24.11.24: Christkönigssonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Wir beschließen an diesem Sonntag das Kirchenjahr mit einem besonderen Blick auf Jesus Christus:
“Wir glauben an Jesus Christus, der kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten.“
Damit ist gemeint:
Wir bezeichnen ihn deshalb als König des Himmels und der Erde:
Er richtet gerecht: Vor ihm wird offenbar, wann wir gut sind und wann wir Liebe schuldig bleiben:
Er gründet das Reich des Friedens, in dem keiner mehr dem anderen Unrecht tut.
Er sorgt für alle Menschen und schenkt das Leben und die Freude in Fülle, so dass wir vom himmlischen Hochzeitsmahl sprechen.

Wir grüßen ihn und rufen:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
In der Show „Stimmts?“ werden den prominenten Kandidaten einige Behauptungen vorgestellt. Diese Sätze klingen mehr oder weniger seltsam oder selbstverständlich oder unvorstellbar. Die Aufgabe besteht darin, zu erraten, welcher Satz wahr ist.

Was ist wahr? Gibt es überhaupt „die Wahrheit?
Es ist einfach zu sagen: Wahr ist, dass der Regen von oben kommt und auf die Erde niederfällt.
Schwieriger ist es zu sagen: der oder die spielt am besten Fußball:
denn was sind die Kriterien dafür?
Und noch viel schwerer ist es zu sagen: Der Wille Gottes ist, dass ich dies oder jenes tue!

Was ist wahr? Gibt es „die eine Wahrheit?“

Es gibt ziemlich oft Probleme und Fragen, in denen es sehr unter­schiedliche Versuche gibt, die Wahrheiten zu erkennen und es ist schwer oder unmöglich, die Wahrheit zu erkennen und zu formulieren.
Der Streit um den richtigen Umgang mit der Corona Pandemie war ein Beispiel dafür.
Auch über die Ursachen der weltweiten Krisen wird heftig diskutiert – ohne dass sich dies zweifelsfrei aufklären lässt.

Jesus sagt im Johannesevangelium: „Ich bin gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen.“
Gibt es die eine Wahrheit?

Es ist ein großer Vorteil, wenn die Menschen sich verständigen können, was wahr ist: das verbindet, das schafft Zusammenhalt und ermöglicht Verständigung.

Wenn wir alle es für wahr halten, dass wir durch Jesus Christus mit Gott versöhnt sind und von Sünde und Tod befreit – tun wir uns viel leichter:

wir hören gemeinsam auf ihn. Wir denken darüber nach, was Jesus verkündet hat und was das für unser Handeln und Tun bedeutet.

Aber selbst wir, die das Glaubensbekenntnis miteinander teilen, kommen nicht zu gleichen Ergebnissen. Und zwar deshalb, weil unsere Fähigkeit die Wahrheit zu erkennen begrenzt ist:

Es gibt verschiedene Überzeugungen darüber, ob Frauen die Weihe empfangen können, ob Priester ehelos leben müssen, ob Homosexualität eine Sünde ist – und vieles mehr.

Wir suchen nach der Wahrheit – aber niemand kann behaupten, dass er die Wahrheit besser erkennt als ein anderer. Aber wir trauen einander zu, dass jeder die Wahrheit sucht und nach der Wahrheit handeln will. Das hat Konsequenzen:
Damit wir die Wahrheit besser erkennen, hören wir auf den anderen und seine Sicht – und der auf uns. Es entsteht ein gemeinsames Suchen nach der Wahrheit – und das ist etwas ganz anderes, als wenn jeder behauptet, die Wahrheit zu kennen und den anderen davon überzeugen zu wollen:

Das nennt man „Ideologie“ – die sich nicht mehr vorstellen kann, dass man selber irren könnte und ein anderer die Wahrheit besser erkennt.

Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus hat täglich gelehrt – aber er hat nicht viele Lehrsätze aufgestellt.
Die Wahrheit Jesu ist sehr einfach:

Gott will, dass wir gut sind.
Gut ist, was dem anderen gut tut.
Es ist gut, Frieden zu schließen.
Es ist gut, Wunden zu heilen.
Es ist gut, Mitgefühl zu zeigen.
Es ist gut, Gott für das Leben zu danken und für Jesus Christus.

Das ist die Wahrheit. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Herr Jesus Christus, du herrschst als König über Himmel und Erde. Wir beten:             L/A: Herr, sende uns deinen Geist

  • Wir beten für alle Christen: dass sie aufeinander hören und einander vertrauen, dass jede und jeder die Wahrheit sucht.
  • Wir beten für die Abgeordneten in den Parlamenten: dass sie nicht Ideologien vertreten, sondern gemeinsam versuchen, das Gemeinwohl zu fördern.
  • Für alle, die Macht haben in der Wirtschaft und in der Industrie: dass sie ihre Verantwortung für ihre Mitarbeiter und auch für die Arbeitslosen wahrnehmen.
  • Für unsere Verstorbenen, dass sie in deinem Reich Geborgenheit und Glück finden.

Lektor/in: Dir, Christus König, gebührt Macht, Ehre und Herrlichkeit heute, alle Tage und in Ewigkeit.