19.04.26: 3. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
wer das Glück hat, eine Urlaubsreise anzutreten ist beim Start voller Erwartung und Freude über die bevorstehende Zeit.

Wer ins Theater geht, spürt eine positive Spannung: Wie wird die Aufführung werden.

Wer ins Kino geht, ist schon auf dem Weg dahin anders gestimmt als auf dem Weg in die Arbeit.

In welcher Stimmung und Erwartung sind sie hierhergekommen?

Die Stunde der Danksagung an Gott in der Gemeinde ist eine ganz besondere Stunde. Vielleicht ist sie ein Höhepunkt in der Woche.

Voll Freude über das Geschenk des ewigen Lebens preisen wir Gott:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Was würden Sie tun, wenn sie 100 Milliarden Euro geschenkt bekommen?

Ja genau. So würde es mir auch gehen. Ich wüsste erst gar nicht, was ich tun soll. Wahrscheinlich würde ich zunächst gar nichts tun – außer mich zu wundern und mich zu fürchten – so viel Geld!
Vielleicht würde ich einfach wieder meiner Arbeit nach gehen.

So ähnlich stelle ich mir das bei den Jüngern Jesu vor: Sie hatten erkannt: „Jesus ist auferstanden. Er lebt!“ Der Tod ist überwunden. Die (eigenen) Sünden sind vergeben und die noch viel größeren derer, die Jesus getötet hatten. Und nun?

Das Johannesevangelium entwickelt eine Ostergeschichte, in der es darum geht – und um noch viel mehr. Die Geschichte ist voller Symbolik:

Ein erfolgloser Fischfang; Ein Fremder, der um etwas Fisch bittet; Jünger, die Jesus zuerst nicht erkennen; Ein überreicher Fischfang mit 153 Fischen. 153: das ist die Summer der Zahlen zusammengerechnet von 1+2+3 usw. bis 17. Ein Kohlenfeuer und ein jetzt ein erkannter Jesus, der den Jüngern Fisch und Brot reicht. „Kommt und esst“ ist seine Aufforderung.

Die Jünger sollen nicht wieder als Fischer ihr Brot verdienen. Das macht sie nicht mehr satt. Sie haben nun eine andere Bestimmung:

Der Fang von 153 großen Fischen auf das Wort Jesu hin deutet das an.

Es gibt mehrere Deutungen für die se Zahl: aber klar ist: Die Jünger sind gesandt: Ihre Sendung ist die Auferstehung Jesu; das Reich Gottes und das ewige Leben in Fülle zu verkünden.

Dass sie versagt haben und immer wieder versagen werden, soll sie daran nicht hindern. Das Kohlenfeuer erinnert an das Feuer im Hof des Kajaphas und damit Petrus an die Verleugnung seiner Jüngerschaft.

Jesus reicht ihnen Brot und Fisch: wie bei der Speisung der 5000 am gleichen Ort, dem See von Tiberias:
Jesus hatte gesagt: Ich bin das Brot des Lebens.
Wer von dem Brot isst, wird ewig leben.

Jetzt ist es so weit: wenn die Jünger an Jesus glauben, der sein Leben hingegeben hat, dann ist er ihre Nahrung – für immer und ewig.

Durch Jesus leben sie in Ewigkeit.

Jesus ist dann kein Fremder mehr. Er ist der, der Leben gibt.

Das ist mehr als ein 100 Milliarden Euro Gewinn!

Liebe Schwestern und Brüder,
können sie, können wir erspüren, was uns geschenkt ist:
Die Ewigkeit – Gottes Leben – Glückseligkeit ohne Ende – trotz all unserer Grenzen und Begrenzungen-

Niemand, der an Jesus glaubt, kann sagen: „Ich habe nichts zu lachen!“

Es ist ganz anders: „Wir können gar nicht mehr aufhören uns zu freuen!“

Und diese Freude ist unsere Sendung. Ihre und meine.

100 Milliarden Euro – das ist im Vergleich dazu weniger als ein Staubkorn im Universum.

Jesus schenkt uns nicht etwas – sondern sich.
Nicht etwas zum Leben – sondern das Leben in Fülle in Ewigkeit.

Amen. Halleluja.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, unser Vater, du hast uns in dein Volk berufen, und nimmst uns auf in dein Reich. Wir beten zu dir, weil wir dir vertrauen.

V/A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Menschen, die keinen Sinn im Leben sehen. Lass sie erkennen, dass du sie in dein Reich berufen hast!

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Getauften, dass sie ganz persönlich glauben und von Freude über das Geschenk des ewigen Lebens sind..

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für unsere Welt, in der die Selbstsüchtigen und Rücksichts­losen die Macht an sich reißen: dass wir ihnen nicht nachlaufen, sondern am Respekt und der Achtung vor dem Mitmenschen festhalten.

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für die jungen Menschen am Beginn ihres Arbeitslebens: dass sie eine gute Arbeitsstelle finden und an der friedlichen Entwicklung unserer Gesellschaft mitwirken.

A: Herr, erhöre unser Rufen

V:  Für alle Christen: dass wir auf Jesus hören und zur Einheit zurückfinden.

A: Herr, erhöre unser Rufen

Lektor/in: Gott, du hast uns deine Liebe und deine Macht geoffenbart. Wir preisen dich heute und unser ganzes Leben im Heiligen Geist.

09.02.25: 5. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Gott braucht Menschen, die seine Botschaft weitertragen.

Gesucht werden Menschen wie du und ich.

Gesucht werden Menschen – nicht mit vollem Geldbeutel, sondern mit offenem Herzen.

Gesucht werden Menschen, die sich auf die Freundschaft mit Gott einlassen.

Gesucht werden Menschen, die sich auf Jesu ermutigendes Wort verlassen: Fürchte dich nicht!

H. J. Chr.
Du rufst ganz normale Menschen.
Du vertraust uns deine Botschaft an.
Du machst uns Mut und gibst uns Hoffnung.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Haben Sie die Brutalität gespürt, die in der Lesung beschrieben wurde: Mit einer glühenden Kohle wird der Mund des Erzählers berührt!  !!!

Zum Glück geschieht das nicht real, sondern in einer Vision des Jesaja – der ausgesandt wird, als Sprachrohr Gottes zum Volk und zum König zu sprechen.

Voraus ging das Bekenntnis: „Weh mir, ich bin ein Mann mit unreinen Lippen!“ Ein Mann, der aus Wut redet, oder Vorurteile verbreitet, oder anderen Angst macht, …

Aus reinen Lippen kommt kein solches Wort. Ein reines Wort sagt, was dem anderen hilft und was der Wahrheit dient.

Unreine Lippen habe ich: nicht, dass ich immer gottlos rede – aber eben auch. Es ist wie bei einem Glas Wasser: Schon ein Tropfen reicht, um es unrein zu machen.

Spüren sie das? Können Sie das mit-denken?
Gegenüber Gott sind wir Menschen „unrein“: In das Gute mischt sich Ungutes und Böses. Trotz aller Liebe gibt es auch Missgunst, …

Die heiße Kohle ist das Symbol der Reinigung.

Das Lukasevangelium erzählt etwas Ähnliches:
Petrus und die anderen zwei Jünger erleben Jesus.
Er verkündet ihnen das Wort Gottes (schade, dass von dieser Predigt nichts erzählt wird!). Schon da packt es sie innerlich.

Was Jesus verkündet ist ergreifend. Und dieser reiche Fischfang!
Halten wir uns nicht mit der Frage auf, was geschehen ist. Offensichtlich ist: Dieser Fischfang ist ein Zeichen für den neuen Sinn im Leben des Simon, des Jakobus und des Johannes.

Sie sollen künftig nicht mehr Fische fangen und für Geld verkaufen.
Sie sollen Menschen für das Reich Gottes gewinnen. Sie sollen Menschen gewinnen, die an die Liebe Gottes und an ihre immer größere Kraft glauben.

Die Reaktion des Petrus ist ähnlich wie die in der Vision von der glühenden Kohle:

Gegenüber Gott, gegenüber Jesus wird offenbar: Ich bin ein Sünder!

Liebe Schwestern und Brüder,
so sehr wir auch Sünder sind und sein mögen:
Wir sind von Gott gefundene Sünder.
Wir sind mit Gott versöhnte Sünder.
Wir sind von Gott geheilte Sünder!

Je mehr wir versuchen, Jesus zu verstehen und das Göttliche in seiner Botschaft zu erfassen, desto mehr können wir ihm ähnlich werden.
Er reinigt uns durch sein Wort, das mit seinem Leben übereinstimmt und dem er im Sterben treu bleibt.

Immer mehr werden wir davon durchdrungen, für andere zu leben.
Immer mehr werden wir reden, was dem anderen hilft und was der Wahrheit dient.

Liebe Schwestern und Brüder, schreiben wir uns hinter die Ohren, wie Jesus auf Simon und sein Bekenntnis als Sünder reagiert:

Er geht nicht von ihm weg – ganz im Gegenteil:

Er spricht ihm Mut zu und gibt ihm seine Sendung:

In Zukunft wirst Du Menschen gewinnen, die so wie du an Gottes immer größere Liebe glauben.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, wir wollen dem Wort deines Sohnes folgen und bitten dich um deine Kraft für unseren Weg:

  • Für alle, die enttäuscht sind, weil ihre Arbeit und Mühe erfolglos scheint. Dass sie nicht mutlos werden, sondern weiterhin das tun, was in deinen Augen richtig ist. ‑
    Christus höre uns         A: Christus, erhöre uns.
  • Für alle, die Jesu Botschaft verkünden – als Eltern, in einem pastoralen Beruf oder als Lehrer: dass sie auf offene Herzen treffen und in ihrer Arbeit getragen werden von den Christen in ihren Gemeinden.
    Christus höre uns         A: Christus, erhöre uns.
  • Für die Seelsorger und Seelsorgerinnen in unserer Stadt: Dass sie ihren Dienst mit Freude tun. ‑
    Christus höre uns         A: Christus, erhöre uns.
  • Für alle, die von Kindheit an Jesu Botschaft hören: dass sie immer wieder neu spüren, wie kostbar und voller Hoffnung Jesu Botschaft ist. ‑
    Christus höre uns         A: Christus, erhöre uns.
  • Für die Kinder und Jugendlichen, die sich auf die Sakramente vorbereiten: dass die frohe Botschaft Jesu sie hält und trägt wie ein Netz und dass sie in unserer Gemeinde Geborgenheit erfahren. ‑
    Christus höre uns         A: Christus, erhöre uns.

Lektor/in: Erhöre uns, Gott, und sende uns neu zu unseren Mitmenschen. Denn du bist es, der lebt und Leben schenkt in Ewigkeit.

06.02.2022: 5. Sonntag im Jahreskreis

Ansprache:

„Geh weg von mir, Herr, denn ich bin Sünder!“ – das war die Antwort von Franziskus auf die Frage was er als neuer Papst über sich selbst sagen könne.

In dem Abschnitt des Lukasevangeliums drückt Petrus nach dem übergroßen Fischfang mit diesen Worten seine Bestürzung aus, als er merkt, dass er es mit Gottes Kraft zu tun bekommt.

Aber Jesus sagt: „Fürchte dich nicht, von nun an wirst du Menschen fangen!“ – Derzeit laufen die Menschen uns weg – in Massen.

Wie kann das wieder anders werden?

Wenn wir uns von Paulus ins Gewissen reden lassen und am Glauben festhalten, den Paulus in wenigen Worten zusammenfasst: Jesus ist gestorben und begraben worden, er ist am dritten Tage auferweckt worden und erschien dem Kephas und dann über 500 Brüdern.

Und was ist dazu zweitens nötig? Das Jesajabuch drückt es in dichterischer Sprache aus: Jesaja sagt, in einer Vision wären seine Lippen mit glühenden Kohlen berührt worden, um sie zu reinigen. Dann erklärte er: Hier bin ich, Herr, sende mich.

Ich habe keinen Grund, an der göttlichen Kraft zu zweifeln. Ich vertraue darauf, dass Gott die Schöpfung niemals aufgeben wird, sondern dass sie erfüllt ist von der Herrlichkeit Gottes – dreimal heilig ist er. So stimmen wir im Sanctus in das Lob des himmlischen Heeres ein.

Wir Christen und besonders die, die in der Kirche ein Amt übernehmen und innehaben, bedürfen der Reinigung, ehe wir uns senden lassen. Damit wir wirklich reine Absichten haben und nicht hinter der Fassade des Seelsorgers verwerfliche Absichten verfolgen.

Wenn diese „Reinigung“ unterbleibt, kommt es zu solchen verbrecheri­schen Taten, wie sie in den diversen Gutachten seit nun schon 20 Jahren immer wieder auftauchen.

Es genügt eben nicht, den Katechismus zu kennen. Wer Christus verkün­den möchte, muss ein reifer und stabiler Mensch sein, mit einem eigenständigen Charakter. Eine Person, die keinem anderen Schaden zufügt und die ihre Stellung und niemanden auf irgendeine Weise missbraucht.

Solche gefestigten Personen, ob nun mit bischöflicher Beauftragung und in einem kirchlichen Beruf oder in einer Pfarrgemeinde und im eigenen Lebensumfeld sind gesandt, die Botschaft zu verkünden, den Glauben, den Paulus verkündet hat.

Ist ihnen bewusst geworden, wie knapp dieses Bekenntnis ist? Auch das Glaubensbekenntnis ist sehr überschaubar. Da ist im Lauf der Zeit vieles hinzugefügt worden: die leibliche Jungfräulichkeit Mariens nach der Geburt, genaue Vorschriften zum sexuellen Verhalten, die Unfehlbarkeit des Papstes, die Ehelosigkeit für Weltpriester. Der Katechismus ist ein dickes Buch, in dem alles zusammengetragen ist.

Doch eines steht für mich fest: Vieles wurde zu seiner Zeit als wichtig und richtig erkannt und war es hoffentlich auch. Doch genau deshalb haben wir Christen auch heute die Pflicht zu erkennen, was heute wichtig und richtig ist, damit Jesu Botschaft den Menschen Trost und Zuversicht bringt und ihre Liebe stärkt.

Bischöfe, die dies abtun mit dem Vorwurf, dass man dem Zeitgeist nicht nachlaufen dürfe, versuchen jegliche Erneuerung im Keim zu ersticken und setzen in gewohnter Weise dafür ihre innerkirchliche Macht ein. Das bringt viele Christen dazu wegzulaufen.

Wir Christen, das Volk Gottes, sollen die reine Lehre verkünden: Christus, der auferweckt wurde, der durch die Sünden der Menschen ans Kreuz geschlagen wurde. Wir verkünden, dass Gott unsere Zukunft ist und dass wir in ihm leben und leben werden. Dazu sendet und Christus!

Wenn wir auf sein Wort hin und nicht verfälscht durch unsere eigenen Regeln seine Botschaft verkünden und noch wichtiger, zu den verletzten Menschen gehen und ihnen aufhelfen und ihre Wunden versorgen, Dann – werden die Netze auch wieder voll sein.
Denn es gibt so viele Menschen, die sich nach Heilung sehnen und nach Ansehen und nach Respekt und nach Hoffnung.