26. Mai 2013: Dreifaltigkeitssonntag

26456coLiebe Schwestern und Brüder, der Glaube an den einen Gott, der sich uns offenbart hat in seinem Sohn Jesus Christus und den wir erkennen können im Heiligen Geist ist das einmalige und besondere an uns Christen.
Wer hat sich das ausgedacht? Wie kommen wir dazu, vom dreieinigen Gott zu sprechen?

Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.
Jesus betete zu seinem Vater und er versprach uns den Geist, den Beistand, der für immer bei uns bleiben wird.

Liebe Schwestern und Brüder, es ist leicht, in zwei Zitaten aus der Bibel Gott den Schöpfer des Himmels und der Erde zu finden; ebenso Jesus der diesen Gott seinen Vater nannte und den Heiligen Geist, der schon im ersten Satz der Bibel genannt wird.

Dadurch wird uns eine ganz besondere Beziehung zu Gott eröffnet – anders als in allen anderen Religionen:
Gott ist nicht nur der Herrscher über das all, dessen Gebote wir halten müssen, damit wir gerecht sind vor ihm.
Gott ist nicht nur der, der alles fügt und der vor allem Ergebung in das Schicksal fordert.
Gott ist nicht nur der, in dessen Einheit hinein sich alles auflöst.

Sondern Gott sucht die Beziehung zu uns Menschen, zu seiner ganzen Schöpfung – sein Geist ist in ihr und besonders im Menschen, der durch den Geist die Begabung hat, Gott zu erkennen.

Der dreieine Gott ist für uns Menschen zugänglich:
er lässt uns unsere Eigenheit in unserer endlichen Gestalt und
dennoch ist er in uns und wir sind in ihm:
Er gibt uns Anteil an sich und seiner göttlichen Art und
er hat Anteil an uns und unserer weltlichen Art.

In beiden – im ewigen unendlichen Gott und in der endlichen begrenzten Welt ist Gottes Geist.

Bewirkt diese ganz besondere Beziehung zu Gott etwas in mir und meinem Leben?

Das hängt ganz und gar von mir ab: Diese Beziehung kann etwas bewirken, wenn ich mich auf sie einlasse,

Wenn ich auf das Angebot eingehe und  eine Beziehung zu Gott zulasse und gestalte:
dann ist es eine Beziehung der gegenseitigen Bejahung:

Gott anerkennt und will meine Endlichkeit
und ich anerkenne Gott und will seine Unendlichkeit.

Für Gott ist es eine Freude mein Gott zu sein
und für mich eine Freude, sein Geschöpf zu sein.

Gott gibt mir alles, was sein ist
und ich gebe ihm alles, was mein ist.

Schwestern und Brüder, gehalten und getragen in dieser Beziehung zu Gott,
will ich Gott danken und preisen für alles, was er mir gibt.

Ich will entdecken, was sein Wille ist für mich und das tun, was ihm gefällt.

Ich kann mich auf ihn verlassen, dass er mich und jeden Mitmenschen bewahrt,
dass meine Endlichkeit aufgenommen wird in seine Unendlichkeit.

Ich kann auf ihn hoffen, dass er mich versteht, wenn ich manches in meinem Leben schuldig bleibe – und dass ich in ihm vollkommen sein werde.

Schwestern und Brüder, Anerkennung und Bejahung, Vertrauen und Hoffnung, Dankbarkeit und Interesse beschreiben meine Beziehung zu Gott – deshalb möchte ich auch mit meinen Mitmenschen so leben.

Das bewirkt die ganz besondere christliche Beziehung zu Gott, die wir mit dem Glauben an den dreieinen Gott, den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist ausdrücken.