21.06.2026: 12. Sonntag im Jahreskreis

Hier geht es zu den Textern der Liturgie:

Einführung: Liebe Schwestern und Brüder!
Glauben ist keine Privatsache für den intimen persönlichen Bereich. Wer an Jesus und seine frohe Botschaft glaubt, ist gesandt, dass er diese Botschaft mit anderen teilt und verkündet. Auf je seine Weise.

Alle Welt soll erfahren, wie wertvoll jeder einzelne für Gott ist und dass Gott jeden Menschen annimmt und bedingungslos liebt.

Alle Welt soll erfüllt werden von der Zuversicht, dass Gott uns ewiges Leben schenkt, durch Jesus, unseren Bruder und Herrn.

Zu ihm rufen wir:

Jesus, du bist unser Herr und Meister.
Jesus, du wurdest als Teufel beschimpft und verfolgt.
Jesus, du bist unserem himmlischen Vater treu geblieben.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Im Museum Liaunig in Kärnten erfuhr ich von folgender Geschichte:
Bei einer Renovierung wurde eine längst vergessene Sammlung von Erinnerungsmedaillons mit den Bildern geliebter Menschen gefunden. Der Finder Herbert Liaunig sammelte daraufhin immer weiter solche Medaillons. –

Nichts ist verhüllt, was nicht bekannt wird. Die am besten gehüteten Geheimnisse werden irgendwann gelüftet werden.

Das Evangelium spricht von viel mehr: Wenn das Leben eines Menschen zu Ende geht, wird er erfahren, dass unserem himmlischen Vater alles bekannt ist. Vor Gott gibt es keine Geheimnisse. Er ist die Wahrheit und er kennt die Wahrheit.

Damit, liebe Schwestern und Brüder wurde und wird den Menschen bis heute Angst gemacht: Man schüchtert sie ein mit der bedrohlichen Kunde: Gott sieht auch die kleinste Sünde und wird sie bestrafen. Für mich wird auf diese Art Gott selbst missbraucht als Angstmacher. Die Menschen werden gefügig gemacht. Ein klarer Verstoß gegen das 2. Gebot.

Das Evangelium stellt das in einen ganz anderen Zusammenhang:
„Fürchtet euch nicht vor den Menschen!“

Denn Menschen können einander alles Mögliche antun: die Verbindung mit Gott können sie aber nicht zerstören.

Für Christen kommt es deswegen nicht in Frage, gegenüber Menschen klein beizugeben und den Glauben an Christus und das Leben nach diesem Glauben aufzugeben: Auch nicht, wenn man sonst aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wird, oder bestraft oder eingesperrt wird, ja sogar umgebracht wird.

Die Christentumsgeschichte ist reich an Menschen, die lieber den Tod auf sich nahmen, als ihren Glauben an Jesus Christus zu verraten.

Christen fürchten allein Gott: das heißt: er ist ihr oberster Wert. Christen hören auf Gottes Stimme in ihrem Gewissen, sie und achten ihn und nehmen ihn ernst.

Gott, der uns liebt wie eine Mutter, lässt keinen Spatz vom Himmel fallen – und erst recht vergisst er keinen einzigen Menschen.

Wir fallen nicht tiefer als in die Hände Gottes.

Liebe Schwestern und Brüder,
wir müssen uns also vor nichts fürchten, weil Gott uns auffängt und er uns aufnimmt in seine göttliche Herrlichkeit.

Was aber, wenn wir unseren Glauben an Gott verleugnen würden?
Wenn wir uns verhalten würden wie Menschen, die nicht an Gott glauben?

Es liegt auf der Hand: Auch das ist Gott nicht verborgen. Es ist ihm bekannt. Vor Gott gibt es keine Geheimnisse. Er ist die Wahrheit und er kennt die Wahrheit.

Deshalb:

Wir glauben an Jesus und seine Botschaft von Gottes barmherziger Liebe!

Nichts soll uns davon abbringen:
weder der Wohlstand – noch die Armut
weder das Wissen – noch das Unwissen
weder Gesundheit noch Krankheit
weder Bedrohung – noch Bewunderung

Weder Glück noch Unglück

Vielmehr:

In allem was uns begegnet vertrauen wir auf Jesus Christus:
er hat uns das Tor zum Himmel geöffnet. Durch dieses Tor wollen wir gehen. Amen.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott unser Vater, du weiß alles, du weiß auch um unseren Glauben, der manchmal so klein ist wie ein Senfkorn. Im Vertrauen auf Deine Barmherzigkeit beten wir:

  • Für die Christen, die Nachteile, Beleidigungen und Gewalt erleiden, weil sie sich zu Christus bekennen. Stärke sie.
    Barmherziger Gott       A: Wir bitten dich, erhöre uns
  • Für die Christen, deren Glaube ins Wanken kommt, weil sie Unglück erleben oder weil sie meinen, auch ohne Gott ein gutes Leben zu führen. Festige ihren Glauben.
    Barmherziger Gott –
  • Für die Leitungen der christlichen Kirchen, die immer in Gefahr sind, sich mit den Regierenden zu verbünden, um Vorteile für ihre Kirche zu gewinnen. Bewahre sie.
    Barmherziger Gott ‑
  • Für die Menschen, die Angst haben und von Ängsten geplagt werden. Befreie sie. Barmherziger Gott –
  • Für die Menschen, die andere durch körperliche Gewalt oder durch Strafandrohungen unter Druck setzen: Bekehre sie.
    Barmherziger Gott –

Lektor/in: Gott, dein Sohn Jesus ist unser Hoffnungszeichen: besonders in Not und Unglück, in Ausweglosigkeit und im Tod.
Wir danken Dir, dass du Jesus zu uns gesandt hast. Durch ihn preisen wir dich im Heiligen Geist. Amen.