12.04.26: 2. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Leo XIV begrüßte nach seiner Wahl zum Bischof von Rom die wartenden Menschen mit dem Gruß Jeus, des Auferstandenen:

„Friede sei mit euch!“

Obwohl sie ängstlich weggelaufen waren und Jesus allein ließen,
obwohl Petrus ihn verleugnete, obwohl sie nichts tun konnten, um Jesus zu retten – Jesus grüßt sie: Friede sei mit Euch.

Frieden zwischen mir und euch! Frieden zwischen euch und Gott!
Frieden zwischen euch untereinander! Und: ihr dürft Frieden haben mit euch selbst.

Diesen Frieden empfangen wir von Jesus, an den wir glauben. Durch ihn ehren wir Gott unseren Vater.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
wie denken sie über Macht?
Wie ändern sich Menschen, wenn sie viel Macht haben?
Was sind es für Menschen, die nach der Macht streben und sie immer noch weiter vermehren wollen?

Und: bitte fragen sie sich selbst: In welchen Bereich haben sie Macht?

Macht ist geradezu das Gegenteil von Jesus – auch wenn ihm im Matthäusevangelium die Worte in den Mund gelegt werden: „Mir ist alle Macht gegeben – im Himmel und auf Erden.“

Der Gekreuzigte ist das Bild der Ohnmacht schlechthin!

Liebe Mitchristen: Wir setzen unsere Hoffnung auf einen, den die Mächtigen töteten, weil sie um ihre Macht fürchteten.

Von Anfang an mussten die Christen sich dafür rechtfertigen und hatten selbst Mühe, dies anzunehmen. Immer wieder stand die Frage im Raum:

Musste der Messias leiden? Kann ein Gekreuzigter Messias sein?
(Geschichte von den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus)

Das Johannesevangelium macht eine 180° Wende:
Thomas sagt: Wenn, dann glaube ich nur an Jesus, den Gekreuzigten.
Er hat bereits verstanden: Wer auch gegenüber denen, die ihm Böses tun, gut und liebend bleibt – wird und muss leiden!

Zu ihm, den Gekreuzigten sagt er: Mein Herr und mein Gott!

Die Macht Jesu liegt nicht im Herrschen und Urteilen, im Strafen und Belohnen. Die Macht Jesus liegt im Vergeben.

Seine endgültige Gabe an die Jünger ist: der Heilige Geist. Der Geist Gottes. Der Geist, der ihn in seinem Wirken angetrieben hat.
„Empfangt den Heiligen Geist!“ sagt er zu den Jüngern. Und legt ihnen ans Herz, was Gottes Geist in ihnen wirken soll: „Vergebt den Menschen ihre Sünden! Jeder, der darunter leidet, dass er seinen Mitmenschen zu wenig Liebe entgegenbringt, soll merken: Gott steht zu dir. Er hört nicht auf, dich zu lieben, so wenig Jesus aufgehört hat, die zu lieben, die ihn töteten.

Liebe Schwestern und Brüder,
am Ostern haben wir unser Taufbekenntnis erneuert und bestärkt:
Dreimal haben wir bekannt: „Ich glaube!“

Damit stehen wir an der Seite des Apostel Thomas, der zu Jesus sagte: Mein Herr und mein Gott.

Ja, wir glauben, dass Gottes Kinder Liebe immer größer ist und dass wir immer seine Kinder bleiben.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Wir haben den Heiligen Geist empfangen: den Frieden und die Versöhnung. Angetrieben von diesem Heiligen Geist beten wir:

Gott, Heiliger Geist    L/A: Erfülle die Herzen deiner Gläubigen

  • Wir denken an die Getauften, die die Stimme des Geistes missachten und Kriege führen: dass sie umkehren und von ihrem Unrecht ablassen.
  • Wir beten für die Menschen, die unter inneren Kämpfen leiden, die mit sich und ihrem Leben unzufrieden sind: dass sie mit sich ins Reine kommen.
  • Wir beten für die Ungetauften, die Interesse am christlichen Glauben haben: dass sie gute Begleiter finden und die Freude des Christseins entdecken und sich taufen lassen.
  • Wir beten für die Kinder und Jugendlichen, die sich auf ihre Erstkommunion und auf ihre Firmung vorbereiten: dass das Feuer des Heiligen Geistes in ihnen brennt.
  • Wir beten für die Maximilian und Luis und ihre Mutter Joy, dass Sie in der Gemeinschaft der Christen Heimat finden und im christlichen Leben Freude und Segen finden.
  • Wir beten für unser Land und seine Bevölkerung: dass wir den Frieden und Zusammenhalt bewahren.

Lektor/in: Vater im Himmel, in dir finden wir Frieden und Freude, Versöhnung und Leben. Wir danken dir und preisen dich in Ewigkeit.

A: Amen

06.04.26: Ostermontag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Frère Roger Schütz von Taizé hat den Pilgerweg des Vertrauens begonnen und ausgerufen.

Der Osterglaube ist darin aufgegangen und fruchtbar geworden.

Wenn wir zum Vertrauen finden, hören wir auf einander zu misstrauen

Das Vertrauen in Gott ist der Wurzelgrund für das Vertrauen im Miteinander der Menschen.

Wir dürfen aus dem Vertrauen leben, dass unser Leben Gottes Gabe ist und uns deshalb in seine Ewigkeit führt.

Grüßen wir Christus, der uns den Weg des Vertrauens vorausgegangen ist:

Ansprache:

Liebe Schwestern und Brüder,
Immer wieder einmal erlebe ich ein Gespräch, in dem jemand zweifelt, ob es denn wirklich etwas gibt, wenn wir einmal gestorben sind. Dann fällt oft dieser Satz: „Zurückgekommen ist noch keiner“ Dieses Argument begründet, warum der Zweifel aufkommen kann.

Was wäre denn, wenn einer zurückkommen würde?

Da gibt es ja die schöne Gleichnisgeschichte vom armen Lazarus, der in Abrahams Schoß getröstet wird. Der Reiche, der ihm nichts zu essen gab, wird gequält vom brennenden Schmerz der Reue und bittet Abraham Lazarus solle seine Brüder warnen, dass sie nicht den gleichen Fehler machen: Abrahams Antwort: „Das wir nichts helfen. Wenn sie auf Moses und die Propheten nicht achten, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht!“

Fast möchte ich sagen: Jesus ist auferstanden. Und doch gibt es viele, die nach wie vor ihr Herz verhärten für die Not ihrer Mitmenschen.

Sowohl die Lazarusgeschichte, als auch die Emmausgeschichte finden wir im Lukasevangelium, das sich in vielen Teilen liest wie ein biographischer Roman über Jesus, den aus Nazareth.

Die Emmausgeschichte ist eine Geschichte über den Zweifel und seine Überwindung:

Die beiden Jünger nehmen die Rolle der Zweifler ein:

Sie jammern, weil wieder einmal ein Guter dran glauben musste.
Sie jammern, dass dies ein ungerechtes Urteil war.
Sie jammern, dass die Mächtigen sich wieder einmal mit Gewalt durchgesetzt haben, um an der Macht zu bleiben.
Sie jammerten, weil am Ende eben doch immer die Ruchlosen und Herrschenden am längeren Hebel sitzen.

Liebe Schwestern und Brüder,
alle Ähnlichkeit mit heutigen Vorurteilen und Meinungen sind keineswegs zufällig, sondern gewollt und beabsichtigt.

Es kommt noch besser:

Die beiden Zweifler kennen sogar schon Menschen,
die den Zweifel überwunden haben.
Sie kennen die Nachricht, dass Jesus auferstanden ist.
Sie kennen die Gewissheit, dass die Mächtigen ihre Macht verloren haben, sobald wir die Schwelle zu Gott hin überschreiten.

Aber das können sie nicht glauben – und damit auch nicht, dass Jesus eine neue Ordnung aufgerichtet hat – gerade auch in seinem Tod.

Das Lukasevangelium setzt den Zweiflern eine seltsame Gestalt entgegen:

Ein Fremder. Denn das, was er zu sagen hat und das, was Jesus immer gesagt hat – solange er durch das Land zog und das Reich Gottes verkündete – das ist den Zweiflern fremd.

Lukas scheut sich nicht, die Zweifler „unverständig“ zu nennen. Sie hätten ein Herz, das zu „träge“ ist, um zu glauben, dass Jesus auferstanden ist.

Der Fremde macht ihnen verständlich, dass es in der ganzen Schrift immer schon darauf hinausläuft, dass der Gerechte in dieser Welt leiden muss – aber dass er nur so gerecht bleiben kann.

Am Ende dieser Geschichte ist der Zweifel überwunden: Sie glauben an Jesus und dass er lebt und teilen mit den anderen Jüngern die Erfahrung:
Jesu Botschaft ist wahr: Der Gerechte muss leiden – aber genau So legt er Zeugnis ab für Gott und schenkt Gemeinschaft mit Gott.

Liebe Schwestern und Brüder,
die daran zweifeln, dass das Gute eine Chance hat, ja dass es sogar das Böse überwindet, sind immer in Gefahr, sich der Macht des Bösen zu beugen: Schießt du auf mich, dann schieße ich auf dich.
Beleidigst du mich, so beleidige ich dich.
Greifst du mich an – dann greife ich dich an.

Als ob das Leben ein Fußballspiel wäre.

Die an Jesus glauben und dass er in Gottesherrlichkeit lebt, sind anders.

Sie sind widerständig und stark – wie Jesus. Sie denken:

Du kannst mich nicht davon abbringen, dich zu lieben – oder noch süffisanter formuliert: „Meine Feindschaft kriegst du nicht!“

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, du bist gut und in deiner Barmherzigkeit gerecht, weil du sie jedem gewährst. Wir beten zu dir:

Pfarrer singt nach jeder Bitte:
Gott unsres Lebens           A: Wir bitten dich, erhöre uns

  • Dass die Zweifelnden zum Vertrauen finden.
  • Dass die Liebenden stärker sind als der Hass.
  • Dass die Vertrauenden, die Angst überwinden.
  • Dass die Glaubenden, den Glauben an das Gute bewahren.
  • Dass die Gewalttätigen weniger werden.
  • Dass die Frieden liebenden mächtiger werden.
  • Dass die Verstorbenen bei dir Leben

Lektor/in: Gott, wir danken dir für deinen Sohn, der für uns den Verführungen durch Hass und Feindschaft widerstanden hat, damit wir an die größere Liebe glauben können. Wir preisen dich in Ewigkeit. Amen

05.04.26 Ostern

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus hat einmal gesagt: Himmel und Erde werden vergehen -aber meine Worte werden nicht vergehen!

Ich möchte zwar nicht dabei sein, wenn Himmel und Erde vergehen und der nächste Urknall ein Universum entstehen lässt – aber sehr gerne mochte ich in der Ewigkeit sein, in der Jesu Worte gelten:

In Gottes Licht und Herrlichkeit: in seinem Frieden, voll des Lebens in vollkommener Freude. Dieses Reich kommt und es ist schon da – weil so viele Menschen auf Jesus hören und aus Liebe handeln.

Grüßen wir Christus unseren Heiland und Befreier.

Liebe Schwestern und Brüder,
manche Entdeckungen in der Weltgeschichte bleiben für immer – jeden­falls über Jahrtausende und Jahrhunderte wirksam und unver­zicht­bar: Der Satz von Pythagoras zum Beispiel – oder dass Hunde ideale Begleiter des Menschen sind oder die Entdeckung der Elektrizität und des Magnetismus. Eine Welt ohne Aristoteles und Plato kann man sich gar nicht vorstellen.

Jesus und die frohe Botschaft, die er verkündete, gehören zu diesen Phänomenen in der Menschheitsgeschichte, die schon Jahrtausende lang wirken. Wenn man in die Welt schaut, kann man davon ausgehen, dass dies noch lange so sein wird – auch wenn wir in unserer Weltgegend gerade eine andere Erfahrung machen.

Schon deshalb kann ich mit Fug und Recht sagen: Was Jesus in seinem Leben getan hat und dass er dafür sein Leben einsetzte, hat sich „gelohnt“.
Ungefähr 2,5 Milliarden Menschen hören auf Jesus, glauben an ihn und daran, dass sie durch ihn Gemeinschaft mit Gott haben. Erfolg ist dafür kein angemessenes Wort mehr.

Und wie bei vielen großartigen Entdeckungen: Jesu Botschaft sehr einfach:
Das größte ist die Liebe seines himmlischen Vaters. Und das wichtigste ist, ihn zu lieben und den Mitmenschen, wie sich selbst.

Für diese Botschaft und weil er behauptete, dass Gott durch ihn spricht, hat man ihn verurteilt und gefoltert bis zum Tod. Er hat sich dies nicht nur gefallen lassen. Er hat diesen Weg gewählt – als Tat der Liebe zu seinen Freunden und Feinden.

Solange er durchs Land zog, verkündete er, dass Gott ewiges Leben schenkt. Er nannte dies Auferstehung. Auch von sich selbst sagte er, er werde auferstehen – am dritten Tag.

Nun war er tot – das war die Nagelprobe für die Frauen und Männer, die ihm nachgefolgt waren.

Das Joh Ev erzählt davon:  Maria von Magdala geht zum Grab. Wie man es halt so macht. Man will, dass es schön ist. Die Zärtlichkeit zum Verstorbe­nen zeigt sich darin. Man will sich erinnern und gibt dem Schmerz Raum.

Als sie sich dem Grab nähert – ich weiß nicht, was sie wirklich erlebt hat. Das Evangelium gebraucht eine mythologische religiöse Bilder­sprache – man merkt sofort: Es geht hier nicht um Berichterstattung.

Das Evangelium erzählt, dass der Stein weg war.

Typisch Johannes sucht sie zuerst nach einer „normalen“ Erklärung. „Man hat den Leichnam weggenommen“, erzählt die Petrus und Johannes. Die überzeugen sich vom leeren Grab.

Johannes glaubte – aber er verstand nicht.

Maria von Magdala versteht als erste: Engel helfen ihr dabei, denen sie den Grund ihrer Trauer sagen kann. Und Schließlich genügt es dem Evangelisten, dass Jesus Maria beim Namen nennt.
Als sie ihren Namen hört, versteht sie und es fällt ihr wie Schuppen von den Augen: Jesus ist nicht im Grab!

Sie verstand, dass Jesus nicht anders handeln konnte. Jesus hatte die Sendung, alles aus Liebe zu tun und sich durch nichts davon abbringen zu lassen – auch nicht durch die Grausamkeit der Folterknechte und den Hass seiner Feinde.

Was Jesus getan hat und was er verkündet hat, was er durchgehalten hat in seinem Martyrium, trägt in Maria Frucht.

Sie verändert sich: Es ist, wie Jesus gesagt hat: Er ist Gottes Sohn und er lebt nun bei Gott. Wer an ihn glaubt wird leben, auch wenn er stirbt, Jeder, der an ihn glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.

Ostern ist, wenn wir wirklich an Jesus glauben,
wenn wir denken und vertrauen wie er;
wenn wir frei sind, wie er, wenn wir stark sind, wie er.

Er sendet uns, dass wir den Menschen Heil und Heilung und Hoffnung und Versöhnung und Einheit bringen.

Jesu Liebestat hat Erfolg. Aber es ging nicht anders: Er musste lieben bis in den Tod. Das war nötig. Deshalb können wir an ihn glauben. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, Vater Jesu und unser aller Vater. Du hast Jesus gesandt, damit wir das Leben in Fülle haben. Wir beten zu dir:

  • Für alle, die an die Auferstehung Jesu glauben: dass sie Jesus immer mehr ähnlich werden.
  • Für die Menschen, die an diesem Osterfest getauft werden: dass die Freude des Glaubens in ihnen immer weiterwächst.
  • Für die Frauen und Männer, die berufen sind, den Glauben an Jesus zu verkünden: dass sie im Herzen glaubende Menschen bleiben.
  • Für die Millionen Kinder und Erwachsenen, die unter den Kriegen in der Welt leiden: dass sie Mut haben, für den Frieden einzutreten.
  • Für unsere Gesellschaft, dass die Menschen mit sehr großem Vermögen ihre Verpflichtung für das Gemeinwohl erkennen und erfüllen.

Lektor/in: Vater, du bist gerecht und schenkst jedem deine Liebe. Gib uns Kraft, dass wir dich rühmen und dir durch unser Tun die Ehre geben: dass wir dich loben und preisen in Ewigkeit. Amen.

04.04.26 Feier der Osternacht

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Liebe Schwestern und Brüder,
manche Entdeckungen in der Weltgeschichte bleiben für immer – jeden­falls über Jahrtausende und Jahrhunderte wirksam und unver­zicht­bar: Der Satz von Pythagoras zum Beispiel – oder dass Hunde ideale Begleiter des Menschen sind oder die Entdeckung der Elektrizität und des Magnetismus. Eine Welt ohne Aristoteles und Plato kann man sich gar nicht vorstellen.

Jesus und die frohe Botschaft, die er verkündete, gehören zu diesen Phänomenen in der Menschheitsgeschichte, die schon Jahrtausende lang wirken. Wenn man in die Welt schaut, kann man davon ausgehen, dass dies noch lange so sein wird – auch wenn wir in unserer Weltgegend gerade eine andere Erfahrung machen.

Schon deshalb kann ich mit Fug und Recht sagen: Was Jesus in seinem Leben getan hat und dass er dafür sein Leben einsetzte, hat sich „gelohnt“.
Ungefähr 2,5 Milliarden Menschen hören auf Jesus, glauben an ihn und daran, dass sie durch ihn Gemeinschaft mit Gott haben. Erfolg ist dafür kein angemessenes Wort mehr.

Und wie bei vielen großartigen Entdeckungen: Jesu Botschaft sehr einfach:
Das größte ist die Liebe seines himmlischen Vaters. Und das wichtigste ist, ihn zu lieben und den Mitmenschen, wie sich selbst.

Für diese Botschaft und weil er behauptete, dass Gott durch ihn spricht, hat man ihn verurteilt und gefoltert bis zum Tod. Er hat sich dies nicht nur gefallen lassen. Er hat diesen Weg gewählt – als Tat der Liebe zu seinen Freunden und Feinden.

Solange er durchs Land zog, verkündete er, dass Gott ewiges Leben schenkt. Er nannte dies Auferstehung. Auch von sich selbst sagte er, er werde auferstehen – am dritten Tag.

Nun war er tot – das war die Nagelprobe für die Frauen und Männer, die ihm nachgefolgt waren.

Das Mt. Ev erzählt davon:  Die Frauen gehen zum Grab. Wie man es halt so

macht. Man will, dass es schön ist. Die Zärtlichkeit zum Verstorbenen zeigt sich darin. Man will sich erinnern und dem Schmerz Raum geben.

Als sie sich dem Grab nähern – ich weiß nicht, was sie wirklich erlebt haben. Das Evangelium gebraucht eine mythologische religiöse Bilder­sprache – man merkt sofort: Es geht hier nicht um Berichterstattung.

Jedenfalls hat es mit Gott zu tun, deswegen wird der Engel erwähnt.
Und das Erzittern der Erde. Achten wir auf die Worte, die das Evangelium, dem Engel in den Mund legt:
„Fürchtet euch nicht. Jesus, der Gekreuzigte, ist nicht hier!“

Sie hätten sich fürchten können: zum ersten vor denen, die Jesus getötet haben – vielleicht standen auch sie auf der Liste.

Noch mehr aber: Fürchtet euch nicht davor zu glauben, dass Jesus lebt und auferstanden ist in Gottes Herrlichkeit – auch wenn das euer ganzes Leben und Denken durcheinanderwirbelt und neu sortiert.

Was Jesus getan hat und was er verkündet hat, was er durchgehalten hat in seinem Martyrium, das trägt in den Frauen Frucht.

Sie fangen an zu begreifen. Sie werden verändert.
Es ist, wie Jesus gesagt hat: Er ist Gottes Sohn und er lebt nun bei Gott.
Wir sind Gottes Kinder und werden bei Gott leben.

Solange wir leben, haben wir eine Berufung:
Gott ist unser Vater, der uns liebt wie eine Mutter. Ihn lieben und die Mitmenschen – das ist das wichtigste.

Ostern ist, wenn wir wirklich an Jesus glauben,
wenn wir denken und vertrauen wie er;
wenn wir frei sind, wie er, wenn wir stark sind, wie er.

Er kommt uns entgegen und er sendet uns nach „Galiläa“, dass wir den Menschen Heil und Heilung und Hoffnung bringen und sie aus ihrer Hoffnungslosigkeit befreien.

Jesu Liebestat hat Erfolg. Aber es ging nicht anders: Er musste lieben bis in den Tod. Das war nötig. Deshalb können wir an ihn glauben. Amen.

03.04.26: Karfreitag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung vor der Feier

Liebe im Glauben versammelte Gemeinde,
Viele unter uns haben gestern gehört und bedacht, dass wir durch Jesus Gemeinschaft mit Gott haben, wenn wir seinen Liebesdienst annehmen und uns von ihm die Füße waschen lassen.

Dass Jesus den Jüngern die Füße wusch, ist ein Zeichen. Darin deutet er im Voraus an, dass seine Liebe keine Grenze hat: Jesus unterwirft sich dem Urteil der Menschen und leidet den Foltertod.
Er läuft nicht weg. Er bleibt. Er wehrt sich nicht.
Nicht aus Schwäche, sondern aus Liebe – zu denen, die ihm Schmerzen zufügen und töten.

Wir begegnen heute Gottes grenzenloser und unüberwindlicher Liebe. Seiner Größe, die sich in Jesu Ohnmacht zeigt und die uns erschaudern lässt.

Deshalb beginnt die Feier heute damit, dass wir uns niederknien und uns auf den Boden legen. ‑ Gott hebt uns empor.

Ansprache

Liebe Schwestern und Brüder,
ich muss zugeben: ich habe erst einmal oder zweimal ein Konzentrations­lager der Nazis besichtigt und ich schau mir fast nie Filme an, die das Gräuel zeigen, das jüdischen und behinderten und psychisch kranken Menschen angetan wurde: Warum: Es ist eigentlich unerträglich! –

So ähnlich geht es mir mit der Leidensgeschichte Jesu: Wie geht es ihnen damit, anzuhören, dass Jesus auf diese grausame Art gefoltert und ermor­det wurde? Ich finde es zutiefst verstören. Dieser arme Mensch! Dieses fürchterliche Leid. Schon bei der bloßen Vorstellung schüttelt es mich.

Warum tun wir uns das an?
Warum erinnern wir uns an diese Grausamkeit?

Es ist nicht nur die Geschichte von der Grausamkeit, es ist zugleich die Geschichte größter Menschlichkeit.

Denn Jesus hat diese unmenschliche Gewalt entmachtet.
Nicht, indem er ihr noch größere Gewalt entgegengesetzt hat,
sondern weil er nicht aufgehört hat zu lieben:
die, die ihn anklagten und verurteilten;
die, die ihn allein gelassen haben und sogar verraten;
die ihn gequält haben.

So wie er seinen Jüngern die Füße wusch,
so hat er diese Gewalt ertragen – aus Liebe.

Worin besteht diese Liebe?
Das hat Jesus bei der Fußwaschung den Jüngern erklärt:

Wenn ich dir nicht die Füße wasche, hast du keinen Anteil an mir.

Jesus weiß: Nur wenn ich auch die Menschen liebe, die mich verurteilen, verleugnen und im Stich lassen und mich foltern, können Sie glauben, dass die Liebe größer ist. Nur so können sie an Gott glauben. Nur so finden sie zur Gemeinschaft mit Gott. ‑ Es geht nicht anders.

Darum hören wir uns diese Geschichte immer wieder an.

Die Geschichte zeigt uns, wozu wir Menschen fähig sind:

Man muss Gewalt nicht mit Gewalt beantworten.
Man muss Feindschaft nicht mit Feindschaft beantworten.
Man kann bei der Liebe bleiben.

Es geht nur so:
Wenn wir auch diesen Liebesdienst Jesu annehmen, der Leid und Tod ertrug, und an der Liebe festhielt, haben wir Gemeinschaft mit Gott
und er verwandelt uns, so dass wir ihm ähnlich werden: immer mehr.

In einem Gebet beten wir darum:

Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde,
sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde,
sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde,
sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

02.04.2026: Gründonnerstag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Ich grüße Sie sehr herzlich zur Feier des Letzten Abendmahls. Wir freuen uns, dass Sie heute gekommen sind.

Liebe Schwestern und Brüder! Wir feiern das Gedenken verschiedenster Anlässe: Wir gedenken der im Krieg gefallenen; der von den Nazis ermordeten psychisch Kranken, dem Erlangen der Einheit Deutschlands.
Die Gedächtnisfeier unserer Erlösung ist geht noch weiter: In dem wir das Gedächtnis feiern, empfangen wir die Versöhnung mit Gott. Wir werden in den Bund Gottes mit uns Menschen hineingenommen.

Beginnen wir die Dreitagefeier unserer Erlösung, lassen wir unseren Glauben stärken und erneuern wir unsere Entscheidung als Jesu Jünger zu leben.

Ansprache:

Zu meinen Kindheits- und Jugenderinnerungen gehören unsere Besuche von Landshut aus bei der Mutter meiner Mutter in Weiden.

Die Kurz Oma, wie wir sie nannten, hat sich einfach gefreut, wenn ihre Tochter mit ihrer Familie kam und hatte natürlich Kuchen gebacken, Brotzeit eingekauft, das Feiertagsgeschirr aufgedeckt.

Natürlich gab es auch kleine Mitgebsel, wenn wir uns verabschiedeten.

Über all diesen liebevollen Gesten stand ein Satz: „Des braucht’s doch net!“ oder „Des hätt’s doch net braucht!“ Das konnte sich bis fast zur Verweigerung der Annahme steigern.

„Des braucht’s (geht) doch net!“ Hat Petrus nicht gesagt, als Jesus ihm die Füße waschen wollte. Er wollte es nicht zulassen!

Petrus ist der Felsenmann. Petrus ist der Sprecher der Jünger.
Er sagt, was alle denken. – Auch an dieser Stelle?

Vordergründig geht es darum, dass er nicht zulassen will, dass Jesus, den er als Messias erkennt, ihm die Füße wäscht. Da wäre ja: als ob der König die Wäsche seiner Diener wäscht. Das stellt doch die Welt auf den Kopf.

Es fällt uns schon schwer, einen Liebesdienst anzunehmen.
Es fällt uns schon schwer, unsere Bedürftigkeit zuzugeben.
Das schwingt auch bei Petrus mit. Lieber liegt er mit ungewaschenen Füßen bei Tisch – als dass Jesus sie ihm wäscht.
Lieber haben sie alle ungewaschene Füße, als dass einer es tut und es sich die anderen tun lassen.

Diese ungewaschenen Füße sind ein Gleichnis für einen Aspekt unserer Gottesbeziehung: Es fällt vielen Menschen unsagbar schwer, zuzugeben und sich einzugestehen, dass sie vor Gott schmutzig sind: dass wir uns selbst nicht aus unserer misslichen Lage befreien können:

Das erste ist: wir leben und können nichts dafür. Und wir sterben und können nichts dagegen tun. Wir können uns das Leben nicht selbst geben.

Und zum zweiten:

Neid, Stolz, Hochmut, Gier, Unbehrrschtheit, Angst, Gleichgültigkeit, Abneigung, Feindschaft und Hass und unauslöschliche Selbstsucht – sie machen uns zu schaffen. Deshalb werten wir andere ab, deshalb vergleichen wir uns und wollen besser dastehen und sein.

Diese un‑menschlichen Eigenheiten unterscheiden uns von Gott und vom Himmel Gottes – so dass wir uns unweigerlich von Gott getrennt fühlen und fühlen müssen. Und wir denken fast zwangsläufig, dass wir auch gar nicht anders sein können.

Liebe Schwestern und Brüder,
Wir können uns nicht selbst aus diesem Sumpf ziehen.
Es geht nicht anders: wir müssen uns von diesen unmenschlichen Eigenheiten befreien lassen, reinwaschen lassen.

Wir hören Jesus sagen: Deine Sünden sind dir vergeben.
Ich verurteile dich nicht. Sündige nicht mehr! Ich bin gekommen, damit du das Leben in Fülle hast. Und eben auch: Wenn du dir nicht von mir die Füße waschen lässt, hast du keine Gemeinschaft mit mir.

Von Jesus lernen wir, dass uns nichts von Gott trennen kann.

Sein ganzes Leben – bis zum Sterben – hat den Sinn, uns zu lehren,
dass wir immer Gottes Kinder bleiben und dass Gottes Geist und Kraft das Böse in uns im Zaum hält und uns zu guten Menschen macht.

Die Verbindung zu Gott kommt nicht von uns.
Die Verleugnung unserer unmenschlichen Eigenheiten lässt diese nicht verschwinden.

Es geht nur so: Gott spricht sein Ja zu uns: durch und in Jesus.
Es geht nicht anders, als dass wir Jesu Liebesdienst annehmen
– so haben wir Gemeinschaft mit Gott.
Christen sind also Menschen, die sich von Jesus die Füße waschen lassen.
die sich von ihm in die Gemeinschaft mit Gott aufnehmen lassen.

Übrigens: Ich habe gelernt und muss es immer wieder üben, die liebvollen Gesten einfach anzunehmen: Statt: „Des braucht’s doch net“ – einfach danke sagen und sich beschenken lassen.

Das ist ein Gleichnis für unsere Gottesbeziehung. Amen.

Allgemeines Gebet:

Lektor/in: Gott, Vater Jesu und unser Vater, durch Jesus hast du den neuen Bund mit uns geschlossen:  den Bund der Versöhnung und des ewigen Lebens. Wir beten zu dir:

  • Wir beten für alle, die in diesen Tagen Ostern feiern: dass sie Ostern in Frieden feiern können.

Pfr: Christus, höre uns.           A: Christus, erhöre uns.

  • Wir beten für alle die freiwillig ihre Zeit und ihre Kraft für andere einsetzen: in Vereinen und Gruppen und in Hilfsorganisationen.
    Gib ihnen immer wieder neue Kraft.

Pfr: Christus, höre uns.           A: Christus, erhöre uns.

  • Wir beten für alle, die über den Einsatz von Soldaten und Waffen entscheiden, über Krieg und Frieden: dass sie den Frieden suchen und Kriege beenden.

Pfr: Christus, höre uns.           A: Christus, erhöre uns.

  • Wir beten für alle, die Angst haben vor dem, was auf sie zukommt:
    um Menschen, die ihnen beistehen und sie stärken.

Pfr: Christus, höre uns.           A: Christus, erhöre uns.

  • Wir beten für alle Menschen, die alleine essen müssen und niemanden haben, der mit ihnen am Tisch sitzt.

Pfr: Christus, höre uns.           A: Christus, erhöre uns.

Lektor/in: Herr, Jesus Christus, in dir ist Gottes Liebe Mensch geworden. Du gibst uns die Kraft, füreinander einzustehen und in jedem Menschen das Abbild Gottes zu sehen. Dafür danken wir dir heute und alle Tage bis in Ewigkeit.

29.06.26: Palmsonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Kinder!
Wir ziehen heute von hier aus in zur Kirche und feiern dort unsere heilige Messe. Wir möchten miterleben, wie es damals war, als Jesus nach Jerusalem gekommen ist. Deshalb habt Ihr auch die schönen Palmbuschen mitgebracht. Sie sind festlich mit bunten Bändern geschmückt.

Damit winken wir Jesus zu. Wir freuen uns, dass Jesus bei uns ist. Er hat eine wunderbare Botschaft: Gott ist immer bei uns.

Wenn wir traurig sind, versteht er uns.
Wenn wir uns freuen. Freut er sich mit uns.
Wenn uns etwas weh tut. Bleibt er bei uns.

Davon singen jetzt die Kinder

Überleitung zum Evangelium:
Jesus war ein ganz wunderbarer Mensch. Wenn er in einen Ort kam, liefen die Menschen zusammen und begrüßten ihn und wollte ihn hören.
Auch in Jerusalem war Jesus schon bekannt. Als die Leute hörten, dass er zum Paschafest kommt, waren sie begeistert und liefen ihm entgegen. Davon hören wir jetzt.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus (21,1-11)

Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte
          und nach Betfage am Ölberg kam,
          schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen:

Geht in das Dorf, das vor euch liegt;
dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden
und ein Fohlen bei ihr.
Bindet sie los, und bringt sie zu mir!
Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt:
Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen.

Das ist geschehen, damit sich erfüllte,
          was durch den Propheten gesagt worden ist:

Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir.
Er ist friedfertig, und er reitet auf einer Eselin
          und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers.

Die Jünger gingen und taten,
          was Jesus ihnen aufgetragen hatte.

Sie brachten die Eselin und das Fohlen,
          legten ihre Kleider auf sie,
          und er setzte sich darauf.

Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus,
andere schnitten Zweige von den Bäumen
          und streuten sie auf den Weg.

Die Leute aber, die vor ihm hergingen
          und die ihm folgten, riefen:

Hosanna dem Sohn Davids!
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn.
Hosanna in der Höhe!

Als er in Jerusalem einzog,
          geriet die ganze Stadt in Aufregung,
          und man fragte: Wer ist das?

Die Leute sagten:
Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.

Einführung
Ich freue mich, dass wir wieder die Karwoche feiern dürfen.
Heute als Auftakt den Palmsonntag und dann das Triduum:

Wir feiern und erleben, wie Jesus uns hineinnimmt in sein Leben, in seine Hingabe, in seine Opferbereitschaft. Das stärkt unsere Gewissheit, dass Gott Jesus in seine Herrlichkeit und in sein Licht aufnimmt und dass er auch uns aufnehmen wird.

Mit Jesus und durch Jesus und in Jesus hat sich Gott für immer mit uns verbunden und wir sind ein Teil von ihm.

Umgeben von den vielen unmenschlichen Lieblosigkeiten feiern wir das Leben und die L iebe Gottes, die stärker ist als alles andere. Grüßen wir Christus unseren Bruder, unseren Erlöser, der uns Leben bringt.

Ansprache nach der Leidensgeschichte:
Ich möchte heute das Augenmerk auf die Szene richten, wo die Soldaten Jesus einen purpurroten Mantel umhängen, ihm eine Dornenkrone aufsetzen und einen Stock in die Hand geben.
Sie beugten ihr Knie vor ihm und äfften die nach, die Jesus wie einen König in Jerusalem begrüßt hatten: Sei gegrüßt, König der Juden.

Dann aber schlugen sie ihn mit dem Stock und spuckten ihn an!

So verhöhnten sie ihn und trieben ihren Spott mit ihm.

Müssen sie lange nachdenken, bis sie sich erinnern, wie sie einmal Zeuge waren, dass jemand verspottet und verhöhnt wurde? Oder fällt ihnen gleich ein solcher Vorfall ein?

Wir können uns natürlich über die aufregen, die krude Schimpförter gebrauchen.

Noch feiner aber ist es, wenn wir uns an die Seite der verspotteten stellen.
Denn sie brauchen jemand, der sie stützt und schützt.

Jesus jedenfalls hat den Spott und Hohn über sich ergehen lassen.
Er hat den Hass nicht erwidert.

Jesus steht auf der Seite der Menschen, die verhöhnt werden!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, Jesus, dein Sohn wurde verhöhnt. Aus Liebe zu seinen Peinigern, ertrug er ihren Spott ohne Widerwort. Wir beten zu dir:
Gott, Vater Jesu ‑               L/A: Schenke deinen Frieden.

L  Wir beten für die Menschen, die wegen ihrer Hautfarbe Abwertung und Missachtung und Verdächtigungen erfahren.

L  Wir beten für die Menschen, die wegen ihres Glaubens oder wegen ihrer politischen Überzeugung Gewalt und Abwertung erfahren.

L  Wir beten für unser Heimatland: dass die Menschen die Lust an Hass und Gewalt wieder aufgeben und Respekt und Achtsamkeit das Zusammenleben prägen.

L  Für die Mädchen und Jungen, die sich auf ihre Erstkom­munion oder Firmung vorbereiten, dass sie im Herzen berührt werden und eine Freundschaft zu Jesus entwickeln.

L  Für Leo, den Nachfolger des Petrus und für unsere Bischöfe, dass sie das Volk Gottes auf dem Weg in die Zukunft leiten und Mut zu notwendigen Veränderungen haben.

Lektorin: Guter Gott, wir danken dir für unser Leben und für die Schöpfung, deren Teil wir sind; vor allem für deine Liebe, die du uns in Jesus Christus erwiesen hast. Dich preisen wir in Ewigkeit.

A: Amen.

22.03.26: 5. Fastensonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:

Junge Menschen planen ihr Leben. In unserer Heimat haben Sie dafür eine Fülle von Möglichkeiten. Auch die jungen Menschen im Süden der Erde stehen in den Startlöchern: aber für sie gibt es viel weniger Chancen und Möglichkeiten.

Misereor zeigt uns als Beispiel ein Projekt in Douala, der Hauptstadt von Kamerun. Die dortige Caritas unterstützt junge Menschen dabei, einen Beruf zu lernen und auszuüben. „Hier fängt Zukunft an“.

Sie geben sich nicht der Hoffnungslosigkeit hin, sondern handeln aus dem Vertrauen, dass Sie Zukunft haben.

Dieses Vertrauen hat seinen Ursprung in Jesus Christus.

Jesus Christus, du rufst uns, dass wir unsere Talente zum Wohle aller einsetzen.

Du gibst uns den Mut an das Gute zu glauben.

Du bist unsere Hoffnung, du bist die Auferstehung und das Leben.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Prof. Gerhard Hotze lehrt in Münster Auslegung des Neuen Testaments. Ich mache mir seinen Standpunkt zu eigen: Die Geschichte vom Lazarus beschreibt keine historische Begebenheit. Johannes verkündet in und mit dieser Geschichte, wer Jesus für uns Christen ist.

In aller Kürze möchte ich zeigen, wie diese Geschichte uns Hoffnung macht und unseren Glauben stärkt:

Wir haben die ganze Geschichte ohne Auslassungen gehört. Stellen sie sich vor, sie würden die Geschichte nicht schon kennen. Es dauert quälend lange, bis schließlich Lazarus aus dem Grab gerufen wird.

Geht es uns nicht auch so: Man könnte den Mut verlieren. Es wird immer noch schlimmer: Immer noch ein neuer Krieg wird angefangen – immer noch mehr Menschen geraten in Armut – immer noch mehr Menschen werden in die Flucht geschlagen und wissen nicht wohin.
Es wird immer noch schlimmer –kann man noch hoffen, dass es wieder besser wird, dass es einmal gut wird?

Dem setzt das Evangelium Jesus gegenüber, der sagt:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Jeder der lebt und an mich glaubt wird bei Gott niemals sterben.“

Ja, ich glaube, dass Gottes Kraft in uns ist;
dass Gott in seinen Geschöpfen lebt und
dass deshalb nichts für den Untergang bestimmt ist.

Eine Frage nehme ich mit aus dem Evangelium:
Wozu dient die Bemerkung, dass Jesus weinte?

Soll Jesus als Trauernden gezeigt werden.
Oder wird Jesus als der gezeigt, dem die Hoffnungslosigkeit der Menschen zu Herzen geht und zu Tränen rührt?

Das ist doch der Grund, warum Jesus gelebt hat: Um uns aus der Hoffnungslosigkeit zu befreien und den Glauben an das Leben zu wecken, das Gott schenkt und das Gott ist?

Jesus war erfolgreich!
Zwar hat er den Tod erlitten. Aber, er lebt ‑bei Gott und im Licht Gottes. Und: viele der Menschen, die sich dem Tod verfallen glaubten – so wie Lazarus – viele dieser Menschen sind zum Glauben gekommen.

Sie sind aus dem Tod ins Leben hinübergegangen. Die Fesseln des Todes haben sie abgestreift und leben in der Hoffnung und im Vertrauen, dass Gott ihre Zukunft ist: das Leben, der Friede, die Freude das Licht.

Das Morgen erstrahlt schon im Heute.

So wie Fotos der Orte, wohin wir reisen möchten uns schon einstimmen auf das, was wir mit eigenen Augen sehen werden.

Die Geschichte von Lazarus ist keine historische Begebenheit,
aber sie ereignet sich in unserem Leben – jeden Tag:
Jesus ruft uns aus dem Dunkel der Todesgewissheit – er löst uns die Binden – damit wir im Licht der Hoffnung leben.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Vater, von dir kommt das Leben und du bist in allem Lebendigen. In deinem Geist und durch Jesus Christus beten wir:

Vater in Ewigkeit        L/A: Schenke Licht und Leben

  • Hier fängt Zukunft: Berufsbildung fördern, Perspektiven schaffen, Zukunft gewinnen: Im Vertrauen auf Gott, der Zukunft schenkt beten wir:
  • Wir beten für die jungen Menschen im Süden der Erde, um die Kraft, ihre Talente zu entwickeln.
  • Wir beten für alle Ausbilderinnen und Ausbilder um Geduld, Kraft und Offenheit, ihren Auszubildenden den Weg in ihre berufliche Zukunft zu ebnen.
  • Wir beten für alle Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, dass sie sich dem Gemeinwohl verpflichten und für Gerechtigkeit eintreten.
  • Wir beten für uns, dass wir unsere Mitverantwortung für die Zukunft junger Menschen erkennenund diese mit unseren Möglichkeiten zu unterstützen.

Lektor/in: Gott, schenke uns deine Geistkraft, dass wir gemeinsam, global und gerecht den Weg in deine und unsere Zukunft finden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. A   Amen.

15.03.26: 4. Fastensonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder
Wir geben diesen Sonntag dii Überschrift: „Sonntag der Versöhnung“. Nicht, weil sie alle zerstritten wären, nicht, weil wir so schlimme Sünder sind, sondern weil wir uns über diesen kostbaren Schatz bewusst werden: dass uns durch Jesus Versöhnung geschenkt wurde.

Er zeigt uns, dass Gottes Liebe immer größer ist ‑
größer als alles Glück und Leid dieser Erde.
So sehr wir Menschen auch aneinander schuldig werden können und uns gegenseitig Liebe schuldig bleiben:
Gottes Liebe ist größer.

Grüßen wir Christus, der uns Versöhnung gebracht hat:

Es ist heute eher anders herum: Gott sitzt auf der Anklagebank:
Hätte er nicht eine bessere Welt, ein besseres Universum erschaffen können? Müsste er nicht eingreifen, wenn die Herrscher dieser Welt Kriege beginnen und Tausende und abertausende Menschen in den Tod schicken?

Wir zweifeln an Gott: an seiner Liebe, an seiner Kraft, an seiner Macht.

Tatsächlich aber sind wir gefordert, die 10 Gebote zu halten, damit wir mit Gott verbunden bleiben und niemandem Unrecht tun und dem Neid und der Missgunst keinen Raum geben.

Denkwürdig ist, was Jesus über den Blindgeborenen sagt:

Seine Behinderung hat nichts mit Sünde zu tun – sondern, an ihm soll sichtbar werden, dass er vor Gott genauso wertvoll ist, wie jeder andere.

Am Ende sagt der Gelähmte: „Ich glaube“. Er hat das Sehen gelernt – nicht nur mit den Augen: Er glaubt an den Menschensohn, an Jesus. Er glaubt ihm, dass er selbst für Gott wertvoll ist. Er sieht, dass wir Men­schenkinder auf der Welt sind, damit wir einander zeigen, dass wir wertvoll sind.

Liebe Schwestern und Brüder, so rechtschaffen wir alle – glaube ich – sind:
Wir tun gut daran, dass wir uns immer wieder bewusst machen und einsehen, dass unsere Liebe noch wachsen kann; dass unsere Liebe noch Grenzen überschreiten kann: unsere Liebe zu Gott, unser Glauben an Gottes Liebe und die Liebe zu unseren Mitmenschen.

Darum laden wir sie heute ein, einen symbolischen Ritus zu vollziehen:

Wenn ich das Segensgebet gesprochen habe, können sie nach vorne kommen und entweder ein Kreuzzeichen mit dem Wasser machen als Zeichen dafür, dass wir zu Gott gehören und an Jesus glauben.
Sie können sich aber auch mit den vom Wasser benetzten Fingern über die Augen streichen und sich bewusst werden, dass Gott uns öffnen will, dass wir sein Wirken in den Menschen und in der Welt erkennen.

Segnung des Wassers

Gott, himmlischer Vater,
Jesus, unser Erlöser, hat uns die Frohe Botschaft verkündet.
Wir sind deine Kinder. Nichts kann uns von Dir trennen:
Keine Krankheit, kein Unglück, kein Ruhm und keine Glückseligkeit und auch nicht unser Mangel an Liebe und Vertrauen. Deine Liebe ist größer!

Der Blindgeborene wusch sich mit dem Wasser aus dem Teich Schilóach die Augen und konnte wieder sehen.

Wir bitten dich:
Segne + alle, die ihre Hände in dieses Wasser tauchen und damit das Kreuz über sich zeichnen.

Öffne ihre Seele, damit sie sehen, wie deine Liebe in den Mit­men­schen wirkt und wie sie anderen Liebe schenken können.

Stärke in ihnen den Glauben an deine immer größere Liebe und vergib ihnen alles, was sie anderen an Liebe schuldig geblieben sind.

22.02.26: 1. Fastensonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Vertrauen und Misstrauen sind zwei Gegenpole.

Das Misstrauen zweifelt, ob der andere ehrlich ist;
ob er nicht etwas im Schilde führt; ob er das wirklich kann;
ob er sich richtig einschätzt; ob es wirklich so ist.

Das Vertrauen nimmt den anderen an, öffnet sich für den anderen, glaubt ihm, verzichtet auf Sicherheiten und Vorbehalte.

Ich lade sie ein, sich zu fragen:
Bin ich eher ein misstrauischer Mensch oder eher ein vertrauensvoller Mensch

Jesus lehrst uns, dem himmlischen Vater zu vertrauen.
Du rufst uns, vertrauenswürdige Menschen zu sein.
Du hast uns das Reich Gottes in der Welt anvertraut.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Ich mag diese beiden Geschichten sehr, die wir heute im Wortgottesdienst gehört haben. Ich mag sie, weil sie so anschaulich sind und so eingängig; so plastisch, dass man nur denken kann: so muss es gewesen sein.

Um es einfach und klar zu sagen: Ich glaube nicht, dass Adam und Eva die ersten Menschen waren und von Gott eigenhändig aus Erde getöpfert wurden. Ich bin mir ziemlich sicher: Auch Papst Leo glaubt das nicht.

Viel einleuchtender scheint mir die Theorie, dass sich an mehreren Stellen der Erde – wahrscheinlich aber in Ostafrika – der Homo sapiens aus einer Art heraus entwickelt hat, die den heute bekannten Menschenaffen sehr ähnlich war.

Was die Geschichte von Adam und Eva und ihrem Ungehorsam angeht:
Es ist eine wahre Geschichte vom Menschen – sie beschreibt uns, wie wir sind: Wir wollen über uns selbst hinauswachsen.
Deswegen bewegen wir uns heute auf Rädern, die von Motoren angetrieben werden und können sehr viele Krankheiten heilen.

Wir wollen über uns selbst hinauswachsen – das bedeutet leider auch:
Wir Menschen sind misstrauisch. Das Misstrauen legt die Geschichte der Schlange in den Mund, die verspricht: „Ihr werdet sein wie Gott und erkennt Gut und Böse.“

Das ist menschlich: Wir unterscheiden Gut und Böse: Gesundheit ist gut – Krankheit ist schlecht; Hunger ist schlecht – satt sein ist gut. Wir und neigen dazu, anderen Böses zu tun, damit wir es gut haben. Wir stellen uns über den anderen: Der Mensch neigt dazu, um Wasser, um Öl, um Diamanten zu kämpfen, anstatt sie zu teilen.

Eine ganz andere Geschichte erzählt das Matthäusevangelium: Es erzählt von Jesus, nämlich, dass er der Versuchung des Misstrauens widerstanden hat und der Versuchung, etwas Böses zu tun, damit es ihm gut geht.

Die Versuchung faltet das Evangelium dreifach: Unter der Überschrift: Du bist doch Gottes Sohn – Du bist doch wie Gott – legt das Evangelium dem Teufel drei Versuchungsworte in den Mund:

Wie immer sie auch die Versuchungen deuten – Jesus widersteht ihnen mit Worten des Vertrauens – des Gottvertrauens:

Ich lebe durch das Wort Gottes.
Ich stelle Gott nicht auf die Probe:
            ich verlange nicht, dass er mir den Tod erspart.
Ich will Gott dienen – ihm allein, weil in ihm das Leben ist.

Liebe Schwestern und Brüder,
unsere Übungen in der Fastenzeit entsprechen diesen drei Antworten:

Der Verzicht auf gewisse, so selbstverständliche Annehmlichkeiten
            stärkt in uns die Erfahrung, dass wir durch Gott leben.

Das Beten stärkt unser Gottvertrauen
            und hilft uns, unsere Sterblichkeit anzunehmen.

Durch die Spenden für Menschen in Armut und Not,
            durch die Zuwendung zu unseren Mitmenschen dienen wir Gott
            und handeln wir nach seinem Willen.

Liebe Schwestern und Brüder,
dass der Mensch über sich selbst hinauswachsen möchte, ist seine Besonderheit und wir sind dabei schon weit gekommen.

Es ist aber auch die Ursache für viel Leid, das Menschen einander antun.

In Wirklichkeit muss der Mensch, um über sich selbst hinauszuwachsen, nicht wie Gott werden und sich alles unterwerfen. So ist er ein Zerrbild Gottes und wirft alles durcheinander – ein Satan eben.

Der Mensch muss wie Gott werden und alles teilen,
alles Gute, das es auf der Erde gibt und das wir entdecken und erfinden.

Die Erde gehört nicht mir – Ihre Schätze und Geheimnisse gehören uns,
weil Gott sie uns schenkt!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Herr, Jesus Christus du hast das Vertrauen in deinen und unseren himmlischen Vater bewahrt. Wir beten zu dir, unseren Bruder und Herrn, unseren Weggefährten und Heiland:

L/A: Herr, erhöre unser Rufen

  • Wir beten für die Menschen, die nach Erfüllung suchen und nach einem Sinn und Ziel für ihr Leben. Dass sie finden, was sie suchen.
  • Wir beten für die Menschen die Angst vor Krankheit und Gebrechlichkeit haben. Dass sie sich dir anvertrauen können.
  • Wir beten für die Menschen, die Autorität und Macht über andere ausüben. Dass sie, ihre Stellung nicht missbrauchen:
  • Wir beten für die Menschen, die um andere trauern oder selbst dem Tod entgegensehen: Dass sie nicht verzweifeln:

Lektor/in: Herr und Gott, stärke uns in den Versuchungen unseres Lebens. Wir vertrauen auf dich, loben und preisen dich, den einzi­gen Gott und Herrn in Ewigkeit. Amen.