ökumen. Gottesdienst beim SC Regensburg

Katholisch & Evangelisch = Volk Gottes

Gebet (M)
Gott, du hast uns
   nicht als Einzelkämpfer geschaffen,
sondern als Menschen,
   die zueinander gehören.
Durch die eine Taufe sind wir verbunden –
über alle Grenzen
   von Konfession und Herkunft hinweg.
Öffne uns jetzt Augen und Herzen füreinander,
damit wir entdecken, was uns eint.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Lesung       Eph 4,1–6  Lektor:in

1    Ich, der Gefangene im Herrn, ermahne euch,
      ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging.

2    Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe
3    und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren
           durch das Band des Friedens!

4    Ein Leib und ein Geist,
      wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung:

5    ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,
6    ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

Predigt
Liebe Schwestern u. Brüder im Glauben an Jesus, unseren Bruder u. Herrn,
dieses Kinderspielzeug zeigt die Erde als Kugel – was sie ja ist – und welche Tiere in den verschiedenen Erdteilen und Regionen zuhause sind. Selbstverständlich leben (fast) überall auch Menschen.

Alle Lebewesen haben Gott zum Vater. Er ist über ihnen – denn ihm und seiner Lebenskraft verdanken sie das Leben. Er lebt durch (!) sie: Die Lebewesen – ALLE – sind sozusagen eine Lebensäußerung Gottes. Gott lebt in ihnen. Gott ist dem Lebendigen und dem ganzen Universum innerlich. Alles ist miteinander verbunden.

Jesus hat deshalb verkündet: das Himmelreich ist mitten unter euch. Sucht Gott nicht irgendwo anders – er ist in euch und unter euch!

Das ist sein Evangelium! An dieses Evangelium glauben wir – die katholischen und die evangelischen Christen, etc!

Warum nennen sich also nur die Einen „evangelische Kirche“?

Das hat durchaus seinen Grund und seine Berechtigung: Martin Luther, der Reformator, sagt: die Schrift allein ist Maßstab für das Leben und den Glauben der Kirche. Er hat damals erkannt, dass die Kirche Traditionen entwickelt hat, von denen nichts im Evangelium steht und die sogar dem Evangelium widersprechen: Wie zum Beispiel der Satz, der Luther auf die Palme brachte: „Wenn die Münz‘ im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt!“

Die Evangelische Kirche stellt heraus, dass das Evangelium Jesu über allem steht. Deshalb trägt sie es im Namen. Dadurch wollte Martin Luther verhindert, dass die Kirche nach ihm als lutherisch bezeichnet wird.

In der vom Papst geleiteten römischen Kirche wird hingegen gelehrt, dass sowohl die Tradition als auch die Heilige Schrift Frucht des Heiligen Geistes sind und es zwischen beiden keinen Widerspruch geben kann. –
Doch auch die röm. Kirche verkündet das Evangelium Jesu und glaubt daran. Es ist der Kern und die Mitte ihrer Botschaft, Quelle und Richtschnur.

Jesus und sein Evangelium sind die Mitte unseres gemeinsamen christlichen Glaubens.

Schauen wir uns nochmal den Erdball an: Die Bibel (AT und NT) ist in über 750 Sprachen übersetzt. Das NT in mehr als 1.800 Sprachen. In jedem Land auf diesem Erdball leben Menschen, die an Jesus und sein Evangelium glauben – selbst da, wo der christliche Glauben im Geheimen gelebt werden muss, um Bestrafung zu entgehen. Genau das meint das Wort „katholisch“: Die ganze Welt umspannend und geeint im Glauben.

Katholisch müssen alle christlichen Gemeinschaften sein, weil das dem Willen Jesu entspricht: Geht zu allen Völkern! Macht alle Menschen zu meinen Jüngern und lehrt sie daran zu glauben, dass Gott über ihnen und durch sie und in ihnen ist.

Die röm.kath. Kirche betont stärker, dass ihre Mitglieder auf dem ganzen Erdenrund die Lehre der Kirche einhalten und befolgen und annehmen und dadurch eins sind.

Aber auch in der evangelischen Kirche gilt überall das Prinzip: Allein die Heilige Schrift ist Richtschnur des Lebens der Christen. Allein dank der göttlichen Gnade wird der Mensch gerettet – ohne sein Verdienst. Und allein der Glaube an Jesus ist notwendig um das Heil zu empfangen.

Wir Christen verkünden Jesus, den Auferstandenen überall auf der Erde.  und sind deshalb „katholisch“. Das gilt auch für die ev. Kirche, auch wenn die röm.kath. Kirche die Einheit stärker betont, die durch den Bischof von Rom und sein Leitungsamt gewährleistet wird.

Liebe Christen, die Zeit des Bruchs zwischen Luther und den Bischöfen ist lang vorbei. Inzwischen merken wir, dass wir alle eins sind durch die Taufe und den Glauben an Jesus und sein Evangelium. Wir erkennen unseren gemeinsamen Ursprung und unser gemeinsames Ziel.

Wir sind das eine Volk Gottes, das sich in verschiedenen Kirchen versam­melt und überall auf der Erde das Evangelium Jesu verkündet:

Das Himmelreich ist nahe! Gott ist über allen und durch alle und in allen. Amen.

9. Mai 2013: Christi Himmelfahrt

Hier geht es zu den liturgischen Texten: Schott

 

Liebe Schwestern und Brüder!
Im Namen  Jesu wird allen Völkern – angefangen in Jerusalem – verkündet, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden! Ihr werdet meine Zeugen sein, bis an die Grenzen der Erde!

Dem Lukasevangelium war es ein großes Anliegen, deutlich zu machen, dass Jesus Christus und seine frohe Botschaft universale Bedeutung hat.

Die Jünger Jesu, die Kirche, ist keine Sekte, kein Privatclub, keine Interessengemeinschaft, keine regionale und modebedinge Erscheinung.
Die Kirche ist von ihrem Wesen her KATHOLISCH:
Sie wendet sich mit der Botschaft von Gott, dem barmherzigen Vater an alle Menschen, die sie erreichen kann – im Norden und Süden, im Osten und Westen.

Was macht diese Botschaft so bedeutend?
Was ist so wichtig daran, dass sie bis heute die Menschen dieser Welt bewegt?

Die Botschaft Jesu beutet: Frieden, Freude und Befreiung – für jeden, der Jesus glaubt und der an ihn glaubt.
Gleichzeitig wird niemand ausgeschlossen – allen steht es frei, zu glauben oder nicht zu glauben.

Denn es gibt – so lehrt es Jesus ‑ nur einen Herrn über Himmel und Erde, den er „himmlischen Vater“ nennt. Deshalb darf niemand einen anderen Menschen zwingen, unter Druck setzen, ausschließen.

Die Machthaber dieser Welt verlieren so die Herrschaft über die Menschen, denn sie unterstehen dem gleichen Gebot wie jeder andere.
Dem Gebot Jesu: „Wer unter euch der größte sein will, der soll der Diener aller sein.“

Die Botschaft Jesu und die Botschaft über Jesus hat also die Kraft, die Menschen zu bewegen und zu befreien. Es ist die Botschaft des Himmels, die Botschaft Gottes an die Menschen. Weil wir glauben, dass Jesus von Gott gesandt ist und Gott geoffenbart hat, nennen wir ihn Sohn Gottes. Deshalb glauben wir auch, dass er aufgefahren ist in den Himmel und zur Rechten Gottes des allmächtigen Vaters sitzt.

Da Jesu Botschaft Frieden bedeutet, Freude und Freiheit, bewegt sie die Menschen zuerst und vor allem im Herzen.

Wenn wir an Christus glauben, müssen wir also zunächst einmal gar nichts tun.
Wir müssen keine Programme entwickeln, wie wir die Welt verändern, wie wir die Botschaft verbreiten oder etwas ähnliches.

Zuerst und vor allem verändert Christus uns – unsere Persönlichkeit.
Er verändert uns nicht dadurch, dass er uns umerzieht oder manipuliert.
Er verändert uns dadurch, dass er uns Gottes Liebe zusagt – ohne dass wir dafür etwas tun müssen.

Gott nimmt uns an, so wie wir sind. Wir haben Anteil an Gott, weil er uns sein Leben einhaucht und weil wir in ihm sind und leben.
So gibt es nichts mehr, was uns von Gott, vom Leben trennen kann.

Welche Freude! Welches Glück! Himmlische Freude!

Das verändert uns und bringt die besten Seiten und Eigenschaften unsere Persönlichkeit zur Entfaltung.
Jesus verändert uns, weil er das scheinbar Tote in uns zum Leben erweckt.
Er verändert uns so wie die Sonne mit ihrer Wärme die Knospen zum Blühen bringt.

Schwestern und Brüder! von Jesus empfangen wir Freiheit, Frieden und Freude,
mit anderen Worten seinen Heiligen Geist.

Mit diesen Schätzen im Gepäck sind wir seine Zeugen,
damit die Menschen umkehren und beschenkt durch die Liebe Gottes Freiheit und Frieden und vollkommene Freude finden.