01.02.2026: 4. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung
Christen sind Menschen, die den Ruf Jesu hören und ihm folgen und von ihm lernen. Heute hören wir im Evangelium, wie Jesus die Menschen lehrt, die ihm zuhören -also uns.

Es sind keine Glaubenssätze, die er lehrt.
Keine Dogmen, keine Betrachtungen über das Wesen Gottes.

Er redet uns zu Herzen.

Streifen wir die die Hetze, das Rennen und das Wetteifern einmal ab – die Zerstreuung, die uns daran hindert, zu uns selbst zu kommen.

Gehen wir in uns und konzentrieren wir uns auf unsere besten seelischen Kräfte.

Wir rufen:

Jesus, du liebst uns – du kennst uns – stärke unser Vertrauen

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
man muss jubeln: es gibt so viele Menschen, die einfach gut sind und anderen gut und Gutes tun und dabei nicht müde werden:
Sie alle kennen so jemanden und nicht wenige unter ihnen sind so ein Mensch.

Es gibt so viele hilfsbereite Menschen. So viele von denen andere sagen: Das ist ein ganz Netter oder eine ganz liebe.

Es wird so viel für Menschen in Not gespendet und so viel Leid wird dadurch immer wieder gelindert.

Halten wir die Augen offen – dass wir sehen, was Menschen alles anderen Gutes tun und freuen wir uns darüber!

Zugleich: man könnte aus dem Klagen kaum herauskommen:
Menschen verwüsten die Schöpfung, beuten sie aus, vermüllen sie mit Müll und Gestank, so dass bald die Luft zum Atmen fehlt. Sie fallen übereinander her und entwickeln immer schrecklichere Maschinen, um den anderen zu schaden und zu töten; wir beobachten, wie rücksichtlos und egoistisch viele sind; wie teilnahmslos und träge andere.

Halten wir die Augen offen, dass wir uns nichts vormachen und trauern wir darüber, dass Menschen so viel Böses tun.

Uns, die wir ein Teil dieser zwiespältigen Menschheit sind und auch selbst daran Anteil haben – genau uns – spricht Jesus an.

Er kennt unsere Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit und Trost.
Er spürt, dass es uns leid tut, um die Menschen, die einfach der Armut nicht entkommen können. Er sieht, wie wir mit den Menschen trauern, die Menschen, ihre Würde, ihren Besitz verloren haben;
er sieht, wie wir uns machtlos erleben gegenüber denen, die alles an sich reißen und wie wir manchmal wütend werden, weil so viele Menschen benachteiligt werden.

Er sieht auch, dass es so viele Menschen gibt, die nicht müde werden zu helfen; die selbstlos und uneigennützig geben; Menschen, die Frieden stiften und säen, weil sie um Verständnis und Nachsicht für die anderen werben und Menschen, die sich nicht scheuen, für Gerechtigkeit einzutreten und die Ungerechtigkeit beim Namen zu nennen – auch wenn sie dafür Nachteile in Kauf nehmen müssen und als Störenfriede ausgegrenzt werden.

Weil Jesus uns so kennt, antwortet er auf unsere Sehnsucht und preist uns selig:

Selig seid ihr – denn ihr werdet Trost finden bei Gott und eure Sehnsucht nach Frieden wird er stillen!

Liebe Schwestern und Brüder,
ziehen wir die richtigen Schlüsse daraus, dass uns Trost und Frieden in Gottes Welt, im Jenseits, versprochen werden.

Der falsche Schluss wäre es, aufzugeben und die Sehnsucht nach Frieden auf das Jenseits zu vertagen. Die falsche Schlussfolgerung wäre es, den Armen und Benachteiligten und Ohnmächtigen und Trauernden zu sagen: Das müsst ihr jetzt aushalten – im Jenseits werdet ihr entschädigt!

Die falsche Schlussfolgerung wäre es zu denken: In diesem Leben zählen rücksichtslose Einsatz der eigenen Stärke – weil das Jenseits hat ja noch keiner gesehen.

Der richtige Schluss heißt vielmehr:

Wir sind berufen, aus der Hoffnung zu leben:
Aus der Zuversicht, dass unsere Sehnsucht sich erfüllt.

Wir sind gesandt, die Hoffnung bei den Menschen zu stärken:
die Hoffnung, dass es sich lohnt für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten und nach Gottes Willen zu handeln.

Es lohnt sich, weil nur so werden, was wir im tiefsten sind:
Ebenbild Gottes. Wir leben durch seine liebevolle Geistkraft.

Durch uns und mit uns und in uns will und kann und wird er
seiner Liebe immer wieder zum Durchbruch verhelfen.

Er macht uns zum Licht der Welt!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Vater im Himmel, du preist Menschen selig und versprichst ihnen Anteil an deinem Reich. Wir bitten dich:

Vater im Himmel         L/A Stärke ihre Hoffnung

  • Wir beten für die Amen,
    dass sie erhalten, was ihnen in ihrem Leben fehlt.
  • Wir beten für die Trauernden,
    dass sie Trost finden.
  • Wir beten für die Friedfertigen,
    dass sie nicht Opfer der Gewalttätigen werden.
  • Wir beten für die Benachteiligten,
    dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt.
  • Wir beten für die, die barmherzig sind,
    dass ihr Vorbild Schule macht.
  • Wir beten für die Menschen die uneigennützig helfen,
    dass ihre innere Freude immer größer wird.
  • Wir beten für die, die sich um die Versöhnung der Menschen bemühen, dass ihr Bemühen auf fruchtbaren Boden fällt.
  • Wir beten für die, die für Gerechtigkeit eintreten und dafür verspottet und abgelehnt und sogar verfolgt werden,
    dass sie stark bleiben im Vertrauen auf dich.

Lektor/in: Vater, du bist Höchste und segnest die, die dir ehrlichen Herzens deinem Reich dienen. Ehre sei dir und Lob, jetzt und in Ewigkeit.

16.02.25: 6. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Geht es ihnen gut?
Gesundheitlich? Ihrem Gemüt?
Spüren sie Dankbarkeit und Zufriedenheit?
Plagen sie Angst oder Wut?

Was sind ihre Wünsche für diese Welt?

Mit all dem stehen wir als Gemeinde vor Gott:
Er stärkt uns, er will uns befreien (erlösen) und er ruft uns, sein Reich aufzubauen.

Herr Jesus Christus,

  • Licht unseres Lebens
  • Du stärkst unsere Hoffnung
  • Du befreist uns von Angst und Wut

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Wehe, wehe viermal wehe steht in der Feldrede des Lukasevangeliums.
Gedroht wird den Reichen, die schon Trost empfangen haben,
den Satten, die hungern werden,
denen, die lachen, die dann klagen und weinen werden,
denen, die gelobt werden, weil sie falsche Propheten sind.

Mich verstören diese Drohungen, weil ich so viele Reden Jesu im Kopf habe, die vom Erbarmen Gottes mit den Sündern sprechen.

Dieses wehe klingt un-barmherzig!

Ich werde mich in zwei Schritten damit auseinandersetzen.

Zuerst: wer wird beschrieben?

Die Reichen: wie kann man seinen Reichtum für sich behalten angesichts des Elends und der Not so vieler Menschen.
Diese Frage muss sich jeder stellen, der mehr hat als andere.

Die Satten: den Bauch voll haben ist nur ein Aspekt davon. Satt sein heißt keine Sehnsucht zu haben, dass es besser werden könnte. Die Satten übersehen den Hunger vieler Menschen, den Hunger nach Frieden, nach Geborgenheit, nach Respekt.

Die Lachen, können leicht lachen, weil es ihnen an nichts fehlt: sie haben ihre Leben im Griff und sprechen vom Glück des Tüchtigen und verschlie0en sich den Klagen und den Tränen ihrer Mitmenschen.

Gelobt werden von der Gesellschaft die mächtigen und reichen: Man bezeichnet sie als Eliten und Leistungsträger. Sie bestimmen die Trends und die Regeln. Ihnen macht man Platz und auf sie wird gehört.
Doch ihre Parolen sind falsch, weil sie nicht das Wohl der Armen im Sinn haben, sondern die Privilegien der Reichen. Sie haben im Kopf, was Menschen wollen; nicht, was Gott will.

Als Zweites möchte ich das „Wehe“ deuten:

In der Welt Gottes wird für diese Menschen selbst und für alle offenbar werden, dass sie in Wirklichkeit arm sind: arm an Mitgefühl, arm an Großzügigkeit, arm an Gottesliebe.

Es wird sichtbar, offenbar werden, dass sie zwar alles genossen haben, was anderen fehlte, dass aber die Verbundenheit fehlte: Nun werden sie Hunger haben nach Anerkennung und Respekt, doch es gibt keinen Grund dafür.

Es wird offenbar werden, dass sie nicht mehr gelten als andere und sie und alle werden einsehen, dass sie besser auf das Klagen und Weinen der Menschen gehört hätten. Dann hätten sie in Gottes Welt zu lachen, weil sie es richtig gemacht haben.

Es wir für sie selbst und alle sichtbar sein, dass ihre Lehren und ihr Leben in die falsche Richtung gingen: dass sie nicht von Gott gesegnet waren, dass sie keine Vorbilder waren und dass ihre Weisheit nicht Gottes Weisheit war und ihre Werke und ihr Rang vor Gott nichts gelten.

Noch zwei Bemerkungen mache ich, um die schwarzweiß Malerei zu vermeiden, die nur das entweder oder kennt und deshalb falsch ist:

1. Das Wehe bezieht sich darauf, dass für alle offenbar wird, ob wir Menschen im Geist Gottes oder gegen ihn gelebt haben. Es ist keine Verurteilung, sondern eine Warnung, mit dem Zweck, dass wir es anders machen.

2. So sehr ich die selig Rufe auf die Jünger Jesu – also uns – beziehen kann und möchte – ich jedenfalls finde mich auf beiden Seiten wieder.

Wohl erkenne ich meine Bedürftigkeit und die größere Bedürftigkeit vieler Menschen und möchte großzügig teilen – aber nicht alles!

Jesus preist mich zugleich selig und warnt mich mit dem Wehe!

Jeden Tag, liebe Mitchristen, jeden Augenblick, sind wir gerufen, unser Menschsein so zu gestalten, dass Jesus uns seligpreisen kann.

Vor Gott wird es einmal für uns selbst und für alle offenbar werden, ob wir vor Gott reich sind oder arm.

Sein Erbarmen, seine Vergebung, seine Heilung werde ich auf jeden Fall nötig haben!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott unser Vater, wir wollen nach deinem Wort leben und zugleich brauchen wir dein Erbarmen, wir bitten Dich:

L/A: Schenke uns dein Erbarmen o Herr

  • Wir beten für die Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz und für die vielen hundert Millionen Menschen, die sie vertreten: dass Gerechtigkeit und Friede für alle Länder ihre obersten Ziele sind und ihre Gespräche bestimmen.
  • A:    Schenke uns dein Erbarmen o Herr
  • Wir beten für die Menschen, die von Mordanschlägen betroffen und erschreckt sind: dass sie wieder gesund werden, dass sie sich von dem Schrecken befreien können und wieder Zuversicht haben.
  • A:    Schenke uns dein Erbarmen o Herr
  • Wir beten für die Regierenden, dass sie die schwierige Balance zwischen Sicherheitsvorkehrungen und Freiheit für die Menschen immer wieder finden.
  • A:    Schenke uns dein Erbarmen o Herr
  • Wir beten für die unvorstellbar armen Menschen: dass sie Gehör bekommen und dass die Regeln der Wirtschaft so verändert werden, dass sie nicht in der Armut gefangen bleiben.
  • A:    Schenke uns dein Erbarmen o Herr

Lektor/in: Du Gott teilst deinen Reichtum mit uns, du stillst unsere Sehnsucht nach Frieden, du siehst unsere Tränen, du nimmst jeden auf. Wir loben dich und wollen auf deine Stimme in unseren Herzen hören. Amen.

01.11.24: Allerheiligen

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:

Liebe Schwestern und Brüder!
Heilige sind Menschen, die die Liebe Gottes zum Leuchten bringen!
Dazu sind wir alle berufen. Die Hilfe, die Geduld, die Zuneigung, die wir verschenken, bringt wirklich Gottes Liebe zum Leuchten.
Es ist einfach schön unter Menschen zu sein, die einander Wohl wollen und Freude und Leid miteinander teilen.

Grüßen wir Christus,
in dem die Liebe Gottes Mensch geworden ist:

Ansprache:

Liebe Schwestern und Brüder,
Manche ältere Menschen haben viele sogenannte Sterbebilder. Warum sammelt man diese Bilder?

Weil sie dabei helfen, die Menschen in Erinnerung zu behalten. Wir bleiben ihnen verbunden über ihren Tod hinaus – nicht nur als Erinnerung.
Es ist eine tiefere Verbindung, die den Tod überdauert: Dankbarkeit, Zusammengehörigkeit, Hoffnung.

Erinnern nur wir uns dankbar an die Verstorbenen – oder denken auch sie an uns? Was können sie noch, wenn sie nicht mehr da sind?
Denken sie an uns, die wir noch dieses Leben leben, das sie schon hinter sich gelassen haben?

Wie um auf diese Fragen zu antworten, wurde für das Fest Allerheiligen die Lesung aus dem Johannesbrief ausgewählt:

Wir sind Kinder Gottes – Jetzt!
Das ist auch unübersehbar: denn wir leben so:
bei uns muss niemand hungern, niemand alleine sein, wir pflegen keine Feindschaften, und vieles mehr!

Ich bitte sie: Stellen sie die berechtigten selbstkritischen Einwände kurz auf Pause, denn tatsächlich: das zeichnet uns Christen aus, trotz aller Unzulänglichkeiten.

Weiter lesen wir:
Es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden!

Das ist die glasklare Erkenntnis: wir haben keine Ahnung davon, in welchem Zustand unsere Verstorbenen jetzt sind. Wir haben keine Vorstellung und können keine Vorstellung davon haben, was uns jenseits der Grenze des Todes erwartet.

Aber dabei bleiben wir nicht stehen, denn es gibt doch eine Aussicht:
Wir werden ihm – also Gott – ähnlich sein und wir werden ihn sehen, wie er ist.

Der Glaube an Gott, die Quelle des Lebens, und der Glaube daran, dass wir ihn sehen werden und ihm ähnlich sein werden sind untrennbar miteinander verbunden – so untrennbar wie die Sonne von der Wärme die sie uns schenkt.

Wenn Jesus Menschen „selig“ preist, drückt er darin die gleiche Zuversicht aus. Selig sind die Menschen, denn ihnen gehört der Himmel, sie empfangen Trost, sie erben das Land, sie werden satt von Gerechtigkeit, sie finden Erbarmen, sie schauen Gott, sie werden endlich Kinder Gottes genannt.

Übrigens heißt es nicht: Selig „nur“ Menschen! Sondern: Selig die Menschen, die Frieden stiften, die sich nichts auf sich selbst einbilden, die sich nach Gerechtigkeit sehen, die barmherzig sind.

Dieses Selig ist auch auf die Gegenwart bezogen: Denn Menschen, die man so beschreiben kann, haben die Seligkeit, die sie erwartet schon in sich, weil sie auf sie hinleben.

Die Menschen, die jetzt schon Kinder Gottes sind, werden selig sein und als Kinder Gottes offenbar werden und sie werden Gott ähnlich sein.

Ich wage zu denken: Sie werden keineswegs weniger „können“ als wir jetzt können. Vor allem aber werden sie fähig sein zu lieben – denn das macht uns am meisten Gott ähnlich sein.

Sie haben Anteil an Gott, der in allem ist und in dem alles ist und der in den Menschen und in der ganzen Schöpfung das Sein wirkt. Wenn wir die Menschen in Erinnerung behalten, die mit uns gelebt haben, bleiben wir tatsächlich mit ihnen verbunden, so wie sie mit uns verbunden bleiben. Sie wirken in uns als Gottes Kraft und stärken uns darin, als Gottes Kinder selig zu leben – als von Gott geheiligte Menschen eben.

Allgemeines Gebet

Lektorin: Herr, unser Gott, wir sehen den Himmel offen. Wir sehen Christus und alle, die mit ihm den Tod überwunden haben. Wir tragen dir unsere Bitten vor:

Vater im Himmel    L/A: Erhöre unser Gebet

  • Wir sind durch die Taufe geheiligt und dein Heiliger Geist ist in uns: Hilf uns, dass wir auf die Seligkeit hinleben, die wir erwarten.
  • Viele Menschen hoffen auf dich und sehnen sich nach Trost und Frieden: hilf ihnen, dass sie sich mit ihrem Leben aussöhnen können.
  • Du hast Frauen und Männer berufen, das Evangelium zu verkünden:
    hilf ihnen, dass sie das Vertrauen in deine barmherzige Liebe stärken.
  • Du hast alle Menschen nach deinem Bild erschaffen, damit sie für das Leben sorgen: hilf ihnen, dass sie sich nicht von Hass und Feindschaft vergiften lassen.

Lektor/in: Gott, wir singen dein Lob zusammen mit allen die an dich glauben – jetzt und in Ewigkeit. Amen.