21. Juni 2014: 12. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den liturgischen Texten:Schott

Liebe Schwestern und Brüder,
sind ihnen die Gegensatzpaare in diesem Abschnitt des Mt. Ev. aufgefal­len?

Verhüllt – enthüllt; dunkel – hell; flüstern – verkünden; Leib töten – Seele verderben; bekennen – verleugnen

Nach den 40 Tagen der Fastenzeit, nach den 7 Wochen der Osterzeit und den darauffolgenden Festtagen setzt das Kirchenjahr nun die Reihe der Sonntag im Jahreskreis fort.

Von diesem Sonntag an bis zum Advent hören wir der Reihe nach Abschnitte des Matthäusevangeliums –mit einigen Auslassungen und zufälligen Unterbrechungen: zum Beispiel, wenn am nächsten Sonntag das Patrozinium trifft.

Der Abschnitt, den wir gerade gehört haben, gehört zu einer Rede Jesu, in der er die 12 Apostel aussendet. Sie sollen verkünden: „Das Himmelreich ist nahe!“

Dabei gibt ihnen Jesus bestimmte Regeln mit auf den Weg:
„Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!“ Sie sollen kein Geld mitnehmen und keine Vorratstasche – nicht einmal Reservekleidung, keine Schuhe und keinen Wanderstab.

In unserem heutigen Abschnitt geht es darum, dass die Jünger ihre Botschaft von den Dächern verkünden sollen – also so, dass sie von jedem gehört werden. Und sie sollen ohne Angst verkünden – sie sollen nicht einmal Angst vor dem Tod haben!

Liebe Schwestern und Brüder, es geht ums Ganze:
Es geht um Himmel und Hölle, um Leben und Tod.

Schlimmer ist es, wenn die Seele stirbt, als wenn der Leib stirbt – weil es eine Zukunft gibt, die Gott schenkt!
Eine Zukunft bei Gott, in der wir Gott sehen werden, wie er ist – in der wir also keinen Leib mehr brauchen, sondern wie Gott leben und sein werden.

Die Botschaft Jesu ist eindeutig: Wer zu ihm hält, wer ihm treu bleibt,
der darf gewiss sein: Gott wird ihm Platz geben in den himmlischen Wohnungen.

Diese Münze der Hoffnung hat auch eine zweite Seite:
Unser Leben steht unter dem Anspruch der Wahrheit und des Guten.

Es geht nicht nur um das Wohl und Wehe in dieser Welt:
es geht nicht nur um Gesundheit und Krankheit, um Armut und Wohlstand.

Wichtiger als das Wohl des Leibes ist das Wohl der Seele:

Wichtiger ist, dass ich das tue, was ich als gut erkenne,
als dass es mir gut geht nach weltlichen Gesichtspunkten.

Deshalb werden Menschen die an Gott glauben, lieber auch ein ungeplantes Kind annehmen – und ihre Lebensplanung ändern.

Deshalb werden Menschen, die an Gott glauben, lieber ihrem Gewissen folgen, als sich dem Druck einer Autorität zu beugen.

Denn wir wissen:
Entscheidender ist, dass unsere Seele lebendig bleibt.
Entscheidender ist, dass wir tun, was in Gottes Augen gut ist.

Es gibt eine Wahrheit, die am Ende offenbaren werden wird. Nichts wird verhüllt bleiben, alles wird ans Licht kommen,
dann soll sich zeigen, dass wir für Frieden und Wahrheit, für Gerechtigkeit und Freiheit und vor allem für die Liebe zu Gott und zum Menschen gelebt haben.