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Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Wir planen! Da kommt jemand dazwischen!
Kann das vielleicht Gott sein, der uns dazwischen kommt!
Weil er uns jetzt gerade braucht?
Weil er genau jetzt uns etwas zeigen will?
Störungen, Unterbrechungen müssen uns nicht immer gleich ärgern:
Wir können sie aufmerksam wahrnehmen und überlegen,
wie wir als Glaubende uns verhalten. Wir können uns Fragen.
Was will Gott, das ich tue?
Dann merken wir manchmal im Nachhinein, dass Gott durch uns wirken konnte und dass wir selbst dabei gelernt haben,
noch besser als Kind Gottes zu leben.
Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
es ist ein großes Lob, wenn wir von jemand sagen: der macht nicht nur einen Job, sondern er folgt seiner Berufung: Ich gebe zu, nicht alle Berufe verbinden wir in gleicher Weise mit Berufung –bei Lehrerinnen und Lehrern, ist es ein großer Vorteil, wenn sie in darin ihrer Berufung folgen.
Oder Handwerker, die ihren Beruf mit Hingabe und Liebe oder ausüben und ihre Handwerkerehre darin sehen, gute Arbeit zu machen.
Ich sage das nur, um das Wort berufen ein wenig in unsere Alltagswelt zu holen. Immerhin erzählt das Mt. Ev. ja davon, wie Jesus Jünger beruft.
Die Erzählung benützt ein sprachliches Schema. Es kommt nur darauf an, dass Jesus ruft und der Gerufene dem Ruf folgt. Das Ev. erzählt wenig später, dass Jesus im Haus des Petrus dessen Schwiegermutter vom Fieber heilt. Es fand also keineswegs ein „Bruch“ mit der Familie statt.
Immer wieder frage ich: Was macht einen Christen zum Christen?
Eine Antwort finden wir in dem heutigen Evangelium:
Christen sind Menschen, die dem Ruf Jesu hören und ihm „nachfolgen“.
„Nachfolgen“ sagen wir auch nicht so oft. Firmenchefs haben Nachfolger. Aber das beschriebt nur eine Reihenfolge. Wenn wir Christen Jesus „nachfolgen“ geht es um mehr:
Wir werden seine Schüler! Und was lernen wir von ihm?
Was haben sie von Jesus gelernt?
????
Das ist eine sehr persönliche Frage, die nach einer sehr individuellen Antwort verlangt.
Ich will ihnen meine ganz persönliche Antwort sagen. Die Absicht dabei ist, dass sie dadurch angeregt werden, ihre persönliche Antwort zu finden:
Mein Lernen von Jesus begann schon sehr früh.
Meine Eltern waren Christen und versuchten, danach zu leben und sie brachten uns Kindern bei, was das bedeutet:
Ehrlich sein – Versprechen einhalten – etwas für den anderen tun – zusammenhalten – Gemeinschaft pflegen – Pflichten erfüllen – Beten – am Sonntag die Messe feiern – Rücksicht nehmen – usw.
Zum zweiten erfuhr ich in der Familie Einiges von Jesus und seinem Leben.
Wir haben auch darüber geredet und nachgedacht.
Als Jugendlicher habe ich mich selbständiger gemacht. Ich durfte tatsächlich ein paar Mal erleben, dass manche Jesus Worte mich sehr persönlich angesprochen haben. Sie waren für mich wie eine Befreiung.
So entstand eine lebenslange Schülerschaft bei Jesus und ich habe inzwischen viel von ihm gelernt:
- Das wichtigste ist die Liebe –
Gottes zu mir und zu jedem anderen Menschen. - Wo Liebe ist, da ist das Reich Gottes und das Reich Gottes ist deshalb so nahe, wie ich Liebe annehmen und geben kann.
- Alle Menschen sollen glauben können und erfahren, dass sie Gottes geliebte Kinder sind – er gibt niemanden verloren.
- Ich brauche mich nicht zu ängstigen und zu sorgen:
Gott weiß, was ich brauche! - Ich kann Mut haben, für die Liebe einzutreten – auch wenn mich das in Schwierigkeiten bringen sollte.
- Selbst wenn ich Schlechtes erlebe, vertraue ich darauf:
Gott ist da. Er lässt mich nicht zugrunde gehen.
Mir würde mehr einfallen – vor allem aber würde es mich freuen, wenn Sie selber sich bewusst machen, was sie von Jesus gelernt haben.
Viel Freude dabei!
Allgemeines Gebet
Lektor/in: Gott, unser Vater, du hast uns in dein Volk berufen, und nimmst uns in dein Reich der Liebe auf. Wir bitten dich, weil wir dir vertrauen.
L/A: Herr, erhöre unser Rufen
V: Für alle Menschen, die in ihrem Leben keinen Sinn erkennen können. Lass sie erkennen, was wie sie für andere Menschen da sein können!
A: Herr, erhöre unser Rufen
L: Für alle Getauften: dass die Botschaft Jesu sie bewegt und dass sie von Jesus lernen, als Kind Gottes zu leben.
A: Herr, erhöre unser Rufen
L: Für unsere Welt, in der die Selbstsüchtigen und Rücksichtslosen die Macht an sich reißen: dass es ihnen nicht gelingt, die Menschen ins Unheil zu stürzen.
A: Herr, erhöre unser Rufen
L: Für die jungen Menschen am Beginn ihres Arbeitslebens: dass sie eine Arbeitsstelle finden und dass sie den tieferen Sinn ihrer Arbeit erkennen.
A: Herr, erhöre unser Rufen
L: Für alle Christen: dass wir von Christus lernen und dadurch die Einheit wiedergewinnen.
A: Herr, erhöre unser Rufen
Lektor/in: Gott, du hast uns deine Liebe und deine Macht geoffenbart. Wir preisen dich heute und unser ganzes Leben im Heiligen Geist.

