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Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
wir hören heute wieder einen kurzen Abschnitt aus der sogenannten Bergpredigt im Matthäusevangelium. Jesus lehrt die Jünger – uns.
Es geht darum, was einen Jünger Jesu ausmacht, was einen Christen ausmacht.
Stellen wir heute eine selbstkritische Frage an den Anfang:
Wem konnte ich in den letzten Tagen Licht bringen?
Wem konnte ich helfen, eine Freude machen,
Gehör schenken und Verständnis zeigen
oder sonst in irgendeiner Weise etwas Gutes tun?
Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder
Jesus hat die Menschen seliggepriesen, die unter den herrschenden Umständen leiden und jene, die versuchen, nach Gottes Willen barmherzig und uneigennützig und gewaltfrei Frieden zu stiften und die dafür sogar noch verfolgt und verleumdet werden.
Gerade ihnen sagt er zu: „Ihr seid das Salz der Erde!“
Salz findet man tief unter der Erde und im Meerwasser und es gehört zu den Stoffen, die wir Menschen unbedingt zum Leben brauchen. Ohne genügend Salz könnte unser Körper nicht existieren. Das Herz würde aufhören zu schlagen.
Zu etwas anderem kann man dieses weiße Pulver nicht gebrauchen.
Salz muss aufgelöst werden, um Leben zu ermöglichen und die Speisen bekömmlich und schmackhaft zu machen. Es wäre deshalb töricht, das Salz wie Diamanten oder Gold als Schmuck zu lagern.
Nach dieser Überlegung können wir verstehen, wie Jesus seine Jünger mahnt, töricht zu werden – wie Salz, das nicht salzt: Wenn sie sich den herrschenden Umständen anpassen und nicht mehr unter der Ungerechtigkeit leiden, wenn sie aufhören, für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten, dann sind sie töricht – dann braucht sie Niemand mehr.
Der inzwischen verstorbenen Bischof Jacques Gaillot hat diesen Zusammenhang so auf den Punkt gebracht: „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts!“
Eine Kirche, die sich mehr um ihren Besitz kümmert, anstatt darum wie er den Armen nützen kann, dient zu nichts.
Eine Kirche, die prachtvolle Bauten als Zeugnis des Glaubens schafft,
anstatt Krankenhäuser zu bauen, dient zu nichts.
Eine Kirche, die ihre Dogmen und Gesetze verteidigt anstatt, den Menschen Trost und Hoffnung zu spenden, dient zu nichts.
Ich könnte noch viele solche Sätze aneinanderreihen und wir könnten uns gut dabei fühlen, weil wir uns klar darüber sind, was die Kirche besser und mehr tun müsste.
Doch ‑ diese Kritik und Forderungen haben einen Haken:
Die Kirche, das sind nicht irgendwelche anderen, sondern: WIR.
Leide ich unter der Ungerechtigkeit?
Begrenze ich meine Ansprüche und meinen Lebensaufwand?
Trauere ich um die vielen Menschen, denen Unrecht getan wird?
Bin ich barmherzig mit den Menschen, die Not leiden – in der Nachbarschaft und in anderen Kontinenten?
Geht es mir um mich selbst – oder um andere?
Bin ich bereit, mich wie Salz hinzugeben, damit Gottes Reich wachsen kann?
Vertraue ich darauf, dass mir gegeben wird, was ich zum Salz sein brauche?
Brot und Kleidung, Trost und Hoffnung, die ich teilen kann.
Liebe Schwestern und Brüder,
bleiben wir am Ball. Bleiben wir darin in Übung Mitmenschlichkeit zu leben.
Geben wir nicht auf – den Glauben an Gottes Gerechtigkeit und die Hoffnung auf den Frieden.
Passen wir uns nicht an: den selbstsüchtigen Gewohnheiten, die wir bei anderen beklagen.
Das Licht soll leuchten, damit die Menschen unseren himmlischen Vater preisen, der das Licht in uns entflammt hat. Amen.
Allgemeines Gebet
Lektor/in: Gott, wir wollen dem Wort deines Sohnes folgen und bitten dich um deine Kraft für unseren Weg:
- Für alle, die enttäuscht sind, weil ihre Arbeit und Mühe erfolglos scheint. Dass sie nicht mutlos werden, sondern weiterhin das tun, was in deinen Augen richtig ist. ‑
Christus höre uns A: Christus, erhöre uns. - Für alle, die Jesu Botschaft verkünden – als Eltern, in einem kirchlichen Beruf oder als Lehrer: dass sie auf offene Herzen treffen und in ihrer Arbeit getragen werden von den Christen in ihren Gemeinden. ‑ Christus höre uns
- Für die Seelsorger und Seelsorgerinnen in unserer Stadt: Dass sie ihren Dienst mit Freude tun. ‑ Christus höre uns
- Für alle, die von Kindheit an Jesu Botschaft hören: dass sie nicht taub werden, sondern immer wieder neu spüren, wie wichtig und kostbar und voller Hoffnung Jesu Botschaft ist. ‑
Christus höre uns - Für die Kinder und Jugendlichen, die sich auf die Sakramente vorbereiten: dass die frohe Botschaft Jesu sie hält und trägt wie ein Netz und dass sie in unserer Gemeinde Geborgenheit erfahren. ‑ Christus höre uns.
Lektor/in: Erhöre uns, Gott, und sende uns mit neuer Kraft zu unseren Mitmenschen. Denn du bist es, der lebt und Leben schenkt in Ewigkeit.