02.02.25: Darstellung des Herrn

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Ansprache:
Was Maria und Josef in dieser Erzählung des Lukasevangeliums erleben müssen, ist eigentlich brutal:

Dieser Simeon, alt und betagt, kommt zu der Heiligen Handlung dazu,
spricht einen wundervollen Lobpreis, der bis heute zu unserem Gebetsschatz gehört.

Meine Augen haben das Heil gesehen! Jesus ist ein Licht – sogar für die Völker und er bringt Israel Herrlichkeit. Dann segnet er Mutter und Vater des Kindes und hängt dann diese Drohung an:

Jesus bringt in Israel viele zu Fall und richtet viele auf;
man wird ihm widersprechen.
Dir wird ein Schwert durch die Seele dringen.
Die guten und bösen Gedanken vieler Menschen sollen offenbar werden.

Wie verstört muss Maria, muss Josef dadurch gewesen sein!
Ist der Mann irre, die Eltern des Kindes in eine solche Achterbahn der Gefühle zu schicken?

An dieser Stelle muss ich meine Gedanken bremsen und mich erinnern, dass das Evangelium Jesus verkünden will. Und was alle wussten ist: Jesus starb den Tod am Kreuz. Aber die Jünger Jesu verkündeten, dass er der Messias ist, durch den Gott die Menschen mit sich versöhnt, ihnen alle Schuld vergibt und ewiges Leben schenkt.

Die Botschaft lautet: Der Gekreuzigte ist das Licht der Welt! Und genauso umgekehrt: Das Licht der Welt ist gekreuzigt worden.

Davon ist nicht die Rede, als die Engel den Hirten die Geburt Jesu verkündeten. Eine zarte Andeutung war, dass Jesus in eine Futterkrippe gelegt worden war, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

Jetzt spricht das Evangelium zum ersten Mal fast unverhohlen darüber, dass Jesus nicht wie ein Superheld die Welt auf seine Seite zieht, sondern dass die Menschen ihn schwierig finden und sogar töten, weil sie aus seinen Reden Anmaßung und Gotteslästerung heraushören.

Lukas erzählt also nicht eine verstörende Episode im Leben der jungen heiligen Familie, sondern er predigt darüber, dass Jesus das Licht der Welt ist, dass er das Heil bringt. Wer die Stimme Gottes aus Jesus sprechen hört, der kann in Frieden sterben – und leben,
weil er daran glaubt, dass Gott Heil schenkt: Leben in Fülle!

Und Lukas gibt dem traurigen Schicksal, das Jesus bevorsteht einen ersten Sinn: Die Gedanken vieler Menschen sollen offenbar werden.

An Jesus scheiden sich die Geister:

Seine Jünger erkennen in ihm die Liebe Gottes,
seine Feinde hören nur Anmaßung und Gotteslästerung und die Gefahr des Abfalls vom Glauben der Vorfahren.

Damit sind wir aber mitten in unserer heutigen Lage:

Viele ignorieren Jesus;
viele verstehen die christlichen Symbole, die sich überall finden, nicht;
Viele lehnen in und die Verkündigung der Kirchen ab und sagen, dass man das alles nicht glauben kann.

Viele aber glauben an ihn. Sie hören das göttliche in seiner Botschaft,
sie erkennen die Zuneigung zu den Menschen,
sie wollen den Weg der Mitmenschlichkeit gehen, den Jesus vorgelebt hat.

Was in unserer Zeit nicht mehr möglich ist:
Mitläufertum – irgendwie dabei sein, weil es sich gehört! Das funktioniert nicht mehr. Wenn wir uns heute zu Jesus bekennen, dann tun wir das aus bewusster Überzeugung.

Unsere Bischöfe sollen darauf achten, dass sie das Glauben nicht unnötig und mit falschen Gründen erschweren – im Gegenteil: Sie sollen die Menschen in die Freiheit des Christenmenschen führen.

Fürbitten

Lektor/in: Herr Jesus Christus, du bist das Licht der Welt. Wir rufen zu dir:

  • Sei du das Licht für die Kinder, die heuer in unserer Kirche getauft werden und für die Jungen und Mädchen, die sich auf Erstkommunion und Firmung vorbereiten: Bring ihnen auch durch uns das Licht des Glaubens, damit sie immer an deine Liebe glauben.
  • Pr:  Christus, höre uns                A:    Christus, erhöre uns
  • Sei du das Licht im Dunkel des Terrors, der Kriege und der Bürgerkriege: Bring auch durch uns Hoffnung und Erlösung für die Menschen in Afghanistan, in Palästina, in der Ukraine und überall, wo die Gewalt das Sagen hat.
  • Pr:  Christus, höre uns                A:    Christus, erhöre uns
  • Sei du das Licht im Dunkel von Neid, Feindschaft und Hass: Bring auch durch uns Versöhnung in verfeindete Nachbar­schaften, Verwandtschaften und Gemeinden.
  • Pr:  Christus, höre uns                A:    Christus, erhöre uns
  • Sei du das Licht im Dunkel von Hunger, Durst, Krankheit und Armut: Bring auch durch uns Hilfe zu den Menschen in Not.
  • Pr:  Christus, höre uns                A:    Christus, erhöre uns
  • Sei du das Licht im Dunkel von Trauer, Depression, Verlassenheit und Tod: Bring auch durch uns Licht zu Menschen, die nur noch das Dunkel sehen.
  • Pr:  Christus, höre uns                A:    Christus, erhöre uns

Lektor/in: Dann können wir dich preisen als das Licht, die Wärme und die Hoffnung unserer Welt: Jesus Christus, unser Freund und Bruder, heute und in Ewigkeit.

26.01.25: 3. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Wann mussten sie das letzte Mal weinen?

Auch Tiere weinen. Tränen sind ganz verschieden:
Schmerzen, Freude, Trauer und Scham, Rührung, Wut und Reue – all das kann Tränen auslösen.

Niemand braucht sich seiner Tränen zu schämen.
Auch Jesus weinte und seine Botschaft berührte viele ganz tief, so dass sie staunten.

Jesus, deine Botschaft weckt Vertrauen

Jesus Deine Botschaft macht Mut

Jesus Deine Botschaft bringt uns Trost.

Liebe Schwestern und Brüder,
Das Volk Israel durfte zweimal in seiner Geschichte erleben, dass es nach langer Zeit in dem Land, in dem Abraham seine Zelte aufgeschlagen hatte wieder einen eigenen Staat gründen durfte.
Von der ersten Rückkehr aus der Gefangenschaft in Babylon haben wir gerade gehört. Sie kehrten in eine geschleifte Stadt zurück. Der Palast des Königs, der Tempel Gottes, die Häuser in den Straßen Jerusalems – nur Trümmer und Ruinen waren davon übriggeblieben.

So wie in vielen Staaten Europas nach dem 2. Weltkrieg und heute in der Ukraine, in Syrien, im Gazastreifen.

Die Israeliten kehrten zurück.  Der Schrecken ist vorbei. Es kann etwas Neues entstehen. Auch in Europa haben einige Länder nach dem Krieg ganz neu begonnen und beginnen müssen:

In Deutschland machte man sich daran, im Grundgesetz die wichtigsten Werte und Regeln der neuen BRD zu formulieren. Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott formulierte man:
„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“

Israel fand in den Trümmern Jerusalems die Weisung des Moses, das Bundesgesetz des Sinaibundes. Diese Weisung, die Israel zu Freiheit und Frieden führen sollte, wurde vorgelesen und erklärt. Es wird ähnlich beschrieben wie unser Wortgottesdienst.

Es heißt: die Leute fingen dabei zu weinen an.

Dieses Weinen beschäftigt mich: Weinten die Leute vor Glück und Freude – oder vor Ergriffenheit – oder vor Scham, weil diese Gebote alle nicht nur übertreten, sondern missachtet worden waren?

Vielleicht und wahrscheinlich kommt alles das zusammen:
Freude über die Rückkehr, der Schreck über die Trümmer, die Ergriffenheit von der zu Herzen gehenden Wahrheit dieser Weisung, die Scham über das Versagen in der Vergangenheit.

Und wir heute?

Ich würde mir wünschen, dass wir auch manchmal zu weinen anfangen würden, wenn wir das Evangelium von Jesus hören.

Der Geist des Herrn ruht auf mir.
Der Herr hat mich gesalbt und gesandt,
damit ich den Armen eine frohe Botschaft verkünde,

Die Armen – das sind wir Menschen, die nicht auf Reichtum und Macht setzen, sondern Gott für das Leben danken.

damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde

Die Gefangenen sind nicht nur im Gefängnis: Sie sind in der Angst gefangen, Gott nicht zu genügen und ihm nicht zu gefallen.

und den Blinden das Augenlicht.

Die Blinden sind nicht nur die Sehbehinderten, sondern die Menschen, die nicht erkennen, wie Gottes Kraft in der Welt Heil wirkt;

Damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setzt
und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe!

Die Zerschlagenen sind nicht die verprügelten, sondern die,
denen jede Hoffnung genommen ist.

Liebe Schwestern und Brüder,

Dann sagt Jesus:
Heute hat sich das Schriftwort erfüllt:

Gott schenkt seine Güte,
ihr könnt ihm vertrauen,
ihr könnt sehen, wie Gottes Kraft wirkt,
Und ihr dürft Hoffen und zuversichtlich leben!

Es ist eine zu Herzen gehende Botschaft, die das Herz wärmt,
und die Starre löst.

Das Gnadenjahr des Herrn ist damals angebrochen und es wird nie zu Ende gehen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, unser Vater, du hast uns in dein Volk berufen, und nimmst uns auf in den Reich der Liebe. Wir bitten dich, weil wir dir vertrauen.

L/A: Herr, erhöre unser Rufen

  • Für die Menschen, die in ihrem Leben keinen Sinn erkennen können. Dass sie erkennen, dass du sie in dein Reich berufen hast!
  • Für alle Getauften, die das Evangelium hören: dass sie davon berührt und durchdrungen werden.
  • Für unsere Welt, in der die Selbstsüchtigen und Rücksichts­losen die Macht an sich reißen: dass wir umkehren und so dem Unheil der Willkür uns Sinnlosigkeit entgehen.
  • Für die jungen Menschen am Beginn ihres Arbeitslebens: dass sie eine Arbeitsstelle finden und dass sie den tieferen Sinn ihrer Arbeit erkennen.
  • Für alle Getauften: dass wir den Ruf Christi hören und ihm folgen und so zur Einheit zurückfinden.

Lektor/in: Gott, du hast uns deine Liebe und deine Macht geoffenbart. Wir preisen dich heute und unser ganzes Leben im Heiligen Geist.

19.01.25: 2. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder Jesu Christi,
dankbar darf ich mit Ihnen Messe feiern in der unser Glaube Nahrung findet und unsere Hoffnung gestärkt wird.

Was haben Sie in den letzten Tagen Schönes erlebt?
Wofür sind Sie dankbar?
Was hat sie gefreut?
Wenn Sie hernach aus der Kirche kommen, erzählen Sie einander davon!

Grüßen wir Jesus Christus, der uns mit seiner Freude erfüllt.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Am 1. Tag bekannte Johannes, dass er nicht der Messias ist.
Am 2. Tag kam Jesus und ließ sich von ihm taufen.
Am 3. Tag wies Johannes zwei seiner Jünger auf Jesus, das Lamm gottes hin.
Am 4. Tag berief Jesus Philippus und Nathanael.
3 Tage später – also am 7. Tag war die Hochzeit in Kana in Galiläa.

Im Johannesevangelium spielen Zahlen eine große Rolle. Sie sind sehr oft als Anspielungen und Andeutungen zu verstehen. Dahinter stehen Botschaften, die Kundige verstehen können. Leider können wir nicht mehr alle diese Botschaften entschlüsseln. Hier aber fällt auf:

Das Evangelium macht einen Sprung von 3 Tagen zur Erzählung von der Hochzeit. – Am dritten Tag erschien Jesus den Jüngern als Auferstandener und sie erkannten ihn endgültig als Sohn Gottes.
An dieser Stelle am Anfang der Erzählungen über Jesus schreibt das Evangelium: „- „am dritten Tag offenbarte Jesus seine Herrlichkeit“.

Vom Beginn der Erzählung des Evangeliums ist es der 7. Tag.
Der 7. Tag ist auch der Tag an dem Gott die Schöpfung vollendete und ruhte.
Dieses Rätsel lässt sich lösen: Jesus vollendet den Plan Gottes:
Er schenkt den Menschen ewiges Leben – und hält keineswegs Gericht über sie!

Von der Hochzeit ist noch gar nicht die Rede gewesen – aber schon die Zählung der Tage ist eine Predigt über Jesus, der den Gott Israels zärtlich „abba“, lieber Papa anspricht.

Dann beginnt die Erzählung von der Hochzeit. Wer heiratet eigentlich? Bräutigam und Braut werden nicht benannt. Nur, dass Ihnen der Wein ausgeht. Gott hat mit dem Volk Israel einen Liebesbund geschlossen – doch dieser Bund ist freudlos und leer geworden. Statt von Liebe ist vom Gesetz die Rede. Das Hochzeitspaar – das ist Gott und sein Volk.

Maria erkennt die Leere, den Mangel, die Lieblosigkeit und setzt Jesus auf diese Spur. Jesus ist dafür da, dass die Liebe und die Freude in dem Bund Gottes mit den Menschen zurückkehren.

Weil erst am dritten Tag nach seinem Tod die Herrlichkeit Gottes in Jesus offenbart wird, sagt Jesus: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen!“

Maria aber weiß: „Was er euch sagt, das tut!“
Wer Jesus folgt und auf ihn hört, in dem wird der Liebesbund Gottes wieder lebendig – der kann sogar selbst den Wein der Freude anderen reichen.“

Übrigens waren es sechs Krüge – ist es ein Zufall, dass die gleiche Zahl an Tagen genannt wird, in den Gott durch sein Wort die ganze Schöpfung ins Dasein rief?

Sodann stellt der Festverantwortliche fest, dass der Wein jetzt viel besser ist als der zuerst ausgeteilte Wein! Verbirgt sich in der Person des Speisemeister auch ein Rätsel? – Ich weiß es nicht.

Sehr schnell kommt das Evangelium dann zum Schluss und zum Höhepunkt:

So offenbarte Jesus in seinem ersten Zeichen seine Herrlichkeit.
Wenn er am Ende den Jüngern als Auferstandener erscheint, ist es kein Zeichen mehr, sondern Gegenwart.

Den Sinn und Zweck dieses Zeichens erfahren wir auch:

Seine Jünger glaubten an ihn.

Liebe christliche Gemeinde,
Der Bund Gottes mit seiner Braut, dem Menschengeschlecht,
ist gefüllt und erfüllt von der Liebe eines Hochzeitspaars und der hochzeitlichen Freude –
gepaart mit dem Hinweis: „Was er euch sagt, das tut!“

Wir sind Diener des Bundes Gottes
und damit Boten der Liebe unseres himmlischen Vaters
und unsere Freude tragen wir zu den Menschen in der Welt.

Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Herr Jesus Christus, du hast uns deine Herrlichkeit geoffenbart, die Herrlichkeit deines himmlischen Vaters. Wir bitten dich:

  • Für die Frauen und Männer in der neugewählten Kirchenverwaltung, die in unserer Pfarrgemeinde eine große Verantwortung übernommen haben.
  • Für die weltweite Staatengemeinschaft: dass die Regierungen den Frieden suchen und im gerechten Austausch dem Fortschritt der Menschheitsfamilie dienen.
  • Für unsere Kirche und alle christlichen Kirchen: dass sie die Freunde und Hoffnung Jesu zu den Menschen bringen.
  • Für die Christenheit insgesamt: dass sie die Spaltungen überwindet und das Gedächtnismahl Jesu miteinander feiern kann.
  • Für die Staaten im Nahen Osten: dass sie Wege zur Versöhnung finden und die Bereitschaft einander um Vergebung zu bitten.
  • Für die Ukraine: dass die Regierung Russlands den Krieg endlich beendet und das gegenseitige Töten aufhört.

Lektor/in: Himmlischer Vater, du schenkst uns durch Jesus Versöhnung und Frieden. Wir preisen Dich heute und in Ewigkeit. Amen.

12.01.25: Taufe Jesu

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Ich bin froh, dass wir in einer Zeit leben, in der niemand mehr gezwungen wird, das kirchliche Sonntagsgebot einzuhalten.
Wir sind freiwillig hier – um Gemeinschaft zu erleben,
um in Gebeten und Liedern Gott zu danken und zu preisen,
um unseren Glauben und unsere Hoffnung zu stärken.

Grüßen wir Christus, der uns das Wort des Lebens verkündet:

Herr Jesus Christus,
Du bist das Wort des Vaters für diese Welt.
Du bist unser Bruder im Leben und im Leiden.
Du bist unser Retter aus Sünde und Tod.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Trinken Sie gerne Wasser? – Sehr viele Menschen trinken nicht das reine Wasser, sondern genießen es lieber als Tee oder Kaffee oder Limonade oder Bier oder Wein usw.

Aber Wasser trinken wir alle – weil es ohne nicht geht. Wir würden nach wenigen Tagen sterben.

Das Wasser hat eine zweite Eigenschaft: Es umschließt alles und nimmt alles auf: In den Flüssen und Seen gibt es nicht nur vielerlei Lebewesen. Darin liegen Fahrräder und alle möglichen ins Wasser gefallene Sachen.

Die dritte Eigenschaft des Wassers ist das Reinigen. Mit dem Wasser kann man Schmutz und Dreck abwaschen.

Diese drei Kräfte des Wassers werden in der Taufe symbolisch gedeutet:

Durch den Glauben, den wir in der Taufe bekennen, empfangen wir das Leben Gottes.

Wir glauben, dass Gott uns annimmt, so wie wir sind und

Wir glauben, dass Gott uns von dem reinigt, was unsere Gotteskindschaft trübt.

Sie haben recht: das haben sie schon oft gehört. Das sind diese bekannten Glaubensformeln. Sie entsprechen aber genau tiefen Sehnsüchten, die zum Menschen gehören:

Wir möchten Leben und nicht sterben.
Zwar gibt es viele, die von sich bekennen: Ich brauche keine Hoffnung auf ewiges Leben, um einen Sinn in meinem Leben zu sehen. Ich lebe und versuche, ein guter Mensch zu sein. Wenn ich sterbe, ist es halt aus.

Ich möchte niemanden bekehren. Aber ist es wirklich so einfach?

Auch wer so denkt, steht  – genau wie wir Glaubenden – vor der Frage: was macht mich zu einem guten Menschen? Was macht mein Leben zu einem guten Leben?

Was ist „gut“? Es ist notwendig, dass wir uns verständigen können, was gut ist. Und wir brauchen eine Verständigung über die Grenzen des gemeinsam Verbindlichen.

Dass Menschen gemeinsam danach suchen, was eigentlich „gut“ ist, deutet schon darauf hin, dass es „Das Gute“ gibt, das wir gemeinsam suchen und finden möchten.

Dieses „Gute“ ist für mich eine Seite des Geheimnisses der Welt und des Lebens – das Gute ist gehört zum Wesen Gottes.

Das Gute hängt mit dem lebendig sein zusammen:
Gut ist es, das Leben zu stärken. Gut ist es, Leben zu zeugen.
Gut ist alles, was das Leben fördert.

Täglich aber müssen wir beobachten und ertragen, dass das Leben bedroht ist: von den Naturgewalten Sturm und Feuer und Wasser und wenn die Erde bebt. Der Mensch selbst bedroht das Leben anderer Menschen und bekämpft es sogar.

Das verbreitet Angst und Panik, es entsteht Wut und Zorn.
Das macht Menschen krank und stellt das Vertrauen in das Leben und in das Gute in Frage oder zerstört es sogar.

Lohnt es sich, gut zu sein? Lohnt es sich, das Gute zu suchen?

Die Frage stellt sich allen Menschen – Glaubenden und auch den Nicht-Glaubenden!

Wer an Gott glaubt, der gut ist und der das Leben in allem ist,
glaubt, dass das Leben immer wieder über die Bedrohungen siegen wird.
Der glaubt, dass es sich lohnt, sich für das Leben einzusetzen und für das Gute, wodurch das Leben gestärkt und geheilt wird.

Wer an Gott glaubt, der gut ist und der das Leben in allem ist, kann in der Hoffnung leben. Hoffnung aber bewirkt, dass ich Schlimmes geduldig ertragen kann und die Geduld gibt Kraft, immer weiter danach zu streben, selbst gut zu sein.

Ich jedenfalls lebe gut mit dem Glauben, dass Gott das Leben in uns allen ist und dass er unsere Zukunft ist, wenn wir alle in ihm vereint sein werden. Der Glaube an Gott hilft uns, an die Zukunft des Lebens zu glauben. Diesen Glauben möchte ich mit ihnen bekennen.

ALLGEMEINES GEBET

Lektor/in: Guter und lebendiger Gott, auf dich hoffen wir. Deshalb beten wir zu dir, für den Frieden und die Gerechtigkeit.
Guter und lebendiger Gott     L/A wir beten zu dir.

  • Wir beten für alle Kinder und Jugendlichen und Erwachsenen, die in diesem Jahr in unserer Pfarreiengemeinschaft getauft werden: dass der Glaube ihre Hoffnung stärkt.
    Guter und lebendiger Gott            L/A wir beten zu dir.
  • Wir beten für unsere beiden Pfarrgemeinden: dass wir nicht verzagen, sondern dankbar unseren Glauben miteinander teilen und leben.
    Guter und lebendiger Gott            L/A wir beten zu dir.
  • Wir beten für alle, die sich für den Frieden einsetzen und künftige und stabilere Friedensordnungen entwerfen: dass sie langen Atem haben, bis die Regierungen ihre Ideen umsetzen.
    Guter und lebendiger Gott            L/A wir beten zu dir.
  • Wir beten für alle Menschen, die voll Verzweiflung, voll Wut und Feindschaft sind, dass der Glaube an das Gute stärker bleibt.
    Guter und lebendiger Gott            L/A wir beten zu dir.
  • Wir beten für die weltweite Staatengemeinschaft, dass es ihr gelingt, möglichst viele Menschen vor den schlimmsten Folgen des Klimawandels zu beschützen.
    Guter und lebendiger Gott            L/A wir beten zu dir.

Lektor/in: Gütiger Gott, wir danken dir für das Geschenk des Lebens und für den Glauben, den dein Heiliger Geist in uns weckt und am Leben erhält. Gelobst bist du in Ewigkeit. (A) Amen.

06.01.25: Erscheinung des Herrn

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Ich grüße Sie sehr herzlich. Besonders auch die Gäste, die heute wegen der Musik bei uns zu Gast sind.

Musik gehört zur menschlichen Kultur – bei den Buddhisten, bei den Naturreligionen, im Islam, im Judentum und auch im Christentum.

Musik ist eine der wichtigsten universalen Errungenschaften der Menschheit. Es gibt keine menschliche Kultur ohne Musik.

Heute genießen wir Musik, die zum Lob Gottes erklingt.

Darum beginnen wir: Im Namen des Vaters

Viele Stimmen und Instrumente klingen zusammen. Diese Fähigkeit, aufeinander zu hören, aufeinander zu warten, verschiedene Klänge und Töne aufeinander abzustimmen ist geradezu ein Sinnbild für eine gute Zukunft.

Wo Menschen miteinander leben, wie ein Orchester und ein Chor zusammenspielen – da ist Friede. Da kann Leben gedeihen.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
stellen sie sich vor, sie könnten zwischen zwei Geschenken wählen und das eine wäre dann bei ihnen: Das eine Geschenk ist Macht – das andere ist Weisheit. Wofür würden sie sich entscheiden?

Die Macht ist verlockend:
Wer Macht hat, kann viel gestalten und entscheiden und bestimmen.
Wenn ich die Macht dazu hätte, würde ich ….

Die Weisheit ist ebenfalls reizvoll und erstrebenswert:
Weise Menschen verstehen, warum etwas so ist. Sie haben erkennen die Beweggründe für das Handeln der Menschen. Sie weisen auf die Wege hin, die in eine gute Zukunft führen.

Macht oder Weisheit?

Gegenwärtig hat die Macht den größeren Zulauf.
Die Gestalt des Machtstrebens heißt „Nationalismus“, der meint, die eigene Nation ist gegenüber anderen überlegen und wertvoller. In vielen Staaten werden solche Stimmen immer lauter.

Der Nationalismus hat dadurch eine starke Tendenz zu Konflikten:
Man sucht nicht gemeinsame Lösungen zwischen den Staaten, sondern will für die eigene Nation das Beste. Andere Nationen werden als Gegenspieler gesehen. Der Schritt zur Feindschaft ist nicht groß.

Der Nationalismus ist notfalls auch bereit für das eigene Land und seine Ansprüche und Rechte viele Menschen zu opfern. Auf der eigenen Seite und erst recht auf der Seite der Gegner.

Meiner Meinung nach ist der Nationalismus mit dem Christentum unvereinbar.

Man könnte mir entgegenhalten: die Liebe zur Heimat, die eigenen Werte, die eigene Kultur darf man doch lieben und auch stolz darauf sein.

Ja, selbstverständlich. Aber das ist kein Nationalismus.

Ich möchte erklären, warum ich den Nationalismus für unchristlich halte?

Das Christentum ist universal!
Jesus ist nicht für die Juden gekommen.
Jesus hat nicht für eine Nation gelebt oder gekämpft.
Er wollte über keine Reiche herrschen.

Er war sich bewusst und hat davon geredet, dass die Völker Kriege gegeneinander führen. Aber es ist geradezu ein papiernes Papier zu erklären, dass in einer Welt, in der die Menschen sich vor Jesus verneigen und ihm folgen, keine Kriege die Menschen plagen würden.

Vielmehr ist ein Wesensmerkmal seiner Botschaft, dass Gott der Gott aller Menschen ist. Niemand ist Gott zuwider. Jeder Mensch – egal welcher Herkunft – lebt durch Gottes Kraft!

Das Heil, für das Jesus gelebt hat und sein Leben gegeben hat, ist das Heil für alle Menschen.

Das Matthäusevangelium stellt diese Einsicht ganz an den Anfang seines Evangeliums: Nicht das Volk Jesu, die Juden, sondern die Magier aus dem Osten haben den Stern gesehen und verehren als erste Jesus.

Am Ende dieses Ev’s sendet Jesus die Jünger zu allen Völkern, damit alle nach seinem Vorbild leben und einander dienen!

Wenn Gottes Liebe universal ist, wenn Jesu Erlösungstat universal ist, wenn Gottes Schöpferkraft in allem lebendigen ist,

kann man nicht nationalistisch, egoistisch denken und handeln.

Frieden gibt es nur miteinander – niemals gegeneinander.

Lasst uns die Missstände in unserem Land wahrnehmen und verbessern,
ändern wir – auch an den eingespielten Mechanismen der Macht – was mehr schadet als nützt, seien wir kritisch, seien wir sogar aufmüpfig,
aber geben wir denen eine Stimme, die den Frieden gemeinsam suchen und nicht nationalistisch gegen andere.

Die Geschichte von den Magiern im Evangelium ist also eine Botschaft genau für unsere Zeit. Herkömmlich werden sie übrigens sowohl als Könige mit Macht als auch als Weise aus dem Morgenland bezeichnet.

05.01.25: 2. Sonntag nach Weihnachten

Hier geht es zu den texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
in der 2. Lesung hören wir heute einen sehr erstaunlichen Satz:

„In Jesus hat Gott uns erwählt – schon vor der Grundsteinlegung der Welt. Er hat uns im Voraus bestimmt, seine Söhne (! und Töchter !) zu werden und zu ihm zu gelangen“.

Wenn Gott uns erwählen kann – noch bevor die Welt wurde, waren wir also schon vor der Welt. Ja, solche Gedanken machen schwindlig.

Das kann gar nicht anders sein – wenn wir, an Zeit und Raum gebundene Menschen, über den Grund und Ursprung unseres Seins nachdenken:
über Gott, der Zeit und Raum erfüllt, so wie die Luft unsere Lungen.

In Jesus hat Gott sich mit uns verbunden. Zu ihm rufen wir:

Jesus Christus, Wort Gottes seit Ewigkeit.
Du bist Gottes Weisheit im Fleisch.
Durch die empfangen wir Gnade und Einsicht.

Singen und preisen wir unserem Gott:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
dieser Johannesprolog wurde bis zur Erneuerung der Messliturgie im Jahr 1968 am Ende jeder Sonntagsmesse vorgelesen. Auch wenn diese Übung nicht mehr weitergeführt wird: der Anfang des Johannesevangeliums hat eine außerordentliche Aussagekraft und poetische Kraft:

„Im Anfang war das Wort“ – als langjährige Hörer der hl. Schrift denken wir dabei unwillkürlich an den Anfang der Hl. Schrift überhaupt: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde …. Gott sprach.“ Auch hier: Das Wort!

Wenn wir uns äußern, ausdrücken, in Beziehung treten – tun wir das sehr, sehr oft durch unser Wort. Gott drückt sich durch sein Wort aus. Ererschafft durch sein Wort Licht und Dunkel, die Sonne und die Sterne, Wasser und Land, Pflanzen Fische, Vögel und Landtiere und den Menschen.

Das Wort Gottes und Gott selbst gehören zusammen.
Das Wort gehört zu Gott von Ewigkeit her.

Der Prolog beschreibt ein Drama: Das Wort Gottes bringt das Leben.
Das Leben ist das Licht der Menschen. Aber die Finsternis nimmt das Licht nicht auf.

Immer schon – seit die Welt besteht und Menschen auf dieser Erde leben – besteht dieses Drama. Statt Gott für das Leben zu danken, beklagen sich die Menschen, es wäre zu wenig. Durch Raub und Mord, durch List und Betrug versuchen sie, sich mehr zu holen.

Zugleich aber – seid Menschen auf der Erde leben – gibt es Menschen, die das Licht, das Wort Gottes, das Leben als Gottes Gabe erkennen und annehmen und ihm dafür danken. Sie sind Kinder Gottes. Durch gegenseitige Hilfe, durch Anerkennung und Wohlwollen steigern sie die Dankbarkeit für das Leben.

Dann kommt der Höhepunkt:

„Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt!“

Das ist auf Jesus bezogen: Das Wort Gottes, in dem er sich ausdrückt und Leben schafft, dieses ewige Wort Gottes ist Fleisch geworden.

Jesus ist das fleischgewordene, ewige Wort Gottes.

Das ist ganz und gar neu. Er ist nicht durch Gottes Wort erschaffen,
sondern er ist das Wort Gottes im Fleisch.

Ich schwanke innerlich: Einerseits kann ich gar nicht verstehen, wenn jemand bei diesem Gedanken nicht voll Begeisterung zu jubeln anfängt.

Andererseits kann ich verstehen, dass diese Ausdrucksweise fremd ist und deswegen keine Gefühle entstehen.

Wie könnte man es besser ausdrücken?

Vielleicht wie das Matthäusevangelium: Es erzählt von den Weisen, die aus dem Osten kommen und in das Haus gehen, über dem der Stern stehen bleibt. Und sie finden das Kind und seine Mutter und bringen ihm ihre Geschenke: Gold Weihrauch und Myrrhe.

Oder wie das Lukasevangelium: Jesus wird nach seiner Geburt in einen Futtertrog gelegt. Die Engel verkünden den Hirten, dass der Retter geboren ist und sie suchen und finden das Kind und erzählen, was sie erlebt hatten.

Welches ist ihnen das liebste? Was bringt sie am Ehesten zum Staunen und Wundern und Glauben: Die poetische Kraft der Sprache, der Glanz des Sternes oder die Erscheinung der Engel?

Es ist ein wunderbarer Dreiklang, der das Lied singt:

Jesus befreit uns von aller Angst,
wir würden nicht genügen.
Durch ihn verstehen wir
er schenkt uns die Weisheit,
dass wir darauf vertrauen können:
Nichts und niemand kann uns von Gott trennen
– nicht einmal unsere eigene Lieblosigkeit!

Das Leben Gottes ist in uns. Wir gehören zu ihm in alle Ewigkeit. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Jesus Christus, du bist das Wort Gottes. In dir spricht Gott sich aus. Aus dir spricht Gott zu uns. Wir beten zu dir:
Jesus unser Bruder und Herr               L/A: Schenke Licht und Leben

  • Wir beten für die Menschen, die unter Depressionen, unter Schizophrenie, unter Angststörungen leiden:
    dass sich Hilfe bekommen und wieder Licht sehen.
    Jesus unser Bruder und Herr         A: Schenke Licht und Leben
  • Wir beten für die Menschen, die nicht an Gott glauben, dass sie der Kraft des Lebens vertrauen und das Gute suchen und tun.
    Jesus unser Bruder und Herr         A: Schenke Licht und Leben
  • Wir beten für die Menschen, die im Glauben an Jesus Halt und Geborgenheit finden: dass sie darin immer wieder neu bestärkt werden.
    Jesus unser Bruder und Herr         A: Schenke Licht und Leben
  • Wir beten für die Menschen, die nach der Wahrheit suchen und darüber nachdenken, woher das Universum kommt, was die Aufgabe des Menschen ist und was er hoffen darf: dass sie finden, was sie suchen.
    Jesus unser Bruder und Herr         A: Schenke Licht und Leben
  • Gebet für Verstorbene

Lektor/in: Jesus Christus, du führst uns zum Vater und öffnest uns die Tür zum Glanz der Herrlichkeit des Vaters. Durch dich loben wir Gott, unseren in Ewigkeit.

31.12.24 und 01.01.25 Jahresschluss und Neujahr

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Wie wir das Jahr begonnen haben, so wollen wir es auch beschließen:

IM NAMEN DES VATERS ….

Wie geht es ihnen heute? War ihr Wohlstand am Jahresanfang größer? War ihre Gesundheit besser? War ihr Vertrauen größer? Ihre Hoffnung stärker? Ihre Liebe glühender?

Am Anfang des Jahres wünschen wir uns Gottes Segen. Es liegt nicht am mangelnden Segen, wenn wir Zersplitterung, Gewalt, Feindseligkeit und Unversöhnlichkeit bedauern müssen. Es liegt an der Verschlossenheit der Menschen, die sich selbst über andere stellen, die andere ausgrenzen und sogar bekämpfen.

Jesus hat gesagt: Bei euch soll es nicht so sein. Wer bei euch der größte sein will, soll sich in den Dienst der anderen stellen.
Diese Haltung prägt meistens unser Verhalten – aber nicht immer.

Deshalb bitten wir Gott im Schuldbekenntnis um Vergebung.

Vergebungsbitte
Der Blick zurück zeigt uns Gutes und Böses, Freude und Trauer und so bitten wir: Gott unser Vater schenke uns sein erbarmen. Er vergebe uns und führe uns zur ewigen Freude!

Ansprache: Liebe Schwestern, liebe Brüder, liebe Familie Gottes,
in Unterfranken wünschen sich die Leute einen guten Beschluss – also, dass das zu Ende gehende Jahr einen guten Abschluss bekommt.

Es passiert viel in 365 Tagen. Erfreuliches und Ärgerliches, Glück und Leid, Heilung und Erkrankung, Streit und Versöhnung. Die Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar kann nicht alles auf „Null“ zurückstellen.
Was heute unser Leben trägt und prägt, wird es auch morgen tun.

Aber es gibt den „Jahresabschluss“ nicht nur in finanziellen Dingen –
auch für sich persönlich.

Ich frage mich, wie es uns geht: der Gemeinde St. Anton in der Pfarreien-gemeinschaft mit St. Albertus Magnus. Wie geht es uns als christlicher Gemeinde? Ich möchte sie mitnehmen und einbeziehen.

Fühlen wir uns wohl in unserer und als unsere Gemeinde?
Kommen sie gern in den Gottesdienst? Nehme sie neuen Mut mit, werden sie bestärkt, vielleicht sogar erheitert? Finden sie Frieden in dieser Stunde? Drängt es sie zum Lob Gottes in der Gemeinde der Glaubenden?
Freien sie auf die Leute, die auch hier sind?
Ist es vielleicht sogar ein fester Treffpunkt?

Ich kann die Fragen vor allem positiv antworten und hoffe, dass es ihnen ähnlich geht.

Worüber ich auch nachdenke ist, wie es um unseren Glauben steht. Ich habe die Vorstellung, dass es früher in mancher Hinsicht einfacher war, zu glauben. Die kirchliche Lehre war fest und wurde nicht hinterfragt.

Das ist anders geworden: Ich – und viele mit mir – fragen sich: Kann ich das glauben, dass Maria ein Kind empfangen hat – ohne einen Mann zu erkennen? Müssen Priester wirklich unverheiratete Männer sein?
Wird gelebte Homosexualität von der Kirche zurecht verurteilt?
Was bedeutet es, wenn wir sagen: Gott hat die Welt erschaffen?
Was stelle ich mir unter dem Ewigen Leben vor?

Unser Glaube ist nicht mehr selbstverständlich und gewiss. Er ist nicht mehr kindlich naiv. Das ist zugleich eine große Chance: Wir können uns den christlichen Glauben selbst aneignen. Die kirchliche Auslegung ist eine Hilfe dabei – aber keine strikte Vorgabe, der jeder in allem folgen muss.
Im Suchen und Fragen kann auch eine wirkliche eigene Beziehung zu Gott wachsen: dass wir ganz persönlich Gott vertrauen und ihm danken.

Welche Beobachtungen in unserer Gemeinde verursachen Sorgen?
Die größte Sorge ist, dass die Beteiligung so gering ist – und dass nur wenig Kinder und Jugendliche gerne hier zusammenkommen.
Nur sehr wenige von ihnen zeigen, dass sie an Jesus glauben, dass seine Botschaft ihnen Halt gibt und Verankerung. Woher nehmen sie die Kraft zur Nächstenliebe?

Gibt es Grund zur Hoffnung? Die Frage ist: Hoffnung worauf?
Wir würden uns das Leben selbst schwer machen, wenn wir erhoffen, dass in zwei Jahren wider wenigsten 20 junge Leute regelmäßig zu uns kommen und statt 100 dann 300 Christen sich hier versammeln.

Aber Hoffnung habe ich:
dass Gottes Liebe auch in Zukunft die Menschen erreicht.
Dass er auch in Zukunft den Kindern und Jugendlichen und Erwachsenen nahe ist und dass er sie mit seiner Lebenskraft erfüllt.

Hoffnung habe ich, dass die Sehnsucht nach Frieden und Geborgenheit und Heimat und Gemeinschaft in den Menschen lebendig bleibt und dass sie in der Reich Gottes Botschaft dafür wieder Kraft finden.

Ich bin nämlich felsenfest davon überzeugt, dass Jesus der Menschheitsfamilie gerade heute den Weg weist:
Der Glaube, dass Gott jede und jeder unendlich lieb und teuer ist,
der Glaube, dass alle Menschen miteinander verbunden sind und
zusammengehören,
die Einsicht, dass mir das Wohl des anderen genauso wichtig ist wie das eigene,
das alles bringt der Menschheit Heil und Segen.

Dieser Botschaft vertraue ich – Sie soll unser Denken und Handeln prägen und lenken – im ganz persönlichen zwischenmenschlichen Verhalten und in den großen Fragen unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Schwestern und Brüder, wir danken Gott für die frohe Botschaft, dass er uns, seine Kinder, mit ewiger Treue liebt. Wir vertrauen ihm und beten:

Liedruf: Gott, unser Vater! – Wir bitten dich, erhöre uns

  • Wir beten für unser Bistum Regensburg, in dem die Glaubenden vor großen Veränderungen ihrer Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften stehen.
  • Wir beten für die Kirche in Deutschland: dass sie Wege zu den Menschen findet und die frohe Botschaft wieder angenommen wird.
  • Wir beten für die ganze Kirche, die das Heilige Jahr 2025 begonnen hat.
    Dass dieses Jahr viele Früchte bringt und die Menschen zum Glauben ermutigt.
  • Wir beten für unser Land Deutschland: dass wir den Frieden in der Gesellschaft und mit unseren Nachbarstaaten bewahren.
  • Wir beten für die Staatengemeinschaft auf dem europäischen Kontinent: dass wir Frieden herstellen und immer besser lernen, den Frieden zu sichern.
  • Wir beten für die Menschen auf der ganzen Erde: dass es uns gelingt, für einen gerechten Ausgleich zu sorgen und eine wirklich menschliche Entwicklung überall in der Welt zu fördern.

Lektor/in: Gott steh uns bei, erfülle uns mit deiner Kraft und mit deiner Liebe durch Christus, unseren Herrn. Amen.

25.12.24: Weihnachten

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Es ist ein schönes Spiel, sich gegenseitig zu beschenken und beschenken zu lassen. Man muss nur ein paar Fallstricke vermeiden: dass sich überbieten wollen zum Beispiel. Auch die Meinung, der andere müsse selbst darauf kommen, was man sich am meisten wünscht – kann so ein Fallstrick sein.

Aber schenken und beschenkt werden ist ein tiefes Symbol für unsere menschliche Art: Wir werden mit dem Leben beschenkt und sind zugleich ein Geschenk für unsere Mitmenschen.

Deshalb sagt man manchmal zum anderen: Du bist ein Engel oder auch: Dich schickt der Himmel.

Gott hat Jesus zu uns gesandt. Ihn grüßen wir und rufen:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder
„Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren.
Es ist Christus, der Herr!“

Der Retter war da und hat sein Werk vollbracht. Jesus, der Mann, der in Nazaret bei seinen Eltern aufwuchs, der Zimmermann.

Was hat er da gelernt? Die Sitten und Gebräuche in einem jüdischen Dorf.
Lesen und Schreiben – er hat ja später aus der Schrift vorgelesen, wie es heißt. Rechnen musste er als Zimmermann ebenfalls können.

Ob seine Eltern sehr liebevoll waren? Ob sie vertrauensvoller gebetet haben als andere? Ob sie mehr spendeten als andere?

Wir können viele solche Fragen stellen. Und wir können unsere Erwartungen an die Familie unseres Retters hineindeuten – im Evangelium steht nichts davon.

Aber eines war Jesus nicht: weder gehörte er zu den Familien der Priester am Tempel noch war er ein Schriftgelehrter oder Pharisäer!

Er war wie der Prophet Amos. Er war in den Augen der Menschen gar nicht dafür bestimmt als Prophet zu reden. Denn er war ein Handwerker.

Seine Gefährten, die sich um ihn sammelten und die nach seinem Tod einfach weitermachten, weil sie eingesehen und erfahren hatten, dass er auferstanden ist – Seine ersten Gefährten waren ebenfalls weder Priester noch Schriftgelehrte, sondern Fischer!

Es ist also durchaus anzunehmen, dass auch in der langen Zeit der Christenheit nicht Priester, Bischöfe und Schriftgelehrte die besten Zeugen sind, die am besten Gottes Botschaft verstehen. Vielmehr Leute aus ganz anderen Berufen und Schichten.

Franziskus war kein Theologe! Er war Sohn eines reichen Tuchhändlers, der sich in die Armut des Wanderpredigers Jesu verliebte.

Um Gottes Liebe und Menschenfreundlichkeit zu verstehen, ist etwas anderes nötig,

Es ist das, was die Propheten auszeichnete und viele Heilige.

Es ist die Einsicht, dass die Rettung darin besteht,
Gott zu danken für das Leben und seine Liebe,
durch die wir leben, zu erwidern.

Es ist so einfach – und doch so schwer.

Doch diese Einsicht ist wirklich eine Rettung.
Solche Menschen verbittern nicht – trotz vieler Schmerzen.
Solche Menschen jammern nicht – trotz ihrer Armut.
Solche Menschen haben Mut – auch wenn sie absehen können, dass ihre Situation nicht besser werden wird.

Gott belohnt uns nicht für unsere guten Werke, wenn er uns das ewige Leben schenkt.
Gott beurteilt uns nicht nach irgendwelchen Regeln, die man irgendwann bestimmt hat und immer wieder neu begründet.

Gott möchte einfach von uns geliebt werden –
der unsichtbare Gott, der uns und die ganze Schöpfung mit Leben erfüllt.

Deshalb schauen wir auf das Kind, das neugeborene,
das Jesus gewesen ist – wie jeder andere.

Das Kind weckt in uns spontane Zuneigung und Liebe und das Gefühl, es behüten und schützen und liebkosen zu wollen.

Gott wird Mensch – ein kleines Kind – damit wir ihn lieben können.
Gott wird Mensch – wahrhaftig Mensch – damit er uns seine Liebe zeigen kann.

Gott wird Mensch, damit wir von ihm lernen können:
Wir lieben Gott, wenn wir die Mit-Menschen lieben – ja: lieben!
Nicht nur respektieren, nicht nur kein Unrecht antun, sondern lieben!

Danken wir Gott für die Kinder, weil sie in uns immer wieder die spontane Zuneigung und Liebe wecken. So bleibt in uns lebendig, was uns am meisten Gott ähnlich macht: Die Kraft der Liebe zum anderen, zum Du. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, Jesus hat seinen Geist in uns gelegt, so dass wir dir für das Leben danken und deine Liebe erwidern. Wir beten zu dir. Gott, der du die Liebe bist

L/A: Erhöre unser Gebet

  • Für die Getauften, für dein ganzes auserwähltes Volk: dass sie dir für das Leben danken mögen. Gott, der du die Liebe bist –
  • Für die Menschen jeglicher Weltanschauung und Religion:
    dass sie daran glauben, dass es gut ist, dass sie leben.
    Gott, der du die Liebe bist
  • Für die Menschen, die alle Gebote und Regeln erfüllen möchten: dass sie erkennen, dass du sie liebst, weil sie deine Kinder sind.
    Gott, der du die Liebe bist
  • Für die Lehrer in der Kirche, die Bischöfe und Theologen:
    dass sie den Glaubenden nichts unnötiges auferlegen:
    Gott, der du die Liebe bist
  • Für unseren Bischof, dass dein Friede ihn erfüllt und dass sein Glaube immer tiefer und leuchtender wird. Gott, der du die Liebe bist
  • Für alle Völker dieser Erde: dass sie im Geist des Friedens und der Gerechtigkeit immer mehr zu einer Menschheitsfamilie zusammenwachsen.

Lektor/in: Gott, du schenkst Gedanken des Friedens und der Versöhnung. Wir danken dir für das Geschenk der Erlösung durch Christus unseren Herrn.

24.12.24: Christmette

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
Willkommen in der weihnachtlich geschmückten Kirche:
Die Sterne und die Lichter am Christbaum verzaubern uns und wecken ein heimeliges Gefühl – (kuschelig) – es ist eine friedliche Atmosphäre,
der Glaube an das Gute und die Freude am Schenken und Beschenkt werden  dürfen in dieser Nacht aufleben.

Diese Nacht ist reserviert für die besten Kräfte des Menschen und sie stärkt unseren Glauben an diese unsere Kräfte.

Grüßen wir Christus, das Licht der Welt:

Ansprache: Liebe weihnachtliche Festgemeinde,
In Bethlehem ist es heute Nacht um die 10°warm. Das ist im Freien nicht gerade angenehm. Man benötigt schon ein Wolltuch, das man sich überhängen kann. – Ich vermute, dass vor 2000 Jahren die Temperaturen ähnlich waren.

Das Lukasevangelium zeichnet ein wenig idyllische Bild: Die Geburt Jesu in einem Stall oder einer Höhle, die als Futterplatz der Tiere dient. Es findet sich ein Futtertrog, in dem das Kind liegen kann, wenn es die Eltern, Maria und Josef nicht gerade glückselig und voll Sorge im Arm halten.

Was im Bild fehlt, ist der Geburtsbeistand: Das Kind muss doch gewaschen werden, die Nabelschnur ist abzubinden usw.

Unwichtig – hat der Evangelist entschieden. Er schreibt ja keinen Bericht, sondern eine Predigt! Eine Predigt in Gestalt einer Geschichte.

Den Kaiser Augustus zeigt er als Gegenspieler. Quirinius ist sein Statt­halter. Sie lassen ihre Macht spielen – wie es Herrscher eben tun. Sie beherrschen, sie diktieren, sie schikanieren.

Diese Weltenherrscher haben keine Ahnung, dass in einem der Dörfer Judäas das Kind Jesus geboren wird – dessen Geburt aber die Welt mehr verändert als jede ihrer Schlachten und jedes ihrer Gesetze.
Augustus wird zur Randfigur. Er dient als Zeitangabe.

Das Evangelium bringt noch Hirten ins Spiel! Die verlorenen der Gesell­schaft – Leute, die in keinem guten Ruf stehen: Sie zahlen nicht alle Früchte, die sie vom Markt mit nach Hause bringen. Ihr Wort ist nicht viel wert, weil sie Geschichten erzählen, um zu beeindrucken, um Mitleid zu erwecken.

Die Engel: Die Engel kommen zu den Hirten und verkünden ihnen Rettung und Heil. Da fällt mir dazu ein: Jesus sagt später: „Ich bin gekommen um zu suchen und zu retten, die verloren sind.“

Am wichtigsten ist das Kind, das Maria in Windeln wickelt und in eine Krippe, in einen Futtertrog legt. Drei Mal wird der Futtertrog genannt:
Als Maria das Kind hineinlegt, die Engel erklären dies zum Zeichen und die Hirten finden es darin.

Gottes Sohn schläft in der Futterkrippe – nicht im Kaiserpalast!
Gottes Sohn stirbt am Kreuz – nicht liebevoll umsorgt und gepflegt.

Liebe Schwestern und Brüder,
der Verfasser des Evangeliums stellt sich die Aufgabe, zu erzählen, was er von Jesus erforschen konnte. Seine Geschichte wird er im Folgenden erzählen – von der Taufe im Jordan bis hin zu seinem Foltertod.

Jesus, in der Krippe und Jesus am Kreuz – Er ist das Zeichen dafür, dass Gott den Menschen wohlgesonnen ist und dass er sie rettet – hinüberrettet in sein Licht und in seinen Glanz und in seinen Frieden.

Jedes Kind, das in den Hungergebieten der Erde oder unter dem Lärm der Kriegswaffen oder auch in eine unscheinbare Familie irgendwo auf der Erde geboren wird – ist ein Zeichen Gottes dafür, dass er zu uns Menschen steht und unser Gott sein will.

Jesus aber, von dem das Evangelium erzählt, ist der Erstgeborene einer neuen Menschheit. Ungezählte Menschen folgten und folgen ihm und werden dadurch zu neuen Menschen:
Sie wählen die Liebe zum Leben als ihr Ideal und lassen dadurch das Licht des Erstgeborenen der neuen Menschheit leuchten.

Wir feiern die Geburt dieses Kindes und zugleich, dass wir Teil dieser neuen Menschheit sein dürfen: Wir sind dabei zwar nicht vollkommen,
nicht 100-prozentig – aber ernsthaft und ehrlich.

Wir sind von diesem Jesus, von seiner Botschaft und seinem Leben berührt. Ich wünsche uns zu Weihnachten, dass wir ein Teil der neuen Menschheitsfamilie sind und bleiben und dass wir Frieden in uns tragen und mutig für den Frieden eintreten.

Die Engel singen ja nicht: Frieden den Menschen – obwohl sie Gott ärgern und missfallen sondern:

„Ehre sei Gott in der Höhe und
Friede den Menschen, weil sie Gott sehr wohl gefallen.“

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott hat Gefallen gefunden an uns Menschen und er will in unserer Mitte sein. Wir beten zu ihm: Gott, unser Vater

L/A: Schenke Licht und Leben

  • Für alle Getauften, die heute die Geburt Jesu feiern und für die Menschen, die nicht zur Kirche kommen können: dass sie alle der Engelsbotschaft glauben, dass wir Menschen Gott wohl gefallen.
    Gott, unser Vater

A: Schenke Licht und Leben

  • Für die Länder der Erde: dass die Regierenden nach Frieden und Gerechtigkeit und nach dem größtmöglichen Gemeinwohl streben.
    Gott, unser Vater

A: Schenke Licht und Leben

  • Für die Frauen, die ein Kind gebären: dass sie geborgen sind und sich mit ihren Männern über ihr Kind freuen können. Gott, unser Vater

A: Schenke Licht und Leben

  • Für die Kinder, die im kommenden Jahr zur Welt kommen: dass sie sich an der Schönheit der Erde und des Universums freuen können und einer Zivilisation des Friedens näherkommen. Gott, unser Vater

A: Schenke Licht und Leben

  • Für unsere und für alle christlichen Kirchen: d
  • ass wir die Botschaft Jesu immer mehr verinnerlichen, dass Gott bei uns Menschen ist und dass ihm jeder Mensch lieb und teuer ist. Gott, unser Vater

Lektor/in: Gott, Ursprung und Quelle des Lebens, wir preisen dich für deinen Sohn Jesus, der uns das Herz für dich und deine Liebe öffnet – jetzt und in Ewigkeit. Amen.

22.12.24: 4. Adventsonntag LJ C

Einführung:
Vor nicht ganz 1700 Jahren hat man das Weihnachtsfest eingeführt.
Im 16. Jahrhundert begann man in Kirchen Weihnachtsbäume aufzustellen und erst im 19 Jahrhundert wurde es üblich, dass wohlhabende Bürger in ihren großen Wohnungen Nadelbäume aufstellten und schmückten.

Warum eigentlich? Was ist der Sinn davon?

Ist es der Lebensbaum als Zeichen des neuen Lebens, das Christus schenkt?
Ist es der junge Trieb, der aus der scheinbar dürren Wurzel Isais hervorwächst?

Jedenfalls deuten Sterne und elektrische Lämpchen oder Wachskerzen auf Christus das Licht der Welt hin.

Zu ihm rufen wir:
Jesus, du Licht der Welt. Du wahrer Morgenstern. Du Glanz der Herrlichkeit.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder
Auf der Suche nach den „Kernwörtern“ der biblischen Lesungen dieses Sonntags habe ich gefunden:

Sicherheit – Frieden – deinen Willen, Gott tun – und Maria hat geglaubt

Die Zusammenstellung der Texte lässt eine deutliche Absicht erkennen:

Jesus wird uns gezeigt, als Sohn, der schon lange einer Frau verheißen ist, Er sammelt die die Menschen, die auf Gott hören und er ist es, der Gottes Willen tut.

Was ist eigentlich unsere erste Aufgabe, die Aufgabe der Getauften, die sich als Kirche versammeln? was ist wichtiger?

Sollen wir vor allem Christus verkünden, den verheißenen Hirten.
Oder sollen wir vor allem versuchen, den Willen Gottes zu tun –
so gut wir nur können!

Sie ahnen zurecht: das eine und das andere gehören zusammen:
Wenn wir Christus verkünden, dann können wir nicht anders, als ihn zum Vorbild zu nehmen und Gottes Willen tun.

Gottes Wille, das ist das, was der „gute Hirte“ seinem Volk bringt:

„Sicherheit und Frieden!“

„Sicherheit und Frieden“ – was heißt das in unseren Tagen?

Die einen wollen durch militärische Stärke Frieden und Sicherheit waren, so dass sich niemand trauen würde uns anzugreifen.

Die anderen wollen Verständigung und Verzicht auf militärische Waffen, so dass niemand einen Grund hat, uns anzugreifen.

Dieser Streit um den Weg zu Frieden und Sicherheit ist mehr als berechtigt. Denn es ist keineswegs eindeutig zu entscheiden, welcher Weg tatsächlich in eine bessere Zukunft führt.

Der Prophet Micha hat Frieden und Sicherheit ganz sicher in diesem politischen Sinn verstanden. Der kommende würde „groß sein – bis an die Grenzen der Erde“.

So gesehen hätten wir Grund, enttäuscht zu sein:
weil wir zwar glauben, dass Jesus der verheißene Hirte ist – aber:
weder wurde er „groß bis an die Enden der Erde“, noch hat er Frieden und Sicherheit gebracht in diesem politischen Sinn.
Das Krieg Führen hat niemals aufgehört.

Und dennoch sind wir nicht auf dem Holzweg, sondern genau auf dem richtigen: Warum?

Jesus Christus hat eine neue Dimension zum Leuchten gebracht:

Ihm ging es nicht um Frieden und Sicherheit und Macht und Größe für sein Volk Israel oder für ein anderes Volk:

Seine Sendung war: Frieden und Sicherheit für die anderen – genauso wie für uns. Seine Botschaft war: Dem einen Gott sind die einen so wertvoll wie die anderen. Darin besteht die Gerechtigkeit Gottes! Gott ist niemandes Feind!

Wenn wir also Gottes Willen tun wollen, dann werden wir niemanden von unserem Wohlwollen ausschließen, sondern im Gegenteil das Wohl des anderen genauso wichtig nehmen wie das eigene.

Ja, sie haben recht: dieser Weg ist gefährlich. Jesus konnte sich zwar mehrfach dem Zugriff entziehen – am Ende aber haben ihn die Mächtigen liquidiert, weil er sich ihrem Begriff von Frieden und Sicherheit nicht unterworfen hat.

Was hat er erreicht? ‑ Sagen wir besser: Wen hat er erreicht? Uns!!

Wir glauben an die Versöhnung, die von Gott kommt.
Wir hören seinen Ruf, der Gerechtigkeit Gottes nachzueifern.
Wir versuchen seinem Ruf zu folgen.

Selbst wenn Krieg und Gewalt die Welt erschüttern, werde ich daran glauben, dass Gott den Menschen auf jeder Seite nahe ist in ihrem Leid und in ihrem Schmerz.

Aber warum um Gottes Willen, sollte ich mich dann daran beteiligen, anderen Leid zuzufügen? Es muss andere Wege geben! Suchen wir!