03.05.2026: 5. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Welche Gefühle haben sie gegenüber Jesus?
Welche Gefühle haben sie, wenn wir hier unsere Glaubenslieder singen?

Richten wir jetzt unsere Gedanken auf Jesus hin aus.
Er ist in unserer Mitte: unsere Versammlung, die Kerzen, der Altar, die Bilder sind die sinnenfälligen Zeichen dafür.

Er soll uns zu Herzen Reden:
Dass wir gute Gedanken haben, dass er uns tröstet, dass er uns in seine Nachfolge ruft.

Jesus, Licht auf unserem Weg
Jesus, unsere Hoffnung und unsere Kraft.
Jesus, Ziel unseres Lebens

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Ab dem 5. Ostersonntag geht es um den Abschied – um den Abschied Jesu von seinen Jüngern. Schließlich feiern wir ja bald – also am 40. Tag nach Ostern – Christi Himmelfahrt und Pfingsten.

Heute und an den nächsten beiden Sonntagen betrachten wir die sogenannten Abschiedsreden im Johannesevangelium. Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat, hält er eine lange Rede. Diese Rede hat der Evangelist verfasst. Er hat sich die Frage gestellt:

Was hatte Jesus seinen Jüngern am Abend vor seinem erwartbaren Tod zu sagen. Was dem Evangelisten dazu eingefallen ist, ist wahrhaftig vom Heiligen Geist inspiriert: Es fasst wunderbar zusammen, was Jesus für uns bedeutet, was es heißt, an ihn zu glauben, und wie Jesus mit seinem himmlischen Vater verbunden ist.

Das erste: Jesus verschafft uns eine Bleibe, eine Wohnung bei Gott. Und er zeigt uns den Weg dorthin. Einen ganz neuen und einzigartigen Weg. Jesus ist der Weg. Er hat uns gezeigt, wer Gott in Wahrheit ist: unser Vater, der uns liebt wie eine Mutter.

Und das zweite: Wer Jesus sieht, der sieht Gott. Denn Jesus ist „im“ Vater und der Vater ist „in“ Jesus.

Das Dritte ist: Jesus, der am Kreuz sterben wird, geht eben genau so und dadurch zum Vater, um für immer bei ihm zu bleiben!

Haben sie es gemerkt, dass das zutiefst mit ihnen zu tun hat?

Jesus gibt keine Verhaltensregeln, damit man zu Gott kommt.
Jesus hält auch keine langen Lehren, wie Gott ist, welche Eigenschaften er hat und so fort.

Er sagt ganz einfach: Wer mich sieht, sieht Gott.
Wer den Weg geht, den ich zeige und gehe, geht den Weg zu Gott.

Liebe Schwestern und Brüder,
was immer auch in unserem Leben geschieht – es ist nichts anderes als ein Schritt auf dem Weg, der uns zu Gott führt.

Verzeihen sie, wenn ich diesem Bekenntnis noch etwas hinzufüge:

Es könnte jemand sagen:

Ich sehe Jesus nicht – er ist ja schon lange vor mir auf der Erde gewesen.

Doch: wir sehen Jesus:
Die vier Evangelien erzählen von ihm und geben uns ein Bild von ihm:
Wie er ausgesehen hat, ist nicht wichtig.

Wichtig ist:
Dass er jedem einzelnen Menschen geliebt hat – selbst jene, die ihn schließlich töteten.

Wichtig ist, dass uns Jesus Gott als Vater zeigt, der uns liebt wie eine Mutter.

Wichtig ist, dass Jesus uns zeigt, dass auch wir – wie Jesus an den Vater glauben können und die Menschen lieben können – alle.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott will untern uns wohnen und er will und bei sich eine Bleibe geben. Wir beten zu ihm:‘
Himmlischer Vater       L/A: Wir beten zu dir.

Für die Kinder, die in St. Anton Erstkommunion feiern: dass sie immer mit Jesus verbunden bleiben.

Für Paare, die in diesem Jahr heiraten: dass ihre Liebe wächst und sie ein Zeichen deines Liebesbundes sind.

Für Menschen, denen ein schwerer Abschied bevorsteht: dass sie dankbar für die Vergangenheit sind und die Trauer überwinden.

Für uns, die wir Jesus nachfolgen: dass wir nicht müde werden und im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe wachsen.

Lektor/in: Vater im Himmel, du liebst uns wie eine Mutter. Führe uns zu dir und gib uns eine Bleibe bei dir. Du der du immer bei uns bleibst und in uns bist, in Ewigkeit.
A: Amen.

01.05.2026: 1, Mai

Lesung aus dem Brief an die Galater Gal 4,4-7

4   Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn,
     geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt,
5   damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen,
     und damit wir die Sohnschaft erlangen.

6   Weil ihr aber Söhne seid,
     sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen,
     den Geist, der ruft: Abba, Vater.
7   Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn;
     bist du aber Sohn, dann auch Erbe, Erbe durch Gott.

Halleluja: Halleluja, halleluja,     –

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes    Joh 2,1-11

1   Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei.

2   Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.
3   Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.

4   Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.

5   Seine Mutter sagte zu den Dienern:Was er euch sagt, das tut.

6   Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach;
     jeder fasste ungefähr hundert Liter.

7   Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser!
Und sie füllten sie bis zum Rand.

8   Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist!

     Sie brachten es ihm.
9   Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war.
     Er wusste nicht, woher der Wein kam;
     die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es.
     Da ließ er den Bräutigam rufen
10 und sagte zu ihm:

     Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten.
Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.

11  So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Karla in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
wir sehnen uns nach jemanden, der uns versteht,
der es immer gut mit uns meint,
der auch noch gut ist, wenn wir etwas falsch gemacht haben,
der uns immer etwas zum Essen oder trinken bereit hat,
dem wir alles sagen möchten,
der uns immer mag,
und dem wir nur Gutes wollen können.

Kennen sie so jemanden? Sind sie das für ihre Kinder?
Mama, Papa, beide oder der eine mehr als der andere?

In Bayern und in der rk Kirche überhaupt, überträgt man all diese mütterlichen Eigenschaften auf Maria. Warum war das nötig?
Weil Jesus immer mehr als Weltenrichter dargestellt wurde, und sein Vater als der, der die Sünder bestraft.

Angst ist in das Denken über Gott eingedrungen! Angst vor dem strengen Richter Gott. Maria wurde als Gegenpol dargestellt. Sie könnte vielleicht bei Gott und ihrem Sohn Barmherzigkeit und Vergebung erwirken.

So wurde Maria in der Anschauung der Glaubenden zur Fürbitterin, die uns hilft in den irdischen Nöten und beim Gericht.

Das NT erzählt noch ganz andere Begebenheiten:

Sie sagt: Was er euch sagt, das tut. Sie versteht ihren Sohn nicht.
Sie wird von ihm zurück- und zurechtgewiesen.
Ihre Gebete für ihren Sohn haben sich nicht erfüllt.
Er wurde getötet.
Sie hat mit den Aposteln den Hl. Geist empfangen.

Alles, was wir in unserer Glaubensbeziehung zu Jesus erfahren können, hat auch Maria erfahren. Sie ist vor allem das Urbild der Glaubenden und damit das Urbild der Kirche. Freude strahlend zeigt sie uns ihren Sohn und zeigt uns damit, was auch unsere Aufgabe ist:

Dass wir voll Freude von Jesus erzählen, der uns gezeigt hat, dass Gott nicht richtet, sondern dass er uns liebt wie ein Vater und eine Mutter.

19.04.26: 3. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
wer das Glück hat, eine Urlaubsreise anzutreten ist beim Start voller Erwartung und Freude über die bevorstehende Zeit.

Wer ins Theater geht, spürt eine positive Spannung: Wie wird die Aufführung werden.

Wer ins Kino geht, ist schon auf dem Weg dahin anders gestimmt als auf dem Weg in die Arbeit.

In welcher Stimmung und Erwartung sind sie hierhergekommen?

Die Stunde der Danksagung an Gott in der Gemeinde ist eine ganz besondere Stunde. Vielleicht ist sie ein Höhepunkt in der Woche.

Voll Freude über das Geschenk des ewigen Lebens preisen wir Gott:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Was würden Sie tun, wenn sie 100 Milliarden Euro geschenkt bekommen?

Ja genau. So würde es mir auch gehen. Ich wüsste erst gar nicht, was ich tun soll. Wahrscheinlich würde ich zunächst gar nichts tun – außer mich zu wundern und mich zu fürchten – so viel Geld!
Vielleicht würde ich einfach wieder meiner Arbeit nach gehen.

So ähnlich stelle ich mir das bei den Jüngern Jesu vor: Sie hatten erkannt: „Jesus ist auferstanden. Er lebt!“ Der Tod ist überwunden. Die (eigenen) Sünden sind vergeben und die noch viel größeren derer, die Jesus getötet hatten. Und nun?

Das Johannesevangelium entwickelt eine Ostergeschichte, in der es darum geht – und um noch viel mehr. Die Geschichte ist voller Symbolik:

Ein erfolgloser Fischfang; Ein Fremder, der um etwas Fisch bittet; Jünger, die Jesus zuerst nicht erkennen; Ein überreicher Fischfang mit 153 Fischen. 153: das ist die Summer der Zahlen zusammengerechnet von 1+2+3 usw. bis 17. Ein Kohlenfeuer und ein jetzt ein erkannter Jesus, der den Jüngern Fisch und Brot reicht. „Kommt und esst“ ist seine Aufforderung.

Die Jünger sollen nicht wieder als Fischer ihr Brot verdienen. Das macht sie nicht mehr satt. Sie haben nun eine andere Bestimmung:

Der Fang von 153 großen Fischen auf das Wort Jesu hin deutet das an.

Es gibt mehrere Deutungen für die se Zahl: aber klar ist: Die Jünger sind gesandt: Ihre Sendung ist die Auferstehung Jesu; das Reich Gottes und das ewige Leben in Fülle zu verkünden.

Dass sie versagt haben und immer wieder versagen werden, soll sie daran nicht hindern. Das Kohlenfeuer erinnert an das Feuer im Hof des Kajaphas und damit Petrus an die Verleugnung seiner Jüngerschaft.

Jesus reicht ihnen Brot und Fisch: wie bei der Speisung der 5000 am gleichen Ort, dem See von Tiberias:
Jesus hatte gesagt: Ich bin das Brot des Lebens.
Wer von dem Brot isst, wird ewig leben.

Jetzt ist es so weit: wenn die Jünger an Jesus glauben, der sein Leben hingegeben hat, dann ist er ihre Nahrung – für immer und ewig.

Durch Jesus leben sie in Ewigkeit.

Jesus ist dann kein Fremder mehr. Er ist der, der Leben gibt.

Das ist mehr als ein 100 Milliarden Euro Gewinn!

Liebe Schwestern und Brüder,
können sie, können wir erspüren, was uns geschenkt ist:
Die Ewigkeit – Gottes Leben – Glückseligkeit ohne Ende – trotz all unserer Grenzen und Begrenzungen-

Niemand, der an Jesus glaubt, kann sagen: „Ich habe nichts zu lachen!“

Es ist ganz anders: „Wir können gar nicht mehr aufhören uns zu freuen!“

Und diese Freude ist unsere Sendung. Ihre und meine.

100 Milliarden Euro – das ist im Vergleich dazu weniger als ein Staubkorn im Universum.

Jesus schenkt uns nicht etwas – sondern sich.
Nicht etwas zum Leben – sondern das Leben in Fülle in Ewigkeit.

Amen. Halleluja.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, unser Vater, du hast uns in dein Volk berufen, und nimmst uns auf in dein Reich. Wir beten zu dir, weil wir dir vertrauen.

V/A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Menschen, die keinen Sinn im Leben sehen. Lass sie erkennen, dass du sie in dein Reich berufen hast!

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Getauften, dass sie ganz persönlich glauben und von Freude über das Geschenk des ewigen Lebens sind..

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für unsere Welt, in der die Selbstsüchtigen und Rücksichts­losen die Macht an sich reißen: dass wir ihnen nicht nachlaufen, sondern am Respekt und der Achtung vor dem Mitmenschen festhalten.

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für die jungen Menschen am Beginn ihres Arbeitslebens: dass sie eine gute Arbeitsstelle finden und an der friedlichen Entwicklung unserer Gesellschaft mitwirken.

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Christen: dass wir auf Jesus hören und zur Einheit zurückfinden.

A: Herr, erhöre unser Rufen

Lektor/in: Gott, du hast uns deine Liebe und deine Macht geoffenbart. Wir preisen dich heute und unser ganzes Leben im Heiligen Geist.

12.04.26: 2. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Leo XIV begrüßte nach seiner Wahl zum Bischof von Rom die wartenden Menschen mit dem Gruß Jeus, des Auferstandenen:

„Friede sei mit euch!“

Obwohl sie ängstlich weggelaufen waren und Jesus allein ließen,
obwohl Petrus ihn verleugnete, obwohl sie nichts tun konnten, um Jesus zu retten – Jesus grüßt sie: Friede sei mit Euch.

Frieden zwischen mir und euch! Frieden zwischen euch und Gott!
Frieden zwischen euch untereinander! Und: ihr dürft Frieden haben mit euch selbst.

Diesen Frieden empfangen wir von Jesus, an den wir glauben. Durch ihn ehren wir Gott unseren Vater.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
wie denken sie über Macht?
Wie ändern sich Menschen, wenn sie viel Macht haben?
Was sind es für Menschen, die nach der Macht streben und sie immer noch weiter vermehren wollen?

Und: bitte fragen sie sich selbst: In welchen Bereich haben sie Macht?

Macht ist geradezu das Gegenteil von Jesus – auch wenn ihm im Matthäusevangelium die Worte in den Mund gelegt werden: „Mir ist alle Macht gegeben – im Himmel und auf Erden.“

Der Gekreuzigte ist das Bild der Ohnmacht schlechthin!

Liebe Mitchristen: Wir setzen unsere Hoffnung auf einen, den die Mächtigen töteten, weil sie um ihre Macht fürchteten.

Von Anfang an mussten die Christen sich dafür rechtfertigen und hatten selbst Mühe, dies anzunehmen. Immer wieder stand die Frage im Raum:

Musste der Messias leiden? Kann ein Gekreuzigter Messias sein?
(Geschichte von den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus)

Das Johannesevangelium macht eine 180° Wende:
Thomas sagt: Wenn, dann glaube ich nur an Jesus, den Gekreuzigten.
Er hat bereits verstanden: Wer auch gegenüber denen, die ihm Böses tun, gut und liebend bleibt – wird und muss leiden!

Zu ihm, den Gekreuzigten sagt er: Mein Herr und mein Gott!

Die Macht Jesu liegt nicht im Herrschen und Urteilen, im Strafen und Belohnen. Die Macht Jesus liegt im Vergeben.

Seine endgültige Gabe an die Jünger ist: der Heilige Geist. Der Geist Gottes. Der Geist, der ihn in seinem Wirken angetrieben hat.
„Empfangt den Heiligen Geist!“ sagt er zu den Jüngern. Und legt ihnen ans Herz, was Gottes Geist in ihnen wirken soll: „Vergebt den Menschen ihre Sünden! Jeder, der darunter leidet, dass er seinen Mitmenschen zu wenig Liebe entgegenbringt, soll merken: Gott steht zu dir. Er hört nicht auf, dich zu lieben, so wenig Jesus aufgehört hat, die zu lieben, die ihn töteten.

Liebe Schwestern und Brüder,
am Ostern haben wir unser Taufbekenntnis erneuert und bestärkt:
Dreimal haben wir bekannt: „Ich glaube!“

Damit stehen wir an der Seite des Apostel Thomas, der zu Jesus sagte: Mein Herr und mein Gott.

Ja, wir glauben, dass Gottes Kinder Liebe immer größer ist und dass wir immer seine Kinder bleiben.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Wir haben den Heiligen Geist empfangen: den Frieden und die Versöhnung. Angetrieben von diesem Heiligen Geist beten wir:

Gott, Heiliger Geist    L/A: Erfülle die Herzen deiner Gläubigen

  • Wir denken an die Getauften, die die Stimme des Geistes missachten und Kriege führen: dass sie umkehren und von ihrem Unrecht ablassen.
  • Wir beten für die Menschen, die unter inneren Kämpfen leiden, die mit sich und ihrem Leben unzufrieden sind: dass sie mit sich ins Reine kommen.
  • Wir beten für die Ungetauften, die Interesse am christlichen Glauben haben: dass sie gute Begleiter finden und die Freude des Christseins entdecken und sich taufen lassen.
  • Wir beten für die Kinder und Jugendlichen, die sich auf ihre Erstkommunion und auf ihre Firmung vorbereiten: dass das Feuer des Heiligen Geistes in ihnen brennt.
  • Wir beten für die Maximilian und Luis und ihre Mutter Joy, dass Sie in der Gemeinschaft der Christen Heimat finden und im christlichen Leben Freude und Segen finden.
  • Wir beten für unser Land und seine Bevölkerung: dass wir den Frieden und Zusammenhalt bewahren.

Lektor/in: Vater im Himmel, in dir finden wir Frieden und Freude, Versöhnung und Leben. Wir danken dir und preisen dich in Ewigkeit.

A: Amen

06.04.26: Ostermontag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Frère Roger Schütz von Taizé hat den Pilgerweg des Vertrauens begonnen und ausgerufen.

Der Osterglaube ist darin aufgegangen und fruchtbar geworden.

Wenn wir zum Vertrauen finden, hören wir auf einander zu misstrauen

Das Vertrauen in Gott ist der Wurzelgrund für das Vertrauen im Miteinander der Menschen.

Wir dürfen aus dem Vertrauen leben, dass unser Leben Gottes Gabe ist und uns deshalb in seine Ewigkeit führt.

Grüßen wir Christus, der uns den Weg des Vertrauens vorausgegangen ist:

Ansprache:

Liebe Schwestern und Brüder,
Immer wieder einmal erlebe ich ein Gespräch, in dem jemand zweifelt, ob es denn wirklich etwas gibt, wenn wir einmal gestorben sind. Dann fällt oft dieser Satz: „Zurückgekommen ist noch keiner“ Dieses Argument begründet, warum der Zweifel aufkommen kann.

Was wäre denn, wenn einer zurückkommen würde?

Da gibt es ja die schöne Gleichnisgeschichte vom armen Lazarus, der in Abrahams Schoß getröstet wird. Der Reiche, der ihm nichts zu essen gab, wird gequält vom brennenden Schmerz der Reue und bittet Abraham Lazarus solle seine Brüder warnen, dass sie nicht den gleichen Fehler machen: Abrahams Antwort: „Das wir nichts helfen. Wenn sie auf Moses und die Propheten nicht achten, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht!“

Fast möchte ich sagen: Jesus ist auferstanden. Und doch gibt es viele, die nach wie vor ihr Herz verhärten für die Not ihrer Mitmenschen.

Sowohl die Lazarusgeschichte, als auch die Emmausgeschichte finden wir im Lukasevangelium, das sich in vielen Teilen liest wie ein biographischer Roman über Jesus, den aus Nazareth.

Die Emmausgeschichte ist eine Geschichte über den Zweifel und seine Überwindung:

Die beiden Jünger nehmen die Rolle der Zweifler ein:

Sie jammern, weil wieder einmal ein Guter dran glauben musste.
Sie jammern, dass dies ein ungerechtes Urteil war.
Sie jammern, dass die Mächtigen sich wieder einmal mit Gewalt durchgesetzt haben, um an der Macht zu bleiben.
Sie jammerten, weil am Ende eben doch immer die Ruchlosen und Herrschenden am längeren Hebel sitzen.

Liebe Schwestern und Brüder,
alle Ähnlichkeit mit heutigen Vorurteilen und Meinungen sind keineswegs zufällig, sondern gewollt und beabsichtigt.

Es kommt noch besser:

Die beiden Zweifler kennen sogar schon Menschen,
die den Zweifel überwunden haben.
Sie kennen die Nachricht, dass Jesus auferstanden ist.
Sie kennen die Gewissheit, dass die Mächtigen ihre Macht verloren haben, sobald wir die Schwelle zu Gott hin überschreiten.

Aber das können sie nicht glauben – und damit auch nicht, dass Jesus eine neue Ordnung aufgerichtet hat – gerade auch in seinem Tod.

Das Lukasevangelium setzt den Zweiflern eine seltsame Gestalt entgegen:

Ein Fremder. Denn das, was er zu sagen hat und das, was Jesus immer gesagt hat – solange er durch das Land zog und das Reich Gottes verkündete – das ist den Zweiflern fremd.

Lukas scheut sich nicht, die Zweifler „unverständig“ zu nennen. Sie hätten ein Herz, das zu „träge“ ist, um zu glauben, dass Jesus auferstanden ist.

Der Fremde macht ihnen verständlich, dass es in der ganzen Schrift immer schon darauf hinausläuft, dass der Gerechte in dieser Welt leiden muss – aber dass er nur so gerecht bleiben kann.

Am Ende dieser Geschichte ist der Zweifel überwunden: Sie glauben an Jesus und dass er lebt und teilen mit den anderen Jüngern die Erfahrung:
Jesu Botschaft ist wahr: Der Gerechte muss leiden – aber genau So legt er Zeugnis ab für Gott und schenkt Gemeinschaft mit Gott.

Liebe Schwestern und Brüder,
die daran zweifeln, dass das Gute eine Chance hat, ja dass es sogar das Böse überwindet, sind immer in Gefahr, sich der Macht des Bösen zu beugen: Schießt du auf mich, dann schieße ich auf dich.
Beleidigst du mich, so beleidige ich dich.
Greifst du mich an – dann greife ich dich an.

Als ob das Leben ein Fußballspiel wäre.

Die an Jesus glauben und dass er in Gottesherrlichkeit lebt, sind anders.

Sie sind widerständig und stark – wie Jesus. Sie denken:

Du kannst mich nicht davon abbringen, dich zu lieben – oder noch süffisanter formuliert: „Meine Feindschaft kriegst du nicht!“

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, du bist gut und in deiner Barmherzigkeit gerecht, weil du sie jedem gewährst. Wir beten zu dir:

Pfarrer singt nach jeder Bitte:
Gott unsres Lebens           A: Wir bitten dich, erhöre uns

  • Dass die Zweifelnden zum Vertrauen finden.
  • Dass die Liebenden stärker sind als der Hass.
  • Dass die Vertrauenden, die Angst überwinden.
  • Dass die Glaubenden, den Glauben an das Gute bewahren.
  • Dass die Gewalttätigen weniger werden.
  • Dass die Frieden liebenden mächtiger werden.
  • Dass die Verstorbenen bei dir Leben

Lektor/in: Gott, wir danken dir für deinen Sohn, der für uns den Verführungen durch Hass und Feindschaft widerstanden hat, damit wir an die größere Liebe glauben können. Wir preisen dich in Ewigkeit. Amen

05.04.26 Ostern

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus hat einmal gesagt: Himmel und Erde werden vergehen -aber meine Worte werden nicht vergehen!

Ich möchte zwar nicht dabei sein, wenn Himmel und Erde vergehen und der nächste Urknall ein Universum entstehen lässt – aber sehr gerne mochte ich in der Ewigkeit sein, in der Jesu Worte gelten:

In Gottes Licht und Herrlichkeit: in seinem Frieden, voll des Lebens in vollkommener Freude. Dieses Reich kommt und es ist schon da – weil so viele Menschen auf Jesus hören und aus Liebe handeln.

Grüßen wir Christus unseren Heiland und Befreier.

Liebe Schwestern und Brüder,
manche Entdeckungen in der Weltgeschichte bleiben für immer – jeden­falls über Jahrtausende und Jahrhunderte wirksam und unver­zicht­bar: Der Satz von Pythagoras zum Beispiel – oder dass Hunde ideale Begleiter des Menschen sind oder die Entdeckung der Elektrizität und des Magnetismus. Eine Welt ohne Aristoteles und Plato kann man sich gar nicht vorstellen.

Jesus und die frohe Botschaft, die er verkündete, gehören zu diesen Phänomenen in der Menschheitsgeschichte, die schon Jahrtausende lang wirken. Wenn man in die Welt schaut, kann man davon ausgehen, dass dies noch lange so sein wird – auch wenn wir in unserer Weltgegend gerade eine andere Erfahrung machen.

Schon deshalb kann ich mit Fug und Recht sagen: Was Jesus in seinem Leben getan hat und dass er dafür sein Leben einsetzte, hat sich „gelohnt“.
Ungefähr 2,5 Milliarden Menschen hören auf Jesus, glauben an ihn und daran, dass sie durch ihn Gemeinschaft mit Gott haben. Erfolg ist dafür kein angemessenes Wort mehr.

Und wie bei vielen großartigen Entdeckungen: Jesu Botschaft sehr einfach:
Das größte ist die Liebe seines himmlischen Vaters. Und das wichtigste ist, ihn zu lieben und den Mitmenschen, wie sich selbst.

Für diese Botschaft und weil er behauptete, dass Gott durch ihn spricht, hat man ihn verurteilt und gefoltert bis zum Tod. Er hat sich dies nicht nur gefallen lassen. Er hat diesen Weg gewählt – als Tat der Liebe zu seinen Freunden und Feinden.

Solange er durchs Land zog, verkündete er, dass Gott ewiges Leben schenkt. Er nannte dies Auferstehung. Auch von sich selbst sagte er, er werde auferstehen – am dritten Tag.

Nun war er tot – das war die Nagelprobe für die Frauen und Männer, die ihm nachgefolgt waren.

Das Joh Ev erzählt davon:  Maria von Magdala geht zum Grab. Wie man es halt so macht. Man will, dass es schön ist. Die Zärtlichkeit zum Verstorbe­nen zeigt sich darin. Man will sich erinnern und gibt dem Schmerz Raum.

Als sie sich dem Grab nähert – ich weiß nicht, was sie wirklich erlebt hat. Das Evangelium gebraucht eine mythologische religiöse Bilder­sprache – man merkt sofort: Es geht hier nicht um Berichterstattung.

Das Evangelium erzählt, dass der Stein weg war.

Typisch Johannes sucht sie zuerst nach einer „normalen“ Erklärung. „Man hat den Leichnam weggenommen“, erzählt die Petrus und Johannes. Die überzeugen sich vom leeren Grab.

Johannes glaubte – aber er verstand nicht.

Maria von Magdala versteht als erste: Engel helfen ihr dabei, denen sie den Grund ihrer Trauer sagen kann. Und Schließlich genügt es dem Evangelisten, dass Jesus Maria beim Namen nennt.
Als sie ihren Namen hört, versteht sie und es fällt ihr wie Schuppen von den Augen: Jesus ist nicht im Grab!

Sie verstand, dass Jesus nicht anders handeln konnte. Jesus hatte die Sendung, alles aus Liebe zu tun und sich durch nichts davon abbringen zu lassen – auch nicht durch die Grausamkeit der Folterknechte und den Hass seiner Feinde.

Was Jesus getan hat und was er verkündet hat, was er durchgehalten hat in seinem Martyrium, trägt in Maria Frucht.

Sie verändert sich: Es ist, wie Jesus gesagt hat: Er ist Gottes Sohn und er lebt nun bei Gott. Wer an ihn glaubt wird leben, auch wenn er stirbt, Jeder, der an ihn glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.

Ostern ist, wenn wir wirklich an Jesus glauben,
wenn wir denken und vertrauen wie er;
wenn wir frei sind, wie er, wenn wir stark sind, wie er.

Er sendet uns, dass wir den Menschen Heil und Heilung und Hoffnung und Versöhnung und Einheit bringen.

Jesu Liebestat hat Erfolg. Aber es ging nicht anders: Er musste lieben bis in den Tod. Das war nötig. Deshalb können wir an ihn glauben. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, Vater Jesu und unser aller Vater. Du hast Jesus gesandt, damit wir das Leben in Fülle haben. Wir beten zu dir:

  • Für alle, die an die Auferstehung Jesu glauben: dass sie Jesus immer mehr ähnlich werden.
  • Für die Menschen, die an diesem Osterfest getauft werden: dass die Freude des Glaubens in ihnen immer weiterwächst.
  • Für die Frauen und Männer, die berufen sind, den Glauben an Jesus zu verkünden: dass sie im Herzen glaubende Menschen bleiben.
  • Für die Millionen Kinder und Erwachsenen, die unter den Kriegen in der Welt leiden: dass sie Mut haben, für den Frieden einzutreten.
  • Für unsere Gesellschaft, dass die Menschen mit sehr großem Vermögen ihre Verpflichtung für das Gemeinwohl erkennen und erfüllen.

Lektor/in: Vater, du bist gerecht und schenkst jedem deine Liebe. Gib uns Kraft, dass wir dich rühmen und dir durch unser Tun die Ehre geben: dass wir dich loben und preisen in Ewigkeit. Amen.

04.04.26 Feier der Osternacht

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Liebe Schwestern und Brüder,
manche Entdeckungen in der Weltgeschichte bleiben für immer – jeden­falls über Jahrtausende und Jahrhunderte wirksam und unver­zicht­bar: Der Satz von Pythagoras zum Beispiel – oder dass Hunde ideale Begleiter des Menschen sind oder die Entdeckung der Elektrizität und des Magnetismus. Eine Welt ohne Aristoteles und Plato kann man sich gar nicht vorstellen.

Jesus und die frohe Botschaft, die er verkündete, gehören zu diesen Phänomenen in der Menschheitsgeschichte, die schon Jahrtausende lang wirken. Wenn man in die Welt schaut, kann man davon ausgehen, dass dies noch lange so sein wird – auch wenn wir in unserer Weltgegend gerade eine andere Erfahrung machen.

Schon deshalb kann ich mit Fug und Recht sagen: Was Jesus in seinem Leben getan hat und dass er dafür sein Leben einsetzte, hat sich „gelohnt“.
Ungefähr 2,5 Milliarden Menschen hören auf Jesus, glauben an ihn und daran, dass sie durch ihn Gemeinschaft mit Gott haben. Erfolg ist dafür kein angemessenes Wort mehr.

Und wie bei vielen großartigen Entdeckungen: Jesu Botschaft sehr einfach:
Das größte ist die Liebe seines himmlischen Vaters. Und das wichtigste ist, ihn zu lieben und den Mitmenschen, wie sich selbst.

Für diese Botschaft und weil er behauptete, dass Gott durch ihn spricht, hat man ihn verurteilt und gefoltert bis zum Tod. Er hat sich dies nicht nur gefallen lassen. Er hat diesen Weg gewählt – als Tat der Liebe zu seinen Freunden und Feinden.

Solange er durchs Land zog, verkündete er, dass Gott ewiges Leben schenkt. Er nannte dies Auferstehung. Auch von sich selbst sagte er, er werde auferstehen – am dritten Tag.

Nun war er tot – das war die Nagelprobe für die Frauen und Männer, die ihm nachgefolgt waren.

Das Mt. Ev erzählt davon:  Die Frauen gehen zum Grab. Wie man es halt so

macht. Man will, dass es schön ist. Die Zärtlichkeit zum Verstorbenen zeigt sich darin. Man will sich erinnern und dem Schmerz Raum geben.

Als sie sich dem Grab nähern – ich weiß nicht, was sie wirklich erlebt haben. Das Evangelium gebraucht eine mythologische religiöse Bilder­sprache – man merkt sofort: Es geht hier nicht um Berichterstattung.

Jedenfalls hat es mit Gott zu tun, deswegen wird der Engel erwähnt.
Und das Erzittern der Erde. Achten wir auf die Worte, die das Evangelium, dem Engel in den Mund legt:
„Fürchtet euch nicht. Jesus, der Gekreuzigte, ist nicht hier!“

Sie hätten sich fürchten können: zum ersten vor denen, die Jesus getötet haben – vielleicht standen auch sie auf der Liste.

Noch mehr aber: Fürchtet euch nicht davor zu glauben, dass Jesus lebt und auferstanden ist in Gottes Herrlichkeit – auch wenn das euer ganzes Leben und Denken durcheinanderwirbelt und neu sortiert.

Was Jesus getan hat und was er verkündet hat, was er durchgehalten hat in seinem Martyrium, das trägt in den Frauen Frucht.

Sie fangen an zu begreifen. Sie werden verändert.
Es ist, wie Jesus gesagt hat: Er ist Gottes Sohn und er lebt nun bei Gott.
Wir sind Gottes Kinder und werden bei Gott leben.

Solange wir leben, haben wir eine Berufung:
Gott ist unser Vater, der uns liebt wie eine Mutter. Ihn lieben und die Mitmenschen – das ist das wichtigste.

Ostern ist, wenn wir wirklich an Jesus glauben,
wenn wir denken und vertrauen wie er;
wenn wir frei sind, wie er, wenn wir stark sind, wie er.

Er kommt uns entgegen und er sendet uns nach „Galiläa“, dass wir den Menschen Heil und Heilung und Hoffnung bringen und sie aus ihrer Hoffnungslosigkeit befreien.

Jesu Liebestat hat Erfolg. Aber es ging nicht anders: Er musste lieben bis in den Tod. Das war nötig. Deshalb können wir an ihn glauben. Amen.

03.04.26: Karfreitag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung vor der Feier

Liebe im Glauben versammelte Gemeinde,
Viele unter uns haben gestern gehört und bedacht, dass wir durch Jesus Gemeinschaft mit Gott haben, wenn wir seinen Liebesdienst annehmen und uns von ihm die Füße waschen lassen.

Dass Jesus den Jüngern die Füße wusch, ist ein Zeichen. Darin deutet er im Voraus an, dass seine Liebe keine Grenze hat: Jesus unterwirft sich dem Urteil der Menschen und leidet den Foltertod.
Er läuft nicht weg. Er bleibt. Er wehrt sich nicht.
Nicht aus Schwäche, sondern aus Liebe – zu denen, die ihm Schmerzen zufügen und töten.

Wir begegnen heute Gottes grenzenloser und unüberwindlicher Liebe. Seiner Größe, die sich in Jesu Ohnmacht zeigt und die uns erschaudern lässt.

Deshalb beginnt die Feier heute damit, dass wir uns niederknien und uns auf den Boden legen. ‑ Gott hebt uns empor.

Ansprache

Liebe Schwestern und Brüder,
ich muss zugeben: ich habe erst einmal oder zweimal ein Konzentrations­lager der Nazis besichtigt und ich schau mir fast nie Filme an, die das Gräuel zeigen, das jüdischen und behinderten und psychisch kranken Menschen angetan wurde: Warum: Es ist eigentlich unerträglich! –

So ähnlich geht es mir mit der Leidensgeschichte Jesu: Wie geht es ihnen damit, anzuhören, dass Jesus auf diese grausame Art gefoltert und ermor­det wurde? Ich finde es zutiefst verstören. Dieser arme Mensch! Dieses fürchterliche Leid. Schon bei der bloßen Vorstellung schüttelt es mich.

Warum tun wir uns das an?
Warum erinnern wir uns an diese Grausamkeit?

Es ist nicht nur die Geschichte von der Grausamkeit, es ist zugleich die Geschichte größter Menschlichkeit.

Denn Jesus hat diese unmenschliche Gewalt entmachtet.
Nicht, indem er ihr noch größere Gewalt entgegengesetzt hat,
sondern weil er nicht aufgehört hat zu lieben:
die, die ihn anklagten und verurteilten;
die, die ihn allein gelassen haben und sogar verraten;
die ihn gequält haben.

So wie er seinen Jüngern die Füße wusch,
so hat er diese Gewalt ertragen – aus Liebe.

Worin besteht diese Liebe?
Das hat Jesus bei der Fußwaschung den Jüngern erklärt:

Wenn ich dir nicht die Füße wasche, hast du keinen Anteil an mir.

Jesus weiß: Nur wenn ich auch die Menschen liebe, die mich verurteilen, verleugnen und im Stich lassen und mich foltern, können Sie glauben, dass die Liebe größer ist. Nur so können sie an Gott glauben. Nur so finden sie zur Gemeinschaft mit Gott. ‑ Es geht nicht anders.

Darum hören wir uns diese Geschichte immer wieder an.

Die Geschichte zeigt uns, wozu wir Menschen fähig sind:

Man muss Gewalt nicht mit Gewalt beantworten.
Man muss Feindschaft nicht mit Feindschaft beantworten.
Man kann bei der Liebe bleiben.

Es geht nur so:
Wenn wir auch diesen Liebesdienst Jesu annehmen, der Leid und Tod ertrug, und an der Liebe festhielt, haben wir Gemeinschaft mit Gott
und er verwandelt uns, so dass wir ihm ähnlich werden: immer mehr.

In einem Gebet beten wir darum:

Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde,
sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde,
sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde,
sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

02.04.2026: Gründonnerstag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Ich grüße Sie sehr herzlich zur Feier des Letzten Abendmahls. Wir freuen uns, dass Sie heute gekommen sind.

Liebe Schwestern und Brüder! Wir feiern das Gedenken verschiedenster Anlässe: Wir gedenken der im Krieg gefallenen; der von den Nazis ermordeten psychisch Kranken, dem Erlangen der Einheit Deutschlands.
Die Gedächtnisfeier unserer Erlösung ist geht noch weiter: In dem wir das Gedächtnis feiern, empfangen wir die Versöhnung mit Gott. Wir werden in den Bund Gottes mit uns Menschen hineingenommen.

Beginnen wir die Dreitagefeier unserer Erlösung, lassen wir unseren Glauben stärken und erneuern wir unsere Entscheidung als Jesu Jünger zu leben.

Ansprache:

Zu meinen Kindheits- und Jugenderinnerungen gehören unsere Besuche von Landshut aus bei der Mutter meiner Mutter in Weiden.

Die Kurz Oma, wie wir sie nannten, hat sich einfach gefreut, wenn ihre Tochter mit ihrer Familie kam und hatte natürlich Kuchen gebacken, Brotzeit eingekauft, das Feiertagsgeschirr aufgedeckt.

Natürlich gab es auch kleine Mitgebsel, wenn wir uns verabschiedeten.

Über all diesen liebevollen Gesten stand ein Satz: „Des braucht’s doch net!“ oder „Des hätt’s doch net braucht!“ Das konnte sich bis fast zur Verweigerung der Annahme steigern.

„Des braucht’s (geht) doch net!“ Hat Petrus nicht gesagt, als Jesus ihm die Füße waschen wollte. Er wollte es nicht zulassen!

Petrus ist der Felsenmann. Petrus ist der Sprecher der Jünger.
Er sagt, was alle denken. – Auch an dieser Stelle?

Vordergründig geht es darum, dass er nicht zulassen will, dass Jesus, den er als Messias erkennt, ihm die Füße wäscht. Da wäre ja: als ob der König die Wäsche seiner Diener wäscht. Das stellt doch die Welt auf den Kopf.

Es fällt uns schon schwer, einen Liebesdienst anzunehmen.
Es fällt uns schon schwer, unsere Bedürftigkeit zuzugeben.
Das schwingt auch bei Petrus mit. Lieber liegt er mit ungewaschenen Füßen bei Tisch – als dass Jesus sie ihm wäscht.
Lieber haben sie alle ungewaschene Füße, als dass einer es tut und es sich die anderen tun lassen.

Diese ungewaschenen Füße sind ein Gleichnis für einen Aspekt unserer Gottesbeziehung: Es fällt vielen Menschen unsagbar schwer, zuzugeben und sich einzugestehen, dass sie vor Gott schmutzig sind: dass wir uns selbst nicht aus unserer misslichen Lage befreien können:

Das erste ist: wir leben und können nichts dafür. Und wir sterben und können nichts dagegen tun. Wir können uns das Leben nicht selbst geben.

Und zum zweiten:

Neid, Stolz, Hochmut, Gier, Unbehrrschtheit, Angst, Gleichgültigkeit, Abneigung, Feindschaft und Hass und unauslöschliche Selbstsucht – sie machen uns zu schaffen. Deshalb werten wir andere ab, deshalb vergleichen wir uns und wollen besser dastehen und sein.

Diese un‑menschlichen Eigenheiten unterscheiden uns von Gott und vom Himmel Gottes – so dass wir uns unweigerlich von Gott getrennt fühlen und fühlen müssen. Und wir denken fast zwangsläufig, dass wir auch gar nicht anders sein können.

Liebe Schwestern und Brüder,
Wir können uns nicht selbst aus diesem Sumpf ziehen.
Es geht nicht anders: wir müssen uns von diesen unmenschlichen Eigenheiten befreien lassen, reinwaschen lassen.

Wir hören Jesus sagen: Deine Sünden sind dir vergeben.
Ich verurteile dich nicht. Sündige nicht mehr! Ich bin gekommen, damit du das Leben in Fülle hast. Und eben auch: Wenn du dir nicht von mir die Füße waschen lässt, hast du keine Gemeinschaft mit mir.

Von Jesus lernen wir, dass uns nichts von Gott trennen kann.

Sein ganzes Leben – bis zum Sterben – hat den Sinn, uns zu lehren,
dass wir immer Gottes Kinder bleiben und dass Gottes Geist und Kraft das Böse in uns im Zaum hält und uns zu guten Menschen macht.

Die Verbindung zu Gott kommt nicht von uns.
Die Verleugnung unserer unmenschlichen Eigenheiten lässt diese nicht verschwinden.

Es geht nur so: Gott spricht sein Ja zu uns: durch und in Jesus.
Es geht nicht anders, als dass wir Jesu Liebesdienst annehmen
– so haben wir Gemeinschaft mit Gott.
Christen sind also Menschen, die sich von Jesus die Füße waschen lassen.
die sich von ihm in die Gemeinschaft mit Gott aufnehmen lassen.

Übrigens: Ich habe gelernt und muss es immer wieder üben, die liebvollen Gesten einfach anzunehmen: Statt: „Des braucht’s doch net“ – einfach danke sagen und sich beschenken lassen.

Das ist ein Gleichnis für unsere Gottesbeziehung. Amen.

Allgemeines Gebet:

Lektor/in: Gott, Vater Jesu und unser Vater, durch Jesus hast du den neuen Bund mit uns geschlossen:  den Bund der Versöhnung und des ewigen Lebens. Wir beten zu dir:

  • Wir beten für alle, die in diesen Tagen Ostern feiern: dass sie Ostern in Frieden feiern können.

Pfr: Christus, höre uns.           A: Christus, erhöre uns.

  • Wir beten für alle die freiwillig ihre Zeit und ihre Kraft für andere einsetzen: in Vereinen und Gruppen und in Hilfsorganisationen.
    Gib ihnen immer wieder neue Kraft.

Pfr: Christus, höre uns.           A: Christus, erhöre uns.

  • Wir beten für alle, die über den Einsatz von Soldaten und Waffen entscheiden, über Krieg und Frieden: dass sie den Frieden suchen und Kriege beenden.

Pfr: Christus, höre uns.           A: Christus, erhöre uns.

  • Wir beten für alle, die Angst haben vor dem, was auf sie zukommt:
    um Menschen, die ihnen beistehen und sie stärken.

Pfr: Christus, höre uns.           A: Christus, erhöre uns.

  • Wir beten für alle Menschen, die alleine essen müssen und niemanden haben, der mit ihnen am Tisch sitzt.

Pfr: Christus, höre uns.           A: Christus, erhöre uns.

Lektor/in: Herr, Jesus Christus, in dir ist Gottes Liebe Mensch geworden. Du gibst uns die Kraft, füreinander einzustehen und in jedem Menschen das Abbild Gottes zu sehen. Dafür danken wir dir heute und alle Tage bis in Ewigkeit.

29.06.26: Palmsonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Kinder!
Wir ziehen heute von hier aus in zur Kirche und feiern dort unsere heilige Messe. Wir möchten miterleben, wie es damals war, als Jesus nach Jerusalem gekommen ist. Deshalb habt Ihr auch die schönen Palmbuschen mitgebracht. Sie sind festlich mit bunten Bändern geschmückt.

Damit winken wir Jesus zu. Wir freuen uns, dass Jesus bei uns ist. Er hat eine wunderbare Botschaft: Gott ist immer bei uns.

Wenn wir traurig sind, versteht er uns.
Wenn wir uns freuen. Freut er sich mit uns.
Wenn uns etwas weh tut. Bleibt er bei uns.

Davon singen jetzt die Kinder

Überleitung zum Evangelium:
Jesus war ein ganz wunderbarer Mensch. Wenn er in einen Ort kam, liefen die Menschen zusammen und begrüßten ihn und wollte ihn hören.
Auch in Jerusalem war Jesus schon bekannt. Als die Leute hörten, dass er zum Paschafest kommt, waren sie begeistert und liefen ihm entgegen. Davon hören wir jetzt.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus (21,1-11)

Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte
          und nach Betfage am Ölberg kam,
          schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen:

Geht in das Dorf, das vor euch liegt;
dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden
und ein Fohlen bei ihr.
Bindet sie los, und bringt sie zu mir!
Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt:
Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen.

Das ist geschehen, damit sich erfüllte,
          was durch den Propheten gesagt worden ist:

Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir.
Er ist friedfertig, und er reitet auf einer Eselin
          und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers.

Die Jünger gingen und taten,
          was Jesus ihnen aufgetragen hatte.

Sie brachten die Eselin und das Fohlen,
          legten ihre Kleider auf sie,
          und er setzte sich darauf.

Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus,
andere schnitten Zweige von den Bäumen
          und streuten sie auf den Weg.

Die Leute aber, die vor ihm hergingen
          und die ihm folgten, riefen:

Hosanna dem Sohn Davids!
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn.
Hosanna in der Höhe!

Als er in Jerusalem einzog,
          geriet die ganze Stadt in Aufregung,
          und man fragte: Wer ist das?

Die Leute sagten:
Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.

Einführung
Ich freue mich, dass wir wieder die Karwoche feiern dürfen.
Heute als Auftakt den Palmsonntag und dann das Triduum:

Wir feiern und erleben, wie Jesus uns hineinnimmt in sein Leben, in seine Hingabe, in seine Opferbereitschaft. Das stärkt unsere Gewissheit, dass Gott Jesus in seine Herrlichkeit und in sein Licht aufnimmt und dass er auch uns aufnehmen wird.

Mit Jesus und durch Jesus und in Jesus hat sich Gott für immer mit uns verbunden und wir sind ein Teil von ihm.

Umgeben von den vielen unmenschlichen Lieblosigkeiten feiern wir das Leben und die L iebe Gottes, die stärker ist als alles andere. Grüßen wir Christus unseren Bruder, unseren Erlöser, der uns Leben bringt.

Ansprache nach der Leidensgeschichte:
Ich möchte heute das Augenmerk auf die Szene richten, wo die Soldaten Jesus einen purpurroten Mantel umhängen, ihm eine Dornenkrone aufsetzen und einen Stock in die Hand geben.
Sie beugten ihr Knie vor ihm und äfften die nach, die Jesus wie einen König in Jerusalem begrüßt hatten: Sei gegrüßt, König der Juden.

Dann aber schlugen sie ihn mit dem Stock und spuckten ihn an!

So verhöhnten sie ihn und trieben ihren Spott mit ihm.

Müssen sie lange nachdenken, bis sie sich erinnern, wie sie einmal Zeuge waren, dass jemand verspottet und verhöhnt wurde? Oder fällt ihnen gleich ein solcher Vorfall ein?

Wir können uns natürlich über die aufregen, die krude Schimpförter gebrauchen.

Noch feiner aber ist es, wenn wir uns an die Seite der verspotteten stellen.
Denn sie brauchen jemand, der sie stützt und schützt.

Jesus jedenfalls hat den Spott und Hohn über sich ergehen lassen.
Er hat den Hass nicht erwidert.

Jesus steht auf der Seite der Menschen, die verhöhnt werden!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, Jesus, dein Sohn wurde verhöhnt. Aus Liebe zu seinen Peinigern, ertrug er ihren Spott ohne Widerwort. Wir beten zu dir:
Gott, Vater Jesu ‑               L/A: Schenke deinen Frieden.

L  Wir beten für die Menschen, die wegen ihrer Hautfarbe Abwertung und Missachtung und Verdächtigungen erfahren.

L  Wir beten für die Menschen, die wegen ihres Glaubens oder wegen ihrer politischen Überzeugung Gewalt und Abwertung erfahren.

L  Wir beten für unser Heimatland: dass die Menschen die Lust an Hass und Gewalt wieder aufgeben und Respekt und Achtsamkeit das Zusammenleben prägen.

L  Für die Mädchen und Jungen, die sich auf ihre Erstkom­munion oder Firmung vorbereiten, dass sie im Herzen berührt werden und eine Freundschaft zu Jesus entwickeln.

L  Für Leo, den Nachfolger des Petrus und für unsere Bischöfe, dass sie das Volk Gottes auf dem Weg in die Zukunft leiten und Mut zu notwendigen Veränderungen haben.

Lektorin: Guter Gott, wir danken dir für unser Leben und für die Schöpfung, deren Teil wir sind; vor allem für deine Liebe, die du uns in Jesus Christus erwiesen hast. Dich preisen wir in Ewigkeit.

A: Amen.