Hier geht es zu den Texten der Liturgie: ![]()
Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Wenn jeder gibt, was er hat, dann werden alle satt.
Dies gilt ganz sicher, wenn wir an den Hunger in der Welt denken – niemand müsste verhungern, denn die Nahrungsmittel würden für alle
8,3 Milliarden Menschen reichen.
Wenn jeder gibt, was er hat, dann werden alle satt:
das gilt ganz sicher auch für die geistigen Dinge,
die jeder zum Leben braucht:
Liebe, Anerkennung, Glaube und Vertrauen:
Herr Jesus Christus, du teilst unser Leben mit uns;
Du teilst dein Leben und deine Liebe mit uns.
Du sendest uns, dass wir den Hunger stillen
Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Stehen Eheleute nicht manchmal vor der Frage, ob es noch Sinn macht, um die Liebe zu kämpfen? Menschen, die in Vereinen und Gremien, im Stadtrat, in den Parlamenten und Regierungen Widerspruch, Ärger und Anfeindungen erleben und sehen, wie manche von ihren Kollegen fertig gemacht werden – überlegen ganz gewiss manchmal, ob sie sich zurückziehen sollten.
Als die ersten Christen von Zweifeln geplagt wurden, erinnerten sie sich an Jesus – der ebenfalls eine Entscheidung treffen musste: Herodes hatte Johannes, den Täufer, töten lassen – weil er ihm unnachgiebig seinen Ehebruch vorhielt.
Die Jünger des Johannes berichteten Jesus davon. Jesus will sich daraufhin zurückziehen: will er in Ruhe um Johannes trauern? Überlegt er, ob er aufhören soll, dass Himmelreich zu verkünden? Wenn er jetzt aufhören würde – wären seine Auseinandersetzungen mit den Schriftgelehrten und Pharisäern bald vergessen und er würde ein friedliches Leben führen.
Wie seine Geschichte weitergeht erzählt das Evangelium: Die Menschen laufen ihm nach. Sie lassen ihn nicht allein. Mt erzählt vom Mitleid Jesu mit den Kranken und heilte sie. Er baut also weiter am Himmelreich.
Dann erzählt das Evangelium die Speisung der 5000 Menschen zuzüglich Frauen und Kinder mittels zwei Fischen und fünf Broten. Für wen ist diese Geschichte geschrieben?
Für die Christen der ersten Generation, die gerade erlebten, wie man sie aus den Synagogen ausschloss, weil sie an Jesus, den Gekreuzigten glaubten und seine Auferstehung verkündeten: Familienangehörige brachen den Kontakt mit ihnen ab. Sie wurden am Markt nicht mehr zur Arbeit angeworben. Es gab erste Verfolgungen, Auspeitschungen und schlimmeres
Wie die Gleichnisse vom Sauerteig und vom Senfkorn will auch diese Geschichte Mut machen, motivieren, Hoffnung wecken, bestärken.
Die Logik ist ungefähr so:
Jesus wurde ebenfalls angefeindet – aber er ist nicht davongelaufen. Er hat der Versuchung widerstanden. Er hatte Mitleid mit den Menschen, die sich verlassen fühlten; ausweglos in der Römerdiktatur gefangen.
Die Synagogen waren kein Ort der Hoffnung, sondern der Vertröstung.
Die Not und der Zweifel der Christen äußern sich in der Aufforderung an Jesus: „Schick die Leute weg, dass sie sich etwas zu essen kaufen. Schon lange haben sie Hunger. Jetzt ist es Zeit, sie gehen zu lassen“.
Jesus antwortet: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Der Hinweis der Jünger auf die fünf Brote und zwei Fische dokumentieren die Hilflosigkeit: „Wir haben kaum genug für uns selbst.“
Manche Christen waren am Aufgeben: ihr Glauben fing an zu zerbröseln, die Widerstände waren scheinbar groß und die Kräfte zu gering.
Das Evangelium wagt ein großes Versprechen:
„Jesus nimmt das Wenige, das kaum genügt, dankt Gott dafür, gibt es seinen Jüngern – und siehe da: 5000 + Frauen und Kinder werden satt.“
Das Evangelium sagt: Macht es wie Jesus. Haltet fest am Glauben an das Himmelreich. Teilt miteinander: eure Hoffnung – euer Vertrauen – euer Brot und auch den Fisch – also das mehr ist als das Notwendige. Ich werdet sehen, was passiert. Jesus dankt Gott dafür und es wird wachsen.
Liebe Schwestern und Brüder, es ist nicht schwer, dies ins Hier und Heute zu aktualisieren: Menschen wenden sich von uns als Gemeinde ab, mancherorts werden Kirchen beschmiert und Exkremente zurückgelassen;
in unseren Gottesdiensten geht es fad her. Begeisterung sieht anders aus.
Hat der Glaube an Jesus noch Zukunft? Trägt er noch?
Ich höre das Evangelium: Ihr müsst euch nicht schämen. Auch Jesus hat gezweifelt. Aber sein Mitleid und sein Vertrauen waren größer. Haltet an ihm fest – ihr werdet es erleben, dass viele, viele Menschen durch euch lernen, an Gottes Liebe zu glauben.
Allgemeines Gebet
Lektor/in: Gott, unser himmlischer Vater gibt uns, was wir selbst uns nicht geben können: das Leben jetzt und das Leben in seiner Herrlichkeit. Darum beten wir:
- Wir beten für die Menschen, die sich nach Sinn in ihrem Leben sehnen. Dass sie empfangen, was sie suchen: etwas wofür sie leben wollen und können. ‑ Gott, unser Vater!
Antwortruf: Wir bitten dich, erhöre uns!
- Vielen Menschen leiden unter Gewalt und Terror, viele fliehen davor: Wir beten, dass sie Helfer und Beschützer finden – Gott, unser Vater!
- Wir beten für die Menschen, die in Kirche und Religion Verantwortung tragen. Dass sie den Menschen geben, was sie von dir empfangen haben: Frieden und Trost. – Gott, unser Vater!
- Wir beten für die Frauen und Männer, die das Gefühl haben, übersehen zu werden und meinen, dass geflüchtete Menschen mehr Aufmerksamkeit bekommen. Wir beten, dass auch sie gehört und beachtet werden. ‑ Gott, unser Vater!
- Wir beten für die gesamte Menschheitsfamilie: dass wir lernen, dass wir alle aufeinander angewiesen sind und miteinander verbunden sind.
Lektor/in: Darum bitten wir, durch deinen Sohn Christus Jesus, unseren Herrn und Bruder. Amen.