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Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Wie kann man erklären, was einen Christen ausmacht?
Heute werden wir eine weitere Antwort im Evangelium und in seiner Auslegung finden.
Es geht um ein Thema, dass alle betrifft: Manchmal werden wir von jemandem gekränkt, benachteiligt, blamiert. Es kommt zum Abbruch von Beziehungen, von Freundschaften. Man denkt: Mit dieser Person will ich nichts mehr zu tun haben.
Wie ist das bei Ihnen?
Wir vertrauen und hoffen, dass Christus keinen verloren gibt. Zu ihm rufen wir:
Herr Jesus Christus, auf den wir warten
Herr Jesus Christus, zu dem wir rufen
Herr Jesus Christus, auf den wir hören
Lasst uns preisen Gott, den Vater mit seinem Sohn im Heiligen Geist.
Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Leider überspringt die Leseordnung im Lesejahr A die kleine Beispielgeschichte: Ein Hirt möchte keines seiner Schafe verlieren und freut sich ganz besonders, als er ein verirrtes Schaf wiedergefunden hat. So, sagt Jesus, will Gott, dass kein Mensch verloren geht!
Vor diesem Hintergrund möchte ich die wenigen Sätze verstehen und deuten, die wir gerade gehört haben. Und mit dem Ausblick darauf, was als Nächstes kommt: „Die Verpflichtung zur Vergebung – 70 mal 7 mal.
Darin eingebettet sind diese Sätze über die Zurechtweisung des Bruders und das Binden und das Lösen und die Erhörung der Bitten.
Es verbietet sich also darin eine Anleitung zu sehen, wann man einen Mitmenschen verloren geben kann, in dem man sagt: „Mit dem will ich nichts mehr zu tun haben.“
Im Gegenteil: Man soll alles Mögliche tun, damit es dazu nicht kommt.
Seien wir ehrlich: wenn jemand uns kränkt oder demütigt –
Haben wir den Mut, zu ihm zu gehen und zu sagen: Du hast mich gekränkt, als du gesagt hast …?
Oft wird so getan, als sei gar nichts geschehen und oft wird sofort die Konsequenz gezogen: mit dem oder der will ich nichts mehr zu tun haben.
Stattdessen – sagt das Evangelium, sollen wir uns anstrengen, dass wir von uns aus das Gespräch suchen und versuchen, die Beziehung zu heilen.
Dabei sollen wir bedenken: wenn wir einen Menschen verloren geben, wenn wir uns von ihm lossagen – dann tun wir das vor Gott, der niemanden verloren gibt. – Das passt nicht zusammen.
Die schöne Zusage: was zwei von euch einmütig erbitten, werden sie von meinem Vater erhalten – ist ebenfalls darauf bezogen, wenn einer vom anderen gekränkt oder gedemütigt oder benachteiligt wurde:
Wenn zwei einmütig um Versöhnung bitten, werden sie Versöhnung erhalten: Interessant ist der Grund: Wenn sie im Namen Jesu versammelt sind, wenn sie Frieden und Versöhnung im Sinn haben, dann ist Jesus unter ihnen. Ihm gibt der Vater alles, um was er ihn bittet.
Allgemeines Gebet
Lektor/in: Gott, du willst, dass niemand verloren geht und dass wir niemanden verloren geben wir beten zu dir:
Vater des Friedens L/A: erhöre unser Gebet.
- Wir beten um den Mut zum Gespräch, wenn wir uns gekränkt oder benachteiligt fühlen.
- Wir beten darum, dass unsere Schwestern und Brüder im Glauben und alle Menschen, mit denen wir verbunden sind, mit uns den Willen teilen, einander Respekt und Achtung zu schenken.
- Wir beten für die Menschen, die in Feindschaft leben: dass die Sehnsucht nach Versöhnung und Frieden immer größer wird.
- Wir beten für die Krieg führenden Länder in aller Welt: dass sie der Gewalt und des Tötens überdrüssig werden.
- Wir beten für die Staatengemeinschaft in der Europäischen Union: dass alle nach gerechten Lösungen suchen und die Freundschaft zueinander pflegen und vertiefen.
- Wir beten für die Staaten in den Vereinten Nationen: dass sie mit neuem Elan das Ziel anstreben, die Völkergemeinschaft von der Geißel des Krieges zu befreien.
Lektor/in: Gott, in dir ist Frieden und wer dich sucht, sucht den Frieden. Wir loben Dich in Ewigkeit. Amen.