25.01.26: 3. Sonntag im Jahreskreis A

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Wir planen! Da kommt jemand dazwischen!
Kann das vielleicht Gott sein, der uns dazwischen kommt!
Weil er uns jetzt gerade braucht?
Weil er genau jetzt uns etwas zeigen will?

Störungen, Unterbrechungen müssen uns nicht immer gleich ärgern:
Wir können sie aufmerksam wahrnehmen und überlegen,
wie wir als Glaubende uns verhalten. Wir können uns Fragen.
Was will Gott, das ich tue?
Dann merken wir manchmal im Nachhinein, dass Gott durch uns wirken konnte und dass wir selbst dabei gelernt haben,
noch besser als Kind Gottes zu leben.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
es ist ein großes Lob, wenn wir von jemand sagen: der macht nicht nur einen Job, sondern er folgt seiner Berufung: Ich gebe zu, nicht alle Berufe verbinden wir in gleicher Weise mit Berufung –bei Lehrerinnen und Lehrern, ist es ein großer Vorteil, wenn sie in darin ihrer Berufung folgen.
Oder Handwerker, die ihren Beruf mit Hingabe und Liebe oder ausüben und ihre Handwerkerehre darin sehen, gute Arbeit zu machen.

Ich sage das nur, um das Wort berufen ein wenig in unsere Alltagswelt zu holen. Immerhin erzählt das Mt. Ev. ja davon, wie Jesus Jünger beruft.

Die Erzählung benützt ein sprachliches Schema. Es kommt nur darauf an, dass Jesus ruft und der Gerufene dem Ruf folgt. Das Ev. erzählt wenig später, dass Jesus im Haus des Petrus dessen Schwiegermutter vom Fieber heilt. Es fand also keineswegs ein „Bruch“ mit der Familie statt.

Immer wieder frage ich: Was macht einen Christen zum Christen?

Eine Antwort finden wir in dem heutigen Evangelium:
Christen sind Menschen, die dem Ruf Jesu hören und ihm „nachfolgen“.

„Nachfolgen“ sagen wir auch nicht so oft. Firmenchefs haben Nachfolger. Aber das beschriebt nur eine Reihenfolge. Wenn wir Christen Jesus „nachfolgen“ geht es um mehr:

Wir werden seine Schüler! Und was lernen wir von ihm?
Was haben sie von Jesus gelernt?

????

Das ist eine sehr persönliche Frage, die nach einer sehr individuellen Antwort verlangt.

Ich will ihnen meine ganz persönliche Antwort sagen. Die Absicht dabei ist, dass sie dadurch angeregt werden, ihre persönliche Antwort zu finden:

Mein Lernen von Jesus begann schon sehr früh.

Meine Eltern waren Christen und versuchten, danach zu leben und sie brachten uns Kindern bei, was das bedeutet:

Ehrlich sein – Versprechen einhalten – etwas für den anderen tun – zusammenhalten – Gemeinschaft pflegen – Pflichten erfüllen – Beten – am Sonntag die Messe feiern – Rücksicht nehmen – usw.

Zum zweiten erfuhr ich in der Familie Einiges von Jesus und seinem Leben.
Wir haben auch darüber geredet und nachgedacht.

Als Jugendlicher habe ich mich selbständiger gemacht. Ich durfte tatsächlich ein paar Mal erleben, dass manche Jesus Worte mich sehr persönlich angesprochen haben. Sie waren für mich wie eine Befreiung.

So entstand eine lebenslange Schülerschaft bei Jesus und ich habe inzwischen viel von ihm gelernt:

  • Das wichtigste ist die Liebe –
    Gottes zu mir und zu jedem anderen Menschen.
  • Wo Liebe ist, da ist das Reich Gottes und das Reich Gottes ist deshalb so nahe, wie ich Liebe annehmen und geben kann.
  • Alle Menschen sollen glauben können und erfahren, dass sie Gottes geliebte Kinder sind – er gibt niemanden verloren.
  • Ich brauche mich nicht zu ängstigen und zu sorgen:
    Gott weiß, was ich brauche!
  • Ich kann Mut haben, für die Liebe einzutreten – auch wenn mich das in Schwierigkeiten bringen sollte.
  • Selbst wenn ich Schlechtes erlebe, vertraue ich darauf:
    Gott ist da. Er lässt mich nicht zugrunde gehen.

Mir würde mehr einfallen – vor allem aber würde es mich freuen, wenn Sie selber sich bewusst machen, was sie von Jesus gelernt haben.

Viel Freude dabei!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, unser Vater, du hast uns in dein Volk berufen, und nimmst uns in dein Reich der Liebe auf. Wir bitten dich, weil wir dir vertrauen.

L/A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Menschen, die in ihrem Leben keinen Sinn erkennen können. Lass sie erkennen, was wie sie für andere Menschen da sein können!

A: Herr, erhöre unser Rufen

L:   Für alle Getauften: dass die Botschaft Jesu sie bewegt und dass sie von Jesus lernen, als Kind Gottes zu leben.

A: Herr, erhöre unser Rufen

L:   Für unsere Welt, in der die Selbstsüchtigen und Rücksichts­losen die Macht an sich reißen: dass es ihnen nicht gelingt, die Menschen ins Unheil zu stürzen.

A: Herr, erhöre unser Rufen

L:   Für die jungen Menschen am Beginn ihres Arbeitslebens: dass sie eine Arbeitsstelle finden und dass sie den tieferen Sinn ihrer Arbeit erkennen.

A: Herr, erhöre unser Rufen

L:   Für alle Christen: dass wir von Christus lernen und dadurch die Einheit wiedergewinnen.

A: Herr, erhöre unser Rufen

Lektor/in: Gott, du hast uns deine Liebe und deine Macht geoffenbart. Wir preisen dich heute und unser ganzes Leben im Heiligen Geist.

18.01.2026: 2. Sonntag im Jahreskreis

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Haben sie in ihrer Wohnung eine Fotografie von einem schönen Erlebnis?
Es kann immer wieder das Besondere und Schöne dieses Augenblicks lebendig werden lassen.

Die Eucharistiefeier bewirkt ganz ähnliches: Wir werden erinnert an Jesus und seine besondere Bedeutung und Liebe. Wir sprechen die Worte, die Jesus beim Abschiedsmahl zu seinen Jüngern sagte.

In dem ganze Tun wir die Liebe Jesu wirksam. Sie betrifft uns und sie bewegt uns. Jesus nimmt uns in die Gemeinschaft mit seinem Vater auf:
Er ist in uns und wir sind in ihm.

Wir wollen ihn loben und preisen und rufen zu ihm.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
In jeder Messfeier beten wir:
„Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde Welt.“
Unzählige Male wird das Lamm Gottes bildlich dargestellt – auch in unserer Kirche. Oft mit einem Blutstrahl, der aus der Brust hervorquillt. So wird eine Verbindung hergestellt zum Tod Jesu, wo ein Soldat mit einer Lanze in die Seite Jesu sticht.

Verstehen sie, warum Jesus als Lamm (!) Gottes bezeichnet wird?
Es klingt fast entgegengesetzt, wenn Johannes in den nächsten Sätzen sagt: „Ich sah, dass der Geist auf ihn herabkam. „Er ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft“ Und sogar: „Dieser ist der Sohn Gottes“

Lamm Gottes, Ausgestattet mit dem Heiligen Geist, er tauft mit dem Heiligem Geist. Er ist der Sohn Gottes!

Diese Komposition macht einem fast schwindlig im Kopf.

Das würde gar nicht zu Jesus passen, denn er soll ja Klarheit bringen und die Wahrheit über Gott und Mensch. Also versuchen wir Klarheit zu gewinnen: Woher kommt der Vergleich mit einem Lamm?

Am Beginn der Geschichte Israels steht eine Flucht. Eine Flucht, die fast wie ein triumphaler Festzug dargestellt wird: Die Flucht der Israeliten aus Ägypten. Am Abend vor diesem Auszug schlachten die Israeliten in ihren Hausgemeinschaften ein Lamm, um sich zu stärken.

Das Blut des Lammes streichen sie an ihre Türpfosten. Es ist das Zeichen, dass sie zum Herrn gehören, der Moses beauftragt hat, sein Volk, die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs in die Freiheit zu führen.

Jesus wird getötet – wie die Lämmer beim Auszug.
Alle, die an ihn glauben, den man hingerichtet hat wie ein Lamm, macht er frei – frei von der Selbstentfremdung, von der Entmenschlichung durch das, was wir Sünde nennen.

Er macht uns frei und stärkt uns für unseren Weg, die Sünde hinter uns zu lassen.

Liebe Schwestern und Brüder,
diese etwas komplizierten Gedanken und Zusammenhänge zeigen, dass wir neben dem Neuen Testament auch die heiligen Schriften des Volkes Israel, das von uns so genannte AT im Gepäck haben. Es ist die Heilige Schrift, aus der Jesus geschöpft hat und mit deren Bildern und Erfahrungen Jesus und sein Erlösungswerk beschrieben werden.

Das bedeutet bei Leibe nicht, dass die Heilige Schrift unmittelbar von Gott gegeben ist. Vielmehr gibt es in dieser Schrift des Volkes Israel viele Vor­stellungen und Gedanken über Gott, die nicht mit dem vereinbar sind, wie Jesus Gott und seine väterliche Liebe und Barmherzigkeit verkündet hat.

Es verläuft aber eine Spur vom Gottesglauben Israels zur Gottesbotschaft Jesu. Glanzlichter, die aufleuchten und zeigen, dass die Schriften des Alten Testaments Zeugnis sind für die Selbstoffenbarung Gottes an die Menschen der Erde.

Zum Beispiel die Sätze aus dem Buch Jesaja, die wir in der ersten Lesung gehört haben:

„Es ist zu wenig, dass nur Israel und Juda zum Herrn heimgeführt werden.
Vielmehr soll der Prophet und mit ihm das ganze Volk zum Licht für die Völker werden. Gott, der Herr, will allen Menschen der Erde das Heil schenken.“

Wir Jünger Jesu glauben:
Jesus ist dieser Eine. Er ist das Licht für alle Nationen
und er macht uns zum Licht,
weil er uns den Geist vom Himmel, den Geist Gottes schenkt:
Der Geist Gottes durchtränkt und erfüllt uns, so dass wir wahrhaft Kinder Gottes und Ebenbild Gottes heißen dürfen: Die Gesalbten des Herrn! Wenn wir hernach beten: Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, bekennen wir: Jesus, dessen Blut man vergossen hat, wie das Blut eines wehrlosen Lammes ‑ befreit uns und macht uns heil durch das Geschenk des Geistes Gottes.
Er teilt ihn mit uns, weil er der Sohn Gottes ist.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Himmlischer Vater, durch deinen Sohn Jesus befreist du uns aus der Macht der Sünde. Wir beten zu dir:

Himmlischer Vater     L/A: Sende aus deinen Geist und die Erde wird neu.

  • Für die Menschen, die Gewalt erleiden: dass sie davon erlöst werden.
    Für die Menschen, die anderen Unrecht antun: dass sie davon ablassen.
  • Für unsere Gesellschaft, dass das Gemeinwohl wieder zu einem Wert wird, dem sich alle verpflichtet wissen.
  • Für die Menschheitsfamilie, dass dein Geist die Liebe zum Frieden und zur Gerechtigkeit weckt und stärkt und den Geist der Feindschaft und der Selbstsucht überwindet.
  • Für die Getauften auf der ganzen Erde: dass sie die Spaltungen hinter sich lassen und ihre Einheit erkennen und dir gemeinsam für das Leben und den Geist danken.
  • Für unsere Gemeinde: dass wir nicht müde werden, die Gemeinschaft mit den Christen anderer Konfessionen zu pflegen und zu vertiefen.

Lektor/in: Vater im Himmel, du bist der Eine und Einzige; die Quelle allen Lebens. Wir loben dich vereint mit allen, die dich suchen und ehren. Jetzt und in Ewigkeit. Amen.

11.04.2026: Taufe Jesu

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung

Der Alltag in der Schule hat wieder begonnen:
Die Kinder könnten nicht genug Ferien bekommen.

Erwachsene sind oft auch froh, wenn nach den vielen Festtagen,
nach all den Einladungen und Besuchen und Aktivitäten und besonderen Bemühungen beim Kochen der gewohnte Ablauf wieder einkehrt.

Wir brauchen auch dafür viel Kraft.
Wir bemühen uns, es gut zu machen.
Wir wollen Menschen sein, mit denen man gut auskommen kann.

Jesus, an den wir glauben, hilft uns dabei. Zu ihm rufen wir:

  • Jesus, von Maria geboren.
  • Jesus, voll Liebe zu den Menschen
  • Jesus, erfüllt von Gottes Geist und Kraft.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Wann ist Ihnen das das letzte Mal passiert?
Sie kommen in einen Raum und denken sofort: mmmh hier riecht es aber gut! – Ob sie es glauben oder nicht, das hat mit der Taufe zu tun – wie sie in der röm.kath. Kirche gespendet wird.

Wer getauft wird, wird auch mit gesalbt – mit der Salbe, dem Chrisam. Das ist Olivenöl, dem Rosenöl hinzugefügt wurde, damit es gut riecht.

Ein alter Theologe hat gesagt: Die Getauften sollen unter den Menschen ein „Wohlgeruch“ sein. Damit wechseln wir natürlich die Sprachebene von der Beschreibung zur Symbolik.

Es geht nicht mehr um den Duft, sondern um das Wesen eines Menschen:
Freundlich, ehrlich aber nicht brüskierend, humorvoll aber nicht lächerlich.
Vielleicht mögen sie heute selber noch ein wenig überlegen, was jemand zu einem angenehmen Menschen macht.

Wodurch können Getaufte zu angenehmeren Menschen werden?
Wodurch werden wir zu angenehmeren Menschen – hoffentlich?

Das hängt wiederum mit der Salbung bei der Taufe zusammen.

Diese Salbung drückt aus, was wir in unserem Gottesglauben erfahren:

Wie eine Salbe heilt uns der Glaube – vor allem unser Inneres, das wir mit dem Wort Seele benennen: wir alle haben unsere seelischen Verletzungen: Die Unzufriedenheit mit uns selbst, die Enttäuschungen durch manche Freunde oder Verwandte, uvm.

Wir glauben aber, dass Gott uns liebt, dass er immer zu uns steht, dass er uns annimmt, auch wenn wir in vielem unvollkommen sind – besonders in unserer Fähigkeit zur Liebe.

Wie eine Salbe schützt uns unser Gottesglaube: manchmal sind wir in Gefahr, dass wir nur noch das Schlechte sehen, dass wir nicht mehr an die größere Kraft des Guten glauben.

Wir glauben aber, dass Gott gut ist und dass deshalb das Gute ewig ist, während das Böse vergeht. So schützt uns unser Glaube an Gott auch davor, selbst dem Bösen nachzugeben.

Wie eine Salbe pflegt und stärkt der Glaube an Gott unsere Seele: Die Herausforderungen, die vielen Erlebnisse – erfreuliche und traurig machende – zehren an unseren Kräften. Wie der Leib Stärkung braucht, so braucht auch unsere Seele beständig und verlässlich Stärkung.

Wir empfangen diese Kraft von Gott durch seinen Geist, der unseren Willen zum Guten stärkt, unsere Bereitschaft geduldig zu bleiben und Verständnis zu zeigen und unseren Mut für Gerechtigkeit einzutreten.

Gott stärkt uns, Gott schützt uns, Gott heilt uns!

Gott, du uns, immer wieder heilst du uns und gibst uns Kraft.
Hilf uns, dass das Gute, das du an uns tust in uns Frucht bringt und
wir anderen gut tun. – Amen.