26.07.26: 17. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Was sind Christen für Leute?

Christen sind Leute mit Zuversicht:
Sie nehmen sich Jesus als Vorbild und versuchen so zu leben, wie er an ihrer Stelle leben würde. Dabei haben sie die Zuversicht und das Vertrauen, dass sie tatsächlich das Himmelreich mitten auf dieser Erde aufbauen können.

Diese Zuversicht ist eine gute Vorbeugung gegen Bitterkeit und Verbitterung durch alle möglichen schlimmen Ereignisse.

Nichts auf der Welt kann uns nämlich daran hindern, so zu leben und zu handeln, wie Jesus an unserer Stelle handeln würde.
Aus Liebe zu Gott und zum Mitmenschen.

Jesus, du bist unser Vorbild.

Dein Geist treibt uns an, aus Liebe zu handeln.

Du schenkst uns Mut und Zuversicht

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
„Das Himmelreich ist mitten unter euch!“ es ist nicht künftig oder vergangen, es ist nicht links oder rechts: Sondern mitten unter euch!

Ich muss das betonen, bevor ich ihnen Gedanken vortrage, warum und wie diese Gleichnisse für uns heute froh machende Botschaft sind:

Das Himmelreich ist da, wo Menschen einander zuhören, miteinander teilen, einander verzeihen, Frieden halten, einander beistehen statt übereinander zu herrschen. Das Himmelreich ist, wo der als der Größte gilt, der der Diener aller ist.

Allen Menschen steht dies offen. Keiner wird ausgeschlossen. Das einzige notwendige ist: daran glauben und danach handeln, was Jesus verkündet hat.

Die beiden Gleichnisse vom Schatz in Acker und von der Perle sagen ganz klar: Das Himmelreich betritt man, in dem man dafür alles einsetzt: alles, was man hat. Alles. Sein gesamtes Vermögen. Denn wie kann man, wenn man das Himmelreich sucht, die Not eines Mitmenschen sehen und gleichzeitig um seinen Wohlstand besorgt sein.

Das dritte Gleichnis könnte uns gleich noch mehr in Besorgnis bringen:
Es spricht von der Erfahrung, dass unter denen, die an Christus glauben auch solche sind, die überhaupt nicht so leben. Die weiterhin egoistisch leben, über andere urteilen, sich Vorteile auf Kosten anderer verschaffen.

So sehr ich daran glaube, dass Gott mit jedem seiner Geschöpfe Erbarmen hat und Schuld verzeiht, ebenso sehr glaube ich, dass das Unrecht, das wir tun, dann als solches sichtbar wird und das Gute ebenso.

Alle werden es anerkennen: gerade von sich selbst: Ich wusste nicht, wie viel mehr Liebe ich hätte schenken können. So wird das Geständnis lauten.
Diese Einsicht bewegt uns dazu, täglich zu üben, dass unsere Liebe noch größer wird. Um am Ziel unseres Lebens zu erfahren, dass Gottes Liebe noch viel größer ist als unser Mangel an Liebe.

Das ist die frohe Botschaft: das Himmelreich könnt ihr aufbauen und es ist größer und bringt mehr Glück als Macht, Ruhm und Besitz.

Im Himmelreich wird nur die Liebe zählen.
Vor Gott sind wir reich durch das, was wir verschenken,
nicht durch das wir anhäufen.

Das Evangelium beschließt die Reihe von Vergleichsgeschichten über das Himmelreich mit dem Wort vom Schriftgelehrten, der „ein Jünger des Himmelreiches geworden ist“. Er sei wie ein Hausherr, der aus seinem Schatz Altes und Neues hervorholt.

Dieser Satz erinnert mich daran, was Jesus zu Beginn seines öffentlichen Wirkens sagt: Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen, sondern um es zu erfüllen.

Es geht nicht um weniger Gesetze. Es geht um mehr Liebe!

Das Geheimnis des Himmelreiches ist nämlich, dass man es sich nicht verdienen kann, sondern dass man es aufbaut – durch sein eigenes Leben.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, du hast uns deinen Geist geschenkt, der uns lehrt, worum wir beten sollen. Wir beten zu dir:

Heiliger, dreieiniger Gott –          L/A: Schenke Geist und Leben

  • Schenke den Regierenden in aller Welt ein hörendes Herz, damit sie das Gute erkennen und dafür sorgen.
    Heiliger, dreieiniger Gott:
  • Wir beten für alle Getauften: dass sie an das Himmelreich glauben und es mitten in dieser Welt aufbauen.
    Heiliger, dreieiniger Gott:
  • Wir beten für die Ordensangehörigen, die ganz auf persönliches Eigentum verzichten: dass sie in ihren Gemeinschaften die Freude des Himmelreiches erleben. Heiliger, dreieiniger Gott:
  • Wir beten für unsere Pfarrei und für unser Bistum:
    dass wir unsere Mitmenschen in den Mittelpunkt unseres Tuns stellen. Heiliger, dreieiniger Gott:
  • Wir beten für die Menschen in aller Welt: besonders im Sudan, in Indien, in China und Taiwan, in Israel und Palästina, in der Ukraine und in Russland: dass der Wille zum Frieden den Krieg überwindet. Heiliger, dreieiniger Gott:

Lektor/in: Gott, der du uns liebst, wie ein Vater und eine Mutter, wir danken dir, dass du uns die Augen geöffnet hast für das Himmelreich, das wir mitten unter uns aufbauen können – im Geist Jesu Christi, unseres Herrn. Amen.