18.02.2026: Aschermittwoch

Hier geht es zu den Testen der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Ich begrüße Sie sehr herzlich und freue mich, dass sie heute gekommen sind. Es ist ein Zeichen dafür, dass Sie die vor uns liegenden Heiligen 40 Tage bewusst beginnen wollen. An ihrem Ende steht das Osterfest. Das Fest unserer Befreiung und Rettung durch Jesus, den Gesalbten Gottes.

Fangen wir an:
Im Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes!

Gnade und Frieden von Jesus Christus, unserem Bruder, Erlöser und Herrn, sei mit Euch!

Jesus Christus ist immer in unserer Mitte, wenn wir uns in seinem Namen versammeln. Er offenbart uns Gottes Liebe zum Menschen, die größer ist als jede Sünde.
Zu ihm rufen wir und ihn grüßen wir voll Freude und Dankbarkeit:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
In den letzten Wochen habe ich immer wieder die Frage gestellt:
Was macht einen Christen zum Christen?

Christen sind Menschen, die den Ruf Jesu hören, die ihm folgen und die von ihm lernen.

Ganz am Anfang steht Jesus, der uns ruft. In seine Nachfolge ruft:
Er ruft uns,

dass wir uns mit den herrschenden Umständen nicht zufriedengeben, solange Menschen ausgenützt und erniedrigt und zurückgewiesen werden; wir können uns nicht damit abfinden, dass Menschen – also Glieder der Menschheitsfamilie wie wir – vor Unwetter und Hunger, vor Armut und Krieg fliehen müssen.

Wir können uns nicht damit zufriedengeben, dass der Lebensraum von Pflanzen und Tieren und Menschen zerstört wird –durch Unmäßigkeit im Reisen, im Fleischgenuss und im Verbrauch der Energie.

Jesus ruft uns, dass wir Gottes Willen tun, und dem Unrecht ein Ende setzen, dass wir Erbarmen haben mit den Elenden, die aus Dreckpfützen Wasser holen und die keinen Platz haben, um ihre Notdurft zu verrichten.

Auf diese Weise sind wir das Salz der Erde und das Licht der Welt.

Wir können Salz der Erde sein, wenn wir Jesus glauben, dass wir Gottes Kinder sind, unendlich wertvoll ‑ genauso wie der neugeborene Junge im Sudan und die von Soldaten vergewaltigte Frau in einem der vielen Kriegsgebiete dieser Erde.

Liebe Schwestern und Brüder,
unsere Macht ist begrenzt und wir können nicht viel mehr tun, als wenigstens diejenigen zu unterstützen, die versuchen, das Elend zu verringern: das tut MISEREOR in vielen Projekten, wo junge Menschen Bildung erfahren und so Chancen auf eine bessere Zukunft bekommen.

Das tut die kath. Friedensbewegung, die unverdrossen zum Frieden mahnt und Wege erforscht und aufzeigt, wie Konflikte gewaltfrei gelöst werden können.

Das tut die Caritas in vielen Beratungsdiensten für Menschen, die Rat und Hilfe brauchen. In ungezählten Einrichtungen finden Menschen Heimat und Geborgenheit, die sonst niemanden an ihrer Seite hätten.

Wir können und ich würde sogar sagen, wir sollen für diese Projekte beten und spenden.

Und wir sollen unser Denken, unser Mindset oder altmodisch unsere Gesinnung nicht denen unterwerfen, die predigen, das Geld und Macht stark machen und dass der Stärkere sich eben durchsetzt.

Wahrscheinlich renne ich mit diesem Aufruf bei Ihnen offene Türen ein.

Deshalb lenke ich Ihre Aufmerksamkeit nochmal darauf, was das Fundament dafür ist, dass wir uns nicht mit dem Unrecht abfinden; dass wir das uns mögliche tun, damit die Welt besser wird. Die Gedanken des Apostels Paulus aus der Lesung führen uns in die Tiefe:

Paulus – ruft uns – an Christi statt – auf: „Lasst euch mit Gott versöhnen!“
Werft ihm nicht vor, dass die Welt so ist, wie sie ist. Denn er hat Jesus in diese Welt gesandt. Jesus, der Gesalbte Gottes, hat alles auf sich genommen und ausgehaltern, was uns von Gott trennte: unsere Schuld, unsere Selbstsucht, unsere Hartherzigkeit und Ungeduld, unseren Stolz und unseren Neid und unseren Hass.

Er hat es ertragen, um uns davon zu befreien. Wir dürfen aufstehen und als Kinder Gottes leben.

Liebe Schwestern und Brüder,
die Heiligen 40 Tage sind eine Zeit der Stärkung im Vertrauen eine Zeit der Übung in der Liebe zum Nächsten und der Vergewisserung unseres Glaubens an Jesus, den Gesalbten Gottes und seine Botschaft.

Gerade weil wir als Jünger Jesu leben wollen, sind wir uns bewusst, dass wir immer noch wachsen können: in der Liebe zu Gott, in der Liebe zum Mitmenschen und in dem Frieden, den allein Jesus uns geben kann.

Jetzt ist die Zeit der Gnade! – Nützen wir diese Gelegenheit und dass die Gnade Gottes in uns und durch uns in dieser Welt wirkt, Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, du erfüllst uns mit deinem Geist und gibst uns Kraft, damit wir einander Gutes tun und dadurch Zeugnis geben für deine Liebe.

L/A: Herr, wir kommen zu dir.

  • Gott, du hast uns als dein Ebenbild geschaffen

                                                                        A: Herr, wir kommen zu dir.

  • Du willst dass wir vor dir in Frieden leben
  • Du bist die Wahrheit, nach der wir suchen.
  • Du hast uns durch Christus mit dir versöhnt
  • Du bist gerecht und schließt niemand von deiner Liebe aus.
  • Du verheißt uns ewiges Leben

Lektor/in: Wir bitten dich für alle, die sich in diesen Wochen auf die Feier des Osterfestes vorbereiten:

L/A: Herr, erhöre unser Rufen

  • Segne unser Bemühen, unseren Glauben zu stärken.

                                                                        A: Herr, erhöre unser Rufen

  • Gib uns Mut und Einsicht, damit wir uns selbst erkennen.
  • Gib uns Kraft, dass wir unsere Verantwortung für andere erfüllen.
  • Wecke in uns die Liebe zu den notleidenden Menschen
  • Bestärke uns im Entschluss durch freiwilligen Verzicht unsere Selbsbezogenheit und Selbstsucht zu überwinden.

Lektor/in: Gott, du bist die Quelle des Lebens und alles lebt durch dich. Wir preisen dich heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Lasset uns Beten

Herr, Heiliger Vater, ewiger Gott, wir loben und preisen dich für Jesus, deinen Gesalbten. Jedes Jahr schenkst du uns die Gnade, dass wir uns vorbereiten, das Osterfest in der Freude des Glaubens zu feiern.

Du selbst weckst in uns diesen Glauben durch den Heiligen Geist.

Du bewegst uns in diesen Heiligen vierzig Tagen,
dir noch mehr zu vertrauen,
um den Glauben zu beten,
und die Menschenliebe noch mehr zu üben.

Wenn wir uns an das Leben und Leiden und die Auferstehung deines Sohnes erinnern und die Geheimnisse unseres Glaubens feiern,
erneuerst du in uns die Gnade der Kindschaft.

So befreist du uns von dem, was uns daran hindern könnte, dir zu vertrauen und deinem Sohn von ganzem Herzen zu folgen.

Du führst uns zur österlichen Freude
und zur Fülle des Lebens durch
Jesus, deinen Gesalbten.

Durch ihn und mit ihm und in ihm, ist dir Gott allmächtiger Vater in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre, jetzt und in Ewigkeit. Amen.

29.09.24: 26. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Wir dürfen dankbar sein, dass wir zusammenkommen. Miteinander singen und beten und wieder ein Stück der Heiligen Schrift bedenken:

Die Botschaft Jesu verkündet nicht nur die Hoffnung auf das ewige Leben.
Die Botschaft Jesu ist nicht nur dazu da, uns innere Ruhe und Frieden zu bringen.
Die Botschaft Jesu will uns inspirieren! Sie will uns zum Aufbruch bewegen, dass wir etwas tun: Sie macht uns Mut, so dass wir versuchen, die Welt in der wir leben ein Stück gerechter und besser zu machen.

Grüßen wir den Herrn, der uns ruft, um uns zu senden:

– Du  rufst uns in deine Nähe
– Du lehrst uns Gottes Botschaft
– Du sendet uns, Salz der Erde zu sein.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Wer ist der Größte? Der Schönste? Der Schnellste? Der Stärkste? Wer ist der Beste?

Die Menschen wetteifern andauernd miteinander:
Die Parteien um die Gunst der Wähler,
die Supermarktketten, die Automobilhersteller und viele mehr um die Kunden,

Man will die Regierungsposten, den besseren Posten in der Firma.

Man will den Wohlstand Vermehren,
sich und seinen Willen durchsetzen,
die größere Anerkennung gewinnen!

Der Jakobusbrief erinnert drastisch daran, was davon bleiben wird:

Euer Reichtum verfault, Eure Kleider werden von Motten zerfressen,
Gold und Silber verlieren den Glanz.

Der Brief prangert die Ungerechtigkeit an: Der Reichtum der einen ist der Lohn, der den Arbeitern vorenthalten wurde.
Und die Reichen halten daran fest – sogar noch am Tag ihres Endes.

Wir wundern uns, liebe Schwestern und Brüder, warum bei uns und in ganz Europa und auch in anderen Kontinenten Politiker und Parteien so viel Anklang finden, die mit grausamen Worten und Ankündigungen auffallen, deren Sprache voller Gewalt ist und die letztlich auch nicht vor Gewalt gegen andere zurückschrecken.
Parteien, die offenbar weniger auf Freiheit und Toleranz setzen, sondern mehr auf Ordnung und Einheitlichkeit.

Dafür gibt es mehr als eine Ursache: Eine aber ist: Seit dem Ende des
2. Weltkriegs gelang es einem kleinen Teil der Weltgesellschaft, die Regeln so zu gestalten, dass sich bei ihnen immer größerer und schier unvorstell­barer Reichtum anhäuft ohne Verhältnis zu dem Einkommen der Frauen und Männer in den ganz normalen Berufen.

Die sollten immer mehr leisten – Effizienz heißt das Wirtschaftswort dafür.
Aus dem gleichen Grund, gibt es immer mehr Menschen, die diesen Ansprüchen nicht gewachsen sind, denen die Kraft ausgeht und die diese Ansprüche jetzt auch nicht mehr erfüllen wollen.

Die seit den 50er Jahren regierenden Parteien werden mit dieser Entwick­lung verbunden – und deswegen werden Parteien beliebt, die das bisherige System von Grund auf in Frage stellen und abschaffen wollen.

Zurecht besteht die Forderung, dass der politische Wille es schafft, die Regeln entschieden und kräftig zugunsten derer zu verändern, die täglich in die Arbeit gehen und ihr Einkommen nicht durch Zinsen und Dividenden erhalten.

Was hat das mit unserem christlichen Glauben zu tun?
Der Jakobusbrief prangert die Ungerechtigkeit an und erinnert an die Vergänglichkeit des Reichtums – scheinbar gehört das zum Auftrag der Christen.

Jesus mahnt seine Jünger, seine geistlichen Schüler:
neidet es niemanden, wenn er die Kraft hat, zu heilen und Gutes zu bewirken. Seht ihn vielmehr als Verbündeten.

Und sehr drastisch warnt er seine Jünger:
Lasst euch von nichts und niemandem vom Glauben an den guten Gott abbringen, den Gott, dessen Lebenskraft in jedem lebendigen Wesen ist.

Lasst nicht zu, dass ihr selbst euch aus irgendeinem Grund vom Glauben an den guten Gott abwendet.

Lasst nicht zu, dass Enttäuschung und Neid, das Unrecht der Menschen, und euer Schmerz euch dazu bringt, den Glauben an das Gute und an den guten Gott zu verlieren.

Dann seid ihr nicht mehr Salz der Erde, vielmehr gibt es unter Euch dann Streit und Zerwürfnisse.

Lasst euch durch nichts davon abbringen, selbst nach dem Guten zu suchen und es zu tun. Denn das Gegenteil – wollt ihr euch nicht mal vorstellen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in:
Schwestern und Brüder, wir haben die Botschaft Gottes gehört und die Mahnung, den Glauben an den guten Gott zu bewahren. Wir beten: Gott, du Ziel unseres Lebens:
L/A: Wir beten zu dir

  • Wir beten für die Menschen, die ausgelaugt sind, die nicht mehr können und in Armut leben: Um das Verständnis und die Solidarität in der Gesellschaft
  • Wir beten für die Menschen, die sich für größere Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft einsetzen: um Beharrlichkeit und Weisheit und um Erfolg.
  • Wir beten für die reichsten Menschen in unserer Gesellschaft: um die Bereitschaft, auf Privilegien und Macht und immer größeren Reichtum zu verzichten.
  • Wir beten für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: um gerechten und auskömmlichen Lohn, um Anerkennung und Wertschätzung.
  • Wir beten für alle, die ihre Kraft und Phantasie in der Familie und in Vereinen einsetzen: um die Anerkennung ihres Engagements, um Kraft und Ausdauer und um die Erfahrung von Gemeinschaft und Sinn.

Lektor/in:
Gott, du bist gut. Du siehst in das Herz der Menschen. Du kennst ihr Sorgen und Ängste, ihre Hoffnungen und ihre Liebe. Halte die Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Frieden in unseren Herzen wach, der du lebst und herrschst in Ewigkeit.

Alle: Amen.

01.05.23: 1. Mai Patrona Bavaria

Evangelium: Johannes 2,1-11 (Hochzeit zu Kanaan)

Einführung:
Maria, Schutzfrau Bayerns. Vor Unheil schützen und bewahren:
Vor Krieg, vor Bürgerkrieg, vor Armut und Hungersnot,
Erweitern wir die Anliegen:
Dass wir nicht zu Egoisten werden, dass wir unsere Verantwortung erfüllen, dass wir bereit sind zum Teilen, dass wir Not leidenden helfen,
Dass wir den Weg nicht verlassen, auf den Jesus uns gerufen hat und führt.

Ansprache:
Diese Hochzeitsgeschichte auszulegen ist hochinteressant und vielfältig. So beginnt Jesus im Johannesevangelium sein öffentliches Wirken nach seiner Taufe durch Johannes.
Von großer Bedeutung ist das Ziel der Geschichte, zu der alles hinführt:
„Er offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.“

Im Mk. Ev. sind die ersten Sätze Jesu nach seiner Taufe im Jordan:
Die Zeit ist erfüllt! Das Reich Gottes ist nahe.
Das Joh.Ev. drückt die gleiche Botschaft mit dieser Wundergeschich­te aus.

Herausgreifen möchte ich heute, was Maria zu den Dienern sagt:
„Was er euch sagt, das tut!“ Sie füllten die Krüge bis zum Rand mit Wasser. Geschöpft wurde bester Wein.

Es stimmt, wir können nur mit unseren begrenzten, menschlichen Kräften Gutes tun. Aber wenigstens das, sollten wir!
Die Hochzeit kann nicht gelingen, das Reich Gottes kann nicht unter uns wachsen, wenn wir nicht die Krüge wenigstens mit Wasser füllen.

Die Beschreibung des Reiches Gottes ist: Gerechtigkeit, Freiheit, Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Frieden und Liebe.
Diese Werte gelten als der Unterbau unseres Heimatlandes, unserer Demokratie in der die Menschenrechte an erster Stelle stehen.

Gerechtigkeit heißt, dass alle Menschen, jeder einzelne, Anteil haben kann an den Gütern, die zu einem menschenwürdigen Leben gehören.
Wenn die Güter nicht gerecht verteilt werden, ist die Demokratie nur noch eine hohle Phrase und Wahlen verkommen zur Bedeutungslosigkeit.

Wie kann es sein, dass 5 Personen ein so großes Vermögen haben, wie die unteren 32 Millionen zusammen? (PublikForum 1/2023)

Wenn wir in unserem Land auf Maria hören, und tun, was Jesus sagt, dann würden wir alle – und wirklich ALLE – mit unseren begrenzten menschlichen Möglichkeiten dafür sorgen, dass jeder Mensch in unserem Land Anteil haben kann an dem, was zu einem würdevollen Leben gehört. Dann würde das Reich Gottes sichtbar, dann bräuchten wir uns nicht um Demokratie zu sorgen.

Wenn wir auf Maria hören, werden wir unseren Beitrag gerne leisten und wir werden dafür eintreten, dass diese Pflicht wieder ins Bewusstsein kommt und dass ihr besser nachgekommen wird.

15.07.2018: 15. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den liturgischen Texten: schott

Liebe Schwestern und Brüder,
Gestern wurden in unserer Pfarrkirche 75 Mädchen und jungen Gefirmt.
Abt Hermann Josef aus Windberg sprach zu jedem die Worte: „Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist.“

Paulus, der Völkerapostel schreibt: „Durch Christus habt ihr das Siegel des Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt!“ (vgl. 1. Lesung)
Ich freue mich darüber, wenn unsere kirchlichen Gebete so von der Heiligen Schrift geprägt sind.

Schwestern und Brüder, uns Glaubenden ist ein Siegel aufgedrückt.

Bio ist so ein Siegel, oder auch fair trade. Für Spendenorganisationen wie MISEREOR gibt es das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen. Wer solch ein Qualitätssiegel bekommt, kann damit werben!

Unser Siegel ist der Heilige Geist! Wofür dieses Siegel steht,
Welche Qualitäten haben wir? Was zeichnet Christen aus?

Als erstes möchte ich nennen:
Christen sind befreite Menschen, befreit, weil sie von Gott geliebt und angenommen sind, weil ihnen dies niemand wegnehmen kann.

Das ist ein starker Schutz vor Verzweiflung, wenn Krankheit oder Schmerz das Leben schwer machen, wenn man gemobbt wird, wenn einem Unrecht getan wird, wenn man keine menschliche Zuneigung mehr spürt.

Es ist wie ein Ruheplatz am Wasser, wie eine stärkende Brotzeit,
wenn wir zur Ruhe kommen und uns wieder vergewissern durch die Botschaft Jesu: Nichts kann mich trennen von der Liebe Gottes, nichts kann mich ängstigen oder erschrecken. Gottes Liebe genügt.

Diese Befreiung von Angst und Erschrecken, verleiht uns Gelassenheit und Ruhe,  Uns zeichnet aus, dass wir geliebt sind, befreit, und frohen Herzens in dieser Welt leben dürfen. Wir bewundern ihre Schönheit und wissen, dass es unsere Sache ist, Not und Elend in dieser Welt zu verringern.

Ein zweites möchte ich noch nennen, was uns Christen auszeichnet,
was der Heilige Geist in uns bewirkt:

Wir sind Apostel. Auch wenn das Wort Apostel ein wenig in Verruf ge­bracht wird, wenn wir von Gesundheits- und anderen Aposteln sprechen, die einen Teilaspekt des Lebens zu wichtig nehmen.

Wir sind Gesandte, um Gottes Liebe zu verkünden – und das nicht nur lieb und sanft, sondern manchmal auch stark und vielleicht sogar verstörend wie der Prophet Amos
(2. Lesung). Jesus sagt: Treibt die Dämonen aus. Die Apostel heilten viele Kranke.

Schwestern und Brüder, unreine Geister gibt es viele. sie beherrschen viele Menschen und auch wir selbst sind ihre Zielscheibe. Diese unreinen Geister haben Namen: Selbstbezogenheit, Habsucht, Neid, Geiz und Gier, Vergnü­gungssucht; Teilnahmslosigkeit, Gleichgültigkeit, Trägheit und Hartherzigkeit.

Wir sind Gesandte, diese unreinen Geister auszutreiben – indem wir sie entlarven und benennen und ihrer zerstörerischen Kraft die heilende Kraft der Menschenliebe entgegensetzen – auch wenn dies oft als Gutmenschentum verhöhnt wird.

Manchmal spricht der Heilige Geist aus Menschen, die dafür so wenig geeignet erscheinen wie der Tierzüchter und Obstbauer Amos: Doch ihn hat Gott dazu bestimmt, das Unrecht im Nordreich Israel anzuprangern.

Manche trauen es sich zu sagen, dass Menschen allein gelassen in ihrer Not, den Tod im Mittelmeer riskieren, um ihrem Elend zu entkommen.

Zum Glück gibt es Leute, die es sagen, dass der Norden durch rücksichts­lose Ausbeutung der Länder Afrikas und ihrer wertvollen Bodenschätze die Menschen dort in Not und Elend und Krankheit stürzt.

Zum Glück gibt es noch Leute, die sich sagen trauen, dass es verlogen ist, die Geldgier der Schleuser anzuprangern, solange wir Afrika ausbeuten und Munition und Waffen für die Kriege liefern.

Schwestern und Brüder, es ist unsere Sendung als Apostel der Liebe Gottes, diesen Menschen in ihrer Not beizustehen und die Unrechtsstruk­turen zu verändern, durch die diese Not entstanden ist und entsteht.