die Erde ein guter Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen bleibt.
  • Wir beten für die Menschen aller Religionen: dass sie die Barmherzigkeit Gottes erkennen und dadurch selbst barmherzige Menschen werden.
  • Wir beten für die vielen christlichen Konfessionen, dass sie zur Einheit in der Eucharistie finden.

Lektor/in: Vater im Himmel, wir danken Dir für alle Deine Gaben: für das Leben und die Erde, für die Sonne und das Universum. Danke, dass du den Glauben in uns weckst. Wir loben dich heute und in Ewigkeit. Amen.