04.06.2026: Fronleichnam

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Ansprache Liebe Schwestern und Brüder,
Wir alle können den Einsetzungsbericht auswendig aufsagen:
Nehmt, esst alle davon. ….

Nehmt und trinkt alle daraus. ….

Ich glaube nicht, dass Jesus die Absicht hatte, in diesem Tun irgendeine Substantia von Brot und Wein auf geheimnisvolle Art zu verwandeln – und seinen Jüngern gleichzeitig in die Lage zu versetzen, das auch zu tun.

Bei diesen Worten versuche ich mich jedes Mal in die Situation des Abschiedsmahls hineinzuversetzen. Das ist zutiefst berührend.

Trinkt aus dem Kelch. Sagt Jesus Er ist das Zeichen eines neuen Bundes, den Gott mit euch schließt. Dafür – für euch – wird mein Blut vergossen. Allen ist vergeben!

Jesus teilt Brot und Wein und spricht zugleich davon, dass er – bewusst und aus freiem Willen – sich der Verurteilung überliefert und bereit ist sein ganzes Leben mit dem Tod zu besiegeln.

Die Jünger – sie, ich, – wir nehmen das Brot und essen es. Würde ich das in Worte fassen, bedeutet es: Jesus ich glaube an dich. Ich glaube, dass der Vater uns ewiges Leben schenkt und dass er die Sünden verzeiht.

Und es ist nahezu unaussprechbar: „Jesus ich nehme es an. Ich nehme es an, dass du dafür – für mich – in den Tod gehst.“

Im österlichen Licht wandelt sich die Traurigkeit.
Die Worte Jesu und seine Hingabe bestürzen nach wie vor.

Aber nun ist es ein freudiges Bekenntnis:
Deinen Tod o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir.

Der Apostels Paulus deutet es so:

Wenn wir den Kelch segnen, haben wir Anteil an der Vergebung, für die Jesus mit seinem Blut eingestanden ist.
Wenn wir das Brot teilen, haben wir Anteil an Leben und der Auferstehung Jesu.

Dass wir dies miteinander tun, schweißt uns zusammen.
Wir sind nicht nur eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten:
Wir haben Anteil an Jesus, sozusagen an seinem Leib und Blut,
so dass wir sozusagen ein Leib sind: Christi Leib.
Durch uns und in uns lebt Christus.
bringt Vergebung der Sünden und das ewige Leben –
und zwar jedem, der an ihn glaubt – durch unsere Verkündigung.

Liebe Schwestern und Brüder;
schauen wir uns gegenseitig an:
Wir sind der Leib Christi – hier in diesem Hof;
hier in diesem Stadtteil.
Jesus will durch sie und in ihnen und mit ihnen, mit mir, mit uns zusammen Heilung bringen und Hoffnung und Vergebung.

Das Brot brechen ist ein österliches Zeichen:
Jesus ist da: bei uns, in uns, durch uns und mit uns.

Amen.

31.05.2026: Dreifaltigkeitssonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
mit Judentum und Islam verbindet uns der Glaube an Gott, der Ursprung von allem ist, der Höchste und Einzige und es gibt keinen anderen neben ihm.

Es unterscheidet uns aber, dass wir Gott Dreifach erfahren:
als Quelle und der Ursprung des Universums;
als Erlöser und Befreier
und als göttliche Kraft in allen Geschöpfen!

Am heutigen Sonntag feiern wir dankbar diese einmalige und ganz besondere Erfahrung mit Gott, der seiner Schöpfung ganz nah – also innerlich ist – und doch immer der bleibt, der die Geschöpfe ins Dasein ruft.

Grüßen wir Christus, den wir Gottes Sohn nennen, weil in ihm Gottes Wort menschliche Gestalt annahm.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
kein Mensch kann Gott sehen und am Leben bleiben!
Wir Menschen können Gott nicht erkennen und erforschen,
so wie den Menschen, Seine Krankheiten, die Funktion und das Zusammenspiel der Organe usw.

Gott ist und bleibt ein Geheimnis – aber ein Geheimnis, das sich uns offenbaren will. ‑ Aber nicht mit Briefen und Sendschreiben und Sprachnachrichten und Videoclips.

Die Selbstoffenbarung Gottes beginnt damit, dass der Mensch staunt:
Darüber, dass er lebt und über die Erde und alles was er auf ihr sieht und über die Sterne, die hoch über ihm glänzen.

Der Mensch versucht zu verstehen, warum es gut und böse gibt,
und Freude und Leid.

Diese Menschen Fragen sind der Anfang der Selbstoffenbarung Gottes an den Menschen: der Mensch sinnt über seinen Ursprung nach –

und darüber warum er noch am Leben ist:
Obwohl er schwach ist und bedürftig; anfällig für Krankheiten und wehrlos gegenüber den Naturgewalten.

So entstehen Sätze wie im Buch Exodus, das Gott die Worte in den Mund legt: „Der Herr ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig und reich an Huld und Treue!“ In solchen menschlichen Gedanken offenbart sich Gott dem Menschen.

Paulus ist ein weiteres Beispiel, wie Gott sich im Suchen und Fragen und in der Sehnsucht der Menschen offenbart: Er betont, dass die Schwestern und Brüder im Glauben an Jesus Frieden halten sollen und eines Sinnes sein sollen: Rechthaberei und Ausgrenzung sollen keinen Platz unter ihnen haben.

Er spricht von der Gnade, die Gott uns durch Jesus schenkt, weil er uns liebt und von der Gemeinschaft mit Gott durch den Heiligen Geist.

Jesus wiederum hat für uns Christen allergrößte Bedeutung:
Wir nennen ihn Sohn Gottes, weil wir merken und spüren und erkennen, dass Gott sich in ihm offenbart.

Wir müssen nicht darüber spekulieren, welche einzigartige Wesensver­wandtschaft Jesus mit Gott hat – im Vergleich zu jeder und jedem von uns.

Er nennt Gott seinen Vater im Himmel.
Er nimmt uns jede Furcht vor dem Tag des Gerichts,
den seine jüdischen Schwestern und Brüder erwarteten.

Er sagt: Ich bin in der Welt um zu retten!

Gott richtet nicht – sondern wer glaubt hat das ewige Leben!

Dieses „Wer glaubt“ dürfen wir nicht falsch verstehen:
Es ist keine Ausgrenzung. Es sagt nichts darüber aus, dass Gott jemandem das ewige Leben verweigern würde.

Es sagt nur aus:
Wer Jesus nicht glaubt, sondern durch die Erfüllung des Gesetzes vor Gott gerecht sein will, wird immer feststellen müssen, dass er das Gesetz nicht ganz eingehalten hat. Das Gesetz richtet ihn. Gott hingegen ist ein barmherziger Gott:
Jesus hat uns dafür die Augen geöffnet.
Der Heilige Geist weckt in uns diesen Glauben und hilft uns, danach zu handeln.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, du liebst uns wie ein Vater und eine Mutter.
Du liebst uns als unser Bruder Jesus und dein Geist weckt in uns die Liebe zu dir und zueinander. Wir beten zu dir:

Du einziger und wahrer Gott     L/A: Wir bitten dich, …

  • Wir beten für das eine Volk Gottes, das sich in den christlichen Kirchen versammelt. dass die Menschen in unseren Gemeinden deine Liebe spüren und erleben.
  • Wir beten für die Menschheitsfamilie, die gefährdet ist durch viele Kriege, durch Geiz und Gier und Neid: dass Menschen aufstehen und für den Frieden, die Versöhnung und für Gerechtigkeit begeistern.
  • Wir beten für unser Bistum, das vor großen Umbrüchen steht, weil die Mitglieder und die Seelsorger immer weniger werden: dass wir Freude am Glauben haben und uns als Schwestern und Brüder verbunden fühlen.
  • Wir beten für die Menschen in unserem Land: dass der Sinn für das Gemeinwohl stärker wird und der Egoismus kleiner.
  • Wir beten für unsere Stadt Regensburg: dass der neu gewählte Stadtrat gute Entscheidungen trifft, die das Miteinander der Menschen fördern.

Lektor/in: Gott, du bist die Liebe und du weckst die Liebe und du schenkst die Liebe. In dir sind wir und bewegen wir uns. Wir loben dich heute und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

24.05.26: Pfingstfest

Das ist die AUswahl der Lesungen: 1. Lsg Joel 3,1-5 (VAM Nr. 4) – 2. Lsg: Apg 2,1-11 – Ev 20,19-25

Einführung:
Heute feiern wir das schönste an unserem christlichen Glauben:
Gott ist nicht fern von uns in den höchsten Himmeln;
Gott ist kein Herrscher, der von uns Tribut verlangt;
Gott ist kein Richter, der uns belohnt oder bestraft;

Gott ist uns näher als wir selbst uns sein können;
er kennt uns besser, als wir selbst uns kennen;
er ist uns innerlich, inwendig.

Er ist das Leben in uns und er ist die Liebe in uns.

Wir grüßen Christus, der uns dafür die Augen geöffnet hat:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Die Sonne scheint für jeden Menschen: egal wie reich oder arm – mit Doktortitel oder ohne abgeschlossene Berufsausbildung! Ebenso ist es mit dem Regen und überhaupt mit der Erde, die uns trägt und nährt.

Deshalb ist die Sonne ein wunderbares Bild für Gott: Gott ist Gott für arm und reich, für Frau und Mann, für klein und groß, für Herrschende und Beherrschte.

Gottes Geist erfüllt die Menschen, die gute Menschen sein wollen und zeigt ihnen den Weg! Bankkonto, Schulzeugnisse und Titel spielen dabei keine Rolle. Reichtum hindert Menschen leicht daran, gute Menschen sein zu wollen: erfolgreich ist nicht mit gut zu verwechseln und vornehm nicht mit sozial.

Schon Joel, der Prophet, der im Auftrag Gottes sprach, teilte diese Ein­sicht. Er wirkte im 4. Jahrhundert vor Christus und verkündete Gottes Wort:

Eure Töchter und Söhne werden Propheten sein und ebenso Knechte und Mägde! Die Alten werden Träume haben von einer besseren Welt und die Jungen haben Visionen, die ihnen zeigen, wie sie die Zukunft gestalten können.

Gottes Geist wird über allen ausgegossen – wie Regen, der alle belebt und wie Licht, das alle umgibt. Die Rede vom Heiligen Geist ist eine Metapher.

Geist ist in der ganzen Schöpfung: auch die unbelebte Natur ist geistvoll geordnet, wenn man nur daran denkt, wie schön der Regen zu Schnee­flocken gefriert. Erst recht wirkt der Geist in der belebten Natur: von Grashalm bis zu den Spinnen, den Fischen, den Säugetieren, zu denen biologisch gesehen der Mensch gehört.

So wenig Gott, der Vater aussieht wie ein greisenhafter aber gesunder starker Mann, so wenig ist der Heilige Geist ein unsichtbares Etwas oder hat gar die Gestalt einer Taube.

Wir Menschen sind geistvolle Wesen. Wir können Gottes Geist in uns selbst erkennen. Wenn wir auf ihn hören, tun wir, was Gott durch uns tun möchte.

Wir glauben an den Heiligen Geist, weil Gott in seiner Schöpfung lebt und wirkt. Die Schöpfung könnte keinen einzigen Augenblick ohne Gottes Geist existieren. Wohl aber ist Gott vor und über aller Schöpfung – auch wenn er beschlossen hat, dass er diese Schöpfung hervorbringen will, um in ihr zu sein und zu wirken.

Vielleicht ist ihnen diese Sicht des Menschen und der Schöpfung zu optimistisch und zu positiv. Vielleicht denken sie: Wie kann der Mensch so grausam sein, wenn Gottes Geist in ihm ist.

Der Einwand ist mehr als berechtigt – leider!

Auch wenn wir durch Gottes Geist leben, sind in uns Kräfte am Werk, die Gottes Geist widerstreben:

Wir kennen sie: die Selbstliebe, der Eigennutz stehen der selbstlosen Liebe zum Mitmenschen entgegen. Doch selbst wenn wir die Liebe zu uns selbst, den eigenen Nutzen über das Wohl der Mitmenschen stellen und dadurch Schmerz und Schaden verursachen –

Das Leben ist und bleibt vom Geist gewirkt.
Denn ohne Gottes Geist kann kein Mensch am Leben bleiben.

Deshalb sagt Jesus im Mt.Ev: Bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Jesus zeigt uns, dass Gott uns alles gibt und gegeben hat: sich selbst.

Wenn wir ihm glauben und auf Gottes Geist in uns hören, dann können wir unsere Berufung immer mehr erfüllen, die ganz am Anfang der Bibel beschrieben ist:

Gott erschuf uns nach seinem Bild und Gleichnis.

Wie Gott können wir Leben zeugen, Neues erschaffen und uns selbst verschenken und vergeben.

Das will Gottes Geist in uns wirken.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, wie die Sonne die ganze Erde erhellt, so teilst du dein Leben mit allem was lebt und bleibst doch unser Schöpfer.

Gott, du Leben schaffender Geist          L/A: wir beten zu dir

  • Wir sind in Sorge wegen der vielen Kriege und Verbrechen, die Menschen verüben und sehnen uns nach Frieden.
  • Die Erwärmung von Wasser und Luft ist der Grund für Dürre und Unwetter. Viele Menschen verlieren ihre Lebensgrund­lage. Doch wir sind zu träge, unser Leben zu ändern.
  • Wir hoffen auf Menschen, die den Weg in eine gute Zukunft finden und denen wir vertrauen können.
  • Wir brauchen mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Güter und mehr Bereitschaft einander beizustehen.
  • In unserer Kirche suchen wir Trost und Hoffnung
    und neuen Mut.

Lektor/in: Gott, du unser Vater, der Glaube an Dich verbindet die Menschen miteinander. Du weckst den Willen, den anderen zu lieben, wie sich selbst. Auf dich hören wir und dir vertrauen wir, weil du das Leben bist, in alle Ewigkeit. Amen.

17.05.2026 7. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Jesus sagt, dass er seinen Vater im Himmel verherrlicht hat!
Verherrlichen heißt:
Groß machen, ihn rühmen, nach seinen Werten und Idealen handeln.

Wir können uns fragen, ob wir Gott in den letzten Tagen verherrlicht haben: ob durch uns Gottes Herrlichkeit sichtbar wurde.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Der erzählerische Schluss unserer Evangelien ist die Kreuzigung Jesu. Das Johannesevangelium möchte vorher nochmal zusammenfas­sen und verkünden, wer Jesus ist, welche Sendung er hatte und was er für die bedeutet, die an ihn glauben.

Das Evangelium wählt dafür die Form einer langen Rede Jesu. Sie besteht aus zwei Teilen: Aus der Abschiedsrede Jesu an seine Jünger und einem sehr langen Gebet. Darin gibt Jesus seinem Vater Rechen­schaft für sein Leben. Und er betet für die Menschen, die der Vater ihm gegeben hat.

Das Evangelium beschreibt diese Menschen:
Jesus hat ihnen das Wort Gottes gegeben; sie haben die Worte angenommen und bewahrt; sie haben erkannt, dass Jesus von Gott gesandt ist. Und Jesus betet für sie, „denn alles, was mein ist, ist dein und was dein ist, ist mein.“ Leider ist der nächste Satz in der Auswahl der Leseordnung abgeschnitten: „Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir!“

Liebe Schwestern und Brüder,
zunächst könnte man denken, die Einheit der Jünger Jesu ist zerbrochen in altkatholische und römisch-katholische und evangelisch-lutherische und orthodoxe Glaubende, deren Kirchen sich gegenseitig verurteilen.

Seit über 100 Jahren aber wächst allseits das Bewusstsein dafür, dass sie Spaltung der Christenheit ein Übel ist – ein Übel, das unserer Glaubwür­dig­keit als Volk Gottes schadet.

Die Welt – also die nicht an Gott Glaubenden – lacht über uns! „Sie wollen Kinder Gottes sein – aber sie streiten miteinander über die Zahl der Sakramente über das Papsttum und spitzfindige Formulierungen in ihren Dogmen und schließen sich gegenseitig aus.“

Seit über 100 Jahren wächst das Bewusstsein dafür, dass die Christenheit diese Spaltungen überwinden muss. Die Frage ist: Wie?

Jesus sagt: Was mein ist, ist dein und was dein ist, ist mein. Das gilt doch für alle, Getauften. Sie alle setzen ihre Hoffnung auf Jesus.

Sie alle glauben seinem Wort, dass Gott unser Vater ist und uns liebt wie eine Mutter.

Diese Verbundenheit im Glauben haben wir immer besser erkannt. Die Spaltungen löschen diese grundlegende Einheit nicht aus.

Aus diesem Grund stellen wir nicht mehr die Spaltung und ihre Entstehung in den Vordergrund. Vielmehr begreifen wir die Verschieden­heit, die es gibt, als das was sie ist: wir haben ein paar unterschiedliche Deutungen und Bräuche und Sitten – aber wir merken genau:
wir alle sind verbunden, wir sind eins im Glauben an Jesus, der uns Gott gezeigt hat.

Liebe Schwestern und Brüder, leider sind unsere Kirchenleitungen noch nicht bereit, aus dieser grundlegenden Einheit im Taufglauben die nötigen Schlussfolgerungen zu ziehen: gerade das Lehramt in unserer Kirche besteht auf den Verurteilungen und auf der Trennung in der Feier der Eucharistie – obwohl unsere Theologen schon seit Jahrzehnten erklären, dass dies vom Verständnis des Glaubens her nicht mehr gerechtfertigt ist.

Deshalb, liebe Schwestern und Brüder, bitte ich sie:
Nützen wir alle Gelegenheiten um unseren Mitchristen der anderen Konfessionen, besonders den evangelischen Nachbarn zu begegnen.

So legen wir ein starkes Zeugnis für unseren Glauben an Jesus ab – gegenüber der Welt, die erkennt: „Die Christen gehen aufeinander zu und überwinden die Vorbehalte und versöhnen sich! Sie beten miteinander zu Gott, ihrem Vater.“

Und wir legen gemeinsam Zeugnis ab gegenüber unserer Kirchenleitung: dass sie erkennen muss: Die Getauften fühlen sich als das eine Volk Gottes. Es gibt genügend Gründe, um die Verurteilungen aufzuheben und die Trennung in der Eucharistie zu beenden.

Alle Getauften sind Jesus vom Vater gegeben. Wir sind sein und deshalb sind wir auch Kinder Gottes. Wir sind eins im Glauben an Jesus, den Gott gesandt hat.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Herr, Jesus Christus, du hast uns den Hl. Geist als Beistand versprochen. Wir vertrauen dir und beten:

V/A: Sende deinen Geist.

  • Für das gesamte Volk Gottes: dass es die Probleme und Gefahren der Gegenwart meistert.
  • Wir beten auch für die Menschen, die von den Kirchen enttäuscht sind und nichts mehr von ihnen erwarten.
  • Wir beten für die Führenden in Politik und Gesellschaft, dass sie dem Gemeinwohl dienen und ihre Verantwortung erfüllen.
  • Für die Kinder, die in diesen Wochen Erstkommunion feiern: dass dieses Erlebnis in ihnen Frucht bringt und sie weiter im Glauben an Jesus wachsen.
  • Für die kranken Menschen, dass sie gute Pflege und Behandlung erhalten, und für ihre Angehörigen, dass sie immer wieder Kraft schöpfen und unterstützt werden.

Lektor/in: Für alle diese Menschen und ihre Anliegen bitten wir. Wir gehören zu dir und du lässt uns nicht im Stich. Dir vertrauen wir uns an, heute und alle Tage bis in Ewigkeit.

14.05.2026: Christi Himmelfahrt

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
in jeder Sonntagsmesse sprechen wir: Ich glaube an Jesus Christus, aufgefahren in den Himmel!

Wir können es uns auch gar nicht anders vorstellen:
Jesus kann nur in der Herrlichkeit Gottes sein.
Denn er hat uns ja Kunde gebracht von Gott – er hat uns Gott gezeigt, wie er ist.

Wir danken Gott für ihn –
Wir danken Jesus, für sein Leben –
Wir setzen darauf, dass er uns die Richtung weist.

Wir folgen ihm – letztlich in die Herrlichkeit Gottes, in den Himmel.
Im Danken erneuern wir unseren Entschluss, diesen Weg zu gehen.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder
„Jesus begann seinen Jüngern zu erklären: Er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden, er müsse getötet und am dritten Tag auferweckt werden.“

Dreimal erzählt das Mt. Ev., dass Jesus mit diesen Worten seinen Tod vorausgesagt hat und ebenso seine Auferstehung.

Von Anfang bis zum Ende versucht Jesus seine Jünger für das Reich Gottes zu begeistern: Es ist mitten unter uns, wenn wir Gottes Willen tun; es steht uns offen, wenn wir einmal sterben und Jesus selbst verkündet das Reich Gottes; er errichtet es durch sein Leben und Wirken.

Als er nun wirklich durch die Hand der ungläubigen Römer den Tod erlitten hatte, erleben die Jünger die Nagelprobe:

Werfen sie nun alles in den Wind, für das Jesus sie begeistert hatte:

Den Glauben an die Barmherzigkeit Gottes, der wie ein guter Hirte niemanden verloren gibt;

die Einsicht, dass das Reich Gottes darin besteht, den anderen uns sein Wohl höher einzuschätzen als sich selbst und sogar die Feinde zu lieben.

Werden sie die Zuversicht und Gewissheit, dass Gott niemanden vergisst und dass er uns das ewige Leben schenkt, bewahren oder werden sie all das wie den Staub der Straße von sich abschütteln?

Wir können heute die vier Evangelien lesen, weil die Jünger tatsächlich am Glauben festhielten. Trotz dem Schandtot Jesu glaubten sie weiterhin an das, was er ihnen gepredigt hatte. Feindesliebe, Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Vergebung und ewiges Leben.

Für einen Menschen, der an Jesus glaubt ist nichts anderes denkbar, als dass Jesus nach seinem Tod zu seinem Vater im Himmel zurückgekehrt ist und dass er nun bei ihm ist und „zu seiner Rechten“ sitzt.

Und genau diesen Glauben bezeugen alle drei Lesungen:

Apg: Er wurde emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf

Eph: Gott hat Christus zu seiner Rechten erhoben

Mt: „Fehlanzeige“

Bei Mt. Hören wir nur den Auftrag, den Jesus seinen Jüngern gibt:
Auftrag ist gar nicht das richtige Wort: Wer an Jesus glaubt, kann gar nicht anders als loszugehen mit der Botschaft:

Jesus hat uns das Reich Gottes gebracht!
Gott hat ihn gesandt. Er lebt wieder bei Gott. Und auch wir leben bei Gott.
Wir wollen leben, wie er: Heilen, trösten, vergeben, niemanden verloren geben,

Auch wir werden auferstehen.

Wer Jesus glaubt, wird zu seinem Zeugen!

Das ist eine notwendige Konsequenz.

Wer lebt, atmet.
Wer liebt tut anderen gut,
wer an Jesus glaubt, wird zu seinem Zeugen.

Doch: Glauben wir an ihn?

Glauben wir wirklich, dass Gott uns liebt?
Glauben wir, dass die Liebe zum Nächsten das Wichtigste ist:
egal ob Freund oder Feind?

Vielleicht geht es uns wie dem Mann der zu Jesus sagt:

„Ich glaube Herr, hilf meinem Unglauben“.

Amen.

10.05.26: 6. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
immer wieder suche ich Antworten auf die Frage: Was macht einen Christen aus? Zum Beispiel, wenn wir an die Erde denken, auf der wir leben. Es ist uns geschenkt, dass wir Bilder von der Erde kennen, die aus dem Weltraum aufgenommen sind. Sie zeigen uns die Schönheit unseres Planeten. Von Jahrzehnt zu Jahrzehnt verstehen wir besser die Geheimnisse der Physik, der Biologie und der kleinsten Bestandteile der Schöpfung.

Christen sind Menschen, die über die Schönheit der Erde und der Lebensformen auf der Erde staunen und die Gott unseren Schöpfer dafür preisen. Christus hat uns die Augen geöffnet, wie eng die Schöpfung mit dem Schöpfer verbunden ist. Ihn grüßen wir:

Sohn Gottes und Bruder der Menschen.
Arzt der Kranken und Trost der Trauernden.
Hoffnung der Menschen und Licht der Welt

Ansprache:

Liebe Schwestern und Brüder, der Wein, der in der Messfeier getrunken wird beschäftigt immer wieder – und teils scherzhaft – die Mitfeiernden: es wird beobachtet, ob der Zelebrant mehr oder weniger Wein einschenkt, dass nur sehr wenig Wasser in den Wein gegossen wird, wie oft jemand schluckt, wenn er aus dem Kelch trinkt. Warum verwenden Sie keinen Rotwein werde ich manchmal gefragt. – Ich sag es gleich: Bei uns in Europa ist Weißwein üblich, weil der keine Flecken macht.

Die Mischung von Wein und Wasser kann uns aber heute helfen, den Abschnitt aus der Abschiedsrede des Johannesevangelium zu verstehen:
Jesus sagt – in der vom Evangelisten komponierten Rede: „Ihr werdet erkennen: Ich bin im Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.“ – Das ist ja ein richtiges Ineinander!

Zur Mischung von Wein und Wasser gehört dieses Gebet:
Wie das Wasser sich mit dem Wein verbindet, so lasse uns dieser Wein teilhaben an der Gottheit Jesu, der unsere menschliche Natur angenommen hat.

Gott hat in Jesus das Mensch-Sein angenommen und durch ihn haben wir Anteil an Gott: Gott ist in uns und wir sind in Gott.

Behalten sie bitte diesen Gedanken aus dem Johannesevangelium im Kopf und verbinden sie ihn mit unserem Glauben, dass diese Erde und das ganze Universum, in dem wir leben, Gottes Schöpfung sind.

Was bedeutet der Satz: „Gott ist in uns und wir sind in ihm!“ für den Schöpfungsglauben?:

Die Erschaffung der Erde und des Universums ist keineswegs etwas das früher war. Es ist kein Schöpfungsakt vor langer Zeit. Gottes Schöpfungstätigkeit dauert immer noch an.

Die Erschaffung des Universums ist Gottes Beruf und er ist nicht im Ruhestand – er übt diesen Beruf immer weiter aus – so ewig, wie er selbst ist.

Wenn wir an Gott denken, den Vater, der uns liebt wie eine Mutter,
müssen wir uns Gott nicht irgendwo anders denken – wo wir nicht sind.

Wir dürfen uns Gott denken als den, der in uns ist: er ist das Leben in uns
Wir dürfen Gott denken als den, in dem wir sind, so wie in der Luft, die uns umgibt und ohne die wir nicht leben können.

Das ist eine ganz andere Vorstellung von Gott als uns die Bilderwelt in den barocken Kirchen nahelegt. Da wird Gott in menschlicher Gestalt gezeigt. Er thront über den Wolken in seinem Himmel, jenseits unserer Erde und unseres Alls.

Doch es ist die Gedankenwelt des Johannesevangeliums:
Jesus ist im Vater. Jesus ist in uns und wir sind in ihm.

Wenn jetzt gleich, Wasser und Wein gemischt werden setzt sich darin ein antiker Brauch fort: der Wein war so intensiv und stark, dass er nur mit Wasser vermischt genießbar war. Aber wir deuten diese Mischung:

Wie sich Wein und Wasser untrennbar vermischen, so sind wir untrennbar mit Gott verbunden.

Jesus hat uns dafür die Augen geöffnet.

Danke lieber Jesus! Danke!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Liebe Schwestern und Brüder, wir Menschen haben alle den gleichen Ursprung und das Gleiche Ziel: Gott, von dem wir kommen und zu dem wir kommen. Verbunden mit der gnazen Menschheitsfamilie beten wir: Gott, du Quelle des Lebens
L/A: Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu.

  • Wir beten für die ganze Menschheit: dass sie das Staunen über die Größe und Schönheit des Universums und unserer Erde behält.
    Gott, du Quelle des Lebens
  • Wir beten für unsere Pfarreiengemeinschaft: dass wir weiterhin einen guten Weg miteinander suchen und finden und gehen.
    Gott, du Quelle des Lebens
  • Wir beten für unsere christlichen Kirchen in unserem Land. Sie stehen vor großen Umbrüchen und Veränderungen: dass sie Ihre Sendung erfüllen, Gottes Liebe in Tat und Wort zu verkünden.
    Gott, du Quelle des Lebens
  • Wir beten für die Menschen, die Angst haben vor den Veränderungen unserer Zeit: dass Sie nicht allein gelassen werden und vertrauenswürdige Begleiter finden: Gott, du Quelle des Lebens
  • Wir beten für die Menschen, deren Einkommen zu klein ist, um einen Notgroschen anzusparen: dass unsere Gesellshaft ihre Verantwortung für gerechte Lebensverhältnisse wieder besser entdeckt.
    Gott, du Quelle des Lebens.
  • Wir beten für alle, die sich für die Bewahrung der Schöpfung als Lebensraum für Menschen und Tiere und Pflanzen einsetzen: dass sie immer mehr Menschen dafür begeistern können.
    Gott, du Quelle des Lebens

Lektor/in: Gott, in dir bewegen wir uns und sind wir. Erhalte uns in der Liebe zu dir und bleibe deiner Schöpfung treu, damit dich alle Geschöpfe preisen durch Christus, unseren Herrn. Amen.

03.05.2026: 5. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Welche Gefühle haben sie gegenüber Jesus?
Welche Gefühle haben sie, wenn wir hier unsere Glaubenslieder singen?

Richten wir jetzt unsere Gedanken auf Jesus hin aus.
Er ist in unserer Mitte: unsere Versammlung, die Kerzen, der Altar, die Bilder sind die sinnenfälligen Zeichen dafür.

Er soll uns zu Herzen Reden:
Dass wir gute Gedanken haben, dass er uns tröstet, dass er uns in seine Nachfolge ruft.

Jesus, Licht auf unserem Weg
Jesus, unsere Hoffnung und unsere Kraft.
Jesus, Ziel unseres Lebens

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Ab dem 5. Ostersonntag geht es um den Abschied – um den Abschied Jesu von seinen Jüngern. Schließlich feiern wir ja bald – also am 40. Tag nach Ostern – Christi Himmelfahrt und Pfingsten.

Heute und an den nächsten beiden Sonntagen betrachten wir die sogenannten Abschiedsreden im Johannesevangelium. Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat, hält er eine lange Rede. Diese Rede hat der Evangelist verfasst. Er hat sich die Frage gestellt:

Was hatte Jesus seinen Jüngern am Abend vor seinem erwartbaren Tod zu sagen. Was dem Evangelisten dazu eingefallen ist, ist wahrhaftig vom Heiligen Geist inspiriert: Es fasst wunderbar zusammen, was Jesus für uns bedeutet, was es heißt, an ihn zu glauben, und wie Jesus mit seinem himmlischen Vater verbunden ist.

Das erste: Jesus verschafft uns eine Bleibe, eine Wohnung bei Gott. Und er zeigt uns den Weg dorthin. Einen ganz neuen und einzigartigen Weg. Jesus ist der Weg. Er hat uns gezeigt, wer Gott in Wahrheit ist: unser Vater, der uns liebt wie eine Mutter.

Und das zweite: Wer Jesus sieht, der sieht Gott. Denn Jesus ist „im“ Vater und der Vater ist „in“ Jesus.

Das Dritte ist: Jesus, der am Kreuz sterben wird, geht eben genau so und dadurch zum Vater, um für immer bei ihm zu bleiben!

Haben sie es gemerkt, dass das zutiefst mit ihnen zu tun hat?

Jesus gibt keine Verhaltensregeln, damit man zu Gott kommt.
Jesus hält auch keine langen Lehren, wie Gott ist, welche Eigenschaften er hat und so fort.

Er sagt ganz einfach: Wer mich sieht, sieht Gott.
Wer den Weg geht, den ich zeige und gehe, geht den Weg zu Gott.

Liebe Schwestern und Brüder,
was immer auch in unserem Leben geschieht – es ist nichts anderes als ein Schritt auf dem Weg, der uns zu Gott führt.

Verzeihen sie, wenn ich diesem Bekenntnis noch etwas hinzufüge:

Es könnte jemand sagen:

Ich sehe Jesus nicht – er ist ja schon lange vor mir auf der Erde gewesen.

Doch: wir sehen Jesus:
Die vier Evangelien erzählen von ihm und geben uns ein Bild von ihm:
Wie er ausgesehen hat, ist nicht wichtig.

Wichtig ist:
Dass er jedem einzelnen Menschen geliebt hat – selbst jene, die ihn schließlich töteten.

Wichtig ist, dass uns Jesus Gott als Vater zeigt, der uns liebt wie eine Mutter.

Wichtig ist, dass Jesus uns zeigt, dass auch wir – wie Jesus an den Vater glauben können und die Menschen lieben können – alle.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott will untern uns wohnen und er will und bei sich eine Bleibe geben. Wir beten zu ihm:‘
Himmlischer Vater       L/A: Wir beten zu dir.

Für die Kinder, die in St. Anton Erstkommunion feiern: dass sie immer mit Jesus verbunden bleiben.

Für Paare, die in diesem Jahr heiraten: dass ihre Liebe wächst und sie ein Zeichen deines Liebesbundes sind.

Für Menschen, denen ein schwerer Abschied bevorsteht: dass sie dankbar für die Vergangenheit sind und die Trauer überwinden.

Für uns, die wir Jesus nachfolgen: dass wir nicht müde werden und im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe wachsen.

Lektor/in: Vater im Himmel, du liebst uns wie eine Mutter. Führe uns zu dir und gib uns eine Bleibe bei dir. Du der du immer bei uns bleibst und in uns bist, in Ewigkeit.
A: Amen.

01.05.2026: 1, Mai

Lesung aus dem Brief an die Galater Gal 4,4-7

4   Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn,
     geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt,
5   damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen,
     und damit wir die Sohnschaft erlangen.

6   Weil ihr aber Söhne seid,
     sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen,
     den Geist, der ruft: Abba, Vater.
7   Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn;
     bist du aber Sohn, dann auch Erbe, Erbe durch Gott.

Halleluja: Halleluja, halleluja,     –

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes    Joh 2,1-11

1   Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei.

2   Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.
3   Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.

4   Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.

5   Seine Mutter sagte zu den Dienern:Was er euch sagt, das tut.

6   Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach;
     jeder fasste ungefähr hundert Liter.

7   Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser!
Und sie füllten sie bis zum Rand.

8   Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist!

     Sie brachten es ihm.
9   Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war.
     Er wusste nicht, woher der Wein kam;
     die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es.
     Da ließ er den Bräutigam rufen
10 und sagte zu ihm:

     Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten.
Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.

11  So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Karla in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
wir sehnen uns nach jemanden, der uns versteht,
der es immer gut mit uns meint,
der auch noch gut ist, wenn wir etwas falsch gemacht haben,
der uns immer etwas zum Essen oder trinken bereit hat,
dem wir alles sagen möchten,
der uns immer mag,
und dem wir nur Gutes wollen können.

Kennen sie so jemanden? Sind sie das für ihre Kinder?
Mama, Papa, beide oder der eine mehr als der andere?

In Bayern und in der rk Kirche überhaupt, überträgt man all diese mütterlichen Eigenschaften auf Maria. Warum war das nötig?
Weil Jesus immer mehr als Weltenrichter dargestellt wurde, und sein Vater als der, der die Sünder bestraft.

Angst ist in das Denken über Gott eingedrungen! Angst vor dem strengen Richter Gott. Maria wurde als Gegenpol dargestellt. Sie könnte vielleicht bei Gott und ihrem Sohn Barmherzigkeit und Vergebung erwirken.

So wurde Maria in der Anschauung der Glaubenden zur Fürbitterin, die uns hilft in den irdischen Nöten und beim Gericht.

Das NT erzählt noch ganz andere Begebenheiten:

Sie sagt: Was er euch sagt, das tut. Sie versteht ihren Sohn nicht.
Sie wird von ihm zurück- und zurechtgewiesen.
Ihre Gebete für ihren Sohn haben sich nicht erfüllt.
Er wurde getötet.
Sie hat mit den Aposteln den Hl. Geist empfangen.

Alles, was wir in unserer Glaubensbeziehung zu Jesus erfahren können, hat auch Maria erfahren. Sie ist vor allem das Urbild der Glaubenden und damit das Urbild der Kirche. Freude strahlend zeigt sie uns ihren Sohn und zeigt uns damit, was auch unsere Aufgabe ist:

Dass wir voll Freude von Jesus erzählen, der uns gezeigt hat, dass Gott nicht richtet, sondern dass er uns liebt wie ein Vater und eine Mutter.

19.04.26: 3. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
wer das Glück hat, eine Urlaubsreise anzutreten ist beim Start voller Erwartung und Freude über die bevorstehende Zeit.

Wer ins Theater geht, spürt eine positive Spannung: Wie wird die Aufführung werden.

Wer ins Kino geht, ist schon auf dem Weg dahin anders gestimmt als auf dem Weg in die Arbeit.

In welcher Stimmung und Erwartung sind sie hierhergekommen?

Die Stunde der Danksagung an Gott in der Gemeinde ist eine ganz besondere Stunde. Vielleicht ist sie ein Höhepunkt in der Woche.

Voll Freude über das Geschenk des ewigen Lebens preisen wir Gott:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Was würden Sie tun, wenn sie 100 Milliarden Euro geschenkt bekommen?

Ja genau. So würde es mir auch gehen. Ich wüsste erst gar nicht, was ich tun soll. Wahrscheinlich würde ich zunächst gar nichts tun – außer mich zu wundern und mich zu fürchten – so viel Geld!
Vielleicht würde ich einfach wieder meiner Arbeit nach gehen.

So ähnlich stelle ich mir das bei den Jüngern Jesu vor: Sie hatten erkannt: „Jesus ist auferstanden. Er lebt!“ Der Tod ist überwunden. Die (eigenen) Sünden sind vergeben und die noch viel größeren derer, die Jesus getötet hatten. Und nun?

Das Johannesevangelium entwickelt eine Ostergeschichte, in der es darum geht – und um noch viel mehr. Die Geschichte ist voller Symbolik:

Ein erfolgloser Fischfang; Ein Fremder, der um etwas Fisch bittet; Jünger, die Jesus zuerst nicht erkennen; Ein überreicher Fischfang mit 153 Fischen. 153: das ist die Summer der Zahlen zusammengerechnet von 1+2+3 usw. bis 17. Ein Kohlenfeuer und ein jetzt ein erkannter Jesus, der den Jüngern Fisch und Brot reicht. „Kommt und esst“ ist seine Aufforderung.

Die Jünger sollen nicht wieder als Fischer ihr Brot verdienen. Das macht sie nicht mehr satt. Sie haben nun eine andere Bestimmung:

Der Fang von 153 großen Fischen auf das Wort Jesu hin deutet das an.

Es gibt mehrere Deutungen für die se Zahl: aber klar ist: Die Jünger sind gesandt: Ihre Sendung ist die Auferstehung Jesu; das Reich Gottes und das ewige Leben in Fülle zu verkünden.

Dass sie versagt haben und immer wieder versagen werden, soll sie daran nicht hindern. Das Kohlenfeuer erinnert an das Feuer im Hof des Kajaphas und damit Petrus an die Verleugnung seiner Jüngerschaft.

Jesus reicht ihnen Brot und Fisch: wie bei der Speisung der 5000 am gleichen Ort, dem See von Tiberias:
Jesus hatte gesagt: Ich bin das Brot des Lebens.
Wer von dem Brot isst, wird ewig leben.

Jetzt ist es so weit: wenn die Jünger an Jesus glauben, der sein Leben hingegeben hat, dann ist er ihre Nahrung – für immer und ewig.

Durch Jesus leben sie in Ewigkeit.

Jesus ist dann kein Fremder mehr. Er ist der, der Leben gibt.

Das ist mehr als ein 100 Milliarden Euro Gewinn!

Liebe Schwestern und Brüder,
können sie, können wir erspüren, was uns geschenkt ist:
Die Ewigkeit – Gottes Leben – Glückseligkeit ohne Ende – trotz all unserer Grenzen und Begrenzungen-

Niemand, der an Jesus glaubt, kann sagen: „Ich habe nichts zu lachen!“

Es ist ganz anders: „Wir können gar nicht mehr aufhören uns zu freuen!“

Und diese Freude ist unsere Sendung. Ihre und meine.

100 Milliarden Euro – das ist im Vergleich dazu weniger als ein Staubkorn im Universum.

Jesus schenkt uns nicht etwas – sondern sich.
Nicht etwas zum Leben – sondern das Leben in Fülle in Ewigkeit.

Amen. Halleluja.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, unser Vater, du hast uns in dein Volk berufen, und nimmst uns auf in dein Reich. Wir beten zu dir, weil wir dir vertrauen.

V/A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Menschen, die keinen Sinn im Leben sehen. Lass sie erkennen, dass du sie in dein Reich berufen hast!

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Getauften, dass sie ganz persönlich glauben und von Freude über das Geschenk des ewigen Lebens sind..

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für unsere Welt, in der die Selbstsüchtigen und Rücksichts­losen die Macht an sich reißen: dass wir ihnen nicht nachlaufen, sondern am Respekt und der Achtung vor dem Mitmenschen festhalten.

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für die jungen Menschen am Beginn ihres Arbeitslebens: dass sie eine gute Arbeitsstelle finden und an der friedlichen Entwicklung unserer Gesellschaft mitwirken.

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Christen: dass wir auf Jesus hören und zur Einheit zurückfinden.

A: Herr, erhöre unser Rufen

Lektor/in: Gott, du hast uns deine Liebe und deine Macht geoffenbart. Wir preisen dich heute und unser ganzes Leben im Heiligen Geist.

12.04.26: 2. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Leo XIV begrüßte nach seiner Wahl zum Bischof von Rom die wartenden Menschen mit dem Gruß Jeus, des Auferstandenen:

„Friede sei mit euch!“

Obwohl sie ängstlich weggelaufen waren und Jesus allein ließen,
obwohl Petrus ihn verleugnete, obwohl sie nichts tun konnten, um Jesus zu retten – Jesus grüßt sie: Friede sei mit Euch.

Frieden zwischen mir und euch! Frieden zwischen euch und Gott!
Frieden zwischen euch untereinander! Und: ihr dürft Frieden haben mit euch selbst.

Diesen Frieden empfangen wir von Jesus, an den wir glauben. Durch ihn ehren wir Gott unseren Vater.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
wie denken sie über Macht?
Wie ändern sich Menschen, wenn sie viel Macht haben?
Was sind es für Menschen, die nach der Macht streben und sie immer noch weiter vermehren wollen?

Und: bitte fragen sie sich selbst: In welchen Bereich haben sie Macht?

Macht ist geradezu das Gegenteil von Jesus – auch wenn ihm im Matthäusevangelium die Worte in den Mund gelegt werden: „Mir ist alle Macht gegeben – im Himmel und auf Erden.“

Der Gekreuzigte ist das Bild der Ohnmacht schlechthin!

Liebe Mitchristen: Wir setzen unsere Hoffnung auf einen, den die Mächtigen töteten, weil sie um ihre Macht fürchteten.

Von Anfang an mussten die Christen sich dafür rechtfertigen und hatten selbst Mühe, dies anzunehmen. Immer wieder stand die Frage im Raum:

Musste der Messias leiden? Kann ein Gekreuzigter Messias sein?
(Geschichte von den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus)

Das Johannesevangelium macht eine 180° Wende:
Thomas sagt: Wenn, dann glaube ich nur an Jesus, den Gekreuzigten.
Er hat bereits verstanden: Wer auch gegenüber denen, die ihm Böses tun, gut und liebend bleibt – wird und muss leiden!

Zu ihm, den Gekreuzigten sagt er: Mein Herr und mein Gott!

Die Macht Jesu liegt nicht im Herrschen und Urteilen, im Strafen und Belohnen. Die Macht Jesus liegt im Vergeben.

Seine endgültige Gabe an die Jünger ist: der Heilige Geist. Der Geist Gottes. Der Geist, der ihn in seinem Wirken angetrieben hat.
„Empfangt den Heiligen Geist!“ sagt er zu den Jüngern. Und legt ihnen ans Herz, was Gottes Geist in ihnen wirken soll: „Vergebt den Menschen ihre Sünden! Jeder, der darunter leidet, dass er seinen Mitmenschen zu wenig Liebe entgegenbringt, soll merken: Gott steht zu dir. Er hört nicht auf, dich zu lieben, so wenig Jesus aufgehört hat, die zu lieben, die ihn töteten.

Liebe Schwestern und Brüder,
am Ostern haben wir unser Taufbekenntnis erneuert und bestärkt:
Dreimal haben wir bekannt: „Ich glaube!“

Damit stehen wir an der Seite des Apostel Thomas, der zu Jesus sagte: Mein Herr und mein Gott.

Ja, wir glauben, dass Gottes Kinder Liebe immer größer ist und dass wir immer seine Kinder bleiben.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Wir haben den Heiligen Geist empfangen: den Frieden und die Versöhnung. Angetrieben von diesem Heiligen Geist beten wir:

Gott, Heiliger Geist    L/A: Erfülle die Herzen deiner Gläubigen

  • Wir denken an die Getauften, die die Stimme des Geistes missachten und Kriege führen: dass sie umkehren und von ihrem Unrecht ablassen.
  • Wir beten für die Menschen, die unter inneren Kämpfen leiden, die mit sich und ihrem Leben unzufrieden sind: dass sie mit sich ins Reine kommen.
  • Wir beten für die Ungetauften, die Interesse am christlichen Glauben haben: dass sie gute Begleiter finden und die Freude des Christseins entdecken und sich taufen lassen.
  • Wir beten für die Kinder und Jugendlichen, die sich auf ihre Erstkommunion und auf ihre Firmung vorbereiten: dass das Feuer des Heiligen Geistes in ihnen brennt.
  • Wir beten für die Maximilian und Luis und ihre Mutter Joy, dass Sie in der Gemeinschaft der Christen Heimat finden und im christlichen Leben Freude und Segen finden.
  • Wir beten für unser Land und seine Bevölkerung: dass wir den Frieden und Zusammenhalt bewahren.

Lektor/in: Vater im Himmel, in dir finden wir Frieden und Freude, Versöhnung und Leben. Wir danken dir und preisen dich in Ewigkeit.

A: Amen