Lesung aus dem Brief an die Galater Gal 4,4-7
4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn,
geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt,
5 damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen,
und damit wir die Sohnschaft erlangen.
6 Weil ihr aber Söhne seid,
sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen,
den Geist, der ruft: Abba, Vater.
7 Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn;
bist du aber Sohn, dann auch Erbe, Erbe durch Gott.
Halleluja: Halleluja, halleluja, –
Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes Joh 2,1-11
1 Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei.
2 Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.
3 Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.
4 Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
5 Seine Mutter sagte zu den Dienern:Was er euch sagt, das tut.
6 Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach;
jeder fasste ungefähr hundert Liter.
7 Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser!
Und sie füllten sie bis zum Rand.
8 Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist!
Sie brachten es ihm.
9 Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war.
Er wusste nicht, woher der Wein kam;
die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es.
Da ließ er den Bräutigam rufen
10 und sagte zu ihm:
Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten.
Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.
11 So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Karla in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn
Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
wir sehnen uns nach jemanden, der uns versteht,
der es immer gut mit uns meint,
der auch noch gut ist, wenn wir etwas falsch gemacht haben,
der uns immer etwas zum Essen oder trinken bereit hat,
dem wir alles sagen möchten,
der uns immer mag,
und dem wir nur Gutes wollen können.
Kennen sie so jemanden? Sind sie das für ihre Kinder?
Mama, Papa, beide oder der eine mehr als der andere?
In Bayern und in der rk Kirche überhaupt, überträgt man all diese mütterlichen Eigenschaften auf Maria. Warum war das nötig?
Weil Jesus immer mehr als Weltenrichter dargestellt wurde, und sein Vater als der, der die Sünder bestraft.
Angst ist in das Denken über Gott eingedrungen! Angst vor dem strengen Richter Gott. Maria wurde als Gegenpol dargestellt. Sie könnte vielleicht bei Gott und ihrem Sohn Barmherzigkeit und Vergebung erwirken.
So wurde Maria in der Anschauung der Glaubenden zur Fürbitterin, die uns hilft in den irdischen Nöten und beim Gericht.
Das NT erzählt noch ganz andere Begebenheiten:
Sie sagt: Was er euch sagt, das tut. Sie versteht ihren Sohn nicht.
Sie wird von ihm zurück- und zurechtgewiesen.
Ihre Gebete für ihren Sohn haben sich nicht erfüllt.
Er wurde getötet.
Sie hat mit den Aposteln den Hl. Geist empfangen.
Alles, was wir in unserer Glaubensbeziehung zu Jesus erfahren können, hat auch Maria erfahren. Sie ist vor allem das Urbild der Glaubenden und damit das Urbild der Kirche. Freude strahlend zeigt sie uns ihren Sohn und zeigt uns damit, was auch unsere Aufgabe ist:
Dass wir voll Freude von Jesus erzählen, der uns gezeigt hat, dass Gott nicht richtet, sondern dass er uns liebt wie ein Vater und eine Mutter.