04.06.2026: Fronleichnam

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Ansprache Liebe Schwestern und Brüder,
Wir alle können den Einsetzungsbericht auswendig aufsagen:
Nehmt, esst alle davon. ….

Nehmt und trinkt alle daraus. ….

Ich glaube nicht, dass Jesus die Absicht hatte, in diesem Tun irgendeine Substantia von Brot und Wein auf geheimnisvolle Art zu verwandeln – und seinen Jüngern gleichzeitig in die Lage zu versetzen, das auch zu tun.

Bei diesen Worten versuche ich mich jedes Mal in die Situation des Abschiedsmahls hineinzuversetzen. Das ist zutiefst berührend.

Trinkt aus dem Kelch. Sagt Jesus Er ist das Zeichen eines neuen Bundes, den Gott mit euch schließt. Dafür – für euch – wird mein Blut vergossen. Allen ist vergeben!

Jesus teilt Brot und Wein und spricht zugleich davon, dass er – bewusst und aus freiem Willen – sich der Verurteilung überliefert und bereit ist sein ganzes Leben mit dem Tod zu besiegeln.

Die Jünger – sie, ich, – wir nehmen das Brot und essen es. Würde ich das in Worte fassen, bedeutet es: Jesus ich glaube an dich. Ich glaube, dass der Vater uns ewiges Leben schenkt und dass er die Sünden verzeiht.

Und es ist nahezu unaussprechbar: „Jesus ich nehme es an. Ich nehme es an, dass du dafür – für mich – in den Tod gehst.“

Im österlichen Licht wandelt sich die Traurigkeit.
Die Worte Jesu und seine Hingabe bestürzen nach wie vor.

Aber nun ist es ein freudiges Bekenntnis:
Deinen Tod o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir.

Der Apostels Paulus deutet es so:

Wenn wir den Kelch segnen, haben wir Anteil an der Vergebung, für die Jesus mit seinem Blut eingestanden ist.
Wenn wir das Brot teilen, haben wir Anteil an Leben und der Auferstehung Jesu.

Dass wir dies miteinander tun, schweißt uns zusammen.
Wir sind nicht nur eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten:
Wir haben Anteil an Jesus, sozusagen an seinem Leib und Blut,
so dass wir sozusagen ein Leib sind: Christi Leib.
Durch uns und in uns lebt Christus.
bringt Vergebung der Sünden und das ewige Leben –
und zwar jedem, der an ihn glaubt – durch unsere Verkündigung.

Liebe Schwestern und Brüder;
schauen wir uns gegenseitig an:
Wir sind der Leib Christi – hier in diesem Hof;
hier in diesem Stadtteil.
Jesus will durch sie und in ihnen und mit ihnen, mit mir, mit uns zusammen Heilung bringen und Hoffnung und Vergebung.

Das Brot brechen ist ein österliches Zeichen:
Jesus ist da: bei uns, in uns, durch uns und mit uns.

Amen.

31.05.2026: Dreifaltigkeitssonntag

Hier geht es zu den Texten der Liturgie:

Einführung:
mit Judentum und Islam verbindet uns der Glaube an Gott, der Ursprung von allem ist, der Höchste und Einzige und es gibt keinen anderen neben ihm.

Es unterscheidet uns aber, dass wir Gott Dreifach erfahren:
als Quelle und der Ursprung des Universums;
als Erlöser und Befreier
und als göttliche Kraft in allen Geschöpfen!

Am heutigen Sonntag feiern wir dankbar diese einmalige und ganz besondere Erfahrung mit Gott, der seiner Schöpfung ganz nah – also innerlich ist – und doch immer der bleibt, der die Geschöpfe ins Dasein ruft.

Grüßen wir Christus, den wir Gottes Sohn nennen, weil in ihm Gottes Wort menschliche Gestalt annahm.

Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
kein Mensch kann Gott sehen und am Leben bleiben!
Wir Menschen können Gott nicht erkennen und erforschen,
so wie den Menschen, Seine Krankheiten, die Funktion und das Zusammenspiel der Organe usw.

Gott ist und bleibt ein Geheimnis – aber ein Geheimnis, das sich uns offenbaren will. ‑ Aber nicht mit Briefen und Sendschreiben und Sprachnachrichten und Videoclips.

Die Selbstoffenbarung Gottes beginnt damit, dass der Mensch staunt:
Darüber, dass er lebt und über die Erde und alles was er auf ihr sieht und über die Sterne, die hoch über ihm glänzen.

Der Mensch versucht zu verstehen, warum es gut und böse gibt,
und Freude und Leid.

Diese Menschen Fragen sind der Anfang der Selbstoffenbarung Gottes an den Menschen: der Mensch sinnt über seinen Ursprung nach –

und darüber warum er noch am Leben ist:
Obwohl er schwach ist und bedürftig; anfällig für Krankheiten und wehrlos gegenüber den Naturgewalten.

So entstehen Sätze wie im Buch Exodus, das Gott die Worte in den Mund legt: „Der Herr ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig und reich an Huld und Treue!“ In solchen menschlichen Gedanken offenbart sich Gott dem Menschen.

Paulus ist ein weiteres Beispiel, wie Gott sich im Suchen und Fragen und in der Sehnsucht der Menschen offenbart: Er betont, dass die Schwestern und Brüder im Glauben an Jesus Frieden halten sollen und eines Sinnes sein sollen: Rechthaberei und Ausgrenzung sollen keinen Platz unter ihnen haben.

Er spricht von der Gnade, die Gott uns durch Jesus schenkt, weil er uns liebt und von der Gemeinschaft mit Gott durch den Heiligen Geist.

Jesus wiederum hat für uns Christen allergrößte Bedeutung:
Wir nennen ihn Sohn Gottes, weil wir merken und spüren und erkennen, dass Gott sich in ihm offenbart.

Wir müssen nicht darüber spekulieren, welche einzigartige Wesensver­wandtschaft Jesus mit Gott hat – im Vergleich zu jeder und jedem von uns.

Er nennt Gott seinen Vater im Himmel.
Er nimmt uns jede Furcht vor dem Tag des Gerichts,
den seine jüdischen Schwestern und Brüder erwarteten.

Er sagt: Ich bin in der Welt um zu retten!

Gott richtet nicht – sondern wer glaubt hat das ewige Leben!

Dieses „Wer glaubt“ dürfen wir nicht falsch verstehen:
Es ist keine Ausgrenzung. Es sagt nichts darüber aus, dass Gott jemandem das ewige Leben verweigern würde.

Es sagt nur aus:
Wer Jesus nicht glaubt, sondern durch die Erfüllung des Gesetzes vor Gott gerecht sein will, wird immer feststellen müssen, dass er das Gesetz nicht ganz eingehalten hat. Das Gesetz richtet ihn. Gott hingegen ist ein barmherziger Gott:
Jesus hat uns dafür die Augen geöffnet.
Der Heilige Geist weckt in uns diesen Glauben und hilft uns, danach zu handeln.

Allgemeines Gebet

Lektor/in: Gott, du liebst uns wie ein Vater und eine Mutter.
Du liebst uns als unser Bruder Jesus und dein Geist weckt in uns die Liebe zu dir und zueinander. Wir beten zu dir:

Du einziger und wahrer Gott     L/A: Wir bitten dich, …

  • Wir beten für das eine Volk Gottes, das sich in den christlichen Kirchen versammelt. dass die Menschen in unseren Gemeinden deine Liebe spüren und erleben.
  • Wir beten für die Menschheitsfamilie, die gefährdet ist durch viele Kriege, durch Geiz und Gier und Neid: dass Menschen aufstehen und für den Frieden, die Versöhnung und für Gerechtigkeit begeistern.
  • Wir beten für unser Bistum, das vor großen Umbrüchen steht, weil die Mitglieder und die Seelsorger immer weniger werden: dass wir Freude am Glauben haben und uns als Schwestern und Brüder verbunden fühlen.
  • Wir beten für die Menschen in unserem Land: dass der Sinn für das Gemeinwohl stärker wird und der Egoismus kleiner.
  • Wir beten für unsere Stadt Regensburg: dass der neu gewählte Stadtrat gute Entscheidungen trifft, die das Miteinander der Menschen fördern.

Lektor/in: Gott, du bist die Liebe und du weckst die Liebe und du schenkst die Liebe. In dir sind wir und bewegen wir uns. Wir loben dich heute und allezeit und in Ewigkeit. Amen.