Das ist die AUswahl der Lesungen: 1. Lsg Joel 3,1-5 (VAM Nr. 4) – 2. Lsg: Apg 2,1-11 – Ev 20,19-25
Einführung:
Heute feiern wir das schönste an unserem christlichen Glauben:
Gott ist nicht fern von uns in den höchsten Himmeln;
Gott ist kein Herrscher, der von uns Tribut verlangt;
Gott ist kein Richter, der uns belohnt oder bestraft;
Gott ist uns näher als wir selbst uns sein können;
er kennt uns besser, als wir selbst uns kennen;
er ist uns innerlich, inwendig.
Er ist das Leben in uns und er ist die Liebe in uns.
Wir grüßen Christus, der uns dafür die Augen geöffnet hat:
Ansprache: Liebe Schwestern und Brüder,
Die Sonne scheint für jeden Menschen: egal wie reich oder arm – mit Doktortitel oder ohne abgeschlossene Berufsausbildung! Ebenso ist es mit dem Regen und überhaupt mit der Erde, die uns trägt und nährt.
Deshalb ist die Sonne ein wunderbares Bild für Gott: Gott ist Gott für arm und reich, für Frau und Mann, für klein und groß, für Herrschende und Beherrschte.
Gottes Geist erfüllt die Menschen, die gute Menschen sein wollen und zeigt ihnen den Weg! Bankkonto, Schulzeugnisse und Titel spielen dabei keine Rolle. Reichtum hindert Menschen leicht daran, gute Menschen sein zu wollen: erfolgreich ist nicht mit gut zu verwechseln und vornehm nicht mit sozial.
Schon Joel, der Prophet, der im Auftrag Gottes sprach, teilte diese Einsicht. Er wirkte im 4. Jahrhundert vor Christus und verkündete Gottes Wort:
Eure Töchter und Söhne werden Propheten sein und ebenso Knechte und Mägde! Die Alten werden Träume haben von einer besseren Welt und die Jungen haben Visionen, die ihnen zeigen, wie sie die Zukunft gestalten können.
Gottes Geist wird über allen ausgegossen – wie Regen, der alle belebt und wie Licht, das alle umgibt. Die Rede vom Heiligen Geist ist eine Metapher.
Geist ist in der ganzen Schöpfung: auch die unbelebte Natur ist geistvoll geordnet, wenn man nur daran denkt, wie schön der Regen zu Schneeflocken gefriert. Erst recht wirkt der Geist in der belebten Natur: von Grashalm bis zu den Spinnen, den Fischen, den Säugetieren, zu denen biologisch gesehen der Mensch gehört.
So wenig Gott, der Vater aussieht wie ein greisenhafter aber gesunder starker Mann, so wenig ist der Heilige Geist ein unsichtbares Etwas oder hat gar die Gestalt einer Taube.
Wir Menschen sind geistvolle Wesen. Wir können Gottes Geist in uns selbst erkennen. Wenn wir auf ihn hören, tun wir, was Gott durch uns tun möchte.
Wir glauben an den Heiligen Geist, weil Gott in seiner Schöpfung lebt und wirkt. Die Schöpfung könnte keinen einzigen Augenblick ohne Gottes Geist existieren. Wohl aber ist Gott vor und über aller Schöpfung – auch wenn er beschlossen hat, dass er diese Schöpfung hervorbringen will, um in ihr zu sein und zu wirken.
Vielleicht ist ihnen diese Sicht des Menschen und der Schöpfung zu optimistisch und zu positiv. Vielleicht denken sie: Wie kann der Mensch so grausam sein, wenn Gottes Geist in ihm ist.
Der Einwand ist mehr als berechtigt – leider!
Auch wenn wir durch Gottes Geist leben, sind in uns Kräfte am Werk, die Gottes Geist widerstreben:
Wir kennen sie: die Selbstliebe, der Eigennutz stehen der selbstlosen Liebe zum Mitmenschen entgegen. Doch selbst wenn wir die Liebe zu uns selbst, den eigenen Nutzen über das Wohl der Mitmenschen stellen und dadurch Schmerz und Schaden verursachen –
Das Leben ist und bleibt vom Geist gewirkt.
Denn ohne Gottes Geist kann kein Mensch am Leben bleiben.
Deshalb sagt Jesus im Mt.Ev: Bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Jesus zeigt uns, dass Gott uns alles gibt und gegeben hat: sich selbst.
Wenn wir ihm glauben und auf Gottes Geist in uns hören, dann können wir unsere Berufung immer mehr erfüllen, die ganz am Anfang der Bibel beschrieben ist:
Gott erschuf uns nach seinem Bild und Gleichnis.
Wie Gott können wir Leben zeugen, Neues erschaffen und uns selbst verschenken und vergeben.
Das will Gottes Geist in uns wirken.
Allgemeines Gebet
Lektor/in: Gott, wie die Sonne die ganze Erde erhellt, so teilst du dein Leben mit allem was lebt und bleibst doch unser Schöpfer.
Gott, du Leben schaffender Geist L/A: wir beten zu dir
- Wir sind in Sorge wegen der vielen Kriege und Verbrechen, die Menschen verüben und sehnen uns nach Frieden.
- Die Erwärmung von Wasser und Luft ist der Grund für Dürre und Unwetter. Viele Menschen verlieren ihre Lebensgrundlage. Doch wir sind zu träge, unser Leben zu ändern.
- Wir hoffen auf Menschen, die den Weg in eine gute Zukunft finden und denen wir vertrauen können.
- Wir brauchen mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Güter und mehr Bereitschaft einander beizustehen.
- In unserer Kirche suchen wir Trost und Hoffnung
und neuen Mut.
Lektor/in: Gott, du unser Vater, der Glaube an Dich verbindet die Menschen miteinander. Du weckst den Willen, den anderen zu lieben, wie sich selbst. Auf dich hören wir und dir vertrauen wir, weil du das Leben bist, in alle Ewigkeit. Amen.