28.11.2021: 1. Adventsonntag Lesejahr B

Einführung:
Es gibt so viele Krisen und Gefahren und Katastrophen.
So viele Menschen (manchmal auch ich selbst) verhalten sich rücksichtslos, gleichgültig, nur auf sich selbst bezogen, sorglos und sogar verantwortungslos.

Wie wird das weitergehen? Wo wird das hinführen?

Was erwarten wir? Was wird kommen? Kann es gut werden? Gibt es eine Zukunft?

Lassen wir unsere Hoffnung stärken. Öffnen wir uns für Gottes Geist.
Das ist kein Geist der Verzagtheit sondern

Kyrie
Herr Jesus Christus, du führst uns den Weg.
Du machst uns Mut, auf dein Reich zu hoffen.
Du stärkst unsere Hoffnung auf Leben und Heil.

Tagesgebet:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
was wird in 3 Jahren sein oder in 20?
Diese Frage kann ich auf mich beziehen:  Was wird mit mir sein?
In 3 Jahren? Hoffentlich bin ich noch Pfarrer, hoffentlich kräftig und zufrieden und voller Pläne. In 20 Jahren allerdings, muss ich damit rechnen, dass ich vielleicht schon gestorben bin – aber nicht tot!
Ich glaube ja an das Leben in Gottes Ewigkeit.

Wie sehen Sie ihre Zukunft in 2 in 6 oder in 20 Jahren?

Diese Frage können wir aber auch auf unser Land beziehen, auf Europa, auf die Welt: Werden wir es schaffen, dass wir den Menschen in den Küstengebieten neuen Wohnraum schaffen – weil ihr bisheriger Lebensraum durch den steigenden Meeresspiegel unter Wasser ist?

Werden wir die Pandemie überwunden haben?

  • Werden die großen Machtblöcke der Erde einen Weg gefunden haben, friedlich miteinander zu existieren und sich gegenseitig zu nützen statt zu bekämpfen?
  • Werden die Atomwaffen abgeschafft sein?
  • Werden die Länder der EU es schaffen, ihre freundschaftlichen Beziehungen zu vertiefen und ihre unterschiedlichen Interessen gerecht auszugleichen?
  • Wird die Lebensqualität besser geworden sein?
  • Diese Aufzählung ließe sich noch lange fortsetzen.

Im Kern geht es um die Frage: Glaube ich an eine gute Zukunft für die Menschen? Trotz aller Krisen und Katastrophen, die es immer wieder geben wird? Glaube ich daran, dass der Mensch es schafft kann, einen Weg in die Zukunft zu finden?

Dieses Vertrauen und diesen Glauben an die Menschheit stärkt die 1. Lesung aus dem Buch Jeremia: Die gerechten Menschen werden Recht und Gerechtigkeit wirken. Israel kann in Sicherheit wohnen.

Damals war das auf das Volk Israel bezogen. Israel soll den Mut nicht verlieren. Es wird Recht und Gerechtigkeit geben im Land, weil sie wieder auf Gott hören.

Paulus im 1. Thessalonicherbrief und auch die Stelle aus dem Lukasevangelium stärken auch das Vertrauen in die Zukunft und den Mut, bewusst auf diese Zukunft zuzugehen:

„Lebt so, dass euer Leben Gott gefällt!“ mahnt Paulus die Christen – also auch uns heutige:

Das Evangelium warnt uns davor, dass unsere individuellen Bedürfnisse und Ansprüche, unsere Wünsche nach Annehmlichkeit (Rausch und Trunkenheit) und die Sorgen des Alltags unser Tun bestimmen:

Denn wenn wir anfangen würden, Unrecht zu tun und selbstsüchtig zu handeln, würden wir nicht mehr an eine gute Zukunft glauben. Dann hätten wir aufgegeben. Wir hätten uns vom Glauben an Gott abgewandt.

Und wenn es dann soweit ist, dass in der Zukunft Mitgefühl zählen und Hilfsbereitschaft, Rücksicht und Nachsicht mit den Fehlern der anderen.
Dann würden wir einsehen müssen, dass wir auf dem verkehrten Weg waren.

Schwestern und Brüder, wir sind Christen und glauben an die Botschaft Jesu vom Reich Gottes. Wir erwarten dieses Reich! Es ist im Kommen und es ist schon da, wenn wir auf Jesus hören.

Darum sollten wir geduldig und beharrlich bleiben und handeln, wie es dem Glauben an Gottes Reich entspricht:
Das Gemeinwohl ist wichtiger als meine selbtbezogenen Ansprüche;
Es ist wichtiger, dass alle satt werden, als dass ich meinen Besitz vermehre.
Es ist besser Rücksicht zu nehmen, als zu fordern.
Zuvorkommenheit macht das Miteinander geschmeidig, wie die Butter das Brot. Und Freundlichkeit versüßt das Leben wie der Honig die Speisen.

Liebe Schwestern und Brüder! Erwarten wir Gottes Reich und gehen wir weiter darauf zu. Es wird kommen – auch durch uns. Es ist Advent!

Fürbitten

Pr.: Vater im Himmel, wir leben in einer schwierigen Zeit. Wir sorgen uns um die Menschen, die krank werden und dass es so viele sind.
Wir spüren, wie sich die Menschen entzweien und einander verurteilen und einander nicht verstehen. Deshalb beten wir zu dir:

A: Guter Gott, dein Reich komme, dein Wille geschehe

  • Wir beten, dass Rücksicht und Nachsicht das Miteinander der Menschen erleichtern.
  • Wir beten, dass in den Menschen das Bemühen wächst, den anderen zuzuhören und seine Sorgen und Anliegen zu verstehen.
  • Wir beten, dass die Menschheit begreift, dass sie eine Familie ist, in der alle miteinander verbunden sind.
  • Wir beten, dass die Abscheu vor der Gewalt die Menschen davor bewahrt, anderen weh zu tun und Schaden zuzufügen.
  • Wir beten, dass die Zuversicht in eine gute Zukunft den Willen stärkt, geduldig und beharrlich das Gute zu tun.

Pr.: Du Gott hast Deinen geist in uns gelegt, den Geist der Hoffnung und der Geduld und der Zuversicht. Wir erwarten, dass dein Reich kommt und wir dich preisen werden zusammen mit allen Menschen. Amen.


21.11.2021: Christkönigssonntag

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Jemand hat mir erzählt, dass er beim Bücherkauf den Schluss eines Buches liest und dann entscheidet, ob er das Buch kaufen möchte. Der Schluss, das Ende fasst nochmals alles zusammen.

Heute endet das Kirchenjahr. Dieser Sonntag setzt den Schlusspunkt – nachdem wir die Erwartung des Messias, seine Ankunft, sein Leben, sein Sterben und Auferstehen, seine Heimkehr zum Vater und seine Gabe den Heiligen Geist erinnert haben.

Der Schlusspunkt heißt: „Jesus Christus ist König. Aber sein Königtum ist nicht von dieser Welt.“

So wie das Lukasevangelium schon bei seiner Geburt Jesus als den wahren Retter der Welt schildert – im Gegensatz zum Kaiser in Rom –
Ganz anders, aber doch in der Aussage ähnlich, zeigt uns das Johannesevangelium Jesus als König – im Gegensatz zur Regierung Roms – vertreten durch den Statthalter Pilatus und den König der Juden von Roms Gnaden: Herodes.

Richtig interessant ist aber, dass das Evangelium sagt, Jesus ist König, weil er für die Wahrheit einsteht!

Was soll das denn sein? Wer meint, immer die Wahrheit zu wissen, ist selten sympathisch und manchmal gefährlich! Gibt es überhaupt eine Wahrheit?

Aber langsam, bevor wir unseren Vorbehalten folgen und uns abwenden.

Wahrheit ist … das, wonach wir uns richten. In der Gesellschaft, in der wir leben, ist der höchste Wert die Freiheit, zu sagen und zu tun, was mir gerade einfällt und ebenso hoch steht der Besitz: je mehr ich mir leisten kann, desto besser.

Ich kann das gut nachvollziehen: Schon ein Kind möchte es selbst machen, möchte selbst bestimmen und möchte dies und jenes haben. Es ist eine ganz natürliche und kindliche Einstellung: Gut ist das, was ich für mich haben möchte und was ich will.

Dieser kindliche, natürliche und harmlose Egoismus wird aber zur Quelle von Verletzungen, Streit und Feindschaft, wenn er in der Entwicklung zum Erwachsen sein nicht überwunden wird.

Jesus steht für eine andere Wahrheit – mit seinem Leben ist er dafür eingestanden:

Jesus steht dafür, dass jeder Mensch durch Gottes Geist lebt.
Jeder Mensch ist es wert, geliebt zu werden und ist geliebt.
Das ist das wichtigste und Größte, was von einem Menschen zu sagen ist:
Du bist geliebt.

Diese Wahrheit ist größer und höher als die kindliche Selbstsucht: Gut ist, was ich will. Und daraus folgt die andere Seite der Wahrheitsmedaille.

Das wichtigste ist, dass ich den anderen Menschen helfe, nütze, Gutes tue, heile, tröste, stütze – ihn liebe. Was kann ich für Dich tun, damit es Dir gut geht?

Liebe Schwestern und Brüder,
diese Haltung gibt es nur bei Menschen, die ihr Leben auf die höchste Wahrheit ausrichten: auf Gott, der die Liebe ist.

Um dieser Wahrheit willen ist Jesus geblieben, statt wegzulaufen.
Um dieser Wahrheit willen ließ Jesus sich Gewalt antun, statt sich zu verteidigen. ‑ Um dieser Wahrheit willen!

Und die, die nach dem suchen, was den Menschen menschlich macht,
die nach dem göttlichen im Menschen suchen – diese Menschen hören auf Jesus, weil sie es in ihm finden und erkennen:

Das erste und wichtigste ist:
Liebe Gott, den Ursprung, die Liebe. Er steht über dir und über allem.
Deshalb: Liebe den anderen: Tu ihm Gutes. Heile. Tröste. Stärke. Teile.

Das ist unsere Wahrheit. Danach richten wir uns.

Jedenfalls versuchen wir es immer wieder. Und immer wieder.

02.11.21: Allerseelen

Formular II: 1. Lesung: Ijob 19, 1.23–27a – 2. Lesung: Röm 8, 14–23 – Ev: Joh 14, 1–6

Einführung:
ich begrüße ganz herzlich alle, die im vergangenen Jahr einen Menschen das letzte Geleit geben mussten. Sie sind gekommen, um in dieser Messfeier seiner zu Gedenken. Das kann noch ein kleiner Schritt sein, um Abschied zu nehmen, um die Trauer abschließen zu können oder um in der Trauer einen Schritt voran zu kommen.

Wir vertrauen darauf, dass Gott uns das Leben schenkt – so wie unseren Verstorbenen. Wir vertrauen darauf, dass er uns zusammen mit Jesus Christus aufnimmt in sein Licht. Deshalb rufen wir:

Herr Jesus Christus,
du hast als Mensch gelebt wie wir.
Du bist gestorben und wurdest begraben wie wir.
Du bist auferstanden und hast uns die Tür zu Gottes Herrlichkeit geöffnet.

Predigt: Liebe Schwestern und Brüder,
Alle christlichen Konfessionen teilen das große Glaubensbekenntnis. Und da bekennen wir im letzten Abschnitt:

Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt.

Glaube ich das? Und was stellen wir uns darunter vor?
Und: ist es wichtig, das zu glauben? Wofür ist dieser Glaube gut?

Letztendlich muss jeder diese Fragen für sich beantworten.
Ich kann ihnen meinem Glauben darlegen und versuchen, ihn zu begrün­den. Die Lehre der Kirche dazu kann jede und jeder selbst nachlesen.

Doch die eigene Antwort muss jeder selbst finden.
Die Frage danach, was mit den Toten ist, stellt das Leben, stellt das Sterben, mit dem wir konfrontiert sind, so lange wir leben.

Einerseits erfahren wir: Alles ist vergänglich. Nichts bleibt ewig.
Auf der anderen Seite wissen wir: In diesem Universum geht nichts verloren: Kein Molekül, keine Energie. Es wird umgeformt, verändert – aber nichts verschwindet.

Das ist eine Form der Ewigkeit.

Aber das beantwortet ja nicht die eigentliche Frage:
Dieser uns so vertraute Mensch, den wir begraben mussten:
er hatte seine Erlebnisse, seine Hoffnungen und Freuden, seine seelischen Wunden und seine Kräfte und Stärken und seine Träume und Ideen und Pläne.

Was ist mit ihm? Wo ist er jetzt? Oder gibt es ihn gar nicht mehr?

Gerne antworte ich: Ja, sie lebt.
Sie lebt in der gleichen Weise wie der Ursprung und Schöpfer des Universums. Er hat sie aufgenommen – in sich.

Das Johannesevangelium lässt Jesus sagen: Ich bereite einen Platz für euch vor im Haus meines Vaters.

Natürlich ist das nur ein bildlicher Vergleich aus unserer Erfahrungswelt, um das unsagbare zu sagen. Natürlich lebt Gott nicht in einem Haus mit unendlich vielen Appartements für alle, die jemals auf der Erde gelebt haben.

Ich glaube, dass Gottes Geist in jedem Geschöpf ist. Ich glaube, dass Gott das Leben in uns ist. Ich glaube, dass wir alle ein Teil von Gott sind.
Er umschließt alles und birgt alles. Bei ihm geht nichts verloren.

Die Dankbarkeit, die Hoffnung, das Vertrauen, die Liebe ‑‑ 
Diese Seelenkräfte sind Gottes unvergängliche Kräfte in uns.

Liebe Schwestern und Brüder,
dieses Bewusstsein, dass Gott in uns lebt, dass er das innerste in uns ist,
dass wir ein Teil von ihm sind – so wie die vielen, die schon verstorben sind – verändert uns.

Es wird uns bewusst, dass wir verbunden sind und immer verbunden bleiben: denn Gott ist in uns und wir sind in Gott.
Was wir als das Leben der kommenden Welt bezeichnen ist schon Gegenwart – für uns wie für unsere Verstorbenen.

Und doch hat Gott uns das Geschenk gemacht, dass wir in dieser Welt sein Licht zum Leuchten bringen dürfen. Dass wir diese Welt erfüllen dürfen mit seinem Geist und seiner Liebe. Wir dürfen in diesem Universum Neues erschaffen.- Er macht uns zu Miterschaffern dieser Erde, nicht viel weniger als Gott selbst, der dieses Universum ins Dasein ruft.

Nehmen wir dieses Leben als Geschenk. Wir haben kein Anrecht darauf,
wir haben kein Recht auf ein langes Leben – wir sind beschenkt mit dem Leben, damit wir Anteil haben an Gottes schöpferischer Macht und Liebe.

So wie wir selbst werden auch die Früchte unseres Tuns Teil der ewigen Freude Gottes an seiner Schöpfung. Amen.

Verlesen der Verstorbenen und Anzünden der Kerzen

Läuten der Totenglocke (2 Minuten)

Fürbitten

Pr.: Gott, Ursprung und Quelle des Lebens, wir beten zu dir:

  • Wir beten für die Trauernden, die den Verlust eines geliebten Menschen erlitten haben: dass sie wieder inneren Frieden finden.
    Gott des Lebens:
  • Wir beten für die Menschen, die Trauernde begleiten: dass sie das rechte Gespür haben, dass sie zuhören können und dass es ihnen gelingt, den Blick wieder auf das Leben auszurichten.
    Gott des Lebens:
  • Wir beten für unsere Gesellschaft, in viele Tod und Sterben verdrängen:
    dass wir die Vergänglichkeit des irdischen Daseins annehmen und unser Leben auf das Leben in Gottes Herrlichkeit ausrichten.
    Gott des Lebens:
  • Wir beten für die Kranken, für die Menschen, denen das Leben zur Last geworden ist, für die Menschen, die merken, dass sie bald sterben werden: dass sie Beistand erfahren, dass sie Abschied nehmen können und dass sie Vertrauen haben können, dass sie in dir Gott leben und leben werden. Gott des Lebens:

Pr.: Du Gott bist das Ziel unseres Lebens. In dir ist Frieden und vollkommene Freude. Wir danken dir, dass wir schon jetzt in diesem Licht leben dürfen, bis wir heimkommen zu dir. Amen.

31.10.2021: 31. Sonntag im Jahreskreis

Einführung:
Jesus ist gekommen, damit wir die Freude haben,
damit wir das Leben in Fülle haben, um uns zu retten,
um uns seinen Vater zu offenbaren.

So beschreibt er im Wort der Evangelisten seine Sendung.

Wir sind jetzt hier, damit wir uns daran erinnern und vergewissern;
damit wir uns gegenseitig bestärken,
damit wir neuen Mut fassen,
und weiter gehen auf dem Weg in der Nachfolge Jesu
und uns nicht beirren lassen von den vielen Stimmen,
die uns davon abbringen wollen.

Herr Jesus Christus;
du bist unser Erlöser und Heiland
du hast uns die Leibe des Vaters geoffenbart
du rettest uns vor dem ewigen Tod.

Ansprache:
Welche Menschen stehen oder standen ihnen besonders nahe?
Vater, Mutter, Geschwister, Ehepartner, Kinder, ganz besondere Freunde?

Manchmal kommt man dadurch in Konflikte:
Die eigene Mutter wünscht sich so sehr, dass man Weihnachten miteinander feiert. Der Ehepartner möchte lieber alleine mit der eigenen Familie feiern. Obwohl das keine besonders entscheidende Frage ist, kann es ziemlich schwierig werden, einen Weg zu finden, der niemanden enttäuscht.

Dieses Beispiel ist der Hintergrund für eine Überlegung zum heutigen Evangelium und zu den Lesungen.

Die 1. Lesung und das Evangelium benennen fast wortgleich, was für einen Juden das Wichtigste und Größte ist:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, leiben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft!

Die 2. Lesung aus dem Hebräerbrief ist nicht ganz so leicht aufzunehmen, wenn man sie nur hört. Es geht um Jesus Christus. Er ist der einzige, der in seinen Handlungen allein der Liebe zu Gott und zum Mitmenschen den Vorrang gab und deshalb nie für eigene Sünden um Vergebung bitten musste.

Die Liebe zu Gott – steht sie auch in Konflikt mit der Liebe zu anderen?
Das kann nicht sein: denn Gott ist der höchste, der einzige.

Es versteht sich von selbst, dass die Liebe zu ihm der oberste Wert ist. Sollte es je einen Konflikt geben zwischen der Liebe zu Gott und einer anderen Liebe, kann – jedenfalls grundsätzlich – nur die Liebe zu Gott den Vorrang haben.

Aber wie ist das nun praktisch: Was verlangt die Liebe zu Gott?

Die Liebe zu Gott verlangt von uns, dass wir alles, was wir tun, aus Liebe und mit Liebe tun:

Die Liebe ist das Höchste. Feindschaft, Bereicherung, Zorn, Gier, Rache, Gleichgültigkeit dürfen deshalb nicht unser Handeln und Tun bestimmen.

Gott lieben heißt: Die Liebe zum Leben und zum Lebendigen an die höchste Stelle setzen.

Den anderen lieben heißt: ich will auf dich schauen und hören, was du brauchst, damit es dir gut geht. Deshalb ist es schwer, wenn man manchmal in einen Konflikt gerät: Was immer auch tue, ich werde jemand enttäuschen, den ich nicht enttäuschen will.

Leicht ist es, wenn jemand etwas verlangt, was ich eindeutig ablehnen muss, weil es der Liebe widerspricht:
jemanden eine Falle zu stellen, zu verraten, einer anderen Schaden zuzufügen … .

Schwer ist es, wenn beides verständlich ist, wenn beides richtig sein kann – wie bei dem Beispiel am Anfang – das eigentlich nur der Ehepartner und die Mutter auflösen können – weil sie beide ihren Wunsch gegeneinander setzen.

Wenn nun aber beide unnachgiebig bleiben? Was dann?
Dann gilt es viele Gründe gegeneinander abzuwägen, die Situation genau einzuschätzen und eine Entscheidung zu treffen. Man wird versichern, dass man beide Seiten liebt, dass es einem schwer fällt, das entscheiden zu müssen, dass man auf jeden Fall auch dem anderen zeigt, wie sehr man ihn liebt.

Liebe Schwestern und Brüder,
wir alles wissen: es ist nicht immer möglich, klar zu entscheiden, was die Liebe fordert. So ist unser Leben. So sind wir. Vor solche unlösbaren Widersprüche werden wir gestellt. Wie schnell entstehen da negative Haltungen wie Zorn und Ärger und Missgunst und Ablehnung.

Umso wichtiger ist, dass wir immer wieder zur Ruhe kommen.
Umso wichtiger ist, dass wir innehalten und uns orientieren.
Umso wichtiger ist, dass wir der Stimme Raum geben, die zu uns spricht:
Du bist mein geliebtes Kind.

So werden wir immer wieder die Kraft finden, auf diese Stimme zu hören und aus Liebe zu handeln. Und hoffentlich werden wir selbst niemanden in eine Situation bringen, dass er zwischen zwei Lieben entscheiden muss.

Fürbitten:

Pr.: Schwestern und Brüder, wir Menschen sind geboren, damit wir der Liebe des Schöpfers antworten, der uns das Leben in diesem Universum geschenkt hat. Wir beten zu ihm:

  • Für alle, die sich nach Liebe sehnen: dass sie das Glück haben, Liebe zu empfangen und Liebe zu schenken.
  • Für alle, die sich bemühen, anderen Liebe zu zeigen: dass sie immer wieder bestärkt und ermutigt werden.
  • Für alle, die entmutigt sind und meinen, dass sich in der Welt die Stärkeren durchsetzen: dass sie wieder neu sehen lernen, wieviel Liebe zwischen den Menschen ist.
  • Für alle, die in der Politik nach Wegen suchen, dass niemand übersehen wird und alle ihren gerechten Anteil an den Gütern des Landes bekommen.
  • Für die gesamte Menschheit, dass unter uns die Bereitschaft wächst, Verantwortung zu übernehmen, damit nicht die Ärmsten dieser Erde durch den Wandel des Klimas den größten Schaden leiden.

Pr.: Himmlischer Vater, aus Liebe rufst du das Universum ins Sein. Aus Liebe schenkst du Pflanzen, Tieren und uns Menschen das Leben. Wir preisen dich und hören auf dein Gebot alle Tage unseres Lebens.

Amen.

24.10.2021: Sonntag der Weltmission

Einführung:
Heute ist der Weltmissionssonntag oder wie ich auch gerne sage: Sonntag der Weltkirche. Die katholischen Christen auf der ganzen Welt feiern heute zusammen diesen Tag und sammeln auch gemeinsam für die ärmsten Diözesen der Erde.

1926 hat Papst Pius XI den Oktober als Monat der Weltmission ins Leben gerufen. Dabei stand am Anfang sicher Mission als „Verbreitung des (katholischen) Glaubens“ im Mittelpunkt. Von diesem Verständnis von „Mission“ haben sich die Werke der katholischen Kirche glücklicherweise verabschiedet und haben den ursprünglichen Begriff der „Sendung“, wieder in den Blick genommen.

Heute steht die soziale und zunehmend auch politische Arbeit im Vordergrund. Um Frieden und Gewaltfreiheit geht es im diesjährigen Monat der Weltmission, der unter dem Motto steht „Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun“ (Gal 6,9). Das Leitwort ruft uns auf, nicht nachzulassen in unserem Bemühen um das Gute.

Kyrie
Herr Jesus Christus, du rufst uns, in deinem Namen die Welt zu gestalten.

Herr Jesus Christus, du sendest uns, in deinem Namen Barmherzigkeit zu bezeugen.

Herr Jesus Christus, du stärkst uns, in deinem Namen nicht müde zu werden, das Gute zu tun.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
die erste Lesung war aus dem Buch des Propheten Jeremia: Jeremia hatte sein Leben lang das Volk gewarnt, weil es nicht auf seinen Gott vertraute, sondern auf die Götter der anderen Völker hörte. Doch Israel hat nicht auf ihn gehört. All das Unheil, vor dem er sein Volk hatte warnen und bewahren wollen, ist eingetreten. Am Ende aber – mitten im Elend – hat Jeremia auch Trostworte für die Menschen seines Volkes: Der Herr wird sein Volk heimbringen und es werden Blinde und Lahme unter ihnen sein.

Das ist die Brücke zu der Geschichte von der Heilung des blinden Bartimäus: Jesus führt die Menschen zu Gott – unter ihnen auch Blinde, die doch als Menschen galten, die von Gott verstoßen waren.

Man kann nun sagen: Wir, die jetzt Christus nachfolgen, sind die, denen Jesus die Augen geöffnet hat, damit wir sehen: Was sehen?
Es geht nicht nur um das, was unsere Augen sehen – es geht um das, was wir mit den Augen unserer Seele sehen und wahrnehmen:
Dass diese Welt, das ganze Weltall gut ist, dass es aus Liebe ins Dasein gerufen wird; dass die Liebe das Größte ist und immer größer ist als der Hass und die Zerstörung.

Da uns also die Augen geöffnet wurden und wir wie der geheilte Bartimäus Jesus auf seinem Weg nachfolgen, sind wir gesandt, das Werk Jesu weiterzuführen: Es ist an uns, dass die Menschen lernen, darauf zu vertrauen, dass sie geliebt sind und dass dies das wichtigste ist, was man von einem Menschen sagen kann: Du bist geliebt!

Die Jesus Jünger, wir, die wir Kirche sind, wir sind gesandt:

Wenn wir Menschen das Augenlicht wieder schenken, wie das Christoffel Blindenwerk; wenn wir Gesundheitsstationen aufbauen, wie das fast alle sogenannten Missionare tun, wenn wir für die Jungen und vor allem auch die Mädchen Schulbildung ermöglichen,
leisten wir noch mehr als dass jemand gesund wird und lesen und schreiben und rechnen kann: Die Menschen erfahren: wir sind geliebt. Da ist jemand, dem es darum geht, was ich brauche. Da ist jemand, der will, dass es mir gut geht und der mich fragt, was er dazu tun kann. So wie Jesus gefragt hat: Was willst du, dass ich dir tue?

Liebe Schwestern und Brüder, die Geschichte von der Heilung des Bartimäus fügt sich gut zusammen mit dem Motto dieses Sonntags der Weltmission: „Hört nicht auf, das Gute zu tun!“ (Gal)

Im täglichen Miteinander in unseren Straßen, in den Arbeitsstellen, in der Familie und unter Freunden wollen wir beständig das Gute tun:
Damit das Licht der Hoffnung und des Vertrauens leuchtet.

In vielen Ländern hören Menschen, die von der Kirche gesandt sind nicht auf, Mädchen und jungen Frauen zu unterstützen, damit sie ihre oft tragischen Erlebnisse hinter sich lassen können und den Weg in eine gute Zukunft finden: Straßenkinder, vergewaltigte Mädchen, zur Prostitution gezwungene junge Frauen finden jemand, der ihnen helfen will, dass es ihnen besser geht, der sie liebt.

Die Kirche auf dem ganzen Erdkreis gibt heute ein unübersehbares Zeugnis, wenn in allen Gottesdiensten gesammelt wird, damit die 1.100 ärmsten Diözesen dieser Erde ihre Sendung erfüllen können, den Menschen die Augen für das wichtigste öffnen, dass es von ihnen zu sagen gibt: Du bist geliebt. Gott liebt dich. Deshalb sind wir da und fragen: Was brauchst du, damit es dir besser gehen wird. Beteiligen wir uns mit einer großzügigen Spende an dieser Solidaritätsaktion, damit die Augen geöffnet werden für Gottes Liebe.

17.10.2021: Kirchweih

Einführung:
Kirchweih – Wir haben eine Kirche, in der wir miteinander beten,
in der Kinder getauft werden, zur ersten Kommunion gehen, gefirmt werden, Hochzeitspaare heiraten in der wir unsere Verstorbenen verabschieden.

Und jeden Sonntag danken wir hier Gott, der uns in seine Kirche gerufen hat, dass er uns durch Jesus Christus in seinen Bund aufgenommen hat –
dass er uns Anteil gibt an seinem ewigen Leben.

Jeden Sonntag hören wir in dieser Kirche Jesu Botschaft,
und werden erinnert, was das wichtigste ist: LIEBE

Vergangenen Sonntag: Verkaufe, Gib alles den Armen.
Wem konnte ich in den vergangenen Tagen Gutes tun?

Dankbar dass wir anderen Gutes tun können, indem wir ihnen die frohe Botschaft verkünden

Ansprache:

Wir sind dankbar, für diese Kirche, unsere Pfarrkirche, in der wir uns versammeln können. Eines müssen wir allerdings zugeben:
Im Moment ist sie uns ein wenig zu groß – trotz den Abständen, die wir wegen Corona halten müssen. Ich fühle mich fast ein wenig verloren.

Warum das so ist? – Darüber könnten wir alle Bücher schreiben.

Ich frage anders herum:
Was können die Menschen bei uns in der Kirche finden?
Welche Gründe gibt es, dass Menschen kommen?

Ich bin geneigt zu antworten:
Wenn unsere Kirche endlich auf die Menschen zugehen würde, dann gäbe es Gründe. Die Treue zum Evangelium verlangt, dass wir unsere Regeln ändern. Die Kirche hat ja auch mit viel Mühe und verzögert gelernt, dass die allgemeinen Menschenrechte im christlichen Glauben wurzeln und kein abzulehnender Irrtum sind.
So müsste sie endlich lernen, dass es dem Evangelium entspricht, wenn verheiratete Männer Priester sein könnten, ebenso wie Frauen, dass Sexualität ein Geschenk Gottes ist und nicht der Einbruch der Sünde in die Schöpfung usw.

Aber: So sehr ich mir diese und andere Veränderungen in der Kirche wünsche und andere auch nicht:
Letztlich ist es kein Grund, um in die Kirche zu kommen.

Man könnte auch sagen: die Gottesdienste müssten begeisternder sein: die Musik, der Gesang, die Predigt, die Ausstrahlung der Priester ….
Auch das wünsche ich mir. Das würde vielleicht sogar manchen bewegen, zu kommen – aber: Geht man auf die Dauer, in die Kirche, weil jemand so gut predigt, weil die Musik so schön ist?

Welche Gründe gibt es nun, um in die Kirche zu kommen, um diese Gemeinschaft zu suchen?

Letztendlich gibt es nur einen Grund:
Ich glaube an Gott, an Jesus Christus, an den Heiligen Geist.

Liebe Schwestern und Brüder;
das Evangelium vom letzte und von diesem Kirchweihsonntag zeigen es uns:

Wer in seinem Leben sagt: es zählt, was ich besitze. Ich muss mein Leben absichern. Je mehr ich habe, desto besser ist es –
der hat keinen Grund in die Kirche zu kommen, denn die Botschaft ist anders: Liebe Gott und liebe den Nächsten, besonders den Armen, wie dich selbst. Teile deinen Besitz mit den Armen.

Wer aber wie Zachäus die Botschaft Jesu annimmt, dass Gottes Liebe zum Menschen das entscheidende ist und dass es deshalb darauf ankommt, Liebe zu geben – der hat einen Grund, um in der Kirche zu sein.

Denn in der Kirche danken wir Gott für das Leben,
wir kommen zu unserem Vater, der uns liebt,
wir holen uns Kraft, damit wir selbst Liebe schenken.

Liebe Schwestern und Brüder,
in die Kirche komme ich, weil ich an diese Botschaft glaube und weil ich so leben will in der Nachfolge Jesu Christi. Amen.

Fürbitten

Pr.: Himmlischer Vater, dankbar, dass wir deine geliebten Kinder sind und dass Du uns in Dein Volk berufen hast, beten wir:

  • Jesus hat den Zachäus gesehen und ihn nicht verurteilt. Wir beten für uns alle, dass wir in jedem Menschen das Gute sehen können.
  • Die Menschen haben über Jesus geschimpft, weil er bei einem Sünder eingekehrt ist. Wir beten für die Menschen, die andere verurteilen, dass sie lieber verzeihen und einen neuen Anfang schenken.
  • Zachäus wollte Jesus sehen und hören und stieg deshalb auf den Baum:
    Wir beten für die vielen Christen, die sich nicht mehr für Jesus interessieren, dass sie seine frohe Botschaft wieder neu entdecken.
  • Zachäus hat sein Leben geändert und hat mit den Armen geteilt.
    Wir beten für die Menschen, die im Überfluss leben ‑ so wie wir:
    Dass wir die Not der armen Menschen sehen und mit ihnen teilen.
  • In der Kirche sind wir Gäste am Tisch Jesu: Wir beten, dass die Christen überall auf der Welt durch dieses Mahl in der Nächstenliebe gestärkt werden.

Pr.: Himmlischer Vater, wir preisen dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

10.10.2021: 28. Sonntag im Jahreskreis

Einführung:
Ich will gut mit meinen Mitmenschen umgehen:
sie sollen merken, dass ich sie annehme, dass sie mir wichtig sind,
dass ich mir wünsche, dass es ihnen gut geht,

Das gelingt – hoffentlich – häufig – aber nicht immer.

Wenn ich für mein Versagen gerichtet werde –
wenn ich für meine Lieblosigkeit und meine Selbstsucht,
für meinen Stolz gerichtet werde – dann habe ich einiges an Strafe zu erwarten.

Wenn es ihnen genauso geht, dann sprechen sie jetzt mit mir:
Ich bekenne …

Herr, erbarme dich ….

GLoria

TAGESGEBET
Herr, unser Gott, komm uns mit deiner Hilfe entgegen
und bleibe bei uns:
Lass uns dein Wort im Herzen bewahren
damit immer bereit sind, das Gute zu tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Liebe Schwestern und Brüder,
Wer möchte in den Himmel kommen? Wer nicht?

Manche Menschen glauben, dass es gar keinen Himmel gibt.
Vielleicht auch, weil sich niemand vorstellen kann, wie es im Himmel ist.

Aus Erfahrung weiß ich, dass es keine Argumente gibt, die den anderen davon überzeugen können. Es geht ja um etwas, das wir nicht hören und sehen und tasten können und also nicht beweisen können. 

Aber weil eine Gemeinde von Christen sind, setze ich voraus, dass wir an das ewige Leben im Himmel glauben.

Der Mann, der zu Jesus kommt, möchte das ewige Leben gewinnen.
Er will es nicht dem Zufall überlassen. Er möchte sozusagen seine Eintrittskarte sicher haben. Es scheint so, er glaubt, dass Jesus ihm diese Eintrittskarte geben könnte. Deshalb kommt er zu ihm.

Zunächst erinnert ihn Jesus einfach an ganz selbstverständliche Gebote:
Treu sein in der Ehe, zur Familie halten, nicht betrügen und stehlen. ‑
Die meisten Menschen können das bestätigen – so wie der Mann.

Aber dann wird es schwierig: Jesus sagt: wenn du im Himmel sein willst, dann gib deinen ganzen Besitz den Armen. Oh je:
Alle Aktien verkaufen? Die Lebensversicherung? Die Wohnung, das Haus?

Wie geht es ihnen mit dieser Forderung? Ich vermute, dass die meisten unter uns wiederum ähnlich dem Mann reagieren:
Er ging traurig weg, denn er war sehr reich! Dieser Preis war ihm (ist uns) zu hoch.

Das Evangelium stellt klar:
Das Streben nach Besitz und Eigentum, der Reichtum passt nicht zum Himmelreich. Im Himmel gibt es kein Geld und kein Sparbuch und kein Grundbuchamt und keinen Notar.

Und weil wir uns – je mehr wir besitzen umso weniger ‑ vorstellen können, ohne Besitz zu leben, trifft uns der Satz ins Mark:
Ehe geht ein Tau durch ein Nadelöhr als ein Reicher in das Reich Gottes!

Dass ein Reicher sich auf den Weg macht, den Jesus zeigt, auf den Weg des Teilens und der Besitzlosigkeit ist absolut unwahrscheinlich.

Viel zu tief ist in uns verankert: ich muss Reserven haben.
ich muss vorsorgen. Ich muss mich absichern.

Wenn es so ist – das wird den Jüngern klar: Dann ist das Himmelreich fast für jeden verschlossen – denn ganz ohne Besitz möchte niemand leben.

Jesus sagt dann erst den alles entscheidenden Satz:

Für Menschen ist es unmöglich, das ewige Leben zu gewinnen –
aber nicht für Gott! Für Gott ist alles möglich.

Liebe Schwestern und Brüder,
diese Überlegungen führen für mich zu drei Einsichten:

1. Das ewige Leben kann ich mir nicht verdienen und es nicht gewinnen wie einen Preis für mein Lebenswerk. Gott will es mir schenken, weil er mich liebt, weil ich sein Kind bin. Da kann ich nun gar nicht so viel falsch machen.

2. Das Streben nach immer mehr Besitz und Eigentum führt von Gott weg und nicht zu Gott hin. Weder das ewige Leben noch das irdische Leben kann ich mir kaufen. Das Glück kann ich mir nicht kaufen. Glück besteht nicht darin, immer mehr zu besitzen, sondern darin, zu lieben: Gott, den Mitmenschen wie sich selbst.

3. Das was ich als mein Eigentum betrachte, ist in Wahrheit das, was andere nicht haben, besonders die, die sehr wenig oder nichts besitzen.

Ich kann die Augen nicht davor verschließen, dass das zusammenhängt.
Würde ich auf Eigentum und Einkommen verzichten, könnten es Ärmere bekommen. Daraus folgt: Je mehr ich besitze, desto mehr fehlt den anderen und desto mehr habe ich die Schuldigkeit, es ihnen zurückzugeben. Liebe Schwestern und Brüder: Gott – so sagt es der Johannesbrief ‑ ist die Liebe. Aus Liebe teilt Gott sein Leben mit uns – wollen wir sein Ebenbild sein, werden wir es ihm gleich tun und mit den Mitmenschen teilen – besonders mit denen, die weniger haben als wir selbst.

FÜRBITTEN

Pr.: Zu Gott, der alles mit uns teilt, seine Leben und seine Liebe beten wir:

A:    Herr, schenke Ihnen deine Liebe.

  • Viele meinen, dass sie nur etwas wert sind, wenn sie möglichst viel besitzen.
    Guter Vater wir bitten für sie,
    weil wichtiger ist dass wir mit anderen teilen.

A:    Herr, schenke Ihnen deine Liebe.

  • Gott, manche meinen, sie müssen sich deine Liebe verdienen ‑ durch gute Werke und durch viele Gebete:
    Guter Vater, wir beten für sie, weil du uns einfach liebst,
    weil wir deine Kinder sind.

A:    Herr, schenke Ihnen deine Liebe.

  • Viele Kinder und auch ihre Eltern müssen Hunger leiden, während andere sich alles aussuchen können:
    Guter Vater wir beten für sie,  weil du willst,
    dass niemand Hunger leiden muss
    und dass die Erde alle Menschen ernährt.

A:    Herr, schenke Ihnen deine Liebe.

  • Viele denken nicht mehr daran, was Gott von ihnen will
    und was sie für andere tun können.
    Guter Vater wir beten für sie, weil du willst, dass wir in Frieden leben,
    dass es gerecht zugeht und dass wir Achtung vor jedem anderen haben.

A:    Herr, schenke Ihnen deine Liebe.

Pr.: Gott, unser Vater, erfülle uns mit deinem Geist. Wir loben dich und preisen dich jetzt und in Ewigkeit. Amen.

03.10.2021: 27. Sonntag im Jahreskreis (Erntedank)

Wir feiern heute Erntedank.
Dank gebührt den Frauen und Männer, die säen, pflegen und ernten.
Doch froh und dankbar dürfen wir auch sein, dass die Erde uns ernährt
dass das Klima günstig ist.
Dank gebührt auch denen, die die Früchte der Erde so schön hier in der Kirche darbieten.

Unter uns sind heute auch Ehepaare, die heuer oder im vergangenen Jahr 10 oder 25 oder 40 oder 50 oder noch mehr Jahre verheiratet sind.

Auch dafür danken wir: für das Geschenk der Liebe und für die Kunst, diese Liebe zu erhalten und zu pflegen.

Tagesgebet
Gott, himmlischer Vater
wir leben, weil du uns das Leben gibst.
Du versprichst uns unvergängliches Leben
und Anteil an deiner Vollkommenheit.
Vergib uns unsere Unzulänglichkeit
und schenke uns Frieden,
den nur du geben kannst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

zum diesem Gottesdienst wurden Ehepaare eingeladen, die im vergangenen Jahr oder heuer ein Ehejubiläum feiern durften.

Die Lesungstexte habe ich nicht deswegen ausgesucht, sondern sie treffen heute und passen natürlich genau zu diesem Anlass.

Ich könnte mir denken, dass einige der Ehepaare, die heute gekommen sind, dieses Evangelium auch für die Hochzeitsmesse ausgewählt haben – weil sie sich gewünscht haben und alles dafür tun wollten, dass ihre Verbindung stabil bleibt und sich ihre Einheit immer mehr vertieft.

Das Evangelium zitiert das Buch Genesis, in dem so bildlich erzählt wird, wie sich der Mensch (Erdling) über die Menschin freut, die in der Bibel dann Eva genannt wird.

Schon da heißt es: Sie werden ein Fleisch sein.

Wir dürfen diese biblische Geschichte nicht falsch verstehen: „Ein Fleisch“
spielt gar nicht auf die Sexualität an, sondern darauf, dass zwischen der Frau und dem Mann eine Einheit entsteht, die darauf beruht, dass beide Menschen sind: mit allem, was den Menschen zum Menschen macht:
Liebesfähigkeit, Verstand, Einfühlungsvermögen, Barmherzigkeit – dies alles macht den Menschen zum Ebenbild Gottes.

Schon gar nicht dürfen wir falsch auslegen, wie die Bibel erzählt, dass Gott die Menschin aus einer Rippe des Menschen geschaffen habe. Damit ist gesagt, dass die beiden eines Wesens sind.

Und zu guter Letzt: Bald werden Menschin und Mensch – die von der Erde genommenen – mit den Namen Adam und Eva genannt:
Beide sind eben einzigartig, gleich in ihrem Menschsein, aber doch einzig in ihrer Person: Weils sie als Person verschieden sind, können sie eine Einheit bilden – etwas neues:

Jeder behält seine einzigartige Persönlichkeit, seine Eigenarten, seine ureigenste Weise, der Welt zu begegnen und die Welt wahrzunehmen und sich zur Welt zu verhalten. Aber dieses Verschiedenheit ergänzt sich gegenseitig, so dass eine Einheit entsteht, etwas neues, das jede der beiden Personen verändert und prägt und an den anderen bindet.

Wahrscheinlich können die verheirateten unter ihnen dies wesentlich lebendiger und persönlicher beschreiben: wie beglückend diese neue Einheit sein kann und wie mühsam es sein kann, diese Einheit aus zwei verschiedenen immer wieder zu bilden, zu vertiefen und auch Risse, die sich bilden können heilen zu lassen.

Viele Ehepaare dürfen sich freuen, dass sie diesen Weg 10 Jahre lang, 25, oder 40 oder 50 Jahre oder noch länger miteinander gegangen sind und gehen konnten.
Sie dürfen sich freuen an der Einheit, an der Gemeinsamkeit,
an der gegenseitigen Unterstützung, an der Partnerin und ihrer Besonderheit, die ein großer Reichtum ist.

Sie dürfen sich freuen, an dem Guten, das durch ihre Ehe entstanden ist:

Dieser Gottesdienst trifft mit dem Erntedankfest zusammen. Wir danken für die Früchte der Erde, die wir genießen und die wir als Gottes Gaben annehmen.

Genauso wahr ist es, dass ihre Einheit und ihr Bund der Liebe durch Gottes Kraft gewachsen ist: der gute Geist Gottes wirkt in ihnen und durch sie, und führt sie gemeinsam und schenkt ihnen das Glück und den Reichtum der gegenseitigen Liebe.

Ich möchte gerne mit ihnen und für sie beten, dass Gottes Segen bei ihnen bleibt und auf ihnen ruht, damit sie ihren gemeinsamen Weg weitergehen und einander Stütze und Halt sein können.

Fürbitten

Pr.: Gott unsere Vater, hat uns durch seinen Sohn mit sich ver­söhnt. Zu ihm beten wir:

Schenke ihnen dein Erbarmen.

  • Für die Kirche: Befreie uns von Angst und Furcht und mache uns offen für die Fragen, Nöte und Hoffnungen der Menschen.

A     Schenke ihnen dein Erbarmen.

  • Für jene Eheleute, die es schwer miteinander haben, die sich fremd geworden sind und miteinander um einen neuen Weg ringen.
  • Für die Eheleute, die dir heute für ihre Liebe in vielen Jahren danken und die hoffen, dass sie noch lange Zeit in Gesundheit und Frieden zusammen sind.
  • Für alle, die in unserer Gesellschaft an den Rand geraten sind, für die Arbeitslosen und für jene, die keine Kraft zum Neuanfang mehr haben.
  • Für die Menschen, deren Leben dem Ende zugeht, die von Ängsten und Schmerzen geplagt sind.

Pr.: Gott unseres Lebens, dein Sohn bahnt uns den Weg zu dir. Für ihn danken wir dir, heute und morgen, in Zeit und Ewigkeit. Amen.

26.09.2021: 26. Sonntag im Jahreskreis

Gott hat Gutes in den Menschen gelegt und sein guter Geist wirkt – nicht nur in den Getauften.

Ja, noch einmal: Gottes guter Geist wirkt auch in den Indigenen, in Muslimen und Hindus, in Buddhisten und in jeglichem Menschen auf der Erde – davon spricht die Lesung aus dem Buch Numeri, von Eldad und Medad, die zum Sprachrohr Gottes wurden – obwohl sie nicht zum Offenbarungszelt gegangen waren.

Und genauso wahr ist: Menschen jeglicher Herkunft und jeglichen Glaubens wenden sich gegen den guten Geist Gottes und säen Misstrauen und Gewalt und verfolgen das Ziel, möglichst viel Macht und Besitz an sich zu ziehen – leider auch Christen!

Davon redet die Lesung aus dem Jakobusbrief und auch der Abschnitt aus dem Markusevangelium.

Den guten Geist Gottes kann man nicht einsperren, sondern er ist überall, wo Menschen miteinander leben und sich gegenseitig unterstützen und zusammenstehen:

Wenn jemand die Gabe und Kunst hat, Menschen von dem zu befreien, was ihnen das Leben beschwert: von Krankheit, von Not und von Unterdrückung – dann wirkt Gottes guter Geist.

Wenn aber jemand – und sei er Priester oder Bischof, Mutter oder Vater – anfängt, anderen Menschen Schaden zuzufügen und damit den Glauben an Gottes guten Geist in Gefahr bringt, dann muss man ihm widerstehen.

Liebe christliche Gemeinde, das Markusevangelium warnt und mahnt mit extrem zugespitzter Sprache:
Lass auf keinen Fall zu, dass jemand oder etwas dich davon abhält, auf Gottes guten Geist zu hören – was und wer immer es auch sei. Denn Gott ist das höchste Gut – ihn zu verlieren heißt, sich selbst zu verlieren.

Wie der Apostel Jakobus möchte ich gerne diese Warnung des Evangeliums auf konkrete Herausforderungen unserer Zeit anwenden:

Es kann und darf nicht sein, dass Menschen 40 Stunden in der Woche arbeiten und ihr Verdienst reicht nicht für Wohnung und Nahrung und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Ihnen wird ihr gerechter Lohn vorenthalten und es ist ein himmelschreiendes Unrecht, wenn Menschen, die das Vielfache von dem haben, was sie brauchen, nicht bereit sind, auf etwas zu verzichten, damit diese Menschen gerechten Lohn erhalten.

Es darf nicht sein, dass wir zusehen (müssen), wie jeden Tag Menschen auf der Suche nach einem Ort, an dem sie leben können, getötet werden, erfrieren, ertrinken, verdursten oder verhungern.

Es darf nicht sein, dass wir einen Lebensstil pflegen, der dazu führt, dass die Küstengebiete dieser Erde – Lebensraum für Millionen Menschen – im Wasser versinken werden und trotzdem diese Menschen alleine lassen.

Es darf nicht sein, dass die Menschheit jedes Jahr hunderte Milliarden für tödliche Waffen ausgibt, statt mit dem gleichen Geld die Ursachen der Kriege zu bekämpfen: den Hunger, die gegenseitigen Verdächtigungen, die ungerechte Verteilung der Schätze eines Landes.

Liebe Schwestern und Brüder,
jeden Tag erklärt man uns, dies alles sei unvermeidlich, man erklärt uns, dass gerechter Lohn der Wirtschaft schaden würde, dass bezahlbarer Wohnraum die Eigentümer berauben und die Schaffung von Wohnraum behindern würde, man erklärt uns, dass Waffen Frieden und Sicherheit brächten.

Letztlich erklärt man uns, dass man mit Konkurrenz und Selbstsucht und mit Gewalt weiter kommt als mit Gerechtigkeit und Liebe. Man erklärt uns, dass Gott in dieser Welt nichts zu sagen habe. ‑ Aber wer dann?

Wir sollten uns nicht in die Irre führen lassen:
dieser Weg bringt Leid und Verderben. Leben und Segen und Frieden bringt Gottes guter Geist:
der Geist, der die Menschen antreibt, füreinander zu sorgen und gemeinsam Probleme zu lösen und die Menschen von dem zu befreien, was sie bedrückt.

19.09.2021: 25. Sonntag im Jahreskreis

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Was haben wir in der vergangenen Woche alles erlebt?
Gab es Erfolgserlebnisse? Enttäuschungen?
Gab es Streit und Auseinandersetzungen?

Oft vergleichen wir uns mit anderen;
wollen uns behaupten, wollen besser dastehen,
Wir urteilen und beurteilen uns selbst und andere.

Und wir wollen möglichst besser dastehen als andere – selbst, wenn wir von einem anderen sagen, dass es dem nur um sich selbst geht.

Jetzt aber stellen wir uns vor Gott hin – und bitten ihn um sein Erbarmen;
das wir selbst genauso nötig haben. Er ist es, der allein urteilt, was gut ist und wie es gut werden kann:

Tagesgebet:
Heiliger Gott,
du hast uns geboten,
dich und den Mitmenschen zu lieben.
Gib uns Kraft, dieses Gebot treu zu befolgen,
damit wir schon in dieser Welt
ein Abbild des Himmels sehen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Fürbitten

Pr.: Jesus Christus hat den Menschen gedient und gefragt: Was willst du, das ich dir tun soll? So beten wir nun angetrieben von seinem Geist:

  • Wir beten für Krankenschwestern und Pfleger, für Ärztinnen und Ärzte,
    die bis zur Erschöpfung arbeiten, damit die Menschen wieder gesund werden.
  • Wir beten für die Reinigungskräfte, für Hausmeister und für die Bedienungen in der Gastronomie, die sich das Dienen zum Beruf gemacht haben.
  • Wir beten für die Beschäftigen in der Straßenreinigung, für die Müllwerker und für alle, die unsere Stadt sauber halten.
  • Wir beten für die Landwirte und für alle, die unsere Nahrungsmittel mit viel Sorgfalt und Wissenschaft herstellen.
  • Wir beten für die Beschäftigten in den Stadtwerken, für Polizisten, Feuerwehrleute und für alle Frauen und Männer, die dafür sorgen, dass wir gut und sicher leben können.
  • Wir beten für die vielen Menschen, die sich freiwillig und umsonst dafür einsetzen, dass es anderen Menschen besser geht.

Pr.: Guter Gott, himmlischer Vater wir preisen dich für Jesus: Er hat gelebt, um uns mit dir zu versöhnen. Er ist dafür gestorben, dass wir Frieden in uns haben und damit dein Reich, das Reich der Versöhnung und der barmherzigen Liebe gegenwärtig ist.
Wir danken dir in Ewigkeit. Amen.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Wie soll ich über diese Jünger – die Zwölf! – wohlgemerkt denken?
Jesus vertraut sich ihnen an – er will sie darauf vorbereiten, was ihm bevorsteht – und sie:
Sie sprechen miteinander darüber, wer von ihnen der Größte sei!

Leider sind die Jünger Jesu heute nicht besser als die Zwölf damals:

Wir nennen uns Christen. Wir glauben, dass Jesus von Gott gekommen ist,
wir glauben, dass er uns Vorbild ist: Aber schauen wir darauf, was es in unserer Mitte gibt:

Es gibt Leute in der Kirche, die wollen nach oben kommen und überlegen, mit wem sie sich dafür gut stellen müssen. Sie achten auch darauf, dass sie die richtige Meinung vertreten, damit sie nicht bei denen Anstoß erregen, die für ihren Weg wichtig sein könnten.

Und ja: die oben angekommen sind, bezeichnen ihre Tätigkeit und ihr Amt zwar als Dienst – aber sie belehren, sie erlassen Regeln, sie setzen die Regeln durch, sie verhindern Veränderungen, sie reden fast nur noch untereinander und schauen nicht mehr auf die Nöte im Volk Gottes – und hoffen, dass der Weg noch weiter nach oben führt.

Dienen heißt aber doch etwas anderes: zugespitzt heißt „Dienen“, dem anderen die Füße waschen! Dem anderen bei Tisch bedienen, die Not sehen und helfen – das heißt dem anderen dienen.

Diese Kunst, dem anderen zu „Dienen“, ist von denen gefragt, die Jesus nachfolgen, die an ihn glauben: einander dienen – nicht nur in der Familie, nicht nur in der Gemeinde, sondern jedem Menschen.

Wenn wir als Deutschland heute unsere Stellung in Europa bestimmen wollen und Europa seine Rolle in der Welt finden soll, gilt das Gleiche:

Wir sollten nicht darum wetteifern, wer dem anderen seinen Willen aufzwingen kann, wer bestimmen kann, welche Politik der andere verfolgt, wer eben der Größte ist: China oder Europa oder Russland oder die USA – wer ist der mächtigste?

Durch dieses Denken, durch diese Ausrichtung der Politik geraten die Länder aus dem Blick, die Not leiden und die oft genau deshalb Not leiden, weil die mächtigeren Staaten sie für ihre Zwecke einspannen.

Wenn der Geist Jesu unser Denken und Handeln bestimmt, beschäftigt uns zum Beispiel die Frage: Wie können wir den Ländern in der Sahelzone helfen, dass sie Lebensraum finden und Lebensbedingungen, in denen ein Leben in Würde möglich ist.

Dieser Geist treibt in unserer Stadt den Verein „Strohhalm“ an, dafür zu sorgen, dass in Regensburg niemand hungern muss und jeder anständig gekleidet sein kann.

Der Geist Jesu weckt in uns das Streben, dass wir das Miteinander der Menschen und Staaten so gestalten, dass auch der Schwächere seinen Beitrag leisten kann und seinen gerechten Anteil bekommt.

Durch ein solches Verhalten in der Familie, in der Nachbarschaft, in den Betrieben und zwischen den Ländern dieser Erde entsteht etwas Neues:
Eine Verbundenheit, eine Freundschaft, ein Verständnis. Das ist der Boden, wo Friede unter den Menschen wachsen kann.

Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus nimmt zum Schluss ein Kind: Kinder waren damals nicht viel mehr wert als billige Arbeitssklaven; sie hatten keine Rechte und wurden herumgescheucht. Jesus sagt: Wer ein solches Kind aufnimmt, der nimmt mich auf und nicht nur mich, sondern auch den der mich gesandt hat.

So drückt Markus das aus, was wir auch von Mt. Kennen:

Was ihr den Geringsten, den Hungernden, den Gefangenen, den Nackten Gutes tut, das tut ihr mir.

Liebe Schwestern und Brüder, hören wir auf, darüber nachzudenken, wer besser ist, wer mehr Rechte hat und wie man mehr Einfluss gewinnen kann. Hören wir auf mit Eifersucht und Krieg und Streit.

Fangen wir an oder verstärken wir unsere Anstrengungen, einander zu dienen: mit unserer Kraft, mit unserem Hab und Gut und mit unserem Geist, dem anderen zu helfen, damit es ihm besser geht. Dann tragen wir den Namen „Christ“ zurecht.