18.02.2026: Aschermittwoch

Hier geht es zu den Testen der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Ich begrüße Sie sehr herzlich und freue mich, dass sie heute gekommen sind. Es ist ein Zeichen dafür, dass Sie die vor uns liegenden Heiligen 40 Tage bewusst beginnen wollen. An ihrem Ende steht das Osterfest. Das Fest unserer Befreiung und Rettung durch Jesus, den Gesalbten Gottes.

Fangen wir an:
Im Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes!

Gnade und Frieden von Jesus Christus, unserem Bruder, Erlöser und Herrn, sei mit Euch!

Jesus Christus ist immer in unserer Mitte, wenn wir uns in seinem Namen versammeln. Er offenbart uns Gottes Liebe zum Menschen, die größer ist als jede Sünde.
Zu ihm rufen wir und ihn grüßen wir voll Freude und Dankbarkeit:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
In den letzten Wochen habe ich immer wieder die Frage gestellt:
Was macht einen Christen zum Christen?

Christen sind Menschen, die den Ruf Jesu hören, die ihm folgen und die von ihm lernen.

Ganz am Anfang steht Jesus, der uns ruft. In seine Nachfolge ruft:
Er ruft uns,

dass wir uns mit den herrschenden Umständen nicht zufriedengeben, solange Menschen ausgenützt und erniedrigt und zurückgewiesen werden; wir können uns nicht damit abfinden, dass Menschen – also Glieder der Menschheitsfamilie wie wir – vor Unwetter und Hunger, vor Armut und Krieg fliehen müssen.

Wir können uns nicht damit zufriedengeben, dass der Lebensraum von Pflanzen und Tieren und Menschen zerstört wird –durch Unmäßigkeit im Reisen, im Fleischgenuss und im Verbrauch der Energie.

Jesus ruft uns, dass wir Gottes Willen tun, und dem Unrecht ein Ende setzen, dass wir Erbarmen haben mit den Elenden, die aus Dreckpfützen Wasser holen und die keinen Platz haben, um ihre Notdurft zu verrichten.

Auf diese Weise sind wir das Salz der Erde und das Licht der Welt.

Wir können Salz der Erde sein, wenn wir Jesus glauben, dass wir Gottes Kinder sind, unendlich wertvoll ‑ genauso wie der neugeborene Junge im Sudan und die von Soldaten vergewaltigte Frau in einem der vielen Kriegsgebiete dieser Erde.

Liebe Schwestern und Brüder,
unsere Macht ist begrenzt und wir können nicht viel mehr tun, als wenigstens diejenigen zu unterstützen, die versuchen, das Elend zu verringern: das tut MISEREOR in vielen Projekten, wo junge Menschen Bildung erfahren und so Chancen auf eine bessere Zukunft bekommen.

Das tut die kath. Friedensbewegung, die unverdrossen zum Frieden mahnt und Wege erforscht und aufzeigt, wie Konflikte gewaltfrei gelöst werden können.

Das tut die Caritas in vielen Beratungsdiensten für Menschen, die Rat und Hilfe brauchen. In ungezählten Einrichtungen finden Menschen Heimat und Geborgenheit, die sonst niemanden an ihrer Seite hätten.

Wir können und ich würde sogar sagen, wir sollen für diese Projekte beten und spenden.

Und wir sollen unser Denken, unser Mindset oder altmodisch unsere Gesinnung nicht denen unterwerfen, die predigen, das Geld und Macht stark machen und dass der Stärkere sich eben durchsetzt.

Wahrscheinlich renne ich mit diesem Aufruf bei Ihnen offene Türen ein.

Deshalb lenke ich Ihre Aufmerksamkeit nochmal darauf, was das Fundament dafür ist, dass wir uns nicht mit dem Unrecht abfinden; dass wir das uns mögliche tun, damit die Welt besser wird. Die Gedanken des Apostels Paulus aus der Lesung führen uns in die Tiefe:

Paulus – ruft uns – an Christi statt – auf: „Lasst euch mit Gott versöhnen!“
Werft ihm nicht vor, dass die Welt so ist, wie sie ist. Denn er hat Jesus in diese Welt gesandt. Jesus, der Gesalbte Gottes, hat alles auf sich genommen und ausgehaltern, was uns von Gott trennte: unsere Schuld, unsere Selbstsucht, unsere Hartherzigkeit und Ungeduld, unseren Stolz und unseren Neid und unseren Hass.

Er hat es ertragen, um uns davon zu befreien. Wir dürfen aufstehen und als Kinder Gottes leben.

Liebe Schwestern und Brüder,
die Heiligen 40 Tage sind eine Zeit der Stärkung im Vertrauen eine Zeit der Übung in der Liebe zum Nächsten und der Vergewisserung unseres Glaubens an Jesus, den Gesalbten Gottes und seine Botschaft.

Gerade weil wir als Jünger Jesu leben wollen, sind wir uns bewusst, dass wir immer noch wachsen können: in der Liebe zu Gott, in der Liebe zum Mitmenschen und in dem Frieden, den allein Jesus uns geben kann.

Jetzt ist die Zeit der Gnade! – Nützen wir diese Gelegenheit und dass die Gnade Gottes in uns und durch uns in dieser Welt wirkt, Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, du erfüllst uns mit deinem Geist und gibst uns Kraft, damit wir einander Gutes tun und dadurch Zeugnis geben für deine Liebe.

L/A: Herr, wir kommen zu dir.

  • Gott, du hast uns als dein Ebenbild geschaffen

                                                                        A: Herr, wir kommen zu dir.

  • Du willst dass wir vor dir in Frieden leben
  • Du bist die Wahrheit, nach der wir suchen.
  • Du hast uns durch Christus mit dir versöhnt
  • Du bist gerecht und schließt niemand von deiner Liebe aus.
  • Du verheißt uns ewiges Leben

Lektor/in: Wir bitten dich für alle, die sich in diesen Wochen auf die Feier des Osterfestes vorbereiten:

L/A: Herr, erhöre unser Rufen

  • Segne unser Bemühen, unseren Glauben zu stärken.

                                                                        A: Herr, erhöre unser Rufen

  • Gib uns Mut und Einsicht, damit wir uns selbst erkennen.
  • Gib uns Kraft, dass wir unsere Verantwortung für andere erfüllen.
  • Wecke in uns die Liebe zu den notleidenden Menschen
  • Bestärke uns im Entschluss durch freiwilligen Verzicht unsere Selbsbezogenheit und Selbstsucht zu überwinden.

Lektor/in: Gott, du bist die Quelle des Lebens und alles lebt durch dich. Wir preisen dich heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Lasset uns Beten

Herr, Heiliger Vater, ewiger Gott, wir loben und preisen dich für Jesus, deinen Gesalbten. Jedes Jahr schenkst du uns die Gnade, dass wir uns vorbereiten, das Osterfest in der Freude des Glaubens zu feiern.

Du selbst weckst in uns diesen Glauben durch den Heiligen Geist.

Du bewegst uns in diesen Heiligen vierzig Tagen,
dir noch mehr zu vertrauen,
um den Glauben zu beten,
und die Menschenliebe noch mehr zu üben.

Wenn wir uns an das Leben und Leiden und die Auferstehung deines Sohnes erinnern und die Geheimnisse unseres Glaubens feiern,
erneuerst du in uns die Gnade der Kindschaft.

So befreist du uns von dem, was uns daran hindern könnte, dir zu vertrauen und deinem Sohn von ganzem Herzen zu folgen.

Du führst uns zur österlichen Freude
und zur Fülle des Lebens durch
Jesus, deinen Gesalbten.

Durch ihn und mit ihm und in ihm, ist dir Gott allmächtiger Vater in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre, jetzt und in Ewigkeit. Amen.

15.02.2026: 6. Sonntag im Jahreskreis

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Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Fasching war und Fasching ist.
Dass das niemand übersieht,
dafür sorgt das Fernsehn schon
mit ihrer Faschings Tele Vision.

Wer gern an Fasching Gaudi macht
und über viele gute Witze lacht,
wer sich erfreut am sportlichen Cancan
der tue das so gut und lang er kann.

Jetzt aber machen wir ne Pause
von all dem närrischen Gehabe,
wir loben Gott, und geben ihm die Ehre,
die wollen wir in der Welt vermehren.

Sowohl hier beim frommen Lobgesang
als auch im täglichen Lebensgang.
gibt das Gottvertrauen uns die Kraft,
dafür, was man sonst kaum schafft:

Den Mut und die Hoffnung zu behalten,
dass die Liebe prägt unser Verhalten,
dass im Grunde immer von uns gilt
du bist Gottes einzigart‘ges Ebenbild

Ansprache:, Jesus sagt,
wenn ich euch seligpreise,
die ihr unter den herrschenden Umständen zu leiden habt und euch, die ihr versucht, Gottes Willen zu tun;
wenn ich euch seligpreise,
die ihr voll Ehrfurcht und Gehorsam auf eure Gesetzeslehrer und Schriftgelehrten hört, wenn ich euch  als Salz der Erde und als Licht der Welt bezeichne,
setze ich damit kein einziges Gebot außer Kraft – ganz im Gegenteil!
Vielmehr sollt ihr noch viel mehr als die Gesetzeslehrer danach streben, Gottes Willen zu tun.

Dann spricht Jesus als erstes vom Tötungsverbot und weitet es aus:
Ich soll mir klar werden, ob jemand mir etwas vorwirft oder vorwerfen kann.

Jesus sagt: Schließ Frieden mit deinem Gegner, solange du auf dieser Erde bist! Nimm Feindschaft und Neid, Hass und Eifersucht nicht mit ins Grab.
Denn wenn du gestorben bist, kannst Du nichts mehr bereinigen.

Liebe Schwestern und Brüder, jetzt genau müssen wir auf der Hut sein – und zwar vor uns selbst und unseren Gedanken.

Jesus sagt, dass unser Gegner uns anklagen wird und wir dann für unsere Schuld einstehen müssen und ins Gefängnis geworfen werden. Das wäre der Fall, wenn Gott wirklich ein Richter wäre. Das erwarten wir, wenn wir uns Gott als Richter vorstellen, der über uns urteilt, weil wir seine Gesetze übertreten haben.

Das ist im Ansatz falsch: Gott ist kein Richter, sondern ein Vater und handelt wie ein Hirte. Gott schenkt uns nicht das Leben, um uns zu richten, sondern, damit wir leben! Deshalb lässt er niemanden verloren­gehen – wie ein Hirte, der die verlorenen Schafe wieder einsammelt.

Lieber Christ, wenn Du das glaubst, wirst Du nicht selbst Gott zum Richter erklären und wirst nicht über andere richten und sie als gottlos oder von Gott verdammt bezeichnen. Dann wirst Du lieber verzeihen und Frieden schließen. Auf diese Weise erfüllst Du den Willen Gottes viel mehr als es möglich ist, wenn Du Gesetze zu deiner Richtschnur machst.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Himmlischer Vater, Jesus legt uns eindringlich ans Herz, dass wir der Feindschaft und dem Hass in uns keinen Raum lassen und niemanden verurteilen. In seinem Geist beten wir:

Vater des Friedens                      L/A Erhöre unser Gebet

  • Für die Frauen und Männer, die Gesetze beschließen und für ihre Einhaltung sorgen: dass sie sich dem Wohl der Menschen verpflichten.
  • Für die Frauen und Männer, die den Glauben und die Gebote des Glaubens lehren: dass sie das Vertrauen in Gottes Barmherzigkeit stärken.
  • Für die Menschen, die in Feindschaft zu anderen Leben: dass sie die Kraft zur Versöhnung finden.
  • Für die von Krieg und Terror geplagten Menschen: dass sie einen Weg zum Frieden finden.
  • Für unser Land und unsere Nachbarländer: dass es uns gelingt, den Frieden zu bewahren und zu vermehren.

Lektor/in: Gott des Lebens und des Erbarmens, Gott der Liebe und der Versöhnung, Gott der Vergebung und der Freude – wir loben Dich, heute und in Ewigkeit. Amen.

08.02.2026: 5. Sonntag im Jahreskreis

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Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
wir hören heute wieder einen kurzen Abschnitt aus der sogenannten Bergpredigt im Matthäusevangelium. Jesus lehrt die Jünger – uns.
Es geht darum, was einen Jünger Jesu ausmacht, was einen Christen ausmacht.

Stellen wir heute eine selbstkritische Frage an den Anfang:
Wem konnte ich in den letzten Tagen Licht bringen?
Wem konnte ich helfen, eine Freude machen,
Gehör schenken und Verständnis zeigen
oder sonst in irgendeiner Weise etwas Gutes tun?

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder
Jesus hat die Menschen seliggepriesen, die unter den herrschenden Umständen leiden und jene, die versuchen, nach Gottes Willen barmherzig und uneigennützig und gewaltfrei Frieden zu stiften und die dafür sogar noch verfolgt und verleumdet werden.

Gerade ihnen sagt er zu: „Ihr seid das Salz der Erde!“

Salz findet man tief unter der Erde und im Meerwasser und es gehört zu den Stoffen, die wir Menschen unbedingt zum Leben brauchen. Ohne genügend Salz könnte unser Körper nicht existieren. Das Herz würde aufhören zu schlagen.

Zu etwas anderem kann man dieses weiße Pulver nicht gebrauchen.
Salz muss aufgelöst werden, um Leben zu ermöglichen und die Speisen bekömmlich und schmackhaft zu machen. Es wäre deshalb töricht, das Salz wie Diamanten oder Gold als Schmuck zu lagern.

Nach dieser Überlegung können wir verstehen, wie Jesus seine Jünger mahnt, töricht zu werden – wie Salz, das nicht salzt: Wenn sie sich den herrschenden Umständen anpassen und nicht mehr unter der Ungerechtigkeit leiden, wenn sie aufhören, für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten, dann sind sie töricht – dann braucht sie Niemand mehr.

Der inzwischen verstorbenen Bischof Jacques Gaillot hat diesen Zusammenhang so auf den Punkt gebracht: „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts!“

Eine Kirche, die sich mehr um ihren Besitz kümmert, anstatt darum wie er den Armen nützen kann, dient zu nichts.

Eine Kirche, die prachtvolle Bauten als Zeugnis des Glaubens schafft,
anstatt Krankenhäuser zu bauen, dient zu nichts.

Eine Kirche, die ihre Dogmen und Gesetze verteidigt anstatt, den Menschen Trost und Hoffnung zu spenden, dient zu nichts.

Ich könnte noch viele solche Sätze aneinanderreihen und wir könnten uns gut dabei fühlen, weil wir uns klar darüber sind, was die Kirche besser und mehr tun müsste.

Doch ‑ diese Kritik und Forderungen haben einen Haken:
Die Kirche, das sind nicht irgendwelche anderen, sondern: WIR.
Leide ich unter der Ungerechtigkeit?
Begrenze ich meine Ansprüche und meinen Lebensaufwand?
Trauere ich um die vielen Menschen, denen Unrecht getan wird?
Bin ich barmherzig mit den Menschen, die Not leiden – in der Nachbarschaft und in anderen Kontinenten?
Geht es mir um mich selbst – oder um andere?
Bin ich bereit, mich wie Salz hinzugeben, damit Gottes Reich wachsen kann?
Vertraue ich darauf, dass mir gegeben wird, was ich zum Salz sein brauche?
Brot und Kleidung, Trost und Hoffnung, die ich teilen kann.

Liebe Schwestern und Brüder,
bleiben wir am Ball. Bleiben wir darin in Übung Mitmenschlichkeit zu leben.
Geben wir nicht auf – den Glauben an Gottes Gerechtigkeit und die Hoffnung auf den Frieden.
Passen wir uns nicht an: den selbstsüchtigen Gewohnheiten, die wir bei anderen beklagen.

Das Licht soll leuchten, damit die Menschen unseren himmlischen Vater preisen, der das Licht in uns entflammt hat. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, wir wollen dem Wort deines Sohnes folgen und bitten dich um deine Kraft für unseren Weg:

  • Für alle, die enttäuscht sind, weil ihre Arbeit und Mühe erfolglos scheint. Dass sie nicht mutlos werden, sondern weiterhin das tun, was in deinen Augen richtig ist. ‑
    Christus höre uns                        A: Christus, erhöre uns.
  • Für alle, die Jesu Botschaft verkünden – als Eltern, in einem kirchlichen Beruf oder als Lehrer: dass sie auf offene Herzen treffen und in ihrer Arbeit getragen werden von den Christen in ihren Gemeinden. ‑ Christus höre uns
  • Für die Seelsorger und Seelsorgerinnen in unserer Stadt: Dass sie ihren Dienst mit Freude tun. ‑ Christus höre uns
  • Für alle, die von Kindheit an Jesu Botschaft hören: dass sie nicht taub werden, sondern immer wieder neu spüren, wie wichtig und kostbar und voller Hoffnung Jesu Botschaft ist. ‑
    Christus höre uns
  • Für die Kinder und Jugendlichen, die sich auf die Sakramente vorbereiten: dass die frohe Botschaft Jesu sie hält und trägt wie ein Netz und dass sie in unserer Gemeinde Geborgenheit erfahren. ‑ Christus höre uns.

Lektor/in: Erhöre uns, Gott, und sende uns mit neuer Kraft zu unseren Mitmenschen. Denn du bist es, der lebt und Leben schenkt in Ewigkeit.

01.02.2026: 4. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung
Christen sind Menschen, die den Ruf Jesu hören und ihm folgen und von ihm lernen. Heute hören wir im Evangelium, wie Jesus die Menschen lehrt, die ihm zuhören -also uns.

Es sind keine Glaubenssätze, die er lehrt.
Keine Dogmen, keine Betrachtungen über das Wesen Gottes.

Er redet uns zu Herzen.

Streifen wir die die Hetze, das Rennen und das Wetteifern einmal ab – die Zerstreuung, die uns daran hindert, zu uns selbst zu kommen.

Gehen wir in uns und konzentrieren wir uns auf unsere besten seelischen Kräfte.

Wir rufen:

Jesus, du liebst uns – du kennst uns – stärke unser Vertrauen

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
man muss jubeln: es gibt so viele Menschen, die einfach gut sind und anderen gut und Gutes tun und dabei nicht müde werden:
Sie alle kennen so jemanden und nicht wenige unter ihnen sind so ein Mensch.

Es gibt so viele hilfsbereite Menschen. So viele von denen andere sagen: Das ist ein ganz Netter oder eine ganz liebe.

Es wird so viel für Menschen in Not gespendet und so viel Leid wird dadurch immer wieder gelindert.

Halten wir die Augen offen – dass wir sehen, was Menschen alles anderen Gutes tun und freuen wir uns darüber!

Zugleich: man könnte aus dem Klagen kaum herauskommen:
Menschen verwüsten die Schöpfung, beuten sie aus, vermüllen sie mit Müll und Gestank, so dass bald die Luft zum Atmen fehlt. Sie fallen übereinander her und entwickeln immer schrecklichere Maschinen, um den anderen zu schaden und zu töten; wir beobachten, wie rücksichtlos und egoistisch viele sind; wie teilnahmslos und träge andere.

Halten wir die Augen offen, dass wir uns nichts vormachen und trauern wir darüber, dass Menschen so viel Böses tun.

Uns, die wir ein Teil dieser zwiespältigen Menschheit sind und auch selbst daran Anteil haben – genau uns – spricht Jesus an.

Er kennt unsere Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit und Trost.
Er spürt, dass es uns leid tut, um die Menschen, die einfach der Armut nicht entkommen können. Er sieht, wie wir mit den Menschen trauern, die Menschen, ihre Würde, ihren Besitz verloren haben;
er sieht, wie wir uns machtlos erleben gegenüber denen, die alles an sich reißen und wie wir manchmal wütend werden, weil so viele Menschen benachteiligt werden.

Er sieht auch, dass es so viele Menschen gibt, die nicht müde werden zu helfen; die selbstlos und uneigennützig geben; Menschen, die Frieden stiften und säen, weil sie um Verständnis und Nachsicht für die anderen werben und Menschen, die sich nicht scheuen, für Gerechtigkeit einzutreten und die Ungerechtigkeit beim Namen zu nennen – auch wenn sie dafür Nachteile in Kauf nehmen müssen und als Störenfriede ausgegrenzt werden.

Weil Jesus uns so kennt, antwortet er auf unsere Sehnsucht und preist uns selig:

Selig seid ihr – denn ihr werdet Trost finden bei Gott und eure Sehnsucht nach Frieden wird er stillen!

Liebe Schwestern und Brüder,
ziehen wir die richtigen Schlüsse daraus, dass uns Trost und Frieden in Gottes Welt, im Jenseits, versprochen werden.

Der falsche Schluss wäre es, aufzugeben und die Sehnsucht nach Frieden auf das Jenseits zu vertagen. Die falsche Schlussfolgerung wäre es, den Armen und Benachteiligten und Ohnmächtigen und Trauernden zu sagen: Das müsst ihr jetzt aushalten – im Jenseits werdet ihr entschädigt!

Die falsche Schlussfolgerung wäre es zu denken: In diesem Leben zählen rücksichtslose Einsatz der eigenen Stärke – weil das Jenseits hat ja noch keiner gesehen.

Der richtige Schluss heißt vielmehr:

Wir sind berufen, aus der Hoffnung zu leben:
Aus der Zuversicht, dass unsere Sehnsucht sich erfüllt.

Wir sind gesandt, die Hoffnung bei den Menschen zu stärken:
die Hoffnung, dass es sich lohnt für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten und nach Gottes Willen zu handeln.

Es lohnt sich, weil nur so werden, was wir im tiefsten sind:
Ebenbild Gottes. Wir leben durch seine liebevolle Geistkraft.

Durch uns und mit uns und in uns will und kann und wird er
seiner Liebe immer wieder zum Durchbruch verhelfen.

Er macht uns zum Licht der Welt!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Vater im Himmel, du preist Menschen selig und versprichst ihnen Anteil an deinem Reich. Wir bitten dich:

Vater im Himmel         L/A Stärke ihre Hoffnung

  • Wir beten für die Amen,
    dass sie erhalten, was ihnen in ihrem Leben fehlt.
  • Wir beten für die Trauernden,
    dass sie Trost finden.
  • Wir beten für die Friedfertigen,
    dass sie nicht Opfer der Gewalttätigen werden.
  • Wir beten für die Benachteiligten,
    dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt.
  • Wir beten für die, die barmherzig sind,
    dass ihr Vorbild Schule macht.
  • Wir beten für die Menschen die uneigennützig helfen,
    dass ihre innere Freude immer größer wird.
  • Wir beten für die, die sich um die Versöhnung der Menschen bemühen, dass ihr Bemühen auf fruchtbaren Boden fällt.
  • Wir beten für die, die für Gerechtigkeit eintreten und dafür verspottet und abgelehnt und sogar verfolgt werden,
    dass sie stark bleiben im Vertrauen auf dich.

Lektor/in: Vater, du bist Höchste und segnest die, die dir ehrlichen Herzens deinem Reich dienen. Ehre sei dir und Lob, jetzt und in Ewigkeit.

25.01.26: 3. Sonntag im Jahreskreis A

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Wir planen! Da kommt jemand dazwischen!
Kann das vielleicht Gott sein, der uns dazwischen kommt!
Weil er uns jetzt gerade braucht?
Weil er genau jetzt uns etwas zeigen will?

Störungen, Unterbrechungen müssen uns nicht immer gleich ärgern:
Wir können sie aufmerksam wahrnehmen und überlegen,
wie wir als Glaubende uns verhalten. Wir können uns Fragen.
Was will Gott, das ich tue?
Dann merken wir manchmal im Nachhinein, dass Gott durch uns wirken konnte und dass wir selbst dabei gelernt haben,
noch besser als Kind Gottes zu leben.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
es ist ein großes Lob, wenn wir von jemand sagen: der macht nicht nur einen Job, sondern er folgt seiner Berufung: Ich gebe zu, nicht alle Berufe verbinden wir in gleicher Weise mit Berufung –bei Lehrerinnen und Lehrern, ist es ein großer Vorteil, wenn sie in darin ihrer Berufung folgen.
Oder Handwerker, die ihren Beruf mit Hingabe und Liebe oder ausüben und ihre Handwerkerehre darin sehen, gute Arbeit zu machen.

Ich sage das nur, um das Wort berufen ein wenig in unsere Alltagswelt zu holen. Immerhin erzählt das Mt. Ev. ja davon, wie Jesus Jünger beruft.

Die Erzählung benützt ein sprachliches Schema. Es kommt nur darauf an, dass Jesus ruft und der Gerufene dem Ruf folgt. Das Ev. erzählt wenig später, dass Jesus im Haus des Petrus dessen Schwiegermutter vom Fieber heilt. Es fand also keineswegs ein „Bruch“ mit der Familie statt.

Immer wieder frage ich: Was macht einen Christen zum Christen?

Eine Antwort finden wir in dem heutigen Evangelium:
Christen sind Menschen, die dem Ruf Jesu hören und ihm „nachfolgen“.

„Nachfolgen“ sagen wir auch nicht so oft. Firmenchefs haben Nachfolger. Aber das beschriebt nur eine Reihenfolge. Wenn wir Christen Jesus „nachfolgen“ geht es um mehr:

Wir werden seine Schüler! Und was lernen wir von ihm?
Was haben sie von Jesus gelernt?

????

Das ist eine sehr persönliche Frage, die nach einer sehr individuellen Antwort verlangt.

Ich will ihnen meine ganz persönliche Antwort sagen. Die Absicht dabei ist, dass sie dadurch angeregt werden, ihre persönliche Antwort zu finden:

Mein Lernen von Jesus begann schon sehr früh.

Meine Eltern waren Christen und versuchten, danach zu leben und sie brachten uns Kindern bei, was das bedeutet:

Ehrlich sein – Versprechen einhalten – etwas für den anderen tun – zusammenhalten – Gemeinschaft pflegen – Pflichten erfüllen – Beten – am Sonntag die Messe feiern – Rücksicht nehmen – usw.

Zum zweiten erfuhr ich in der Familie Einiges von Jesus und seinem Leben.
Wir haben auch darüber geredet und nachgedacht.

Als Jugendlicher habe ich mich selbständiger gemacht. Ich durfte tatsächlich ein paar Mal erleben, dass manche Jesus Worte mich sehr persönlich angesprochen haben. Sie waren für mich wie eine Befreiung.

So entstand eine lebenslange Schülerschaft bei Jesus und ich habe inzwischen viel von ihm gelernt:

  • Das wichtigste ist die Liebe –
    Gottes zu mir und zu jedem anderen Menschen.
  • Wo Liebe ist, da ist das Reich Gottes und das Reich Gottes ist deshalb so nahe, wie ich Liebe annehmen und geben kann.
  • Alle Menschen sollen glauben können und erfahren, dass sie Gottes geliebte Kinder sind – er gibt niemanden verloren.
  • Ich brauche mich nicht zu ängstigen und zu sorgen:
    Gott weiß, was ich brauche!
  • Ich kann Mut haben, für die Liebe einzutreten – auch wenn mich das in Schwierigkeiten bringen sollte.
  • Selbst wenn ich Schlechtes erlebe, vertraue ich darauf:
    Gott ist da. Er lässt mich nicht zugrunde gehen.

Mir würde mehr einfallen – vor allem aber würde es mich freuen, wenn Sie selber sich bewusst machen, was sie von Jesus gelernt haben.

Viel Freude dabei!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, unser Vater, du hast uns in dein Volk berufen, und nimmst uns in dein Reich der Liebe auf. Wir bitten dich, weil wir dir vertrauen.

L/A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Menschen, die in ihrem Leben keinen Sinn erkennen können. Lass sie erkennen, was wie sie für andere Menschen da sein können!

A: Herr, erhöre unser Rufen

L:   Für alle Getauften: dass die Botschaft Jesu sie bewegt und dass sie von Jesus lernen, als Kind Gottes zu leben.

A: Herr, erhöre unser Rufen

L:   Für unsere Welt, in der die Selbstsüchtigen und Rücksichts­losen die Macht an sich reißen: dass es ihnen nicht gelingt, die Menschen ins Unheil zu stürzen.

A: Herr, erhöre unser Rufen

L:   Für die jungen Menschen am Beginn ihres Arbeitslebens: dass sie eine Arbeitsstelle finden und dass sie den tieferen Sinn ihrer Arbeit erkennen.

A: Herr, erhöre unser Rufen

L:   Für alle Christen: dass wir von Christus lernen und dadurch die Einheit wiedergewinnen.

A: Herr, erhöre unser Rufen

Lektor/in: Gott, du hast uns deine Liebe und deine Macht geoffenbart. Wir preisen dich heute und unser ganzes Leben im Heiligen Geist.

18.01.2026: 2. Sonntag im Jahreskreis

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Haben sie in ihrer Wohnung eine Fotografie von einem schönen Erlebnis?
Es kann immer wieder das Besondere und Schöne dieses Augenblicks lebendig werden lassen.

Die Eucharistiefeier bewirkt ganz ähnliches: Wir werden erinnert an Jesus und seine besondere Bedeutung und Liebe. Wir sprechen die Worte, die Jesus beim Abschiedsmahl zu seinen Jüngern sagte.

In dem ganze Tun wir die Liebe Jesu wirksam. Sie betrifft uns und sie bewegt uns. Jesus nimmt uns in die Gemeinschaft mit seinem Vater auf:
Er ist in uns und wir sind in ihm.

Wir wollen ihn loben und preisen und rufen zu ihm.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
In jeder Messfeier beten wir:
„Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde Welt.“
Unzählige Male wird das Lamm Gottes bildlich dargestellt – auch in unserer Kirche. Oft mit einem Blutstrahl, der aus der Brust hervorquillt. So wird eine Verbindung hergestellt zum Tod Jesu, wo ein Soldat mit einer Lanze in die Seite Jesu sticht.

Verstehen sie, warum Jesus als Lamm (!) Gottes bezeichnet wird?
Es klingt fast entgegengesetzt, wenn Johannes in den nächsten Sätzen sagt: „Ich sah, dass der Geist auf ihn herabkam. „Er ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft“ Und sogar: „Dieser ist der Sohn Gottes“

Lamm Gottes, Ausgestattet mit dem Heiligen Geist, er tauft mit dem Heiligem Geist. Er ist der Sohn Gottes!

Diese Komposition macht einem fast schwindlig im Kopf.

Das würde gar nicht zu Jesus passen, denn er soll ja Klarheit bringen und die Wahrheit über Gott und Mensch. Also versuchen wir Klarheit zu gewinnen: Woher kommt der Vergleich mit einem Lamm?

Am Beginn der Geschichte Israels steht eine Flucht. Eine Flucht, die fast wie ein triumphaler Festzug dargestellt wird: Die Flucht der Israeliten aus Ägypten. Am Abend vor diesem Auszug schlachten die Israeliten in ihren Hausgemeinschaften ein Lamm, um sich zu stärken.

Das Blut des Lammes streichen sie an ihre Türpfosten. Es ist das Zeichen, dass sie zum Herrn gehören, der Moses beauftragt hat, sein Volk, die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs in die Freiheit zu führen.

Jesus wird getötet – wie die Lämmer beim Auszug.
Alle, die an ihn glauben, den man hingerichtet hat wie ein Lamm, macht er frei – frei von der Selbstentfremdung, von der Entmenschlichung durch das, was wir Sünde nennen.

Er macht uns frei und stärkt uns für unseren Weg, die Sünde hinter uns zu lassen.

Liebe Schwestern und Brüder,
diese etwas komplizierten Gedanken und Zusammenhänge zeigen, dass wir neben dem Neuen Testament auch die heiligen Schriften des Volkes Israel, das von uns so genannte AT im Gepäck haben. Es ist die Heilige Schrift, aus der Jesus geschöpft hat und mit deren Bildern und Erfahrungen Jesus und sein Erlösungswerk beschrieben werden.

Das bedeutet bei Leibe nicht, dass die Heilige Schrift unmittelbar von Gott gegeben ist. Vielmehr gibt es in dieser Schrift des Volkes Israel viele Vor­stellungen und Gedanken über Gott, die nicht mit dem vereinbar sind, wie Jesus Gott und seine väterliche Liebe und Barmherzigkeit verkündet hat.

Es verläuft aber eine Spur vom Gottesglauben Israels zur Gottesbotschaft Jesu. Glanzlichter, die aufleuchten und zeigen, dass die Schriften des Alten Testaments Zeugnis sind für die Selbstoffenbarung Gottes an die Menschen der Erde.

Zum Beispiel die Sätze aus dem Buch Jesaja, die wir in der ersten Lesung gehört haben:

„Es ist zu wenig, dass nur Israel und Juda zum Herrn heimgeführt werden.
Vielmehr soll der Prophet und mit ihm das ganze Volk zum Licht für die Völker werden. Gott, der Herr, will allen Menschen der Erde das Heil schenken.“

Wir Jünger Jesu glauben:
Jesus ist dieser Eine. Er ist das Licht für alle Nationen
und er macht uns zum Licht,
weil er uns den Geist vom Himmel, den Geist Gottes schenkt:
Der Geist Gottes durchtränkt und erfüllt uns, so dass wir wahrhaft Kinder Gottes und Ebenbild Gottes heißen dürfen: Die Gesalbten des Herrn! Wenn wir hernach beten: Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, bekennen wir: Jesus, dessen Blut man vergossen hat, wie das Blut eines wehrlosen Lammes ‑ befreit uns und macht uns heil durch das Geschenk des Geistes Gottes.
Er teilt ihn mit uns, weil er der Sohn Gottes ist.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Himmlischer Vater, durch deinen Sohn Jesus befreist du uns aus der Macht der Sünde. Wir beten zu dir:

Himmlischer Vater     L/A: Sende aus deinen Geist und die Erde wird neu.

  • Für die Menschen, die Gewalt erleiden: dass sie davon erlöst werden.
    Für die Menschen, die anderen Unrecht antun: dass sie davon ablassen.
  • Für unsere Gesellschaft, dass das Gemeinwohl wieder zu einem Wert wird, dem sich alle verpflichtet wissen.
  • Für die Menschheitsfamilie, dass dein Geist die Liebe zum Frieden und zur Gerechtigkeit weckt und stärkt und den Geist der Feindschaft und der Selbstsucht überwindet.
  • Für die Getauften auf der ganzen Erde: dass sie die Spaltungen hinter sich lassen und ihre Einheit erkennen und dir gemeinsam für das Leben und den Geist danken.
  • Für unsere Gemeinde: dass wir nicht müde werden, die Gemeinschaft mit den Christen anderer Konfessionen zu pflegen und zu vertiefen.

Lektor/in: Vater im Himmel, du bist der Eine und Einzige; die Quelle allen Lebens. Wir loben dich vereint mit allen, die dich suchen und ehren. Jetzt und in Ewigkeit. Amen.

11.04.2026: Taufe Jesu

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung

Der Alltag in der Schule hat wieder begonnen:
Die Kinder könnten nicht genug Ferien bekommen.

Erwachsene sind oft auch froh, wenn nach den vielen Festtagen,
nach all den Einladungen und Besuchen und Aktivitäten und besonderen Bemühungen beim Kochen der gewohnte Ablauf wieder einkehrt.

Wir brauchen auch dafür viel Kraft.
Wir bemühen uns, es gut zu machen.
Wir wollen Menschen sein, mit denen man gut auskommen kann.

Jesus, an den wir glauben, hilft uns dabei. Zu ihm rufen wir:

  • Jesus, von Maria geboren.
  • Jesus, voll Liebe zu den Menschen
  • Jesus, erfüllt von Gottes Geist und Kraft.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Wann ist Ihnen das das letzte Mal passiert?
Sie kommen in einen Raum und denken sofort: mmmh hier riecht es aber gut! – Ob sie es glauben oder nicht, das hat mit der Taufe zu tun – wie sie in der röm.kath. Kirche gespendet wird.

Wer getauft wird, wird auch mit gesalbt – mit der Salbe, dem Chrisam. Das ist Olivenöl, dem Rosenöl hinzugefügt wurde, damit es gut riecht.

Ein alter Theologe hat gesagt: Die Getauften sollen unter den Menschen ein „Wohlgeruch“ sein. Damit wechseln wir natürlich die Sprachebene von der Beschreibung zur Symbolik.

Es geht nicht mehr um den Duft, sondern um das Wesen eines Menschen:
Freundlich, ehrlich aber nicht brüskierend, humorvoll aber nicht lächerlich.
Vielleicht mögen sie heute selber noch ein wenig überlegen, was jemand zu einem angenehmen Menschen macht.

Wodurch können Getaufte zu angenehmeren Menschen werden?
Wodurch werden wir zu angenehmeren Menschen – hoffentlich?

Das hängt wiederum mit der Salbung bei der Taufe zusammen.

Diese Salbung drückt aus, was wir in unserem Gottesglauben erfahren:

Wie eine Salbe heilt uns der Glaube – vor allem unser Inneres, das wir mit dem Wort Seele benennen: wir alle haben unsere seelischen Verletzungen: Die Unzufriedenheit mit uns selbst, die Enttäuschungen durch manche Freunde oder Verwandte, uvm.

Wir glauben aber, dass Gott uns liebt, dass er immer zu uns steht, dass er uns annimmt, auch wenn wir in vielem unvollkommen sind – besonders in unserer Fähigkeit zur Liebe.

Wie eine Salbe schützt uns unser Gottesglaube: manchmal sind wir in Gefahr, dass wir nur noch das Schlechte sehen, dass wir nicht mehr an die größere Kraft des Guten glauben.

Wir glauben aber, dass Gott gut ist und dass deshalb das Gute ewig ist, während das Böse vergeht. So schützt uns unser Glaube an Gott auch davor, selbst dem Bösen nachzugeben.

Wie eine Salbe pflegt und stärkt der Glaube an Gott unsere Seele: Die Herausforderungen, die vielen Erlebnisse – erfreuliche und traurig machende – zehren an unseren Kräften. Wie der Leib Stärkung braucht, so braucht auch unsere Seele beständig und verlässlich Stärkung.

Wir empfangen diese Kraft von Gott durch seinen Geist, der unseren Willen zum Guten stärkt, unsere Bereitschaft geduldig zu bleiben und Verständnis zu zeigen und unseren Mut für Gerechtigkeit einzutreten.

Gott stärkt uns, Gott schützt uns, Gott heilt uns!

Gott, du uns, immer wieder heilst du uns und gibst uns Kraft.
Hilf uns, dass das Gute, das du an uns tust in uns Frucht bringt und
wir anderen gut tun. – Amen.

31.12.25

Das sind die Schriftlesungen: Jes 32,15-18 ‑ Mt 22,15-21

Einführung:
Was hat sich für Sie in diesem Jahr geändert?
Jeder hat da seine ganz eigene Bilanz: Die Geburt eines Kindes, der Beginn einer Krankheit, eine neue Liebespartnerschaft oder der Verlust des Ehepartners verändern das Leben enorm.

Vieles können wir gar nicht lenken und planen. Wir können nur damit umgehen: Es annehmen oder uns innerlich und äußerlich dagegen wehren.

Für Gutes und Schlechtes brauchen wir viel Kraft und beides kann große Kräfte in uns wecken. Wir glauben, dass Jesus immer bei uns bleibt. Dass er jetzt in unserer Mitte ist. Deshlab grüßen wir ihn:

Vergebungsbitte Der Blick zurück zeigt uns Gutes und Böses, Freude und Trauer und so bitten wir: Gott unser Vater schenke uns sein Erbarmen. Er vergebe uns und führe uns zur ewigen Freude!

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Es klingt sehr utopisch, was der Propheten Jesaj verspricht: Die Wüste wird zum Garten. Aber es ist gar nicht so utopisch:

Der Urwald im Amazonasgebiet zum Beispiel steht nicht auf fruchtbarem Boden. Die Erde ist bei weitem weniger fruchtbar als im Donautal. Deswe­gen ist es nicht besonders klug, diesen Wald abzuholzen und die Fläche für den Ackerbau zu gebrauchen. Die Erträge wären nicht hoch und es entstünde dort eine trockene Steppe. Erstaunlich ist außerdem: Der Urwald ist eine Kulturlandschaft: Wie das Alpenvorland ist er auch durch menschliche Einwirkung so geworden.

In der Lesung heißt es: „Wenn der Geist aus der Höhe ausgegossen wird, dann wird die Wüste zum Garten und der Garten wird zu einem Wald. In der Wüste wohnt das Recht und die Gerechtigkeit weilt in den Gärten.“

Die Menschen im Amazonasgebiet haben sich so mit der natürlichen Vegetation verbunden dass auf schlechtem Boden dieser Urwald gewachsen ist. Obwohl sie keine Christen waren – müssen sie den Geist aus der Höhe in vollen Zügen aufgesaugt haben.

Diese Beobachtung lässt mich Hoffnung schöpfen für die Zukunft unseres Kontinents und für unsere Erde, die uns trägt und ernährt.

Im Augenblick wird ja das Recht nur mühsam erhalten. Viel zu viele Men­schen handeln und denken nach dem Grundsatz: Zuerst komme ich!
Ich komme mir vor wie am Pausenstand in der Schulzeit, wo es unter den Mitschülern oft ein übles Gedränge gab, weil jeder ganz vorne sein wollte.

Am Jahreswechsel wird gerne daran erinnert, was im vergangenen Jahr alles passiert ist. Interessant wäre weiter zu fragen: Warum ist es passiert? Oder noch wichtiger: Wozu ist es passiert? Wer verspricht sich was davon?

Wenden wir die Frage gleich auf die Zukunft hin: Was wird im neuen Jahr passieren? Wer wird was tun und warum und wozu?

Das Jesajabuch ermutigt uns: Was wir tun, soll dem Recht und der Gerechtigkeit dienen. Die Gerechtigkeit wirkt den Frieden und herauskommen Ruhe und Sicherheit.

Vielleicht denken sie: das habe ich nicht in der Hand – ja das stimmt.
Aber nur, wenn Sie an das denken, was sie nicht unmittelbar beeinflussen können.

Für den Weltfrieden sind wir nicht zuständig. Darauf haben wir nur sehr geringen Einfluss, denn wir sind in dem ganzen Organismus nur kleine Zellen, die mithelfen, dass es dem Ganzen gut geht. Aber wenn die Leberzellen das Blut nicht reinigen – dann geht es dem ganzen Körper schlecht. Und wenn die Schilddrüsen zu wenig oder zu viel Hormone produzieren fühlt sich der Mensch gar nicht mehr wohl. Da geraten die Gefühle und vieles mehr völlig durcheinander.

Liebe Schwestern und Brüder;
merken sie schon, wo diese Gedanken hinführen:

Wir schauen auf das alte Jahr zurückschauen und vor allem auf das neue voraus. Warum tu ich etwas und wozu? Das sollten wir uns überlegen. Denn das bestimmt unser Handeln und Denken. Oder ganz fromm gefragt:
Was will der Geist aus der Höhe durch mich wirken?

Je älter wir werden, desto mehr sind wir damit gefordert, am Leben zu bleiben. Automatisch kümmern wir uns mehr um uns und unsere Gesundheit als früher: Wie gehe ich um mit den zunehmenden Einschränkungen und der nachlassen Vitalität?
Was will der Geist aus der Höhe in mir wirken?

Je jünger und vitaler wir sind, desto größer ist unser Aktionsradius auf den wir Einfluss nehmen: was will der Geist aus der Höhe durch mich wirken?

Am Ende des Jahres kann ich zwar bedauern, wenn Kriege andauern und der Klimawandel wieder nicht eingedämmt wurde. Es kann mir leid tun.

Aber ist es nicht eine gute Aussicht, am Ende des Jahres sagen zu können:
Ich habe mich um die oder den gekümmert. Ich habe jemand helfen können. Ich konnte Verständnis wecken.

Das wünsche ich uns allen für das neue Jahr, dass wir den Geist aus der  Höhe aufsaugen, wie die Menschen, die so mit der Natur leben, dass auf schlechtem Boden ein Urwald wachsen kann.

28.12.2025: Fest der hl. Familie

Hier geht es zu den texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Der Sonntag nach dem Weihnachtsfest wird Fest der hl. Familie genannt – obwohl wir über diese Familie nichts wissen. Das Lk.ev. und das Mt.ev. erzählen zwar Geschichten von der Kindheit Jesu. Aber diese haben keinen biographischen Wert, sondern sie verkündigen Jesus als den schon immer erwarteten Messias – größer noch als Abraham, Jakob, Josef, Moses und David, die Urväter des Volkes Israel.

Familie: irgendwie ist jeder in einer Familie aufgewachsen: bei der Großmutter, bei der Tante, bei den eigenen Eltern, mit dem neuen Partner der Mutter, mit und ohne Geschwister. Was ist entscheidend dafür, dass es eine glückliche Kindheit ist? – Hatte ich eine glückliche Kindheit?

Gottes Geist ist in uns. Wenn wir auf ihn hören, leitet er uns auf den guten Weg. In diesem Geist preisen wir unseren Gott durch Jesus, unseren Messias und Heiland.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Benedikt der XV. hat 1920 das Fest der hl. Familie für die ganze röm.kath. Kirche eingeführt. Die hl. Familie sollte als Vorbild dienen für die Familien. Man sah diese nämlich durch die Änderungen in der damaligen Gesellschaft gefährdet.

Auch heute werben die Bischöfe werben für ein Ideal der christlichen Familie, das sich an Rollenbildern vergangener Zeiten orientiert.
Lassen sie mich einige Idealvorstellungen herausgreifen:

Grundlage für die Familie ist die lebenslange Verbindung eines Mannes und einer Frau im Ehesakrament. Die Eheleute schenken Kindern das Leben. Dabei sollen sie bewusst über die Zahl der Kinder und den Abstand in dem sie geboren werden entscheiden. Selbstverständlich sollen die Eltern ihre Kinder in das christliche Leben einführen und sie mit dem christlichen Glauben vertraut machen.

Dass die Mehrzahl der Familien heute nicht diesem Bild entsprechen, ist offensichtlich.

Ist es angemessen, dass die Kirche den Menschen sagt, welche Ideale sie anstreben sollen? Ist es nicht völlig daneben, dass das Lehramt in der Kirche bestimmte Lebensentscheidungen als Sünde verurteilt? – Zum Beispiel wenn sich jemand nach einer zerbrochenen Ehe wieder für eine neue Partnerschaft entscheidet.

Auch in meinen Augen ist das Ehesakrament ein erstrebens­wertes Ideal: Dass eine Frau und ein Mann einen lebenslangen Liebesbund eingehen und sich aufeinander verlassen können; dass sie Kinder bekommen; dass die Kinder von ihnen lernen, wie christliches Leben geht – das ist sicher ein guter Weg zu einem erfüllten Leben.

Es sind aber relativ wenige junge Leute in unserer Weltregion, die sich für dieses Ideal entscheiden können. Es ist nicht angebracht, darüber ein moralisches Urteil zu fällen.

Es ist – nach meiner Meinung unsäglich – wenn Menschen, wegen der Lebensform, die sie wählen, als Sünder abgewertet werden.

Die Kirche ist nicht dafür da, Bedingungen zu stellen, wer ihr genehm ist und wer nicht.

Vielmehr ist sie gesandt, zu heilen, was verwundet ist,
und zu helfen, wo Menschen Hilfe suchen.

Die Kirche soll nicht, ihre eigene Sicht anderen überstülpen.
Und es war noch nie hilfreich, Ideale die schon in der Vergangenheit oft nicht verwirklicht wurden, zum Naturgesetz zu erklären, das direkt von Gott geoffenbart worden sei.

Wer allen vorschreiben möchte, was sie sollen und nicht dürfen, muss damit rechnen, dass er links liegen gelassen wird.

Wenn die Kirche überhaupt etwas zu dem Thema Ehe und Familie sagt, dann sollte sie überlegen, wie sie Mütter und Väter und Kinder stärken kann. Die Kirche sollte sich an ihre Seite stellen und mit ihnen für gute Bedingungen für die Familien eintreten. Dazu drei Beispiele:

Wer Kinder hat und erzieht, sollte besser unterstützt werden: die steuerlichen Erleichterungen sind nicht ausreichend.

Das Kindergeld ist für die meisten viel zu gering, während es manche mit sehr gutem Einkommen gar nicht bräuchten.

Kinderlose sollten mehr als Familien mit Kindern bei der Finanzierung der Sozialversicherungen herangezogen werden.

Und wer Einkommen aus Mieten und Dividenden erzielt, sollte dafür entsprechende Sozialbeiträge entrichten.

Liebe Schwestern und Brüder, ob nun verheiratet oder nicht, ob geschie­den oder alleinerziehend: Die Kirche sollte nicht über die Menschen urteilen.

Sie sollte an der Seite aller stehen, die als Familie leben und einander einen Schutzraum geben, in dem sie sich aufeinander verlassen können und einander unterstützen und wo die die Talente und Fähigkei­ten der Kinder sich entfalten können.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, du hast Maria erwählt Mutter Jesu zu sein und Josef, um ihm Vater zu sein. Du bist unser Vater im Himmel. Wir beten zu Dir:

Vater im Himmel    L/A: Wir beten zu dir.

  • Wir beten für alle, die sich in der Politik für die Familien einsetzen: dass sie keine unnötigen Belastungen tragen müssen.
  • Wir beten für die Frauen und Männer, die einander und ihren Kindern in ihren Familien so viel Gutes tun.
  • Wir beten besonders für die Mütter, die für die Erziehung der Kinder im Beruf pausieren: dass ihre Leistung auch finanziell anerkannt wird.
  • Wir beten für die Väter, die ihre Arbeitszeit verringern, und die Last der Hausarbeit und der Erziehungsarbeit teilen.
  • Wir beten für die Alleinerziehenden und ihre Kinder: dass sie nicht allein gelassen werden, sondern auf alle mögliche und nötige Weise Unterstützung finden.
  • Wir beten für die Großeltern und für alle Verwandte, die oft bei der Erziehung und Betreuung der Kinder eine große Hilfe sind.

Lektor/in: Vater im Himmel, du weckst in uns den Geist der Liebe und Hilfsbereitschaft und die Liebe zu den Kindern. Du bist der Vater des Lebens und liebst und wie eine Mutter.
Wir loben Dich und preisen dich in Ewigkeit. Amen.