05.04.26 Ostern

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus hat einmal gesagt: Himmel und Erde werden vergehen -aber meine Worte werden nicht vergehen!

Ich möchte zwar nicht dabei sein, wenn Himmel und Erde vergehen und der nächste Urknall ein Universum entstehen lässt – aber sehr gerne mochte ich in der Ewigkeit sein, in der Jesu Worte gelten:

In Gottes Licht und Herrlichkeit: in seinem Frieden, voll des Lebens in vollkommener Freude. Dieses Reich kommt und es ist schon da – weil so viele Menschen auf Jesus hören und aus Liebe handeln.

Grüßen wir Christus unseren Heiland und Befreier.

Liebe Schwestern und Brüder,
manche Entdeckungen in der Weltgeschichte bleiben für immer – jeden­falls über Jahrtausende und Jahrhunderte wirksam und unver­zicht­bar: Der Satz von Pythagoras zum Beispiel – oder dass Hunde ideale Begleiter des Menschen sind oder die Entdeckung der Elektrizität und des Magnetismus. Eine Welt ohne Aristoteles und Plato kann man sich gar nicht vorstellen.

Jesus und die frohe Botschaft, die er verkündete, gehören zu diesen Phänomenen in der Menschheitsgeschichte, die schon Jahrtausende lang wirken. Wenn man in die Welt schaut, kann man davon ausgehen, dass dies noch lange so sein wird – auch wenn wir in unserer Weltgegend gerade eine andere Erfahrung machen.

Schon deshalb kann ich mit Fug und Recht sagen: Was Jesus in seinem Leben getan hat und dass er dafür sein Leben einsetzte, hat sich „gelohnt“.
Ungefähr 2,5 Milliarden Menschen hören auf Jesus, glauben an ihn und daran, dass sie durch ihn Gemeinschaft mit Gott haben. Erfolg ist dafür kein angemessenes Wort mehr.

Und wie bei vielen großartigen Entdeckungen: Jesu Botschaft sehr einfach:
Das größte ist die Liebe seines himmlischen Vaters. Und das wichtigste ist, ihn zu lieben und den Mitmenschen, wie sich selbst.

Für diese Botschaft und weil er behauptete, dass Gott durch ihn spricht, hat man ihn verurteilt und gefoltert bis zum Tod. Er hat sich dies nicht nur gefallen lassen. Er hat diesen Weg gewählt – als Tat der Liebe zu seinen Freunden und Feinden.

Solange er durchs Land zog, verkündete er, dass Gott ewiges Leben schenkt. Er nannte dies Auferstehung. Auch von sich selbst sagte er, er werde auferstehen – am dritten Tag.

Nun war er tot – das war die Nagelprobe für die Frauen und Männer, die ihm nachgefolgt waren.

Das Joh Ev erzählt davon:  Maria von Magdala geht zum Grab. Wie man es halt so macht. Man will, dass es schön ist. Die Zärtlichkeit zum Verstorbe­nen zeigt sich darin. Man will sich erinnern und gibt dem Schmerz Raum.

Als sie sich dem Grab nähert – ich weiß nicht, was sie wirklich erlebt hat. Das Evangelium gebraucht eine mythologische religiöse Bilder­sprache – man merkt sofort: Es geht hier nicht um Berichterstattung.

Das Evangelium erzählt, dass der Stein weg war.

Typisch Johannes sucht sie zuerst nach einer „normalen“ Erklärung. „Man hat den Leichnam weggenommen“, erzählt die Petrus und Johannes. Die überzeugen sich vom leeren Grab.

Johannes glaubte – aber er verstand nicht.

Maria von Magdala versteht als erste: Engel helfen ihr dabei, denen sie den Grund ihrer Trauer sagen kann. Und Schließlich genügt es dem Evangelisten, dass Jesus Maria beim Namen nennt.
Als sie ihren Namen hört, versteht sie und es fällt ihr wie Schuppen von den Augen: Jesus ist nicht im Grab!

Sie verstand, dass Jesus nicht anders handeln konnte. Jesus hatte die Sendung, alles aus Liebe zu tun und sich durch nichts davon abbringen zu lassen – auch nicht durch die Grausamkeit der Folterknechte und den Hass seiner Feinde.

Was Jesus getan hat und was er verkündet hat, was er durchgehalten hat in seinem Martyrium, trägt in Maria Frucht.

Sie verändert sich: Es ist, wie Jesus gesagt hat: Er ist Gottes Sohn und er lebt nun bei Gott. Wer an ihn glaubt wird leben, auch wenn er stirbt, Jeder, der an ihn glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.

Ostern ist, wenn wir wirklich an Jesus glauben,
wenn wir denken und vertrauen wie er;
wenn wir frei sind, wie er, wenn wir stark sind, wie er.

Er sendet uns, dass wir den Menschen Heil und Heilung und Hoffnung und Versöhnung und Einheit bringen.

Jesu Liebestat hat Erfolg. Aber es ging nicht anders: Er musste lieben bis in den Tod. Das war nötig. Deshalb können wir an ihn glauben. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, Vater Jesu und unser aller Vater. Du hast Jesus gesandt, damit wir das Leben in Fülle haben. Wir beten zu dir:

  • Für alle, die an die Auferstehung Jesu glauben: dass sie Jesus immer mehr ähnlich werden.
  • Für die Menschen, die an diesem Osterfest getauft werden: dass die Freude des Glaubens in ihnen immer weiterwächst.
  • Für die Frauen und Männer, die berufen sind, den Glauben an Jesus zu verkünden: dass sie im Herzen glaubende Menschen bleiben.
  • Für die Millionen Kinder und Erwachsenen, die unter den Kriegen in der Welt leiden: dass sie Mut haben, für den Frieden einzutreten.
  • Für unsere Gesellschaft, dass die Menschen mit sehr großem Vermögen ihre Verpflichtung für das Gemeinwohl erkennen und erfüllen.

Lektor/in: Vater, du bist gerecht und schenkst jedem deine Liebe. Gib uns Kraft, dass wir dich rühmen und dir durch unser Tun die Ehre geben: dass wir dich loben und preisen in Ewigkeit. Amen.

04.04.26 Feier der Osternacht

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Liebe Schwestern und Brüder,
manche Entdeckungen in der Weltgeschichte bleiben für immer – jeden­falls über Jahrtausende und Jahrhunderte wirksam und unver­zicht­bar: Der Satz von Pythagoras zum Beispiel – oder dass Hunde ideale Begleiter des Menschen sind oder die Entdeckung der Elektrizität und des Magnetismus. Eine Welt ohne Aristoteles und Plato kann man sich gar nicht vorstellen.

Jesus und die frohe Botschaft, die er verkündete, gehören zu diesen Phänomenen in der Menschheitsgeschichte, die schon Jahrtausende lang wirken. Wenn man in die Welt schaut, kann man davon ausgehen, dass dies noch lange so sein wird – auch wenn wir in unserer Weltgegend gerade eine andere Erfahrung machen.

Schon deshalb kann ich mit Fug und Recht sagen: Was Jesus in seinem Leben getan hat und dass er dafür sein Leben einsetzte, hat sich „gelohnt“.
Ungefähr 2,5 Milliarden Menschen hören auf Jesus, glauben an ihn und daran, dass sie durch ihn Gemeinschaft mit Gott haben. Erfolg ist dafür kein angemessenes Wort mehr.

Und wie bei vielen großartigen Entdeckungen: Jesu Botschaft sehr einfach:
Das größte ist die Liebe seines himmlischen Vaters. Und das wichtigste ist, ihn zu lieben und den Mitmenschen, wie sich selbst.

Für diese Botschaft und weil er behauptete, dass Gott durch ihn spricht, hat man ihn verurteilt und gefoltert bis zum Tod. Er hat sich dies nicht nur gefallen lassen. Er hat diesen Weg gewählt – als Tat der Liebe zu seinen Freunden und Feinden.

Solange er durchs Land zog, verkündete er, dass Gott ewiges Leben schenkt. Er nannte dies Auferstehung. Auch von sich selbst sagte er, er werde auferstehen – am dritten Tag.

Nun war er tot – das war die Nagelprobe für die Frauen und Männer, die ihm nachgefolgt waren.

Das Mt. Ev erzählt davon:  Die Frauen gehen zum Grab. Wie man es halt so

macht. Man will, dass es schön ist. Die Zärtlichkeit zum Verstorbenen zeigt sich darin. Man will sich erinnern und dem Schmerz Raum geben.

Als sie sich dem Grab nähern – ich weiß nicht, was sie wirklich erlebt haben. Das Evangelium gebraucht eine mythologische religiöse Bilder­sprache – man merkt sofort: Es geht hier nicht um Berichterstattung.

Jedenfalls hat es mit Gott zu tun, deswegen wird der Engel erwähnt.
Und das Erzittern der Erde. Achten wir auf die Worte, die das Evangelium, dem Engel in den Mund legt:
„Fürchtet euch nicht. Jesus, der Gekreuzigte, ist nicht hier!“

Sie hätten sich fürchten können: zum ersten vor denen, die Jesus getötet haben – vielleicht standen auch sie auf der Liste.

Noch mehr aber: Fürchtet euch nicht davor zu glauben, dass Jesus lebt und auferstanden ist in Gottes Herrlichkeit – auch wenn das euer ganzes Leben und Denken durcheinanderwirbelt und neu sortiert.

Was Jesus getan hat und was er verkündet hat, was er durchgehalten hat in seinem Martyrium, das trägt in den Frauen Frucht.

Sie fangen an zu begreifen. Sie werden verändert.
Es ist, wie Jesus gesagt hat: Er ist Gottes Sohn und er lebt nun bei Gott.
Wir sind Gottes Kinder und werden bei Gott leben.

Solange wir leben, haben wir eine Berufung:
Gott ist unser Vater, der uns liebt wie eine Mutter. Ihn lieben und die Mitmenschen – das ist das wichtigste.

Ostern ist, wenn wir wirklich an Jesus glauben,
wenn wir denken und vertrauen wie er;
wenn wir frei sind, wie er, wenn wir stark sind, wie er.

Er kommt uns entgegen und er sendet uns nach „Galiläa“, dass wir den Menschen Heil und Heilung und Hoffnung bringen und sie aus ihrer Hoffnungslosigkeit befreien.

Jesu Liebestat hat Erfolg. Aber es ging nicht anders: Er musste lieben bis in den Tod. Das war nötig. Deshalb können wir an ihn glauben. Amen.

10.11.2019: 32. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie: schott

^Liebe Schwestern und Brüder,
im großen, dem nizäno-konstantinipolischen Glaubensbekenntnis aus dem 4./5. Jahrhundert heißt es:

„Ich glaube an Jesus Christus. Er sitzt zur Rechten Gottes des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein. …
Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt.“

Es gibt kein Christentum ohne den Glauben an die Auferstehung Christi und damit die Auferstehung der Toten. Das ist einfach und schnell gesagt.

Doch, liebe Mitchristen, der Glaube an die Auferstehung war und ist in keiner Weise selbstverständlich und für alle einleuchtend.

Viele ungetaufte sagen: Ich kann auch in mir ruhen und Frieden haben, ohne an ein Weiterleben nach dem Tod zu glauben. Und es gibt genügend Beispiele dafür.

Viele Getaufte zweifeln und sagen: ich kann mir das nicht vorstellen. Es gab schon so viele Milliarden Menschen. So viel Platz kann im Himmel nicht sein.

Vielen fällt es schwer, an etwas zu glauben, was noch niemand gesehen und was niemand sich wirklich vorstellen kann.

Es ist gar nicht so einfach mit dem Glauben an die Auferstehung.

Dass ich an die Auferstehung der Toten glaube, ist meine Entscheidung. Sie beruht nicht darauf, dass ich andere abwerte, die diesen Glauben nicht teilen. Ich halte diese auch nicht für weniger wertvoll oder glücklich.

Ich glaube an die Auferstehung, weil sie mir wahr erscheint.
Die Auferstehung der Toten ist meinem Glauben nach wahrscheinlicher und einleuchtender als das Gegenteil.

Warum?

Erstens, weil ich an Gott glaube, durch den und in dem das Universum ist und besteht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Universum seinen Ursprung in sich selber hat. Es kann sein Da-Sein nicht aus sich selbst erklären.

Zweitens, weil der, durch und in dem alles ist, genau diese Schöpfung  will.
Die Schöpfung ist sein Werk und ich kann es nur so denken, als dass der Schöpfer seine Schöpfung liebt – noch mehr als Vater und Mutter ihr Kind lieben können. Mit göttlicher Liebe eben.

Drittens glaube ich, dass dieses Universum das Ziel und den Sinn hat, dass es Leben hervorbringt, das Gott ähnlich ist, sein Ebenbild: Gott will von seiner Schöpfung, erkannt werden. Die höchste Erkenntnis Gottes ist, wenn das Geschöpf Gottes selbst zur Liebe fähig ist und die Liebe seines Schöpfers erwidert.

Viertens glaube ich, dass der liebende Schöpferwille nicht dadurch begrenzt ist, dass das irdische Leben der Geschöpfe vergänglich ist. Gottes Liebe ist nicht begrenzt und deshalb ist auch das Leben der Geschöpfe nicht begrenzt. Deshalb kann ich es mir nur so vorstellen, dass die Geschöpfe bei und in ihrem Schöpfer immer leben und lebendig bleiben. Mit Spannung und Neugierde erwarte ich, daran Anteil zu haben und am Ziel anzukommen.

Liebe Schwestern und Brüder, mir ist bewusst, dass diese meine Gründe für meinen Glauben an die Auferstehung nicht jedem einleuchten mögen. Doch man wird es schwer haben, mich vom Gegenteil zu überzeugen.
Denn darin wurzelt das Vertrauen in das Leben, die Hoffnung für das Leben und die Liebe zum Leben.

Ich möchte ihnen noch einen fünften Grund sagen, warum ich an die Auferstehung der Toten glaube:
Es ist das Zeugnis seiner Jünger, die kaum, dass Jesus ins Grab gelegt worden war, verkündeten: Der Herr ist auferstanden. Er ist uns erschienen.
Diesem Zeugnis der Frauen und Männer, die bei Jesus waren, vertraue ich.

Ich könnte es nicht besser ausdrücken als das Lukasevangelium, in dem Jesus sagt:
Gott ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden.
Gott kann nur unser Gott sein, wenn wir leben: durch ihn und in ihm und auf ihn hin.