29.06.26: Palmsonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Kinder!
Wir ziehen heute von hier aus in zur Kirche und feiern dort unsere heilige Messe. Wir möchten miterleben, wie es damals war, als Jesus nach Jerusalem gekommen ist. Deshalb habt Ihr auch die schönen Palmbuschen mitgebracht. Sie sind festlich mit bunten Bändern geschmückt.

Damit winken wir Jesus zu. Wir freuen uns, dass Jesus bei uns ist. Er hat eine wunderbare Botschaft: Gott ist immer bei uns.

Wenn wir traurig sind, versteht er uns.
Wenn wir uns freuen. Freut er sich mit uns.
Wenn uns etwas weh tut. Bleibt er bei uns.

Davon singen jetzt die Kinder

Überleitung zum Evangelium:
Jesus war ein ganz wunderbarer Mensch. Wenn er in einen Ort kam, liefen die Menschen zusammen und begrüßten ihn und wollte ihn hören.
Auch in Jerusalem war Jesus schon bekannt. Als die Leute hörten, dass er zum Paschafest kommt, waren sie begeistert und liefen ihm entgegen. Davon hören wir jetzt.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus (21,1-11)

Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte
          und nach Betfage am Ölberg kam,
          schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen:

Geht in das Dorf, das vor euch liegt;
dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden
und ein Fohlen bei ihr.
Bindet sie los, und bringt sie zu mir!
Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt:
Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen.

Das ist geschehen, damit sich erfüllte,
          was durch den Propheten gesagt worden ist:

Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir.
Er ist friedfertig, und er reitet auf einer Eselin
          und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers.

Die Jünger gingen und taten,
          was Jesus ihnen aufgetragen hatte.

Sie brachten die Eselin und das Fohlen,
          legten ihre Kleider auf sie,
          und er setzte sich darauf.

Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus,
andere schnitten Zweige von den Bäumen
          und streuten sie auf den Weg.

Die Leute aber, die vor ihm hergingen
          und die ihm folgten, riefen:

Hosanna dem Sohn Davids!
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn.
Hosanna in der Höhe!

Als er in Jerusalem einzog,
          geriet die ganze Stadt in Aufregung,
          und man fragte: Wer ist das?

Die Leute sagten:
Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.

Einführung
Ich freue mich, dass wir wieder die Karwoche feiern dürfen.
Heute als Auftakt den Palmsonntag und dann das Triduum:

Wir feiern und erleben, wie Jesus uns hineinnimmt in sein Leben, in seine Hingabe, in seine Opferbereitschaft. Das stärkt unsere Gewissheit, dass Gott Jesus in seine Herrlichkeit und in sein Licht aufnimmt und dass er auch uns aufnehmen wird.

Mit Jesus und durch Jesus und in Jesus hat sich Gott für immer mit uns verbunden und wir sind ein Teil von ihm.

Umgeben von den vielen unmenschlichen Lieblosigkeiten feiern wir das Leben und die L iebe Gottes, die stärker ist als alles andere. Grüßen wir Christus unseren Bruder, unseren Erlöser, der uns Leben bringt.

Ansprache nach der Leidensgeschichte:
Ich möchte heute das Augenmerk auf die Szene richten, wo die Soldaten Jesus einen purpurroten Mantel umhängen, ihm eine Dornenkrone aufsetzen und einen Stock in die Hand geben.
Sie beugten ihr Knie vor ihm und äfften die nach, die Jesus wie einen König in Jerusalem begrüßt hatten: Sei gegrüßt, König der Juden.

Dann aber schlugen sie ihn mit dem Stock und spuckten ihn an!

So verhöhnten sie ihn und trieben ihren Spott mit ihm.

Müssen sie lange nachdenken, bis sie sich erinnern, wie sie einmal Zeuge waren, dass jemand verspottet und verhöhnt wurde? Oder fällt ihnen gleich ein solcher Vorfall ein?

Wir können uns natürlich über die aufregen, die krude Schimpförter gebrauchen.

Noch feiner aber ist es, wenn wir uns an die Seite der verspotteten stellen.
Denn sie brauchen jemand, der sie stützt und schützt.

Jesus jedenfalls hat den Spott und Hohn über sich ergehen lassen.
Er hat den Hass nicht erwidert.

Jesus steht auf der Seite der Menschen, die verhöhnt werden!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, Jesus, dein Sohn wurde verhöhnt. Aus Liebe zu seinen Peinigern, ertrug er ihren Spott ohne Widerwort. Wir beten zu dir:
Gott, Vater Jesu ‑               L/A: Schenke deinen Frieden.

L  Wir beten für die Menschen, die wegen ihrer Hautfarbe Abwertung und Missachtung und Verdächtigungen erfahren.

L  Wir beten für die Menschen, die wegen ihres Glaubens oder wegen ihrer politischen Überzeugung Gewalt und Abwertung erfahren.

L  Wir beten für unser Heimatland: dass die Menschen die Lust an Hass und Gewalt wieder aufgeben und Respekt und Achtsamkeit das Zusammenleben prägen.

L  Für die Mädchen und Jungen, die sich auf ihre Erstkom­munion oder Firmung vorbereiten, dass sie im Herzen berührt werden und eine Freundschaft zu Jesus entwickeln.

L  Für Leo, den Nachfolger des Petrus und für unsere Bischöfe, dass sie das Volk Gottes auf dem Weg in die Zukunft leiten und Mut zu notwendigen Veränderungen haben.

Lektorin: Guter Gott, wir danken dir für unser Leben und für die Schöpfung, deren Teil wir sind; vor allem für deine Liebe, die du uns in Jesus Christus erwiesen hast. Dich preisen wir in Ewigkeit.

A: Amen.

22.03.26: 5. Fastensonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:

Junge Menschen planen ihr Leben. In unserer Heimat haben Sie dafür eine Fülle von Möglichkeiten. Auch die jungen Menschen im Süden der Erde stehen in den Startlöchern: aber für sie gibt es viel weniger Chancen und Möglichkeiten.

Misereor zeigt uns als Beispiel ein Projekt in Douala, der Hauptstadt von Kamerun. Die dortige Caritas unterstützt junge Menschen dabei, einen Beruf zu lernen und auszuüben. „Hier fängt Zukunft an“.

Sie geben sich nicht der Hoffnungslosigkeit hin, sondern handeln aus dem Vertrauen, dass Sie Zukunft haben.

Dieses Vertrauen hat seinen Ursprung in Jesus Christus.

Jesus Christus, du rufst uns, dass wir unsere Talente zum Wohle aller einsetzen.

Du gibst uns den Mut an das Gute zu glauben.

Du bist unsere Hoffnung, du bist die Auferstehung und das Leben.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Prof. Gerhard Hotze lehrt in Münster Auslegung des Neuen Testaments. Ich mache mir seinen Standpunkt zu eigen: Die Geschichte vom Lazarus beschreibt keine historische Begebenheit. Johannes verkündet in und mit dieser Geschichte, wer Jesus für uns Christen ist.

In aller Kürze möchte ich zeigen, wie diese Geschichte uns Hoffnung macht und unseren Glauben stärkt:

Wir haben die ganze Geschichte ohne Auslassungen gehört. Stellen sie sich vor, sie würden die Geschichte nicht schon kennen. Es dauert quälend lange, bis schließlich Lazarus aus dem Grab gerufen wird.

Geht es uns nicht auch so: Man könnte den Mut verlieren. Es wird immer noch schlimmer: Immer noch ein neuer Krieg wird angefangen – immer noch mehr Menschen geraten in Armut – immer noch mehr Menschen werden in die Flucht geschlagen und wissen nicht wohin.
Es wird immer noch schlimmer –kann man noch hoffen, dass es wieder besser wird, dass es einmal gut wird?

Dem setzt das Evangelium Jesus gegenüber, der sagt:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Jeder der lebt und an mich glaubt wird bei Gott niemals sterben.“

Ja, ich glaube, dass Gottes Kraft in uns ist;
dass Gott in seinen Geschöpfen lebt und
dass deshalb nichts für den Untergang bestimmt ist.

Eine Frage nehme ich mit aus dem Evangelium:
Wozu dient die Bemerkung, dass Jesus weinte?

Soll Jesus als Trauernden gezeigt werden.
Oder wird Jesus als der gezeigt, dem die Hoffnungslosigkeit der Menschen zu Herzen geht und zu Tränen rührt?

Das ist doch der Grund, warum Jesus gelebt hat: Um uns aus der Hoffnungslosigkeit zu befreien und den Glauben an das Leben zu wecken, das Gott schenkt und das Gott ist?

Jesus war erfolgreich!
Zwar hat er den Tod erlitten. Aber, er lebt ‑bei Gott und im Licht Gottes. Und: viele der Menschen, die sich dem Tod verfallen glaubten – so wie Lazarus – viele dieser Menschen sind zum Glauben gekommen.

Sie sind aus dem Tod ins Leben hinübergegangen. Die Fesseln des Todes haben sie abgestreift und leben in der Hoffnung und im Vertrauen, dass Gott ihre Zukunft ist: das Leben, der Friede, die Freude das Licht.

Das Morgen erstrahlt schon im Heute.

So wie Fotos der Orte, wohin wir reisen möchten uns schon einstimmen auf das, was wir mit eigenen Augen sehen werden.

Die Geschichte von Lazarus ist keine historische Begebenheit,
aber sie ereignet sich in unserem Leben – jeden Tag:
Jesus ruft uns aus dem Dunkel der Todesgewissheit – er löst uns die Binden – damit wir im Licht der Hoffnung leben.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Vater, von dir kommt das Leben und du bist in allem Lebendigen. In deinem Geist und durch Jesus Christus beten wir:

Vater in Ewigkeit        L/A: Schenke Licht und Leben

  • Hier fängt Zukunft: Berufsbildung fördern, Perspektiven schaffen, Zukunft gewinnen: Im Vertrauen auf Gott, der Zukunft schenkt beten wir:
  • Wir beten für die jungen Menschen im Süden der Erde, um die Kraft, ihre Talente zu entwickeln.
  • Wir beten für alle Ausbilderinnen und Ausbilder um Geduld, Kraft und Offenheit, ihren Auszubildenden den Weg in ihre berufliche Zukunft zu ebnen.
  • Wir beten für alle Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, dass sie sich dem Gemeinwohl verpflichten und für Gerechtigkeit eintreten.
  • Wir beten für uns, dass wir unsere Mitverantwortung für die Zukunft junger Menschen erkennenund diese mit unseren Möglichkeiten zu unterstützen.

Lektor/in: Gott, schenke uns deine Geistkraft, dass wir gemeinsam, global und gerecht den Weg in deine und unsere Zukunft finden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. A   Amen.

15.03.26: 4. Fastensonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder
Wir geben diesen Sonntag dii Überschrift: „Sonntag der Versöhnung“. Nicht, weil sie alle zerstritten wären, nicht, weil wir so schlimme Sünder sind, sondern weil wir uns über diesen kostbaren Schatz bewusst werden: dass uns durch Jesus Versöhnung geschenkt wurde.

Er zeigt uns, dass Gottes Liebe immer größer ist ‑
größer als alles Glück und Leid dieser Erde.
So sehr wir Menschen auch aneinander schuldig werden können und uns gegenseitig Liebe schuldig bleiben:
Gottes Liebe ist größer.

Grüßen wir Christus, der uns Versöhnung gebracht hat:

Es ist heute eher anders herum: Gott sitzt auf der Anklagebank:
Hätte er nicht eine bessere Welt, ein besseres Universum erschaffen können? Müsste er nicht eingreifen, wenn die Herrscher dieser Welt Kriege beginnen und Tausende und abertausende Menschen in den Tod schicken?

Wir zweifeln an Gott: an seiner Liebe, an seiner Kraft, an seiner Macht.

Tatsächlich aber sind wir gefordert, die 10 Gebote zu halten, damit wir mit Gott verbunden bleiben und niemandem Unrecht tun und dem Neid und der Missgunst keinen Raum geben.

Denkwürdig ist, was Jesus über den Blindgeborenen sagt:

Seine Behinderung hat nichts mit Sünde zu tun – sondern, an ihm soll sichtbar werden, dass er vor Gott genauso wertvoll ist, wie jeder andere.

Am Ende sagt der Gelähmte: „Ich glaube“. Er hat das Sehen gelernt – nicht nur mit den Augen: Er glaubt an den Menschensohn, an Jesus. Er glaubt ihm, dass er selbst für Gott wertvoll ist. Er sieht, dass wir Men­schenkinder auf der Welt sind, damit wir einander zeigen, dass wir wertvoll sind.

Liebe Schwestern und Brüder, so rechtschaffen wir alle – glaube ich – sind:
Wir tun gut daran, dass wir uns immer wieder bewusst machen und einsehen, dass unsere Liebe noch wachsen kann; dass unsere Liebe noch Grenzen überschreiten kann: unsere Liebe zu Gott, unser Glauben an Gottes Liebe und die Liebe zu unseren Mitmenschen.

Darum laden wir sie heute ein, einen symbolischen Ritus zu vollziehen:

Wenn ich das Segensgebet gesprochen habe, können sie nach vorne kommen und entweder ein Kreuzzeichen mit dem Wasser machen als Zeichen dafür, dass wir zu Gott gehören und an Jesus glauben.
Sie können sich aber auch mit den vom Wasser benetzten Fingern über die Augen streichen und sich bewusst werden, dass Gott uns öffnen will, dass wir sein Wirken in den Menschen und in der Welt erkennen.

Segnung des Wassers

Gott, himmlischer Vater,
Jesus, unser Erlöser, hat uns die Frohe Botschaft verkündet.
Wir sind deine Kinder. Nichts kann uns von Dir trennen:
Keine Krankheit, kein Unglück, kein Ruhm und keine Glückseligkeit und auch nicht unser Mangel an Liebe und Vertrauen. Deine Liebe ist größer!

Der Blindgeborene wusch sich mit dem Wasser aus dem Teich Schilóach die Augen und konnte wieder sehen.

Wir bitten dich:
Segne + alle, die ihre Hände in dieses Wasser tauchen und damit das Kreuz über sich zeichnen.

Öffne ihre Seele, damit sie sehen, wie deine Liebe in den Mit­men­schen wirkt und wie sie anderen Liebe schenken können.

Stärke in ihnen den Glauben an deine immer größere Liebe und vergib ihnen alles, was sie anderen an Liebe schuldig geblieben sind.