13.09.26: 24. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
Welche behaupten, dass Deutschland schon fast im Chaos versinkt oder versunken ist.
Andere haben Angst vor Nationalismus und zweifelhaften Vorstellungen von einer deutschen Identität.
Viele haben ein mulmiges Gefühl, weil die Möglichkeit eines Krieges auch mit deutscher Beteiligung zu wachsen scheint.
Die Veränderung des Klimas und die Folgen bedrohen Pflanzen, Tiere und Menschen.

Die Lesung aus dem Paulusbrief bietet uns einen Halt an:
Wir gehören dem Herrn. Solange wir leben, sind wir Christen gerufen, das Reich Gottes aufzubauen. Niemand kann uns hindern, zu helfen, zu teilen und Gutes gut zu tun.

Richten wir uns auf Christus aus. Jetzt – in dieser Eucharistiefeier:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
gerade hat Jesus seinen Jüngern gezeigt, wieviel Mühe sie sich machen sollen, wenn sie schlecht behandelt worden sind – damit sie den Bruder, die Schwester zurückgewinnen – also um Versöhnung zu finden. Petrus ist davon offenbar beeindruckt und fragt:

Und wie oft müssen wir vergeben? Die Antwort Jesu übersteigert das Angebot Petrus ins unendliche: „siebzig mal sieben mal“!

Die Gleichnisgeschichte erklärt sich von selbst: Der König steht für Gott, die Knechte für uns Menschen. Interessant ist: Die Schuld des ersten Knechts gegenüber dem Herrn ist 600.000 mal größer als die Schuld des zweiten Knechts gegenüber dem ersten! Diese Schuld von 10.000 Talenten könnte niemals beglichen werden.

Liebe Schwestern und Brüder,
ich erkläre das ganz lapidar: Wir Menschen bleiben einander Liebe schuldig; es gibt Untreue, Unehrlichkeit, Missgunst, Verleumdung, usw.
Wenn ich alles zusammenzähle, was ich Mitmenschen schuldig blieb, kommt ganz schön was zusammen: das ist meine Schuld gegenüber meinem Herrn und Gott – 10.000 Talente.

Was hingegen der einzelne Mitmensch mir gegenüber an Liebe schuldig blieb –ist im Vergleich dazu wenig – 100 Denare.

Wenn ich also hoffe und bitte, dass Gott mir all meine Lieblosigkeiten und mitunter auch Boshaftigkeiten vergibt, kann ich doch gar nicht anders, als meinen Mitmenschen ebenfalls das Bisschen zu vergeben, das sie mir gegenüber an Schuld haben.

Bleiben zwei Probleme:

Das erste: die wenigsten Menschen denken, dass sie in ihren Leben anderen so viel Liebe schuldig blieben. Die eigene Ungerechtigkeit wird entschuldigt, wegerklärt, verkleinert.

Aber wo führt das hin? Gerader zur Selbstgerechtigkeit!
Ich habe mir nichts vorzuwerfen! Und zur Scheinheiligkeit.

Seien wir ehrlich zu uns selbst und vor Gott. Seien wir selbstkritisch. Schauen wir uns selbst an, wie eine Mutter ihr Kind: Sie weiß, wie oft das Kind trotzig, zornig, ungeduldig, eigensinnig ist: und doch hat sie es lieb, weil es ihr Kind ist.

Das zweite Problem – das ist der Schluss dieses Gleichnisses. Es droht mit Folter und zwar mit ewiger, weil die unermessliche Schuld ja doch nicht bezahlt werden kann.

Der Sinn dieser abschließenden Drohung mit dem Gericht ist aber nicht, dass irgendjemand dieses Schicksal ertragen muss:
der Sinn ist, dass niemand sich so verhält, dass ihn dieses Schicksal ereilen könnte!

Denn es liegt doch auf der Hand:

wenn ich einmal einsehe, dass ich Gottes barmherzige Vergebung brauche, weil ich in meinem Leben anderen Menschen so viel Liebe schuldig bleibe und manchmal auch Unrecht zufüge – dann werde ich nicht zögern, auch meinem Mitmenschen zu vergeben – das wenige, was er mir an Liebe schuldig blieb.

Nach dieser Mahnung zur Barmherzigkeit und Vergebung beginnt Jesus seinen Weg nach Jerusalem: wo man ihn verurteilen und foltern und töten wird.

Da zeigt sich, dass Gottes Barmherzigkeit keine Grenzen hat:
Er vergibt auch denen, die ihn ablehnen, verfolgen und zu Tode quälen.

Wir können nichts anders als zuversichtlich sein und danach streben Gott ähnlich zu sein: in der Barmherzigkeit, in der Vergebung. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Jesus hat uns die Vergebung unserer Schuld geschenkt. Durch ihn beten wir:            

Gott, unser Vater:             L/A: Erhöre unser Gebet

Lektor/in:: Gott, du bist maßlos in deiner Liebe zu den Menschen, die Unrecht erlitten haben und ebenso maßlos in deiner Vergebung. Gib, dass wir dir ähnlich sind, als dein Abbild und Liebe schenken und Vergebung gewähren. Amen.