01.02.2026: 4. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung
Christen sind Menschen, die den Ruf Jesu hören und ihm folgen und von ihm lernen. Heute hören wir im Evangelium, wie Jesus die Menschen lehrt, die ihm zuhören -also uns.

Es sind keine Glaubenssätze, die er lehrt.
Keine Dogmen, keine Betrachtungen über das Wesen Gottes.

Er redet uns zu Herzen.

Streifen wir die die Hetze, das Rennen und das Wetteifern einmal ab – die Zerstreuung, die uns daran hindert, zu uns selbst zu kommen.

Gehen wir in uns und konzentrieren wir uns auf unsere besten seelischen Kräfte.

Wir rufen:

Jesus, du liebst uns – du kennst uns – stärke unser Vertrauen

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
man muss jubeln: es gibt so viele Menschen, die einfach gut sind und anderen gut und Gutes tun und dabei nicht müde werden:
Sie alle kennen so jemanden und nicht wenige unter ihnen sind so ein Mensch.

Es gibt so viele hilfsbereite Menschen. So viele von denen andere sagen: Das ist ein ganz Netter oder eine ganz liebe.

Es wird so viel für Menschen in Not gespendet und so viel Leid wird dadurch immer wieder gelindert.

Halten wir die Augen offen – dass wir sehen, was Menschen alles anderen Gutes tun und freuen wir uns darüber!

Zugleich: man könnte aus dem Klagen kaum herauskommen:
Menschen verwüsten die Schöpfung, beuten sie aus, vermüllen sie mit Müll und Gestank, so dass bald die Luft zum Atmen fehlt. Sie fallen übereinander her und entwickeln immer schrecklichere Maschinen, um den anderen zu schaden und zu töten; wir beobachten, wie rücksichtlos und egoistisch viele sind; wie teilnahmslos und träge andere.

Halten wir die Augen offen, dass wir uns nichts vormachen und trauern wir darüber, dass Menschen so viel Böses tun.

Uns, die wir ein Teil dieser zwiespältigen Menschheit sind und auch selbst daran Anteil haben – genau uns – spricht Jesus an.

Er kennt unsere Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit und Trost.
Er spürt, dass es uns leid tut, um die Menschen, die einfach der Armut nicht entkommen können. Er sieht, wie wir mit den Menschen trauern, die Menschen, ihre Würde, ihren Besitz verloren haben;
er sieht, wie wir uns machtlos erleben gegenüber denen, die alles an sich reißen und wie wir manchmal wütend werden, weil so viele Menschen benachteiligt werden.

Er sieht auch, dass es so viele Menschen gibt, die nicht müde werden zu helfen; die selbstlos und uneigennützig geben; Menschen, die Frieden stiften und säen, weil sie um Verständnis und Nachsicht für die anderen werben und Menschen, die sich nicht scheuen, für Gerechtigkeit einzutreten und die Ungerechtigkeit beim Namen zu nennen – auch wenn sie dafür Nachteile in Kauf nehmen müssen und als Störenfriede ausgegrenzt werden.

Weil Jesus uns so kennt, antwortet er auf unsere Sehnsucht und preist uns selig:

Selig seid ihr – denn ihr werdet Trost finden bei Gott und eure Sehnsucht nach Frieden wird er stillen!

Liebe Schwestern und Brüder,
ziehen wir die richtigen Schlüsse daraus, dass uns Trost und Frieden in Gottes Welt, im Jenseits, versprochen werden.

Der falsche Schluss wäre es, aufzugeben und die Sehnsucht nach Frieden auf das Jenseits zu vertagen. Die falsche Schlussfolgerung wäre es, den Armen und Benachteiligten und Ohnmächtigen und Trauernden zu sagen: Das müsst ihr jetzt aushalten – im Jenseits werdet ihr entschädigt!

Die falsche Schlussfolgerung wäre es zu denken: In diesem Leben zählen rücksichtslose Einsatz der eigenen Stärke – weil das Jenseits hat ja noch keiner gesehen.

Der richtige Schluss heißt vielmehr:

Wir sind berufen, aus der Hoffnung zu leben:
Aus der Zuversicht, dass unsere Sehnsucht sich erfüllt.

Wir sind gesandt, die Hoffnung bei den Menschen zu stärken:
die Hoffnung, dass es sich lohnt für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten und nach Gottes Willen zu handeln.

Es lohnt sich, weil nur so werden, was wir im tiefsten sind:
Ebenbild Gottes. Wir leben durch seine liebevolle Geistkraft.

Durch uns und mit uns und in uns will und kann und wird er
seiner Liebe immer wieder zum Durchbruch verhelfen.

Er macht uns zum Licht der Welt!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Vater im Himmel, du preist Menschen selig und versprichst ihnen Anteil an deinem Reich. Wir bitten dich:

Vater im Himmel         L/A Stärke ihre Hoffnung

  • Wir beten für die Amen,
    dass sie erhalten, was ihnen in ihrem Leben fehlt.
  • Wir beten für die Trauernden,
    dass sie Trost finden.
  • Wir beten für die Friedfertigen,
    dass sie nicht Opfer der Gewalttätigen werden.
  • Wir beten für die Benachteiligten,
    dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt.
  • Wir beten für die, die barmherzig sind,
    dass ihr Vorbild Schule macht.
  • Wir beten für die Menschen die uneigennützig helfen,
    dass ihre innere Freude immer größer wird.
  • Wir beten für die, die sich um die Versöhnung der Menschen bemühen, dass ihr Bemühen auf fruchtbaren Boden fällt.
  • Wir beten für die, die für Gerechtigkeit eintreten und dafür verspottet und abgelehnt und sogar verfolgt werden,
    dass sie stark bleiben im Vertrauen auf dich.

Lektor/in: Vater, du bist Höchste und segnest die, die dir ehrlichen Herzens deinem Reich dienen. Ehre sei dir und Lob, jetzt und in Ewigkeit.

25.01.26: 3. Sonntag im Jahreskreis A

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Wir planen! Da kommt jemand dazwischen!
Kann das vielleicht Gott sein, der uns dazwischen kommt!
Weil er uns jetzt gerade braucht?
Weil er genau jetzt uns etwas zeigen will?

Störungen, Unterbrechungen müssen uns nicht immer gleich ärgern:
Wir können sie aufmerksam wahrnehmen und überlegen,
wie wir als Glaubende uns verhalten. Wir können uns Fragen.
Was will Gott, das ich tue?
Dann merken wir manchmal im Nachhinein, dass Gott durch uns wirken konnte und dass wir selbst dabei gelernt haben,
noch besser als Kind Gottes zu leben.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
es ist ein großes Lob, wenn wir von jemand sagen: der macht nicht nur einen Job, sondern er folgt seiner Berufung: Ich gebe zu, nicht alle Berufe verbinden wir in gleicher Weise mit Berufung –bei Lehrerinnen und Lehrern, ist es ein großer Vorteil, wenn sie in darin ihrer Berufung folgen.
Oder Handwerker, die ihren Beruf mit Hingabe und Liebe oder ausüben und ihre Handwerkerehre darin sehen, gute Arbeit zu machen.

Ich sage das nur, um das Wort berufen ein wenig in unsere Alltagswelt zu holen. Immerhin erzählt das Mt. Ev. ja davon, wie Jesus Jünger beruft.

Die Erzählung benützt ein sprachliches Schema. Es kommt nur darauf an, dass Jesus ruft und der Gerufene dem Ruf folgt. Das Ev. erzählt wenig später, dass Jesus im Haus des Petrus dessen Schwiegermutter vom Fieber heilt. Es fand also keineswegs ein „Bruch“ mit der Familie statt.

Immer wieder frage ich: Was macht einen Christen zum Christen?

Eine Antwort finden wir in dem heutigen Evangelium:
Christen sind Menschen, die dem Ruf Jesu hören und ihm „nachfolgen“.

„Nachfolgen“ sagen wir auch nicht so oft. Firmenchefs haben Nachfolger. Aber das beschriebt nur eine Reihenfolge. Wenn wir Christen Jesus „nachfolgen“ geht es um mehr:

Wir werden seine Schüler! Und was lernen wir von ihm?
Was haben sie von Jesus gelernt?

????

Das ist eine sehr persönliche Frage, die nach einer sehr individuellen Antwort verlangt.

Ich will ihnen meine ganz persönliche Antwort sagen. Die Absicht dabei ist, dass sie dadurch angeregt werden, ihre persönliche Antwort zu finden:

Mein Lernen von Jesus begann schon sehr früh.

Meine Eltern waren Christen und versuchten, danach zu leben und sie brachten uns Kindern bei, was das bedeutet:

Ehrlich sein – Versprechen einhalten – etwas für den anderen tun – zusammenhalten – Gemeinschaft pflegen – Pflichten erfüllen – Beten – am Sonntag die Messe feiern – Rücksicht nehmen – usw.

Zum zweiten erfuhr ich in der Familie Einiges von Jesus und seinem Leben.
Wir haben auch darüber geredet und nachgedacht.

Als Jugendlicher habe ich mich selbständiger gemacht. Ich durfte tatsächlich ein paar Mal erleben, dass manche Jesus Worte mich sehr persönlich angesprochen haben. Sie waren für mich wie eine Befreiung.

So entstand eine lebenslange Schülerschaft bei Jesus und ich habe inzwischen viel von ihm gelernt:

  • Das wichtigste ist die Liebe –
    Gottes zu mir und zu jedem anderen Menschen.
  • Wo Liebe ist, da ist das Reich Gottes und das Reich Gottes ist deshalb so nahe, wie ich Liebe annehmen und geben kann.
  • Alle Menschen sollen glauben können und erfahren, dass sie Gottes geliebte Kinder sind – er gibt niemanden verloren.
  • Ich brauche mich nicht zu ängstigen und zu sorgen:
    Gott weiß, was ich brauche!
  • Ich kann Mut haben, für die Liebe einzutreten – auch wenn mich das in Schwierigkeiten bringen sollte.
  • Selbst wenn ich Schlechtes erlebe, vertraue ich darauf:
    Gott ist da. Er lässt mich nicht zugrunde gehen.

Mir würde mehr einfallen – vor allem aber würde es mich freuen, wenn Sie selber sich bewusst machen, was sie von Jesus gelernt haben.

Viel Freude dabei!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, unser Vater, du hast uns in dein Volk berufen, und nimmst uns in dein Reich der Liebe auf. Wir bitten dich, weil wir dir vertrauen.

L/A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Menschen, die in ihrem Leben keinen Sinn erkennen können. Lass sie erkennen, was wie sie für andere Menschen da sein können!

A: Herr, erhöre unser Rufen

L:   Für alle Getauften: dass die Botschaft Jesu sie bewegt und dass sie von Jesus lernen, als Kind Gottes zu leben.

A: Herr, erhöre unser Rufen

L:   Für unsere Welt, in der die Selbstsüchtigen und Rücksichts­losen die Macht an sich reißen: dass es ihnen nicht gelingt, die Menschen ins Unheil zu stürzen.

A: Herr, erhöre unser Rufen

L:   Für die jungen Menschen am Beginn ihres Arbeitslebens: dass sie eine Arbeitsstelle finden und dass sie den tieferen Sinn ihrer Arbeit erkennen.

A: Herr, erhöre unser Rufen

L:   Für alle Christen: dass wir von Christus lernen und dadurch die Einheit wiedergewinnen.

A: Herr, erhöre unser Rufen

Lektor/in: Gott, du hast uns deine Liebe und deine Macht geoffenbart. Wir preisen dich heute und unser ganzes Leben im Heiligen Geist.

18.01.2026: 2. Sonntag im Jahreskreis

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Haben sie in ihrer Wohnung eine Fotografie von einem schönen Erlebnis?
Es kann immer wieder das Besondere und Schöne dieses Augenblicks lebendig werden lassen.

Die Eucharistiefeier bewirkt ganz ähnliches: Wir werden erinnert an Jesus und seine besondere Bedeutung und Liebe. Wir sprechen die Worte, die Jesus beim Abschiedsmahl zu seinen Jüngern sagte.

In dem ganze Tun wir die Liebe Jesu wirksam. Sie betrifft uns und sie bewegt uns. Jesus nimmt uns in die Gemeinschaft mit seinem Vater auf:
Er ist in uns und wir sind in ihm.

Wir wollen ihn loben und preisen und rufen zu ihm.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
In jeder Messfeier beten wir:
„Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde Welt.“
Unzählige Male wird das Lamm Gottes bildlich dargestellt – auch in unserer Kirche. Oft mit einem Blutstrahl, der aus der Brust hervorquillt. So wird eine Verbindung hergestellt zum Tod Jesu, wo ein Soldat mit einer Lanze in die Seite Jesu sticht.

Verstehen sie, warum Jesus als Lamm (!) Gottes bezeichnet wird?
Es klingt fast entgegengesetzt, wenn Johannes in den nächsten Sätzen sagt: „Ich sah, dass der Geist auf ihn herabkam. „Er ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft“ Und sogar: „Dieser ist der Sohn Gottes“

Lamm Gottes, Ausgestattet mit dem Heiligen Geist, er tauft mit dem Heiligem Geist. Er ist der Sohn Gottes!

Diese Komposition macht einem fast schwindlig im Kopf.

Das würde gar nicht zu Jesus passen, denn er soll ja Klarheit bringen und die Wahrheit über Gott und Mensch. Also versuchen wir Klarheit zu gewinnen: Woher kommt der Vergleich mit einem Lamm?

Am Beginn der Geschichte Israels steht eine Flucht. Eine Flucht, die fast wie ein triumphaler Festzug dargestellt wird: Die Flucht der Israeliten aus Ägypten. Am Abend vor diesem Auszug schlachten die Israeliten in ihren Hausgemeinschaften ein Lamm, um sich zu stärken.

Das Blut des Lammes streichen sie an ihre Türpfosten. Es ist das Zeichen, dass sie zum Herrn gehören, der Moses beauftragt hat, sein Volk, die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs in die Freiheit zu führen.

Jesus wird getötet – wie die Lämmer beim Auszug.
Alle, die an ihn glauben, den man hingerichtet hat wie ein Lamm, macht er frei – frei von der Selbstentfremdung, von der Entmenschlichung durch das, was wir Sünde nennen.

Er macht uns frei und stärkt uns für unseren Weg, die Sünde hinter uns zu lassen.

Liebe Schwestern und Brüder,
diese etwas komplizierten Gedanken und Zusammenhänge zeigen, dass wir neben dem Neuen Testament auch die heiligen Schriften des Volkes Israel, das von uns so genannte AT im Gepäck haben. Es ist die Heilige Schrift, aus der Jesus geschöpft hat und mit deren Bildern und Erfahrungen Jesus und sein Erlösungswerk beschrieben werden.

Das bedeutet bei Leibe nicht, dass die Heilige Schrift unmittelbar von Gott gegeben ist. Vielmehr gibt es in dieser Schrift des Volkes Israel viele Vor­stellungen und Gedanken über Gott, die nicht mit dem vereinbar sind, wie Jesus Gott und seine väterliche Liebe und Barmherzigkeit verkündet hat.

Es verläuft aber eine Spur vom Gottesglauben Israels zur Gottesbotschaft Jesu. Glanzlichter, die aufleuchten und zeigen, dass die Schriften des Alten Testaments Zeugnis sind für die Selbstoffenbarung Gottes an die Menschen der Erde.

Zum Beispiel die Sätze aus dem Buch Jesaja, die wir in der ersten Lesung gehört haben:

„Es ist zu wenig, dass nur Israel und Juda zum Herrn heimgeführt werden.
Vielmehr soll der Prophet und mit ihm das ganze Volk zum Licht für die Völker werden. Gott, der Herr, will allen Menschen der Erde das Heil schenken.“

Wir Jünger Jesu glauben:
Jesus ist dieser Eine. Er ist das Licht für alle Nationen
und er macht uns zum Licht,
weil er uns den Geist vom Himmel, den Geist Gottes schenkt:
Der Geist Gottes durchtränkt und erfüllt uns, so dass wir wahrhaft Kinder Gottes und Ebenbild Gottes heißen dürfen: Die Gesalbten des Herrn! Wenn wir hernach beten: Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, bekennen wir: Jesus, dessen Blut man vergossen hat, wie das Blut eines wehrlosen Lammes ‑ befreit uns und macht uns heil durch das Geschenk des Geistes Gottes.
Er teilt ihn mit uns, weil er der Sohn Gottes ist.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Himmlischer Vater, durch deinen Sohn Jesus befreist du uns aus der Macht der Sünde. Wir beten zu dir:

Himmlischer Vater     L/A: Sende aus deinen Geist und die Erde wird neu.

  • Für die Menschen, die Gewalt erleiden: dass sie davon erlöst werden.
    Für die Menschen, die anderen Unrecht antun: dass sie davon ablassen.
  • Für unsere Gesellschaft, dass das Gemeinwohl wieder zu einem Wert wird, dem sich alle verpflichtet wissen.
  • Für die Menschheitsfamilie, dass dein Geist die Liebe zum Frieden und zur Gerechtigkeit weckt und stärkt und den Geist der Feindschaft und der Selbstsucht überwindet.
  • Für die Getauften auf der ganzen Erde: dass sie die Spaltungen hinter sich lassen und ihre Einheit erkennen und dir gemeinsam für das Leben und den Geist danken.
  • Für unsere Gemeinde: dass wir nicht müde werden, die Gemeinschaft mit den Christen anderer Konfessionen zu pflegen und zu vertiefen.

Lektor/in: Vater im Himmel, du bist der Eine und Einzige; die Quelle allen Lebens. Wir loben dich vereint mit allen, die dich suchen und ehren. Jetzt und in Ewigkeit. Amen.

11.04.2026: Taufe Jesu

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung

Der Alltag in der Schule hat wieder begonnen:
Die Kinder könnten nicht genug Ferien bekommen.

Erwachsene sind oft auch froh, wenn nach den vielen Festtagen,
nach all den Einladungen und Besuchen und Aktivitäten und besonderen Bemühungen beim Kochen der gewohnte Ablauf wieder einkehrt.

Wir brauchen auch dafür viel Kraft.
Wir bemühen uns, es gut zu machen.
Wir wollen Menschen sein, mit denen man gut auskommen kann.

Jesus, an den wir glauben, hilft uns dabei. Zu ihm rufen wir:

  • Jesus, von Maria geboren.
  • Jesus, voll Liebe zu den Menschen
  • Jesus, erfüllt von Gottes Geist und Kraft.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Wann ist Ihnen das das letzte Mal passiert?
Sie kommen in einen Raum und denken sofort: mmmh hier riecht es aber gut! – Ob sie es glauben oder nicht, das hat mit der Taufe zu tun – wie sie in der röm.kath. Kirche gespendet wird.

Wer getauft wird, wird auch mit gesalbt – mit der Salbe, dem Chrisam. Das ist Olivenöl, dem Rosenöl hinzugefügt wurde, damit es gut riecht.

Ein alter Theologe hat gesagt: Die Getauften sollen unter den Menschen ein „Wohlgeruch“ sein. Damit wechseln wir natürlich die Sprachebene von der Beschreibung zur Symbolik.

Es geht nicht mehr um den Duft, sondern um das Wesen eines Menschen:
Freundlich, ehrlich aber nicht brüskierend, humorvoll aber nicht lächerlich.
Vielleicht mögen sie heute selber noch ein wenig überlegen, was jemand zu einem angenehmen Menschen macht.

Wodurch können Getaufte zu angenehmeren Menschen werden?
Wodurch werden wir zu angenehmeren Menschen – hoffentlich?

Das hängt wiederum mit der Salbung bei der Taufe zusammen.

Diese Salbung drückt aus, was wir in unserem Gottesglauben erfahren:

Wie eine Salbe heilt uns der Glaube – vor allem unser Inneres, das wir mit dem Wort Seele benennen: wir alle haben unsere seelischen Verletzungen: Die Unzufriedenheit mit uns selbst, die Enttäuschungen durch manche Freunde oder Verwandte, uvm.

Wir glauben aber, dass Gott uns liebt, dass er immer zu uns steht, dass er uns annimmt, auch wenn wir in vielem unvollkommen sind – besonders in unserer Fähigkeit zur Liebe.

Wie eine Salbe schützt uns unser Gottesglaube: manchmal sind wir in Gefahr, dass wir nur noch das Schlechte sehen, dass wir nicht mehr an die größere Kraft des Guten glauben.

Wir glauben aber, dass Gott gut ist und dass deshalb das Gute ewig ist, während das Böse vergeht. So schützt uns unser Glaube an Gott auch davor, selbst dem Bösen nachzugeben.

Wie eine Salbe pflegt und stärkt der Glaube an Gott unsere Seele: Die Herausforderungen, die vielen Erlebnisse – erfreuliche und traurig machende – zehren an unseren Kräften. Wie der Leib Stärkung braucht, so braucht auch unsere Seele beständig und verlässlich Stärkung.

Wir empfangen diese Kraft von Gott durch seinen Geist, der unseren Willen zum Guten stärkt, unsere Bereitschaft geduldig zu bleiben und Verständnis zu zeigen und unseren Mut für Gerechtigkeit einzutreten.

Gott stärkt uns, Gott schützt uns, Gott heilt uns!

Gott, du uns, immer wieder heilst du uns und gibst uns Kraft.
Hilf uns, dass das Gute, das du an uns tust in uns Frucht bringt und
wir anderen gut tun. – Amen.

31.12.25

Das sind die Schriftlesungen: Jes 32,15-18 ‑ Mt 22,15-21

Einführung:
Was hat sich für Sie in diesem Jahr geändert?
Jeder hat da seine ganz eigene Bilanz: Die Geburt eines Kindes, der Beginn einer Krankheit, eine neue Liebespartnerschaft oder der Verlust des Ehepartners verändern das Leben enorm.

Vieles können wir gar nicht lenken und planen. Wir können nur damit umgehen: Es annehmen oder uns innerlich und äußerlich dagegen wehren.

Für Gutes und Schlechtes brauchen wir viel Kraft und beides kann große Kräfte in uns wecken. Wir glauben, dass Jesus immer bei uns bleibt. Dass er jetzt in unserer Mitte ist. Deshlab grüßen wir ihn:

Vergebungsbitte Der Blick zurück zeigt uns Gutes und Böses, Freude und Trauer und so bitten wir: Gott unser Vater schenke uns sein Erbarmen. Er vergebe uns und führe uns zur ewigen Freude!

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Es klingt sehr utopisch, was der Propheten Jesaj verspricht: Die Wüste wird zum Garten. Aber es ist gar nicht so utopisch:

Der Urwald im Amazonasgebiet zum Beispiel steht nicht auf fruchtbarem Boden. Die Erde ist bei weitem weniger fruchtbar als im Donautal. Deswe­gen ist es nicht besonders klug, diesen Wald abzuholzen und die Fläche für den Ackerbau zu gebrauchen. Die Erträge wären nicht hoch und es entstünde dort eine trockene Steppe. Erstaunlich ist außerdem: Der Urwald ist eine Kulturlandschaft: Wie das Alpenvorland ist er auch durch menschliche Einwirkung so geworden.

In der Lesung heißt es: „Wenn der Geist aus der Höhe ausgegossen wird, dann wird die Wüste zum Garten und der Garten wird zu einem Wald. In der Wüste wohnt das Recht und die Gerechtigkeit weilt in den Gärten.“

Die Menschen im Amazonasgebiet haben sich so mit der natürlichen Vegetation verbunden dass auf schlechtem Boden dieser Urwald gewachsen ist. Obwohl sie keine Christen waren – müssen sie den Geist aus der Höhe in vollen Zügen aufgesaugt haben.

Diese Beobachtung lässt mich Hoffnung schöpfen für die Zukunft unseres Kontinents und für unsere Erde, die uns trägt und ernährt.

Im Augenblick wird ja das Recht nur mühsam erhalten. Viel zu viele Men­schen handeln und denken nach dem Grundsatz: Zuerst komme ich!
Ich komme mir vor wie am Pausenstand in der Schulzeit, wo es unter den Mitschülern oft ein übles Gedränge gab, weil jeder ganz vorne sein wollte.

Am Jahreswechsel wird gerne daran erinnert, was im vergangenen Jahr alles passiert ist. Interessant wäre weiter zu fragen: Warum ist es passiert? Oder noch wichtiger: Wozu ist es passiert? Wer verspricht sich was davon?

Wenden wir die Frage gleich auf die Zukunft hin: Was wird im neuen Jahr passieren? Wer wird was tun und warum und wozu?

Das Jesajabuch ermutigt uns: Was wir tun, soll dem Recht und der Gerechtigkeit dienen. Die Gerechtigkeit wirkt den Frieden und herauskommen Ruhe und Sicherheit.

Vielleicht denken sie: das habe ich nicht in der Hand – ja das stimmt.
Aber nur, wenn Sie an das denken, was sie nicht unmittelbar beeinflussen können.

Für den Weltfrieden sind wir nicht zuständig. Darauf haben wir nur sehr geringen Einfluss, denn wir sind in dem ganzen Organismus nur kleine Zellen, die mithelfen, dass es dem Ganzen gut geht. Aber wenn die Leberzellen das Blut nicht reinigen – dann geht es dem ganzen Körper schlecht. Und wenn die Schilddrüsen zu wenig oder zu viel Hormone produzieren fühlt sich der Mensch gar nicht mehr wohl. Da geraten die Gefühle und vieles mehr völlig durcheinander.

Liebe Schwestern und Brüder;
merken sie schon, wo diese Gedanken hinführen:

Wir schauen auf das alte Jahr zurückschauen und vor allem auf das neue voraus. Warum tu ich etwas und wozu? Das sollten wir uns überlegen. Denn das bestimmt unser Handeln und Denken. Oder ganz fromm gefragt:
Was will der Geist aus der Höhe durch mich wirken?

Je älter wir werden, desto mehr sind wir damit gefordert, am Leben zu bleiben. Automatisch kümmern wir uns mehr um uns und unsere Gesundheit als früher: Wie gehe ich um mit den zunehmenden Einschränkungen und der nachlassen Vitalität?
Was will der Geist aus der Höhe in mir wirken?

Je jünger und vitaler wir sind, desto größer ist unser Aktionsradius auf den wir Einfluss nehmen: was will der Geist aus der Höhe durch mich wirken?

Am Ende des Jahres kann ich zwar bedauern, wenn Kriege andauern und der Klimawandel wieder nicht eingedämmt wurde. Es kann mir leid tun.

Aber ist es nicht eine gute Aussicht, am Ende des Jahres sagen zu können:
Ich habe mich um die oder den gekümmert. Ich habe jemand helfen können. Ich konnte Verständnis wecken.

Das wünsche ich uns allen für das neue Jahr, dass wir den Geist aus der  Höhe aufsaugen, wie die Menschen, die so mit der Natur leben, dass auf schlechtem Boden ein Urwald wachsen kann.

28.12.2025: Fest der hl. Familie

Hier geht es zu den texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Der Sonntag nach dem Weihnachtsfest wird Fest der hl. Familie genannt – obwohl wir über diese Familie nichts wissen. Das Lk.ev. und das Mt.ev. erzählen zwar Geschichten von der Kindheit Jesu. Aber diese haben keinen biographischen Wert, sondern sie verkündigen Jesus als den schon immer erwarteten Messias – größer noch als Abraham, Jakob, Josef, Moses und David, die Urväter des Volkes Israel.

Familie: irgendwie ist jeder in einer Familie aufgewachsen: bei der Großmutter, bei der Tante, bei den eigenen Eltern, mit dem neuen Partner der Mutter, mit und ohne Geschwister. Was ist entscheidend dafür, dass es eine glückliche Kindheit ist? – Hatte ich eine glückliche Kindheit?

Gottes Geist ist in uns. Wenn wir auf ihn hören, leitet er uns auf den guten Weg. In diesem Geist preisen wir unseren Gott durch Jesus, unseren Messias und Heiland.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Benedikt der XV. hat 1920 das Fest der hl. Familie für die ganze röm.kath. Kirche eingeführt. Die hl. Familie sollte als Vorbild dienen für die Familien. Man sah diese nämlich durch die Änderungen in der damaligen Gesellschaft gefährdet.

Auch heute werben die Bischöfe werben für ein Ideal der christlichen Familie, das sich an Rollenbildern vergangener Zeiten orientiert.
Lassen sie mich einige Idealvorstellungen herausgreifen:

Grundlage für die Familie ist die lebenslange Verbindung eines Mannes und einer Frau im Ehesakrament. Die Eheleute schenken Kindern das Leben. Dabei sollen sie bewusst über die Zahl der Kinder und den Abstand in dem sie geboren werden entscheiden. Selbstverständlich sollen die Eltern ihre Kinder in das christliche Leben einführen und sie mit dem christlichen Glauben vertraut machen.

Dass die Mehrzahl der Familien heute nicht diesem Bild entsprechen, ist offensichtlich.

Ist es angemessen, dass die Kirche den Menschen sagt, welche Ideale sie anstreben sollen? Ist es nicht völlig daneben, dass das Lehramt in der Kirche bestimmte Lebensentscheidungen als Sünde verurteilt? – Zum Beispiel wenn sich jemand nach einer zerbrochenen Ehe wieder für eine neue Partnerschaft entscheidet.

Auch in meinen Augen ist das Ehesakrament ein erstrebens­wertes Ideal: Dass eine Frau und ein Mann einen lebenslangen Liebesbund eingehen und sich aufeinander verlassen können; dass sie Kinder bekommen; dass die Kinder von ihnen lernen, wie christliches Leben geht – das ist sicher ein guter Weg zu einem erfüllten Leben.

Es sind aber relativ wenige junge Leute in unserer Weltregion, die sich für dieses Ideal entscheiden können. Es ist nicht angebracht, darüber ein moralisches Urteil zu fällen.

Es ist – nach meiner Meinung unsäglich – wenn Menschen, wegen der Lebensform, die sie wählen, als Sünder abgewertet werden.

Die Kirche ist nicht dafür da, Bedingungen zu stellen, wer ihr genehm ist und wer nicht.

Vielmehr ist sie gesandt, zu heilen, was verwundet ist,
und zu helfen, wo Menschen Hilfe suchen.

Die Kirche soll nicht, ihre eigene Sicht anderen überstülpen.
Und es war noch nie hilfreich, Ideale die schon in der Vergangenheit oft nicht verwirklicht wurden, zum Naturgesetz zu erklären, das direkt von Gott geoffenbart worden sei.

Wer allen vorschreiben möchte, was sie sollen und nicht dürfen, muss damit rechnen, dass er links liegen gelassen wird.

Wenn die Kirche überhaupt etwas zu dem Thema Ehe und Familie sagt, dann sollte sie überlegen, wie sie Mütter und Väter und Kinder stärken kann. Die Kirche sollte sich an ihre Seite stellen und mit ihnen für gute Bedingungen für die Familien eintreten. Dazu drei Beispiele:

Wer Kinder hat und erzieht, sollte besser unterstützt werden: die steuerlichen Erleichterungen sind nicht ausreichend.

Das Kindergeld ist für die meisten viel zu gering, während es manche mit sehr gutem Einkommen gar nicht bräuchten.

Kinderlose sollten mehr als Familien mit Kindern bei der Finanzierung der Sozialversicherungen herangezogen werden.

Und wer Einkommen aus Mieten und Dividenden erzielt, sollte dafür entsprechende Sozialbeiträge entrichten.

Liebe Schwestern und Brüder, ob nun verheiratet oder nicht, ob geschie­den oder alleinerziehend: Die Kirche sollte nicht über die Menschen urteilen.

Sie sollte an der Seite aller stehen, die als Familie leben und einander einen Schutzraum geben, in dem sie sich aufeinander verlassen können und einander unterstützen und wo die die Talente und Fähigkei­ten der Kinder sich entfalten können.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, du hast Maria erwählt Mutter Jesu zu sein und Josef, um ihm Vater zu sein. Du bist unser Vater im Himmel. Wir beten zu Dir:

Vater im Himmel    L/A: Wir beten zu dir.

  • Wir beten für alle, die sich in der Politik für die Familien einsetzen: dass sie keine unnötigen Belastungen tragen müssen.
  • Wir beten für die Frauen und Männer, die einander und ihren Kindern in ihren Familien so viel Gutes tun.
  • Wir beten besonders für die Mütter, die für die Erziehung der Kinder im Beruf pausieren: dass ihre Leistung auch finanziell anerkannt wird.
  • Wir beten für die Väter, die ihre Arbeitszeit verringern, und die Last der Hausarbeit und der Erziehungsarbeit teilen.
  • Wir beten für die Alleinerziehenden und ihre Kinder: dass sie nicht allein gelassen werden, sondern auf alle mögliche und nötige Weise Unterstützung finden.
  • Wir beten für die Großeltern und für alle Verwandte, die oft bei der Erziehung und Betreuung der Kinder eine große Hilfe sind.

Lektor/in: Vater im Himmel, du weckst in uns den Geist der Liebe und Hilfsbereitschaft und die Liebe zu den Kindern. Du bist der Vater des Lebens und liebst und wie eine Mutter.
Wir loben Dich und preisen dich in Ewigkeit. Amen.

25.12.2025: Hochfest Weihnachten

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Christus ist geboren unser Retter und Erlöser. Er befreit uns von der Angst, unser Leben könnte vergeblich sein. Er rettet uns aus der Gefahr, an der Bosheit in der Welt zu verzweifeln.
Er schenkt uns Vertrauen und weckt in uns die Liebe zum himmlischen Vater.

Ihn preisen wir als unseren Heiland und Messias.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Warum bin ich auf der Welt? Also gerade ich? Und Sie? Und Jesus, dessen Geburt wir heute feiern? Zufall oder Gottes Wille und Liebe? Wenn wir nur 8 Generationen zurückrechnen: 2 Eltern – 4 Großeltern – 8 Urgroßeltern usw. Dann mussten 256 Menschen aufeinandertreffen, ein Kind zeugen – damit vor 65 Jahre ich auf die Welt kommen konnte. Genau diese 256 Menschen! Und meine Eltern mussten in einer gewissen Stunde mich zeugen -sonst wäre ein anderer an meiner Stelle. Zufall oder Gottes Wille und Liebe?

Genau dieselbe Frage stellt sich für die Erde als Planet, für die Milchstraße und für das ganze Universum: Warum sind wir da: Zufall oder Gottes Wille und Liebe?

Der Prolog des Johannesevangeliums gibt die Antwort, die damals alle Menschen teilten: Im Anfang war Gott und das „Wort“: Der Logos, das ist das Urprinzip der Schöpfung. Das Prinzip des Schöpfers. Alles wurde durch den Logos. Im Logos ist das Leben.

Alles was existiert und lebt, lebt durch den Logos, der von Gott kommt.
Die Sterne und die Erde und die Pflanzen; die Fische, die Vögel und die Tiere am Land – so wie wir Menschen.

Liebe Schwestern und Brüder, das ist mehr als der Mechanismus von Ursache und Wirkung. Der Logos Gottes ist nicht irgendwo – es ist in allem, was es gibt. Gott ist nicht über oder unter oder um das Weltall herum. Gott hat sich niemals von seiner Schöpfung getrennt. Gott lebt in und mit und durch seine Schöpfung.

Der Mensch aber kann zum Logos, zu seinem Schöpfer in Beziehung treten: Der Mensch kann sich bewusst werden, dass er durch den Logos Gottes lebt.

Das Joh.ev. schaut auf Jesus und erkennt:
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt!

Liebe Schwestern und Brüder, Jesus ist einzig unter den Menschen: Es gibt keinen anderen wie ihn. Er hat uns die Liebe des Vaters offenbart – nicht durch einen Aufsatz und eine gelehrte Rede im Gotteshaus.

Er hat es uns gelehrt durch sein Leben:
Er hat an die Liebe des Vaters geglaubt und niemals daran gezweifelt, dass er durch Gottes Wille und Liebe lebt.
Und er hat uns gelehrt, dass auch wir durch Gottes Wille und Liebe leben.

„Der Vater ist in mir und ich bin in euch!“ sagt er beim Abschied von den Jüngern.

Er hat immer danach gehandelt, dass jeder Mensch ein von Gott geliebtes Menschenkind ist, das durch den Logos Gottes lebt.

Durch ihn haben wir gelernt, das Licht der göttlichen Liebe zu sehen und es zu ergreifen und Kinder Gottes zu sein.

Deshalb feiern wir heute seine Geburt, über die wir kaum etwas wissen.
Deshalb feiern wir heute unsere Erlösung durch ihn.

Denn wir sind erlöst von dem Zweifel. Wir haben eine Antwort auf die Frage, warum wir auf der Welt sind: Aus Gottes Wille und Liebe leben wir. Der göttliche Logos hat die 256 Menschen über 8 Generationen bewegt, dass sie zusammenkommen.

In diesem wunderbaren Universum erkennen wir Gottes Herrlichkeit uns seinen Logos.

Jesus nimmt uns hinein, in das Geheimnis seines Lebens und seines Wesens: Der göttliche Logos ist Fleisch geworden – und wird es solange Menschen Gott loben und preisen, in dessen Kraft sie leben, Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott durch Jesus haben wir Anteil an Dir und dürfen uns Deine Erben nennen. Voller Vertrauen beten wir:

  • Wir beten für die Menschen, die am Sinn ihres Lebens zweifeln: dass sie deine Kraft in sich spüren.
  • Viele Bekannte, Nachbarn, Verwandte und Freunde können nicht mehr an Dich glauben. Wir beten, dass Sie den Glauben an das Gute nicht verlieren.
  • Wir beten für alle Getauften – gleich welcher Kirche sie angehören: dass sie ihre Berufung zum Frieden und zur Gewaltlosigkeit erkennen.
  • Wir beten für die christlichen Theologen und Bischöfe: dass sie das Evangelium so verkünden, dass sie in den Menschen den Glauben an Dich, guter Gott, stärken.
  • Wir beten für alle, die sich heute vor dem Kind in der Krippe verbeugen: dass sie mit Freude erfüllt werden und dich, den Vater loben.
  • Wir beten für all die Menschen, die uns vorausgegangen sind: Dass sie die vollkommene Freude des Himmels genießen.

Lektor/in: Vater Jeus und unser aller Vater, wir preisen dich und danken dir für Jesus, deinen Sohn, in Ewigkeit. Amen.

24.12.2025: Christmette

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Jetzt ist es also wieder soweit. Christmette. Jede und jeder kommt mit seiner Geschichte hierher: mit Sorgen, Hoffnungen, Trauer und Freude und – sehnt sich nach Weihnachtsfreude – wenigstens ein bisschen. Glänzende Kugeln am leuchtenden Christbaum, Weihnachtslieder, die uns allen bekannte Geschichte – es soll Weihnachten werden: Wärme, Frieden, Geborgenheit – weil wir die Geburt eines Kindes feiern.
Da schwinden die Sorgen des Lebens dahin! Wenigstens für die Zeit, in der wir uns um das Kind versammeln.

Lobpreisen wir Jesus von Nazaret, geboren wie jeder Mensch geboren wird freudig begrüßt – wie wir es für jedes neugeborene Menschenkind erhoffen.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Besser als das Lukasevangelium kann man die Geburt Jesu nicht inszenieren:

Da ist der große Rahmen: Kaiser Augustus und der Statthalter Quirinius.

Eine dramatische Handlung: Kurz vor der Entbindung muss Maria ihren Mann nach Betlehem begleiten – wegen einer Volkszählung zur Steuererhebung.

Dazu die 2. Schwierigkeit: Weil keine Herberge gefunden werden konnte, passiert die Geburt auf freiem Feld. Das Kind muss in einer Krippe gelegt werden.

Diese Armseligkeit wird sodann mit himmlischem Glanz umstrahlt:
Die Hirten, erfahren von der Geburt eines Kindes. Engel verkünden ihnen die Geburt ihres Retters auf dem freien Feld.

Kein Wunder, dass dies in unzähligen Krippenspielen aller Art wie ein Theater aufgeführt wird. Wie bei jedem Theater bringt die Handlung den Zuschauer dazu, sich darüber Gedanken zu machen.

Den Kaiser und seinen Statthalter empfinde ich als rücksichtslos. Ihnen ist ein einzelner Mensch gleichgültig. In Wirklichkeit geht es um Ausbeutung und Macht.

Maria und Josef – und besonders das Kind!  – Das sind die Hauptfiguren. Wir fühlen mit ihnen und nehmen Anteil an ihrem Drama.

Mit den Hirten hören wir die Botschaft, dass dieses Kind der Retter des Volkes Israel ist: Direkt vom Himmel – durch den Engel wird es ihnen verkündet.

Außerdem sind da noch die Requisiten: die Krippe und die Windeln, die Schafherde und das freie Feld.

Und nun, Schwestern und Brüder, sie haben die Wahl: Suchen sie sich ihren Platz in der Geschichte: Wer sind sie: Kaiser, Statthalter, Bewohner von Bethlehem, Maria Josef, das Kind, die Hirten, ein Tier aus der Herde oder gar das freie Feld oder die Krippe in die das Kind gelegt wird?

Den Kaiser und den Statthalter scheide ich aus. Wir liefern keine Menschen solcher Peinlichkeit aus -wenigstens nicht absichtlich und wenn überhaupt, dann nur ganz ausnahmsweise. So sind wir nicht.

Den Hirten fühlen wir uns nah: Wir hören die Botschaft und staunen und geraten ein wenig in Furcht. Wir schauen und staunen und erzählen und danken Gott.

Mit Maria und Josef können wir uns nicht so leicht identifizieren: wir fiebern mit ihnen mit – aber das sind wir nicht. Erst recht nicht das Kind.

„Stoopp“: geht es uns nicht manchmal so, dass wir ohne eigenes Verschulden in eine missliche Lage gekommen sind? Müssen wir nicht auch manchmal improvisieren und versuchen das Beste daraus zu machen? Haben wir nicht schon oft andere retten können? Sagt man nicht manchmal zu uns: Gott sei Dank, dass du da bist! Du bist mein Retter in der Not!“ Ja, Gott möchte durch uns sein Licht in der Welt zum Leuchten bringen!

Da sind noch die Engel, die die Botschaft über Jesus verkünden. Die Botschaft, dass die Welt von Gott stammt, dass Gott in der Welt ist und dass die Welt gut ist. Liebe Mitchristen: Auch das ist unser aller Aufgabe!
Botschafter des Guten und des guten Gottes zu sein. Den Glauben zu verkünden und zu stärken.

Besonders aber möchte ich heute die Krippe ins Licht stellen.
Wenn sie reden könnte. Wenn sie fühlen könnte. Was für ein Glück, den Erlöser der Welt aufzunehmen.

Liebe Schwestern und Brüder, wir haben Jesus, den lieben Jesus, in uns aufgenommen. Er wohnt in unseren Herzen. Er erleuchtet uns und strahlt aus uns und sein Friede ist in uns. Mögen wir auch knarzen, wie eine alte Krippe, mögen wir auch ein wenig müffeln von dem dürftigen Stroh. –

Das ändert nichts daran: Wir haben Jesus Christus aufgenommen und tragen ihn in uns und er erfüllt uns mit seinem Frieden, mit seinem Vertrauen, seiner Hoffnung und seiner Freude. Niemand und nichts, kann uns dies wegnehmen. Es ist das göttliche Licht in uns. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektorin: Wir haben Jesus aufgenommen und er erfüllt uns mit seinem Licht. Erfüllt von seiner Liebe beten wir zu Gott dem Vater:

Pfarrer stimmt Liedruf an

  • Für die Menschen, die unter Herrschern und Diktatoren leiden.
  • Für die Christenheit, die in diesen Tagen die Geburt Jesu feiert, der denen Frieden bringt, die an ihn glauben.
  • Für die Frauen und Männer, die sich auf die Geburt ihres Kindes vorbereiten.
  • Für die Menschen, für die wir heute in der Aktion Adveniat spenden.
  • Für die Menschen, die heute darunter leiden, dass sie  alleine sind.
  • Für alle, die anderen Gutes tun und nicht aufhören, an das Gute zu glauben, das stärker ist als Feindschaft und Neid.

Lektorin: Himmlischer Vater, wir danken dir für Jesus deinen Sohn und preisen dich in Ewigkeit. Amen.

14.12.2025: 3. Adventsonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Haben sie Sünden begangen in den letzten Wochen und Monaten? Gibt es etwas, für das sie Gott um Verzeihung bitten möchten – so wie die Leute, die sich von Johannes im Jordan taufen ließen?
Haben sie gelogen, um sich der Verantwortung zu entziehen?
Haben sie stur auf ihrem Recht bestanden?
Haben sie die Geduld der Mitmenschen überstrapaziert?
Pflegen sie Hilfsbereitschaft gegenüber den Notleidenden bei uns und in der ganzen Welt? ….

Bekennen wir gemeinsam, dass wir Liebe schuldig bleiben und bitten wir um Vergebung.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
gar nicht selten wird in Gesprächen darüber nachgedacht, ob Gott auch Kriegsver­brechern verzeihen wird – oder ob sie für ihre Menschen verachtenden Taten ewige Strafe erhalten.

Ganz ähnlich ist die Frage, warum Gott all das Verbrechen und die Gewalt in der Welt zulässt – statt mit göttlicher Macht und Gewalt für ein Ende der Kriege und Verbrechen zu sorgen.

Wo ist Gottes Macht und Gerechtigkeit und Liebe?

Johannes der Täufer hegte gemäß dem Evangelium ähnliche Zweifel:

Er hatte den Messias angekündigt und mit ihm das Gericht Gottes:
„Der Messias wird die Bäume, die keine Frucht bringen, umhauen.
Er wird die Spreu vom Weizen trennen und die Spreu verbrennen.“
So hatte er zu den Leuten gesprochen.

Er hatte Jesus getauft und ihn als den Messias Gottes erkannt.
Er hatte gedacht, dass nun das Gericht kommt – über alle, die sich Gottes Willen widersetzen und Unrecht tun:

Die Römer, die die Leute misshandeln;
Die Führer des jüdischen Volkes, die mit den Römern gemeinsame Sache machen und die Menschen mit ihren vielen Regeln klein halten.

Nun sitzt er im Gefängnis, weil er dem König Herodes sein Unrecht, den Ehebruch, vorgehalten hat und im Land ändert sich nicht. Die Römer drangsalieren die Leute und die Priester und Schriftgelehrten kolaborieren.

Er fragt sich: Ist Jesus wirklich der Messias? Sollen wir lieber auf einen anderen warten? Johannes hat sich das Auftreten des Messias offenbar ganz anders vorgestellt.

Seine Zweifel sind die gleichen, die wir heute haben und die wir verständlicher Weise haben.

Ist Jesus wirklich der Messias, durch den Gottes Reich kommt?
Wirkt Gott überhaupt in dieser Welt? Oder ist er gar nicht da?

Mitten im Matthäusevangelium steht dieser Zweifel des Johannes und die Antwort, die Jesus gibt – ja! Er gibt Johannes eine Antwort – und damit allen, die die gleichen Zweifel haben:

Blinde sehen! Lahme gehen! Aussätzige werden rein. Taube hören. Tote stehen auf und den Armen wird die frohe Botschaft verkündet!

Das sind die Zeichen des Himmelreiches!

Schauen wir in unsere heutige Welt:
Krankheiten und Leiden werden geheilt – selbst solche, für die es bis vor kurzem gar keine Heilungschancen gab.
Menschen aus Palästina und Menschen aus Israel pflegen bewusst Freundschaften und treten gemeinsam für die Versöhnung ein.

Christen haben unzählige Schulen, Krankenstationen, Krankenhäuser aufgebaut. Christliche Einrichtungen unterstützen die Menschen in den Trockengebieten und finden Methoden, wie sie mit wenig Wasser eine ausreichende Ernte erzielen. Straßenkinder und missbrauchte Mädchen finden Aufnahme in christlichen Schutzhäusern überall auf der Welt. Diese Aufzählung lässt sich schier unbegrenzt weiterführen.

Die Zeichen für das Reich Gottes, das in dieser Welt angebrochen ist, sind unübersehbar und vielfältig. Gottes Gericht vernichtet nicht die Bösen, sondern heilt die Kranken und Verwundeten!

Dass diese Welt trotz aller Gewalt und der Bosheit weiterbesteht, danken wir Gott, der seinen Geist in die Menschen legt, damit sie heilen und verzeihen, damit sie trösten und stärken.

Und wir, liebe Schwestern und Brüder Jesu, wir dürfen daran mitwirken, dass Gottes Reich sich ausbreitet und immer mehr Menschen dazu kommen und darin die Lebensfreude finden. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, alles Leben hat in dir seinen Ursprung und du behütest deine Schöpfung erfüllst sie dauernd mit deiner Kraft. Wir beten:

Gott, Vater des Lebens    L/A: Schenke uns dein Heil.

  • Wir beten für die Menschen, die wie Johannes der Täufer die Ungerechtigkeit anprangern und zur Gerechtigkeit mahnen.
  • Wir beten für die Kinder und Frauen und Männer, die von anderen unterdrückt werden, dass sie Frieden finden.
  • Wir beten für unsere Kirche, dass sie weiterhin den Mut hat, den sexuellen Missbrauch durch Priester und kirchliche Mitarbeiter aufzuklären und so das Vertrauen zurückgewinnt.
  • Wir beten für die freien Staaten Europas, dass sie lernen, wie sie sich Autokraten und Kriegstreibern widersetzen – und den Krieg vermeiden.
  • Wir beten für die Menschen, die anderen helfen: in der Medizin, in der Landwirtschaft, in der Bildung, in der Sorge um das nötige Einkommen:
    dass ihre Arbeit Frucht bringt.

Lektor/in: Gott, in der Taufe haben wir deinen Geist empfangen, damit wir deinem Reich des Friedens dienen. Verherrliche durch uns deinen Namen. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn.

A: Amen.