17. März 2014: Gründonnerstag

Hier geht es zu den liturgischen Texten: Schott

 

Liebe Schwestern und Brüder, Liebe Kinder und Jugendliche!
können sie sich erinnern, wann sie das letzte Mal ein Geheimnis erfahren haben?

Es ist seltsam:
Ein Geheimnis soll nicht bekannt werden – und doch drängen viele Geheimnisse dazu, andere darin einzuweihen und es mit anderen zu teilen.
Es ist etwas ganz besonders, wenn man in ein Geheimnis eingeweiht wird – und auch, wenn man mit jemanden ein Geheimnis teilt.

Warum hält man etwas geheim?
weil man sich schämt,
weil es so persönlich ist,
weil man jemand überraschen will,
weil man etwas schützen will.

Mediziner aber, die eine neue Möglichkeit der Heilung gefunden haben, werde das nicht lange als Geheimnis für sich behalten.

In jeder Messe ruft der Priester nach den Einsetzungsworten der Gemeinde zu: Geheimnis des Glaubens!

Wir Christen teilen ein Geheimnis – das in den Einsetzungsworten zum Ausdruck kommt und in dem Verkündigungsruf der Gemeinde!

Deinen Tod o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir bis du kommst in Herrlichkeit!
In der Eucharistie feiern wir dieses Geheimnis des Glaubens,
das Jesus ausdrückte mit den Worten:
Das ist mein Leib für euch!
Das ist der Neue Bund in meinem Blut.
Tut dies zu meinem Gedächtnis!

Schwestern und Brüder, es ist ein Geheimnis, das wir verkünden und feiern und an dem wir Anteil haben – kein Rätsel!

Ein Rätsel muss man auflösen – ein Geheimnis muss man entdecken und bewahren, es mit anderen teilen und immer wieder anschauen, anhören, in die Hand nehmen und feiern.

Vor allem dann, wenn es so bedeutend und wichtig ist, wie eine neue Heilungsmethode für Krebs
oder so wichtig und befreiend wie das Geheimnis Jesu Christi!

Schwestern und Brüder,
wenn wir das Brot teilen und den Wein – wie Jesus und die Jünger es taten, passiert mehr als nur das, was Zuschauer sehen und schmecken können.

Wir tun das, weil wir uns mit Jesus identifizieren,
damit seine Freiheit unsere Freiheit wird,
damit seine Freude in uns ist und
damit wir seine Liebe annehmen, die bis in den Tod reicht.

Wir erhalten Anteil an seinem Geheimnis, am Geheimnis seines Lebens, das ihn zu dem wunderbaren Menschen machte, der ungezählten Menschen dieser Welt Hoffnung gibt und Kraft und Stärke, um sich für Menschlichkeit, für die Liebe, für den Frieden und die Freiheit einzusetzen.

Nun aber – gibt es noch etwas Eigenartiges zu sehen und zu entdecken, das, eigentliche Geheimnis, das nicht erklärt werden muss, sondern nur dankbar angenommen zu werden braucht:

Gerade, weil er sein Leben für uns gab, wurde er zum Anziehungspunkt für uns und für die vielen, die mit uns glauben. Er gab sein Leben für uns – das ist der Grund unseres Glaubens – dadurch bleibt er lebendig für uns alle.

Es ist tatsächlich ein Geheimnis: Indem wir das Gedächtnis Jesu feiern, der sein Leben für uns gab, erhalten wir Anteil an seinem Leben, an seiner Freiheit, an seiner Hoffnung und an seiner Liebe.

Das singen wir in dem Lied:

Das Weizenkorn muss sterben, GL 620 – nGL 210