11.10.26: 28. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder,
wir atmen alle die gleiche Luft. Wir sitzen alle in einem Boot.
Dieses Raumschiff heißt Erde.

Über 8 Milliarden Menschen, unzählige Ameisen, Katzen, Hunde, Hasen bevölkern diese Erde – dazu die Fische im Wasser und die Vögel. ‑ Wir leben nicht jeder für sich selbst sondern wir leben füreinander.

Hoffen wir, dass die Menschheitsfamilie immer wieder einsieht, dass unsere gute Zukunft nur im Miteinander liegt – wenn wir Ehrfurcht voreinander haben, wenn einer den anderen höher schätzt als sich selbst.

Jesus hat uns dies vorgelebt und er macht uns klar:
Es geht dabei um unser Leben: um das der anderen und um das eigene. Grüßen wir ihn, der uns mit so großer Demut begegnet ist:

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
haben Sie ein Sonntagsgewand für die Messfeier? Wenn man dieses Gleichnis hört, könnte man denken: Das wäre wichtig im Himmelreich.

Überhaupt geht es in dieser Gleichnisgeschichte sehr grausam zu:
Die Einladung zur Hochzeit wird ausgeschlagen. Die Boten, die die Einladung überbringen werden umgebracht. Die Mörder werden ebenfalls getötet und ihre Stadt in Schutt und Asche gelegt. Am Ende wird einer wegen des fehlenden Hochzeitsgewand ins Elend hinausgeworfen.

Ich frage mich: Was will dieses Gleichnis mir und ihnen heute sagen?
Und ich mache mir klar: Es ist leicht möglich, dass es das nicht für jeden unter uns gleich ist. Jeder lebt in einer anderen Situation und jeder hat eine andere Berufung.

Ich werde deshalb nur einige Bemerkungen machen. Vielleicht können sie wie ein Türöffner den Zugang zu dem Gleichnis aufschließen.

1. Die viele Gewalt in dem Gleichnis darf uns ruhig irritieren. Es wird aber nicht Gottes Gewalttätigkeit verkündet. Wohl aber geht es um Leben und Tod: Wer der Einladung Gottes folgt, ist im Leben – wer Gottes Einladung verschmäht, wählt den Tod. Dabei ist gar nicht ausgeschlossen, dass Gott den Verstorbenen ewiges Leben schenkt, selbst wenn sie in ihrem irdischen Leben den Tod gewählt haben.

2. Dass die vielen Menschen von der Straße eingeladen werden erinnert an den Auftrag des Auferstandenen an seine Jünger: „Geht zu allen Völkern!“ Gottes Reich ist kein Reich für ein Volk – es ist universal und alle Menschen sind berufen.

3. Selbstverständlich geht es bei dem fehlenden Hochzeitsgewand nicht um Textilien. Es ist eine bildliche Rede für etwas anderes. Gut ist es, dem Ruf Gottes zu folgen und das Leben zu wählen. Das Reich Gottes ist mitten unter uns. Es ist denen aufgegeben, die den Ruf Gottes hören. Wer aber diesem Ruf gefolgt ist und nicht danach handelt – der ist nicht anders als die, die Gottes Ruf erst gar nicht gefolgt sind. Er hat den Weg des Lebens verlassen und lebt wieder in den Fesseln des Gesetzes, des Verdienstes, der Feindschaft und des Neids.

Liebe Schwestern und Brüder,
ohne Zweifel liegt es nahe, die Finsternis als ewige Verdammnis zu deuten. So wurde es immer gedeutet.

Aber – vielleicht ist diese Finsternis nicht die jenseitige Finsternis der Verdammnis, sondern die diesseitige Finsternis der Hoffnungslosigkeit, der Angst und der Feindseligkeit und des Geizes.

Dann kann ich es so verstehen:
Jeder, der dem Ruf Gottes ins Reich Gottes folgt, lebt im Licht, er wählt Freude und Gemeinschaft, Vertrauen und Zuversicht. Er wählt das Leben!

Wir dürfen jetzt Gottes Gastfreundschaft genießen. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Barmherziger Gott, du rufst uns in dein Reich und befreist uns von Angst und Hoffnungslosigkeit. Wir beten zu dir:

Gott, du Ziel unseres Lebens      L/A: Wir vertrauen dir.

  • Dass es der Menschheitsfamilie gelingt, die Folgen des Klimawandels besonders für die armen Länder der Erde abzumildern.
  • Wir beten für die Menschen in Not, dass sie Hoffnung haben und nicht allein gelassen werden
  • Für alle, die sich für andere Menschen einsetzen: für die jungen Menschen in der Jugendhilfe und für die alten und kranken Menschen in der Krankenpflege: dass sie immer wieder neuen Antrieb für ihren Dienst finden.
  • Für alle Menschen, die an Gott glauben: dass sie Mitmenschlichkeit üben, Verständnis für die Probleme anderer zeigen und die Freude der Kinder Gottes bewahren.
  • Für alle Menschen, die am Guten zweifeln: dass sie im Glauben bestärkt werden.

Lektor/in: Guter Gott, du erfüllst uns mit Leben und Hoffnung und Liebe. Wir preisen dich jetzt und in Ewigkeit. Amen.