07.12.25: 2. Adventsonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Das Wort Advent beschreibt nicht nur die letzten Wochen vor Weihnachten. Als Christen leben wir auch in den anderen 11 Monaten im Advent. Denn wir erwarten Christus, der kommen wird. Er wird sein Reich aufrichten, in dem es nicht mehr Arme und Reiche gibt. Denn in seinem Reich teilt er seine Fülle mit jedem einzelnen. Es wird keine Gräben mehr geben zwischen Oben und Unten, zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften …
Wir leben im Advent: das heißt, wir ebnen dem Reich Christi die Bahn und füllen die Gräben auf und wir bauen Brücken, um die Gräben zu überwinden.
Rufen wir zu Christus: Er ist die Brücke, die Erde und Himmel, Gott und Menschen verbindet.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder
„Er wird den Weizen in seine Scheune Sammeln, die Spreu wird er im nie erlöschenden Feuer verbrennen!“ – Da ist es wieder einmal: das furchteinflößende Motiv der Feuerhölle, die allen droht – jedenfalls solange wir auf dieser Erde leben!

Aber: wir müssen das nicht unbedingt so verstehen, dass die Menschen, die gar zu böse gehandelt haben, in die Hölle kommen. Wenn wir die Botschaft der ganzen Bibel im Blick haben, können wir das ganz anders deuten und verstehen:

Mit Bedacht wurden die Lesungen ausgewählt und auf das Evangelium bezogen:

Jesaja der Prophet Gottes kündet an, dass ein Messias kommen wird – voll des Geistes Gottes. Er wird denen, die geringes Ansehen haben, zur Gerechtigkeit verhelfen. Papst Franziskus hätte gesagt: denen am Rand. Er entscheidet für die Armen, damit sie ihr Recht bekommen!

Seine Machtwerkzeuge sind nicht Schwerter und Speere; vielmehr seine Botschaft und der Geist, der aus ihm spricht. Seine Eigenschaften sind Gerechtigkeit und Treue.

Wenn dieser Messias kommt, dann wird Friede sein: der paradiesische Friede, wo niemand sein will wie Gott – sondern die Geschöpfe leben im Einklang mit ihrem Schöpfer und hören auf ihn.
Dafür steht der Satz: „Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen!“

Liebe Schwestern und Brüder,
im nie erlöschenden Feuer verbrennen nicht die Menschen, sondern das Böse und das Verbrechen. Dafür ist in Gottes Ewigkeit kein Platz.

Und darum ist es uns, die wir an Jesus glauben, ein Anliegen, dass wir „Frucht hervorbringen“ – mit den Worten des Evangeliums.

Mit unseren Worten gesprochen: dass wir uns dafür einsetzen,
dass die zu ihrem Recht kommen, die nichts gelten
und dass wir uns für die Armen einsetzen, damit sie ein würdiges Leben führen können.

Mit den Worten des Paulus gesprochen, die das Adventslied zitiert:
Wir nehmen uns eins um das andere an.

Doch das umeinander Annehmen sollen wir nicht begrenzen:
nicht auf die sympathischen Freunde und geliebten Familienangehörigen.

Jesus meint: niemanden sollen wir ausschließen – selbst den nicht, der uns schlecht behandelt.

Ich fasse es ganz kurz in biblischen Begriffen zusammen:

Wir sollen gute Früchte hervorbringen, denn sie werden im Himmel leuchten und strahlen in nie verblassendem Glanz.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Ewiger Gott und Vater, du rufst uns durch Johannes zur Umkehr. Wir bitten dich:

  • Für alle, die deine frohe Botschaft verkünden und die Menschen zur Umkehr rufen: dass sie deine Liebe ausstrahlen. ‑
    Christus Höre uns  A: Christus erhöre uns!
  • Für alle Getauften: dass sie dich und den himmlischen Vater lieben und sich der Armen und gering geachteten annehmen.
    Christus Höre uns  A: Christus erhöre uns!
  • Wir beten für alle Menschen dieser Erde: nimm sie um Jesu willen in deine ewige Freude auf.
    Christus Höre uns  A: Christus erhöre uns!
  • Wir beten für uns, dass wir die Gräben bei uns überwinden:
    zwischen verfeindeten Nachbarn, zwischen Ausländern und Einheimischen, zwischen Armen und Reichen.
    Christus Höre uns  A: Christus erhöre uns!
  • Wir beten für alle Menschen: dass der Frieden in der Welt mehr wird und der Unfrieden weniger; dass die Gerechtigkeit wächst und die Ungerechtigkeit schwindet. ‑ Christus Höre uns A: Christus erhöre uns!

Lektor/in: Gott, unser Vater, dein Sohn Jesus Christus hat uns die frohe Botschaft gebracht, dass du uns nahe bist. Erhalte in uns die Freude und Dankbarkeit. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Lehrer und Herrn.

17.12.23: 3. Adventsonntag

Einführung
Worüber habe ich mich gefreut? Was macht mir Freude?
Wenn Kinder spielen? Wenn Barbarazweige aufgehen?
Wenn Christrosen blühen?
Wenn ich mich mit Freunden treffe?
Vielleicht sogar, wenn ich am Sonntag zur Messfeier komme?

Den Dank für all das, was uns Freude macht bringen wir mit in diese Messfeier. Und grüßen Christus, unseren Heiland und Herrn:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
wie ein Bräutigam sich festlich kleidet und eine Braut ihren Schmuck anlegt;
und noch besser: wie die Erde ihr Gewächs hervorbringt und das Feld seine Saat sprießen lässt!

Diese Vergleiche haben eines gemeinsam:
sie beschreiben etwas, das untrennbar zusammengehört: Kein Bräutigam wird in zerrissenen Hosen zur Hochzeit erscheinen und im Garten geht auf, was gesät wurde.

So lässt Gott, der Herr, Gerechtigkeit sprießen!
Wo Gott ist, wächst Gerechtigkeit!

Wenn Menschen auf Gott hören, üben sie Gerechtigkeit,
wenn Menschen auf Gott hören,
werden die Armen aus der Armut geführt,
und die gebrochenen Herzen geheilt;
dann werden die Gefangenen frei gelassen und die Gefesselten befreit.

Tatsächlich denke ich:
wenn wir diese Worte mit unserem Leben vergleichen,
können wir sagen: auch wenn wir nicht voll und ganz verwirklichen, was da beschrieben ist: wir gehen in diese Richtung.
Wir versuchen durch Spenden mitzuhelfen, die Armut zu bekämpfen;
Wir hören zu, wenn jemand seine Not erzählt und leisten Beistand;
Wir schreiben niemanden ab, sondern sind offen dafür, dass Verständnis wächst.

Wir haben tatsächlich Grund zur Freude, dass wir durch den Glauben an Jesus diese Art oder diese Kunst zu leben gefunden haben.

Dadurch wird unser Leben hell: wir tappen nicht im Dunkeln der Ratlosigkeit und der Borniertheit. Wir haben eine Ahnung davon, wozu wir leben und wozu diese Erde geschaffen ist:

Wir leben, damit wir diese Erde zu einem Ort der Mitmenschlichkeit machen, zu einem Ort des Friedens und der Gerechtigkeit.

Johannes der Täufer hat über das Licht gesprochen, das alle Menschen erleuchtet: Er hat damals die Menschen aufgerufen und sein Ruf gilt uns heute genauso: „Begradigt den Weg für den Herrn!“

Er soll geradewegs kommen können, möglichst bald – weil:
jede Verzögerung ist verlorene Zeit. Die Freude über sein Kommen wird so groß sein, dass man es kaum erwarten kann.

Er wird nicht mit Wasser taufen:
Wasser ist kostbar: Es reinigt uns, wir leben vom Wasser.

Doch der Herr, den Johannes angekündigt hat,
tauft mit etwas anderem:

Johannes sagte: „Ich bin ich es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren.

Eindrücklicher kann man nicht, die Größe des anderen betonen.

Doch, liebe Schwestern und Brüder,
Johannes durfte auf Jesus hinweisen und ihm den Weg bereiten.

Das dürfen wir auch!

Und er hat uns für gewürdigt, dass wir ihm folgen, dass wir an seinem Tisch sitzen und mit ihm Mahl halten dürfen.

Amen.

Fürbitten

Lektorin: Wir haben Gottes Geist empfangen. Von ihm geleitet beten wir:

  • Wir beten für die Volker der Erde: Um Regierungen, die den Frieden und die Wohlfahrt für die Menschen in ihrem Land suchen. Großer und heiliger Gott
  • Wir beten für die Kinder und Jugendlichen, die sich schwertun, ihre Begabungen und Fähigkeiten zu entwickeln: dass sie die Unterstützung und Motivierung finden, die sie brauchen. Großer und heiliger Gott
  • Wir beten für die Menschen, die darauf hoffen, dass Krieg und Gewalt und Terror ein Ende nehmen: dass sie beharrlich sind und das Vertrauen in die Kraft der Liebe wächst.
    Großer und heiliger Gott
  • Wir beten für die Menschen, die alleine Leben: dass sie Verbundenheit und Wohlwollen erfahren.
    Großer und heiliger Gott
  • Wir beten für die Menschen, die Verschwörungstheorien Glauben schenken und geheime Mächte am Werk sehen: dass sie frei bleiben im Denken und deinem machtvollen Wirken Raum geben. Großer und heiliger Gott
  • Wir beten für deine Kirche: um Bischöfe, die das Volk Gottes leiten und auf die Stimme des Heiligen Geistes in den Glaubenden hören. Großer und heiliger Gott

Lektorin: Guter Gott, wir preisen dich für Jesus deinen Sohn, der von Maria geboren wurde und uns den Glauben an deine Liebe lehrte. Amen.

10.12.23: 2. Adventsonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Das Wort Advent beschreibt zwar die letzten Wochen vor Weihnachten. Als Christen leben wir auch in den anderen 11 Monaten im Advent. Denn wir erwarten Christus, der kommen wird. Er wird sein Reich aufrichten: Es wird nicht mehr Arme und Reiche geben. Denn in seinem Reich teilt Gott seine Fülle mit jedem einzelnen. Es wird keine Gräben mehr geben, durch die sich die Oberen von den Unteren abgrenzen. Die jetzt das Kapital zu sich lenken, werden erkennen, wie verkehrt ihr egoistisches Handeln war.
Wir leben im Advent: das heißt, wir ebnen dem Reich Christi die Bahn und füllen die Gräben auf und wir bauen Brücken, um die Gräben zu überwinden.
Rufen wir zu Christus: Er ist die Brücke, die Erde und Himmel, Gott und Menschen verbindet.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder
erlauben Sie mir, dass ich ähnlich wie am vergangenen Sonntag zuerst den Blick auf unsere Erde richte – wie das Leben geworden ist und wie es bis auf den heutigen Tag besteht:

Allen physischen Gewalten zum Trotz bildeten sich immer kompliziertere Moleküle und Strukturen bis zu den Lebewesen, die nur aus einer einzigen Zelle bestehen und das Kunststück vollbrachten, sich zu teilen und auf diese Weise zu vermehren.

Das ist der Anfang des Lebens auf dieser Erde: Allen Meteoritenein­schlägen zum Trotz entwickelte sich immer vielfältigeres Leben auf dieser Erde. Es überstand alle Eis- und Heißzeiten. Die Lebewesen bevölkern die Erde bis zum heutigen Tag: vom Grill in den Meeren bis zum Schimpansen und dem Menschen.

Die Widrigkeiten, die sich dem Leben entgegenstellen, sind heute nicht weniger geworden. Wir Menschen sind sogar so weit gekommen, dass wir in der Lage sind, uns selbst die Lebensgrundlage zu zerstören.
Die technischen Möglichkeiten haben wir und benutzen wir – ohne Bedacht und trotz besseren Wissens gefährden wir Menschen den Fortbestand unserer Art.

Johannes aber rief:
Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Straßen.

Der Mensch soll die Hindernisse und Bedrohungen des Lebens aus dem Weg räumen. Diese Hindernisse sind weniger die technischen Mittel, mit denen wir Leben zerstören können und zerstören.

Die größten Hindernisse bauen wir in unserem Inneren auf:
Der Neid, die Missgunst, die Abneigung und Vorurteile, Geiz und Machtgier – das sind die Triebkräfte dafür. Sie bringen den Menschen dazu, das Leben zu bedrohen, es anzugreifen und zu vernichten – statt ihm den Weg zu ebnen.

Liebe Schwestern und Brüder,
wir bahnen dem Herrn den Weg,
sooft wir Hindernisse aus dem Weg räumen, die sich dem Leben entgegen-stellen:

Wenn wir in der Gemeinschaft Aufgaben und Verantwortung übernehmen;
wenn wir durch unsere Spenden – auch für Adveniat – helfen, dass Not gelindert wird, dass Kinder zur Schule gehen können und Krankheiten geheilt werden;
wenn wir die Not eines Menschen erkennen und für ihn ein offenes Ohr haben;
wenn wir und Zeit nehmen für einen anderen – obwohl wir gerade etwas ganz anderes tun wollten,

dann ebnen wir die Bahn für den Herrn,
dass er zu den Menschen kommt,
und sie an seine Hoffnungsbotschaft glauben können
und selbst anfangen,
anderen Menschen Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Fürbitten

Lektor/in: Lasst uns beten: Jesus Christus, du bist die Brücke zwischen Gott und uns Menschen. Du rufst und durch Johannes zur Umkehr. Wir bitten dich:

  • Steh allen bei, die heute deine frohe Botschaft verkünden und darum werben, dass die Menschen an die Liebe Gottes glauben. – Christus Höre uns A: Christus erhöre uns!
  • Für alle, die durch die Taufe zum Volk Gottes gehören:
    entzünde in ihnen die Liebe zu dir und deinem himmlischen Vater. –Christus Höre uns       A: Christus erhöre uns!
  • Für alle Menschen, die in unsere Pfarrgemeinde zugezogen sind. Dass sie willkommen sind und Gemeinschaft erleben. Christus Höre uns    A: Christus erhöre uns!
  • Hilf uns, die Gräben bei uns zu überwinden: zwischen verfeindeten Nachbarn, zwischen Ausländern und Einheimischen, zwischen Armen und Reichen. –
    Christus Höre uns         A: Christus erhöre uns!
  • Für die Menschen in Israel und Palästina: wecke die
    Sehnsucht nach Frieden miteinander und stärke die
    Bereitschaft für gegenseitige Vergebung und Versöhnung.
     ‑ Christus Höre uns      A: Christus erhöre uns!

Lektor/in: Gott, unser Vater, dein Sohn Jesus Christus hat uns die frohe Botschaft gebracht, dass du uns nahe bist. Erhalte in uns die Freude und Dankbarkeit. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Lehrer und Herrn.

06.12.2020: 2. Adventsonntag 2020

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Liebe Schwestern und Brüder,
heuer gab es keinen Bußgottesdienst: in der Fastenzeit waren öffentliche Gottesdienste verboten und jetzt im Advent möchte ich ehrlich gesagt keine zusätzlichen Gottesdienste anbieten.
Und: wenn ich ganz ehrlich bin, frage ich mich, ob es überhaupt jemandem abgeht – dieses Nachdenken über die eigenen Sünden.

Dabei ist das eine Grunderfahrung der Menschheit und jedes Menschen:
wir sind nicht immer gut, sondern wir sind oft auch böse und tun Böses.

Dabei bleibt es sehr schwer, festzulegen, was genau böse ist, was eine Sünde ist. Die Messlatte kann sehr verschieden angesetzt werden.

Ist es nur eine Sünde, wenn ich jemand anderem oder mir selber absichtlich und vermeidbar Schaden zufüge?
Dann gibt es tatsächlich gar nicht so viele Sünden: denn wer stiehlt schon? Wer betrügt schon?

Oder sündige ich auch schon, wenn ich nachlässig bin, wenn ich vergesse Gutes zu tun (beten) oder zu wenig von meinem Besitz mit denen teile, die weniger haben als ich. Ist es schon eine Sünde, weil mein Vertrauen größer, meine Hoffnung stärker und meine Gottes- und Nächstenliebe stärker brennen könnten?

Jeder kann sich selbst fragen:
Habe ich jemand anderem oder mir selbst Schaden zugefügt? War ich ungerecht?

Habe ich das rechte Maß nicht eingehalten – beim Arbeiten und Ruhen, beim Essen und Trinken und beim Fasten, beim Streit und beim Vermeiden eines Streits?

War ich klug genug, um nachzudenken, welche Wirkungen mein Reden und Handeln hat und habe ich abgeschätzt, ob ich den anderen richtig verstehe. Kümmere ich mich darum, was dieser Gesellschaft hilft, menschlicher zu werden oder ist es mir einfach egal? Leiste ich einen Beitrag dazu?

Bin ich zu feige, um für meine Wertvorstellungen einzutreten?
Gebe ich schnell auf, wenn ich merke, dass es anstrengend und schwierig wird?
Vermeide ich alles, was Anstrengung und Ausdauer kostet?

Und es stellt sich die Frage:
Warum bin ich so? Könnte ich anders?
Was könnte ich ändern?

Denn eines steht fest:
So sehr auch jeder einzelne an sich arbeitet, ein immer besserer Mensch und Christ zu werden – wir werden immer auf die Vergebung anderer und auf die Vergebung Gottes angewiesen sein.

Unser Liebe könnte immer noch heller leuchten
unsere Hoffnung stärker und unser Vertrauen größer sein.

Die Botschaft Johannes des Täufers ist:
Kehrt um zum Herrn – immer wieder –
bleibt nicht stehen auf dem Weg, als Kinder Gottes sein Reich aufzubauen.

Denn: Gott hat Erbarmen. Er vergibt euch eure Sünden, wenn ihr auf dem Weg bleibt:
er vergibt euch euer zu wenig und er vergibt euch sogar das Böse –
wenn ihr nur auf dem Weg bleibt und immer wieder umkehrt zu eurem Gott.

15.12.2019: 3. Adventsonntag LJ A

Hier geht es zu den Texten der Liturgie: schott

Liebe Schwestern und Brüder,
Das sind leere Versprechungen! – Das ist ein schlimmer Vorwurf!
Darin drückt sich tiefes Misstrauen aus. „Leere Versprechungen“.

Es wird versprochen: Die Steppe wird blühen! Sie werden die Herrlichkeit des Herrn sehen! Gott wird kommen und euch retten!

Die Engel versprechen: Er wird groß sein! Friede auf Erden den Menschen!

Und was ist?
Kriege toben. Christen werden verfolgt. Israel ist in sich gespalten und seine Existenz wird von anderen Staaten in Frage gestellt.

Die Kirchen bieten einen traurigen, verbrauchten Anblick: sie erschöpfen sich in Lehre und Caritas – doch begeistern sie nur noch sehr wenige für die eigentliche Botschaft vom Reich Gottes.

Ist Christus eine falsche Versprechung? Können wir ihm wirklich glauben?
Hat er die Königsherrschaft Gottes gebracht?

Zweifel über Zweifel – geweckt und genährt von der Wirklichkeit.

Ähnliche Zweifel bedrängen Johannes. Deshalb lässt er zwei seiner Jünger Jesus fragen: bist du der der kommen soll?

Schwestern und Brüder: Können wir glauben und können wir vor unseren Bekannten und Freunden vertreten: Jesus ist der Messias!
Jesus ist der Retter der Welt und der Menschen!

Oder bleibt ihnen dabei das Wort im Mund stecken?

Welche Argumente gibt es gegen den Zweifel?
Warum bin ich überzeugt davon, dass Jesus wirklich der Messias ist?

Jesus verändert die an ihn glauben:

Ich sehe die vielen Menschen, die sich für andere einsetzen – ob mit Rettungsschiffen auf dem Mittelmeer oder in der Krankenpflege oder in der Erziehung.

Ich höre die Nachrichten von den vielen Projekten und Aktionen, die die Lebensverhältnisse armer Menschen in jedem Erdteil dauerhaft verbessern.

Und ich begegne selber Menschen, die neu angefangen haben und wieder an sich selber glauben und ihre Möglichkeiten, etwas Gutes zu tun.

Jesus heilt auch mich selbst und bewahrt mich vor Pessimismus und Mutlosigkeit:

Trotz vieler Verbrechen und trotz der Bosheit,
sehe ich das Gute in der Welt und auch in mir.

Trotz mancher Rückschläge verliere ich nicht den Mut und sehe einen Sinn darin, für den Frieden, für das Reich Gottes zu arbeiten und zu werben.

Jesus gibt mir durch sein Leben, durch seine Art zu leben,
durch seine Unerschrockenheit und seine Leidenschaft für Gott und Mensch
Mut und Zuversicht und den Glauben daran,
dass die Menschheit darin ihre Zukunft findet.

Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus hat die Menschheit gerettet:
Er hat sie davor gerettet, sich den dunklen Kräften der Seele auszuliefern.

Jesus bewahrt uns im Glauben und im Einsatz für
Gerechtigkeit und Wahrheit und Freiheit und Barmherzigkeit und Liebe.

Das Reich Gottes ist mitten unter uns und es kommt unaufhörlich –
wo immer Menschen auf Gottes Geist hören und ihm folgen

16.12.2018: 3. Adventsonntag

Hier geht es zu den liturgischen Texten: schott

Liebe Schwestern und Brüder,
mit welchen Gefühlen sehen sie Weihnachten entgegen?

Sind sie eher gelassen und ruhig: es wird sein wie jedes Jahr; wir üben unsere Familienbräuche; Essen, Trinken, Besuche, Geschenke, Gottesdienste, viele Feiertage Tage hintereinander.

Sind sie eher gespannt und voll Vorfreude:
Werden sich die Beschenkten über die Geschenke freuen?
Wie groß sind die Enkel geworden? Was wird man mir schenken?
Die schönen Weihnachtslieder dürfen wir wieder singen.

Oder sind sie eher furchtsam: Weihnachten wird heuer ganz anders.
Vielleicht bin ich allein. Hoffentlich gibt es keinen Streit.
Ich weiß nicht, ob ich mich traue, in die Christmette zu gehen.

So erwarten wir den Tag des Herrn, den Tag, an dem er kommt.

Der Prophet Zefanja ist am Ende seines Buches voll Heilserwartung:Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte. Er freut sich und jubelt über dich!

Paulus ist hochgestimmt in seinem Brief an die Philipper:
Freut euch! Der Herr ist nahe! Sorgt euch um nichts.
Eure Güte werde allen Menschen bekannt.
Der Friede Gottes, wird in euch sein.

Es ist die hochgespannte, freudige Erwartung des Herrn:
Der Tag seines Kommens bedeutet Frieden und Heil – für alle Völker sogar.

Johannes des Täufers hat einen strengeren Ton:
Nichts wird es euch nützen, dass ihr schon bei der Geburt getauft worden seid. Bringt Früchte hervor. Denn der, der kommt, wird die Spreu vom Weizen trennen. Die Spreu wird verbrennen, der Weizen kommt in die Scheune.

Muss ich Angst haben, wenn der Herr kommt?
Muss ich Angst haben, vor der Begegnung mit Gott?
Muss ich Angst haben, keine Früchte vorweisen zu können?

Ich will das schon ernst nehmen: denn wie wird er mich finden, er der Eine, der Gute, der Einzige Herr?
Er hat mir das Leben geschenkt und die Berufung: Sein Ebenbild zu sein:
gut, wahr, gerecht, barmherzig.
Habe ich gelebt wie sein Ebenbild – oder eher wie sein Zerrbild?
Bin ich Spreu oder Weizen?

Wenn ich aber nochmal genauer hinhöre, was Johannes, der Wegbereiter anmahnt:
Teile deinen Überfluss! Adveniat!
Nütze niemanden aus! Füge keinem Schaden zu!

Das sollte doch nicht zu viel verlangt sein!

Eines aber macht mir Johannes deutlich:

Der Herr ist nahe. Er, der Heil bringt und Heilung!
Wie es die Propheten ankündigen.
Es kommt jetzt darauf an, was ich tue und ob ich bin, was ich sein soll:
Gottes Ebenbild: voller Güte, Geduld, Barmherzigkeit, gerecht und barmherzig.
Es kommt jetzt darauf an, dass er in die Welt kommen kann
und ich bereit bin für ihn.

24.06.2018: Hl. Johannes der Täufer

Hier geht es zu den liturgischen Texten: schott

Liebe Schwestern und Brüder,
Wissen sie noch, was der Name Johannes bedeutet? Gott ist gnädig!

Er lässt Gnade vor Recht ergehen.
Er verzeiht, statt zu strafen. Es ist bereit zu vergeben!
Er verschont, statt zu vernichten.
Er teilt seine Wohltaten aus, statt sie für sich zu behalten.

Gott ist ein gnädiger Gott, barmherzig und reich an Güte. (Ps 145) –
so wird Gott in den Psalmen dafür gelobt und gepriesen.

Gottes „gnädig sein“ zeigte sich darin, dass Elisabeth ½ Jahr vor der Geburt Jesu ihn, Johannes den Täufer geboren hat. Das ist übrigens der Grund, warum wir heute, am 24. Juni sein Geburtsfest feiern, am Tag der Sommersonnenwende. Johannes hat einmal gesagt: Ich muss kleiner werden, Jesus muss größer werden.
Von heute an werden die Tage wieder kürzer – dieser natürliche Verlauf ist wie ein Symbol für die Aussage des Johannes.

Gott ist gnädig gewesen zu Elisabeth und Zacharias, dass sie im hohen Alter noch dieses Kind empfangen konnten.

Gott ist gnädig, weil Johannes den Auftrag hatte, das Volk zur Umkehr zu rufen und es auf den Messias vorzubereiten.

Gott ist gnädig, weil er die Botschaft des Johannes auf offene Herzen treffen ließ, so dass viele zu ihm an den Jordan gingen, ihm ihre Sünden bekannten und sich von ihm taufen ließen.

Gott ist gnädig, wenn die Botschaft des Johannes uns heutige trifft und uns bewegt, dass wir in uns gehen, über uns und unser Handeln nachdenken, unsere Selbstsucht und Hartherzigkeit erkennen, um weiter dagegen anzukämpfen.

Gott ist dadurch gnädig, weil die Welt nur dann besser wird, wenn wir – jede Frau und jeder Mann versuchen, bessere Menschen zu werden.

Das, was in der Vergangenheit geschehen ist, was wir getan haben, können wir nicht mehr ändern. Das können wir nur der Barmherzigkeit Gottes anvertrauen.

Doch das, was wir heute tun und morgen tun werden, das liegt in unserer Hand. Wir sollten immer daran denken, ob es vor Gott gut ist, was wir tun.

Gut und gerecht ist es,

  • wenn die, die viel haben, mit denen teilen, die wenig haben.
  • wenn die, die ihrer Not und ihrem Elend entfliehen, nicht weggeschickt sondern aufgenommen werden.
  • wenn wir andere so behandeln, wie wir selbst behandelt werden wollen;
  • wenn wir uns denen zu Nächsten machen, die Hilfe brauchen;
  • wenn wir uns selbst an die Regeln halten, die dem Frieden in der Gesellschaft dienen;
  • wenn wir für die eintreten, die sonst keine Fürsprecher haben:
    die Kinder, die Alten, für die abgelehnt und ausgegrenzt werden.

 

Gott ist gnädig und barmherzig und reich an Güte,
denn er hat uns die Kraft geschenkt, seine Liebe anzunehmen und selbst andere zu lieben, in dem wir uns ihnen zum Nächsten machen.

So sorgt Gott dafür, dass Gerechtigkeit und Recht stark werden,
dass seine Barmherzigkeit und Güte die Menschen erreicht.

 

Wie Johannes dürfen wir sagen:

die Zeit in der wir Hartherzigkeit und Selbstsucht anklagen müssen, und Grausamkeit und Gegeneinander muss kleiner werden,
die Zeit der Zuwendung, der Güte, des Miteinanders muss größer werden.

10.12.2017: 2. Adventsonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie: schott

Liebe Schwestern und Brüder,
Das Markusevangelium ist das ursprünglichste. Es hat zum ersten Mal den Versuch unternommen, eine Erzählung von Jesus zu formen: wie er begonnen hat, was er getan, was sein Botschaft war, wie man auf ihn reagiert hat und wie er geendet hat.

Es ist keine Biografie, keine Chronik, aber das Evangelium erzählt ein Nacheinander der Ereignisse im Leben Jesu.
Es schildert seinen Weg: von Galiläa nach Jerusalem.

Von der Kindheit Jesu überliefert das Markusevanglium nichts. Es weiß nichts von einem Engelsbesuch bei seiner Mutter.

Die Sache mit Jesus begann – so Markus ‑, als Johannes, der Täufer auftrat und verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich. Er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

Im nächsten Satz bereits wird berichtet, dass sich Jesus von Johannes im Jordan taufen ließ – ebenso wie alle anderen Menschen, die zu Johannes gekommen waren.

Wir sollten daran denken, wenn wir an Weihnachten die Geburtsgeschich­ten von Matthäus und Lukas hören. Denn es hilft uns, sie besser zu verstehen – sie verkündigen Jesus als Sohn Gottes – ebenso wie Markus, der beginnt: „Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.“

Alle Evangelien berichten aber, dass Johannes Jesus getauft hat.
Jedes Evangelium schildert ihn und sein Wirken: Den Umkehrruf, sein beeindruckendes Auftreten in Kamelhaar und seine karge Lebensweise.
Offenbar kann man die Jesusgeschichte nicht erzählen, ohne von Johannes auszugehen!

Die Jünger Jesu werden sich immer an ihn erinnern – ohne ihn wären sie nicht auf Jesus gestoßen. Ohne Johannes hätte Jesus kein Gehör gefunden. Er hat das Feld bereitet.

Johannes hat Jesus ankündigt. Er sagt: Er ist größer als ich.
Er tauft mit dem Heiligen Geist!

Wir – heute – sollten deshalb Johannes nicht als Vergangenheit abtun. Damit wir bereit sind für Jesus und seine Botschaft, sollten wir auf ihn hören.

Damit wir bereit sind für „die Taufe mit dem Heiligen Geist“.
Damit der Heilige Geist in uns stark werden kann, müssen auch wir uns von Johannes „taufen“ lassen: wir sollten unsere Sünden bekennen
und uns reinigen lassen, damit wir bereit sind für Jesus und sein Evangelium.

Das ist keine Handlung, die wir einmal tun, und dann ist es geschehen:
Das ist eine innere Angelegenheit, die wir immer wieder nötig haben:

Täuschen wir uns nichts über uns selbst:

  • Die Selbstliebe ist oft größer als die Nächstenliebe.
  • Wir urteilen statt zu verstehen.
  • Wir schließen andere aus unserem Leben aus – statt uns zu öffnen.
  • Wir behalten das unsere, statt zu teilen.
  • Wir verbiegen die Wahrheit – statt authentisch zu sein.
  • Wir sind blind und taub für die Not der Mitmenschen und
  • wir sind stumm und gelähmt, wenn es darauf ankäme, das Rechte zu sagen und zu tun.

Gehen wir zu Johannes: Bekennen wir uns zu unseren Sünden,
zu unserer Lieblosigkeit und Oberflächlichkeit,
damit wir Vergebung erfahren.

Damit wir bereits sind für die Taufe mit dem Heiligen Geist.

9. Dezember 2012: 2. Adventsonntag (LJ C)

Hier geht es zu den liturgischen Texten Beuron

Nur das Lukasevangelium gibt sich die Mühe, die Zeit zu nennen, in der sich das alles ereignet.
Johannes der Täufer lebte in einer ganz bestimmten Zeit und begann sein Wirken an einem ganz bestimmten Ort – so wie Jesus!

Dieser Abschnitt des Lukasevangeliums versetzt uns in die Zeit kurz bevor Jesus öffentlich auftrat. – Also etwa 30 Jahre nach seiner Geburt.
Und das, wo wir uns jetzt auf das Fest der Geburt des Herrn vorbereiten.

Was bereiten wir vor? Wie bereiten wir uns vor?

Es soll wieder ein schönes Weihnachten werden.
Im Lauf der Zeit haben wir dafür einen persönlichen Stil und Bräuche entwickelt und so soll es auch heuer wieder werden.

Adventskranz! grüne Zweige – oder sogar einen Baum ‑  Geschenke für bestimmte Personen – Weihnachtskarten – Plätzchen und Gebäck.
In manchem Haus gibt es zu Weihnachten immer ein bestimmtes Essen, das einfach zum Tag gehört –
andere denken sich jedes Jahr ein Weihnachtsmenü aus.

Viele bringt das unter Druck, dass sie das alles schaffen bis zum 24..

Wie würden wir uns gerne vorbereiten?
Wie könnten wir uns auch vorbereiten?

Fragen wir uns zuerst: Worauf bereiten wir uns vor?  Und was bereiten wir vor?

Lukas sagt es mit den Worten des Jesaja Buches:  „Alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt!“

Wie könnte ich mich vorbereiten auf das Heil, das von Gott kommt? Was stelle ich mir darunter vor?

Wenn das Heil Gottes Frieden bedeutet?
Wenn das Heil Gottes Heilung bedeutet?
Wenn das Heil Gottes Freude bedeutet?

Wie könnte ich mich darauf vorbereiten?

Ich müsste die Hindernisse aus dem Weg schaffen! – Soweit es mir möglich ist: den Unfrieden – das Unheil  – die Freudlosigkeit.

Das Heil kommt von Gott! Behauptet das Evangelium, behauptet der Glaube – ohne Umschweife und Einschränkung.

Das Heil kommt von Gott, doch es kommt nicht mit Trompeten und Fanfaren!
Es kommt in einer bestimmten gar nicht so wichtigen Stunde der Menschheit, der Geschichte des römischen Reiches!
Es kommt in und mit und durch Menschen, die da gelebt haben, die geboren wurden wie eben Kinder geboren werden, die aufgewachsen sind, wie eben Kinder aufwachsen.

Das ist da besondere an der Bibel – besonders am Neuen Testament!
Wir glauben, dass Gottes Heil gekommen ist – durch einen Menschen in dieser Zeit! Wir glauben, dass Jesus in diese Zeit das Heil von Gott gebracht hat – als Mensch mit Haut und Haar.

Nicht so, dass sich niemand dagegen wehren könnte,
nicht so, dass er alle unterworfen hätte,
nicht so, dass er jeden umpolen würde wie in einem göttlichen Umerziehungslager.

Er hat das Heil, das von Gott kommt gelebt und verwirklicht  und dazu eingeladen hat, mit ihm im Heil zu leben und ihm nachzufolgen.

Das Heil kommt von Gott – es ist schon in diese Welt gekommen!
Johannes der Täufer hat es angekündigt und die Leute darauf vorbereitet!

Jetzt ist Advent – jetzt können wir anfangen, uns vorzubereiten und die Hindernisse aus dem Weg zu räumen,
denn das Heil kommt von Gott durch uns in die Welt, wenn wir das Heil leben wie Jesus, dessen Geburtsfest wir deshalb feiern.