Hier geht es zu den liturgischen Texten: 
Man stelle sich vor:
ein ungewaschener, von der Gefangennahme und Vernehmung gezeichneter Mann, gekleidet mit einem weißen einfachen Obergewand steht gefesselt vor einem römischen Statthalter.
Das kam öfters vor – aber diese Szene wird in einem Buch beschrieben, das eben jenen Gefesselten verkündet, als Sohn Gottes, als Licht der Welt, als den, der Erlösung und Befreiung bringt.
Der mächtige Pilatus, dem Soldaten und Sklaven zur Verfügung stehen, stellt nur diese eine Frage.
Jener aber, der seiner Verurteilung entgegensieht, es kann nur das Todesurteil sein, dieser Wanderprediger Jesus spricht:
Hältst Du Dich an das Gerede der Leute?
Mein Königtum ist nicht irdisch – keine Soldaten kämpfen für mich.
Ich bin in die Welt gekommen, um Zeugnis für die Wahrheit abzulegen.
Ein seltsames Verhör – und noch seltsamer ist es, dies zu berichten von einem Mann, der in diesem Evangelium als Retter der Welt, als Messias und Sohn Gottes verkündet werden soll.
Wer will schon an einen zum Tod verurteilten glauben?
Das stellt doch die Welt auf den Kopf!
Wer rettet die Welt?
Augustus oder Karl der Große?
Karl Marx oder Adam Smith (einer der Begründer des Kapitalismus)?
Putin oder Obama oder Xi (der neue chinesische Parteichef)?
Da ist die Frage nach der Wahrheit. Jesus ist gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen.
Die Großen dieser Welt suchen nach der Wahrheit.
Die Naturwissenschaften finden ein Naturgesetz nach dem anderen und entdecken immer neues und immer mehr im Mikrokosmos und im Makrokosmos.
Die Regierungen, die Machthaber ob demokratisch oder autoritär suchen nach dem besten Rezept, um sich die Macht und ihren Völkern den Wohlstand zu sichern.
Doch was ist Wahrheit?
Jesus Christus steht dafür, dass es eine Wahrheit gibt, die für alle gilt und die den Menschen befreit.
Es ist die einfache und schlichte Wahrheit,
dass der die Welt rettet, der auf Gott hört und Gottes willen tut.
Der rettet die Welt, der sich nicht zu gut ist, anderen die Füße zu waschen.
Der rettet die Welt, der sich selbst anderen zur Speise gibt.
Der rettet die Welt!
Der rettet die Welt vor dem Egoismus und der Raubtiermentalität,
Der rettet die Welt vor der Rechthaberei und der Unnachsichtigkeit.
Der rettet die Welt und den Menschen: Denn der Mensch ist nicht irgendein weiterentwickeltes Raubtier sondern er ist von Gott gesandt, um Zeugnis für die Wahrheit abzulegen,
dass diese Welt von Gott kommt und das Gott das Ziel dieser Welt ist.