28. März 2013: Gründonnerstag

Hier geht es zu den liturgischen Texten: Beuron

Die drei biblischen Lesungen am Gründonnerstag sind richtige Schwergewichte.
Für unseren christlichen Glauben sind alle drei von großer Bedeutung – alle drei fordern uns heraus – alle drei sind aufeinander bezogen.

Die Fußwaschung gibt mir den Schlüssel, um die befreiende und froh ma­chende Botschaft zu hören. Die Fußwaschung Jesu öffnet mir den Raum für die Freude am Glauben und für die Freiheit in der Beziehung zu Gott.

„Jesus wusste, dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte!“
betont das Johannesevangelium, bevor es den Dienst Jesu an den Jüngern schildert. Es geht gar nicht so sehr darum, dass der Sohn Gottes, sich so erniedrigt – es geht nicht darum, die Geste Jesu noch weiter zu erhöhen:
Nicht „OBWOHL“, sondern „WEIL“ Jesus von Gott kommt, wäscht er seinen Jüngern die Füße und dient ihnen.

Dann gilt natürlich auch für uns Christen, die wir den Namen Christi tragen:
Unser ureigenstes Wesen ist es, dem anderen zu dienen.

Das beginnt in der Familie:
Dass wir da dem Egoismus im täglichen und selbstverständlichen Miteinander keinen Raum lassen, sondern darauf aus sind, einander zu unterstützen und Achtung und Anerkennung zu geben: In der Familie sollen wir unseren Eifer daran setzen, möglichst viel füreinander zu tun, statt uns gegeneinander durchzusetzen.

Jesus lebt uns in der Fußwaschung das Dienen vor – als Grundvollzug seines göttlichen Seins. Genau davon sprechen seine Worte, als er den Jüngern das Brot bricht: Das ist mein Leib für Euch. Das ist mein Blut, mein Leben, das ich gebe – für euch! Damit ihr – wenn ihr die Trauer überwunden habt – umso mehr mir und meinem Wort glauben könnt. Damit ihr das „für dich, für Euch“ zu eurem Lebensideal machen könnt und mir nachfolgen könnt.

Wir nennen uns Christen nach unserem Herrn, den wir Christus nennen – aramäisch: Messias Gottes. Die messianische Sendung Jesu sollen wir weitertragen und weiterleben. Wie Jesus haben wir Gottes Geist in uns und sind gesandt und dazu gesalbt, das Brot zu teilen: mit all den Menschen, die das tägliche Brot entbehren, denen das fehlt, was zu einem menschenwürdigen Leben nötig ist.

Das ist der neue Bund, den Gott durch Jesus begründet und mit uns geschlossen hat. Der Bund der Versöhnung und der der Bund der Treue Gottes zur Schöpfung, der Bund des Lebens, in dem der Mensch davon befreit ist, durch eigenes Tun die Gunst Gottes erwerben zu müssen.

Dieser Bund wird allein von Gott begründet, kein Mensch muss dafür ein Opfer bringen. Der neue Bund ist Gottes Geschenk an den Menschen.
Das ist das neue in diesem Bund. Das Zeichen des Neuen Bundes ist das Brechen des Brotes und das Trinken aus dem einen Kelch.

Dadurch wird der erste Bund Gottes bestätigt und erneuert, an den die ungesäuerten Brote erinnern und an  dem die Juden bis heute festhalten:
Auch der erste Bund ist ein Bund der Freiheit:
Israel ist das Volk Gottes, in dem der Glaube an den einen Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, herangereift ist.
Israel hat seine Befreiung aus der Fremdbestimmung und Sklaverei als Gottes machtvolles Handeln gedeutet.
Das Zeichen dieser Freiheit war das Blut der einjährigen Lämmer an den Türpfosten der Israeliten und das ungesäuerte Brot.

Jesus von Nazareth, unser Messias, bekannte sich zu diesem ersten Bund Gottes. Er feierte mit seinem Volk die Befreiung aus der Knechtschaft.
Zugleich hat er diesen Bund erneuert und mit einem neuen Geist erfüllt:

Jesus hat in seiner Lebenshingabe geoffenbart: Kein Mensch muss Gott etwas opfern und Gott opfert niemanden.
Vielmehr gibt Gott sich selbst den Menschen hin, damit sie Mensch werden und damit sie das Leben in Fülle haben.

Schauen wir dankbar und voller Hochachtung auf das Volk Israel und auf die Juden – unsere älteren Geschwister im Gottesglauben:
Denn in diesem Volk wuchs der Glaube an den einen Gott aller Menschen;
Israel suchte als Volk Gottes seinen Weg durch die Zeit. Es sah sich vom „Ich bin da“ geführt und geleitet. Das Paschamahl ist das Zeichen der Freiheit und des Bundes. Dort sind unsere Wurzeln, von denen wir uns nicht abschneiden und nicht trennen können.

Zugleich aber leben wir in dem neuen Bund, der den alten erfüllt:
Weil er Gott ist, schenkt er leben und Versöhnung, dient er dem Menschen und wäscht ihm die Füße.

24. März 2013: Palmsonntag

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Zum Evangelium vom Einzug Jesu nach Jerusalem:

Endlich kommt Jesus nach Jerusalem:
Er, der die Armen seliggepriesen hat,
er, der die Reichen zum Teilen aufgefordert hat,
er, der immer von seinem himmlischen Vater sprach,
der in Jerusalem im Tempel verehrt wurde.

Er wird gebührend empfangen:

Mich erinnert das ein wenig an die Geburtsgeschichte:

Da sangen die Engel:
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden.
Jetzt rufen die Menschen: Hosanna dem Sohne Davids.

Stimmen wir ein in den Freudengesang Israles.
Singen wir Freundenlieder, weil unser König und Erlöser,
unser Retter und Befreier ist da.Unsere Erlösung ist nahe!

Nach der Lesung der Leidensgeschichte nach Lukas

Freudig haben wir mit der Palmprozession begonnen –
Jetzt aber wurde uns die Leidensgeschichte Jesu zugemutet – bis hin zu seinem Begräbnis.
Die Freude schlägt um – in Anteilnahme, Betroffenheit, Entsetzen.

Mit den Kommunionkindern habe ich zweimal den Kreuzweg gebetet: Die Station: „Jesus wird ans Kreuz geschlagen“ ist schier unerträglich wegen der Grausamkeit dieser Folter, die Jesus ertragen musste.

Warum halten wir uns dieses schreckliche Geschehen vor Augen?
Warum betrachten wir das Leiden Jesu.

Wir tun es aus der Perspektive von Ostern – auch jetzt, in der Woche der Trauer. Nur aus dieser Perspektive ist es erträglich.

Denn aus österlicher Sicht können wir staunen darüber, dass Jesus bereit war, dies alles zu ertragen, ohne davon zu laufen und sich zu verstecken.
Aus österlicher Sicht, können wir die Liebe und Treue Jesu erkennen –
zum Vater den er verkündet hat
und zu den Menschen, denen er den Vater verkündet hat.

Zugleich gibt uns die Betrachtung des Leidens Jesu die Kraft, dass wir uns dem Gebet Jesu anschließen:
„Vater, verschone mich, wenn es möglich ist, von diesem Leid.
Aber nicht mein Wille soll geschehen – an mir und durch mich – sondern der Deine!“

Jesus zeigt uns: auch durch das Leid hindurch führt uns der Weg in die österliche Herrlichkeit.

 

17. März 2013: Bußgottesdienst in der Fastenzeit 2013

 

 

Schöpfung (Köder)

„Vater Unser“

Bild: Die Schöpfung von Sieger Köder

Lied:                    Solang es Menschen gibt auf Erden                 GL 300/1+2

Einführung:
Es ist gut, dass sie gekommen sind.
Es soll eine ¾ Stunde werden, in der wir einmal innehalten.
Auf unser Leben schauen. Ist mein Leben gut, ist es recht?
Was bedrückt und belastet mich?  Was tue ich, was ich eigentlich nicht gut finde?  Wohin führt mich mein Weg eigentlich?

Unser Nachdenken ist ausgerichtet auf das Leben, auf die Quelle des Lebens, auf Gott. Lebe ich auf das Leben hin?
Oder überlasse ich mich negativen Gedanken und Stimmungen, die vom Leben weg führen, vom Leben, das von Gott kommt und auf Gott zielt.

Wir denken vor Gott über uns und unser Leben nach, weil er uns annimmt. weil er uns Kraft gibt; weil er uns öffnet, wenn wir anklopfen, weil er uns den Weg des Lebens zeigt und gehen hilft. Das Vater Unser ist heute Abend die gedankliche Richtschnur für unser Nachdenken und Besinnen.

Kyrie GL 523

Oration
Unser Vater im Himmel, durch deine Gnade dürfen wir leben.
Du hast uns in der Taufe als Deine Kinder angenommen.
Doch unser Vertrauen ist gering und unsere Liebe oft schwach.
Unser Gewissen klagt uns an.
Rede uns nun zu Herzen, tröste, ermahne und ermutige uns.
Darum bitten wir durch Jesus Christus

Lied:                    Herr wir hören auf dein Wort                              GL 860/1

Evangelium: Lk 11,1-4
1      Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte,
sagte einer seiner Jünger zu ihm
Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat.
2      Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht:
Vater, / dein Name werde geheiligt. / Dein Reich komme.
3      Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen.
4      Und erlass uns unsere Sünden; /
denn auch wir erlassen jedem,
was er uns schuldig ist. /
Und führe uns nicht in Versuchung.

Lied:                    Herr wir hören auf dein Wort                              GL 860/2

Ansprache:
Die Evangelien berichten immer wieder, dass Jesus betete, manchmal auch lange betete – meistens in der Einsamkeit.

Beten gehörte jedenfalls wesentlich zum Leben Jesu dazu. Beten gehört zu jedem Menschen, der an Gott glaubt.

Weil ich an Gott glaube und mit Gott lebe, bete ich: Was mir geschieht, gut oder schlecht, bringe ich vor Gott,
denn ich möchte reden und tun, was meinem Glauben an Gott entspricht.

Wer an Gott glaubt, betet! –Vielleicht nur durch das Leben – vielleicht sogar ohne Zeiten, Orte und Worte.
Manche Glaubende sagen: Mein Leben ist mein Gebet!

Wenn ich „an Gott glaube“: Lebe ich jedenfalls in einer Beziehung zu Gott, mein Leben steht mit ihm in Verbindung, denn Gott ist der, der mich unbedingt angeht.

Das Bild von Sieger Köderträgt eigentlich den Namen „Schöpfung“. Dieses Bild drückt genau aus, was ich meine: Diese Schöpfung, das ganze Universum, geht aus Gott hervor und wird von Gott gehalten.

Da ich Mensch bin und über mich selbst und die Welt nachdenken kann,
da ich von Gott abstamme und einen Funken seines Seins in mir ist,
kann ich zu ihm sprechen und kann ich auch versuchen, ihn zu hören – in meiner Seele, in meinem Herzen.
Ich bete.

Die Jünger haben Jesus darum gebeten, sie das Beten zu lehren!
Dahinter steckt der Wunsch: Zeige uns, welche Beziehung wir zu Gott haben. Zeige uns, wer er für uns ist! Führe uns ein, damit wir so zu Gott stehen und so mit ihm leben wie du.

Lehre uns beten, so dass unser Glaube an Gott so wird wie Dein Glaube. Dass Gott uns Kraft gibt! Dass er uns befreit! So wie seine Kraft in dir ist und wie du Jesus frei bist durch ihn.

Jesus antwortete den Jüngern mit dem „Vater Unser“ als seinem Gebet, in dem sein Geist liegt. Jesu Gebet zeigt uns, wie wir vor Gott und mit Gott leben – so dass Gottes Kraft, dass seine Freiheit in uns ist.  Am Vater Unser entlang denken wir über uns nach und richten unser Leben neu auf Gott hin aus.

Gewissenserforschung

1. Wort: Vater Unser im Himmel

Es ist manchmal nicht leicht, an den unsichtbaren Gott zu glauben.
Schmerzen und Leiden der Menschen, die Ungerechtigkeit und Empfindlichkeit des Lebens lassen uns an Gott zweifeln:
Kann diese Welt das Werk eines Gottes, eines guten Gottes sein?
Gibt es wirklich einen himmlischen Vater, der uns als seine Kinder liebt?

  • Was stellt meinen Glauben in Frage? Was stellt ihn auf die Probe?
  • Suche ich Antworten auf meine Fragen oder verdränge ich sie?

Kyrie 2 mal

2. Wort: Geheiligt werde dein Name

Was heißt eigentlich, „Gottes Namen heiligen“?
Gott ist der Heilige, der Eine, der Wahre, der Schöpfer, der in und über allem ist. Gott ist unser himmlischer Vater – gerade deshalb prägt Dankbarkeit, Liebe, Gehorsam, Ehrfurcht unsere Beziehung zu ihm.

  • Ist Gott mir wertvoll? Ist er mir einzigartig wichtig?
  • Habe ich „Ehrfurcht“ vor Gott?
  • Gebe ich ihn in meinem täglichen Leben und in meiner Umgebung Raum? Gottesdienst – Gebet – Symbole des Glaubens in meiner Wohnung – Ein „Herrgottswinkel?“

Kyrie: 2mal

3. Wort:   Dein Reich komme,  dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Was will Gott?
Jesus sagt:  Ich bin gekommen, damit ihr das Leben in Fülle habt:
Und in Getsemani betet er: Vater, nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine

Gott will Leben und Heil, er will diese vergängliche Welt und er will sie aufnehmen in seine Unvergänglichkeit.

Gottes Wille geschehe – an mir:
ich will mich mein Leben annehmen, was immer auch geschehen mag:
Ich will darauf vertrauen, dass Gott mir Heil und Leben schenken wird.

Gottes Wille geschehe durch mich:
Gott will, dass ich gerecht bin und wahrhaftig, dass ich Rücksicht nehme und helfe, dass ich Not wende und Verständnis zeige.

  • Wann und wie habe ich gegen Gottes Willen gehandelt?
    Wen habe ich gekränkt? Wem  bin ich etwas schuldig geblieben?
    Wem verschließe ich mein Herz?
  • Kann ich mich Gottes Willen anvertrauen?
    Kann ich glauben, dass er mir Heil und Leben schenken wird?
    Oder schwindet mein Vertrauen, weil manches anders kommt, als ich es mir wünsche?

Kyrie: 2 mal

4. Wort: Unser tägliches Brot gib uns heute

Brot: das ist Essen und Trinken, das ist Anerkennung und Respekt,  das ist alles, was wir brauchen, um menschenwürdig zu leben.
Wir beten um unser Brot: Nicht um mein Brot. Als Beter vor Gott sind wir eingebunden und verbunden mit allen, die mit uns auf dieser Erde leben.
Wir beten um das tägliche Brot, das wir heute brauchen. Das Leben kann nicht im Vorhinein abgesichert werden. Jeder neue Tag ist Gottes Geschenk, an jedem neuen Tag bitten wir um unser tägliches Brot.

  • Schätze ich das tägliche Brot? Kann ich dankbar sein?
  • Bin ich fordernd gegenüber anderen?
  • Helfe ich durch Spenden die Not in der Welt zu lindern?
    Möchte ich großzügiger sein?

Kyrie: 2 mal

5. Wort:   Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Dass wir Gott und den Mitmenschen viel schuldig bleiben, wissen wir. Statt Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Geduld zu üben sind wir auf uns fixiert und fragen gar nicht nach Gottes Willen.
Zugleich sind andere an uns schuldig geworden: Frieden mit uns selbst finden wir, wenn uns vergeben wird und wenn wir es schaffen, zu vergeben.

  • Welche Menschen muss ich um Verzeihung bitten? Wofür?
  • Wem habe ich etwas zu vergeben?
  • Kann ich etwas beitragen, dass es zur Versöhnung kommt?

Kyrie: 2 mal

6. Wort:   Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

„Die Versuchung“ und „das Böse“ stehen in einer Bitte zusammen. Nicht ohne Grund, denn das Böse ist die Versuchung für uns Menschen. Wenn wir dem Bösen begegnen, sind wir versucht, nicht mehr an das Gute zu glauben. Und manchmal sind wir versucht das Böse zu wählen oder zu tun, weil es so verlockend ist. Geld – Vorteil – Vergnügen – Entspannung – Abenteuer – Erfolg können uns tatsächlich so anziehen, dass wir dafür breit sind, anderen Böses zu tun, statt Gottes Willen zu achten.

  • Was sind meine persönlichen Versuchungen?
    Was ist mir so wichtig, dass ich bereit wäre, dafür gegen mein Gewissen zu handeln?
  • Sehe ich das Gute in meinem Leben?
    Oder bin ich auf das fixiert, was ich nicht bekommen oder erreicht habe?
  • Sehe ich das Gute in der Welt
    oder sehe ich nur noch Unrecht und Unglück und Unzulänglichkeit in der Schöpfung und bei den Menschen?

Kyrie: 2 mal

Bitte um Vergebung

Wir haben über uns und unser Leben nachgedacht.
Manches, was wir getan oder nicht getan haben, bedauern wir oder bereuen wir sogar.
Manches wollen wir besser machen, in Ordnung bringen.
Manches können wir nicht anders machen, obwohl es nicht gut ist:
vielleicht haben wir nicht genügend Mut oder Kraft oder es gibt zu große Hindernisse.

So beten wir:
Herr, wir bekennen vor dir unsere Schuld:
Wir haben manchmal so gelebt,
als ob wir dich nicht lieben würden.
Wir haben den Mitmenschen,
unseren Nächsten, nicht geliebt,
sondern waren ihm gegenüber hart,
unaufmerksam, unbarmherzig,
verschlossen und gleichgültig, deshalb sprechen wir:

Das Schuldbekenntnis: „Ich bekenne ….“

Gott, unser Vater, sei uns gnädig. Er verzeihe uns unsere Sünden.
Er stärke uns im Guten. Er mehre unser Vertrauen.
Er erwecke in uns immer wieder die Liebe zueinander und zu ihm, unserem Schöpfer und Retter. Amen

 7. Wort: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Der Lobpreis steht am Ende: Wichtig ist mir das Wort DENN.
Das alles bitten und beten wir – unser Leben richten wir auf Gott hin aus,
denn das All und seine Schönheit und seine Kraft – Alles – kommt von Gott her und mündet in Gott ein.

So singen und danken wir unserem Gott

Lied:                     Nun saget Dank und lobt den Herren                  GL 269/1

Abschluss

Gott vergibt uns und nimmt uns an, uns seine geliebten Kinder,
sein Volk, das er sich erworben hat durch die Hingabe seines Sohnes  Jesus Christus.
Er schenkt uns seinen Frieden, der uns untereinander verbindet.

Lasst uns nun beten, wie der Herr es gelehrt hat.

Vater unser

Segensgebet

Der HERR,
erfülle euch mit seiner Kraft,
auf dass Ihr in Gelassenheit ertragt,
was er euch zumutet und auferlegt;

ER erfülle euch mit seiner Liebe,
auf dass ihr sie an die weitergebt,
die sich danach sehnen;

ER erfülle euch mit seiner Güte,
auf dass ihr denen Hilfe bringt, die Not leiden;

ER erfülle euch mit seiner Barmherzigkeit,
auf dass ihr sie an denen übt,
die verfolgt und rechtlos sind;

ER erfülle euch mit seinem Segen,
auf dass ihr selbst zum Segen werdet.

ER schenke euch seine Gnade,
auf dass ihr mit seiner Hilfe
ihm und den Menschen dient
und den Weg zu ihm findet.

Mit seinem Segen begleite euch
Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

(nach Heinz Pangels)

Orgelspiel

Erarbeitet von Martin Müller, Stahlzwingerweg 11, 93047 Regensburg

17. März 2013: 5. Fastensonntag

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Das Misereor Hungertuch findet man hier: MISEREOR-Hungertuch

Wir haben den Hunger satt! – das ist das Leitwort der MISEREOR Fastenaktion in diesem Jahr.
Wir haben den Hunger satt – das ist ein Wortspiel mit der Redewendung „ich habe es satt …“, die Überdruss ausdrückt. Wir wollen nicht mehr hungern müssen!

Ganz darauf abgestimmt ist auch das neue Hungertuch von MISEREOR, das uns heuer und nächstes Jahr zum Nachdenken anregen kann.
Das Hungertuch trägt die Überschrift: „Wie viele Brote habt ihr?“ Das hat Jesus seine Jünger gefragt, als diese ihn aufmerksam machten, dass er die Menschen wegschicken soll, damit sie sich etwas zu essen kaufen könnten.

Die Szene sehen wir auf dem Bild links oben:
Im Hintergrund die Armen, die Hunger leiden. Im Vordergrund ein Tisch, hinter dem ein Kind steht. Es hat alles was er hat, die zwei Fische, auf den Tisch gelegt.
Das Bild ist aus der Perspektive Jesu gezeichnet. Von ihm her fällt helles Licht auf den Tisch und den Jungen.
Ein Mensch fängt an zu teilen, ein Mensch fängt an, aus Liebe zu handeln, ein Mensch, vertraut sich und seine Möglichkeiten Gottes Kraft an.
Was dieses Kind bringt, reicht für alle.

Das Bild darunter beschreibt den betrüblichen Teil der menschlichen Wirklichkeit: Der Tisch auf dem Bild ist eine Barriere zwischen denen, die Köstlichkeiten in sich hineinstopfen und den Hungernden, die flehend die Arme in die Höhe strecken, damit sie ein wenig Anteil haben am Brot.
Die Frage: Wie viele Brote habt ihr? Findet kein Echo. Niemand bringt etwas. Diese Selbstsucht führt viele Menschen in den Tod durch Krankheit und Hunger. Sie führt zu Gewalt. Deshalb sind im Hintergrund die drei Kreuze. Doch auch hier ist das Licht Christi zu sehen: die Verheißung einer solidarischen Welt.

Rechts oben ist Christus dargestellt. Um ihn herum sind Kranke, Verkrüppelte, Kinder und ihre Mütter. Christus teilt Brot und den Wein mit ihnen – wie der Junge auf dem Bild links daneben – gibt er sich – auch in der Fußwaschung die in dieses Bild aufgenommen ist.
Miteinander das Brot teilen. Einander die Füße waschen, einander dienen – so entsteht Gottes Reich mitten in der Welt. So strahlt das Licht Jesu in diese Welt.

Das Bild rechts unten ist ein Gegenbild zu dem daneben:
Kinder sitzen auf dem Tisch, der nun keine Barrikade mehr ist. Getreidehalme mit vollen Ähren umspielen ihre Füße. Es ist das Leben in Fülle, das Jesus verheißt. So sehr diese Verheißung das Jenseits betrifft, das Leben in Gottes Herrlichkeit. Könnte sie nicht auch Gegenwart sein, wenn wir Menschen die Frage beantworten: „Wie viele Brote habt ihr?“
Wenn jeder gibt, was er hat, dann werden alle satt – heißt es in einem Lied! Besonders heute – aber nicht nur heute – sind wir eingeladen zu teilen, was wir haben, damit der Hunger weniger wird und die Menschlichkeit, die uns über die Evolution hinaushebt, zunimmt.

Ans Ende der Ansprache möchte ich einige Sätze von Bischof Theotonius Gomesaus Dhaka/Bangladeschstellen,

Liebe Freunde,
ich heiße euch herzlich willkommen, mit mir einige persönliche Gedanken zur TischSymbolik dieses Hungertuchs zu teilen.
Lasst mich auf der konkreten Ebene beginnen: die Nahrung, die uns zuteil wird, sollen wir behutsam und bewusst essen, um satt zu werden; und wir sollen sie mit Freude kosten und schmecken, um die Güte, die uns widerfährt, bewusst wahrzunehmen. Mit einer solchen Haltung werden wir Zugang zum Geist des Fastens und der Fastenzeit gewinnen.

Ja, lasst uns satt werden und uns stets freuen an dem Brot, das wir essen. Sollte uns im Überfluss diese einfache Freude abhanden gekommen sein, lasst sie uns demütig wieder erlernen von den Armen und all jenen, die hungern. Auch wenn es wie ein Wunder erscheinen mag: Sie freuen sich an der einen, sehr einfachen Mahlzeit am Tag, derer sie vielleicht habhaft werden können.

Lasst uns die Güte der Nahrung erkennen als Gottes tägliches Geschenk an uns, als Geschenk der Erde und unserer Hände Arbeit, ein Geschenk, dem eine Dimension des Heiligen innewohnt, und das uns zuteil wird, damit wir leben können. Die Dimension des Heiligen in unserer Nahrung wird dort umso deutlicher, wo sie von reichen und armen Menschen geteilt wird als Zeichen der Freundschaft und familiären Verbundenheit – auch wenn diese Menschen weit entfernt voneinander wohnen.

Nichts von dieser so wertvollen Nahrung darf vergeudet, nichts weggeworfen werden. Aber wir wissen: es gelingt uns bis heute nicht, die eine, liebevolle Menschheitsfamilie auf der Erde zu schaffen unter dem Zeichen des Täglichen Brotes. Wir sind beschämt und niedergeschlagen. Ja, »wir haben den Hunger satt«, den Hunger, der den Tod bedeuten kann, den Hunger, dessen Schmerzen den Hungernden peinigen. Es gelingt uns nicht, den Hunger unserer Tage zu stillen. Lassen wir, liebe Freunde, jenen inneren Hunger in uns entstehen, der den Hunger aus der Welt verbannen kann.

Hier halten wir einen Moment inne und wagen es, auf jene die Zeiten übergreifende Tischrede im Gebet unseres Herrn zu hören: »Unser tägliches Brot gib uns heute.« Lasst es uns inständig beten, auf dass es für alle Wirklichkeit werden möge. Das Herrenmahl ist die Gnade, die uns leitet, wenn wir unsere täglichen Gaben darbringen und gestärkt werden in der Feier der Eucharistie. Wir beten und versprechen, uns mit all unserer Kraft, mit unserem Körper und unserem Herzen einzusetzen für eine weltweite Kultur und Zivilisation des Täglichen Brotes als Zeichen der Gegenwart seines Reiches unter uns, im Hier und Heute.

10. März 2012: 4. Fastensonntag

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„Jetzt müssen wir uns freuen und ein Fest feiern!“ –
Die Geschichte vom barmherzigen Vater ist so anschaulich erzählt, dass ich die Personen direkt vor meinem Auge sehe. Die Handlung ist so klar, als ob ein Erlebnis geschildert würde!

Fragen wir uns: Wer bin ich in dieser Geschichte? Wo stehe ich in dieser Geschichte? Es gibt viele Möglichkeiten:
Sie können sich in einem der beiden Söhne erkennen; Oder nehmen sie lieber die Rolle des Vaters ein?
Es gäbe aber auch noch die Nachbarn – oder die falschen Freunde.

Ich selber – möchte einer der Tagelöhner sein, die das Fest feiern und sich mit dem Vater freuen. – Doch für sie hat Jesus das Gleichnis nicht erzählt. In dieser Rolle stehle ich mich davon und weiche der Botschaft Jesu aus!

Jesus spricht die Pharisäer und Schriftgelehrten an, die sich empören, weil er mit Zöllnern und Sündern zusammen ist. Aber auch sie hören diese Geschichte und sind also angesprochen – das möchte ich nicht vergessen.

Ziemlich schonungslos schildert Jesus ihr Versagen:
Der jüngere Sohn geht mit seinem Kapital: Sein Wissen, sein Verstand, alles, was er hat, hat er geerbt – er geht weg und tut, was er will. Er wirft alles, was er gelernt hat hinter sich und führt ein liederliches Leben!

Ich sehe darin nicht nur einen Menschen, der sein Leben verfehlt. Das ist für mich die Beschreibung unserer Welt:
In jeder Zeit erliegt der Mensch der Versuchung, seine Mittel und Möglichkeiten, seine Erkenntnisse, die Bodenschätze und die Schöpfung so zu behandeln, als könne er damit machen, was er will:
Wie sonst könnte verschimmeltes Futter verkaufen und verfüttert werden?
Wie sonst könnte jemand Kobaldminen in Afrika einrichten – und dabei jegliche Rücksicht auf die Arbeiter und auf die Natur außer Acht lassen?

Der jüngere Sohn hat erfahren, wie sein Weg der rücksichtslosen Ausbeutung seiner Vorräte ihn in den Abgrund führte.
Wenn wir Gottes Gebote nicht achten, wenn wir den Mitmenschen und die Schöpfung nicht achten, wird der Weg uns genauso in den Abgrund führen!

In seinem Elend beschließt er zurückzukehren.
Der Vater sieht ihn kommen und weiß er: mein Sohn kehrt nicht nur zu den Fleischtöpfen zurück – er wird in Zukunft das Leben und die Schöpfung achten.

Jesus offenbart in dieser Geschichte Gott, der keine zurückstoßen wird, der zu ihm kommt.

Können wir glauben, dass Gott dieser Welt und dem Menschen in der Welt immer wieder einen Weg offen lässt, einen Weg des Lebens?
Können wir glauben, dass diese Schöpfung uns immer wieder den Weg des Lebens gehen lässt, sobald wir ihn suchen?

Es wäre natürlich widersinnig zu sagen: Gut, dass Gott barmherzig ist: Alles, was mir gefällt und mir nützt will ich tun! Gott wird mir ja vergeben.

Jesus ermutigt nicht zur Sünde! Er ermutigt die Sünder, auf Gottes Barmherzigkeit zu vertrauen und umzukehren.
Die Pharisäer und Schriftgelehrte und jeden, der andere beurteilt ein, lädt Jesus ein, sich zu freuen, wenn ein Mensch neu anfangen will.

Da Gott also barmherzig ist und seinen verlorenen Söhnen entgegengeht, kann ich Mut fassen. Ich muss nicht so tun, als ob ich keine Fehler hätte.
Ich kann mich hinsetzen und ehrlich zu mir selber sein:

Wie oft rede ich Dinge, die mir dann leid tun? – Gehe ich nicht oft den bequemen Weg, statt dem, was die Liebe sagt?

Ich brauche nicht Angst zu haben, sondern kann in mich gehen.

Ich kann und darf jeden Tag und jeden Augenblick neu anfangen, danach zu fragen und das zu suchen, was die Liebe tut.
Gott, der die Liebe ist, wird mich kleiden mit dem Festkleid der Freude und wird mich aufnehmen in die Gemeinschaft des Lebens und derer, die das Leben des anderen lieben wie das eigene.
Dazu macht Jeus mir in diesem Gleichnis Mut – gegen jene, die sagen:  Für Dich ist es zu spät!

Für die Liebe Gottes ist es im Leben nie zu spät!

3. März 2013: 3. Fastensonntag

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Jesus hält den Leuten vor: „Ihr werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.“

Inwiefern „Genauso“? frage ich mich.
Jesus lag es sicher fern, den Leuten einen ebenso gewaltsamen Tod anzukündigen, falls sie sich nicht bekehren würden?

Die richtige Spur zu diesem „genauso“ findet sich vor diesem Abschnitt des Lukasevangeliums: Jesus spricht davon, dass die Leute die Zeichen der Zeit verstehen und richtig deuten sollten. Vor allem aber das Gleichnis vom Feigenbaum, der noch ein Jahr Gnadenfrist bekommt, zeigt, wie dieses Genauso zu verstehen ist.

Jesu mahnt: Wenn ihr euch nicht zu Gott bekehrt, wird euer Leben zu Ende gehen, ohne dass ihr Frucht gebracht habt!

Es muss nun auch noch das „Frucht bringen“ übersetzt werden:
Früchte bringt der Mensch, der sich zu Gott bekehrt: zu Gott, der alles Geschaffene liebt.

Jesus glaubte, er vertraute bis in die innerste Faser seines Herzens, dass Gott alles Geschaffene liebt. Sein Leben hatte den einzigen Sinn:
Dass durch ihn die Liebe seines Vaters im Himmel sichtbar wird.

Deshalb hat Jesus so fruchtbar wirken können:
Deshalb konnte er Frauen und Männern und Kindern, die zu ihm kamen, die man zu ihm brachte neue Kraft geben und ein neues Leben eröffnen.
Er hat in all diesen Menschen den Glauben, das Vertrauen begründet, dass Gott, sie liebt, wie ein Vater seine Kinder liebt.

Das war die Frucht, die Jesus brachte: er hat die Menschen mit Gott versöhnt. Er hat sie Gottes Liebe leibhaftig spüren lassen.

Wenn Jesus mich aufruft, mich zu bekehren, dann geht es also gar nicht darum, dass ich etwas tun müsste: es geht nicht so sehr um besondere Aktivitäten und Leistungen.
Das würde uns ja so gefallen: dass wir Gott etwas vorweisen können.

Es geht vor allem darum, dass wir – so wie Jesus – uns radikal auf den Glauben an die Liebe Gottes zu allem Geschaffenem einlassen.
Dieser Glaube an Gottes Liebe zu allem Geschaffenen wird ganz gewiss und gleichsam automatisch – von selbst – Früchte tragen.

Besonders, da Jesus alles dafür getan hat, damit der Glaube, dass Gott uns liebt unsere Wurzeln erreicht, so dass er in uns Früchte bringen kann.

17. Februar 2013: 1. Fastensonntag

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Gibt es den Teufel? Dämonen?
Es wäre interessant, zu erkunden, was sich in der Bibel und besonders im Neuen Testament über den Teufel sagen lässt: Bei welchen Gelegenheiten Taucht er auf? Was tut er? Wie wird er dargestellt?
Aber hier in der Messe wäre das der falsche Ort: Denn ich verkündige Christus, den Auferstandenen und nicht den, den die Bibel Teufel und Satan nennt.

Mt., Mk. Und Lk., die drei synoptischen Evangelien berichten von dieser 40 tägigen Wüstenzeit Jesu und von den Versuchungen, denen er in dieser Zeit widerstand!

Er widerstand den Versuchungen!
Dadurch und deshalb kann er unser Erlöser und Messias sein, weil er den Versuchungen widerstand und ihnen nicht erlag!

Lassen Sie mich die drei Versuchungen anschauen:

Es ist nichts Verwerfliches daran, seinen Hunger zu stillen! Schließlich und endlich beten wir um das tägliche Brot!

Jeder Mensch möchte über sich und sein Leben bestimmen können. Wir sind gerade durch den freien Willen Gott ähnlich ‑ durch die Fähigkeit, neues zu entdecken, auszuprobieren und auch zu schaffen.

Der Glaube an den unsichtbaren Gott und seinen Schutz ist eine Herausforderung für jeden Menschen. Wer würde sich nicht über einen handgreiflichen Beweis freuen, dass Gott wirklich da ist und uns behütet und schützt?

Im Leben Jesu tauchen alle drei Themen immer wieder auf:
Er hat den Menschen Brot gegeben!
Er hat die Regeln des jüdischen Glaubens frei interpretiert und scheinbar gebrochen.
Er hat Menschen von ihren Krankheiten geheilt und sie so handgreiflich spüren lassen, dass Gott ihnen nahe ist und ihnen Gesundheit und Heil schenkt.

Hunger, Selbstbestimmung und unmittelbare Gottesgewissheit – was also ist daran verkehrt? Worin besteht die Versuchung für Jesus?

Die Antworten Jesu sind das Entscheidende!

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein!
Der Menschen sehnt sich in seinem Innersten nach mehr als die Welt der Vergänglichkeit ihm geben kann. – Diesen Hunger kann nur Gott stillen!

Du sollst allein dem Herrn, deinem Gott, dienen und dich vor ihm niederwerfen.
Wer Gott als seinen einzigen Herrn anerkennt, wird sich davor hüten, die Freiheit und Selbstbestimmung anderer Menschen zu übergehen.
Unsere Freiheit ist uns gegeben, damit Gottes Herrschaft in der Welt zu Frieden und Gerechtigkeit führt. Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen!

So sehr wir nach Gewissheit hungern – wir würden Gott nicht mehr als Gott achten, wenn wir ihm Bedingungen setzen: Ich glaube an dich, wenn du mir beweist, dass du Gott bist! Wir dürfen Gott nicht zwingen wollen, in dieser Welt unsere Vorstellungen umzusetzen.
Wenn ich glaube, verlasse ich mich darauf, dass Gott mir Heil schenkt; und zwar durch den Tod hindurch.

Lukas verkündigt Jesus als den,
der allein von seinem himmlischen Vater das Heil erwartet;
der nichts anderes will, als Gottes Willen zu tun;
der sich auch im Leiden und Tod Gott anvertraut.

Jesus hat den Versuchungen widerstanden und den Gehorsam gegen Gott und das Vertrauen zu Gott an die erste Stelle gesetzt.

Wenn ich ihn fragen würde: Was ist dir wichtig im Leben?
Er würde vielleicht sagen: Dass Gottes Wille in der Welt geschieht – durch mich.

Was ist unsere Antwort?

13. Februar 2013: Wortgottesdienst am Aschermittwoch

Hier geht es zu den liturgischen Texten: Beuron

Ich rede lieber von der österlichen Bußzeit als von der Fastenzeit, weil „österliche Bußzeit“ klar und deutlich das Ziel benennt:
Nach 40 Werktagen und 6 Sonntagen werden wir Ostern feiern!

Ostern feiern – das geht nicht so leicht.

An Ostern geht es ums Zentrum unseres Glaubens: dass Jesus von Nazareth sich freiwillig einem ungerechten Todesurteil unterwarf.
Die Evangelien verkünden, dass er diesen Weg aus Liebe und Treue ging: aus Liebe und Treue zu seinem himmlischen Vater wie auch zu den Menschen, die ihm gefolgt waren und denen er Versöhnung, Verständnis und Heilung gebracht hatte.
Doch auch dadurch ist es nicht viel einfacher zu verstehen!

Ostern feiern, das geht nicht so leicht:

An Ostern feiern wir, dass wir eine Zukunft haben, weil Jesus auferstan­den ist. Unsre Zukunft liegt jenseits dieser Welt. Unsere Zukunft ist der, aus dem diese Welt hervorgeht, der sie trägt und hält, der sie liebt – vielleicht sogar weil sie so unvollkommen ist.

Dreimal sagt Jesus:
„Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“
Damit richtet er den Blick auf diese Zukunft, die uns offen steht.

Wir haben sechs Wochen Zeit, uns darauf einzustellen:
dass wir Ostern feiern – unsere Zukunft bei Gott, dem Ursprung des Weltalls, jenseits dieser Welt, die uns trägt und ernährt.

Diese sechs Wochen haben den Sinn,

dass wir diese Zukunft klarer sehen,

dass wir entschiedener diese Zukunft wollen und anstreben,

dass wir dankbarer genießen,
was uns dabei hilft und unser Vertrauen stärkt,

dass wir uns mehr darüber freuen,
wenn wir Zeichen dieser Zukunft in dieser Welt erleben dürfen;

dass wir überzeugter glauben, dass Gott aus Jesus gesprochen hat;

dass unsere Kraft zu lieben, größer wird.

Dieser anspruchsvollen Herausforderung können wir uns in den nächsten Wochen stellen. Ich bin mir sicher, jede und jeder unter uns könnte entschiedener sein in seiner Lebensgestaltung. Jede und jeder von uns hat noch Möglichkeiten, sich stärker auf diese Zukunft auszurichten, die wir an Ostern feiern werden.

Mit großer Kraft können wir dann an Ostern unser Taufversprechen bekräftigen und allem widersagen, was dem Glauben an Gottes Liebe widerspricht.

Wir können auf die Frage ob wir an Gott, den Schöpfer, den Erlöser, den Beistand glauben und an die Auferstehung der Toten entschiedener antworten: „Ich glaube“.

Das ist das Ziel der österlichen Bußzeit.

Ich selber möchte mich deshalb in diesen 6 Wochen einigen Fragen stellen – und möglicherweise den Konsequenzen in der Lebensgestaltung:

Was ist mir im Leben wichtig?

Was tue ich dafür?

Was hindert mich zu tun, was ich gut finden würde?

Was macht mir Freude?

Was macht mich traurig?

Welche Glaubensfragen  beschäftigen mich zurzeit?

Vielleicht mögen Sie die kommenden sechs Wochen sich auch diese Fragen stellen? Vielleicht sind für Sie ganz andere Fragen bedeutend?

Als Anregung erhalten Sie  jedenfalls bei der Auflegung des Aschenkreuzes einen Zettel mit diesen Fragen für die österliche Bußzeit 2013.

10. Februar 2013: 5. Sonntag im Jahreskreis

Hier findest Du die liturgischen Texte:
Beuron

Von Nazareth geht Jesus wieder nach Kafarnaum. Dort befreit er einige Menschen von sie quälenden Geistern; er wohnt im Haus des Simon, heilt dessen Schwiegermutter vom Fieber und nach mehreren weiteren Heilungen nimmt der Andrang immer mehr zu.

Als er Simon sieht, seinen Gastgeber, nimmt er sein Boot, damit er zu den vielen Leuten reden kann!

Diese Geschichte steht hinter einem Detail in manchen Barockkirchen wie in Mariä Verkündigung in Altenerding: Die Kanzel steht in einem Fischerboot.

Die Kanzel ist der Ort, wo Petrus und alle seine Nachfolger das Netz auswerfen, wenn sie Jesus Christus und seine Botschaft verkündigen!

Christus selber ist der erste, der die Botschaft von Gottes Reich verkündet.
Petrus stellt ihm dafür sein Boot zur Verfügung!

Wir alle dürfen Jesus das unsere zur Verfügung stellen – damit er seine Botschaft verkünden kann. Damit seine Botschaft die Menschen erreichen kann.

Jeder kann sich fragen, was ist mein Fischerboot, das Jesus brauchen kann?
Oft sind es einfach unsere hilfsbereiten Hände, durch die er verkündigt.
Jesus verkündet seine Botschaft durch unser Herz, das sich immer mehr von ihm prägen lässt, so dass seine Freude aus uns strahlen kann;

wenn wir Verständnis zeigen,
wenn wir uns mutig für Gerechtigkeit einsetzen,
wenn wir der Unwahrheit widerstehen,
wenn wir Nachsicht zeigen und bereit zur Versöhnung sind ….

dann steht Jesus in unserem Boot und verkündet seine Botschaft vom Heil für die Menschen.

Weil Fasching ist, wage ich noch einen Blick im Streiflicht auf diesen Abschnitt des Lukasevangeliums:
Wegen der Überfülle des Fischfangs während der ungünstigen Tageszeit erinnert mich dieser reiche Fischfang an das Weinwunder in Kanaan.
Da ist die Weinmenge schier unerschöpflich und der Wein kommt aus den großen Krügen, die für hygienische Zwecke bereit standen.

Man kann es kaum glauben: Niemand schlägt Kapital aus dieser Fülle:
Jesus und seine Jünger eröffnen weder ein Weingeschäft, noch einen Fischhandel.

Denken sie doch mal über die Gründe nach!