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Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Vertrauen und Misstrauen sind zwei Gegenpole.
Das Misstrauen zweifelt, ob der andere ehrlich ist;
ob er nicht etwas im Schilde führt; ob er das wirklich kann;
ob er sich richtig einschätzt; ob es wirklich so ist.
Das Vertrauen nimmt den anderen an, öffnet sich für den anderen, glaubt ihm, verzichtet auf Sicherheiten und Vorbehalte.
Ich lade sie ein, sich zu fragen:
Bin ich eher ein misstrauischer Mensch oder eher ein vertrauensvoller Mensch
Jesus lehrst uns, dem himmlischen Vater zu vertrauen.
Du rufst uns, vertrauenswürdige Menschen zu sein.
Du hast uns das Reich Gottes in der Welt anvertraut.
Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Ich mag diese beiden Geschichten sehr, die wir heute im Wortgottesdienst gehört haben. Ich mag sie, weil sie so anschaulich sind und so eingängig; so plastisch, dass man nur denken kann: so muss es gewesen sein.
Um es einfach und klar zu sagen: Ich glaube nicht, dass Adam und Eva die ersten Menschen waren und von Gott eigenhändig aus Erde getöpfert wurden. Ich bin mir ziemlich sicher: Auch Papst Leo glaubt das nicht.
Viel einleuchtender scheint mir die Theorie, dass sich an mehreren Stellen der Erde – wahrscheinlich aber in Ostafrika – der Homo sapiens aus einer Art heraus entwickelt hat, die den heute bekannten Menschenaffen sehr ähnlich war.
Was die Geschichte von Adam und Eva und ihrem Ungehorsam angeht:
Es ist eine wahre Geschichte vom Menschen – sie beschreibt uns, wie wir sind: Wir wollen über uns selbst hinauswachsen.
Deswegen bewegen wir uns heute auf Rädern, die von Motoren angetrieben werden und können sehr viele Krankheiten heilen.
Wir wollen über uns selbst hinauswachsen – das bedeutet leider auch:
Wir Menschen sind misstrauisch. Das Misstrauen legt die Geschichte der Schlange in den Mund, die verspricht: „Ihr werdet sein wie Gott und erkennt Gut und Böse.“
Das ist menschlich: Wir unterscheiden Gut und Böse: Gesundheit ist gut – Krankheit ist schlecht; Hunger ist schlecht – satt sein ist gut. Wir und neigen dazu, anderen Böses zu tun, damit wir es gut haben. Wir stellen uns über den anderen: Der Mensch neigt dazu, um Wasser, um Öl, um Diamanten zu kämpfen, anstatt sie zu teilen.
Eine ganz andere Geschichte erzählt das Matthäusevangelium: Es erzählt von Jesus, nämlich, dass er der Versuchung des Misstrauens widerstanden hat und der Versuchung, etwas Böses zu tun, damit es ihm gut geht.
Die Versuchung faltet das Evangelium dreifach: Unter der Überschrift: Du bist doch Gottes Sohn – Du bist doch wie Gott – legt das Evangelium dem Teufel drei Versuchungsworte in den Mund:
Wie immer sie auch die Versuchungen deuten – Jesus widersteht ihnen mit Worten des Vertrauens – des Gottvertrauens:
Ich lebe durch das Wort Gottes.
Ich stelle Gott nicht auf die Probe:
ich verlange nicht, dass er mir den Tod erspart.
Ich will Gott dienen – ihm allein, weil in ihm das Leben ist.
Liebe Schwestern und Brüder,
unsere Übungen in der Fastenzeit entsprechen diesen drei Antworten:
Der Verzicht auf gewisse, so selbstverständliche Annehmlichkeiten
stärkt in uns die Erfahrung, dass wir durch Gott leben.
Das Beten stärkt unser Gottvertrauen
und hilft uns, unsere Sterblichkeit anzunehmen.
Durch die Spenden für Menschen in Armut und Not,
durch die Zuwendung zu unseren Mitmenschen dienen wir Gott
und handeln wir nach seinem Willen.
Liebe Schwestern und Brüder,
dass der Mensch über sich selbst hinauswachsen möchte, ist seine Besonderheit und wir sind dabei schon weit gekommen.
Es ist aber auch die Ursache für viel Leid, das Menschen einander antun.
In Wirklichkeit muss der Mensch, um über sich selbst hinauszuwachsen, nicht wie Gott werden und sich alles unterwerfen. So ist er ein Zerrbild Gottes und wirft alles durcheinander – ein Satan eben.
Der Mensch muss wie Gott werden und alles teilen,
alles Gute, das es auf der Erde gibt und das wir entdecken und erfinden.
Die Erde gehört nicht mir – Ihre Schätze und Geheimnisse gehören uns,
weil Gott sie uns schenkt!
Allgemeines Gebet
Lektor/in: Herr, Jesus Christus du hast das Vertrauen in deinen und unseren himmlischen Vater bewahrt. Wir beten zu dir, unseren Bruder und Herrn, unseren Weggefährten und Heiland:
L/A: Herr, erhöre unser Rufen
- Wir beten für die Menschen, die nach Erfüllung suchen und nach einem Sinn und Ziel für ihr Leben. Dass sie finden, was sie suchen.
- Wir beten für die Menschen die Angst vor Krankheit und Gebrechlichkeit haben. Dass sie sich dir anvertrauen können.
- Wir beten für die Menschen, die Autorität und Macht über andere ausüben. Dass sie, ihre Stellung nicht missbrauchen:
- Wir beten für die Menschen, die um andere trauern oder selbst dem Tod entgegensehen: Dass sie nicht verzweifeln:
Lektor/in: Herr und Gott, stärke uns in den Versuchungen unseres Lebens. Wir vertrauen auf dich, loben und preisen dich, den einzigen Gott und Herrn in Ewigkeit. Amen.
