17.05.2026 7. Ostersonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Jesus sagt, dass er seinen Vater im Himmel verherrlicht hat!
Verherrlichen heißt:
Groß machen, ihn rühmen, nach seinen Werten und Idealen handeln.

Wir können uns fragen, ob wir Gott in den letzten Tagen verherrlicht haben: ob durch uns Gottes Herrlichkeit sichtbar wurde.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Der erzählerische Schluss unserer Evangelien ist die Kreuzigung Jesu. Das Johannesevangelium möchte vorher nochmal zusammenfas­sen und verkünden, wer Jesus ist, welche Sendung er hatte und was er für die bedeutet, die an ihn glauben.

Das Evangelium wählt dafür die Form einer langen Rede Jesu. Sie besteht aus zwei Teilen: Aus der Abschiedsrede Jesu an seine Jünger und einem sehr langen Gebet. Darin gibt Jesus seinem Vater Rechen­schaft für sein Leben. Und er betet für die Menschen, die der Vater ihm gegeben hat.

Das Evangelium beschreibt diese Menschen:
Jesus hat ihnen das Wort Gottes gegeben; sie haben die Worte angenommen und bewahrt; sie haben erkannt, dass Jesus von Gott gesandt ist. Und Jesus betet für sie, „denn alles, was mein ist, ist dein und was dein ist, ist mein.“ Leider ist der nächste Satz in der Auswahl der Leseordnung abgeschnitten: „Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir!“

Liebe Schwestern und Brüder,
zunächst könnte man denken, die Einheit der Jünger Jesu ist zerbrochen in altkatholische und römisch-katholische und evangelisch-lutherische und orthodoxe Glaubende, deren Kirchen sich gegenseitig verurteilen.

Seit über 100 Jahren aber wächst allseits das Bewusstsein dafür, dass sie Spaltung der Christenheit ein Übel ist – ein Übel, das unserer Glaubwür­dig­keit als Volk Gottes schadet.

Die Welt – also die nicht an Gott Glaubenden – lacht über uns! „Sie wollen Kinder Gottes sein – aber sie streiten miteinander über die Zahl der Sakramente über das Papsttum und spitzfindige Formulierungen in ihren Dogmen und schließen sich gegenseitig aus.“

Seit über 100 Jahren wächst das Bewusstsein dafür, dass die Christenheit diese Spaltungen überwinden muss. Die Frage ist: Wie?

Jesus sagt: Was mein ist, ist dein und was dein ist, ist mein. Das gilt doch für alle, Getauften. Sie alle setzen ihre Hoffnung auf Jesus.

Sie alle glauben seinem Wort, dass Gott unser Vater ist und uns liebt wie eine Mutter.

Diese Verbundenheit im Glauben haben wir immer besser erkannt. Die Spaltungen löschen diese grundlegende Einheit nicht aus.

Aus diesem Grund stellen wir nicht mehr die Spaltung und ihre Entstehung in den Vordergrund. Vielmehr begreifen wir die Verschieden­heit, die es gibt, als das was sie ist: wir haben ein paar unterschiedliche Deutungen und Bräuche und Sitten – aber wir merken genau:
wir alle sind verbunden, wir sind eins im Glauben an Jesus, der uns Gott gezeigt hat.

Liebe Schwestern und Brüder, leider sind unsere Kirchenleitungen noch nicht bereit, aus dieser grundlegenden Einheit im Taufglauben die nötigen Schlussfolgerungen zu ziehen: gerade das Lehramt in unserer Kirche besteht auf den Verurteilungen und auf der Trennung in der Feier der Eucharistie – obwohl unsere Theologen schon seit Jahrzehnten erklären, dass dies vom Verständnis des Glaubens her nicht mehr gerechtfertigt ist.

Deshalb, liebe Schwestern und Brüder, bitte ich sie:
Nützen wir alle Gelegenheiten um unseren Mitchristen der anderen Konfessionen, besonders den evangelischen Nachbarn zu begegnen.

So legen wir ein starkes Zeugnis für unseren Glauben an Jesus ab – gegenüber der Welt, die erkennt: „Die Christen gehen aufeinander zu und überwinden die Vorbehalte und versöhnen sich! Sie beten miteinander zu Gott, ihrem Vater.“

Und wir legen gemeinsam Zeugnis ab gegenüber unserer Kirchenleitung: dass sie erkennen muss: Die Getauften fühlen sich als das eine Volk Gottes. Es gibt genügend Gründe, um die Verurteilungen aufzuheben und die Trennung in der Eucharistie zu beenden.

Alle Getauften sind Jesus vom Vater gegeben. Wir sind sein und deshalb sind wir auch Kinder Gottes. Wir sind eins im Glauben an Jesus, den Gott gesandt hat.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Herr, Jesus Christus, du hast uns den Hl. Geist als Beistand versprochen. Wir vertrauen dir und beten:

V/A: Sende deinen Geist.

  • Für das gesamte Volk Gottes: dass es die Probleme und Gefahren der Gegenwart meistert.
  • Wir beten auch für die Menschen, die von den Kirchen enttäuscht sind und nichts mehr von ihnen erwarten.
  • Wir beten für die Führenden in Politik und Gesellschaft, dass sie dem Gemeinwohl dienen und ihre Verantwortung erfüllen.
  • Für die Kinder, die in diesen Wochen Erstkommunion feiern: dass dieses Erlebnis in ihnen Frucht bringt und sie weiter im Glauben an Jesus wachsen.
  • Für die kranken Menschen, dass sie gute Pflege und Behandlung erhalten, und für ihre Angehörigen, dass sie immer wieder Kraft schöpfen und unterstützt werden.

Lektor/in: Für alle diese Menschen und ihre Anliegen bitten wir. Wir gehören zu dir und du lässt uns nicht im Stich. Dir vertrauen wir uns an, heute und alle Tage bis in Ewigkeit.

14.05.2026: Christi Himmelfahrt

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
in jeder Sonntagsmesse sprechen wir: Ich glaube an Jesus Christus, aufgefahren in den Himmel!

Wir können es uns auch gar nicht anders vorstellen:
Jesus kann nur in der Herrlichkeit Gottes sein.
Denn er hat uns ja Kunde gebracht von Gott – er hat uns Gott gezeigt, wie er ist.

Wir danken Gott für ihn –
Wir danken Jesus, für sein Leben –
Wir setzen darauf, dass er uns die Richtung weist.

Wir folgen ihm – letztlich in die Herrlichkeit Gottes, in den Himmel.
Im Danken erneuern wir unseren Entschluss, diesen Weg zu gehen.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder
„Jesus begann seinen Jüngern zu erklären: Er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden, er müsse getötet und am dritten Tag auferweckt werden.“

Dreimal erzählt das Mt. Ev., dass Jesus mit diesen Worten seinen Tod vorausgesagt hat und ebenso seine Auferstehung.

Von Anfang bis zum Ende versucht Jesus seine Jünger für das Reich Gottes zu begeistern: Es ist mitten unter uns, wenn wir Gottes Willen tun; es steht uns offen, wenn wir einmal sterben und Jesus selbst verkündet das Reich Gottes; er errichtet es durch sein Leben und Wirken.

Als er nun wirklich durch die Hand der ungläubigen Römer den Tod erlitten hatte, erleben die Jünger die Nagelprobe:

Werfen sie nun alles in den Wind, für das Jesus sie begeistert hatte:

Den Glauben an die Barmherzigkeit Gottes, der wie ein guter Hirte niemanden verloren gibt;

die Einsicht, dass das Reich Gottes darin besteht, den anderen uns sein Wohl höher einzuschätzen als sich selbst und sogar die Feinde zu lieben.

Werden sie die Zuversicht und Gewissheit, dass Gott niemanden vergisst und dass er uns das ewige Leben schenkt, bewahren oder werden sie all das wie den Staub der Straße von sich abschütteln?

Wir können heute die vier Evangelien lesen, weil die Jünger tatsächlich am Glauben festhielten. Trotz dem Schandtot Jesu glaubten sie weiterhin an das, was er ihnen gepredigt hatte. Feindesliebe, Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Vergebung und ewiges Leben.

Für einen Menschen, der an Jesus glaubt ist nichts anderes denkbar, als dass Jesus nach seinem Tod zu seinem Vater im Himmel zurückgekehrt ist und dass er nun bei ihm ist und „zu seiner Rechten“ sitzt.

Und genau diesen Glauben bezeugen alle drei Lesungen:

Apg: Er wurde emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf

Eph: Gott hat Christus zu seiner Rechten erhoben

Mt: „Fehlanzeige“

Bei Mt. Hören wir nur den Auftrag, den Jesus seinen Jüngern gibt:
Auftrag ist gar nicht das richtige Wort: Wer an Jesus glaubt, kann gar nicht anders als loszugehen mit der Botschaft:

Jesus hat uns das Reich Gottes gebracht!
Gott hat ihn gesandt. Er lebt wieder bei Gott. Und auch wir leben bei Gott.
Wir wollen leben, wie er: Heilen, trösten, vergeben, niemanden verloren geben,

Auch wir werden auferstehen.

Wer Jesus glaubt, wird zu seinem Zeugen!

Das ist eine notwendige Konsequenz.

Wer lebt, atmet.
Wer liebt tut anderen gut,
wer an Jesus glaubt, wird zu seinem Zeugen.

Doch: Glauben wir an ihn?

Glauben wir wirklich, dass Gott uns liebt?
Glauben wir, dass die Liebe zum Nächsten das Wichtigste ist:
egal ob Freund oder Feind?

Vielleicht geht es uns wie dem Mann der zu Jesus sagt:

„Ich glaube Herr, hilf meinem Unglauben“.

Amen.