19.07.2026: 16. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Begrüße die Ehejubilare

Miteinander Gott danken

Für das Geschenk, das sie füreinander sind:
Menschen, die einander begleiten und stützen und halten
die einander Zuneigung und Wohlwollen schenken
und auch Bewunderung und Anerkennung.

Dies alles ist wie ein Same, den Sie in ihrem Leben aussäen und der auf vielfältige Weise fruchtbar geworden ist:

Zum Beispiel und vor allem in Kindern und Enkelkindern.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
woran haben Sie gedacht, als sie gerade das Wort „Himmelreich“ gehört haben? An den Himmel, in den wir alle einmal kommen wollen?
Oder an das Leben – hier, in der Pfarrei St. Anton in der vergangenen Woche?

Jesus hat verkündet: „Das Reich Gottes ist euch nahe!“ oder mit den Worten des Lukasevangeliums: „Das Himmelreich ist mitten unter euch!“

Dabei sprach er nicht vom sogenannten „jüngsten Tag“, sondern von heute und morgen – von der Gegenwart.

Wer – wie Jesus – verkündet, dass das Himmelreich jetzt da ist, muss mit Gegenfragen rechnen: Besonders ernst ist diese:

Warum gibt es dann soviel Gewalt, Krieg und Unfrieden und Ungerechtigkeit und Boshaftigkeit – und das genauso bei denen, die Jesus nachfolgen. Vielleicht haben sie sich auch schon gefragt: Wie kann ein Mensch, der das Evangelium verkündet, sich so verhalten?
Oder auch – auf sich selbst bezogen:

Seit eh und je hören wir das Evangelium,
wir lassen uns ermutigen, an die Liebe und ihre Kraft zu glauben und aus Liebe zu handeln – und dann verhalten wir uns doch wieder ganz anders:

sind auf den eigenen Vorteil bedacht – können nicht verzeihen –
sind hart und unbarmherzig.

Das Evangelium antwortet darauf: Der Feind ist daran schuld!
Es stimmt: so sehr wir auch auf Jesus hören: Es gibt beides in uns. –

Woher Neid und Missgunst in uns kommen?
Wir haben jedenfalls die Begabung und die Aufgabe, das Raubtier in uns zu bändigen.

Aber eines ist gewiss: wenn wir nicht mehr auf dieser Erde leben und bei Gott sind, werden Egoismus und Zorn und Neid uns nicht mehr plagen. Wir werden nicht mehr Angst haben, zu kurz zu kommen.

Liebe Schwestern und Brüder, es ist aber eine betrübliche Lebenserfahrung, dass wir kaum fähig sind, immer aus Vertrauen und Liebe zu handeln. Das könnte uns den Mut rauben und uns am Glauben zweifeln lassen:

Die nächsten beiden Gleichnisse machen uns dagegen Mut:

Wir erleben es ja am eigenen Leib:
Es ist so schön und befreiend, wenn wir erleben, wie Menschen zuvorkommend sind und nachsichtig, wenn man großzügig ist und dem anderen nichts vorspielt. Diese Haltung breitet sich aus und auch die Sehnsucht danach. Es werden immer mehr, die Freude an diesem Leben haben: Das klitzekleine Senfkorn wird zu einem großen Strauch.

Und drittens: Auch das durften wir schon erleben:

Manchmal bringt eine Kleinigkeit und einen richtig großen Prozess in Gang:
Da ist ein Mensch, der sich nicht vom gegenseitigen Misstrauen und Missgunst anstecken lässt, sondern dem anderen etwas gönnt und ihm Anerkennung schenkt.

Das kann ansteckend wirken:
erst recht, wenn es nicht nur einer ist, sondern ein paar.

Das kann das ganze Klima unter den Menschen zum Positiven ändern:

Ich habe das in unserem Bistum erlebt, als Bischof Manfred Müller in den 70er Jahren bei uns Bischof wurde, der seinen Mitarbeitern etwas zugetraut hat und ihnen vertraute. Dadurch wuchsen im ganzen Bistum Vertrauen und Verbundenheit.

Entscheidend ist nur – wie beim Sauerteig:
Jemand muss aktiviert, also begeistert sein; jemand muss anfangen;
wahrscheinlich ich und sie?!

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, unser Vater, du bist bei uns – jeden Tag und zu jeder Zeit. Voll Vertrauen beten wir:

Christus, höre uns A: Christus, erhöre uns

  • Für die Christenheit: dass sie zur Einheit im Sakrament der Eucharistie zurückfindet.
  • Für Leo den Bischof von Rom, unseren Bischof Rudolf: dass durch sie allen Menschen deine Güte bekannt wird.
  • Für die Regierenden dieser Erde: dass sie auf deinen Geist hören und den Frieden suchen und das Recht jedes einzelnen Volkes achten.
  • Für alle, die an Christus glauben: dass ihre Gerechtigkeit und Güte zum Vorbild für andere wird.
  • Für die Kindern, Frauen und Männer in unserer Stadt: segne sie: Bewahre uns vor Unglück, Krieg und Not, erhalte uns im Glauben und stärke unter uns den Geist echter Gemeinschaft.
  • Wir beten für unsere Verstorbenen: dass sie Gäste sind an deinem himmlischen Hochzeitsmahl.

Lektor/in: Gott, du schaust voll Güte auf dein Volk und leitest es durch deinen Heiligen Geist. Wir ehren dich und danken dir heute und in Ewigkeit. Amen.

ökumen. Gottesdienst beim SC Regensburg

Katholisch & Evangelisch = Volk Gottes

Gebet (M)
Gott, du hast uns
   nicht als Einzelkämpfer geschaffen,
sondern als Menschen,
   die zueinander gehören.
Durch die eine Taufe sind wir verbunden –
über alle Grenzen
   von Konfession und Herkunft hinweg.
Öffne uns jetzt Augen und Herzen füreinander,
damit wir entdecken, was uns eint.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Lesung       Eph 4,1–6  Lektor:in

1    Ich, der Gefangene im Herrn, ermahne euch,
      ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging.

2    Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe
3    und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren
           durch das Band des Friedens!

4    Ein Leib und ein Geist,
      wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung:

5    ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,
6    ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

Predigt
Liebe Schwestern u. Brüder im Glauben an Jesus, unseren Bruder u. Herrn,
dieses Kinderspielzeug zeigt die Erde als Kugel – was sie ja ist – und welche Tiere in den verschiedenen Erdteilen und Regionen zuhause sind. Selbstverständlich leben (fast) überall auch Menschen.

Alle Lebewesen haben Gott zum Vater. Er ist über ihnen – denn ihm und seiner Lebenskraft verdanken sie das Leben. Er lebt durch (!) sie: Die Lebewesen – ALLE – sind sozusagen eine Lebensäußerung Gottes. Gott lebt in ihnen. Gott ist dem Lebendigen und dem ganzen Universum innerlich. Alles ist miteinander verbunden.

Jesus hat deshalb verkündet: das Himmelreich ist mitten unter euch. Sucht Gott nicht irgendwo anders – er ist in euch und unter euch!

Das ist sein Evangelium! An dieses Evangelium glauben wir – die katholischen und die evangelischen Christen, etc!

Warum nennen sich also nur die Einen „evangelische Kirche“?

Das hat durchaus seinen Grund und seine Berechtigung: Martin Luther, der Reformator, sagt: die Schrift allein ist Maßstab für das Leben und den Glauben der Kirche. Er hat damals erkannt, dass die Kirche Traditionen entwickelt hat, von denen nichts im Evangelium steht und die sogar dem Evangelium widersprechen: Wie zum Beispiel der Satz, der Luther auf die Palme brachte: „Wenn die Münz‘ im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt!“

Die Evangelische Kirche stellt heraus, dass das Evangelium Jesu über allem steht. Deshalb trägt sie es im Namen. Dadurch wollte Martin Luther verhindert, dass die Kirche nach ihm als lutherisch bezeichnet wird.

In der vom Papst geleiteten römischen Kirche wird hingegen gelehrt, dass sowohl die Tradition als auch die Heilige Schrift Frucht des Heiligen Geistes sind und es zwischen beiden keinen Widerspruch geben kann. –
Doch auch die röm. Kirche verkündet das Evangelium Jesu und glaubt daran. Es ist der Kern und die Mitte ihrer Botschaft, Quelle und Richtschnur.

Jesus und sein Evangelium sind die Mitte unseres gemeinsamen christlichen Glaubens.

Schauen wir uns nochmal den Erdball an: Die Bibel (AT und NT) ist in über 750 Sprachen übersetzt. Das NT in mehr als 1.800 Sprachen. In jedem Land auf diesem Erdball leben Menschen, die an Jesus und sein Evangelium glauben – selbst da, wo der christliche Glauben im Geheimen gelebt werden muss, um Bestrafung zu entgehen. Genau das meint das Wort „katholisch“: Die ganze Welt umspannend und geeint im Glauben.

Katholisch müssen alle christlichen Gemeinschaften sein, weil das dem Willen Jesu entspricht: Geht zu allen Völkern! Macht alle Menschen zu meinen Jüngern und lehrt sie daran zu glauben, dass Gott über ihnen und durch sie und in ihnen ist.

Die röm.kath. Kirche betont stärker, dass ihre Mitglieder auf dem ganzen Erdenrund die Lehre der Kirche einhalten und befolgen und annehmen und dadurch eins sind.

Aber auch in der evangelischen Kirche gilt überall das Prinzip: Allein die Heilige Schrift ist Richtschnur des Lebens der Christen. Allein dank der göttlichen Gnade wird der Mensch gerettet – ohne sein Verdienst. Und allein der Glaube an Jesus ist notwendig um das Heil zu empfangen.

Wir Christen verkünden Jesus, den Auferstandenen überall auf der Erde.  und sind deshalb „katholisch“. Das gilt auch für die ev. Kirche, auch wenn die röm.kath. Kirche die Einheit stärker betont, die durch den Bischof von Rom und sein Leitungsamt gewährleistet wird.

Liebe Christen, die Zeit des Bruchs zwischen Luther und den Bischöfen ist lang vorbei. Inzwischen merken wir, dass wir alle eins sind durch die Taufe und den Glauben an Jesus und sein Evangelium. Wir erkennen unseren gemeinsamen Ursprung und unser gemeinsames Ziel.

Wir sind das eine Volk Gottes, das sich in verschiedenen Kirchen versam­melt und überall auf der Erde das Evangelium Jesu verkündet:

Das Himmelreich ist nahe! Gott ist über allen und durch alle und in allen. Amen.