18.04.25: Karfreitag

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Predigt am Karfreitag

„Es ist vollbracht!“ – Das sind die letzten Worte Jesu im Johannesevan­gelium.
Dann wird noch von der Kreuzabnahme und der Grablegung berichtet.

Jesus hat das letzte Wort. Jesus hat sein Werk beendet, seine Sendung erfüllt –
als er stirbt und seinen Geist übergibt. Wem?
Dem, von dem er ausgegangen ist! Seinem Vater! Dem Gott Abrahams!

Wenn wir einmal sterben, tun wir das gleiche: Wir übergeben unseren Geist dem, der ihn in uns hineingelegt hat, der uns angehaucht hat, der uns mit dem Geist des Lebens erfüllt hat.

Wenn es so weit ist, übergeben wir unseren Geist nicht als ein neutrales Etwas. Unser ganzes Leben lässt den Geist in uns wachsen, sich verändern.
Wir werden reicher durch all das, was wir erfahren und vollbringen. Wir übergeben unseren Geist, mit dem wir unsere Kräfte füreinander eingesetzt haben, mit dem wir Niederlagen erlitten, mit dem wir uns über Erfolge freuten; unseren Geist, der dankbar ist für vieles Gutes, das uns in unserem Leben getan wurde.

Jesu letztes Wort ist wie eine Beteuerung, eine Zusammenfassung, eine Feststellung: Jesus hat seine Sendung vollbracht.

Diese, seine Sendung hat er in seinem Leben mehrmals in Worte gefasst:
Ich nicht gekommen, um zu richten, sondern um zu retten.
Ich bin gekommen, damit sie das Leben in Fülle haben.
Ich bin gekommen, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.
Mein Vater hat mich gesandt, damit ich die Werke tue, die ich von ihm empfangen habe.
Ich bin gekommen, damit der Vater durch mich verherrlicht wird!

Das hat Jesus vollbracht und das Werk war vollendet, als er seinen Geist seinem Vater im Himmel übergab.

Obwohl er vom Vater gesandt war, wurde er gefoltert.
Obwohl er kein Unrecht tat, wurde er verurteilt.
Obwohl er nur das verkündete, was er von seinem Vater gehört hat,
wurde er als Gottloser und Gotteslästerer verurteilt.
Obwohl er litt, vertraute er seinem Vater, der ihn rettete.

Das alles ist vielleicht noch vorstellbar und denkbar.

Jesus ging aber noch weiter.
Er nahm dieses Leid an, ohne sich zu wehren, ohne zu flüchten.
Er litt den Schmerz, damit die mit Gott versöhnt werden, die ihm das angetan haben.

Nein! Sein Vater hat ihn nicht gesandt, damit er leidet.
Er hat ihn gesandt, damit er rettet.
Doch die er retten wollte, die er mit dem Leben in Fülle beschenken wollte, haben ihn verurteilt.

Sie haben bestimmt, dass er seine Sendung nur auf diese Weise vollbringen konnte.

Wir glauben an Jesus. Wir glauben an seine Sendung. Wir glauben seiner frohen Botschaft. Wir glauben an seinen Gehorsam – selbst im Foltertod.

Das hat Konsequenzen:

Es gibt keine Rache für uns!
Es gibt keinen Hass für uns!
Es gibt keine Feindschaft für uns!
Es gibt keine Gewalt, die wir verüben.

Unser Leben kann nur einen Sinn haben:
Dass wir- wie Jesus – Gott verherrlichen,
in dem seine Liebe in uns und durch uns wirkt.

Einmal werden wir unseren Geist dem übergeben,
der ihn in uns gelegt hat.

Dann wird er uns verherrlichen,
so wie wir ihn in unserem Leben verherrlichen. Amen.

17.04.25: Gründonnerstag

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Liebe Schwestern und Brüder,
seit vielen Wochen beschäftigt mich intensiver als bisher, was Jesus beim Mahl mit seinen Jüngern getan hat.

Er bricht das Brot, gibt es ihnen und sagt:
Nehmt! Esst alle davon! Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.

Er reicht ihnen den Kelch mit Wein und sagt: Nehmt und trinkt alle daraus. Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes in meinem Blut, das für euch und für alle vergossen wird.

Tut dies zu meinem Gedächtnis!

Meine Gedanken kreisen meine darum, wie ich das aufnehmen und verstehen will.

Zum Beispiel drehe ich die Reihenfolge der Sätze um und schon wird der Zusammenhang etwas deutlicher:
Ich gebe meinen Leib, mein Leben für euch.
Nehmt und esst alle von diesem Brot!  

Ich verstehe: Wie Brot mich nährt, so will Jesus mir zur Nahrung werden.

Dann der Wein:
Ich vergieße mein Blut für euch, für einen neuen Bund.
Nehmt und trinkt alle daraus.

Ich verstehe:
Der Kelch mit dem Wein ist das Zeichen für den neuen Bund,
den Jesus, den Gott, mit uns schließt.
Dieser Bund wurde besiegelt, als das Blut Jesu vergossen wurde.

Der neue Bund zwischen Gott und Mensch besteht darin,
dass Gott ewiges Leben schenkt.
Er wird besiegelt, in dem Jesus sein Leben hingibt:
seinen Leib und sein Blut.

Das Bundeszeichen ist nicht wie bei Noah der Regenbogen,
der unverfügbar am Himmel zu sehen ist.

Das Bundeszeichen ist nicht ein geschlachtetes Lamm,
das zusammen mit ungesäuertem Brot gegessen wird.

Das Bundeszeichen ist Brot, das gebrochen und geteilt und verzehrt wird und Wein, der getrunken wird.

Immer klarer ist mir geworden: Nicht das Brot und der Wein als solches, sind das Zeichen, sondern:

Das Zeichen für den neuen Bund ist, wenn wir das Brot teilen und den Wein trinken – auch wenn das gemeinsame Trinken des Weins in unserer Kirche abhandengekommen ist.

Liebe Schwestern und Brüder,
wenn wir in der Messfeier das Brot teilen, bestätigen wir, dass wir zu dem Bund gehören und durch Jesus das ewige Leben empfangen.

Die Verantwortlichen und Mächtigen sahen aber in Jesus eine Bedrohung, und beschlossen deshalb ihn zu töten.
So kam es dazu, dass Jesus sein Leben geben musste, damit diese Bund zustande kommt.
Wäre er nämlich davor zurückgewichen – hätte alles keine Gültigkeit.

Dadurch steht dieses „Muss“ im Raum. Weil die Mächtigen die bedingungslose Zusage des Lebens ablehnen, muss Jesus sterben.

Immer, wenn jemand Bedingungen festsetzt, die andere erfüllen müssen, immer wenn Macht über die Menschen beansprucht wird, müssen Menschen sterben und werden Sie diesen Regeln geopfert.

Jesus aber hat uns gezeigt:
Gottes neuer Bund kennt keine einzige Bedingung.
Gott steht zu uns. Er liebt uns, seine Kinder. Er lässt keines verloren gehen.

Er würde keines seiner Kinder opfern. Niemals.
Das Zeichen dafür ist, dass wir uns an Jesus erinnern und miteinander Brot teilen.

13.04.: Palmsonntag

Ansprache:
Judas näherte sich Jesus, um ihn zu küssen.

Jesus sagte: „Mit einem Kuss lieferst du den Menschensohn aus?“

Das ist bestürzend, dass das Zeichen der freundschaftlichen Begrüßung so in sein Gegenteil verkehrt werden kann.

Das geschieht auch heute.

Wie oft werden freundliche Worte geheuchelt –
während in Wahrheit Ärger und Zorn und vielleicht sogar Feindseligkeit
zwischen den Menschen herrschen?

Wie mag es in diesem Augenblick in der Seele des Judas ausgesehen haben? – Was mag ihn dazu getrieben haben?

Auch heute werden Menschen „ans Messer geliefert“ – hinter ihrem Rücken, so dass sie nicht merken, wer und vielleicht nicht mal warum.

Könnten wir nachösterlichen ähnlich wie Judas unseren Herrn ausliefern?

Das soll uns fern liegen!

Unser Leben soll mit dem übereinstimmen, was wir als unseren Glauben bekennen:

Jesus hat für uns gelebt und er hat uns gezeigt,
dass wir füreinander da sind:

Einander unterstützen, beistehen, aufhelfen –

Wir wollen für den anderen „Diener“ sein.

06.04.2025: 5. Fastensonntag

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Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Osterkerze nicht mehr im Altarraum – wir beginnen die „PASSIONSZEIT“

Die letzten zwei Wochen vor Ostern denken wir besonders intensiv an Jesus, der sich so viel Leid zufügen ließ.
Wir leiden mit ihm – und damit wird uns bewusst,
dass niemand auf der Welt so viel Leid zugefügt werden sollte.

Es ist die Aufgabe der Menschheit, das Leid zu verringern.
Deshalb spenden wir heute für das katholische Hilfswerk MISEREOR.
MISEREOR arbeitet täglich daran die Armut und das Leid der Menschen zu verringern.
Die Not geht nie aus. Aber viele hunderttausend Menschen konnten sich durch die Hilfe zur Selbsthilfe bereits aus der schlimmsten Armut befreien:
MISEREOR hilft durch unsere Spenden ungezählten Menschen, dass sie ihre Würde entdecken und dass Ihre Würde geachtet wird.

Wir sind heute dringend aufgerufen, uns wieder durch unsere Spenden daran zu beteiligen.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Vergangenen Samstag wurde ich gefragt: „Gibt es keinen Bußgottes­dienst? Sollen wir wieder zum Beichten gehen?“

Es gab im letzten Advent und in dieser österlichen Bußzeit keinen Bußgot­tesdienst, weil im Jahr zuvor nur sehr wenige daran teilgenommen haben.
Ca. 12 bis 15 Personen! In meiner vorherigen Pfarrei Herz Jesu war es genauso. –

Nur sehr wenige finden es notwendig, über eigene Sünden nachzudenken und gemeinsam Gott um Vergebung zu bitten.

Halt! Aufpassen! Ich habe nicht gesagt, dass ich das schlimm finde.
Ich habe nicht gesagt, das müsse anders sein! Ich will sie zu gar nichts überreden! Ganz gewiss will ich Ihnen kein schlechtes Gewissen machen!

Unversehens bin ich mitten in der Geschichte, die das Johannes­evangelium erzählt:

Ich höre die Frage Jesu an mich – an sie:
„Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!“
Die Frau verabschiedet er mit der Mahnung: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“

Niemand stellt in Frage, dass es Sünden gibt und dass er ein Sünder ist!
Die Schriftgelehrten und Pharisäer wissen um ihre Sünde. Die Frau sowieso. Nur wir tun uns offensichtlich fürchterlich schwer damit, zu denken, dass wir Sünder sind.

„Was stell ich schon an? Ich tu niemandem etwas. Ich helfe doch sowieso, wo ich kann.“

Wir wollen nicht als Sünder dastehen und uns nicht als Sünder fühlen müssen. – Das kann ich sehr gut verstehen!

Verzeihen Sie, wenn ich jetzt zur Offensive übergehe und frage: Jesus hätte wegen uns gar nicht auf die Welt kommen müssen, um uns zu erlösen? – Nur wegen der anderen?

Sind wir wirklich ohne Sünde – oder machen wir uns selbst etwas vor?
Dürften wir den Stein auf die Ehebrecherin werfen – auch wenn wir es natürlich gar nicht tun wollen und werden?

Zur Entspannung möchte ich noch sagen:
Ein Sünder ist deswegen noch lange kein schlechter Mensch und schon gar kein schlechter Christ.
Der Heilige Franz von Assisi nannte sich selbst einen Sünder – so wie das die meisten getan haben, die von den Päpsten heiliggesprochen wurden.
Und das waren nun wirklich keine schlechten Menschen!

Was ist denn nun eigentlich eine Sünde? Wirklich nur Diebstahl, Mord und Ehebruch?

Noch einmal zu unserer Verteidigung: Bis vor ein paar Jahrzehnten wurden ziemlich detaillierte Sündenkataloge aufgestellt – und meistens drehte es sich entweder um das 6. Gebot oder um die Erfüllung sogenann­ter religiöser Pflichten. – Davon wollen wir zurecht nichts mehr wissen.

Aber nun: was ist eine Sünde?

Für die Antwort auf diese Frage erinnere ich an das WICHTIGSTE GEBOT: Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit deiner ganzen Kraft. Und: Du sollst deinen Mitmenschen lieben wie dich selbst!

Sünde ist, wenn ich gegen dieses Gebot verstoße:  Also, wenn ich mich lieblos verhalte gegenüber Gott oder gegenüber dem Mitmenschen.

Und nun frage ich uns und gebe uns diese Frage mit in die 2 Wochen bis Ostern:

Bin ich ein Sünder? Oder bin ich ohne Sünden?

Jesus jedenfalls sagt: Ich verurteile dich nicht!
Muss ich dann gar nicht mehr nachdenken, ob ich lieblos war?

Allgemeines Gebet

Lektorin: Jesus Christus, du bist die Auferstehung und das Leben. Voll Vertrauen wenden wir uns an dich:

Gott, voll Erbarmen    L/A: Wir beten zu dir.

  • Für alle Menschen, deren Würde nicht geachtet wird
  • Gott, voll Erbarmen           A: Wir beten zu dir.
  • Für alle, die kranke und sterbende Menschen pflegen:
  • Gott, voll Erbarmen           A: Wir beten zu dir.
  • Für alle, die Kinder und Jugendliche erziehen.
  • Gott, voll Erbarmen           A: Wir beten zu dir.
  • Für alle, die sich selbst für schlechte Menschen halten.
  • Gott, voll Erbarmen           A: Wir beten zu dir.
  • Für alle, die andere um Vergebung bitten.
  • Gott, voll Erbarmen           A: Wir beten zu dir.
  • Für alle, die sich schwer damit tun, eigene Sünden zu erkennen und vor sich zuzugeben.
  • Gott, voll Erbarmen           A: Wir beten zu dir.

Gott, Du schenkst uns Vergebung und Versöhnung durch Jesus, deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.

30.03.2025: 4. Fastensonntag

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Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Schockiert – Mit-leiden – Helfen

Immer wieder glauben, dass nichts uns trennen kann von der Liebe Gottes – dass auch dieses Erdbeben keine Trennung von Gottes Liebe ist,
sondern dass sie auch und gerade jetzt von Gott geliebt sind und seine Kraft empfangen.

Dies zu glauben ist eine echte Herausforderung –
die leichter wird, wenn ich merke:
ich kann der sein, durch den Gottes Liebe spürbar wird und handelt.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus treibt sich in einer völlig unpassenden Gesellschaft herum: Sünder und Zöllner – bekannt und gehasst. Um den Vorzeigejuden, den Pharisäern und Schriftgelehrten zu erklären, warum – erfindet er diese wunderbare Gleichnisgeschichte.

Früher nannte man diese Geschichte das Gleichnis vom verlorenen Sohn – seit Jahrzehnten weist man auf den eigentlichen Sinn hin und hat den Titel gefunden: Die Geschichte vom barmherzigen Vater. Denn um ihn geht: Gott ist so wie dieser Vater und deshalb würden wir sogar einen der Betrüger von Wirecard freudig aufnehmen, wenn er zu uns kommt und mit uns auf die frohe Botschaft hört.

Dennoch möchte ich heute auf den jüngeren der beiden Söhne achten:

Er führte ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen in einem zügellosen Leben: Wir denken natürlich an Trinkgelage und ausschweifende Partys – uns das ist auch beabsichtigt.

Leicht könnten wir uns zurücklehnen und denken: Das tu ich nicht!
Ich bin eher wie der ältere der beiden Söhne: Ich tue tagein tagaus, was recht ist vor Gott: ich bin verantwortungsbewusst, erfülle meine Pflicht und achte auf ein geordnetes Leben. – Zurecht – wenn ich uns alle so anschaue!

Vielleicht können wir uns aber doch auch in dem verlorenen Sohn wiederfinden:

Wir haben durch die frohe Botschaft Jesu einen großartigen Schatz empfangen – ein schier unermessliches Vermögen – nicht Geld – sondern Weisheit, Vertrauen und Hoffnung.

Verschleudern wir dieses Vermögen nicht, wenn wir den Glauben in Dogmen fassen und diese von Menschen formulierten Dogmen zur göttlichen Offenbarung erklären?

Wird da nicht der einfache Glaube an Gottes Liebe zu einem komplizierten Formelglauben, der Lehrformeln in die Mitte stellt und mehr Menschen ausschließt als er gewinnt?

Anstatt des göttlichen Reichtums herrscht ängstliche und enge Armut.

Vielleicht verwechseln wir unser geordnetes und behagliches bürgerliches Leben in Geborgenheit und Sicherheit mit dem Willen Gottes?
Vielleicht will er uns ganz andere Wege zeigen?

Woher kommt es, dass in unserem Lande so viele Menschen unseren Glauben nicht mehr attraktiv finden? Was haben wir als Kirche falsch gemacht?

Zahlen wir vielleicht die Quittung dafür, dass wir die Freiheit des Denkens gegen den Gehorsam gegenüber der kirchlichen Lehre eingetauscht haben?

Ist diese Armut an Zuspruch das Ergebnis davon, dass wir Leben im Geist Jesu verwechselt haben mit kirchlichen Regeln, wie man zu leben hat und auf keinen Fall leben darf, weil – so die Behauptung und Praxis – wir dann nicht mehr in Gottes Gnade stehen. Sind diese Regeln nicht Menschen gemacht?

Die Botschaft Jesu ist anders! Gott ist anders!

Gottes ist kein Gesetzgeber und er ist kein Richter, der die Übertretung hart bestraft!

Gott nimmt die Menschen in die Arme, die zu ihm kommen!

Vielleicht sollten wir wie der jüngere Sohn einmal in uns gehen und überlegen: Ist bei Gott nicht Leben in Fülle anstatt selbst verordneter Kleinlichkeit, an die wir uns halten, weil wir vor Gott gut dastehen wollen?

Unsere Sünden sind nicht, dass wir zu viel gegessen haben,
dass wir ein Gebet zu wenig gesprochen haben und solches mehr.

Unsere Sünde ist, wenn wir andere ausschließen und nicht an die barmherzige und großzügige Liebe Gottes zu uns glauben.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott ist wie der barmherzige Vater, der auf seinen Sohn wartet und ein Freudenfest feiert, als er zu ihm zurückkehrt. So bitten wir:

  • Für alle, die darüber nachdenken, ihr Leben grundlegend zu ändern: dass sie den Mut finden, sich ganz der Liebe zu verschreiben.
    Du Gott der Liebe.
  • Für die jungen Menschen, die versuchen, ihre eigenen Wege zu finden: dass sie Wege finden, die den Frieden mehren und den Reichtum der Natur bewahren. Du Gott der Liebe.
  • Für die Menschen in Südostasien, die unter den Folgen des Erbebens leiden und ums Überleben kämpfen: dass sie schnell Hilfe erhalten.
    Du Gott der Liebe.
  • Für alle, die um Verzeihung gebeten werden, und für alle, die von ihren Freunden oder Verwandten enttäuscht sind: Dass sie vergeben können und sich darüber freuen, dass sie sich wieder gefunden haben.
    Du Gott der Liebe.
  • Für die Nationen und Europas und ihre Bevölkerung: dass die Sehnsucht nach Frieden größer ist als die nationalen Interessen.
    Du Gott der Liebe.
  • Für unsere Kirche: der Heilige Geist führe sie, damit sie kraftvoll die Botschaft von der Auferstehung und der Barmherzigkeit in dieser Welt bezeugt und vorlebt. Du Gott der Liebe.

Lektor/in: Guter Gott, in dir ist Einheit und Vielfalt, in dir ist Frieden und Versöhnung. Nimm unser Gebet an und schenke uns deinen Frieden durch Christus, unseren Herrn. Amen.

23.03.25: 3. Fastensonntag

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Einführung:

Liebe Schwestern und Brüder!
in unserer Gesellschaft wird fast alles der Freiheit des Einzelnen untergeordnet. Das ist ein großer Schatz.
Ich muss nichts befürchten, egal welche Meinung ich vertrete oder wie ich mein Leben gestalte. Die Grenze ist einzig, dass ich niemanden anderen bedrohe oder Schaden zufüge.

Manche schimpfen allerdings, die Meinungsfreiheit sei bedroht – nur deshalb, weil sie Widerspruch bekommen. Wer keinen Widerspruch ertragen möchte – der will nicht Meinungsfreiheit, sondern dass nur noch seine Meinung zählt.

Freiheit ist etwas viel Größeres: Es ist die Freiheit Gutes zu tun. Es ist die Freiheit, Schönes zu gestalten.
Freiheit ist die Möglichkeit etwas bewirken zu können.
Gott hat uns die Freiheit gegeben, sein Reich in dieser Welt aufzubauen.

Ansprache:

Liebe Schwestern und Brüder,
das kann ich nicht von mir sagen: „Ich bin der ich bin“ ‑
es stimmt zwar, dass die Persönlichkeit sich mit zunehmenden Alter nicht mehr so schnell verändert; es stimmt, dass der Zugewinn an Einsicht und Verständnis in jüngeren Jahren viel schneller ist – aber:
Ich bin nicht mehr der, der ich war und ich bin noch nicht der, der ich sein werde. Ich verändere mich.

Mose aber hört die Stimme dessen, der von sich sagt:
„Ich bin, der ich bin.“

Dieser Ich bin ruft in die Freiheit, heraus aus der Sklaverei – „jetzt bin ich raus“, denken sie? „weil ich frei bin und nicht versklavt!“

Bleiben in Gedanken noch ein wenig bei mir: so frei, wie wir manchmal meinen, sind wir gar nicht. Wir stecken in mancherlei Zwängen und unser Denken ist geprägt und wird täglich beeinflusst und wenn wir nicht sehr aufpassen auch manipuliert. Unsere Grundüberzeugungen haben wir von unseren Eltern und Vorbildern übernommen und vielleicht ein wenig verändert.

Nicht alle Grundüberzeugungen sind segensreich: „Hast du was, dann bist du was!“ „Es geht immer ums Geld!“ „Lass Dir nichts gefallen!“ „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!“

In solchen Grundüberzeugungen ist schon eine Wahrheit – aber sie legen den anderen fest, sie verschließen den Blick auf die Mitmenschlichkeit.

Eine solche Grundüberzeugung ist unser Verständnis von Gerechtigkeit:
Wer brav ist, soll belohnt werden. Dem soll es gut gehen! Und Gott soll für Gerechtigkeit auf der Welt sorgen und zwar nach unserem Maßstab.

Aber: das ist nicht seine Aufgabe. Das ist nicht sein Wesen.

Gottes Gerechtigkeit besteht nicht im Belohnen und Bestrafen.
Gottes Gerechtigkeit besteht darin, dass ihm jedes Geschöpf ein unendlicher Schatz ist, der nicht verloren gehen darf.

Wie sehr wir in unserem Gerechtigkeitsdenken gefangen sind, merke ich oft:

Wenn jemand krank geworden ist, fragen wir: Wie hat er gelebt?
Er war zu dick. Er hat zu viel getrunken. Und: er ist ja schon alt.

Wenn keine solchen Gründe zutreffen, dann sagen wir:
Wie kann Gott das zulassen?

Jesus befreit uns aus diesem Gefängnis und erklärt uns: Weder die Opfer einer Gräueltat, noch die Opfer eines Unglücks, noch die Opfer einer heimtückischen Krankheit sind schuld.
Letztlich sind sie gestorben, wie jedes Lebewesen in dieser Welt sterben wird.  – Wir würden uns wünschen, dass sie nicht auf solche Weise gestorben wären und nicht so früh. Und damit liegen wir richtig.

Und weiter sagt Jesus: Wenn ihr schon dieses Schicksal mit der Schuld und der Sünde in Verbindung bringt, dann bitte nur so:

Da ihr alle wisst, dass ihr sterben werdet, begreift eure Lebenszeit als die Zeit, die ihr habt, um gute Früchte zu bringen:

Welche guten Früchte?

Eigentlich müsste ich Das nicht erklären, weil sie es selber wissen:

Wenn sie das Vertrauen eines Menschen stärken,
wenn sie das Verständnis füreinander wecken,
wenn sie einem Menschen zur Hoffnung anstiften,
wenn sie den Zorn eines Menschen aushalten, so dass er sich beruhigt
und natürlich: wenn sie einem Menschen aus seiner Not, aus seiner misslichen Lage oder sonst irgendwie helfen
und wenn Sie trotz aller Beschwernis darauf vertrauen, das Gott bei ihnen und in ihnen ist ‑ 

Dann haben sie gute Früchte gebracht.

Jesus ist der Gärtner. Er hat dafür gesorgt, dass wir Früchte, gute Früchte bringen können. Nützen wir die Zeit, die uns gegeben ist.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Himmlischer Vater, du rufst uns zur Freiheit, damit wir nicht Sklaven der dunklen Kräfte werden. Wir beten zu Dir:

L/A: Herr und Gott, wir beten zu dir:

  • Wir beten für die Regierungen der Supermächte: dass sie sich bekehren und dem Frieden und der Gerechtigkeit unter den Völkern dienen.
  • Wir beten für alle Menschen, die unterdrückt werden und für die, die wegen ihrer Armut ihr Leben nicht frei gestalten können:
    dass sie Wege in die Freiheit finden.
  • Wir beten für alle Menschen, über die schlechte Gerüchte verbreitet werden: dass sie Gerechtigkeit erfahren und sich nicht zermürben lassen.
  • Wir beten für alle Menschen: dass sie Gedanken des Friedens denken und nicht des Verderbens.

Lektor/in: Heiliger Vater, du stärkst in uns die Liebe zur Freiheit und zur Gerechtigkeit. Wir loben dich durch Christus, unseren Herrn. Amen.

09.03.25: 1. Fastensonntag

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Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Der Anblick von Schokolade weckt tatsächlich das Verlangen, sie zu essen.

Aber eine Versuchung ist es nur dann, wenn wir eigentlich keine Schokolade essen wollen: Versuchung ist die Gefahr, etwas zu sagen oder zu tun, oder nicht zu tun, was wir mit unserem Glauben und unserem Gewissen nicht vereinbaren können.

Versuchung ist die Gefahr, nicht mehr an das Gute und seine größere Macht zu glauben. Gott will unser Vertrauen stärken.

Wir rufen zu J.Chr.

du hast deinem Vater vertraut.
du hast auf deinen Vater gehört
du hast alles aus Liebe zu deinem Vater getan.

Ansprache:

Liebe Schwestern und Brüder,
diese Geschichte ist unglaublich:
Das Evangelium erzählt der Teufel er habe Jesus versucht. Jesus, den Messias, in dem der ewige Sohn Gottes Mensch geworden ist!

Vielleicht kommt es aber weniger auf die Beschreibung der Versuchungen an, denen Jesus ausgesetzt war – sondern mehr darauf, was Jesus dem Teufel antwortet.

Dem Evangelium geht es ja um Jesus, den Retter, den Messias, der das Reich Gottes in dieser Welt verkündet.

Jesu Erwiderungen auf die Versuchungen sind kurz und prägnant:

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein!
Vor dem Herrn, deinem Gott sollst Du Dich niederwerfen und ihm allein dienen.
Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen!

Diese drei Maximen stellt das Evangelium dem Wirken Jesu voran.
Als nächstes erzählt das Lk-Evangelium wie Jesus in der Synagoge in Nazareth seine erste Ansprache hält.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein:
Das Brot ist Nahrung für das Leben. Aber das Leben hat ein Ziel. Leben heißt, dem Ziel entgegengehen. Die Kraft dafür nicht allein vom Brot! Diese Kraft kommt von der Hoffnung, von der Liebe, die wir empfangen, von der Sehnsucht.

Auf die zweite Versuchung erwidert Jesus: du sollst dich vor Gott niederwerfen und ihm allein dienen.
Immer wieder muss ich mir das klar machen und sage es auch in der Predigt: Wir Christen haben nur einen Herrn, dem wir folgen. Das macht uns frei gegenüber den Herrschaften dieser Welt.

Alexej Nawalny war so frei und hat sich nicht gebeugt. Auch in der Regie­rung Trumps wird es einige geben, die sich nicht vor ihm niederwerfen.

Liebe Schwestern und Brüder, zeigen wir Rückgrat, bleiben wir aufrecht. Lassen wir uns nicht zu Haltungen und Handlungen hinreißen, die dem Glauben entgegenstehen: dem Glauben daran, dass Gott uns liebt und den anderen.

Ist gewaltsame Selbstverteidigung der einzige Weg? Macht man sich damit nicht die Maximen eines Angreifers zu eigen und unterwirft sich seinen Vorstellungen von Herrschaft und Macht innerlich – während man äußerlich gegen ihn kämpft?

Auf die dritte Versuchung antwortet Jesus: Du sollst den Herrn, deinen Gott nicht auf die Probe stellen:

Jemanden auf die Probe stellen heißt: ihn testen, ihn austesten.
Kinder testen, was die Eltern tun, wenn sie nicht folgen.
Viele Schüler testen, ob sie es mit weniger lernen auch schaffen.
Manche Sportler testen, ob sie beim Doping doch nicht erwischt werden.

Jesus testet Gott nicht, sondern hört auf ihn und vertraut ihm – so können wir es ebenfalls machen.

Liebe Schwestern und Brüder, von der Versuchung ist auch im Vater Unser die Rede: Dabei ist nicht um die Versuchung angesprochen, dass wir uns etwas (überflüssiges) gönnen.

Es geht um die Versuchung durch das Böse: denn das Böse lässt Zweifel entstehen, ob das Gute wirklich siegen wird, ob Gott der stärkere ist.

Es geht um die Versuchung, das irdische Leben mit dem Ziel zu verwechseln. Es geht um die Versuchung, sich den Mächtigen zu beugen, statt dem einen Herrn, unserem Gott und es geht um die Versuchung, Gottes Treue zu testen, statt auf ihn zu hören.

Führe uns nicht in Versuchung, ist nur die Einleitung zu der eigentlichen Bitte: sondern erlöse (befreie) uns von dem Bösen – damit wir nicht anfangen, an Gott und an der größeren Macht des Guten zu zweifeln.

Denn Gott ist größer als alles und er ist der Gute in Ewigkeit.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Herr, Jesus Christus dein Vertrauen zu deinem himmlischen Vater hat dich immer geleitet. Wir bitten dich, unseren Bruder und Herrn, unseren Weggefährten und Heiland:

L/A: Herr, erhöre unser Rufen

  • Wir beten für uns und alle Menschen: dass wir uns bei der Suche nach Erfüllung, nach Sinn und Ziel für unser Leben nicht mit oberflächlichen Werten zufriedengeben:
  • Wir beten für die Menschen, die von Hunger gequält sind: dass sie nicht mutlos werden und dass sie Hilfe erhalten.
  • Wir beten für die Menschen, die Macht über andere aus­üben: dass sie ihre Macht nicht für selbstsüchtige Zwecke  missbrauchen:
  • Wir beten für die Menschen, die Angst vor dem Sterben und vor dem Tod haben: dass sie auf das neue Leben in deinem Licht hoffen können.
  • Lektor/in: Herr und Gott, stärke uns, dass wir unser Leben auf dich hin ausrichten und der Versuchung des Bösen nicht nachgeben. Wir vertrauen auf dich, loben und preisen dich, den einzi­gen Gott und Herrn in Ewigkeit. Amen.

05.03.25: Aschermittwoch

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Ich begrüße Sie alle sehr herzlich heute Abend in unserer Pfarrkirche und freue mich, dass sie gekommen sind. Wir wollen die österliche Bußzeit beginnen:

Im Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes!

Gnade und Frieden von Jesus Christus, unserem Bruder, Erlöser und Herrn, sei mit Euch!

Jesus Christus ist immer in unserer Mitte, wenn wir uns in seinem Namen versammeln. Er offenbart uns Gottes Liebe zum Menschen, die größer ist als jede Lieblosigkeit, zu der Menschen im Stande sind.
Er lässt nicht zu, dass durch die Lieblosigkeit unter Menschen ein einziger verloren geht. Zu ihm rufen wir und ihn grüßen wir voll Freude und Dankbarkeit:

Predigt:

Liebe Schwestern und Brüder,eigentlich sind wir es ja gewohnt, dass das gleiche Wort in verschiedenen Zusammenhängen etwas ganz anderes bedeutet:

Wer sagt, dass er sich „diesen Schuh nicht anzieht“ spricht gar nicht von der Fußbekleidung!

So ähnlich ist es auch mit dem Wort „Buße“: Wenn wir vom Bußgeld sprechen ist eine Strafe für die Übertretung der Verkehrsvorschriften gemeint.

Wenn wir als Christen davon sprechen, dass wir „Buße“ tun, hat das gar nicht mit Strafe zu tun, sondern mit dem Bemühen, dass wir auf dem Weg bleiben, den Christus uns gezeigt hat:

Welcher Weg ist das?
Tut alles, was ihr tut aus dem Glauben an Gottes Liebe zu euch und zum anderen.

Wenn du deine Arbeit machst – tu es, weil Gott dich liebt!
Wenn du jemandem einen Gefallen tust – tu es, weil Gott dich liebt!
Wenn du betest – tu es, weil Gott dich liebt.
Wenn du fastest – tu es, weil Gott dich liebt!

Wenn ich mir bei allem, was ich mache, denken würde: Das mache ich, weil ich glaube, dass Gott mich liebt und den anderen!

Das würde das Leben mächtig verändern – viel mehr noch wie eine Gelenkerkrankung oder eine Herz-Kreislauf Erkrankung, wo die Betroffenen ständig daran denken: dass tu ich jetzt, damit meine Krankheit nicht schlimmer wird oder weil es nicht anders geht.

Liebe Schwestern und Brüder,
Weil Gott mich liebt und den anderen –

Das bringt Freude ins Leben und Vertrauen!

Das befreit von der ängstlichen Sorge um sich selbst.

Das öffnet den Blick und das Herz für den Mitmenschen und dafür, ihm gut zu tun.

Je mehr wir so denken und fühlen,
umso weiter kommen wir auf dem Weg der christlichen Buße.

Liebe Schwestern und Brüder,
oft nehmen wir uns in der Fastenzeit vor, etwas nicht oder weniger zu tun oder etwas mehr zu tun (z.B: beten, spenden)

Ich schlage ihnen ganz ernsthaft vor:

Verzichten wir auf solche Bußleistungen – Gott braucht das nicht!
Gott hat nichts dagegen, wenn jemand Schokolade ist.

Versuchen wir immer wieder zu denken:

Weil Gott mich liebt – genau wie den anderen – deshalb

Weil Gott mich liebt und sie, deshalb sind wir jetzt zusammen, um in diesem Gottesdienst.

Fürbitten:

Lektor/in: Gott, du erfüllst uns mit deinem Geist und gibst uns Kraft, damit wir einander Gutes tun und dadurch Zeugnis geben für deine Liebe.

L/A: Herr, wir kommen zu dir.

  • Gott, du hast uns als dein Ebenbild geschaffen

Herr, wir kommen zu dir.

  • Du willst dass wir vor dir in Frieden leben
  • Du bist die Wahrheit, nach der wir suchen.
  • Du hast uns durch Christus mit dir versöhnt
  • Du bist gerecht und schließt niemand von deiner Liebe aus.
  • Du verheißt uns ewiges Leben

Lektorin: Wir bitten dich für alle, die sich in diesen Wochen auf die Feier des Osterfestes vorbereiten:

  • Segne unser Bemühen, unseren Glauben zu stärken.

L/A: Herr, erhöre unser Rufen

  • Gib uns Mut und Einsicht, damit wir uns selbst erkennen.
  • Gib uns Kraft, dass wir unsere Verantwortung für andere erfüllen.
  • Wecke in uns die Liebe zu den notleidenden Menschen
  • Hilf uns, dass wir unsere Selbstbezogenheit und Selbstsucht überwinden.

Lektorin: Gott, du bist die Quelle des Lebens und alles lebt durch dich. Wir preisen dich heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

02.03.25: 8. Sonntag im Jahreskreis

Einführung:
Das Leben ist – ?
manche sagen: ein Kampf – aber wogegen oder gegen wen?

Mein Firmpate hatte den Spruch: Das Leben ist eines der gefährlichsten. Es endet immer tödlich.

Er hatte recht und auch nicht:
Denn das Leben endet nicht, sondern führt uns zurück in die Herrlichkeit, der uns ins Leben gerufen hat.
Diese Zuversicht hat uns Christus gebracht. Ihn grüßen wir:

Ansprache:
Der größte Feind des Menschen – das bedenke Wohl,
war noch nie und ist keineswegs der Alkohol,

Was dann, so werden sie mich fragen?
Paulus sagt, es sei der Tod mit seinem stärksten Mordwerkzeug,
die Sünde ist sein Stachel, mit der er jeden Menschen beugt.
Man könnte darüber fast verzagen.

Das Gesetz mach die Sünde stark. –
Es gibt niemand, der nicht dagegen mal verstößt,
deswegen ist der Mensch ja lange noch nicht bös.
Doch durch sie dringt uns der Tod ins Mark.

Verzeihen sie, Liebe Schwestern und Brüder,
dass ich ein so ernstes und wichtiges Thema scherzend mit Versen zu beschreiben begonnen habe.

Aber wie hängt das alles zusammen: Tod und Sünde, Gesetz und Erlösung durch die Auferweckung Jesu?

Die Geschichte von Adam und Eva, erzählt, wie sie gegen das Verbot Gottes handeln und die Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse essen. Diese Geschichte deutet den Tod und die ihn vorbereitenden Krankheiten und Leiden, die Mühen des Broterwerbs und die Schmerzen bei der Geburt als Folge oder Strafe für den Ungehorsam des Menschen, der sich selbst zum Maßstab von Gut und Böse macht.

Für den bekehrten Paulus ist dieser Zusammenhang wie ein Gefängnis aus dem der Mensch nicht aus eigener Kraft herauskommt. Er selbst hat lange Zeit in diesem Gefängnis verbracht und sogar mit Eifer und Fleiß die Gesetze studiert und befolgt und auf ihre Einhaltung gepocht.

Er hat sogar die Christen verfolgt – weil sie dieses Gefängnis verlassen haben und das Gesetz hinter sich warfen.

Braucht es denn keine Gesetze?
Ist es nicht notwendig, dass Diebstahl und Vergewaltigung bestraft werden? Ist es falsch, solche Taten „Sünde“ zu nennen?

Es ist notwendig und richtig – für Menschen, die nicht durch Christus erlöst und befreit sind!

Christus hat die Gefangenschaft durch Sünde und Tod beendet:

Alles ist schier auf den Kopf gestellt, weil Christus auferweckt wurde in die Herrlichkeit des Himmels. Mit ihm sind alle, die an ihn glauben durch die Taufe dem Tod entrissen! Das Gesetz hat seine Richtermacht verloren.
Gottes Gericht ist anderer Art: Es bringt Erbarmen und Vergebung!

Das hat Jesus sein Leben lang gezeigt:
Er hat den Menschen Gutes getan,
er hat Vergebung und Heilung gebracht.

Die an ihn glauben, liebe Schwestern und Brüder,
da ist sich Paulus sicher – und ich mir in seinem Gefolge genauso –
brauchen kein Gesetz mehr, das sie verurteilt!
Sie tun das, was Jesus getan hat:

Sie tun anderen Gutes und bringen Versöhnung und Heilung.
Wir brauchen kein Verbot der Sterbehilfe, keine Strafe für Einbruch und Körperverletzung – all das kommt für uns ohnehin nicht in Frage.

Unsere Sendung ist, dass wir die Werke Jesu weiterführen –
damit sich in dieser Welt der Friede Christi ausbreitet
und dem todbringenden Hass und der Feindschaft Grenzen setzt.

Wir sind, hat Jesus kundgetan,
allein Gott im Himmel untertan,
er schenkt uns Sterblichen Unsterblichkeit
entreißt uns dem Tod, holt uns in seine Herrlichkeit.

Der Menschen Bosheit kann Gott nicht daran hindern,
dass er uns zählt zu seinen Kindern,
Erwarten dürfen wir ewiges Leben,
vollkommenes Glück und reichen Segen.

Des Menschen größter Freund, bedenke wohl,
ist Gott der uns in den Himmel holt.
Und in der Bibel steht geschrieben,
du kannst nichts bess’res tun als lieben.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Wir haben die Botschaft von der Befreiung gehört und beten im Vertrauen auf den Sieg des Lebens

Gott unseres Lebens

  • Wir beten für die Missmutigen, die den Blick für das Gute verloren haben.
  • Wir beten für die Menschen, die Regeln und Gebote für andere festsetzen
  • Wir beten für die Menschen, die dem Ideal folgen, für andere da zu sein.
  • Wir beten für Väter und Mütter, für Erzieherinnen und Erzieher, für Lehrerinnen und Lehrer.
  • Wir beten für Richter und Staatsanwälte, für Polizeibeamte, die sich für die Einhaltung der Gesetze sorgen.
  • Wir beten für die Inhaftierten und die Sicherheitskräfte in den Gefängnissen.

Lektor/in: Gott, der Glaube an deine Güte macht uns eifrig darin gut zu anderen zu sein und niemandem Schaden zuzufügen. Stärke unseren Glauben, dass in dir unsere Mühe nicht vergeblich ist. Wir preisen dich heute und in Ewigkeit. Amen.

Theaterpredigt zu Bondi Beach

Leben im gesegneten Alter

O: Vorpann

Hey Alter!
Vor einiger Zeit haben sich junge Burschen gerne so gegrüßt!
Wenn Frauen und Männer etwas grob von ihrem Alten oder ihrer Alten sprechen – das habe ich mir erklären lassen – ist das eigentlich keine abwertende Redeweise: Es geht gar nicht um das Alter, sondern um ein sprachliches Überbleibsel aus der Römerzeit: „Altus“ heißt „hoch“

Wenn Frau von „ihrem Alten“ spricht, redet sie ihn als ihren „Hohen“ und umgekehrt der Mann von seiner „Hohen“. Ohne es zu wissen drücken sie somit hohe Wertschätzung für den anderen aus. So wie sie im kirchlichen Eheversprechen heißt: Ich will dich „ehren“ alle Tage meines Lebens.

Freundschaft ist das andere Thema –
die Freundschaft und das Alter, bzw. das Altern!

1 Wertvoll – Wertlos

Alt sein heißt übrigens wertvoll sein: Der älteste schwarze Einser – eine Briefmarke – wurde kürzlich für 440.000 € versteigert.
Alter Whisky, Rotwein und Käse sind besonders gut – jedenfalls bestimmte – und teuer.

Was ist wertvoll am Alter?

Es ist selten, es verbinden sich damit Erinnerungen,
Das Alter bringt den Whisky zur Reife. Die Gärungspro­zesse sind längst vorbei, alles ist zur Ruhe gekommen, die Aromen sind voll entfaltet und wurden von der Umgebung (vom Holzfass) aufgenommen.

Alte Menschen sind heute nicht gerade eine Seltenheit – erst ab 100 vielleicht. Zur Ruhe kommen sie auch immer später – da gärt noch so manches und es ist einiges unausgegoren ‑ auch in einem Alter, das früher schon als gesegnet bezeichnet wurde.

Alt ist – das kennen wir – auch ein Schimpfwort oder wenigstens ein Synonym für wertlos:

Der alte Schrott (ob aus Metall oder Textil) ist zerschlis­sen, ausgeleiert, löchrig, geflickt, verrostet, verstaubt, funktioniert nicht mehr und ist mindestens völlig über­holt.

Das alles will ich lebenserfahrenen Menschen nicht nachsagen – obwohl wir uns manchmal oder vielleicht auch immer öfter so fühlen mögen.

2. Einstellungen zum Alter

Menschen empfinden das älter werden ganz verschieden: das hängt viel vom erreichten Alter ab:

Bis 18 oder auch darüber hinaus ist es fast ausschließlich ein Fortschritt: Man lernt laufen, sprechen, und sich in der Welt zurecht zu finden. Man darf immer mehr und kann immer mehr und endlich darf man selbst entscheiden, ob man links oder rechts, vorwärts oder rückwärts gehen will.
(Man darf abends weggehen, Alkohol trinken, rauchen – und was man sonst besser lassen sollte.)

Alt sind für so junge Menschenkinder Leute wie Mama und Papa, irgendwie möchte man auch so werden. Oma und Opa – die sind richtig alt. Alte Menschen müssen sterben – das merken die Kinder und fragen manchmal auch: Oma, du bist doch schon alt – musst du bald sterben?

Danach, in der Rushhour des Lebens, ändert sich der Blick auf das Alter:
Die eigenen Eltern werden immer älter (wenn man Glück hat) und ja, sie sind nicht mehr so fit wie früher: Manchmal brauchen sie Hilfe: erst bloß beim Handy – dann beim Vorhang waschen – und dann immer öfter.

Und man selbst ist gerade so richtig mittendrin – und merkt: das Alter – also der 5er oder 6er rücken näher. Richtiger: Man selbst rückt diesen 10er Jubiläen immer näher. Man fängt an zu witzeln, dass man zum Lesen längere Arme bräuchte

Ab 65 lässt es sich nicht mehr ignorieren: älter werden heißt jetzt endgültig: Verluste erleiden: Haarausfall und nachlassende Libido sind nicht die gravierendsten Verluste.

Man fühlt sich ja noch ganz fit – aber am Treppenpo­dest bleibt man kurz stehen, weil man außer Puste ist – und entschuldigt es damit, dass man ein bisschen erkältet ist. Man denkt voraus und es wird einem klar: Senioren­heim, Demenz, Rollator, künstl. Hüftgelenk, Inkontinenz – das kann die eigene Zukunft sein.

„Gott sei Dank, bin ich schon so alt“ – sagen die befürchten, dass es mit der Menschheit nicht gut weitergeht.
„Ich möchte noch einmal 17 sein“ singen die, die ihrer Jugend nachtrauern und die noch gerne viel erleben möchten.

Knapp 200 Jahre3 vor dem Jahr 0 spricht das Buch Jesus Sirach über die Probleme des Alterns: 3,12: „Kind, nimm dich deines Vaters im Alter an / und kränke ihn nicht, solange er lebt!“
Sir 8,6: „Behandle einen Menschen in seinem Alter nicht verächtlich, / denn auch manche von uns werden altersschwach!“

3. Ansprüche im Alter und an die Alten

Unerlässlich sind die Hilfsmittel für älter gewordene:
Hörgeräte – sind heutzutage viel besser als früher. Brillen sowieso! Dank eines künstlichen Kniegelenks kann man sich schmerzfrei bewegen und vielleicht sogar wandern.

Solche Hilfsmittel helfen, die Einschränkungen möglichst gering zu halten. Aber genau das zeigt eben: der körperliche Verfall lässt sich nicht aufhalten und kommt – schneller oder langsamer.

Immerhin gibt es eine Erweiterung der Alltagsge­spräche: Nicht mehr nur das Wetter und die Politik. Man spricht jetzt auch gerne über Wehwechen und Krankheiten und kann sich darüber austauschen, Tips geben, den anderen bedauern …

Ich kenn auch Leute, die sagen: Das ist doch normal, dass ich nicht mehr so gut höre – und möchten kein Hörgerät, das eh nur pfeift und auch keine neue Brille …

Die älteren werden ja noch gebraucht:

Auf die Enkel aufpassen. Das Haus hüten, während die jungen im Urlaub sind. Sogar am Arbeitsmarkt sind sie gefragt, weil es zu wenig Junge Leute gibt. ‑ Nachwuchsmangel –

Wir müssen nämlich feststellen, dass wir keine Nachfolger haben: Krankenschwestern, Steuerberater,
Servicekräfte im Supermarkt, Verkäuferinnen im Ladengeschäft, Ärzte, Lehrer – es gibt viel zu wenige!

Wer soll nun die Lebensälteren betreuen, behandeln, ihre Arbeit weiterführen.

Es ist nicht mehr zu ändern: Das hat etwas mit dem eigenen Verhalten zu tun: die Babyboomer hatten Sex zum Vergnügen, aber keine Lust, Nachwuchs zu zeugen.
Man hat den Auftrag der Nachkriegsgeneration ange­nommen: „Sorge dafür, dass der Wohlstand größer wird!“ – Anders als bei der vorherigen Generation ging es nicht um die eigenen Kindern, denen es besser gehen sollte. Sondern einem selbst!
Kinder sind da eher hinderlich! Kinder sind nicht der Reichtum der Eltern, sondern ein Armutsrisiko!

Jetzt werden die Babyboomer alt und müssen sich selber bedienen und pflegen und ihre SUV’s bauen und Häuser renovieren!
Wir werben um Menschen aus anderen Erdteilen, damit sie für uns arbeiten: – wir sollten ihnen dann aber nicht vorwerfen, dass sie anders aussehen, eine (andere Religion) haben und überhaupt ganz anders sind.
Wir sollten dankbar sein und dafür sorgen, dass sie gerne hier sind und bleiben.
Und selbst diejenigen, die sich hierher flüchten, weil es bei ihnen zuhause nicht auszuhalten ist ‑ kommen sie nicht gerade recht, um die Lücken zu schließen, die die Babyboomer hinterlassen?

Wäre es nicht besser zu sagen: Hör auf mit deinem Asylantrag: Hier – bau dir eine Wohnung und gewöhne dich bei uns ein. Bei uns gibt es Arbeit genug!

Gut dass du da bist!

Sollten wir den Bäckereiverkäufern und Ärztinnen aus dem Ausland nicht wöchentlich Blumen schenken, weil sie hier bei uns arbeiten. Sollten sie uns nicht sehr willkommen sein?


Zurück zum alt sein und alt werden:

Natürlich wollen Menschen gesund sein und etwas leisten können und aktiv sein können – je nachdem, was der einzelne gerne macht.

Es tut auch gut, noch gebraucht zu werden und Anerkennung zu erfahren:
Den Sauerbraten kann niemand so gut wie du, Oma.
Der Opa hat immer das richtige Werkzeug.
Der kann das.

Aber es bleibt ja nicht dabei:

Es wird einem gesagt, wie man im Alter zu sein hat:

Offen für neues und neue Hilfsmittel, sich nicht gehen lassen, ausgeglichen sein und in sich ruhen, unabhängig und selbständig, altersweise und entpannt.

Darf man mit 65 nicht einfach auf der Couch sitzen. – Und nichts. Ich sage nichts weiter als nur „auf der Couch sitzen“!

Ich protestiere dagegen, dass den Alten gesagt wird, wie sie zu sein haben, wie man sie gerne haben möchte. Es braucht keine Muster und Schablonen, denen die Alten entsprechen sollen!
Wer seine Ruhe möchte – hat er nicht das Recht dazu?

Der Wahn, dass man alles gestalten und aufpeppen muss, dass es für alles Leitbilder und Normen gibt,
soll nicht auch noch dem Alter übergestülpt werden! Wenigstens im Alter soll man endlich einmal einfach so sein dürfen, wie man ist – ganz ohne Selbst – Insze­nie­rung.

4. Moral im Alter

Im Psalm 90 steht:

Du, Gott, warst schon, bevor die Erde entstand,
und du bleibst in alle Ewigkeit.

Du sagst zum Menschen: »Werde wieder Staub!«
So bringst du ihn dorthin zurück,
woher er gekommen ist.

Für dich sind tausend Jahre wie ein Tag,
so wie gestern – im Nu vergangen.

Die Menschen sind vergänglich wie das Gras:
Morgens noch grünt es und blüht,
am Abend schon ist es verwelkt.
Unser Leben, ist flüchtig wie ein Seufzer.

Siebzig Jahre sind uns zugemessen,
wenn es hochkommt, achtzig –
doch selbst die besten davon sind Mühe und Last!

Wie schnell ist alles vorbei und wir sind nicht mehr!

Unsere Tage zu zählen, lehre uns Herr.
Lass uns erkennen, wie kurz unser Leben ist,
damit wir zur Einsicht kommen!

‑‑‑‑‑‑‑

Inwiefern macht die Einsicht in die Begrenztheit unserer Lebenstage den Menschen weise?
Jedenfalls sind unsere Lebenstage kein unendliches Gut: Womit möchte ich sie füllen?
Was für ein Mensch möchte ich gewesen sein, wenn mein Leben zu Ende geht?

Im zunehmenden Alter wird es einem immer bewusster, dass die Tage vor einem weniger sind als die Tage, die man schon gelebt hat. Das führt zu ganz verschiedenen Reaktionen:

Manche möchten die Zeit ausnützen und unbedingt noch eine bestimmte Reise machen, ein Abenteuer erleben, etwas Neues lernen.
Manche bereiten sich auf das Ende vor und richten alles her für den Tag.
Die meisten Menschen leben einfach ihr Leben weiter: Haushalt, Verwandte, Freunde – Arztbesuche, Ruhezeiten, gewohnte Aktivitäten, Freunde und Gesellschaft – je nach Geschmack.

Und wenn sie mich fragen: Möge es bitte jeder tun, wie es zu ihm passt. Denn eigentlich gelten im Alter keine anderen moralischen Ansprüche als im ganzen Leben:
Was du von anderen erwartest, das tu auch ihnen! Und: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu!
Oder in der Sprache der Bibel: Liebe! Liebe das Leben und seinen Ursprung (Gott) und liebe die Lebenden: die anderen genauso wie dich.

5. Und dann?

Jetzt wäre es natürlich seltsam, wenn ich als christli­cher Redner mit dem Beruf Pfarrer nicht auf das Thema zu sprechen komme: Tod und dann?

Dann erfüllen sich alle meine besten Wünsche: ich bin stark und kräftig, voller Lebensfreude und habe unendlich viel Zeit, um alles zu genießen, was ich genießen kann.
Nein im Ernst: Sportwagen, die Welt bereisen, Bücher lesen, Musik hören – das sind irdische Dinge – das ist nicht himmlisch!

Himmlisch ist …. tja: jetzt bleibt mir jedes Wort im Halse stecken, weil ich es nicht sagen kann.

Jesus benutzt den Vergleich mit dem Hochzeitsmahl – das ist doch als Bild nicht schlecht für das unaussprechliche, ‑ wenn wir mit Gott verschmelzen, wenn wir in ihn eingehen, ohne aufzuhören wir selbst zu sein –

Muss ich mich verantworten für das Böse, das ich dachte und tat? Für das Gute, das ich versäumt habe?

Ich hoffe, dass wenn das Böse aus mir verschwindet noch etwas übrigbleibt: das Gute, das ich wollte und tat und war.

Vor meinem letzten Gedanken will ich diese Überlegungen beschließen mit einem Appell, den ich irgendwann einmal gelesen habe und den zu befolgen ich sehr sinnvoll finde – ganz unabhängig vom Lebensalter:

Lebe stets so, wie du bei deinem Tode wünschen wirst, gelebt zu haben!

Nicht allein:

In Bondi Beach stehen 5 Personen auf der Bühne – Sie nennen sich zwischendurch „Beste Freunde“. Erwähnt werden manchmal Kinder und Partner. Ihre Gespräche sind ohne Tabus. Jeder kann alles sagen – auch was einem anderen nicht gefällt. Sie sind so vertraut, wie es sonst nur eine Familie ist. Ihre Gespräche sind mal feinsinnig, mal grobschlächtig, mal verletzend, mal mitfühlend

Sie sind nicht allein. Sie werden zusammen alt. Das ist gut. Das gibt Mut. Und für den, der keinen Mut findet, ist es trotzdem leichter, diesen Zustand auszuhalten.

Keiner soll allein sein müssen, wenn er es nicht mag.

Ich wünsche uns allen, dass es immer jemand gibt, der uns zeigt und spüren lässt, dass jede von uns – ob jung ob alt – wirklich wertvoll ist.

Wie schön wäre es, wenn das letzte Wort ein „Danke“ wäre.