17.05.2026 7. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Jesus sagt, dass er seinen Vater im Himmel verherrlicht hat!
Verherrlichen heißt:
Groß machen, ihn rühmen, nach seinen Werten und Idealen handeln.

Wir können uns fragen, ob wir Gott in den letzten Tagen verherrlicht haben: ob durch uns Gottes Herrlichkeit sichtbar wurde.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Der erzählerische Schluss unserer Evangelien ist die Kreuzigung Jesu. Das Johannesevangelium möchte vorher nochmal zusammenfas­sen und verkünden, wer Jesus ist, welche Sendung er hatte und was er für die bedeutet, die an ihn glauben.

Das Evangelium wählt dafür die Form einer langen Rede Jesu. Sie besteht aus zwei Teilen: Aus der Abschiedsrede Jesu an seine Jünger und einem sehr langen Gebet. Darin gibt Jesus seinem Vater Rechen­schaft für sein Leben. Und er betet für die Menschen, die der Vater ihm gegeben hat.

Das Evangelium beschreibt diese Menschen:
Jesus hat ihnen das Wort Gottes gegeben; sie haben die Worte angenommen und bewahrt; sie haben erkannt, dass Jesus von Gott gesandt ist. Und Jesus betet für sie, „denn alles, was mein ist, ist dein und was dein ist, ist mein.“ Leider ist der nächste Satz in der Auswahl der Leseordnung abgeschnitten: „Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir!“

Liebe Schwestern und Brüder,
zunächst könnte man denken, die Einheit der Jünger Jesu ist zerbrochen in altkatholische und römisch-katholische und evangelisch-lutherische und orthodoxe Glaubende, deren Kirchen sich gegenseitig verurteilen.

Seit über 100 Jahren aber wächst allseits das Bewusstsein dafür, dass sie Spaltung der Christenheit ein Übel ist – ein Übel, das unserer Glaubwür­dig­keit als Volk Gottes schadet.

Die Welt – also die nicht an Gott Glaubenden – lacht über uns! „Sie wollen Kinder Gottes sein – aber sie streiten miteinander über die Zahl der Sakramente über das Papsttum und spitzfindige Formulierungen in ihren Dogmen und schließen sich gegenseitig aus.“

Seit über 100 Jahren wächst das Bewusstsein dafür, dass die Christenheit diese Spaltungen überwinden muss. Die Frage ist: Wie?

Jesus sagt: Was mein ist, ist dein und was dein ist, ist mein. Das gilt doch für alle, Getauften. Sie alle setzen ihre Hoffnung auf Jesus.

Sie alle glauben seinem Wort, dass Gott unser Vater ist und uns liebt wie eine Mutter.

Diese Verbundenheit im Glauben haben wir immer besser erkannt. Die Spaltungen löschen diese grundlegende Einheit nicht aus.

Aus diesem Grund stellen wir nicht mehr die Spaltung und ihre Entstehung in den Vordergrund. Vielmehr begreifen wir die Verschieden­heit, die es gibt, als das was sie ist: wir haben ein paar unterschiedliche Deutungen und Bräuche und Sitten – aber wir merken genau:
wir alle sind verbunden, wir sind eins im Glauben an Jesus, der uns Gott gezeigt hat.

Liebe Schwestern und Brüder, leider sind unsere Kirchenleitungen noch nicht bereit, aus dieser grundlegenden Einheit im Taufglauben die nötigen Schlussfolgerungen zu ziehen: gerade das Lehramt in unserer Kirche besteht auf den Verurteilungen und auf der Trennung in der Feier der Eucharistie – obwohl unsere Theologen schon seit Jahrzehnten erklären, dass dies vom Verständnis des Glaubens her nicht mehr gerechtfertigt ist.

Deshalb, liebe Schwestern und Brüder, bitte ich sie:
Nützen wir alle Gelegenheiten um unseren Mitchristen der anderen Konfessionen, besonders den evangelischen Nachbarn zu begegnen.

So legen wir ein starkes Zeugnis für unseren Glauben an Jesus ab – gegenüber der Welt, die erkennt: „Die Christen gehen aufeinander zu und überwinden die Vorbehalte und versöhnen sich! Sie beten miteinander zu Gott, ihrem Vater.“

Und wir legen gemeinsam Zeugnis ab gegenüber unserer Kirchenleitung: dass sie erkennen muss: Die Getauften fühlen sich als das eine Volk Gottes. Es gibt genügend Gründe, um die Verurteilungen aufzuheben und die Trennung in der Eucharistie zu beenden.

Alle Getauften sind Jesus vom Vater gegeben. Wir sind sein und deshalb sind wir auch Kinder Gottes. Wir sind eins im Glauben an Jesus, den Gott gesandt hat.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Herr, Jesus Christus, du hast uns den Hl. Geist als Beistand versprochen. Wir vertrauen dir und beten:

V/A: Sende deinen Geist.

  • Für das gesamte Volk Gottes: dass es die Probleme und Gefahren der Gegenwart meistert.
  • Wir beten auch für die Menschen, die von den Kirchen enttäuscht sind und nichts mehr von ihnen erwarten.
  • Wir beten für die Führenden in Politik und Gesellschaft, dass sie dem Gemeinwohl dienen und ihre Verantwortung erfüllen.
  • Für die Kinder, die in diesen Wochen Erstkommunion feiern: dass dieses Erlebnis in ihnen Frucht bringt und sie weiter im Glauben an Jesus wachsen.
  • Für die kranken Menschen, dass sie gute Pflege und Behandlung erhalten, und für ihre Angehörigen, dass sie immer wieder Kraft schöpfen und unterstützt werden.

Lektor/in: Für alle diese Menschen und ihre Anliegen bitten wir. Wir gehören zu dir und du lässt uns nicht im Stich. Dir vertrauen wir uns an, heute und alle Tage bis in Ewigkeit.

14.05.2026: Christi Himmelfahrt

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
in jeder Sonntagsmesse sprechen wir: Ich glaube an Jesus Christus, aufgefahren in den Himmel!

Wir können es uns auch gar nicht anders vorstellen:
Jesus kann nur in der Herrlichkeit Gottes sein.
Denn er hat uns ja Kunde gebracht von Gott – er hat uns Gott gezeigt, wie er ist.

Wir danken Gott für ihn –
Wir danken Jesus, für sein Leben –
Wir setzen darauf, dass er uns die Richtung weist.

Wir folgen ihm – letztlich in die Herrlichkeit Gottes, in den Himmel.
Im Danken erneuern wir unseren Entschluss, diesen Weg zu gehen.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder
„Jesus begann seinen Jüngern zu erklären: Er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden, er müsse getötet und am dritten Tag auferweckt werden.“

Dreimal erzählt das Mt. Ev., dass Jesus mit diesen Worten seinen Tod vorausgesagt hat und ebenso seine Auferstehung.

Von Anfang bis zum Ende versucht Jesus seine Jünger für das Reich Gottes zu begeistern: Es ist mitten unter uns, wenn wir Gottes Willen tun; es steht uns offen, wenn wir einmal sterben und Jesus selbst verkündet das Reich Gottes; er errichtet es durch sein Leben und Wirken.

Als er nun wirklich durch die Hand der ungläubigen Römer den Tod erlitten hatte, erleben die Jünger die Nagelprobe:

Werfen sie nun alles in den Wind, für das Jesus sie begeistert hatte:

Den Glauben an die Barmherzigkeit Gottes, der wie ein guter Hirte niemanden verloren gibt;

die Einsicht, dass das Reich Gottes darin besteht, den anderen uns sein Wohl höher einzuschätzen als sich selbst und sogar die Feinde zu lieben.

Werden sie die Zuversicht und Gewissheit, dass Gott niemanden vergisst und dass er uns das ewige Leben schenkt, bewahren oder werden sie all das wie den Staub der Straße von sich abschütteln?

Wir können heute die vier Evangelien lesen, weil die Jünger tatsächlich am Glauben festhielten. Trotz dem Schandtot Jesu glaubten sie weiterhin an das, was er ihnen gepredigt hatte. Feindesliebe, Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Vergebung und ewiges Leben.

Für einen Menschen, der an Jesus glaubt ist nichts anderes denkbar, als dass Jesus nach seinem Tod zu seinem Vater im Himmel zurückgekehrt ist und dass er nun bei ihm ist und „zu seiner Rechten“ sitzt.

Und genau diesen Glauben bezeugen alle drei Lesungen:

Apg: Er wurde emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf

Eph: Gott hat Christus zu seiner Rechten erhoben

Mt: „Fehlanzeige“

Bei Mt. Hören wir nur den Auftrag, den Jesus seinen Jüngern gibt:
Auftrag ist gar nicht das richtige Wort: Wer an Jesus glaubt, kann gar nicht anders als loszugehen mit der Botschaft:

Jesus hat uns das Reich Gottes gebracht!
Gott hat ihn gesandt. Er lebt wieder bei Gott. Und auch wir leben bei Gott.
Wir wollen leben, wie er: Heilen, trösten, vergeben, niemanden verloren geben,

Auch wir werden auferstehen.

Wer Jesus glaubt, wird zu seinem Zeugen!

Das ist eine notwendige Konsequenz.

Wer lebt, atmet.
Wer liebt tut anderen gut,
wer an Jesus glaubt, wird zu seinem Zeugen.

Doch: Glauben wir an ihn?

Glauben wir wirklich, dass Gott uns liebt?
Glauben wir, dass die Liebe zum Nächsten das Wichtigste ist:
egal ob Freund oder Feind?

Vielleicht geht es uns wie dem Mann der zu Jesus sagt:

„Ich glaube Herr, hilf meinem Unglauben“.

Amen.

10.05.26: 6. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
immer wieder suche ich Antworten auf die Frage: Was macht einen Christen aus? Zum Beispiel, wenn wir an die Erde denken, auf der wir leben. Es ist uns geschenkt, dass wir Bilder von der Erde kennen, die aus dem Weltraum aufgenommen sind. Sie zeigen uns die Schönheit unseres Planeten. Von Jahrzehnt zu Jahrzehnt verstehen wir besser die Geheimnisse der Physik, der Biologie und der kleinsten Bestandteile der Schöpfung.

Christen sind Menschen, die über die Schönheit der Erde und der Lebensformen auf der Erde staunen und die Gott unseren Schöpfer dafür preisen. Christus hat uns die Augen geöffnet, wie eng die Schöpfung mit dem Schöpfer verbunden ist. Ihn grüßen wir:

Sohn Gottes und Bruder der Menschen.
Arzt der Kranken und Trost der Trauernden.
Hoffnung der Menschen und Licht der Welt

Ansprache:

Liebe Schwestern und Brüder, der Wein, der in der Messfeier getrunken wird beschäftigt immer wieder – und teils scherzhaft – die Mitfeiernden: es wird beobachtet, ob der Zelebrant mehr oder weniger Wein einschenkt, dass nur sehr wenig Wasser in den Wein gegossen wird, wie oft jemand schluckt, wenn er aus dem Kelch trinkt. Warum verwenden Sie keinen Rotwein werde ich manchmal gefragt. – Ich sag es gleich: Bei uns in Europa ist Weißwein üblich, weil der keine Flecken macht.

Die Mischung von Wein und Wasser kann uns aber heute helfen, den Abschnitt aus der Abschiedsrede des Johannesevangelium zu verstehen:
Jesus sagt – in der vom Evangelisten komponierten Rede: „Ihr werdet erkennen: Ich bin im Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.“ – Das ist ja ein richtiges Ineinander!

Zur Mischung von Wein und Wasser gehört dieses Gebet:
Wie das Wasser sich mit dem Wein verbindet, so lasse uns dieser Wein teilhaben an der Gottheit Jesu, der unsere menschliche Natur angenommen hat.

Gott hat in Jesus das Mensch-Sein angenommen und durch ihn haben wir Anteil an Gott: Gott ist in uns und wir sind in Gott.

Behalten sie bitte diesen Gedanken aus dem Johannesevangelium im Kopf und verbinden sie ihn mit unserem Glauben, dass diese Erde und das ganze Universum, in dem wir leben, Gottes Schöpfung sind.

Was bedeutet der Satz: „Gott ist in uns und wir sind in ihm!“ für den Schöpfungsglauben?:

Die Erschaffung der Erde und des Universums ist keineswegs etwas das früher war. Es ist kein Schöpfungsakt vor langer Zeit. Gottes Schöpfungstätigkeit dauert immer noch an.

Die Erschaffung des Universums ist Gottes Beruf und er ist nicht im Ruhestand – er übt diesen Beruf immer weiter aus – so ewig, wie er selbst ist.

Wenn wir an Gott denken, den Vater, der uns liebt wie eine Mutter,
müssen wir uns Gott nicht irgendwo anders denken – wo wir nicht sind.

Wir dürfen uns Gott denken als den, der in uns ist: er ist das Leben in uns
Wir dürfen Gott denken als den, in dem wir sind, so wie in der Luft, die uns umgibt und ohne die wir nicht leben können.

Das ist eine ganz andere Vorstellung von Gott als uns die Bilderwelt in den barocken Kirchen nahelegt. Da wird Gott in menschlicher Gestalt gezeigt. Er thront über den Wolken in seinem Himmel, jenseits unserer Erde und unseres Alls.

Doch es ist die Gedankenwelt des Johannesevangeliums:
Jesus ist im Vater. Jesus ist in uns und wir sind in ihm.

Wenn jetzt gleich, Wasser und Wein gemischt werden setzt sich darin ein antiker Brauch fort: der Wein war so intensiv und stark, dass er nur mit Wasser vermischt genießbar war. Aber wir deuten diese Mischung:

Wie sich Wein und Wasser untrennbar vermischen, so sind wir untrennbar mit Gott verbunden.

Jesus hat uns dafür die Augen geöffnet.

Danke lieber Jesus! Danke!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Liebe Schwestern und Brüder, wir Menschen haben alle den gleichen Ursprung und das Gleiche Ziel: Gott, von dem wir kommen und zu dem wir kommen. Verbunden mit der gnazen Menschheitsfamilie beten wir: Gott, du Quelle des Lebens
L/A: Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu.

  • Wir beten für die ganze Menschheit: dass sie das Staunen über die Größe und Schönheit des Universums und unserer Erde behält.
    Gott, du Quelle des Lebens
  • Wir beten für unsere Pfarreiengemeinschaft: dass wir weiterhin einen guten Weg miteinander suchen und finden und gehen.
    Gott, du Quelle des Lebens
  • Wir beten für unsere christlichen Kirchen in unserem Land. Sie stehen vor großen Umbrüchen und Veränderungen: dass sie Ihre Sendung erfüllen, Gottes Liebe in Tat und Wort zu verkünden.
    Gott, du Quelle des Lebens
  • Wir beten für die Menschen, die Angst haben vor den Veränderungen unserer Zeit: dass Sie nicht allein gelassen werden und vertrauenswürdige Begleiter finden: Gott, du Quelle des Lebens
  • Wir beten für die Menschen, deren Einkommen zu klein ist, um einen Notgroschen anzusparen: dass unsere Gesellshaft ihre Verantwortung für gerechte Lebensverhältnisse wieder besser entdeckt.
    Gott, du Quelle des Lebens.
  • Wir beten für alle, die sich für die Bewahrung der Schöpfung als Lebensraum für Menschen und Tiere und Pflanzen einsetzen: dass sie immer mehr Menschen dafür begeistern können.
    Gott, du Quelle des Lebens

Lektor/in: Gott, in dir bewegen wir uns und sind wir. Erhalte uns in der Liebe zu dir und bleibe deiner Schöpfung treu, damit dich alle Geschöpfe preisen durch Christus, unseren Herrn. Amen.

03.05.2026: 5. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Welche Gefühle haben sie gegenüber Jesus?
Welche Gefühle haben sie, wenn wir hier unsere Glaubenslieder singen?

Richten wir jetzt unsere Gedanken auf Jesus hin aus.
Er ist in unserer Mitte: unsere Versammlung, die Kerzen, der Altar, die Bilder sind die sinnenfälligen Zeichen dafür.

Er soll uns zu Herzen Reden:
Dass wir gute Gedanken haben, dass er uns tröstet, dass er uns in seine Nachfolge ruft.

Jesus, Licht auf unserem Weg
Jesus, unsere Hoffnung und unsere Kraft.
Jesus, Ziel unseres Lebens

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Ab dem 5. Ostersonntag geht es um den Abschied – um den Abschied Jesu von seinen Jüngern. Schließlich feiern wir ja bald – also am 40. Tag nach Ostern – Christi Himmelfahrt und Pfingsten.

Heute und an den nächsten beiden Sonntagen betrachten wir die sogenannten Abschiedsreden im Johannesevangelium. Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat, hält er eine lange Rede. Diese Rede hat der Evangelist verfasst. Er hat sich die Frage gestellt:

Was hatte Jesus seinen Jüngern am Abend vor seinem erwartbaren Tod zu sagen. Was dem Evangelisten dazu eingefallen ist, ist wahrhaftig vom Heiligen Geist inspiriert: Es fasst wunderbar zusammen, was Jesus für uns bedeutet, was es heißt, an ihn zu glauben, und wie Jesus mit seinem himmlischen Vater verbunden ist.

Das erste: Jesus verschafft uns eine Bleibe, eine Wohnung bei Gott. Und er zeigt uns den Weg dorthin. Einen ganz neuen und einzigartigen Weg. Jesus ist der Weg. Er hat uns gezeigt, wer Gott in Wahrheit ist: unser Vater, der uns liebt wie eine Mutter.

Und das zweite: Wer Jesus sieht, der sieht Gott. Denn Jesus ist „im“ Vater und der Vater ist „in“ Jesus.

Das Dritte ist: Jesus, der am Kreuz sterben wird, geht eben genau so und dadurch zum Vater, um für immer bei ihm zu bleiben!

Haben sie es gemerkt, dass das zutiefst mit ihnen zu tun hat?

Jesus gibt keine Verhaltensregeln, damit man zu Gott kommt.
Jesus hält auch keine langen Lehren, wie Gott ist, welche Eigenschaften er hat und so fort.

Er sagt ganz einfach: Wer mich sieht, sieht Gott.
Wer den Weg geht, den ich zeige und gehe, geht den Weg zu Gott.

Liebe Schwestern und Brüder,
was immer auch in unserem Leben geschieht – es ist nichts anderes als ein Schritt auf dem Weg, der uns zu Gott führt.

Verzeihen sie, wenn ich diesem Bekenntnis noch etwas hinzufüge:

Es könnte jemand sagen:

Ich sehe Jesus nicht – er ist ja schon lange vor mir auf der Erde gewesen.

Doch: wir sehen Jesus:
Die vier Evangelien erzählen von ihm und geben uns ein Bild von ihm:
Wie er ausgesehen hat, ist nicht wichtig.

Wichtig ist:
Dass er jedem einzelnen Menschen geliebt hat – selbst jene, die ihn schließlich töteten.

Wichtig ist, dass uns Jesus Gott als Vater zeigt, der uns liebt wie eine Mutter.

Wichtig ist, dass Jesus uns zeigt, dass auch wir – wie Jesus an den Vater glauben können und die Menschen lieben können – alle.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott will untern uns wohnen und er will und bei sich eine Bleibe geben. Wir beten zu ihm:‘
Himmlischer Vater       L/A: Wir beten zu dir.

Für die Kinder, die in St. Anton Erstkommunion feiern: dass sie immer mit Jesus verbunden bleiben.

Für Paare, die in diesem Jahr heiraten: dass ihre Liebe wächst und sie ein Zeichen deines Liebesbundes sind.

Für Menschen, denen ein schwerer Abschied bevorsteht: dass sie dankbar für die Vergangenheit sind und die Trauer überwinden.

Für uns, die wir Jesus nachfolgen: dass wir nicht müde werden und im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe wachsen.

Lektor/in: Vater im Himmel, du liebst uns wie eine Mutter. Führe uns zu dir und gib uns eine Bleibe bei dir. Du der du immer bei uns bleibst und in uns bist, in Ewigkeit.
A: Amen.

01.05.2026: 1, Mai

Lesung aus dem Brief an die Galater Gal 4,4-7

4   Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn,
     geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt,
5   damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen,
     und damit wir die Sohnschaft erlangen.

6   Weil ihr aber Söhne seid,
     sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen,
     den Geist, der ruft: Abba, Vater.
7   Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn;
     bist du aber Sohn, dann auch Erbe, Erbe durch Gott.

Halleluja: Halleluja, halleluja,     –

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes    Joh 2,1-11

1   Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei.

2   Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.
3   Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.

4   Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.

5   Seine Mutter sagte zu den Dienern:Was er euch sagt, das tut.

6   Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach;
     jeder fasste ungefähr hundert Liter.

7   Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser!
Und sie füllten sie bis zum Rand.

8   Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist!

     Sie brachten es ihm.
9   Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war.
     Er wusste nicht, woher der Wein kam;
     die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es.
     Da ließ er den Bräutigam rufen
10 und sagte zu ihm:

     Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten.
Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.

11  So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Karla in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
wir sehnen uns nach jemanden, der uns versteht,
der es immer gut mit uns meint,
der auch noch gut ist, wenn wir etwas falsch gemacht haben,
der uns immer etwas zum Essen oder trinken bereit hat,
dem wir alles sagen möchten,
der uns immer mag,
und dem wir nur Gutes wollen können.

Kennen sie so jemanden? Sind sie das für ihre Kinder?
Mama, Papa, beide oder der eine mehr als der andere?

In Bayern und in der rk Kirche überhaupt, überträgt man all diese mütterlichen Eigenschaften auf Maria. Warum war das nötig?
Weil Jesus immer mehr als Weltenrichter dargestellt wurde, und sein Vater als der, der die Sünder bestraft.

Angst ist in das Denken über Gott eingedrungen! Angst vor dem strengen Richter Gott. Maria wurde als Gegenpol dargestellt. Sie könnte vielleicht bei Gott und ihrem Sohn Barmherzigkeit und Vergebung erwirken.

So wurde Maria in der Anschauung der Glaubenden zur Fürbitterin, die uns hilft in den irdischen Nöten und beim Gericht.

Das NT erzählt noch ganz andere Begebenheiten:

Sie sagt: Was er euch sagt, das tut. Sie versteht ihren Sohn nicht.
Sie wird von ihm zurück- und zurechtgewiesen.
Ihre Gebete für ihren Sohn haben sich nicht erfüllt.
Er wurde getötet.
Sie hat mit den Aposteln den Hl. Geist empfangen.

Alles, was wir in unserer Glaubensbeziehung zu Jesus erfahren können, hat auch Maria erfahren. Sie ist vor allem das Urbild der Glaubenden und damit das Urbild der Kirche. Freude strahlend zeigt sie uns ihren Sohn und zeigt uns damit, was auch unsere Aufgabe ist:

Dass wir voll Freude von Jesus erzählen, der uns gezeigt hat, dass Gott nicht richtet, sondern dass er uns liebt wie ein Vater und eine Mutter.

19.04.26: 3. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
wer das Glück hat, eine Urlaubsreise anzutreten ist beim Start voller Erwartung und Freude über die bevorstehende Zeit.

Wer ins Theater geht, spürt eine positive Spannung: Wie wird die Aufführung werden.

Wer ins Kino geht, ist schon auf dem Weg dahin anders gestimmt als auf dem Weg in die Arbeit.

In welcher Stimmung und Erwartung sind sie hierhergekommen?

Die Stunde der Danksagung an Gott in der Gemeinde ist eine ganz besondere Stunde. Vielleicht ist sie ein Höhepunkt in der Woche.

Voll Freude über das Geschenk des ewigen Lebens preisen wir Gott:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Was würden Sie tun, wenn sie 100 Milliarden Euro geschenkt bekommen?

Ja genau. So würde es mir auch gehen. Ich wüsste erst gar nicht, was ich tun soll. Wahrscheinlich würde ich zunächst gar nichts tun – außer mich zu wundern und mich zu fürchten – so viel Geld!
Vielleicht würde ich einfach wieder meiner Arbeit nach gehen.

So ähnlich stelle ich mir das bei den Jüngern Jesu vor: Sie hatten erkannt: „Jesus ist auferstanden. Er lebt!“ Der Tod ist überwunden. Die (eigenen) Sünden sind vergeben und die noch viel größeren derer, die Jesus getötet hatten. Und nun?

Das Johannesevangelium entwickelt eine Ostergeschichte, in der es darum geht – und um noch viel mehr. Die Geschichte ist voller Symbolik:

Ein erfolgloser Fischfang; Ein Fremder, der um etwas Fisch bittet; Jünger, die Jesus zuerst nicht erkennen; Ein überreicher Fischfang mit 153 Fischen. 153: das ist die Summer der Zahlen zusammengerechnet von 1+2+3 usw. bis 17. Ein Kohlenfeuer und ein jetzt ein erkannter Jesus, der den Jüngern Fisch und Brot reicht. „Kommt und esst“ ist seine Aufforderung.

Die Jünger sollen nicht wieder als Fischer ihr Brot verdienen. Das macht sie nicht mehr satt. Sie haben nun eine andere Bestimmung:

Der Fang von 153 großen Fischen auf das Wort Jesu hin deutet das an.

Es gibt mehrere Deutungen für die se Zahl: aber klar ist: Die Jünger sind gesandt: Ihre Sendung ist die Auferstehung Jesu; das Reich Gottes und das ewige Leben in Fülle zu verkünden.

Dass sie versagt haben und immer wieder versagen werden, soll sie daran nicht hindern. Das Kohlenfeuer erinnert an das Feuer im Hof des Kajaphas und damit Petrus an die Verleugnung seiner Jüngerschaft.

Jesus reicht ihnen Brot und Fisch: wie bei der Speisung der 5000 am gleichen Ort, dem See von Tiberias:
Jesus hatte gesagt: Ich bin das Brot des Lebens.
Wer von dem Brot isst, wird ewig leben.

Jetzt ist es so weit: wenn die Jünger an Jesus glauben, der sein Leben hingegeben hat, dann ist er ihre Nahrung – für immer und ewig.

Durch Jesus leben sie in Ewigkeit.

Jesus ist dann kein Fremder mehr. Er ist der, der Leben gibt.

Das ist mehr als ein 100 Milliarden Euro Gewinn!

Liebe Schwestern und Brüder,
können sie, können wir erspüren, was uns geschenkt ist:
Die Ewigkeit – Gottes Leben – Glückseligkeit ohne Ende – trotz all unserer Grenzen und Begrenzungen-

Niemand, der an Jesus glaubt, kann sagen: „Ich habe nichts zu lachen!“

Es ist ganz anders: „Wir können gar nicht mehr aufhören uns zu freuen!“

Und diese Freude ist unsere Sendung. Ihre und meine.

100 Milliarden Euro – das ist im Vergleich dazu weniger als ein Staubkorn im Universum.

Jesus schenkt uns nicht etwas – sondern sich.
Nicht etwas zum Leben – sondern das Leben in Fülle in Ewigkeit.

Amen. Halleluja.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, unser Vater, du hast uns in dein Volk berufen, und nimmst uns auf in dein Reich. Wir beten zu dir, weil wir dir vertrauen.

V/A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Menschen, die keinen Sinn im Leben sehen. Lass sie erkennen, dass du sie in dein Reich berufen hast!

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Getauften, dass sie ganz persönlich glauben und von Freude über das Geschenk des ewigen Lebens sind..

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für unsere Welt, in der die Selbstsüchtigen und Rücksichts­losen die Macht an sich reißen: dass wir ihnen nicht nachlaufen, sondern am Respekt und der Achtung vor dem Mitmenschen festhalten.

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für die jungen Menschen am Beginn ihres Arbeitslebens: dass sie eine gute Arbeitsstelle finden und an der friedlichen Entwicklung unserer Gesellschaft mitwirken.

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Christen: dass wir auf Jesus hören und zur Einheit zurückfinden.

A: Herr, erhöre unser Rufen

Lektor/in: Gott, du hast uns deine Liebe und deine Macht geoffenbart. Wir preisen dich heute und unser ganzes Leben im Heiligen Geist.

12.04.26: 2. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Leo XIV begrüßte nach seiner Wahl zum Bischof von Rom die wartenden Menschen mit dem Gruß Jeus, des Auferstandenen:

„Friede sei mit euch!“

Obwohl sie ängstlich weggelaufen waren und Jesus allein ließen,
obwohl Petrus ihn verleugnete, obwohl sie nichts tun konnten, um Jesus zu retten – Jesus grüßt sie: Friede sei mit Euch.

Frieden zwischen mir und euch! Frieden zwischen euch und Gott!
Frieden zwischen euch untereinander! Und: ihr dürft Frieden haben mit euch selbst.

Diesen Frieden empfangen wir von Jesus, an den wir glauben. Durch ihn ehren wir Gott unseren Vater.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
wie denken sie über Macht?
Wie ändern sich Menschen, wenn sie viel Macht haben?
Was sind es für Menschen, die nach der Macht streben und sie immer noch weiter vermehren wollen?

Und: bitte fragen sie sich selbst: In welchen Bereich haben sie Macht?

Macht ist geradezu das Gegenteil von Jesus – auch wenn ihm im Matthäusevangelium die Worte in den Mund gelegt werden: „Mir ist alle Macht gegeben – im Himmel und auf Erden.“

Der Gekreuzigte ist das Bild der Ohnmacht schlechthin!

Liebe Mitchristen: Wir setzen unsere Hoffnung auf einen, den die Mächtigen töteten, weil sie um ihre Macht fürchteten.

Von Anfang an mussten die Christen sich dafür rechtfertigen und hatten selbst Mühe, dies anzunehmen. Immer wieder stand die Frage im Raum:

Musste der Messias leiden? Kann ein Gekreuzigter Messias sein?
(Geschichte von den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus)

Das Johannesevangelium macht eine 180° Wende:
Thomas sagt: Wenn, dann glaube ich nur an Jesus, den Gekreuzigten.
Er hat bereits verstanden: Wer auch gegenüber denen, die ihm Böses tun, gut und liebend bleibt – wird und muss leiden!

Zu ihm, den Gekreuzigten sagt er: Mein Herr und mein Gott!

Die Macht Jesu liegt nicht im Herrschen und Urteilen, im Strafen und Belohnen. Die Macht Jesus liegt im Vergeben.

Seine endgültige Gabe an die Jünger ist: der Heilige Geist. Der Geist Gottes. Der Geist, der ihn in seinem Wirken angetrieben hat.
„Empfangt den Heiligen Geist!“ sagt er zu den Jüngern. Und legt ihnen ans Herz, was Gottes Geist in ihnen wirken soll: „Vergebt den Menschen ihre Sünden! Jeder, der darunter leidet, dass er seinen Mitmenschen zu wenig Liebe entgegenbringt, soll merken: Gott steht zu dir. Er hört nicht auf, dich zu lieben, so wenig Jesus aufgehört hat, die zu lieben, die ihn töteten.

Liebe Schwestern und Brüder,
am Ostern haben wir unser Taufbekenntnis erneuert und bestärkt:
Dreimal haben wir bekannt: „Ich glaube!“

Damit stehen wir an der Seite des Apostel Thomas, der zu Jesus sagte: Mein Herr und mein Gott.

Ja, wir glauben, dass Gottes Kinder Liebe immer größer ist und dass wir immer seine Kinder bleiben.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Wir haben den Heiligen Geist empfangen: den Frieden und die Versöhnung. Angetrieben von diesem Heiligen Geist beten wir:

Gott, Heiliger Geist    L/A: Erfülle die Herzen deiner Gläubigen

  • Wir denken an die Getauften, die die Stimme des Geistes missachten und Kriege führen: dass sie umkehren und von ihrem Unrecht ablassen.
  • Wir beten für die Menschen, die unter inneren Kämpfen leiden, die mit sich und ihrem Leben unzufrieden sind: dass sie mit sich ins Reine kommen.
  • Wir beten für die Ungetauften, die Interesse am christlichen Glauben haben: dass sie gute Begleiter finden und die Freude des Christseins entdecken und sich taufen lassen.
  • Wir beten für die Kinder und Jugendlichen, die sich auf ihre Erstkommunion und auf ihre Firmung vorbereiten: dass das Feuer des Heiligen Geistes in ihnen brennt.
  • Wir beten für die Maximilian und Luis und ihre Mutter Joy, dass Sie in der Gemeinschaft der Christen Heimat finden und im christlichen Leben Freude und Segen finden.
  • Wir beten für unser Land und seine Bevölkerung: dass wir den Frieden und Zusammenhalt bewahren.

Lektor/in: Vater im Himmel, in dir finden wir Frieden und Freude, Versöhnung und Leben. Wir danken dir und preisen dich in Ewigkeit.

A: Amen

06.04.26: Ostermontag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Frère Roger Schütz von Taizé hat den Pilgerweg des Vertrauens begonnen und ausgerufen.

Der Osterglaube ist darin aufgegangen und fruchtbar geworden.

Wenn wir zum Vertrauen finden, hören wir auf einander zu misstrauen

Das Vertrauen in Gott ist der Wurzelgrund für das Vertrauen im Miteinander der Menschen.

Wir dürfen aus dem Vertrauen leben, dass unser Leben Gottes Gabe ist und uns deshalb in seine Ewigkeit führt.

Grüßen wir Christus, der uns den Weg des Vertrauens vorausgegangen ist:

Ansprache:

Liebe Schwestern und Brüder,
Immer wieder einmal erlebe ich ein Gespräch, in dem jemand zweifelt, ob es denn wirklich etwas gibt, wenn wir einmal gestorben sind. Dann fällt oft dieser Satz: „Zurückgekommen ist noch keiner“ Dieses Argument begründet, warum der Zweifel aufkommen kann.

Was wäre denn, wenn einer zurückkommen würde?

Da gibt es ja die schöne Gleichnisgeschichte vom armen Lazarus, der in Abrahams Schoß getröstet wird. Der Reiche, der ihm nichts zu essen gab, wird gequält vom brennenden Schmerz der Reue und bittet Abraham Lazarus solle seine Brüder warnen, dass sie nicht den gleichen Fehler machen: Abrahams Antwort: „Das wir nichts helfen. Wenn sie auf Moses und die Propheten nicht achten, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht!“

Fast möchte ich sagen: Jesus ist auferstanden. Und doch gibt es viele, die nach wie vor ihr Herz verhärten für die Not ihrer Mitmenschen.

Sowohl die Lazarusgeschichte, als auch die Emmausgeschichte finden wir im Lukasevangelium, das sich in vielen Teilen liest wie ein biographischer Roman über Jesus, den aus Nazareth.

Die Emmausgeschichte ist eine Geschichte über den Zweifel und seine Überwindung:

Die beiden Jünger nehmen die Rolle der Zweifler ein:

Sie jammern, weil wieder einmal ein Guter dran glauben musste.
Sie jammern, dass dies ein ungerechtes Urteil war.
Sie jammern, dass die Mächtigen sich wieder einmal mit Gewalt durchgesetzt haben, um an der Macht zu bleiben.
Sie jammerten, weil am Ende eben doch immer die Ruchlosen und Herrschenden am längeren Hebel sitzen.

Liebe Schwestern und Brüder,
alle Ähnlichkeit mit heutigen Vorurteilen und Meinungen sind keineswegs zufällig, sondern gewollt und beabsichtigt.

Es kommt noch besser:

Die beiden Zweifler kennen sogar schon Menschen,
die den Zweifel überwunden haben.
Sie kennen die Nachricht, dass Jesus auferstanden ist.
Sie kennen die Gewissheit, dass die Mächtigen ihre Macht verloren haben, sobald wir die Schwelle zu Gott hin überschreiten.

Aber das können sie nicht glauben – und damit auch nicht, dass Jesus eine neue Ordnung aufgerichtet hat – gerade auch in seinem Tod.

Das Lukasevangelium setzt den Zweiflern eine seltsame Gestalt entgegen:

Ein Fremder. Denn das, was er zu sagen hat und das, was Jesus immer gesagt hat – solange er durch das Land zog und das Reich Gottes verkündete – das ist den Zweiflern fremd.

Lukas scheut sich nicht, die Zweifler „unverständig“ zu nennen. Sie hätten ein Herz, das zu „träge“ ist, um zu glauben, dass Jesus auferstanden ist.

Der Fremde macht ihnen verständlich, dass es in der ganzen Schrift immer schon darauf hinausläuft, dass der Gerechte in dieser Welt leiden muss – aber dass er nur so gerecht bleiben kann.

Am Ende dieser Geschichte ist der Zweifel überwunden: Sie glauben an Jesus und dass er lebt und teilen mit den anderen Jüngern die Erfahrung:
Jesu Botschaft ist wahr: Der Gerechte muss leiden – aber genau So legt er Zeugnis ab für Gott und schenkt Gemeinschaft mit Gott.

Liebe Schwestern und Brüder,
die daran zweifeln, dass das Gute eine Chance hat, ja dass es sogar das Böse überwindet, sind immer in Gefahr, sich der Macht des Bösen zu beugen: Schießt du auf mich, dann schieße ich auf dich.
Beleidigst du mich, so beleidige ich dich.
Greifst du mich an – dann greife ich dich an.

Als ob das Leben ein Fußballspiel wäre.

Die an Jesus glauben und dass er in Gottesherrlichkeit lebt, sind anders.

Sie sind widerständig und stark – wie Jesus. Sie denken:

Du kannst mich nicht davon abbringen, dich zu lieben – oder noch süffisanter formuliert: „Meine Feindschaft kriegst du nicht!“

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, du bist gut und in deiner Barmherzigkeit gerecht, weil du sie jedem gewährst. Wir beten zu dir:

Pfarrer singt nach jeder Bitte:
Gott unsres Lebens           A: Wir bitten dich, erhöre uns

  • Dass die Zweifelnden zum Vertrauen finden.
  • Dass die Liebenden stärker sind als der Hass.
  • Dass die Vertrauenden, die Angst überwinden.
  • Dass die Glaubenden, den Glauben an das Gute bewahren.
  • Dass die Gewalttätigen weniger werden.
  • Dass die Frieden liebenden mächtiger werden.
  • Dass die Verstorbenen bei dir Leben

Lektor/in: Gott, wir danken dir für deinen Sohn, der für uns den Verführungen durch Hass und Feindschaft widerstanden hat, damit wir an die größere Liebe glauben können. Wir preisen dich in Ewigkeit. Amen

05.04.26 Ostern

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus hat einmal gesagt: Himmel und Erde werden vergehen -aber meine Worte werden nicht vergehen!

Ich möchte zwar nicht dabei sein, wenn Himmel und Erde vergehen und der nächste Urknall ein Universum entstehen lässt – aber sehr gerne mochte ich in der Ewigkeit sein, in der Jesu Worte gelten:

In Gottes Licht und Herrlichkeit: in seinem Frieden, voll des Lebens in vollkommener Freude. Dieses Reich kommt und es ist schon da – weil so viele Menschen auf Jesus hören und aus Liebe handeln.

Grüßen wir Christus unseren Heiland und Befreier.

Liebe Schwestern und Brüder,
manche Entdeckungen in der Weltgeschichte bleiben für immer – jeden­falls über Jahrtausende und Jahrhunderte wirksam und unver­zicht­bar: Der Satz von Pythagoras zum Beispiel – oder dass Hunde ideale Begleiter des Menschen sind oder die Entdeckung der Elektrizität und des Magnetismus. Eine Welt ohne Aristoteles und Plato kann man sich gar nicht vorstellen.

Jesus und die frohe Botschaft, die er verkündete, gehören zu diesen Phänomenen in der Menschheitsgeschichte, die schon Jahrtausende lang wirken. Wenn man in die Welt schaut, kann man davon ausgehen, dass dies noch lange so sein wird – auch wenn wir in unserer Weltgegend gerade eine andere Erfahrung machen.

Schon deshalb kann ich mit Fug und Recht sagen: Was Jesus in seinem Leben getan hat und dass er dafür sein Leben einsetzte, hat sich „gelohnt“.
Ungefähr 2,5 Milliarden Menschen hören auf Jesus, glauben an ihn und daran, dass sie durch ihn Gemeinschaft mit Gott haben. Erfolg ist dafür kein angemessenes Wort mehr.

Und wie bei vielen großartigen Entdeckungen: Jesu Botschaft sehr einfach:
Das größte ist die Liebe seines himmlischen Vaters. Und das wichtigste ist, ihn zu lieben und den Mitmenschen, wie sich selbst.

Für diese Botschaft und weil er behauptete, dass Gott durch ihn spricht, hat man ihn verurteilt und gefoltert bis zum Tod. Er hat sich dies nicht nur gefallen lassen. Er hat diesen Weg gewählt – als Tat der Liebe zu seinen Freunden und Feinden.

Solange er durchs Land zog, verkündete er, dass Gott ewiges Leben schenkt. Er nannte dies Auferstehung. Auch von sich selbst sagte er, er werde auferstehen – am dritten Tag.

Nun war er tot – das war die Nagelprobe für die Frauen und Männer, die ihm nachgefolgt waren.

Das Joh Ev erzählt davon:  Maria von Magdala geht zum Grab. Wie man es halt so macht. Man will, dass es schön ist. Die Zärtlichkeit zum Verstorbe­nen zeigt sich darin. Man will sich erinnern und gibt dem Schmerz Raum.

Als sie sich dem Grab nähert – ich weiß nicht, was sie wirklich erlebt hat. Das Evangelium gebraucht eine mythologische religiöse Bilder­sprache – man merkt sofort: Es geht hier nicht um Berichterstattung.

Das Evangelium erzählt, dass der Stein weg war.

Typisch Johannes sucht sie zuerst nach einer „normalen“ Erklärung. „Man hat den Leichnam weggenommen“, erzählt die Petrus und Johannes. Die überzeugen sich vom leeren Grab.

Johannes glaubte – aber er verstand nicht.

Maria von Magdala versteht als erste: Engel helfen ihr dabei, denen sie den Grund ihrer Trauer sagen kann. Und Schließlich genügt es dem Evangelisten, dass Jesus Maria beim Namen nennt.
Als sie ihren Namen hört, versteht sie und es fällt ihr wie Schuppen von den Augen: Jesus ist nicht im Grab!

Sie verstand, dass Jesus nicht anders handeln konnte. Jesus hatte die Sendung, alles aus Liebe zu tun und sich durch nichts davon abbringen zu lassen – auch nicht durch die Grausamkeit der Folterknechte und den Hass seiner Feinde.

Was Jesus getan hat und was er verkündet hat, was er durchgehalten hat in seinem Martyrium, trägt in Maria Frucht.

Sie verändert sich: Es ist, wie Jesus gesagt hat: Er ist Gottes Sohn und er lebt nun bei Gott. Wer an ihn glaubt wird leben, auch wenn er stirbt, Jeder, der an ihn glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.

Ostern ist, wenn wir wirklich an Jesus glauben,
wenn wir denken und vertrauen wie er;
wenn wir frei sind, wie er, wenn wir stark sind, wie er.

Er sendet uns, dass wir den Menschen Heil und Heilung und Hoffnung und Versöhnung und Einheit bringen.

Jesu Liebestat hat Erfolg. Aber es ging nicht anders: Er musste lieben bis in den Tod. Das war nötig. Deshalb können wir an ihn glauben. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, Vater Jesu und unser aller Vater. Du hast Jesus gesandt, damit wir das Leben in Fülle haben. Wir beten zu dir:

  • Für alle, die an die Auferstehung Jesu glauben: dass sie Jesus immer mehr ähnlich werden.
  • Für die Menschen, die an diesem Osterfest getauft werden: dass die Freude des Glaubens in ihnen immer weiterwächst.
  • Für die Frauen und Männer, die berufen sind, den Glauben an Jesus zu verkünden: dass sie im Herzen glaubende Menschen bleiben.
  • Für die Millionen Kinder und Erwachsenen, die unter den Kriegen in der Welt leiden: dass sie Mut haben, für den Frieden einzutreten.
  • Für unsere Gesellschaft, dass die Menschen mit sehr großem Vermögen ihre Verpflichtung für das Gemeinwohl erkennen und erfüllen.

Lektor/in: Vater, du bist gerecht und schenkst jedem deine Liebe. Gib uns Kraft, dass wir dich rühmen und dir durch unser Tun die Ehre geben: dass wir dich loben und preisen in Ewigkeit. Amen.

04.04.26 Feier der Osternacht

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Liebe Schwestern und Brüder,
manche Entdeckungen in der Weltgeschichte bleiben für immer – jeden­falls über Jahrtausende und Jahrhunderte wirksam und unver­zicht­bar: Der Satz von Pythagoras zum Beispiel – oder dass Hunde ideale Begleiter des Menschen sind oder die Entdeckung der Elektrizität und des Magnetismus. Eine Welt ohne Aristoteles und Plato kann man sich gar nicht vorstellen.

Jesus und die frohe Botschaft, die er verkündete, gehören zu diesen Phänomenen in der Menschheitsgeschichte, die schon Jahrtausende lang wirken. Wenn man in die Welt schaut, kann man davon ausgehen, dass dies noch lange so sein wird – auch wenn wir in unserer Weltgegend gerade eine andere Erfahrung machen.

Schon deshalb kann ich mit Fug und Recht sagen: Was Jesus in seinem Leben getan hat und dass er dafür sein Leben einsetzte, hat sich „gelohnt“.
Ungefähr 2,5 Milliarden Menschen hören auf Jesus, glauben an ihn und daran, dass sie durch ihn Gemeinschaft mit Gott haben. Erfolg ist dafür kein angemessenes Wort mehr.

Und wie bei vielen großartigen Entdeckungen: Jesu Botschaft sehr einfach:
Das größte ist die Liebe seines himmlischen Vaters. Und das wichtigste ist, ihn zu lieben und den Mitmenschen, wie sich selbst.

Für diese Botschaft und weil er behauptete, dass Gott durch ihn spricht, hat man ihn verurteilt und gefoltert bis zum Tod. Er hat sich dies nicht nur gefallen lassen. Er hat diesen Weg gewählt – als Tat der Liebe zu seinen Freunden und Feinden.

Solange er durchs Land zog, verkündete er, dass Gott ewiges Leben schenkt. Er nannte dies Auferstehung. Auch von sich selbst sagte er, er werde auferstehen – am dritten Tag.

Nun war er tot – das war die Nagelprobe für die Frauen und Männer, die ihm nachgefolgt waren.

Das Mt. Ev erzählt davon:  Die Frauen gehen zum Grab. Wie man es halt so

macht. Man will, dass es schön ist. Die Zärtlichkeit zum Verstorbenen zeigt sich darin. Man will sich erinnern und dem Schmerz Raum geben.

Als sie sich dem Grab nähern – ich weiß nicht, was sie wirklich erlebt haben. Das Evangelium gebraucht eine mythologische religiöse Bilder­sprache – man merkt sofort: Es geht hier nicht um Berichterstattung.

Jedenfalls hat es mit Gott zu tun, deswegen wird der Engel erwähnt.
Und das Erzittern der Erde. Achten wir auf die Worte, die das Evangelium, dem Engel in den Mund legt:
„Fürchtet euch nicht. Jesus, der Gekreuzigte, ist nicht hier!“

Sie hätten sich fürchten können: zum ersten vor denen, die Jesus getötet haben – vielleicht standen auch sie auf der Liste.

Noch mehr aber: Fürchtet euch nicht davor zu glauben, dass Jesus lebt und auferstanden ist in Gottes Herrlichkeit – auch wenn das euer ganzes Leben und Denken durcheinanderwirbelt und neu sortiert.

Was Jesus getan hat und was er verkündet hat, was er durchgehalten hat in seinem Martyrium, das trägt in den Frauen Frucht.

Sie fangen an zu begreifen. Sie werden verändert.
Es ist, wie Jesus gesagt hat: Er ist Gottes Sohn und er lebt nun bei Gott.
Wir sind Gottes Kinder und werden bei Gott leben.

Solange wir leben, haben wir eine Berufung:
Gott ist unser Vater, der uns liebt wie eine Mutter. Ihn lieben und die Mitmenschen – das ist das wichtigste.

Ostern ist, wenn wir wirklich an Jesus glauben,
wenn wir denken und vertrauen wie er;
wenn wir frei sind, wie er, wenn wir stark sind, wie er.

Er kommt uns entgegen und er sendet uns nach „Galiläa“, dass wir den Menschen Heil und Heilung und Hoffnung bringen und sie aus ihrer Hoffnungslosigkeit befreien.

Jesu Liebestat hat Erfolg. Aber es ging nicht anders: Er musste lieben bis in den Tod. Das war nötig. Deshalb können wir an ihn glauben. Amen.