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Liebe Schwestern und Brüder,
Christus ist auferstanden!
Keine Angst, ich weiß schon, dass wir heute Weihnachten feiern. Doch lassen sie uns überlegen, warum wir die Geburt Christi feiern.
Durch sein Leben und seine Auferstehung hat Jesus erfüllt, was die Propheten angekündigt haben:
Er hat das Joch, das auf uns liegt zerbrochen:
Der Stab unserer Antreiber, die wollen, dass wir immer mehr leisten, immer weniger Erholung brauchen, ist zerbrochen.
Der Mantel derer, die Macht über uns beanspruchen und von uns fordern, keine Rücksicht zu nehmen auf den anderen, die uns lehren die Mitmenschlichkeit niederzutrampeln –
diese Mäntel und Stiefel werden verbrannt – sie haben keine Bedeutung mehr, sie gehören der Vergangenheit an.
Wir müssen den Tag feiern, an dem dieser Christus, der den Tod überwand, das Licht der Welt erblickte – auch wenn wir das Datum seiner Geburt nicht kennen – weil niemand es aufgeschrieben hat, als irgendwo am Rand der Welt, unbedeutenden Menschen ein Kind geschenkt wurde.
Ist es nicht so: Christus, den Gott gesandt hat, wurde geboren von Maria – jeder weiß, dass ihr Verlobter Josef sie zu sich nahm – um ihr Schande zu ersparen.
Jeder weiß, dass dieses Kind geboren wurde – ohne dass jemand Notiz davon nahm. Schon gar nicht der römische Kaiser, der die Menschen zählen ließ, als ob sie sein Eigentum wären.
Über dieses Kind freuten sich seine Eltern und ihre Freunde.
Freuen sollten sich über seine Geburt damals schon die kleine Leute,
auf die niemand achtete und die nicht gerne gesehen waren:
die Hirten, die auf dem Feld bei ihrer Herde schliefen und nach Schafsfell rochen.
Sie hätten sich freuen dürfen, denn ihnen bringt dieses Kind Heil.
Ihnen schafft dieser Jesus Gerechtigkeit.
Sie befreit und rettet er von dem Joch, das auf ihnen liegt:
Gerade ihnen zeigt er, dass sie einen himmlischen Vater haben,
der noch nie aufgehört hat, sie in besonderer Weise als seine Kinder zu lieben.
Die Geburt dieses Jesus von Nazareth müssen wir feiern,
denn er ist das Licht, das in die Welt kommen musste.
Er hat die Finsternis der Gottesferne zerrissen.
Durch ihn finden wir den Frieden mit Gott.
Alle Namen, die von den Propheten
dem Messias gegeben wurden, gelten für ihn:
Wunderbarer Ratgeber – starker Gott –
Vater in Ewigkeit – Fürst des Friedens.
Er hilft uns, er gibt uns Kraft,
dass wir uns von aller Gottlosigkeit lossagen: Denn Gott ist mit uns.
Wie er Jesus auferweckt hat,
so wird er auch unsere Hoffnung erfüllen:
Er wird uns aufnehmen in sein Reich des Friedens.
Er wird uns die Herrlichkeit Christi sehen lassen,
und uns daran Anteil geben.
Wir sind sein Volk und für uns gibt es nur noch einen Lebenszweck:
dass wir nach dem Vorbild
unseres großen Gottes und Retter Jesus Christus
unsere ganze Kraft aufwenden, um stets das Gute zu tun.
Liebe Schwestern und Brüder,
als Jesus geboren wurde – unbemerkt von den Herrschern der Welt ‑
zur Freude seiner Eltern und Verwandten,
hat – ohne dass man es gewusst hätte ‑ eine neue Zeit begonnen:
die Zeit in der Gottes Gnade offenbar wurde,
die Zeit in der die Sünde ihre Macht verloren hatte,
weil Gottes Liebe sich als größer erwies;
die Zeit, in der der Tod seinen Schrecken verlor,
weil wir auferstehen zum ewigen Leben.
Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden bei den Menschen,
die ihm wohl gefallen, wie es schon am Anfang hieß: Es war sehr gut!