Lesungen: Röm 8,18-39 – Ps 121 – Mt 5,13-16
Einführung: Liebe Schwestern und Brüder
Am Jahresende angekommen schauen wir zurück: Wir konnten unsere Aufgaben erfüllen; wir haben unseren Alltag bewältigt. Das ist sehr viel wert.
Wir konnten anderen Gutes tun: durch unsere Zuwendung und Hilfe.
Durch unsere Spenden.
Doch blieben wir auch manches schuldig: durch unsere Engherzigkeit, durch unseren Egoismus, durch unseren Neid.
Darum wollen wir am Ende des Jahres miteinander und füreinander Gott um Vergebung bitten und sprechen das Schuldbekenntnis:
Schuldbekenntnis
Vergebungsbitte
Der Blick zurück zeigt uns Gutes und Böses, Freude und Trauer und so bitten wir: Gott unser Vater schenke uns sein erbarmen. Er vergebe uns und führe uns zur ewigen Freude!
Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder!
Wie bei jedem Jahrestag ändert sich von heute auf morgen nicht mehr und nicht weniger, als sich sonst ändert von einem Tag auf dem anderen.
Und dennoch ist es anders: Das Ende und der Anfang eines neuen Kalenderjahres ist ein Anlass zur Rückschau und Erinnerung.
Und wir schauen nach vorne und fragen uns, was im neuen Jahr alles geschehen wird:
Manche Gesetze bringen Änderungen zum 1. Januar,
Manche Entscheidungen der vergangenen Monate werden in den nächsten Monaten umgesetzt. – Besonders spannend ist: Welche Überraschungen wird es geben!
Werden die beteiligten Regierungen im Konflikt um die Ukraine eine Lösung finden, die den Menschen wieder Frieden und Sicherheit bringt?
Wann wird die Ebola Epidemie eingedämmt werden können?
Wie geht es in Griechenland und mit Europa weiter?
Im persönlichen, privaten Leben geht es um Krankheiten, die hoffentlich überwunden werden, um den Wunsch nach einem ruhigen Jahr – ein Jahr ohne Trauerfall, ohne Schrecken und Ängste, es geht um Weiterentwicklung im Beruf, um Gesundheit, um Familienplanung …
Das alles nehmen wir mit ins neue Jahr. Der Jahreswechsel ist ein besonders guter Zeitpunkt, um das, was uns beschäftigt hat und bewegen wird, mit unserem Gott zu verbinden.
Hier und jetzt nehmen wir uns Zeit für Gebet und Besinnung: Wir wollen das alte Jahr gut (friedlich) beenden und das neue Jahr gut (optimistisch) beginnen.
Ich möchte nochmal erinnern an die Ereignisse im Leben, die nicht (ganz) in unserer Hand liegen: Gesundheit und Krankheit, Leben und Tod, Krieg und Frieden, Katastrophen und Wohlergehen:
Für all das hilft mir der Gedanke des Apostel Paulus:
Gott wird alles zum Guten führen. Weder Gutes noch Böses – nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes, die Christus Jesus geoffenbart hat.
Dieses Vertrauen gibt eine große Gelassenheit und Zuversicht:
Was auch immer geschehen wird: Gott, der Ursprung des Lebens ist mit seiner Liebe treu wie eine Mutter und wie ein Vater: und er wird alles zu einem guten Ziel führen: zu dem Frieden, der von ihm kommt und zum Leben in Fülle, das er selber ist.
Diese Gelassenheit ist nicht einlullend und einschläfernd.
Diese Gelassenheit macht nicht träge, sondern verleiht Mut und Kraft, um Aktivität zu entwickeln, um die eigenen Kräfte und Möglichkeiten einzusetzen:
Jesus sagt zu uns: „Ihr seid das Salz der Erde! Ihr seid das Licht der Welt!“
Deutlicher geht es nicht:
Die Welt ist in unsere Hände gelegt: Ob Frieden ist, ob die Menschen Zuneigung und Anerkennung genießen können,
Das ist in unsere Hand gelegt!
Ob jemand Hilfe findet und Unterstützung, die er sucht,
ob Kinder geboren und geliebt werden und alte und kranke Menschen gepflegt und getröstet werden,
das ist in unsere Hand gelegt!
Wir dürfen am Jahreswechsel uns und alle, die uns am Herzen liegen, Gott anvertrauen.
Mit unsere Sorgen und Freuden, mit unserem Bemühen und unserer Ohnmacht dürfen wir getrost leben, weil Gott das Ziel aller Dinge ist und weil in ihm alles gut werden wird.
Zugleich dürfen wir mit Kraft und Mut uns anstrengen, dass wir selbst Licht zu den Menschen bringen. Es ist unsere Sendung, den Menschen das zu bringen, was ihr Leben lebenswert macht, und das jeder von uns braucht wie das Salz in der Speise: Zuwendung und Sorge, Lob und Anteilnahme: Denn dann kann ein Mensch erfahren: „Es ist gut, dass es mich gibt!“
Es ist gut, dass es dich gibt! Ich wünsche und, dass wir das möglichst vielen Menschen im neuen Jahr möglichst oft spüren lassen.