02.03.25: 8. Sonntag im Jahreskreis

Einführung:
Das Leben ist – ?
manche sagen: ein Kampf – aber wogegen oder gegen wen?

Mein Firmpate hatte den Spruch: Das Leben ist eines der gefährlichsten. Es endet immer tödlich.

Er hatte recht und auch nicht:
Denn das Leben endet nicht, sondern führt uns zurück in die Herrlichkeit, der uns ins Leben gerufen hat.
Diese Zuversicht hat uns Christus gebracht. Ihn grüßen wir:

Ansprache:
Der größte Feind des Menschen – das bedenke Wohl,
war noch nie und ist keineswegs der Alkohol,

Was dann, so werden sie mich fragen?
Paulus sagt, es sei der Tod mit seinem stärksten Mordwerkzeug,
die Sünde ist sein Stachel, mit der er jeden Menschen beugt.
Man könnte darüber fast verzagen.

Das Gesetz mach die Sünde stark. –
Es gibt niemand, der nicht dagegen mal verstößt,
deswegen ist der Mensch ja lange noch nicht bös.
Doch durch sie dringt uns der Tod ins Mark.

Verzeihen sie, Liebe Schwestern und Brüder,
dass ich ein so ernstes und wichtiges Thema scherzend mit Versen zu beschreiben begonnen habe.

Aber wie hängt das alles zusammen: Tod und Sünde, Gesetz und Erlösung durch die Auferweckung Jesu?

Die Geschichte von Adam und Eva, erzählt, wie sie gegen das Verbot Gottes handeln und die Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse essen. Diese Geschichte deutet den Tod und die ihn vorbereitenden Krankheiten und Leiden, die Mühen des Broterwerbs und die Schmerzen bei der Geburt als Folge oder Strafe für den Ungehorsam des Menschen, der sich selbst zum Maßstab von Gut und Böse macht.

Für den bekehrten Paulus ist dieser Zusammenhang wie ein Gefängnis aus dem der Mensch nicht aus eigener Kraft herauskommt. Er selbst hat lange Zeit in diesem Gefängnis verbracht und sogar mit Eifer und Fleiß die Gesetze studiert und befolgt und auf ihre Einhaltung gepocht.

Er hat sogar die Christen verfolgt – weil sie dieses Gefängnis verlassen haben und das Gesetz hinter sich warfen.

Braucht es denn keine Gesetze?
Ist es nicht notwendig, dass Diebstahl und Vergewaltigung bestraft werden? Ist es falsch, solche Taten „Sünde“ zu nennen?

Es ist notwendig und richtig – für Menschen, die nicht durch Christus erlöst und befreit sind!

Christus hat die Gefangenschaft durch Sünde und Tod beendet:

Alles ist schier auf den Kopf gestellt, weil Christus auferweckt wurde in die Herrlichkeit des Himmels. Mit ihm sind alle, die an ihn glauben durch die Taufe dem Tod entrissen! Das Gesetz hat seine Richtermacht verloren.
Gottes Gericht ist anderer Art: Es bringt Erbarmen und Vergebung!

Das hat Jesus sein Leben lang gezeigt:
Er hat den Menschen Gutes getan,
er hat Vergebung und Heilung gebracht.

Die an ihn glauben, liebe Schwestern und Brüder,
da ist sich Paulus sicher – und ich mir in seinem Gefolge genauso –
brauchen kein Gesetz mehr, das sie verurteilt!
Sie tun das, was Jesus getan hat:

Sie tun anderen Gutes und bringen Versöhnung und Heilung.
Wir brauchen kein Verbot der Sterbehilfe, keine Strafe für Einbruch und Körperverletzung – all das kommt für uns ohnehin nicht in Frage.

Unsere Sendung ist, dass wir die Werke Jesu weiterführen –
damit sich in dieser Welt der Friede Christi ausbreitet
und dem todbringenden Hass und der Feindschaft Grenzen setzt.

Wir sind, hat Jesus kundgetan,
allein Gott im Himmel untertan,
er schenkt uns Sterblichen Unsterblichkeit
entreißt uns dem Tod, holt uns in seine Herrlichkeit.

Der Menschen Bosheit kann Gott nicht daran hindern,
dass er uns zählt zu seinen Kindern,
Erwarten dürfen wir ewiges Leben,
vollkommenes Glück und reichen Segen.

Des Menschen größter Freund, bedenke wohl,
ist Gott der uns in den Himmel holt.
Und in der Bibel steht geschrieben,
du kannst nichts bess’res tun als lieben.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Wir haben die Botschaft von der Befreiung gehört und beten im Vertrauen auf den Sieg des Lebens

Gott unseres Lebens

  • Wir beten für die Missmutigen, die den Blick für das Gute verloren haben.
  • Wir beten für die Menschen, die Regeln und Gebote für andere festsetzen
  • Wir beten für die Menschen, die dem Ideal folgen, für andere da zu sein.
  • Wir beten für Väter und Mütter, für Erzieherinnen und Erzieher, für Lehrerinnen und Lehrer.
  • Wir beten für Richter und Staatsanwälte, für Polizeibeamte, die sich für die Einhaltung der Gesetze sorgen.
  • Wir beten für die Inhaftierten und die Sicherheitskräfte in den Gefängnissen.

Lektor/in: Gott, der Glaube an deine Güte macht uns eifrig darin gut zu anderen zu sein und niemandem Schaden zuzufügen. Stärke unseren Glauben, dass in dir unsere Mühe nicht vergeblich ist. Wir preisen dich heute und in Ewigkeit. Amen.

Theaterpredigt zu Bondi Beach

Leben im gesegneten Alter

O: Vorpann

Hey Alter!
Vor einiger Zeit haben sich junge Burschen gerne so gegrüßt!
Wenn Frauen und Männer etwas grob von ihrem Alten oder ihrer Alten sprechen – das habe ich mir erklären lassen – ist das eigentlich keine abwertende Redeweise: Es geht gar nicht um das Alter, sondern um ein sprachliches Überbleibsel aus der Römerzeit: „Altus“ heißt „hoch“

Wenn Frau von „ihrem Alten“ spricht, redet sie ihn als ihren „Hohen“ und umgekehrt der Mann von seiner „Hohen“. Ohne es zu wissen drücken sie somit hohe Wertschätzung für den anderen aus. So wie sie im kirchlichen Eheversprechen heißt: Ich will dich „ehren“ alle Tage meines Lebens.

Freundschaft ist das andere Thema –
die Freundschaft und das Alter, bzw. das Altern!

1 Wertvoll – Wertlos

Alt sein heißt übrigens wertvoll sein: Der älteste schwarze Einser – eine Briefmarke – wurde kürzlich für 440.000 € versteigert.
Alter Whisky, Rotwein und Käse sind besonders gut – jedenfalls bestimmte – und teuer.

Was ist wertvoll am Alter?

Es ist selten, es verbinden sich damit Erinnerungen,
Das Alter bringt den Whisky zur Reife. Die Gärungspro­zesse sind längst vorbei, alles ist zur Ruhe gekommen, die Aromen sind voll entfaltet und wurden von der Umgebung (vom Holzfass) aufgenommen.

Alte Menschen sind heute nicht gerade eine Seltenheit – erst ab 100 vielleicht. Zur Ruhe kommen sie auch immer später – da gärt noch so manches und es ist einiges unausgegoren ‑ auch in einem Alter, das früher schon als gesegnet bezeichnet wurde.

Alt ist – das kennen wir – auch ein Schimpfwort oder wenigstens ein Synonym für wertlos:

Der alte Schrott (ob aus Metall oder Textil) ist zerschlis­sen, ausgeleiert, löchrig, geflickt, verrostet, verstaubt, funktioniert nicht mehr und ist mindestens völlig über­holt.

Das alles will ich lebenserfahrenen Menschen nicht nachsagen – obwohl wir uns manchmal oder vielleicht auch immer öfter so fühlen mögen.

2. Einstellungen zum Alter

Menschen empfinden das älter werden ganz verschieden: das hängt viel vom erreichten Alter ab:

Bis 18 oder auch darüber hinaus ist es fast ausschließlich ein Fortschritt: Man lernt laufen, sprechen, und sich in der Welt zurecht zu finden. Man darf immer mehr und kann immer mehr und endlich darf man selbst entscheiden, ob man links oder rechts, vorwärts oder rückwärts gehen will.
(Man darf abends weggehen, Alkohol trinken, rauchen – und was man sonst besser lassen sollte.)

Alt sind für so junge Menschenkinder Leute wie Mama und Papa, irgendwie möchte man auch so werden. Oma und Opa – die sind richtig alt. Alte Menschen müssen sterben – das merken die Kinder und fragen manchmal auch: Oma, du bist doch schon alt – musst du bald sterben?

Danach, in der Rushhour des Lebens, ändert sich der Blick auf das Alter:
Die eigenen Eltern werden immer älter (wenn man Glück hat) und ja, sie sind nicht mehr so fit wie früher: Manchmal brauchen sie Hilfe: erst bloß beim Handy – dann beim Vorhang waschen – und dann immer öfter.

Und man selbst ist gerade so richtig mittendrin – und merkt: das Alter – also der 5er oder 6er rücken näher. Richtiger: Man selbst rückt diesen 10er Jubiläen immer näher. Man fängt an zu witzeln, dass man zum Lesen längere Arme bräuchte

Ab 65 lässt es sich nicht mehr ignorieren: älter werden heißt jetzt endgültig: Verluste erleiden: Haarausfall und nachlassende Libido sind nicht die gravierendsten Verluste.

Man fühlt sich ja noch ganz fit – aber am Treppenpo­dest bleibt man kurz stehen, weil man außer Puste ist – und entschuldigt es damit, dass man ein bisschen erkältet ist. Man denkt voraus und es wird einem klar: Senioren­heim, Demenz, Rollator, künstl. Hüftgelenk, Inkontinenz – das kann die eigene Zukunft sein.

„Gott sei Dank, bin ich schon so alt“ – sagen die befürchten, dass es mit der Menschheit nicht gut weitergeht.
„Ich möchte noch einmal 17 sein“ singen die, die ihrer Jugend nachtrauern und die noch gerne viel erleben möchten.

Knapp 200 Jahre3 vor dem Jahr 0 spricht das Buch Jesus Sirach über die Probleme des Alterns: 3,12: „Kind, nimm dich deines Vaters im Alter an / und kränke ihn nicht, solange er lebt!“
Sir 8,6: „Behandle einen Menschen in seinem Alter nicht verächtlich, / denn auch manche von uns werden altersschwach!“

3. Ansprüche im Alter und an die Alten

Unerlässlich sind die Hilfsmittel für älter gewordene:
Hörgeräte – sind heutzutage viel besser als früher. Brillen sowieso! Dank eines künstlichen Kniegelenks kann man sich schmerzfrei bewegen und vielleicht sogar wandern.

Solche Hilfsmittel helfen, die Einschränkungen möglichst gering zu halten. Aber genau das zeigt eben: der körperliche Verfall lässt sich nicht aufhalten und kommt – schneller oder langsamer.

Immerhin gibt es eine Erweiterung der Alltagsge­spräche: Nicht mehr nur das Wetter und die Politik. Man spricht jetzt auch gerne über Wehwechen und Krankheiten und kann sich darüber austauschen, Tips geben, den anderen bedauern …

Ich kenn auch Leute, die sagen: Das ist doch normal, dass ich nicht mehr so gut höre – und möchten kein Hörgerät, das eh nur pfeift und auch keine neue Brille …

Die älteren werden ja noch gebraucht:

Auf die Enkel aufpassen. Das Haus hüten, während die jungen im Urlaub sind. Sogar am Arbeitsmarkt sind sie gefragt, weil es zu wenig Junge Leute gibt. ‑ Nachwuchsmangel –

Wir müssen nämlich feststellen, dass wir keine Nachfolger haben: Krankenschwestern, Steuerberater,
Servicekräfte im Supermarkt, Verkäuferinnen im Ladengeschäft, Ärzte, Lehrer – es gibt viel zu wenige!

Wer soll nun die Lebensälteren betreuen, behandeln, ihre Arbeit weiterführen.

Es ist nicht mehr zu ändern: Das hat etwas mit dem eigenen Verhalten zu tun: die Babyboomer hatten Sex zum Vergnügen, aber keine Lust, Nachwuchs zu zeugen.
Man hat den Auftrag der Nachkriegsgeneration ange­nommen: „Sorge dafür, dass der Wohlstand größer wird!“ – Anders als bei der vorherigen Generation ging es nicht um die eigenen Kindern, denen es besser gehen sollte. Sondern einem selbst!
Kinder sind da eher hinderlich! Kinder sind nicht der Reichtum der Eltern, sondern ein Armutsrisiko!

Jetzt werden die Babyboomer alt und müssen sich selber bedienen und pflegen und ihre SUV’s bauen und Häuser renovieren!
Wir werben um Menschen aus anderen Erdteilen, damit sie für uns arbeiten: – wir sollten ihnen dann aber nicht vorwerfen, dass sie anders aussehen, eine (andere Religion) haben und überhaupt ganz anders sind.
Wir sollten dankbar sein und dafür sorgen, dass sie gerne hier sind und bleiben.
Und selbst diejenigen, die sich hierher flüchten, weil es bei ihnen zuhause nicht auszuhalten ist ‑ kommen sie nicht gerade recht, um die Lücken zu schließen, die die Babyboomer hinterlassen?

Wäre es nicht besser zu sagen: Hör auf mit deinem Asylantrag: Hier – bau dir eine Wohnung und gewöhne dich bei uns ein. Bei uns gibt es Arbeit genug!

Gut dass du da bist!

Sollten wir den Bäckereiverkäufern und Ärztinnen aus dem Ausland nicht wöchentlich Blumen schenken, weil sie hier bei uns arbeiten. Sollten sie uns nicht sehr willkommen sein?


Zurück zum alt sein und alt werden:

Natürlich wollen Menschen gesund sein und etwas leisten können und aktiv sein können – je nachdem, was der einzelne gerne macht.

Es tut auch gut, noch gebraucht zu werden und Anerkennung zu erfahren:
Den Sauerbraten kann niemand so gut wie du, Oma.
Der Opa hat immer das richtige Werkzeug.
Der kann das.

Aber es bleibt ja nicht dabei:

Es wird einem gesagt, wie man im Alter zu sein hat:

Offen für neues und neue Hilfsmittel, sich nicht gehen lassen, ausgeglichen sein und in sich ruhen, unabhängig und selbständig, altersweise und entpannt.

Darf man mit 65 nicht einfach auf der Couch sitzen. – Und nichts. Ich sage nichts weiter als nur „auf der Couch sitzen“!

Ich protestiere dagegen, dass den Alten gesagt wird, wie sie zu sein haben, wie man sie gerne haben möchte. Es braucht keine Muster und Schablonen, denen die Alten entsprechen sollen!
Wer seine Ruhe möchte – hat er nicht das Recht dazu?

Der Wahn, dass man alles gestalten und aufpeppen muss, dass es für alles Leitbilder und Normen gibt,
soll nicht auch noch dem Alter übergestülpt werden! Wenigstens im Alter soll man endlich einmal einfach so sein dürfen, wie man ist – ganz ohne Selbst – Insze­nie­rung.

4. Moral im Alter

Im Psalm 90 steht:

Du, Gott, warst schon, bevor die Erde entstand,
und du bleibst in alle Ewigkeit.

Du sagst zum Menschen: »Werde wieder Staub!«
So bringst du ihn dorthin zurück,
woher er gekommen ist.

Für dich sind tausend Jahre wie ein Tag,
so wie gestern – im Nu vergangen.

Die Menschen sind vergänglich wie das Gras:
Morgens noch grünt es und blüht,
am Abend schon ist es verwelkt.
Unser Leben, ist flüchtig wie ein Seufzer.

Siebzig Jahre sind uns zugemessen,
wenn es hochkommt, achtzig –
doch selbst die besten davon sind Mühe und Last!

Wie schnell ist alles vorbei und wir sind nicht mehr!

Unsere Tage zu zählen, lehre uns Herr.
Lass uns erkennen, wie kurz unser Leben ist,
damit wir zur Einsicht kommen!

‑‑‑‑‑‑‑

Inwiefern macht die Einsicht in die Begrenztheit unserer Lebenstage den Menschen weise?
Jedenfalls sind unsere Lebenstage kein unendliches Gut: Womit möchte ich sie füllen?
Was für ein Mensch möchte ich gewesen sein, wenn mein Leben zu Ende geht?

Im zunehmenden Alter wird es einem immer bewusster, dass die Tage vor einem weniger sind als die Tage, die man schon gelebt hat. Das führt zu ganz verschiedenen Reaktionen:

Manche möchten die Zeit ausnützen und unbedingt noch eine bestimmte Reise machen, ein Abenteuer erleben, etwas Neues lernen.
Manche bereiten sich auf das Ende vor und richten alles her für den Tag.
Die meisten Menschen leben einfach ihr Leben weiter: Haushalt, Verwandte, Freunde – Arztbesuche, Ruhezeiten, gewohnte Aktivitäten, Freunde und Gesellschaft – je nach Geschmack.

Und wenn sie mich fragen: Möge es bitte jeder tun, wie es zu ihm passt. Denn eigentlich gelten im Alter keine anderen moralischen Ansprüche als im ganzen Leben:
Was du von anderen erwartest, das tu auch ihnen! Und: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu!
Oder in der Sprache der Bibel: Liebe! Liebe das Leben und seinen Ursprung (Gott) und liebe die Lebenden: die anderen genauso wie dich.

5. Und dann?

Jetzt wäre es natürlich seltsam, wenn ich als christli­cher Redner mit dem Beruf Pfarrer nicht auf das Thema zu sprechen komme: Tod und dann?

Dann erfüllen sich alle meine besten Wünsche: ich bin stark und kräftig, voller Lebensfreude und habe unendlich viel Zeit, um alles zu genießen, was ich genießen kann.
Nein im Ernst: Sportwagen, die Welt bereisen, Bücher lesen, Musik hören – das sind irdische Dinge – das ist nicht himmlisch!

Himmlisch ist …. tja: jetzt bleibt mir jedes Wort im Halse stecken, weil ich es nicht sagen kann.

Jesus benutzt den Vergleich mit dem Hochzeitsmahl – das ist doch als Bild nicht schlecht für das unaussprechliche, ‑ wenn wir mit Gott verschmelzen, wenn wir in ihn eingehen, ohne aufzuhören wir selbst zu sein –

Muss ich mich verantworten für das Böse, das ich dachte und tat? Für das Gute, das ich versäumt habe?

Ich hoffe, dass wenn das Böse aus mir verschwindet noch etwas übrigbleibt: das Gute, das ich wollte und tat und war.

Vor meinem letzten Gedanken will ich diese Überlegungen beschließen mit einem Appell, den ich irgendwann einmal gelesen habe und den zu befolgen ich sehr sinnvoll finde – ganz unabhängig vom Lebensalter:

Lebe stets so, wie du bei deinem Tode wünschen wirst, gelebt zu haben!

Nicht allein:

In Bondi Beach stehen 5 Personen auf der Bühne – Sie nennen sich zwischendurch „Beste Freunde“. Erwähnt werden manchmal Kinder und Partner. Ihre Gespräche sind ohne Tabus. Jeder kann alles sagen – auch was einem anderen nicht gefällt. Sie sind so vertraut, wie es sonst nur eine Familie ist. Ihre Gespräche sind mal feinsinnig, mal grobschlächtig, mal verletzend, mal mitfühlend

Sie sind nicht allein. Sie werden zusammen alt. Das ist gut. Das gibt Mut. Und für den, der keinen Mut findet, ist es trotzdem leichter, diesen Zustand auszuhalten.

Keiner soll allein sein müssen, wenn er es nicht mag.

Ich wünsche uns allen, dass es immer jemand gibt, der uns zeigt und spüren lässt, dass jede von uns – ob jung ob alt – wirklich wertvoll ist.

Wie schön wäre es, wenn das letzte Wort ein „Danke“ wäre.

16.02.25: 6. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Geht es ihnen gut?
Gesundheitlich? Ihrem Gemüt?
Spüren sie Dankbarkeit und Zufriedenheit?
Plagen sie Angst oder Wut?

Was sind ihre Wünsche für diese Welt?

Mit all dem stehen wir als Gemeinde vor Gott:
Er stärkt uns, er will uns befreien (erlösen) und er ruft uns, sein Reich aufzubauen.

Herr Jesus Christus,

  • Licht unseres Lebens
  • Du stärkst unsere Hoffnung
  • Du befreist uns von Angst und Wut

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Wehe, wehe viermal wehe steht in der Feldrede des Lukasevangeliums.
Gedroht wird den Reichen, die schon Trost empfangen haben,
den Satten, die hungern werden,
denen, die lachen, die dann klagen und weinen werden,
denen, die gelobt werden, weil sie falsche Propheten sind.

Mich verstören diese Drohungen, weil ich so viele Reden Jesu im Kopf habe, die vom Erbarmen Gottes mit den Sündern sprechen.

Dieses wehe klingt un-barmherzig!

Ich werde mich in zwei Schritten damit auseinandersetzen.

Zuerst: wer wird beschrieben?

Die Reichen: wie kann man seinen Reichtum für sich behalten angesichts des Elends und der Not so vieler Menschen.
Diese Frage muss sich jeder stellen, der mehr hat als andere.

Die Satten: den Bauch voll haben ist nur ein Aspekt davon. Satt sein heißt keine Sehnsucht zu haben, dass es besser werden könnte. Die Satten übersehen den Hunger vieler Menschen, den Hunger nach Frieden, nach Geborgenheit, nach Respekt.

Die Lachen, können leicht lachen, weil es ihnen an nichts fehlt: sie haben ihre Leben im Griff und sprechen vom Glück des Tüchtigen und verschlie0en sich den Klagen und den Tränen ihrer Mitmenschen.

Gelobt werden von der Gesellschaft die mächtigen und reichen: Man bezeichnet sie als Eliten und Leistungsträger. Sie bestimmen die Trends und die Regeln. Ihnen macht man Platz und auf sie wird gehört.
Doch ihre Parolen sind falsch, weil sie nicht das Wohl der Armen im Sinn haben, sondern die Privilegien der Reichen. Sie haben im Kopf, was Menschen wollen; nicht, was Gott will.

Als Zweites möchte ich das „Wehe“ deuten:

In der Welt Gottes wird für diese Menschen selbst und für alle offenbar werden, dass sie in Wirklichkeit arm sind: arm an Mitgefühl, arm an Großzügigkeit, arm an Gottesliebe.

Es wird sichtbar, offenbar werden, dass sie zwar alles genossen haben, was anderen fehlte, dass aber die Verbundenheit fehlte: Nun werden sie Hunger haben nach Anerkennung und Respekt, doch es gibt keinen Grund dafür.

Es wird offenbar werden, dass sie nicht mehr gelten als andere und sie und alle werden einsehen, dass sie besser auf das Klagen und Weinen der Menschen gehört hätten. Dann hätten sie in Gottes Welt zu lachen, weil sie es richtig gemacht haben.

Es wir für sie selbst und alle sichtbar sein, dass ihre Lehren und ihr Leben in die falsche Richtung gingen: dass sie nicht von Gott gesegnet waren, dass sie keine Vorbilder waren und dass ihre Weisheit nicht Gottes Weisheit war und ihre Werke und ihr Rang vor Gott nichts gelten.

Noch zwei Bemerkungen mache ich, um die schwarzweiß Malerei zu vermeiden, die nur das entweder oder kennt und deshalb falsch ist:

1. Das Wehe bezieht sich darauf, dass für alle offenbar wird, ob wir Menschen im Geist Gottes oder gegen ihn gelebt haben. Es ist keine Verurteilung, sondern eine Warnung, mit dem Zweck, dass wir es anders machen.

2. So sehr ich die selig Rufe auf die Jünger Jesu – also uns – beziehen kann und möchte – ich jedenfalls finde mich auf beiden Seiten wieder.

Wohl erkenne ich meine Bedürftigkeit und die größere Bedürftigkeit vieler Menschen und möchte großzügig teilen – aber nicht alles!

Jesus preist mich zugleich selig und warnt mich mit dem Wehe!

Jeden Tag, liebe Mitchristen, jeden Augenblick, sind wir gerufen, unser Menschsein so zu gestalten, dass Jesus uns seligpreisen kann.

Vor Gott wird es einmal für uns selbst und für alle offenbar werden, ob wir vor Gott reich sind oder arm.

Sein Erbarmen, seine Vergebung, seine Heilung werde ich auf jeden Fall nötig haben!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott unser Vater, wir wollen nach deinem Wort leben und zugleich brauchen wir dein Erbarmen, wir bitten Dich:

L/A: Schenke uns dein Erbarmen o Herr

  • Wir beten für die Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz und für die vielen hundert Millionen Menschen, die sie vertreten: dass Gerechtigkeit und Friede für alle Länder ihre obersten Ziele sind und ihre Gespräche bestimmen.
  • A:    Schenke uns dein Erbarmen o Herr
  • Wir beten für die Menschen, die von Mordanschlägen betroffen und erschreckt sind: dass sie wieder gesund werden, dass sie sich von dem Schrecken befreien können und wieder Zuversicht haben.
  • A:    Schenke uns dein Erbarmen o Herr
  • Wir beten für die Regierenden, dass sie die schwierige Balance zwischen Sicherheitsvorkehrungen und Freiheit für die Menschen immer wieder finden.
  • A:    Schenke uns dein Erbarmen o Herr
  • Wir beten für die unvorstellbar armen Menschen: dass sie Gehör bekommen und dass die Regeln der Wirtschaft so verändert werden, dass sie nicht in der Armut gefangen bleiben.
  • A:    Schenke uns dein Erbarmen o Herr

Lektor/in: Du Gott teilst deinen Reichtum mit uns, du stillst unsere Sehnsucht nach Frieden, du siehst unsere Tränen, du nimmst jeden auf. Wir loben dich und wollen auf deine Stimme in unseren Herzen hören. Amen.

09.02.25: 5. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Gott braucht Menschen, die seine Botschaft weitertragen.

Gesucht werden Menschen wie du und ich.

Gesucht werden Menschen – nicht mit vollem Geldbeutel, sondern mit offenem Herzen.

Gesucht werden Menschen, die sich auf die Freundschaft mit Gott einlassen.

Gesucht werden Menschen, die sich auf Jesu ermutigendes Wort verlassen: Fürchte dich nicht!

H. J. Chr.
Du rufst ganz normale Menschen.
Du vertraust uns deine Botschaft an.
Du machst uns Mut und gibst uns Hoffnung.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Haben Sie die Brutalität gespürt, die in der Lesung beschrieben wurde: Mit einer glühenden Kohle wird der Mund des Erzählers berührt!  !!!

Zum Glück geschieht das nicht real, sondern in einer Vision des Jesaja – der ausgesandt wird, als Sprachrohr Gottes zum Volk und zum König zu sprechen.

Voraus ging das Bekenntnis: „Weh mir, ich bin ein Mann mit unreinen Lippen!“ Ein Mann, der aus Wut redet, oder Vorurteile verbreitet, oder anderen Angst macht, …

Aus reinen Lippen kommt kein solches Wort. Ein reines Wort sagt, was dem anderen hilft und was der Wahrheit dient.

Unreine Lippen habe ich: nicht, dass ich immer gottlos rede – aber eben auch. Es ist wie bei einem Glas Wasser: Schon ein Tropfen reicht, um es unrein zu machen.

Spüren sie das? Können Sie das mit-denken?
Gegenüber Gott sind wir Menschen „unrein“: In das Gute mischt sich Ungutes und Böses. Trotz aller Liebe gibt es auch Missgunst, …

Die heiße Kohle ist das Symbol der Reinigung.

Das Lukasevangelium erzählt etwas Ähnliches:
Petrus und die anderen zwei Jünger erleben Jesus.
Er verkündet ihnen das Wort Gottes (schade, dass von dieser Predigt nichts erzählt wird!). Schon da packt es sie innerlich.

Was Jesus verkündet ist ergreifend. Und dieser reiche Fischfang!
Halten wir uns nicht mit der Frage auf, was geschehen ist. Offensichtlich ist: Dieser Fischfang ist ein Zeichen für den neuen Sinn im Leben des Simon, des Jakobus und des Johannes.

Sie sollen künftig nicht mehr Fische fangen und für Geld verkaufen.
Sie sollen Menschen für das Reich Gottes gewinnen. Sie sollen Menschen gewinnen, die an die Liebe Gottes und an ihre immer größere Kraft glauben.

Die Reaktion des Petrus ist ähnlich wie die in der Vision von der glühenden Kohle:

Gegenüber Gott, gegenüber Jesus wird offenbar: Ich bin ein Sünder!

Liebe Schwestern und Brüder,
so sehr wir auch Sünder sind und sein mögen:
Wir sind von Gott gefundene Sünder.
Wir sind mit Gott versöhnte Sünder.
Wir sind von Gott geheilte Sünder!

Je mehr wir versuchen, Jesus zu verstehen und das Göttliche in seiner Botschaft zu erfassen, desto mehr können wir ihm ähnlich werden.
Er reinigt uns durch sein Wort, das mit seinem Leben übereinstimmt und dem er im Sterben treu bleibt.

Immer mehr werden wir davon durchdrungen, für andere zu leben.
Immer mehr werden wir reden, was dem anderen hilft und was der Wahrheit dient.

Liebe Schwestern und Brüder, schreiben wir uns hinter die Ohren, wie Jesus auf Simon und sein Bekenntnis als Sünder reagiert:

Er geht nicht von ihm weg – ganz im Gegenteil:

Er spricht ihm Mut zu und gibt ihm seine Sendung:

In Zukunft wirst Du Menschen gewinnen, die so wie du an Gottes immer größere Liebe glauben.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, wir wollen dem Wort deines Sohnes folgen und bitten dich um deine Kraft für unseren Weg:

  • Für alle, die enttäuscht sind, weil ihre Arbeit und Mühe erfolglos scheint. Dass sie nicht mutlos werden, sondern weiterhin das tun, was in deinen Augen richtig ist. ‑
    Christus höre uns         A: Christus, erhöre uns.
  • Für alle, die Jesu Botschaft verkünden – als Eltern, in einem pastoralen Beruf oder als Lehrer: dass sie auf offene Herzen treffen und in ihrer Arbeit getragen werden von den Christen in ihren Gemeinden.
    Christus höre uns         A: Christus, erhöre uns.
  • Für die Seelsorger und Seelsorgerinnen in unserer Stadt: Dass sie ihren Dienst mit Freude tun. ‑
    Christus höre uns         A: Christus, erhöre uns.
  • Für alle, die von Kindheit an Jesu Botschaft hören: dass sie immer wieder neu spüren, wie kostbar und voller Hoffnung Jesu Botschaft ist. ‑
    Christus höre uns         A: Christus, erhöre uns.
  • Für die Kinder und Jugendlichen, die sich auf die Sakramente vorbereiten: dass die frohe Botschaft Jesu sie hält und trägt wie ein Netz und dass sie in unserer Gemeinde Geborgenheit erfahren. ‑
    Christus höre uns         A: Christus, erhöre uns.

Lektor/in: Erhöre uns, Gott, und sende uns neu zu unseren Mitmenschen. Denn du bist es, der lebt und Leben schenkt in Ewigkeit.

02.02.25: Darstellung des Herrn

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Ansprache:
Was Maria und Josef in dieser Erzählung des Lukasevangeliums erleben müssen, ist eigentlich brutal:

Dieser Simeon, alt und betagt, kommt zu der Heiligen Handlung dazu,
spricht einen wundervollen Lobpreis, der bis heute zu unserem Gebetsschatz gehört.

Meine Augen haben das Heil gesehen! Jesus ist ein Licht – sogar für die Völker und er bringt Israel Herrlichkeit. Dann segnet er Mutter und Vater des Kindes und hängt dann diese Drohung an:

Jesus bringt in Israel viele zu Fall und richtet viele auf;
man wird ihm widersprechen.
Dir wird ein Schwert durch die Seele dringen.
Die guten und bösen Gedanken vieler Menschen sollen offenbar werden.

Wie verstört muss Maria, muss Josef dadurch gewesen sein!
Ist der Mann irre, die Eltern des Kindes in eine solche Achterbahn der Gefühle zu schicken?

An dieser Stelle muss ich meine Gedanken bremsen und mich erinnern, dass das Evangelium Jesus verkünden will. Und was alle wussten ist: Jesus starb den Tod am Kreuz. Aber die Jünger Jesu verkündeten, dass er der Messias ist, durch den Gott die Menschen mit sich versöhnt, ihnen alle Schuld vergibt und ewiges Leben schenkt.

Die Botschaft lautet: Der Gekreuzigte ist das Licht der Welt! Und genauso umgekehrt: Das Licht der Welt ist gekreuzigt worden.

Davon ist nicht die Rede, als die Engel den Hirten die Geburt Jesu verkündeten. Eine zarte Andeutung war, dass Jesus in eine Futterkrippe gelegt worden war, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

Jetzt spricht das Evangelium zum ersten Mal fast unverhohlen darüber, dass Jesus nicht wie ein Superheld die Welt auf seine Seite zieht, sondern dass die Menschen ihn schwierig finden und sogar töten, weil sie aus seinen Reden Anmaßung und Gotteslästerung heraushören.

Lukas erzählt also nicht eine verstörende Episode im Leben der jungen heiligen Familie, sondern er predigt darüber, dass Jesus das Licht der Welt ist, dass er das Heil bringt. Wer die Stimme Gottes aus Jesus sprechen hört, der kann in Frieden sterben – und leben,
weil er daran glaubt, dass Gott Heil schenkt: Leben in Fülle!

Und Lukas gibt dem traurigen Schicksal, das Jesus bevorsteht einen ersten Sinn: Die Gedanken vieler Menschen sollen offenbar werden.

An Jesus scheiden sich die Geister:

Seine Jünger erkennen in ihm die Liebe Gottes,
seine Feinde hören nur Anmaßung und Gotteslästerung und die Gefahr des Abfalls vom Glauben der Vorfahren.

Damit sind wir aber mitten in unserer heutigen Lage:

Viele ignorieren Jesus;
viele verstehen die christlichen Symbole, die sich überall finden, nicht;
Viele lehnen in und die Verkündigung der Kirchen ab und sagen, dass man das alles nicht glauben kann.

Viele aber glauben an ihn. Sie hören das göttliche in seiner Botschaft,
sie erkennen die Zuneigung zu den Menschen,
sie wollen den Weg der Mitmenschlichkeit gehen, den Jesus vorgelebt hat.

Was in unserer Zeit nicht mehr möglich ist:
Mitläufertum – irgendwie dabei sein, weil es sich gehört! Das funktioniert nicht mehr. Wenn wir uns heute zu Jesus bekennen, dann tun wir das aus bewusster Überzeugung.

Unsere Bischöfe sollen darauf achten, dass sie das Glauben nicht unnötig und mit falschen Gründen erschweren – im Gegenteil: Sie sollen die Menschen in die Freiheit des Christenmenschen führen.

Fürbitten

Lektor/in: Herr Jesus Christus, du bist das Licht der Welt. Wir rufen zu dir:

  • Sei du das Licht für die Kinder, die heuer in unserer Kirche getauft werden und für die Jungen und Mädchen, die sich auf Erstkommunion und Firmung vorbereiten: Bring ihnen auch durch uns das Licht des Glaubens, damit sie immer an deine Liebe glauben.
  • Pr:  Christus, höre uns                A:    Christus, erhöre uns
  • Sei du das Licht im Dunkel des Terrors, der Kriege und der Bürgerkriege: Bring auch durch uns Hoffnung und Erlösung für die Menschen in Afghanistan, in Palästina, in der Ukraine und überall, wo die Gewalt das Sagen hat.
  • Pr:  Christus, höre uns                A:    Christus, erhöre uns
  • Sei du das Licht im Dunkel von Neid, Feindschaft und Hass: Bring auch durch uns Versöhnung in verfeindete Nachbar­schaften, Verwandtschaften und Gemeinden.
  • Pr:  Christus, höre uns                A:    Christus, erhöre uns
  • Sei du das Licht im Dunkel von Hunger, Durst, Krankheit und Armut: Bring auch durch uns Hilfe zu den Menschen in Not.
  • Pr:  Christus, höre uns                A:    Christus, erhöre uns
  • Sei du das Licht im Dunkel von Trauer, Depression, Verlassenheit und Tod: Bring auch durch uns Licht zu Menschen, die nur noch das Dunkel sehen.
  • Pr:  Christus, höre uns                A:    Christus, erhöre uns

Lektor/in: Dann können wir dich preisen als das Licht, die Wärme und die Hoffnung unserer Welt: Jesus Christus, unser Freund und Bruder, heute und in Ewigkeit.

26.01.25: 3. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Wann mussten sie das letzte Mal weinen?

Auch Tiere weinen. Tränen sind ganz verschieden:
Schmerzen, Freude, Trauer und Scham, Rührung, Wut und Reue – all das kann Tränen auslösen.

Niemand braucht sich seiner Tränen zu schämen.
Auch Jesus weinte und seine Botschaft berührte viele ganz tief, so dass sie staunten.

Jesus, deine Botschaft weckt Vertrauen

Jesus Deine Botschaft macht Mut

Jesus Deine Botschaft bringt uns Trost.

Liebe Schwestern und Brüder,
Das Volk Israel durfte zweimal in seiner Geschichte erleben, dass es nach langer Zeit in dem Land, in dem Abraham seine Zelte aufgeschlagen hatte wieder einen eigenen Staat gründen durfte.
Von der ersten Rückkehr aus der Gefangenschaft in Babylon haben wir gerade gehört. Sie kehrten in eine geschleifte Stadt zurück. Der Palast des Königs, der Tempel Gottes, die Häuser in den Straßen Jerusalems – nur Trümmer und Ruinen waren davon übriggeblieben.

So wie in vielen Staaten Europas nach dem 2. Weltkrieg und heute in der Ukraine, in Syrien, im Gazastreifen.

Die Israeliten kehrten zurück.  Der Schrecken ist vorbei. Es kann etwas Neues entstehen. Auch in Europa haben einige Länder nach dem Krieg ganz neu begonnen und beginnen müssen:

In Deutschland machte man sich daran, im Grundgesetz die wichtigsten Werte und Regeln der neuen BRD zu formulieren. Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott formulierte man:
„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“

Israel fand in den Trümmern Jerusalems die Weisung des Moses, das Bundesgesetz des Sinaibundes. Diese Weisung, die Israel zu Freiheit und Frieden führen sollte, wurde vorgelesen und erklärt. Es wird ähnlich beschrieben wie unser Wortgottesdienst.

Es heißt: die Leute fingen dabei zu weinen an.

Dieses Weinen beschäftigt mich: Weinten die Leute vor Glück und Freude – oder vor Ergriffenheit – oder vor Scham, weil diese Gebote alle nicht nur übertreten, sondern missachtet worden waren?

Vielleicht und wahrscheinlich kommt alles das zusammen:
Freude über die Rückkehr, der Schreck über die Trümmer, die Ergriffenheit von der zu Herzen gehenden Wahrheit dieser Weisung, die Scham über das Versagen in der Vergangenheit.

Und wir heute?

Ich würde mir wünschen, dass wir auch manchmal zu weinen anfangen würden, wenn wir das Evangelium von Jesus hören.

Der Geist des Herrn ruht auf mir.
Der Herr hat mich gesalbt und gesandt,
damit ich den Armen eine frohe Botschaft verkünde,

Die Armen – das sind wir Menschen, die nicht auf Reichtum und Macht setzen, sondern Gott für das Leben danken.

damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde

Die Gefangenen sind nicht nur im Gefängnis: Sie sind in der Angst gefangen, Gott nicht zu genügen und ihm nicht zu gefallen.

und den Blinden das Augenlicht.

Die Blinden sind nicht nur die Sehbehinderten, sondern die Menschen, die nicht erkennen, wie Gottes Kraft in der Welt Heil wirkt;

Damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setzt
und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe!

Die Zerschlagenen sind nicht die verprügelten, sondern die,
denen jede Hoffnung genommen ist.

Liebe Schwestern und Brüder,

Dann sagt Jesus:
Heute hat sich das Schriftwort erfüllt:

Gott schenkt seine Güte,
ihr könnt ihm vertrauen,
ihr könnt sehen, wie Gottes Kraft wirkt,
Und ihr dürft Hoffen und zuversichtlich leben!

Es ist eine zu Herzen gehende Botschaft, die das Herz wärmt,
und die Starre löst.

Das Gnadenjahr des Herrn ist damals angebrochen und es wird nie zu Ende gehen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, unser Vater, du hast uns in dein Volk berufen, und nimmst uns auf in den Reich der Liebe. Wir bitten dich, weil wir dir vertrauen.

L/A: Herr, erhöre unser Rufen

  • Für die Menschen, die in ihrem Leben keinen Sinn erkennen können. Dass sie erkennen, dass du sie in dein Reich berufen hast!
  • Für alle Getauften, die das Evangelium hören: dass sie davon berührt und durchdrungen werden.
  • Für unsere Welt, in der die Selbstsüchtigen und Rücksichts­losen die Macht an sich reißen: dass wir umkehren und so dem Unheil der Willkür uns Sinnlosigkeit entgehen.
  • Für die jungen Menschen am Beginn ihres Arbeitslebens: dass sie eine Arbeitsstelle finden und dass sie den tieferen Sinn ihrer Arbeit erkennen.
  • Für alle Getauften: dass wir den Ruf Christi hören und ihm folgen und so zur Einheit zurückfinden.

Lektor/in: Gott, du hast uns deine Liebe und deine Macht geoffenbart. Wir preisen dich heute und unser ganzes Leben im Heiligen Geist.

19.01.25: 2. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder Jesu Christi,
dankbar darf ich mit Ihnen Messe feiern in der unser Glaube Nahrung findet und unsere Hoffnung gestärkt wird.

Was haben Sie in den letzten Tagen Schönes erlebt?
Wofür sind Sie dankbar?
Was hat sie gefreut?
Wenn Sie hernach aus der Kirche kommen, erzählen Sie einander davon!

Grüßen wir Jesus Christus, der uns mit seiner Freude erfüllt.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Am 1. Tag bekannte Johannes, dass er nicht der Messias ist.
Am 2. Tag kam Jesus und ließ sich von ihm taufen.
Am 3. Tag wies Johannes zwei seiner Jünger auf Jesus, das Lamm gottes hin.
Am 4. Tag berief Jesus Philippus und Nathanael.
3 Tage später – also am 7. Tag war die Hochzeit in Kana in Galiläa.

Im Johannesevangelium spielen Zahlen eine große Rolle. Sie sind sehr oft als Anspielungen und Andeutungen zu verstehen. Dahinter stehen Botschaften, die Kundige verstehen können. Leider können wir nicht mehr alle diese Botschaften entschlüsseln. Hier aber fällt auf:

Das Evangelium macht einen Sprung von 3 Tagen zur Erzählung von der Hochzeit. – Am dritten Tag erschien Jesus den Jüngern als Auferstandener und sie erkannten ihn endgültig als Sohn Gottes.
An dieser Stelle am Anfang der Erzählungen über Jesus schreibt das Evangelium: „- „am dritten Tag offenbarte Jesus seine Herrlichkeit“.

Vom Beginn der Erzählung des Evangeliums ist es der 7. Tag.
Der 7. Tag ist auch der Tag an dem Gott die Schöpfung vollendete und ruhte.
Dieses Rätsel lässt sich lösen: Jesus vollendet den Plan Gottes:
Er schenkt den Menschen ewiges Leben – und hält keineswegs Gericht über sie!

Von der Hochzeit ist noch gar nicht die Rede gewesen – aber schon die Zählung der Tage ist eine Predigt über Jesus, der den Gott Israels zärtlich „abba“, lieber Papa anspricht.

Dann beginnt die Erzählung von der Hochzeit. Wer heiratet eigentlich? Bräutigam und Braut werden nicht benannt. Nur, dass Ihnen der Wein ausgeht. Gott hat mit dem Volk Israel einen Liebesbund geschlossen – doch dieser Bund ist freudlos und leer geworden. Statt von Liebe ist vom Gesetz die Rede. Das Hochzeitspaar – das ist Gott und sein Volk.

Maria erkennt die Leere, den Mangel, die Lieblosigkeit und setzt Jesus auf diese Spur. Jesus ist dafür da, dass die Liebe und die Freude in dem Bund Gottes mit den Menschen zurückkehren.

Weil erst am dritten Tag nach seinem Tod die Herrlichkeit Gottes in Jesus offenbart wird, sagt Jesus: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen!“

Maria aber weiß: „Was er euch sagt, das tut!“
Wer Jesus folgt und auf ihn hört, in dem wird der Liebesbund Gottes wieder lebendig – der kann sogar selbst den Wein der Freude anderen reichen.“

Übrigens waren es sechs Krüge – ist es ein Zufall, dass die gleiche Zahl an Tagen genannt wird, in den Gott durch sein Wort die ganze Schöpfung ins Dasein rief?

Sodann stellt der Festverantwortliche fest, dass der Wein jetzt viel besser ist als der zuerst ausgeteilte Wein! Verbirgt sich in der Person des Speisemeister auch ein Rätsel? – Ich weiß es nicht.

Sehr schnell kommt das Evangelium dann zum Schluss und zum Höhepunkt:

So offenbarte Jesus in seinem ersten Zeichen seine Herrlichkeit.
Wenn er am Ende den Jüngern als Auferstandener erscheint, ist es kein Zeichen mehr, sondern Gegenwart.

Den Sinn und Zweck dieses Zeichens erfahren wir auch:

Seine Jünger glaubten an ihn.

Liebe christliche Gemeinde,
Der Bund Gottes mit seiner Braut, dem Menschengeschlecht,
ist gefüllt und erfüllt von der Liebe eines Hochzeitspaars und der hochzeitlichen Freude –
gepaart mit dem Hinweis: „Was er euch sagt, das tut!“

Wir sind Diener des Bundes Gottes
und damit Boten der Liebe unseres himmlischen Vaters
und unsere Freude tragen wir zu den Menschen in der Welt.

Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Herr Jesus Christus, du hast uns deine Herrlichkeit geoffenbart, die Herrlichkeit deines himmlischen Vaters. Wir bitten dich:

  • Für die Frauen und Männer in der neugewählten Kirchenverwaltung, die in unserer Pfarrgemeinde eine große Verantwortung übernommen haben.
  • Für die weltweite Staatengemeinschaft: dass die Regierungen den Frieden suchen und im gerechten Austausch dem Fortschritt der Menschheitsfamilie dienen.
  • Für unsere Kirche und alle christlichen Kirchen: dass sie die Freunde und Hoffnung Jesu zu den Menschen bringen.
  • Für die Christenheit insgesamt: dass sie die Spaltungen überwindet und das Gedächtnismahl Jesu miteinander feiern kann.
  • Für die Staaten im Nahen Osten: dass sie Wege zur Versöhnung finden und die Bereitschaft einander um Vergebung zu bitten.
  • Für die Ukraine: dass die Regierung Russlands den Krieg endlich beendet und das gegenseitige Töten aufhört.

Lektor/in: Himmlischer Vater, du schenkst uns durch Jesus Versöhnung und Frieden. Wir preisen Dich heute und in Ewigkeit. Amen.

12.01.25: Taufe Jesu

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Ich bin froh, dass wir in einer Zeit leben, in der niemand mehr gezwungen wird, das kirchliche Sonntagsgebot einzuhalten.
Wir sind freiwillig hier – um Gemeinschaft zu erleben,
um in Gebeten und Liedern Gott zu danken und zu preisen,
um unseren Glauben und unsere Hoffnung zu stärken.

Grüßen wir Christus, der uns das Wort des Lebens verkündet:

Herr Jesus Christus,
Du bist das Wort des Vaters für diese Welt.
Du bist unser Bruder im Leben und im Leiden.
Du bist unser Retter aus Sünde und Tod.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Trinken Sie gerne Wasser? – Sehr viele Menschen trinken nicht das reine Wasser, sondern genießen es lieber als Tee oder Kaffee oder Limonade oder Bier oder Wein usw.

Aber Wasser trinken wir alle – weil es ohne nicht geht. Wir würden nach wenigen Tagen sterben.

Das Wasser hat eine zweite Eigenschaft: Es umschließt alles und nimmt alles auf: In den Flüssen und Seen gibt es nicht nur vielerlei Lebewesen. Darin liegen Fahrräder und alle möglichen ins Wasser gefallene Sachen.

Die dritte Eigenschaft des Wassers ist das Reinigen. Mit dem Wasser kann man Schmutz und Dreck abwaschen.

Diese drei Kräfte des Wassers werden in der Taufe symbolisch gedeutet:

Durch den Glauben, den wir in der Taufe bekennen, empfangen wir das Leben Gottes.

Wir glauben, dass Gott uns annimmt, so wie wir sind und

Wir glauben, dass Gott uns von dem reinigt, was unsere Gotteskindschaft trübt.

Sie haben recht: das haben sie schon oft gehört. Das sind diese bekannten Glaubensformeln. Sie entsprechen aber genau tiefen Sehnsüchten, die zum Menschen gehören:

Wir möchten Leben und nicht sterben.
Zwar gibt es viele, die von sich bekennen: Ich brauche keine Hoffnung auf ewiges Leben, um einen Sinn in meinem Leben zu sehen. Ich lebe und versuche, ein guter Mensch zu sein. Wenn ich sterbe, ist es halt aus.

Ich möchte niemanden bekehren. Aber ist es wirklich so einfach?

Auch wer so denkt, steht  – genau wie wir Glaubenden – vor der Frage: was macht mich zu einem guten Menschen? Was macht mein Leben zu einem guten Leben?

Was ist „gut“? Es ist notwendig, dass wir uns verständigen können, was gut ist. Und wir brauchen eine Verständigung über die Grenzen des gemeinsam Verbindlichen.

Dass Menschen gemeinsam danach suchen, was eigentlich „gut“ ist, deutet schon darauf hin, dass es „Das Gute“ gibt, das wir gemeinsam suchen und finden möchten.

Dieses „Gute“ ist für mich eine Seite des Geheimnisses der Welt und des Lebens – das Gute ist gehört zum Wesen Gottes.

Das Gute hängt mit dem lebendig sein zusammen:
Gut ist es, das Leben zu stärken. Gut ist es, Leben zu zeugen.
Gut ist alles, was das Leben fördert.

Täglich aber müssen wir beobachten und ertragen, dass das Leben bedroht ist: von den Naturgewalten Sturm und Feuer und Wasser und wenn die Erde bebt. Der Mensch selbst bedroht das Leben anderer Menschen und bekämpft es sogar.

Das verbreitet Angst und Panik, es entsteht Wut und Zorn.
Das macht Menschen krank und stellt das Vertrauen in das Leben und in das Gute in Frage oder zerstört es sogar.

Lohnt es sich, gut zu sein? Lohnt es sich, das Gute zu suchen?

Die Frage stellt sich allen Menschen – Glaubenden und auch den Nicht-Glaubenden!

Wer an Gott glaubt, der gut ist und der das Leben in allem ist,
glaubt, dass das Leben immer wieder über die Bedrohungen siegen wird.
Der glaubt, dass es sich lohnt, sich für das Leben einzusetzen und für das Gute, wodurch das Leben gestärkt und geheilt wird.

Wer an Gott glaubt, der gut ist und der das Leben in allem ist, kann in der Hoffnung leben. Hoffnung aber bewirkt, dass ich Schlimmes geduldig ertragen kann und die Geduld gibt Kraft, immer weiter danach zu streben, selbst gut zu sein.

Ich jedenfalls lebe gut mit dem Glauben, dass Gott das Leben in uns allen ist und dass er unsere Zukunft ist, wenn wir alle in ihm vereint sein werden. Der Glaube an Gott hilft uns, an die Zukunft des Lebens zu glauben. Diesen Glauben möchte ich mit ihnen bekennen.

ALLGEMEINES GEBET

Lektor/in: Guter und lebendiger Gott, auf dich hoffen wir. Deshalb beten wir zu dir, für den Frieden und die Gerechtigkeit.
Guter und lebendiger Gott     L/A wir beten zu dir.

  • Wir beten für alle Kinder und Jugendlichen und Erwachsenen, die in diesem Jahr in unserer Pfarreiengemeinschaft getauft werden: dass der Glaube ihre Hoffnung stärkt.
    Guter und lebendiger Gott            L/A wir beten zu dir.
  • Wir beten für unsere beiden Pfarrgemeinden: dass wir nicht verzagen, sondern dankbar unseren Glauben miteinander teilen und leben.
    Guter und lebendiger Gott            L/A wir beten zu dir.
  • Wir beten für alle, die sich für den Frieden einsetzen und künftige und stabilere Friedensordnungen entwerfen: dass sie langen Atem haben, bis die Regierungen ihre Ideen umsetzen.
    Guter und lebendiger Gott            L/A wir beten zu dir.
  • Wir beten für alle Menschen, die voll Verzweiflung, voll Wut und Feindschaft sind, dass der Glaube an das Gute stärker bleibt.
    Guter und lebendiger Gott            L/A wir beten zu dir.
  • Wir beten für die weltweite Staatengemeinschaft, dass es ihr gelingt, möglichst viele Menschen vor den schlimmsten Folgen des Klimawandels zu beschützen.
    Guter und lebendiger Gott            L/A wir beten zu dir.

Lektor/in: Gütiger Gott, wir danken dir für das Geschenk des Lebens und für den Glauben, den dein Heiliger Geist in uns weckt und am Leben erhält. Gelobst bist du in Ewigkeit. (A) Amen.

06.01.25: Erscheinung des Herrn

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Ich grüße Sie sehr herzlich. Besonders auch die Gäste, die heute wegen der Musik bei uns zu Gast sind.

Musik gehört zur menschlichen Kultur – bei den Buddhisten, bei den Naturreligionen, im Islam, im Judentum und auch im Christentum.

Musik ist eine der wichtigsten universalen Errungenschaften der Menschheit. Es gibt keine menschliche Kultur ohne Musik.

Heute genießen wir Musik, die zum Lob Gottes erklingt.

Darum beginnen wir: Im Namen des Vaters

Viele Stimmen und Instrumente klingen zusammen. Diese Fähigkeit, aufeinander zu hören, aufeinander zu warten, verschiedene Klänge und Töne aufeinander abzustimmen ist geradezu ein Sinnbild für eine gute Zukunft.

Wo Menschen miteinander leben, wie ein Orchester und ein Chor zusammenspielen – da ist Friede. Da kann Leben gedeihen.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
stellen sie sich vor, sie könnten zwischen zwei Geschenken wählen und das eine wäre dann bei ihnen: Das eine Geschenk ist Macht – das andere ist Weisheit. Wofür würden sie sich entscheiden?

Die Macht ist verlockend:
Wer Macht hat, kann viel gestalten und entscheiden und bestimmen.
Wenn ich die Macht dazu hätte, würde ich ….

Die Weisheit ist ebenfalls reizvoll und erstrebenswert:
Weise Menschen verstehen, warum etwas so ist. Sie haben erkennen die Beweggründe für das Handeln der Menschen. Sie weisen auf die Wege hin, die in eine gute Zukunft führen.

Macht oder Weisheit?

Gegenwärtig hat die Macht den größeren Zulauf.
Die Gestalt des Machtstrebens heißt „Nationalismus“, der meint, die eigene Nation ist gegenüber anderen überlegen und wertvoller. In vielen Staaten werden solche Stimmen immer lauter.

Der Nationalismus hat dadurch eine starke Tendenz zu Konflikten:
Man sucht nicht gemeinsame Lösungen zwischen den Staaten, sondern will für die eigene Nation das Beste. Andere Nationen werden als Gegenspieler gesehen. Der Schritt zur Feindschaft ist nicht groß.

Der Nationalismus ist notfalls auch bereit für das eigene Land und seine Ansprüche und Rechte viele Menschen zu opfern. Auf der eigenen Seite und erst recht auf der Seite der Gegner.

Meiner Meinung nach ist der Nationalismus mit dem Christentum unvereinbar.

Man könnte mir entgegenhalten: die Liebe zur Heimat, die eigenen Werte, die eigene Kultur darf man doch lieben und auch stolz darauf sein.

Ja, selbstverständlich. Aber das ist kein Nationalismus.

Ich möchte erklären, warum ich den Nationalismus für unchristlich halte?

Das Christentum ist universal!
Jesus ist nicht für die Juden gekommen.
Jesus hat nicht für eine Nation gelebt oder gekämpft.
Er wollte über keine Reiche herrschen.

Er war sich bewusst und hat davon geredet, dass die Völker Kriege gegeneinander führen. Aber es ist geradezu ein papiernes Papier zu erklären, dass in einer Welt, in der die Menschen sich vor Jesus verneigen und ihm folgen, keine Kriege die Menschen plagen würden.

Vielmehr ist ein Wesensmerkmal seiner Botschaft, dass Gott der Gott aller Menschen ist. Niemand ist Gott zuwider. Jeder Mensch – egal welcher Herkunft – lebt durch Gottes Kraft!

Das Heil, für das Jesus gelebt hat und sein Leben gegeben hat, ist das Heil für alle Menschen.

Das Matthäusevangelium stellt diese Einsicht ganz an den Anfang seines Evangeliums: Nicht das Volk Jesu, die Juden, sondern die Magier aus dem Osten haben den Stern gesehen und verehren als erste Jesus.

Am Ende dieses Ev’s sendet Jesus die Jünger zu allen Völkern, damit alle nach seinem Vorbild leben und einander dienen!

Wenn Gottes Liebe universal ist, wenn Jesu Erlösungstat universal ist, wenn Gottes Schöpferkraft in allem lebendigen ist,

kann man nicht nationalistisch, egoistisch denken und handeln.

Frieden gibt es nur miteinander – niemals gegeneinander.

Lasst uns die Missstände in unserem Land wahrnehmen und verbessern,
ändern wir – auch an den eingespielten Mechanismen der Macht – was mehr schadet als nützt, seien wir kritisch, seien wir sogar aufmüpfig,
aber geben wir denen eine Stimme, die den Frieden gemeinsam suchen und nicht nationalistisch gegen andere.

Die Geschichte von den Magiern im Evangelium ist also eine Botschaft genau für unsere Zeit. Herkömmlich werden sie übrigens sowohl als Könige mit Macht als auch als Weise aus dem Morgenland bezeichnet.

05.01.25: 2. Sonntag nach Weihnachten

Hier geht es zu den texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
in der 2. Lesung hören wir heute einen sehr erstaunlichen Satz:

„In Jesus hat Gott uns erwählt – schon vor der Grundsteinlegung der Welt. Er hat uns im Voraus bestimmt, seine Söhne (! und Töchter !) zu werden und zu ihm zu gelangen“.

Wenn Gott uns erwählen kann – noch bevor die Welt wurde, waren wir also schon vor der Welt. Ja, solche Gedanken machen schwindlig.

Das kann gar nicht anders sein – wenn wir, an Zeit und Raum gebundene Menschen, über den Grund und Ursprung unseres Seins nachdenken:
über Gott, der Zeit und Raum erfüllt, so wie die Luft unsere Lungen.

In Jesus hat Gott sich mit uns verbunden. Zu ihm rufen wir:

Jesus Christus, Wort Gottes seit Ewigkeit.
Du bist Gottes Weisheit im Fleisch.
Durch die empfangen wir Gnade und Einsicht.

Singen und preisen wir unserem Gott:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
dieser Johannesprolog wurde bis zur Erneuerung der Messliturgie im Jahr 1968 am Ende jeder Sonntagsmesse vorgelesen. Auch wenn diese Übung nicht mehr weitergeführt wird: der Anfang des Johannesevangeliums hat eine außerordentliche Aussagekraft und poetische Kraft:

„Im Anfang war das Wort“ – als langjährige Hörer der hl. Schrift denken wir dabei unwillkürlich an den Anfang der Hl. Schrift überhaupt: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde …. Gott sprach.“ Auch hier: Das Wort!

Wenn wir uns äußern, ausdrücken, in Beziehung treten – tun wir das sehr, sehr oft durch unser Wort. Gott drückt sich durch sein Wort aus. Ererschafft durch sein Wort Licht und Dunkel, die Sonne und die Sterne, Wasser und Land, Pflanzen Fische, Vögel und Landtiere und den Menschen.

Das Wort Gottes und Gott selbst gehören zusammen.
Das Wort gehört zu Gott von Ewigkeit her.

Der Prolog beschreibt ein Drama: Das Wort Gottes bringt das Leben.
Das Leben ist das Licht der Menschen. Aber die Finsternis nimmt das Licht nicht auf.

Immer schon – seit die Welt besteht und Menschen auf dieser Erde leben – besteht dieses Drama. Statt Gott für das Leben zu danken, beklagen sich die Menschen, es wäre zu wenig. Durch Raub und Mord, durch List und Betrug versuchen sie, sich mehr zu holen.

Zugleich aber – seid Menschen auf der Erde leben – gibt es Menschen, die das Licht, das Wort Gottes, das Leben als Gottes Gabe erkennen und annehmen und ihm dafür danken. Sie sind Kinder Gottes. Durch gegenseitige Hilfe, durch Anerkennung und Wohlwollen steigern sie die Dankbarkeit für das Leben.

Dann kommt der Höhepunkt:

„Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt!“

Das ist auf Jesus bezogen: Das Wort Gottes, in dem er sich ausdrückt und Leben schafft, dieses ewige Wort Gottes ist Fleisch geworden.

Jesus ist das fleischgewordene, ewige Wort Gottes.

Das ist ganz und gar neu. Er ist nicht durch Gottes Wort erschaffen,
sondern er ist das Wort Gottes im Fleisch.

Ich schwanke innerlich: Einerseits kann ich gar nicht verstehen, wenn jemand bei diesem Gedanken nicht voll Begeisterung zu jubeln anfängt.

Andererseits kann ich verstehen, dass diese Ausdrucksweise fremd ist und deswegen keine Gefühle entstehen.

Wie könnte man es besser ausdrücken?

Vielleicht wie das Matthäusevangelium: Es erzählt von den Weisen, die aus dem Osten kommen und in das Haus gehen, über dem der Stern stehen bleibt. Und sie finden das Kind und seine Mutter und bringen ihm ihre Geschenke: Gold Weihrauch und Myrrhe.

Oder wie das Lukasevangelium: Jesus wird nach seiner Geburt in einen Futtertrog gelegt. Die Engel verkünden den Hirten, dass der Retter geboren ist und sie suchen und finden das Kind und erzählen, was sie erlebt hatten.

Welches ist ihnen das liebste? Was bringt sie am Ehesten zum Staunen und Wundern und Glauben: Die poetische Kraft der Sprache, der Glanz des Sternes oder die Erscheinung der Engel?

Es ist ein wunderbarer Dreiklang, der das Lied singt:

Jesus befreit uns von aller Angst,
wir würden nicht genügen.
Durch ihn verstehen wir
er schenkt uns die Weisheit,
dass wir darauf vertrauen können:
Nichts und niemand kann uns von Gott trennen
– nicht einmal unsere eigene Lieblosigkeit!

Das Leben Gottes ist in uns. Wir gehören zu ihm in alle Ewigkeit. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Jesus Christus, du bist das Wort Gottes. In dir spricht Gott sich aus. Aus dir spricht Gott zu uns. Wir beten zu dir:
Jesus unser Bruder und Herr               L/A: Schenke Licht und Leben

  • Wir beten für die Menschen, die unter Depressionen, unter Schizophrenie, unter Angststörungen leiden:
    dass sich Hilfe bekommen und wieder Licht sehen.
    Jesus unser Bruder und Herr         A: Schenke Licht und Leben
  • Wir beten für die Menschen, die nicht an Gott glauben, dass sie der Kraft des Lebens vertrauen und das Gute suchen und tun.
    Jesus unser Bruder und Herr         A: Schenke Licht und Leben
  • Wir beten für die Menschen, die im Glauben an Jesus Halt und Geborgenheit finden: dass sie darin immer wieder neu bestärkt werden.
    Jesus unser Bruder und Herr         A: Schenke Licht und Leben
  • Wir beten für die Menschen, die nach der Wahrheit suchen und darüber nachdenken, woher das Universum kommt, was die Aufgabe des Menschen ist und was er hoffen darf: dass sie finden, was sie suchen.
    Jesus unser Bruder und Herr         A: Schenke Licht und Leben
  • Gebet für Verstorbene

Lektor/in: Jesus Christus, du führst uns zum Vater und öffnest uns die Tür zum Glanz der Herrlichkeit des Vaters. Durch dich loben wir Gott, unseren in Ewigkeit.