03.05.2026: 5. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Welche Gefühle haben sie gegenüber Jesus?
Welche Gefühle haben sie, wenn wir hier unsere Glaubenslieder singen?

Richten wir jetzt unsere Gedanken auf Jesus hin aus.
Er ist in unserer Mitte: unsere Versammlung, die Kerzen, der Altar, die Bilder sind die sinnenfälligen Zeichen dafür.

Er soll uns zu Herzen Reden:
Dass wir gute Gedanken haben, dass er uns tröstet, dass er uns in seine Nachfolge ruft.

Jesus, Licht auf unserem Weg
Jesus, unsere Hoffnung und unsere Kraft.
Jesus, Ziel unseres Lebens

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Ab dem 5. Ostersonntag geht es um den Abschied – um den Abschied Jesu von seinen Jüngern. Schließlich feiern wir ja bald – also am 40. Tag nach Ostern – Christi Himmelfahrt und Pfingsten.

Heute und an den nächsten beiden Sonntagen betrachten wir die sogenannten Abschiedsreden im Johannesevangelium. Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat, hält er eine lange Rede. Diese Rede hat der Evangelist verfasst. Er hat sich die Frage gestellt:

Was hatte Jesus seinen Jüngern am Abend vor seinem erwartbaren Tod zu sagen. Was dem Evangelisten dazu eingefallen ist, ist wahrhaftig vom Heiligen Geist inspiriert: Es fasst wunderbar zusammen, was Jesus für uns bedeutet, was es heißt, an ihn zu glauben, und wie Jesus mit seinem himmlischen Vater verbunden ist.

Das erste: Jesus verschafft uns eine Bleibe, eine Wohnung bei Gott. Und er zeigt uns den Weg dorthin. Einen ganz neuen und einzigartigen Weg. Jesus ist der Weg. Er hat uns gezeigt, wer Gott in Wahrheit ist: unser Vater, der uns liebt wie eine Mutter.

Und das zweite: Wer Jesus sieht, der sieht Gott. Denn Jesus ist „im“ Vater und der Vater ist „in“ Jesus.

Das Dritte ist: Jesus, der am Kreuz sterben wird, geht eben genau so und dadurch zum Vater, um für immer bei ihm zu bleiben!

Haben sie es gemerkt, dass das zutiefst mit ihnen zu tun hat?

Jesus gibt keine Verhaltensregeln, damit man zu Gott kommt.
Jesus hält auch keine langen Lehren, wie Gott ist, welche Eigenschaften er hat und so fort.

Er sagt ganz einfach: Wer mich sieht, sieht Gott.
Wer den Weg geht, den ich zeige und gehe, geht den Weg zu Gott.

Liebe Schwestern und Brüder,
was immer auch in unserem Leben geschieht – es ist nichts anderes als ein Schritt auf dem Weg, der uns zu Gott führt.

Verzeihen sie, wenn ich diesem Bekenntnis noch etwas hinzufüge:

Es könnte jemand sagen:

Ich sehe Jesus nicht – er ist ja schon lange vor mir auf der Erde gewesen.

Doch: wir sehen Jesus:
Die vier Evangelien erzählen von ihm und geben uns ein Bild von ihm:
Wie er ausgesehen hat, ist nicht wichtig.

Wichtig ist:
Dass er jedem einzelnen Menschen geliebt hat – selbst jene, die ihn schließlich töteten.

Wichtig ist, dass uns Jesus Gott als Vater zeigt, der uns liebt wie eine Mutter.

Wichtig ist, dass Jesus uns zeigt, dass auch wir – wie Jesus an den Vater glauben können und die Menschen lieben können – alle.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott will untern uns wohnen und er will und bei sich eine Bleibe geben. Wir beten zu ihm:‘
Himmlischer Vater       L/A: Wir beten zu dir.

Für die Kinder, die in St. Anton Erstkommunion feiern: dass sie immer mit Jesus verbunden bleiben.

Für Paare, die in diesem Jahr heiraten: dass ihre Liebe wächst und sie ein Zeichen deines Liebesbundes sind.

Für Menschen, denen ein schwerer Abschied bevorsteht: dass sie dankbar für die Vergangenheit sind und die Trauer überwinden.

Für uns, die wir Jesus nachfolgen: dass wir nicht müde werden und im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe wachsen.

Lektor/in: Vater im Himmel, du liebst uns wie eine Mutter. Führe uns zu dir und gib uns eine Bleibe bei dir. Du der du immer bei uns bleibst und in uns bist, in Ewigkeit.
A: Amen.

01.05.2026: 1, Mai

Lesung aus dem Brief an die Galater Gal 4,4-7

4   Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn,
     geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt,
5   damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen,
     und damit wir die Sohnschaft erlangen.

6   Weil ihr aber Söhne seid,
     sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen,
     den Geist, der ruft: Abba, Vater.
7   Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn;
     bist du aber Sohn, dann auch Erbe, Erbe durch Gott.

Halleluja: Halleluja, halleluja,     –

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes    Joh 2,1-11

1   Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei.

2   Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.
3   Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.

4   Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.

5   Seine Mutter sagte zu den Dienern:Was er euch sagt, das tut.

6   Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach;
     jeder fasste ungefähr hundert Liter.

7   Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser!
Und sie füllten sie bis zum Rand.

8   Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist!

     Sie brachten es ihm.
9   Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war.
     Er wusste nicht, woher der Wein kam;
     die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es.
     Da ließ er den Bräutigam rufen
10 und sagte zu ihm:

     Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten.
Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.

11  So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Karla in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
wir sehnen uns nach jemanden, der uns versteht,
der es immer gut mit uns meint,
der auch noch gut ist, wenn wir etwas falsch gemacht haben,
der uns immer etwas zum Essen oder trinken bereit hat,
dem wir alles sagen möchten,
der uns immer mag,
und dem wir nur Gutes wollen können.

Kennen sie so jemanden? Sind sie das für ihre Kinder?
Mama, Papa, beide oder der eine mehr als der andere?

In Bayern und in der rk Kirche überhaupt, überträgt man all diese mütterlichen Eigenschaften auf Maria. Warum war das nötig?
Weil Jesus immer mehr als Weltenrichter dargestellt wurde, und sein Vater als der, der die Sünder bestraft.

Angst ist in das Denken über Gott eingedrungen! Angst vor dem strengen Richter Gott. Maria wurde als Gegenpol dargestellt. Sie könnte vielleicht bei Gott und ihrem Sohn Barmherzigkeit und Vergebung erwirken.

So wurde Maria in der Anschauung der Glaubenden zur Fürbitterin, die uns hilft in den irdischen Nöten und beim Gericht.

Das NT erzählt noch ganz andere Begebenheiten:

Sie sagt: Was er euch sagt, das tut. Sie versteht ihren Sohn nicht.
Sie wird von ihm zurück- und zurechtgewiesen.
Ihre Gebete für ihren Sohn haben sich nicht erfüllt.
Er wurde getötet.
Sie hat mit den Aposteln den Hl. Geist empfangen.

Alles, was wir in unserer Glaubensbeziehung zu Jesus erfahren können, hat auch Maria erfahren. Sie ist vor allem das Urbild der Glaubenden und damit das Urbild der Kirche. Freude strahlend zeigt sie uns ihren Sohn und zeigt uns damit, was auch unsere Aufgabe ist:

Dass wir voll Freude von Jesus erzählen, der uns gezeigt hat, dass Gott nicht richtet, sondern dass er uns liebt wie ein Vater und eine Mutter.