3. März 2013: 3. Fastensonntag

Hier geht es zu den liturgischen Texten: Beuron

Jesus hält den Leuten vor: „Ihr werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.“

Inwiefern „Genauso“? frage ich mich.
Jesus lag es sicher fern, den Leuten einen ebenso gewaltsamen Tod anzukündigen, falls sie sich nicht bekehren würden?

Die richtige Spur zu diesem „genauso“ findet sich vor diesem Abschnitt des Lukasevangeliums: Jesus spricht davon, dass die Leute die Zeichen der Zeit verstehen und richtig deuten sollten. Vor allem aber das Gleichnis vom Feigenbaum, der noch ein Jahr Gnadenfrist bekommt, zeigt, wie dieses Genauso zu verstehen ist.

Jesu mahnt: Wenn ihr euch nicht zu Gott bekehrt, wird euer Leben zu Ende gehen, ohne dass ihr Frucht gebracht habt!

Es muss nun auch noch das „Frucht bringen“ übersetzt werden:
Früchte bringt der Mensch, der sich zu Gott bekehrt: zu Gott, der alles Geschaffene liebt.

Jesus glaubte, er vertraute bis in die innerste Faser seines Herzens, dass Gott alles Geschaffene liebt. Sein Leben hatte den einzigen Sinn:
Dass durch ihn die Liebe seines Vaters im Himmel sichtbar wird.

Deshalb hat Jesus so fruchtbar wirken können:
Deshalb konnte er Frauen und Männern und Kindern, die zu ihm kamen, die man zu ihm brachte neue Kraft geben und ein neues Leben eröffnen.
Er hat in all diesen Menschen den Glauben, das Vertrauen begründet, dass Gott, sie liebt, wie ein Vater seine Kinder liebt.

Das war die Frucht, die Jesus brachte: er hat die Menschen mit Gott versöhnt. Er hat sie Gottes Liebe leibhaftig spüren lassen.

Wenn Jesus mich aufruft, mich zu bekehren, dann geht es also gar nicht darum, dass ich etwas tun müsste: es geht nicht so sehr um besondere Aktivitäten und Leistungen.
Das würde uns ja so gefallen: dass wir Gott etwas vorweisen können.

Es geht vor allem darum, dass wir – so wie Jesus – uns radikal auf den Glauben an die Liebe Gottes zu allem Geschaffenem einlassen.
Dieser Glaube an Gottes Liebe zu allem Geschaffenen wird ganz gewiss und gleichsam automatisch – von selbst – Früchte tragen.

Besonders, da Jesus alles dafür getan hat, damit der Glaube, dass Gott uns liebt unsere Wurzeln erreicht, so dass er in uns Früchte bringen kann.