14.05.2026: Christi Himmelfahrt

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
in jeder Sonntagsmesse sprechen wir: Ich glaube an Jesus Christus, aufgefahren in den Himmel!

Wir können es uns auch gar nicht anders vorstellen:
Jesus kann nur in der Herrlichkeit Gottes sein.
Denn er hat uns ja Kunde gebracht von Gott – er hat uns Gott gezeigt, wie er ist.

Wir danken Gott für ihn –
Wir danken Jesus, für sein Leben –
Wir setzen darauf, dass er uns die Richtung weist.

Wir folgen ihm – letztlich in die Herrlichkeit Gottes, in den Himmel.
Im Danken erneuern wir unseren Entschluss, diesen Weg zu gehen.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder
„Jesus begann seinen Jüngern zu erklären: Er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden, er müsse getötet und am dritten Tag auferweckt werden.“

Dreimal erzählt das Mt. Ev., dass Jesus mit diesen Worten seinen Tod vorausgesagt hat und ebenso seine Auferstehung.

Von Anfang bis zum Ende versucht Jesus seine Jünger für das Reich Gottes zu begeistern: Es ist mitten unter uns, wenn wir Gottes Willen tun; es steht uns offen, wenn wir einmal sterben und Jesus selbst verkündet das Reich Gottes; er errichtet es durch sein Leben und Wirken.

Als er nun wirklich durch die Hand der ungläubigen Römer den Tod erlitten hatte, erleben die Jünger die Nagelprobe:

Werfen sie nun alles in den Wind, für das Jesus sie begeistert hatte:

Den Glauben an die Barmherzigkeit Gottes, der wie ein guter Hirte niemanden verloren gibt;

die Einsicht, dass das Reich Gottes darin besteht, den anderen uns sein Wohl höher einzuschätzen als sich selbst und sogar die Feinde zu lieben.

Werden sie die Zuversicht und Gewissheit, dass Gott niemanden vergisst und dass er uns das ewige Leben schenkt, bewahren oder werden sie all das wie den Staub der Straße von sich abschütteln?

Wir können heute die vier Evangelien lesen, weil die Jünger tatsächlich am Glauben festhielten. Trotz dem Schandtot Jesu glaubten sie weiterhin an das, was er ihnen gepredigt hatte. Feindesliebe, Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Vergebung und ewiges Leben.

Für einen Menschen, der an Jesus glaubt ist nichts anderes denkbar, als dass Jesus nach seinem Tod zu seinem Vater im Himmel zurückgekehrt ist und dass er nun bei ihm ist und „zu seiner Rechten“ sitzt.

Und genau diesen Glauben bezeugen alle drei Lesungen:

Apg: Er wurde emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf

Eph: Gott hat Christus zu seiner Rechten erhoben

Mt: „Fehlanzeige“

Bei Mt. Hören wir nur den Auftrag, den Jesus seinen Jüngern gibt:
Auftrag ist gar nicht das richtige Wort: Wer an Jesus glaubt, kann gar nicht anders als loszugehen mit der Botschaft:

Jesus hat uns das Reich Gottes gebracht!
Gott hat ihn gesandt. Er lebt wieder bei Gott. Und auch wir leben bei Gott.
Wir wollen leben, wie er: Heilen, trösten, vergeben, niemanden verloren geben,

Auch wir werden auferstehen.

Wer Jesus glaubt, wird zu seinem Zeugen!

Das ist eine notwendige Konsequenz.

Wer lebt, atmet.
Wer liebt tut anderen gut,
wer an Jesus glaubt, wird zu seinem Zeugen.

Doch: Glauben wir an ihn?

Glauben wir wirklich, dass Gott uns liebt?
Glauben wir, dass die Liebe zum Nächsten das Wichtigste ist:
egal ob Freund oder Feind?

Vielleicht geht es uns wie dem Mann der zu Jesus sagt:

„Ich glaube Herr, hilf meinem Unglauben“.

Amen.

01.08.2021: 18. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Schwestern und Brüder,
letzten Sonntag haben wir gehört: das Johannesevangelium erzählt von dem kleinen Jungen, der Jesus 5 Brote und 2 Fische anbot. Das wenige, unvollkommene Gute, das wir tun, reicht aus: durch die Kraft Gottes vervielfacht es sich, so dass sogar ein Überschuss bleibt.
Das Evangelium erzählt, dass sich Jesus der Menge entzieht, damit sie ihn nicht in ihre Gewalt bringen und zum König machen.

Am nächsten Tag finden sie Jesus und seine Jünger in Kafarnaum – in der Synagoge. Nun folgt die sogenannte Brot-Rede Jesu. Sie ist von größter Bedeutung dafür, wie Menschen, die an Jesus glauben, ihr Leben gestalten:

„Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt. Sie stillt euren Hunger nur für kurze Zeit. Müht euch um die Speise, die für das ewige Leben bleibt!“

Natürlich müssen die menschlichen Bedürfnisse gestillt werden – Hunger und Durst, Kälte, Erschöpfung. Aber –sagt Jesus im Joh.Ev. Es lohnt sich nicht, seine Lebenskraft dafür zu verschwenden, um möglichst reich werden – wichtiger ist es, sich um die Speise für das ewige Leben abzumühen.

Die Leute verstehen Jesus. Sie reagieren positiv und fragen: „Was müssen wir tun, damit du uns die Speise für das ewige Leben gibst.?“

In dieser Frage steckt der alte Grundsatz: Man bekommt im Leben nichts geschenkt.

Jesus antwortet: „Ihr müsst mir glauben, dass ich von Gott gesandt bin!“

Die Leute können diese Antwort nicht fassen und annehmen. –
Nun soll Jesus es sich verdienen, dass sie ihm glauben. Er soll es beweisen.

Das lehnt Jesus ab und sagt:
„Es gibt keinen Beweis. Ihr könnt nur glauben, dass ich euch ewiges Leben schenke. Wer glaubt, dass ich von Gott gesandt bin, dessen Durst und Hunger sind gestillt.“ Der weiß, dass das Leben mehr ist, als Geld verdienen und essen und trinken.

Liebe Schwestern und Brüder,
an dieser Stelle unterbricht die Leseordnung. Am kommenden Sonntag wird die Rede weitergelesen.

Es ist natürlich kein Zufall, dass das Brot als Vergleichspunkt dient:
das Brot, das verdirbt und das Brot, das ewiges Leben schenkt.
Jesus bezeichnet sich selbst als dieses Brot.

Das Johannesevangelium bedenkt an dieser Stelle sorgsam und Schritt für Schritt, was die anderen drei Evangelium vom letzten Abend Jesu mit seinen Jüngern berichten: Er nahm das Brot, brach es, reichte es ihnen und sprach: „Nehmet und esset alle davon. Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“

Seit Ostern teilen die Jünger das Brot miteinander, weil sie an Jesus glauben. Sie glauben dass er mit seiner Botschaft von Gott gekommen ist:

Du musst dir das Leben nicht verdienen;
Du musst dir nicht verdienen, dass Gott dir das ewige Leben schenkt.

Das Leben ist geschenkt.
Gott schenkt dir auch das ewige Leben.

Verschwende deine Kraft nicht mit dem, was du dir verdienen musst.
Verschenke deine Kraft, verschenke deine 5 Brote und deine 2 Fische
und sieh zu, wie sich durch Gottes Kraft das Gute vervielfacht.