7. Juli 2013: 14. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den liturgischen Texten: Schott

 

Liebe Schwestern und Brüder!
Im großen Glaubensbekenntnis heißt es:  „Ich glaube die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“

Apostolisch heißt die Kirche, weil die Verkündigung der Apostel ihr Ausgangspunkt ist. Apostel – das sind die Gesandten, die Boten.

Die Kirche ist apostolisch, das heißt: die Kirche ist gesandt zu den Menschen. Papst Franziskus weist immer wieder darauf hin, dass die Kirche zu den Menschen gesandt ist, besonders zu denen, die am Rand leben.
Wer gesandt wird, hat auch eine Aufgabe, eine Botschaft. Seine Sendung hat einen Inhalt und ein Ziel!

Die Jünger Jesu sollen als erstes sagen: „Friede diesem Haus!“
Sie sollen die Kranken heilen und verkünden:
Das Reich Gottes ist euch nahe!“

Wie kann ich als Pfarrer einer Pfarrei in Regensburg diese Sendung erfüllen? Und sie, Christen die 80, 70, 60, 50, Jahre alt sind?

Die Situation ist die:
Es gibt die Boten und es gibt die, zu denen die Boten gesandt sind.
Wenn jemand die Boten aufnimmt – was bedeutet das für ihn?

Muss er selbst zum Boten werden? Manche sicher – aber gewiss nicht alle.

Wer die Jünger Jesu aufnimmt, nimmt den Frieden an, den sie bringen;
bei dem werden die Kranken geheilt und er wird hineingenommen in eine besondere Gottesbeziehung: Das Reich Gottes ist ihm nahe!
Gott ist ihm nahe!

Es gibt allerdings folgende Erscheinung:
Es gibt viele, die die Jünger Jesu aufgenommen haben und die ihre Botschaft angenommen haben. Aber das bleibt nicht automatisch und für immer so:
Man stellt fest, dass es mit dem Nachbarn immer noch Zwistigkeiten gibt, dass Tote aus dem Haus getragen werden, dass nach wie vor das Brot im Schweiße des Angesichts verdient werden muss – dann können schon Zweifel kommen.

Dann bleibt für das Neue nicht mehr so viel Zeit und Begeisterung.
Man muss ja schließlich im Leben bestehen. – Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott – heißt es. Das Leben ist, wie es immer schon war.

Ist es das? Muss es so sein? – Ist das alles?

Ich erinnere an die Botschaft: „Friede diesem Haus. Sorgt für die Kranken. Vertraut Gott, der bei euch ist.

Das befreit niemanden davon, für sich und sein Leben Verantwortung zu übernehmen.
Doch ich kann, wenn ich glaube, alles unter eine neue Überschrift stellen.

Nicht mehr: „Hilf dir selbst. Nicht: Hast du was, dann bist du was! Der Stärkere hat Recht. Jeder ist sich selbst der Nächste!“

Sondern:
Wem kann ich helfen? Wer braucht meinen Beistand!
Wie kann ich gegen Unrecht eintreten? Wem kann ich zum Nächsten werden?

Schwestern und Brüder, das ist die Lebensweise der Menschen, die darauf vertrauen, dass Gott sein Leben mit ihnen teilt.
Menschen, die daran glauben, dass Frieden dem Menschen aufgetragen ist und dass der Mensch für das Heil bestimmt ist, für den großen Frieden, den wir in Gott erfahren dürfen.

Schwestern und Brüder,  wir dürfen leben in dem Vertrauen, dass Gott sich durch uns der Welt mitteilen will: als Frieden und als Zukunft.