21.01.24: 3. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
es gibt einen flapsigen Spruch:
Jesus hat das Reich Gottes verkündet und gekommen ist die Kirche.

„Reich Gottes“ – „Herrschaft Gottes“
Was ist das eigentlich? Kommt es? Ist es da? Ist es verschwunden?
Wo ist es? Wie ist es da?
Unsere Sonntagsfeier drückt unseren Glauben an das Reich Gottes aus und sie stärkt und nährt ihn.

Grüßen wir Christus, durch den Gottes Reich in die Welt gekommen ist:

Ansprache:
Jetzt ist es soweit! – Was? Wie? Denke ich mir sofort!
Genau das ist die Spannung, die das Markusevangelium aufbaut mit den ersten Worten Jesu: Er sagt: Erfüllt ist die Zeit! Wie? Was?

Nahe ist Gottes Reich! Was heißt nahe? Was ist Gottes Reich?
Kehrt um und glaubt dieser frohen Botschaft!

Das ist eine Ansage! Das erste öffentliche Wort Jesu! Heftiger geht es kaum.

Sie hören das! Und nun? Weitergehen? Zuhören? Umkehren?
Was werden sie tun? Was haben sie getan?

Ich will mich ganz auf den ersten Aufruf konzentrieren:
Jetzt ist es soweit. Oder im Original: Erfüllt ist die Zeit!

Diese Worte erklingen vor etwa 2000 Jahren. Und damals war zwar alles anders als heute – aber dennoch war die Zeit nicht anders als Jetzt:

Der Tag dauerte 24 Stunden. Die Reichen bestimmen wo’s lang geht.
Die Völker führen Kriege gegeneinander. Krankheiten raffen Menschenleben dahin, Ehepartner streiten, Nachbarn unterstützen sich auf bewundernswerte Weise. Was macht die Zeit zur „erfüllten Zeit“?
Warum ist es „Jetzt“ soweit und nicht erst in 20 Jahren?

Jetzt ist das Himmelreich nahe! Dieses Jetzt ist universal.
Es ist niemals vorbei dieses „Jetzt“ und war immer schon da – dieses „Jetzt“.

Nahe ist das Reich Gottes – Jetzt! Nahe nicht in Sinne von 5 Minuten oder 2 Jahre. Nahe nicht im Sinn von Tegernheim ist nahe an Regensburg!

Nahe ist das Reich Gottes so wie das Wort in meinem Mund und das Lied auf meinen Lippen.

Jeder Augenblick kann ein Augenblick im Reich Gottes sein!
So wie ich jeden Augenblick sprechen kann. Ich brauche es nur zu tun!

Jetzt ist es soweit. Wir machen das Reich Gottes!

Solche Augenblicke haben sie alle schon ungezählte Male erlebt:
Ein Blick der Zuneigung! Eine helfende Hand! Das Erlebnis inniger Verbundenheit! Der Verzicht auf eine harsche Antwort!
Das ehrliche „Es tut mir leid!“.

Jetzt ist es soweit! Das Reich Gottes ist nahe! Es ist so nahe wie der Mensch, der ihnen begegnet!

Liebe Schwestern und Brüder!
Das Reich Gottes ist uns in die Hände gelegt. Wir können es aufdecken! Wir können ihm zum Durchbruch verhelfen. Jederzeit.

Das Reich Gottes kommt nicht wie der Tau vom Himmel!
Es wird nicht ausgerufen wie ein neues Gesetz.
Es kommt nicht mit einem übermächtigen Himmelszug.
Es ist immer schon unter uns und da!

Wenn ein Ehemann seiner kranken Frau die Stirn kühlt,
wenn ein Autofahrer freiwillig mit freundlichem Gesicht in der engen Straße dem anderen die Durchfahrt ermöglicht.

Vielleicht entzündet sich unsere Begeisterung an dieser Einsicht:
Jetzt ist es soweit! Das Reich Gottes ist uns nahe wie der Mensch, dem wir mit Wohlwollen begegnen.

Das ist ein Lebensplan!
Ich möchte es so machen wie es das Berufungsschema zeigt:
Ich will mich Jesus anschließen und möglichst vielen Menschen für diese frohe Kunde gewinnen: Es ist soweit! Das Reich Gottes ist nahe.
Wir brauchen es nur zu tun. Es ist in uns als die Sehnsucht nach Schönheit, nach Geborgenheit, nach Frieden und nach Wahrheit.

Schenken wir den Menschen, die uns begegnen und uns selbst viele erfüllte Augenblicke des Reiches Gottes. Es liegt in uns -ganz nahe.

Amen.

14.01.24: 2. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Viele Nachrichten prasseln auf uns ein. Die meisten sind beunruhigend. Das macht unsicher und ängstlich. Auf wen kann man sich verlassen. Auf wen kann man hören?
Wie komme ich zur Ruhe, damit ich auf meinen inneren Kompass hören kann?

Dazu sind wir jetzt hier: dass wir ausschnaufen, dass wir zur Ruhe kommen, dass wir uns wieder orientieren und die Richtung nicht verlieren. Unser Leben führt zu Gott.
Ihn suchen wir: den Frieden, die Schönheit, die Freiheit, die Gerechtigkeit, das Leben.

Bitten wir Gott, dass er uns den Weg des Lebens führt.

Ansprache:
Komm, ich muss dir was zeigen! – Die Chancen sind groß, dass der angesprochene mitkommt, denn die Mund zu Mund Werbung ist die beste Werbung, die es gibt.

So ähnlich erzählt es das Evangelium von Simon und Andreas. Dieser hatte Jesus kennengelernt. Danach sagt er zu seinem Bruder Simon, was er erlebt hat: Komm, wir haben den Messias gefunden!

„Wir haben den Messias gefunden!“ Haben sie den Messias gefunden?

Jedenfalls bekennen wir uns zu Christus: Ich glaube an Jesus Christus, den einzigen Sohn Gottes, geboren von Maria gestorben und auferstanden.
Wir haben gelernt zu glauben, dass Jesus uns durch seinen Tod und seine Auferstehung von Sünde und Tod erlöst hat.

Sind das mehr als Formeln, die wir wiederholen und wiederholen?
Berührt sie das? Löst es Begeisterung aus? Macht es sie glücklich?

Die Erwartung habe ich nämlich an meinen Messias: Die Begegnung mit ihm muss mich befreien, beflügeln, … Mein Messias muss mich und mein Leben weit machen, mir Mut geben und Zuversicht, dass es sich lohnt.

Wir haben den Messias gefunden!

Das ist viel Energie geladener als zu denken: wenn ich an Jesus glaube, komme ich nicht in die Hölle und werde für meine Sünden nicht bestraft. Es geht nicht um die Angst vor Strafe, sondern es geht um neue Horizonte!

Wir haben den Messias gefunden!

Liebe Schwestern und Brüder, Christen sind Menschen, die ihren Messias gefunden haben, auf den sie alle Hoffnung setzen. Kirche – das ist die Gemeinschaft, die sich daraus entwickelt hat: zuerst die eine, ungeteilte, daraus sind die sogenannten Ostkirchen und die Westkirche entstanden.
Später daraus die römisch-katholische, die evangelisch-lutherischen Kirchen und noch viele andere, die kaum alle aufzuzählen sind. Aus der einen Wurzel ist ein weit verzweigter Baum geworden und jeder seiner Äste trägt viele Früchte. Deshalb sollten wir alle froh und dankbar sein für jeden Ast und seine Früchte und wir sollten nicht vergessen:

Wenn ein großer Ast abbricht – gerät die Statik des Baumes in Gefahr, die offene Wunde belastet alle anderen Äste und Zweige und könnte vielleicht auch sie in Gefahr bringen, abzubrechen.

Wir haben den Messias gefunden!

An ihrer Stelle, würde ich jetzt denken:
Jetzt soll mir der da vorne doch bitte auch noch sagen, wie er das genau meint und versteht, dass Jesus sein Messias ist.

Ja, das bin ich ihnen schuldig, denn mein ganzer Beruf hat nur den einen Sinn, zu bezeugen: Ich habe den Messias gefunden und die Gemeinde zusammenzuhalten, die diesen Glauben mit mir teilt.

Ich will versuchen, es zu sagen, warum Jesus mein Messias ist, auch wenn ich mir bewusst bin, dass die Worte, die ich dafür finde, nicht ausreichen.
Und ich bin mir auch bewusst, dass das, was ich gefunden habe anders sein wird als das der anderen, die mit mir den Glauben teilen:

Nun also:
Durch Jesus habe ich verstanden, dass ich mir um mich selbst keine Sorgen machen brauche. Ich muss keine Bedingungen erfüllen. Ich bin und darf sein, weil Gott es will. Und das beste daran: Das gilt für jeden anderen genauso. Das ist Freude am Leben und Frieden mit meinem Gott und mir.

Dadurch bin ich frei und die Freiheit ist schier grenzenlos:
Ich darf und kann jeden Augenblick meines Lebens dafür nutzen, dieses unbedingte Ja dem anderen zu zeigen.

Darin steckt so viel Kraft: jeden Tag kann ich einen Schritt weiterkommen und lernen, dass ich gegen nichts und niemand kämpfe, dass ich mich nicht durchsetzen muss, sondern dass ich etwas tun kann, damit der Mensch, der mir begegnet ein Stück heiler wird, dass der Friede in ihm wächst.

Ich weiß, ich werde dabei nicht vollkommen werden –
aber ich kann es Tag für Tag ein wenig besser lernen.

Ich habe den Messias gefunden, den der mich mit Gott zusammenbringt und mich von jedem Zwang befreit. Amen.

Fürbitten

Lektorin: Gott, Andreas hat seinem Bruder Simon zu Jesus geführt. Wir beten dankbar, dass du uns Jesus als Messias gesandt hast.

Gott des Himmels und der Erde           (A) Erhöre unser Gebet

  • Wir beten für alle christlichen Kirchen: dass sie lernen, sich über die anderen zu freuen und ihre Früchte schätzen.
  • Wir beten für unsere römisch-katholische Kirche: dass sie ihre Gesetze und Lehren nicht für wichtiger hält als die heilende Kraft Jesu.
  • Wir beten für unsere Pfarreiengemeinschaft: dass wir gut zusammen-finden und uns gegenseitig im Glauben bestärken.
  • Wir beten für unseren Bischof, dass er seine Begeisterung für Jesus mit den Menschen teilen kann.
  • Wir beten für alle Menschen dieser Erde in ihren vielen milliardenfachen Nöten: dass sie Erbarmen finden und Menschen, die ihnen auf dem Weg aus der Not beistehen.
  • Wir beten für die Christen, die Glauben mit Zwang und Gesetz verwechseln: dass sie die Freiheit der Kinder Gottes entdecken.
  • Wir beten für unser Land: dass wir die Freiheit und die Würde der Mitmenschen achten.

Lektorin: Gott schenke uns den Geist der Freiheit, damit wir andere Menschen zu Jesus dem Messias führen und sein Friede sich immer mehr ausbreitet. Amen.

07.01.24: Taufe Jesu

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Jesus hat bei der Taufe die Stimme des Vaters gehört:
„Du bist mein geliebter Sohn!“

Jesus tauft mit dem Heiligen Geist! Das heißt nicht mehr und nicht weniger, als dass Gottes Geist in uns ist, weil wir an Jesus glauben.

Dankbar für das Geschenk der Gotteskindschaft erinnern wir uns an die Taufe, wenn wir heute zu Beginn der Messfeier mit dem geweihten Wasser besprengt werden.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Ich glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unseren Herrn!

Inwiefern ist Jesus Christus Gottes „eingeborener“ Sohn?

Im Credo ist damit gemeint: Gottes „einziger“ Sohn.
Der 1. Johannesbrief und viele andere Stellen der Bibel bezeichnen aber die Glaubenden als von Gott „gezeugt“. Demnach sind wir alle Töchter und Söhne Gottes.

Gibt es einen Unterschied zwischen Jesus und uns?
Inwiefern ist er einzig und wir alle dennoch Gottes Kinder?

Alle vier Evangelien verkünden den Glauben an Jesus den Sohn Gottes.
Alle erzählen von der Taufe Jesu durch Johannes den Täufer:
Fast wortwörtlich gleich ist die Himmelsstimme bei Mt., Mk, und Lk:
„Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Gefallen gefunden!“

Es geht überhaupt nicht darum, auf welche Weise Jesus biologisch gezeugt wurde!
Es geht um etwas viel tieferes und wesentlicheres:
Wir alle, die wir daran glauben, dass wir Gottes geliebte Kinder sind,
wir alle glauben es, weil Jesus es uns gelehrt hat: in Wort und Tat.

Wir sind durch den Glauben an Jesus Kinder Gottes – er ist es im Tiefsten seiner Seele. Er wurde als Sohn Gottes empfangen und geboren. Weil Gott seit Anfang der Schöpfung diesen Plan hatte, dass Jesus sein Sohn sein würde.

Liebe Schwestern und Brüder, ich bin mir bewusst, jedes Nachdenken und sprechen über das Besondere von Jesus ist eigentlich wie der Versuch eines Menschen, wie ein Vogel zu fliegen: Er ist zum Scheitern verurteilt.

Trotzdem kann ich es mir nicht sparen, darüber nachzudenken, was Jesus so besonders und anders macht als mich und sie und zu versuchen, es in unzureichenden Worten auszudrücken.
Und ich wünsche mir so sehr, dass viel mehr Christen sich so mit Jesus auseinandersetzen und beschäftigen, so dass sie darüber reden können, was sie glauben, warum sie glauben und welche Fragen sich ihnen stellen.

Ich füge noch einen zweiten Gedanken an, der ebenfalls seinen Ursprung in der zweiten Lesung hat:

Da ist geschrieben: Die durch den Glauben an Jesus gezeugt ist, lieben auch die, die ebenso Kinder Gottes sind und zwar – entsprechend den Geboten Gottes. Denn sie haben durch den Glauben die Welt besiegt:

Die Gebote Gottes sind einfach:
Die Liebe zum Mitmenschen, die Wahrhaftigkeit, die Treue in der Liebe zum Ehepartner, der Verzicht auf Gewalt und Diebstahl und das Verbot zu planen, wie man dem Nächsten sein Eigentum oder seine geliebten Menschen rauben könnte.

Wer an Christus glaubt, so steht es im 1. Johannesbrief, hat die Welt besiegt und keinerlei Neigung mehr, so etwas seinem Nächsten anzutun.

Wir sind zwar nicht frei von jeder Sünde – weil unsere Kraft zu lieben Grenzen hat – aber das, was in den Geboten geschrieben ist, ist so weit weg vom Weg der Liebe zu den Mitmenschen, dass es für uns nicht in Frage kommt.

Liebe Schwestern und Brüder,
woher kommt nun der Glaube an Jesus, den Sohn Gottes von Anfang an?
Die Antwort entnehme ich wiederum der 2. Lesung, dem 5. Kapitel des 1. Joh.briefs.

Erstens: Was Jesus seit seiner Taufe im Jordan durch Johannes verkündet und getan hat, ist voller Liebe und Klarheit und Schönheit.

Zweitens: Jesus hat dafür sein Blut vergossen – aus Liebe und in der Treue zur Liebe Gottes, die in ihm war.

Drittens: Gottes Geist ist in uns. Er führt uns zu der Erkenntnis, dass Jesus Gottes Sohn ist. Der Geist Gottes in uns erkennt den Geist Gottes in Jesus.

Lasst uns als durch den Glauben von Gott gezeugte Kinder Gottes einan­der als Schwestern und Brüder Jesu lieben und einander Gutes tun. Amen.

Paraphrase der Lesung aus dem Johannesbrief (1 Joh 5,1-9)
Jeder der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist selbst ein Kind Gottes.
Wer ein Kind Gottes ist, liebt die, die ebenso Kinder Gottes sind.

Wir lieben die Kinder Gottes, wenn wir nach Gottes Geboten handeln.
Diese sind nicht schwer einzuhalten,
denn durch den Glauben drängt es uns, dass wir sie halten.

Wir siegen über die Hindernisse,
die sich der Liebe zu den Kindern Gottes in den Weg stellen,
weil wir glauben, dass Jesus der Sohn Gottes, Christus, ist.

Er ist nicht nur von Johannes getauft worden,
er hat auch sein Blut vergossen.

Durch den Geist erkennen wir, dass er der Sohn Gottes ist.

Der Geist lässt es uns erkennen,
bei der Taufe im Jordan wurde es geoffenbart,
und als er sein Blut für uns vergoss, hat er es eingelöst.

Wenn wir das Zeugnis anderer Menschen annehmen
dann werden wir erst recht das Zeugnis Gottes annehmen,
denn in Gott ist keine Unwahrheit.

Gott hat Zeugnis abgelegt von seinem Sohn.

Fürbitten

Lektorin: Wir glauben, dass wir Gottes Kinder sind. Wir beten, dass das Licht Christi, in dem wir leben, alle Menschen erleuchtet.

  • Jesus Christus, einziger Sohn des Vaters     (A) schenke ihnen deinen Geist.
  • Wir beten für alle Getauften: dass sie in der Kraft des Glaubens die Gebote halten und ihren Mitmenschen Gutes tun.
    Jesus Christus, einziger Sohn des Vaters
  • Wir beten für alle, die an Gott glauben: dass sie der Stimme in ihrem Herzen folgen, und dadurch die heilende Kraft des Glaubens spüren.
    Jesus Christus, einziger Sohn des Vaters
  • Wir beten für alle, die sich auf die Taufe vorbereiten: dass ihre Freude an der frohen Botschaft Jesu immer weiterwächst.
    Jesus Christus, einziger Sohn des Vaters
  • Wir beten für die Kinder auf der ganzen Erde: dass sie ein gutes Leben vor sich haben und sich an der Vielfalt und Schönheit der Lebensformen auf der Erde freuen können.
    Jesus Christus, einziger Sohn des Vaters
  • Wir beten für die ganze Menschheit: dass wir lernen, auf Gewalt zu verzichten. Dass wir Wege entdecken, um zu verhindern, dass Völker in Kriegshandlungen geraten oder getrieben werden.
    Jesus Christus, einziger Sohn des Vaters
  • Wir beten im Gedenken an unsere Verstorbenen: dass sie in vollkom­mener Freude dein Licht schauen.
    Jesus Christus, einziger Sohn des Vaters

Lektorin: Guter Gott mit Lob und Dank bringen wir unsere Bitten zu.
Erhöre uns im Namen Jesu Christi, unseres Herrn.

06.01.24: Erscheinung des Herrn

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Wir beginnen unseren Gottesdienst „Im Namen des Vaters …“

Der Chor singt heute die Pastoralmesse von Karl Kempter. Durch diesen Titel und seine eigenen Harmonien erinnert sie an die Auffindung des Jesuskindes durch die Hirten gemäß dem Lukasevangelium.

Im Mt. Evangelium erklären die Schriftgelehrten dem Herodes, dass der Christus in Betlehem geboren wird.
Er wird Hirt seines Volkes Israel genannt.
Jesus ist unser wahrer guter Hirt.
Er kämpft mit uns und für uns,
damit Hass und Verderben überwunden werden
und die Liebe und das Leben siegen.

Er ist unser Hirt, auf dessen Stimme wir hören
und dem wir folgen.

Tagesgebet
Gott, du schenkst das Leben und willst, dass
   Menschen aus allen Völkern
durch Jesus zu dir finden.
Wir folgen Jesus nach.
Führe uns durch ihn
in dein Licht für alle Ewigkeit.
Durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Musste Maria Jesus in eine Futterkrippe legen oder konnte sie ihn in ein wohl vorbereitetes Bettchen legen? Matthäus und Lukas sind sich darüber nicht einer Meinung. – Das hat einen ganz bestimmten Grund:
Lukas erzählt von Jesus, dem Messias der Armen und Kleinen und Verachteten. Matthäus erzählt von Jesus als dem Messias besonders auch der Heiden, der von seinem eigenen Volk abgelehnt wurde.

Das schließt sich nicht gegenseitig aus -aber es führt zu ganz verschieden gestalteten Geburtsgeschichten Jesu.

Was ist an dieser Sterndeutergeschichte Offenbarung. Wort Gottes?
Was kann diese Geschichte uns heute noch sagen?

Zunächst ist es die Botschaft über Jesus. Das Evangelium verkündet den Glauben an Jesus: Er ist der Hirt des Volkes Gottes, der Christus und Messias. Ist Jesus der Retter, der Messias?
Jeder beantwortet für sich selbst diese Frage, ob er an Jesus glaubt, der ihn erlöst und mit Gott versöhnt hat und dem er die Auferstehung zum ewigen Leben verdankt.

Ich erlaube mir, liebe Schwestern und Brüder, einen Aspekt in der Geschichte herauszuheben, der ihnen sicher nicht ganz neu ist:

Sehr oft wird darauf hingewiesen wird, dass die Begegnung mit Jesus die Sterndeuter dazu bewegt, auf einem anderen Weg heimzukehren. Und die Predigt ruft dazu auf, sich durch die Begegnung mit Jesus verändern zu lassen.

In Wirklichkeit ist aber die Wegänderung der Sterndeuter – ähnlich wie der Binsenkorb bei Mose – nur dem Ziel geschuldet, die göttliche Hilfe zur Rettung des Kindes hervorzuheben.

Entscheidend ist: Die Sterndeuter sahen den Stern und machten sich auf den Weg, um den neugeborenen König der Juden anzubeten.
Wie gesagt: Die Sterndeuter müssen keine historischen Menschen sein – im Mt. Ev. stehen sie für die nichtjüdischen Menschen, die in Christus ihren Messias erkennen, den sie als ihren Gott anbeten und ihm ihre Gaben bringen: ihre Schätze, ihr Anbetung und ihr Leben und Leiden.

Unter uns sind gewiss viele, die es genauso tun, wie es von den Sterndeutern beschrieben wird:

Sie bringen ihre Schätze – spenden für die vielen notleidenden Gotteskinder im Jemen, in Gaza, in der Ukraine, in Eritrea, in Rumänien, in Deutschland und vielen anderen Ländern. Das Hilfswerk MISSIO bittet heute um unseren Spenden.

Viele unter uns erkennen, dass die Botschaft Jesu göttlich ist, weil sie zur voraussetzungslosen Liebe ermutigt, zur Feindesliebe sogar – einfach deshalb, weil jeder Mensch ein von Gott geliebter und gewollter Mensch ist. So glauben wir an Jesus und versuchen anderen gut zu tun.

Viele unter uns haben gar kein leichtes Leben: Krankheiten, Erfolglosigkeit, kaum zu tragende Belastungen durch die Sorge für Angehörige. Das sind viele Leiden, die Menschen ertragen. Auch dies kann zum Geschenk an den Erlöser werden, wenn es angenommen und durchlitten wird und trotzdem die Sehnsucht nach Freude und Geborgenheit lebendig und wirksam bleibt.

Liebe Schwestern und Brüder, gerade der letzte Punkt: für den Mitmenschen, für die Nachkommen Lasten zu tragen fällt heute vielen so schwer. Wir wurden seit vielen Jahrzehnte erzogen, unsere Ansprüche zu steigern und durchzusetzen. Die stärkeren setzten sich immer mehr durch.
Wir brauchen die Bereitschaft, um der Zukunft willen, um der Menschen in den Inselstaaten willen, und für unserer Mitgeschöpfe unsere Ansprüche zu verkleinern. Wir brauchen die Einsicht, dass es gut ist, für eine gute Zukunft des Lebens Opfer zu bringen.

Bei unseren Geschenken sollte die Myrrhe, die Bereitschaft für das Leben auf manches zu verzichten, nicht fehlen.

Jesus selbst gab sein Leben, weil ihm das die Liebe gebot.
Genau deswegen hat Mt. Diese Sterndeutergeschichte geschrieben. Amen.

Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus wird als der Messias offenbart
1. Durch die Anbetung der Sterndeuter
2. Bei seiner Taufe im Jordan und
3. Bei der Hochzeit zu Kanaan

Wegen dieser drei Erzählungen von der Offenbarung der Gottheit Jesu werden am heutigen Fest Weihrauch und Kreide und Wasser gesegnet:

Der Weihrauch erinnert an die Schönheit der Botschaft Jesu.
Die Anschrift mit Kreide verkündet ihn als Segensbringer.
Und das Wasser erinnert an seine Taufe im Jordan, in der er als Geliebter Sohn Gottes geoffenbart wurde.
Sie sind herzlich eingeladen, nach dem Gottesdienst Weihwasser, Weihrauch und Kreide mit nach Hause zu nehmen.

V: Der Name des Herrn sei gepriesen.
A: Von nun an bis in Ewigkeit.

Wasser: Lasset uns beten: Gott, du hast das Wasser als Element des Lebens geschaffen. Dein Sohn hat sich im Wasser des Jordan taufen lassen. Im Wasser der Taufe hast du uns als deine Kinder angenommen.
Segne alle, die mit diesem Wasser besprengt werden und erfülle sie mit deinem hl. Geist durch Christus, unseren Herrn. Amen

Kreide und Weihrauch:
Gütiger Gott segne auch die Kreide und den Weihrauch.
Lass uns nicht vergessen, dass Christus uns am Kreuz erlöst hat. Er schenke uns seine Gegenwart und mache unsere Häuser zu einem Ort der Gemeinschaft und des Friedens. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

01.01.2024: Neujahr

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
einerseits ist der Wechsel der Jahreszahl nichts besonderes. Es ist nur die Gliederung der Zeit – aber auch nicht weniger. Wir beginnen einen neuen Zeitabschnitt, das Schaltjahr 2024 mit 366 Tagen.
Die Jahreszeiten, die Kirchenfeste, die persönlichen Festtage wie Hochzeitstag, Geburtstag und manches mehr kehrt wieder.
Und dazu die Besonderheiten: Vielleicht steht eine Hochzeit an oder ein Berufswechsel oder ein Umzug oder manche und mancher denken schon über eine Trennung nach.

Was unerwartet kommen wird, wissen wir noch nicht, können wir nicht einmal ahnen.
Was in der Gesellschaft geschehen wird – Katastrophen, politische Umstürze, Friedensschlüsse, Verständigungen, echte Fortschritte zur Bewältigung der Umweltprobleme, zu mehr Gerechtigkeit sehen wir mit mehr oder weniger großem Unbehagen oder Zuversicht.

So beginnen wir diesen neuen Zeitabschnitt. Und ich denke mir:
Woher kommt die Kraft für all das Vorhersehbare und Unvorhersehbare?

Die Kraft nehmen wir mit aus dem, was wir geschafft haben und was uns geschenkt wurde in den hinter uns liegenden Zeitabschnitten. Manche spüren vielleicht auch, wie in dem zurückliegenden Jahr die Kraft weniger wurde: die körperliche Kraft, die geistige Kraft, die seelische Kraft.

Dann stellt sich umso mehr die Frage: reichen meine Kräfte für den nun beginnenden Zeitabschnitt 2024?Wie können wir zuversichtlich das Jahr beginnen?

Die für heute von der Kirche ausgewählten Schrifttexte bieten uns drei Antworten an:

Wir sind von Gott gesegnet: er lässt sein Angesicht über uns leuchten, er schaut uns an. Er ist uns gnädig und gibt uns wohlgesonnen, die Kraft die wir brauchen und vor allem Frieden: denn er selbst lebt in uns und stärkt uns.

Paulus erinnert an den neuen Anfang, den Gott mit der Menschheit gemacht hat: Er sandte Jesus, damit wir durch ihn Kinder Gottes werden.
Von ihm, dem Schöpfer geliebte Kinder. Wir sind sein Abbild: wir können lieben und Liebe annehmen, wir können Leben schenken und retten und bewahren und schaffen, was zum Leben nötig ist.

Zuletzt sind wir seine Erben: Das heißt, wenn unsere Kräfte versiegen und unser körperliches Leben erlischt, treten wir ein in das Erbe, dass Gott für uns bereithält: das Leben in ihm, vor seinem Angesicht und in der Fülle und Vollkommenheit.

Das Lukasevangelium schildert wie Hirten zum Kind kommen und Maria und Josef von der Botschaft der Engel erzählen: Dass Gott Frieden will und dass dieses Kind der Retter und Erlöser ist, der Frieden bringt.

Bei ihrer Rückkehr zu den Herden priesen sie Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten!

Vielleicht gibt es einmal ein Krippenspiel der Kinder, das für diesen Lob und Preis Worte findet – wo also die Hirten noch zurückkehren. Jedenfalls ist das Lob Gottes auf jeden Fall eine Quelle der Zuversicht für den neuen Zeitabschnitt 2024.

Wir haben Grund, Gott zu loben und zu preisen: denn jeden Tag sehen wir, wie Menschen ihm ihre Stimme, ihre Ohren und Augen, ihre Hände und Füße zur Verfügung stellen und anderen zuhören, Gutes tun, einander begleiten und besuchen und mit einem wohlwollen zärtlichen Blick beschenken.

Wir haben Grund, wie die Hirten Gott zu loben:
Für Jesus, der uns den Glauben an die Liebe schenkt und wiedererweckt;
für den Heiligen Geist, der uns Zuversicht und Hoffnung und die Kraft, um den Tag zu bewältigen;
für all das Gute, für jeden guten Geruch, für jeden schönen Ton, für jede schöne Farbe und Form;
für das Wohlwollen und für die Zuneigung, die wir empfangen und schenken dürfen.

Das neue Jahr hat angefangen. Beginnen wir, auch diesem Zeitabschnitt mit dem Lob Gottes zu füllen. Amen.

31.01.2023: Jahresschlussfeier

Lesungen: Gen1,1.26-2,3 – Ev: Jo 15,9-12

Einführung:
Auch das Jahr 2023 war von den jährlich wiederkehrenden Festen geprägt. Besondere Ereignisse waren aber: das 60jährige Jubiläum der Kirchweih mit der Verabschiedung von Pastoralreferent Wolfgang Lamby und Pfarrer Sigmund Hums sowie der Neustart des Pastoralteams. Viele Menschen haben persönliche Einschnitte erlebt: KiGa, Schule, Studium/Ausbildung, Wechsel der Arbeitsstelle, neue Freundschaft oder Liebe, Verlust eines lieben Menschen, Ruhestand ….

Wir bitten Gott um sein Erbarmen: um Vergebung, um Kraft und Stärke, um Hoffnung und Zuversicht

Vergebungsbitte
Der Blick zurück zeigt uns Gutes und Böses, Freude und Trauer und so bitten wir: Gott unser Vater schenke uns sein Erbarmen. Er vergebe uns und führe uns zur ewigen Freude!

Tagesgebet
Gott, du bist der Herr unseres Lebens.
Jeden Tag gehst Du mit uns.
Aus deiner Hand empfangen wir jeden Tag.
Wir legen alles zurück in deine Hand
   und bitten dich:
Segne das Gute, das wir getan haben,
verzeihe uns Schuld und Sünde.
Dich loben und preisen wir zusammen mit Jesus Christus, in der Einheit des Heiligen Geistes,
jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
„Und siehe, es war sehr gut!“ Das sind sozusagen die Worte eines Beobachters, der Gott bei seinem
7-Tage Werk beobachtete. Das kann aber doch gar nicht sein, denn Gott war ja allein bei seinem Schöpfungswerk. ‑ Aber darum geht es mir jetzt nicht.

Mir geht er genau um diesen Satz: „Es war sehr gut!“, der das Zutrauen eines Menschen in die Schöpfung Gottes ausdrückt.
Trotz aller Erdbeben und Meteoriteneinschläge, trotz aller Verderbtheit des Menschen und der Gewalttätigkeit der Lebewesen, die sich von anderen ernähren, gilt: „Es war sehr gut!“

Dieses Zutrauen klingt auch in dem Gesang, mit dem sich die Engel in der Lukaserzählung von den Hirten verabschieden: „Friede den Menschen, die Gott wohl gefallen“. Es ist das Vertrauen, dass Gott in dieser seiner Schöpfung west und sie mit seiner Geistkraft erfüllt.

In diesem Vertrauen möchte ich mit Ihnen zusammen auf das vergangene Jahr schauen: Sozusagen mit dem liebenden Blick Gottes und in seinem Licht, in dem wir uns selbst und die Erde sehen.

Ich wähle eine Form, die in der Bibel manchmal vorkommt, wo Gott selbst das Wort ergreift und in der 1. Person als „ich“ spricht – auch wenn ich weit davon entfernt bin, zu meinen, ich könnte Gottes Gedanken ergründen.

Liebe Kinder, wird Gott sagen:
Ich habe Gefallen daran und freue mich über die Liebe, die ihr einander schenkt: Großeltern den Enkeln, Liebespartner einander. Nachbarn und Kollegen helfen einander und nehmen Rücksicht. So viel Gutes entsteht dadurch jeden Tag. Ihr gebt einander Geborgenheit und Vertrauen, Fürsorge und Unterstützung.

Liebe Kinder, ich teile mit Euch den Schmerz: die körperlichen Schmerzen, die Enttäuschungen, die Traurigkeit über eure eigene Schwäche.
Ich merke an eurem Schmerz und sogar an eurer Bitterkeit, wie sehr ihr euch nach Heil und Leben sehnt. Und bitte glaubt mir: Ich fühle mit euch und in euch eure Schmerzen – denn ich bin das Leben in euch.

Ich sehe euer Entsetzen über die Grausamkeiten in der Welt. Es ist mir ein Leid, dass ihr damit leben müsst, dass manche Menschen dem Hass Raum geben. Es tut mir leid, dass die Schöpfung im Werden ist und dass das Vergehen zu ihr gehört.
In mir ist in Ewigkeit alles bewahrt, was einmal war.

Ich wirke in euch meinen Kindern, das Bedauern über eure Lieblosigkeiten und führe euch so immer wieder auf den Weg des Lebens und wecke in euch den Hunger nach Gerechtigkeit und Frieden, die Freude an der Wahrheit und Lauterkeit und die Lust am Schönen und am Guten.

Meine Kinder, dass ihr nicht verzweifelt, sondern voller Hoffnung bleibt, das wirke ich in Euch. Ich überlasse euch nicht der Trostlosigkeit, sondern lasse euch das Leben spüren und lasse euch ahnen, dass ihr bestimmt seid für das Leben – für mein Leben. Ihr werdet darin eintauchen wie ein Wassertropfen ins Meer.

Liebe Kinder, das ist meine Botschaft an euch:
Ich war bei euch an jedem Tag und in jeder Stunde des vergangenen Jahres und ich werde bei euch sein in jedem Augenblick eures neuen Jahres – solange bis ihr einmal bei mir ankommt und die vergängliche Gestalt eures Leibes abstreift.
Dann seid ihr ganz bei mir und vollkommen seid.

Auf diese Rede Gottes möchte ich antworten:

Ja, gepriesen bist du mein Herr und Gott,
der du uns Menschen in deiner Schöpfung leben lässt.
Gepriesen bist du für das Leben und für alles Lebendige,
das es ohne dich nicht gäbe.

Du bist unsere Hoffnung, dass wir das Leben in Füller erlangen werden –
verbunden mit allen, die mit uns das Leben teilen.

Ehre sei dir o Herr. Amen.

Fürbitten

Lektorin: Gott, du bist vor aller Zeit und du schaust mit Liebe auf uns und alles, was uns bewegt. Wir beten voll Vertrauen:

  • Wir beten für die Kinder die getauft wurden, für die Erstkommunionkinder, für die Neugefirmten, für die Hochzeitspaare des vergangenen Jahres. Begleite sie mit deinem Segen. Gott, Vater in Ewigkeit
  • Wir beten für die Verstorbenen des vergangenen Jahres:
    dass sie dein Licht schauen. Und wir beten für die Trauernden, dass sie den Schmerz überwinden und sich wieder am Leben freuen. Gott, Vater in Ewigkeit
  • Wir beten für unsere Pfarreiengemeinschaft: dass unsere Pfarreien einen guten Weg miteinander finden und sich gegenseitig bereichern. Gott, Vater in Ewigkeit
  • Wir beten für Pastoralreferent Wolfgang Lamby und Pfarrer Sigmund Humbs. Bleibe ihnen nahe und stärke sie mit deiner Kraft. Gott, Vater in Ewigkeit
  • Wir beten für alle, die in unseren Pfarrgemeinden Dienst tun: in der Seelsorge, in den Gremien und Gruppen und Vereinen in der Sorge für die Gebäude, in den Pfarrbüros und in der Liturgie: dass sie zusammenhalten und einander stärken und stützen Gott, Vater in Ewigkeit

Lektorin: Gott unseres Lebens, wir danken Dir für Deine Gnadengaben, die du uns im vergangenen Jahr geschenkt hast durch Christus, unseren Herrn. (A) Amen.

31.12.2023: Fest der hl. Familie

Hier geht es zu den liturgischen Texten:

Nicht nur in St. Albertus Magnus und St. Anton, sondern weit verbreitet ist das Phänomen, das wir sehen:
Zu unseren Gemeindefeiern – sowohl in der Kirche als auch im Pfarrsaal und Gruppenräumen – kommen nur wenig jüngere Menschen und noch weniger Kinder und Jugendliche.

Das Problem haben außer den Gemeinden auch viele Vereine, die Parlamente, die Parteien …
Das Problem ist nicht, dass es zu viele Menschen über 60 gibt, sondern es gibt zu wenige unter 50 Jahren.

Dieses Problem wurde in den letzten Jahrzehnten geschaffen:
Es wurden zu wenige Kinder geboren, um das Gleichgewicht zwischen den Generationen zu bewahren.

Wir stehen deshalb vor großen Herausforderungen:

Finde ich einen Arzt? Wer wird mich pflegen?
Finde ich einen Platz für mein Kind in der KiTa.
Oder muss ich aufhören, meinen Beruf auszuüben?
Finde ich einen Handwerker für die notwendige Reparatur?

Und natürlich: Kann ich es mir leisten? Wieviel Geld werde ich im Alter und in der Zeit der Erwerbstätigkeit zur Verfügung haben?

Diese unsere Situation möchte ich mit dem ins Gespräch bringen,
was wir in den biblischen Texten gehört haben:

Zuerst im Buch Jesus Sirach: Den Vater ehren, die Mutter ehren. Die alten Eltern nicht kränken und nicht verachten, wenn der Verstand nachlässt.

Im Brief an die Gemeinde in Kolóssä schreibt Paulus ähnliches:
Habt Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld, Vergebt einander und liebt einander. Dann habt ihr den Frieden Christi in euch.

Diese Werte sind die echten christlichen Werte. Vielleicht können sie auch die Richtung angeben, um die Gesellschaftlichen Probleme zu bewältigen.

Denn: Diese Probleme lassen sich nicht mehr aus der Welt schaffen. Dafür sind sie zu groß. Wir brauchen auch nicht nach der Schuld zu fragen. Weil niemand allein zur Lösung der Probleme herangezogen werden kann.

Die Achtung gegenseitige Achtung und Sorge der Älteren und der Jüngeren füreinander kann uns zu der Einsicht führen:
Wir müssen Einschränkungen in Kauf nehmen – damit es für den anderen erträglich bleibt.

Das Denken muss sich ändern: Nicht: „Das kann ich für mich verlangen!“
Sondern: „Das brauche ich nicht unbedingt. Ich kann mir auch so helfen!“

Das ist mit den Werten Demut und Milde und Geduld gemeint.

Auch der Umgang mit dem anderen Generationenproblem braucht diese Werte: Das große Problem der rasend schnellen Änderung des Klimas.

Wenn wir es nicht schaffen, das Tempo und Ausmaß des Klimawandels zu begrenzen, werden wir viele Situationen erleben, die Hab und Gut von uns Menschen zerstören. Die Wirtschaft wird fürchterliche Einbußen hinnehmen müssen. Es wird viel Opfer und Verzicht gefordert werden, wenn die Stromversorgung nicht mehr funktioniert und das Wasser eingeteilt werden muss, wenn man Nahrungsmittel nicht mehr unbegrenzt am Welt markt kaufen kann und deshalb die Dinge noch teurer werden. Das wollen wir im Prinzip vermeiden!

Doch auch die Maßnahmen, die all das abwenden sollen, kosten Aufwand, Verzicht und die Bereitschaft, das Anspruchsdenken zu überwinden: Wir haben kein Recht, alles, zu jeder Zeit und an jedem Ort und in unbegrenzter Menge zur Verfügung zu haben.

Aber es fällt den Menschen unheimlich schwer, auf etwas zu verzichten – wegen einer Gefahr, die immer noch vorhergesagte Zukunft ist. Man glaubt es erst, wenn die Donau bis zum Dom hochgestiegen sein wird. Für den inneren Frieden und für den zwischenmenschlichen Frieden brauchen wir gegenseitige Achtung, Demut, Milde, Geduld, Vergebung.
So werden wir die Kraft finden, unser Anspruchsdenken zu überwinden. So werden wir auch mit weniger frohe Menschen sein können.

12.07.2015

Hier geht es zu den Texten der Liturgie: 

Amos klagte das Unrecht und die Ungerechtigkeit an, die er bei seiner Reise nach Israel beobachtete. Er brachte die Herrschenden gegen sich auf: den König und seinen Hofstaat und auch die Priester im Tempel.

Es schimpfte und wetterte gegen die Missstände, di da herrschten, mit groben Worten wie diesen:

5. 21 Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie /
und kann eure Feiern nicht riechen.

22 Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, /
ich habe kein Gefallen an euren Gaben /
und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen.

23 Weg mit dem Lärm deiner Lieder! /
Dein Harfenspiel will ich nicht hören,

6,4 Ihr liegt auf Betten aus Elfenbein / und faulenzt auf euren Polstern. Zum Essen holt ihr euch Lämmer aus der Herde /
und Mastkälber aus dem Stall.

5 Ihr grölt zum Klang der Harfe, / ihr wollt Lieder erfinden wie David.

6 Ihr trinkt den Wein aus großen Humpen, /
ihr salbt euch mit dem feinsten Öl /
und sorgt euch nicht über den Untergang Josefs.

Mich erinnert das an die Worte, mit denen Franziskus den ungebremsten Kapitalismus anprangert: Er spricht von einer Wirtschaft, die tötet!

Das klingt hart: aber was ist mit den Menschen in den Nähereien,
was ist mit den Feldarbeitern, die den giftigen Nebel einatmen, wenn Flugzeuge über ihnen giftige Pflanzenschutzmittel sprühen?
Was ist mit den Kindern, die aus engen Schächten die seltenen Rohstoffe aus der Erde holen ….

Diese Liste ließe sich noch lange fortführen: Zigtausende Menschen sterben an der Weltwirtschaft, wie sie sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat – besonders seit dem Globalisierungsschub, der seit den 80er Jahren von multinationalen Konzernen betrieben wird.

Johannes Paul II forderte schon damals dass der Mensch und die Arbeit Vorrang haben müssten vor den Interessen des Kapitals.

Wenige Konzerne reißen die Güter der Welt an sich, in dem unersättlichen Bestreben, das eigene Kapital zu vermehren:
Es gibt ein paar Menschen, die könnten die Schulden Griechenlands bezahlen, ohne deshalb arm zu werden.

Schwestern und Brüder,
Jesus sandte die Apostel aus und gab ihnen Vollmacht, die Menschen von den unreinen Geistern zu befreien: diese inneren Stimmen treiben uns dazu an, uns über andere Menschen zu stellen und uns auf deren Kosten einen Vorteil zu verschaffen.

Wenn man nicht auf sie hört, dann sollen die Apostel ihnen sogar den Straßenstaub zurücklassen, um sich nicht anstecken zu lassen von dem Egoismus und der Hartherzigkeit.

Immer wieder trifft uns der Ruf: Kehrt um! Glaubt an das Evangelium! Glaubt an das Heil, das von Gott kommt!

Halten wir uns fern von der Heuchelei, die behauptet, die Armen wären selbst schuld an ihrer Armut;
Lassen wir uns von Jesus immer wieder von den unreinen Abergeistern befreien: dass wir den anderen ebenso wichtig nehmen, wie uns selbst,
dass wir der Wahrheit den Vorzug geben vor der Lüge,
dass wir den Frieden höher schätzen, als unser Streben zu bestimmen, was gemacht wird.

Pirmin Spiegel ist der Geschäftsführer von MISEREOR: er weigert sich, einen vergoldeten Kelch zur Messe zu benutzen, weil er gesehen hat, durch welches Unrecht und durch welche Unmenschlichkeit das Gold gewonnen wurde.

Hören wir nicht auf, immer wieder den nächsten Schritt zu tun und umzukehren zum Himmelreich, das von Gott kommt.

26.12.23: Hl. Stephanus

Hier geht es zu den Texten der Liturgie: 

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Gestern feierten wir die Geburt Jesu und das Geheimnis,
dass Gott sich untrennbar mit uns, seinen Geschöpfen verbunden hat.

Gottes Geist ist im Menschen und macht ihn lebendig.

Der Himmel steht uns offen.

Für uns eine glückselige Botschaft – die Weihnachtsbotschaft!
Für den Hl. Stephanus bedeutete diese Botschaft den Tod.
Für diese weihnachtliche Botschaft hat er sein Leben geopfert.

Ansprache:
An Weihnachten geht es weniger um das Jahresgedächtnis der Geburt Jesu – so wie wir unseren Geburtstag feiern.

Es geht mehr darum, wer Jesus ist:

Durch seine Auferstehung vom Tod haben wir erkannt,
dass Jesus nicht einfach ein Mensch ist,
sondern dass in ihm Gottes Kraft und Liebe gegenwärtig war – vom ersten Tag an.

Er ist wahrhaftig Gottes Sohn und er ist Mensch!

Durch ihn glauben wir, dass wir alle Gottes Kinder sind – gerade als Menschenkinder!

Gotteskind und Menschenkind sind kein Widerspruch,
sondern zwei Seiten einer Medaille.

Jesus hat uns erlöst – befreit – von der Angst,
wir Menschen wäre abgeschnitten von unserem Ursprung.

Vielmehr gilt der Bund Gottes mit Noah:
Nie mehr werde ich alle Menschen vom Erdboden vertilgen.

Es gilt der Bund mit Abraham:
Durch dich werden alle Völker der Erde Segen erlangen.

Es gilt der Bund mit Moses:
Ihr seid mein auserwähltes Volk. Ich gebe euch die Zehn Worte, damit ihr wisst, wie ihr als mein Volk leben sollt.

Es gilt der neue Bund, den Gott durch Jesus mit uns geschlossen hat:
Der Gottessohn und Menschensohn gibt aus Liebe sein Leben hin.
Er will uns endgültig mit Gott versöhnen.
Wir haben Anteil an Gottes Herrlichkeit!

Wie Jesus selbst hat Stephanus dafür sein Leben hingegeben.
Er hat lieber sich selbst geopfert, anstatt seinen Glauben zu opfern.

Er ist für das weihnachtliche Geheimnis der Einheit von Gott und Mensch gestorben. Er ist der Märtyrer des Weihnachtsgeheimnisses.

Fürbitten

Lektorin: Gott, unser Vater, Jesus hat uns in seine Nachfolge gerufen. Voll Vertrauen beten wir: ‑ Himmlischer Vater

L/A Erhöre unser Gebet

  • Wir beten für Menschen, die in Gefahr sind ihr Gottvertrauen zu verlieren. ‑ Himmlischer Vater
  • Wir beten für die Menschen, denen die Verkündigung der frohen Botschaft Jesu anvertraut ist. ‑ Himmlischer Vater
  • Wir beten für Menschen, die in Angst und Not, in Elend und Armut leben. ‑ Himmlischer Vater
  • Wir beten für die Schulkinder in der Ukraine, die in Bunkern und U‑Bahnstationen Unterricht haben.
  • Wir beten für die Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. ‑ Himmlischer Vater
  • Wir beten für alle Christen, Muslime und Juden, die durch den Glauben an die Barmherzigkeit Gottes geeint sind.

Lektorin: Gott, unser Vater, Du hast dich in Jesus untrennbar an uns Menschen gebunden und uns die Türe geöffnet, durch die wir in deine Herrlichkeit eingehen. Wir suchen dich alle Tage unsers Lebens, damit wir dich loben in Ewigkeit. Amen.

25.12.23: Hochfest der Geburt unseres Herrn Jesus Christus

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Wir sind festlich gestimmt: Weihnachten ist ein einmaliges Fest:
Beleuchtete Straßen und Wohnungsfenster, geschmückte und beleuchtete Nadelbäume in den Wohnungen, Geschenke,
eine Krippe mit dem Jesuskind, Plätzchen, Speisenbräuche,
Eltern und Großeltern und Enkelkinder und Geschwisterfamilien kommen zusammen;
alle pflegen und stärken ihre liebevolle Verbundenheit – oder versuchen es wenigstens!

Jetzt in dieser Stunde kommen wir zum Wesentlichen, zu dem von dem der ganze Glanz ausgeht, von dem die Engel singen:
Wir kommen zu Jesus und stellen uns ihn als Baby vor:
liebreizend und schutzbedürftig wie jedes Menschenkind nach seiner Geburt.

Und wir preisen Gott, der uns dieses Kind schenkt.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
„Friede den Menschen seines Wohlge­fallens.“

Gibt es auch Menschen, die Gott nicht wohl gefallen –
denen dann auch der Friede nicht zugesagt wird?
Dann wäre der Engelsruf so zu verstehen: „Friede den Menschen, wenn sie Gott gefallen!“

Dann bliebe Gott der despotische Herrscher, der frei entscheidet,
wer ihm genügend gefällt, um von ihm Frieden zu erhalten.

Oder wie ist „den Menschen seines Wohlgefallens“ sonst zu verstehen? Darauf komme ich noch zurück!

Das Lukasevangelium legt den Engeln die wesentliche Botschaft über Jesus in den Mund:

Jesus bringt große Freude, weil er der Retter ist, der Gesalbte Gottes, der Messias. Jetzt ist Gott verherrlicht und die Menschen haben Frieden.

Hier und jetzt haben wir tatsächlich Frieden:
Christbäume, mit schönen hellen Strohsternen, mit glänzenden roten Kugeln und strahlenden Lichterketten;
Warme Kirchenbänke; Leute, die auch an Jesus glauben; die vertrauten Lieder …

Aber wie jeder weiß: Niemals gab es überall auf der Erde Frieden – auch nicht nach dem Jesus als Sohn Gottes auferstanden war. Jedes Jahr haben wir Grund, über Gewalt und Krieg und Terror zu klagen.
Und gerade um die Weihnachstage herum verüben manchmal Menschen schreckliche Gräuel.

Dem entspricht der Lebensweg Jesu, wie ihn Lukas beschreibt: Geburt in einem Stall – Tod am Kreuz. Dazwischen: Zulauf, Bewunderung, Anfeindungen,
Jünger, die keine Jünger mehr sein wollen und wieder gehen; Apostel, die in der entscheidenden Stunde versagen und wegrennen und sich verstecken.

Die Engelsbotschaft des Lukas und die seines ganzen Evangeliums stehen dazu im krassen Kontrast: Durch Jesus wird Gott verherrlicht und auf der Erde ist Friede!

Es ist schon wirklich der Friede gemeint, den Menschen auf der Erde ersehnen und erstreben und genießen:
Sicherheit, Geborgenheit, Gewaltfreiheit, Essen und Trinken, Kunst und Kultur, Fortschritt und Wissenschaft, Rücksicht und Hilfsbereitschaft – und was sonst noch alles zum Frieden gehört.

Dieser Friede kann nur durch ein kleines Kind, ein armseliges Menschen­kind kommen und nicht anders! Warum?

Die selbsternannten Friedensbringer und Messiasse der Welt bieten ihre Macht auf, Bomben und Granaten, Drohungen und diplomatische Verrenkungen – sie versprechen den Frieden und bringen dafür unsägliches Leid über die Menschen: Zerstörung und Verwüstung der Städte und der Seelen der Menschen.

Dieses Kind aber, Jesus, weckt in uns die Liebe zum Frieden: er heilt unsere menschliche Bedürftigkeit und Verletztheit. Wie und Wodurch?
Weil er immer und überall darauf baute, dass er das geliebte Kind des himmlischen Vaters ist und ebenso jeder auf dieser Welt geborene Mensch.

Das dürfen wir von ihm lernen: Wir leben und sind, weil Gott uns liebt.
Wer diese Himmelsbotschaft aufnimmt und aufnehmen kann,
wer sein Herz so leer machen kann, dass er nicht auf sich und seine Kräfte,
sondern auf Gott vertraut, den erfüllt der Friede Gottes und der wird selbst zu einem Menschen, der lieber sich opfert als andere.

Und damit kehre ich zurück zu der Frage an die Engelsbotschaft:

Wie ist das zu verstehen: „den Menschen seines Wohlgefallens“?

Gott im Himmel wird verherrlicht durch die Menschen.
An ihnen hat er Wohlgefallen und er erfüllt sie mit seinem Frieden. –

Mit dem Frieden, den das Jesuskind in den Armen seiner Mutter Maria und umsorgt von ihrem Mann Josef empfand – so wie jedes Kind in den Armen seiner Mutter Frieden findet. Amen.